Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.
Der Tag versprach recht sonnig zu werden und wir starteten die Erkundung der Halbinsel südlich von Kapstadt der Westküste entlang zum Nationalpark. Je näher
wir der Südspitze kamen umso deutlicher war zu sehen, dass dort noch eine Regenfront vorbeizog. Wir machten daher noch einen Abstecher zu den Black Rocks wo wir einmal mehr dem Spiel der Wellen
zuschauen konnten. Mächtig donnerten die Wogen an die Felsen und spritzten meterhoch in die Luft. Nach der kurzen Wanderung war die Front weitergezogen und nicht hielt uns mehr davon ab den Cape
Point zu besuchen. Dort sammeln sich aber auch alle Besucher der Region Kapstadt, sodass wir nicht alleine unterwegs waren. Am Ende der Halbinsel, rund um den Leuchtturm geniesst man eine
Rundsicht von verschiedenen Aussichtsplattformen aus.
Anschliessend fuhren wir hinunter zum weltberühmten Kap der guten Hoffnung. Der Ansturm am Monument war gewaltig, denn alle wollten ein „ich war da“ Beweisfoto oder ein Selfie schiessen. Die
riesige Kormorankolonie mit tausenden Vögeln sahen vermutlich nicht mal alle Besucher.
Bei Simon’s Town trifft man bei Boulders auf die bekannteste Pinguin Kolonie Südafrikas. Trotzdem wir um die Mittagszeit da waren, trafen wir auf recht viele
Pinguine. In Gruppen watschelten sie am Sandstrand herum oder lagen in ihrer typischen Haltung in der Sonne. Von den Holzstegen aus konnten wir die Tiere aus nächster Nähe beobachten.
Wir parkten im Ortszentrum und schlenderten der Hauptstrasse entlang und bewunderten die vielen historischen Gebäude, meist vom Anfang des 19. Jahrhunderts. In einem kleinen Kaffee genossen wir
eine feine „Meat Pie“, die vor allem Ueli liebt.
Der folgende Tag versprach perfekte Bedingungen zum Besuch des Tafelbergs: Wolkenlos, gute Sicht und weitgehend Windstill. So fuhren wir relativ früh entlang
den legendären Chapman Drive Richtung Kapstadt. Die Strasse wurde in die Felsen der Steilküste geschlagen und ist bereits über 150 Jahre alt. Die Route der Westküste entlang bietet auch danach
immer wieder schöne Ausblicke auf die Strände und Felsküste.
Als wir uns der Talstation der Seilbahn auf den Tafelberg näherten, wurde uns schnall klar, dass viele andere die Gunst der Stunde nutzen wollten. Es war zwar erst kurz nach neun Uhr aber die
Parkplätze entlang der Strasse waren schon sehr gut belegt. Wir fanden einen etwa 400 m vor der Talstation. Dort mussten wir da eine gute halbe Stunde Schlange stehen bis wir an Bord der
Seilbahnkabine konnten. In der Hauptsaison kann die Wartezeit aber auch gerne mal drei Stunden dauern, so gesehen hatten wir noch Glück. Die Kabine dreht sich während der Fahrt, sodass alle
Passagiere eine Rundumsicht geniessen können. Die Seilbahn wurde, wie schon die Schwesterbahn auf den Titlis, von einer Schweizer Firma erbaut.
Oben angekommen kann man eine kleine Rundwanderung machen, welche an immer wieder anderen Aussichtpunkten vorbeiführt. So kann man den Ausblick nicht nur hinunter nach Kapstadt, sondern eben in
alle Richtungen geniessen. Danach fuhren wir zum Signal Hill hoch von wo man wiederum die beste Sicht auf den Tafelberg und die davorliegende Stadt hat.
Mitten durch das Zentrum gelangten wir auf die Autobahn auf welcher wir nach Stellenbosch gelangten. Der Ort glänzt mit historischen Bauten, vielen Restaurants und ringsherum die vielen Weinberge. In einem italienischen Restaurant genehmigten wir uns einen Bellini begeleitet von einer „kleinen“ Pizza welche für uns beide als volle Mahlzeit genügt hätte.
Nur etwa zehn Minuten Fahrt im Osten hat der Schweizerklub von Kapstadt ein schönes, grosses Gelände wo die Clubmitglieder sich treffen und auch campen können.
Wir hatte im Vorfeld Kontakt aufgenommen und gefragt ob wir auch dort übernachten könnten. Da es Freitag war, wurden wir herzlich willkommen geheissen, denn nur am Weekend wird der Platz von
Patrizia und Roger betreut.
Der Platz ist wunderschön angelegt und bietet alle Annehmlichkeiten für Camper.
Eigentlich wären wir gerne etwas länger in dieser Gegend geblieben, aber schon seit einigen Tagen überschlugen sich die schlechten Wetterprognosen in den Medien. Auf Sonntag waren zwei Kaltfronten gemeldet, welche extreme Niederschläge und orkanartige Winde der ganzen Westküste entlang bringen sollen. Am stärksten betroffen wären neben Kapstadt die Regionen westlich der Gebirgsketten im Landesinneren, also zum Beispiel Stellenbosch. Der Samstag sollte noch gut sein, aber dann soll das Wetter radikal umschlagen.
Wir liessen daher eine der geplanten Etappen aus und fuhren anderntags direkt nach Paarl. Am Pass Richtig Worcester ging die Überhitzung des Motors bereits
wieder los. Wann immer das Auto im fünften Gang unter 2000 Umdrehungen stetig und länger bergauf fuhr stieg auch die Temperaturanzeige wieder an, wie gehabt. Hmmmm… Nun, durch zurückschalten und
damit höherer Drehzahl kam die Temperatur auch schnell wieder runter, also kein Drama aber wieso?
Die Landschaft über die Berge war grandios und etwas nördlich von Worcester führte unsere Route über den Bain’s Kloof Pass wieder zurück nach Wellington. Die Passstrasse ist zwar schmal aber
hervorragend ausgebaut und landschaftlich sehr schön.
Unser Tagesziel und auch der Ort wo wir die kommenden Tage abwettern wollten ist das Camp von African Overlander. Von dort aus wird unser Auto Anfang Juni in
die Schweiz zurück verschifft werden.
Als wir ankamen, waren wir überrascht wie viele Fahrzeuge dort geparkt waren. Alles Autos welche dorthin verschifft worden waren, auf die Verschiffung warteten oder auch einfach dort standen bis
die Besitzer vom Heimaturlaub zurückkommen um weiterzureisen. Sicher gegen fünfzig Camper aller Art waren auf dem riesigen Gelände stationiert.
Unter anderem auch der Landcruiser von Emil Schmid. Dieser hatte mit eben diesem Auto in vierzig Jahren alle Länder der Welt bereist. Vor einigen Jahren war
seine Frau verstorben und Emil danach alleine unterwegs gewesen. Als er in Namibia war, bekam er gesundheitliche Probleme und reiste deshalb nach Kuala Lumpur um sich behandeln zu lassen. Leider
verstarb er dort und sein Auto wartet nun darauf in die Schweiz zurück transportiert zu werden, wo es hoffentlich in einem Museum erhalten bleibt. Immerhin hält es der Guiness Weltrekord für die
längste Reise an einem Stück im selben Fahrzeug. Eine weitere Kuriosität war ein amerikanisches Tesla Cybertruck. Dieser ist für einen weiteren Guiness Rekord unterwegs, die längste Reise mit
einem Elektroauto.
Gegen Abend trafen überraschend unsere chinesischen Campnachbarn ein. Sie werden ihr Gespann von hier zurück nach China verschiffen.
Der Sonntag brachte immer wieder Regen und auch Windböen, aber im Grossen und Ganzen war das Wetter gar nicht mal so schlecht. Das änderte sich aber in der Nacht auf Montag. Gegen Morgen legte der Wind zu und auch der Regen verstärkte sich massiv und prasselte nun ohne Unterbruch aufs Dach. Vorsichtshalber schlossen wir das Dach dem wir wurden richtgehend durchgeschüttelt vom Sturm. Schliesslich beschlossen wir, uns das letzte der drei Zimmer zu nehmen, denn das Unwetter sollte noch bis Mittwoch anhalten, bevor das Wetter wieder besser werden sollte. Unterdessen überschlagen sich die Meldungen in den Medien. Überschwemmungen, gesperrte Strassen, abgedeckte Hausdächer und überall umgestürzte Bäume auf den Strassen. Man redet bereits jetzt von einem der schwersten Unwetter in der Region und das nachdem die Südküste erst vor einigen Tagen ähnliches erlebt hatte. Das hatten wir noch Glück gehabt, denn nur kurz nachdem wir dort durch gereist waren, mussten Strassen gesperrt werden wegen Erdrutschen, Überschwemmungen und weil ganze Abschnitte weggespült worden waren.
Der nächste Tag begann wie wenn es nie ein Unwetter gegeben hätte. Der Wind hatte sich geölegt, die Wolken waren weitergezogen. Also packten wir und zogen nordwärts weiter.
Am Südeingang gelangten wir in den West Coast Nationalpark. Der Park beinhaltet einerseits die Atlantikküstenlandschaft, andererseits aber auch die karge Buschvegetation und einige Feuchtgebiete im Landesinnern. Wir durchfuhren den Nationalpark von Süd nach Nord und machten immer auch wieder kleine Abstecher zu Vogelbeobachtungsposten. Vögel sind dann auch die Highlights wenn auch immer wieder einige Antilopen zu beobachten waren. Am eindrücklichsten waren die flachen Tümpel unmittelbar hinter dem Meeresstrand. Grün leuchtendes Gras, klare Teiche und unzählige Vogelarten gibt es zu bewundern.
In Langebaan kauften wir für die nächsten Tage Lebensmittel und machten uns danach auf nach Saldanha.Da in der Region einige Minen betrieben werden, hat der Ort einen recht grossen Hafen. Früher war es ein umtriebiges Zentrum der Fischindustrie. Einige typische Fischerhäuser wurden restauriert, werden aber nach wie vor bewohnt.
Wir beschlossen noch bis nach Lamberts Bay zu fahren, denn der geplante Übernachtungsort in Paternoster war uns dann doch noch zu windig, denn das Camp liegt direkt am Strand in der Cape Columbine Natural Reserve. Paternoster selber ist ein kleiner aber recht beliebter Ort an der Küste. Einige alte Häuser, viele noch mit Strohdächern und ein sehr attraktiver Strand laden zum Verweilen.
Die Fahrt zog sich schliesslich ganz schön in die Länge und wir waren froh als wir schliesslich das Tagesziel erreichten. Abends fuhren wir ins Zentrum und genossen einmal mehr ein feines Nachtessen im Isabella’s Restaurant welches sehr zu empfehlen ist.
Früh am Morgen besuchten wir die zu Fuss erreichbare Vogel Insel direkt am Hafen. Dort nistet in der Hauptsaison, Dezember bis April, die grösste Tölpel Kolonie Afrikas. Aber auch jetzt, nachdem der grösste Teil der Vögel wieder auf das Meer zurückgekehrt waren, leben noch einige hundert Tölpel auf der Felseninsel. Zur Brutzeit sollen es mehrere Hunderttausend sein. Auch eine Seehundkolonie bevölkert die Felsen am Westufer. Dazu sind aber noch viele weitere Seevogelarten heimisch hier, Möwen und Kormorane, aber auch kleinere Arten sind vertreten.
Wir nahmen wieder einmal eine Abkürzung um uns den langen Umweg in Landesinnere bis Clanwilliam zu sparen. Die küstennahe Piste entpuppte sich nach den
kräftigen Regenfällen als immer noch recht schlammig, sodass wir das Tempo entsprechend anpassen mussten. Erst nach Dooringbay bogen wir schliesslich nach Osten von der Küste ab.
Dann aber eine unangenehme Überraschung: Die „Low Waterbridge“ bei Lutzville war wegen Hochwasser des Olifants Rivers gesperrt, weil überflutet. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass wir fast 100
km zurückfahren mussten um ans gegenüberliegende Ufer zu gelangen, soviel zu unserer Abkürzung. Ueli fragte einen Einheimischen nach Alternativen. Er erklärte, dann man kurzerhand eine neue
Trasse über die Feldwege durch die Rebberge markiert und befestigt hatte. Sogar ein paar hundert Meter neue Piste wurde kurzerhand quer durchs Gelände gebaut. Wir sollen einfach einem der lokalen
Pickups folgen um dann über eine normale Brücke etwa 10 Km stromaufwärts zu gelangen. So fuhren wir kreuz und quer durch die Gegend und erreichten tatsächlich eine passierbare Brücke.
Schliesslich wurde aus einer vermeintlichen halben Stunde Zeitersparnis eine abenteuerliche Fahrt die uns schliesslich sicher zwei Stunden mehr gekostet hat. Die wiederum lange Etappe brachte uns nach Springbok wo wir wie schon im Jahr zuvor im schönen Campingplatz der Goegap Nature Reserve übernachteten. Letztes Jahr waren wir zu spät um die berühmte Wildblumenblüte zu erleben, nun waren wir etwa drei Monate zu früh.
Noch einmal lag eine längere Etappe vor uns welche uns zu den Ausgrabies Wasserfälle führte. Die Landschaft war oft karg aber doch wechselte die Szenerie immer wieder. Manchmal topfeben, dann wieder führte die Strasse durch Berge. Auch jetzt schon zeigten sich erste Blumen in der Halbwüste. Mehrere Minen liegen an der Route, weitab von grösseren Ortschaften. Einmal kam uns ein Schwertransport entgegen. Dieser hatte nur die zwei Achsen eines dieser rieseigenen Trucks, welche den Abraum in den Minen abtransportieren. Der Transport benötigte die ganze Strassenbreite, sodass der Gegenverkehr an den Strassenrand ausweichen musste.
Schon mehrere Kilometer bevor wir die die Wasserfälle schliesslich erreichten, sahen wir weisse Gischt weit in den Himmel steigen. An der Rezeption wurden wir dann informiert, dass der Orange River rekordhohe Wasservolumen führte. Anstatt den 30-50 m3/s waren es über 4000 zurzeit unseres Besuchs. Das hatte aber auch negative Auswirkungen auf unseren Besuch. Der Holzsteg und die Plattform des obersten Aussichtspunkts waren weggespült worden und deshalb nicht zugänglich. Zudem waren alle Wanderwege und Pisten gesperrt worden. Zu guter Letzt, waren die zugänglichen Aussichtspunkte so stark vom Gischt betroffen, dass man am Besten in kurzen Hosen und einer guten Regenjacke hinging, nass wurde man allemal. Aber was man dann zu Gesicht bekam, war enorm eindrücklich. Die Wassermassen waren gigantisch. Überall leuchteten Regenbögen in kitschig grellen Farben. Da sich unzählige Seitenflüsschen gebildet hatten, musste man diese durchwaten um zu den oberen Aussichtsplattformen zu gelangen. Fotografieren wurde zur Herausforderung. Einerseits sah man wegen der ungeheuren Wassermassen zum Teil gar nicht viel und der Fotoapparat war in Sekunden vollgespritzt. Bei den oberen Plattformen hatte man zum Glück den erzeugten Wind im Rücken und konnte das Spektakel aus nächster Nähe bestaunen.
Wir starteten mit gemischten Gefühlen Richtung Kgalagadi Nationalpark denn wir hatten keinen einzigen Campingplatz reservieren können. Seit Wochen hatten wir immer wieder auf der Buchungsplattform nachgeschaut. Wenn überhaupt waren es einzelne Tage in unterschiedlichen Camps, aber nichts das einen zusammenhängenden, sinnvollen Besuch ermöglichst hätte.
Wir kauften in Upington ein letztes Mal ein und fuhr nach Twee Rivieren, dem Südeingang des Parks. An der Reception fragten wir ob es irgendeine Möglichkeit gäbe, im Park noch ein paar Tage einen Stellplatz zu buchen. Die Dame konsultierte ihr System und bot uns am selben Tag einen Platz in Twee Rivieren und am Folgetag eine Nacht in Mata Mata an. Dann war wieder alles ausgebucht. Besser als nicht dachten wir und schlugen ein. Dann wechselten wir hinüber zu der Rezeption des botsuanischen Teils. Mit etwas jammern und treuherzigen Blicken schafften wir es tatsächlich eine weitere Nacht zu Buchen an einem Ort der eigentlich kaum je buchbare Plätze hat, Polentswa, ganz im Norden. Dort gibt es eigentlich nur drei Stellplätze, aber einen Notplatz welchen man eigentlich nicht offiziell buchen kann, ausser man spricht persönlich in Twee Rivieren vor. Mit diesen drei Nächten konnten wir nun eine schöne, dreieckige Route fahren.
Am nächsten Morgen starteten wir erst Richtung Nossob und bogen dann auf die Lower Dune Road nach Westen ab. Auf diesem Abschnitt gab es wenig zu sehen. Das änderte sich aber als wir entlang dem Flussbett des Auob Richtung Mata Mata fuhren. Immer wieder konnten wir Tiere im grünen Talboden beobachten. Eine grosse Anzahl Raubvögel verschiedenster Arten lauerte auf den Bäumen auf Beute. Die vielen Erdhörnchen, Mäuse und Erdmännchen bieten reichlich Gelegenheit. Aufgrund der sehr beschränkten Unterkunftsmöglichkeiten, der grossen Distanzen und nicht zuletzt der abgelegenen Lage des Nationalparks, hat es natürlich viel weniger Besucher du Verkehr wie zum Beispiel im Krüger Nationalpark. Nicht zuletzt deshalb ist der Park halt auch sehr beliebt. Selbst bei einer Löwensichtung, im Krüger führt das in der Regel zu einem Verkehrschaos, standen nur drei Fahrzeuge.
In Mata Mata angekommen richteten wir uns ein und erfreuten uns an den vielen Vögeln um uns herum. Auch Erdmännchen, Erdhörnchen und Mangusten waren unsere gar nicht scheuen Nachbarn.
Am Morgen starteten wir kurz nach Toröffnung um sieben Uhr. Nach nur 10 Km das grosse Highlight: Wir konnten zwei Geparde über längere Zeit beobachten. Erst
kletterten sie auf einen Baum und entschieden dann aber doch durch das Gras zu streifen. Zwar waren die beiden Tiere recht weit entfernt, aber trotzdem ein riesiges Erlebnis für uns.
Bald darauf machten wir auf einem Picknick Platz ein verspätetes Frühstück ein. Über die Upper Dune Road wechselten wir ins Tal des Nossob Rivers. Auch hier hatten wir in den Dünen kaum
nennenswerte Sichtungen. Am Nossob entlang sind Beobachtungen etwas schwierig, denn die sandidge Piste ist oft abgesenkt und von Wällen und hohen Gras begrenzt, sodass wir trotz recht hoher
Sitzposition kaum in die Ebene hinaussehen konnten.
Im Nossob Rest Camp machten wir Mittagspause, aber noch lagen über sechzig Kilometer vor uns. Als wir unseren gebuchten Stellplatz einnehmen wollten, mussten wir feststellen, dass sich dort
bereits drei Fahrzeuge eingerichtet hatten. Erst dachten wir, wir seinem am falschen Ort, als uns aber der Campnachbar in Mata Mata abfing und bestätigte, dass die Gruppe sich wohl illegal, also
ohne Buchung, dort aufhielten. Da die Stellplätze riesig sich, bis fünf Fahrzeuge und zehn Personen dürfen sich einen teilen, lud uns Louis ein uns bei ihnen hinzustellen, denn er und Jana waren
alleine unterwegs. Wir nahmen das Angebot gerne an, denn die anderen zu überzeugen, dass wir alleine den Platz gebucht haben, wäre wohl aussichtslos gewesen. Die Plätze sind sehr einfach
eingerichtet und nicht eingezäunt wie die Sanparks Campingplätze, aber gerade das macht auch den Reiz dieser Orte aus.
Louis hatte uns empfohlen, gleich am Morgen zum nahen Wasserloch zu fahren, denn dort sind zwei berühmte Schakale heimisch. Bekannt sind sie dafür, dass sie am Morgen, wenn hunderte Tauben zum Trinken kommen, erfolgreich Jagd auf die Vögel machen. Und tatsächlich, kaum war sie Sonne aufgegangen, tauchten nicht nur die Vögel auf, sondern eben auch die Schakale. Wir konnten die Jagd live beobachten und bewundern wie erfolgreich sie waren. Da wir den Nationalpark an diesem Tag leider wieder verlassen mussten, hatten wir eine lange Fahrt zurück nach Twee Rivieren vor uns. Auch an diesem Tag nahmen wir das Frühstück bei der nächsten Picknick Stelle ein. Vögel und Mäuse hofften auf Brosamen während wir an der Sonne das Morgenessen einnahmen. 220 Km waren es schliesslich bis wir den Südeingang erreichten. Wir checkten aus, aber nicht ohne bei der Rezeption zu melden was uns in Polentswa passiert war. Nur sechs Kilometer ausserhalb des Nationalparks richteten wir uns Campingplatz der Kalagadi Lodge ein und genossen den Luxus eines privaten WC/Dusche und einem feinen Nachtessen im Restaurant.
Die Fahrt zurück nach Upington war, vielleicht nicht zuletzt wegen dem Rückenwind, kurzweilig und nach nicht einmal drei Stunden hinter uns. Wir kauften Lebensmittel, füllten Diesel nach und kauften noch einmal ein feines Brot bei der Bäckerei beim Truck Stop.
Danach fuhren wir die wenigen Kilometer zur Stadt hinaus und quartierten uns im wunderschönen Kambnika Farm Camp ein. Im herrlich angelegten parkähnlichen Camp wimmelte es einmal mehr von Vögeln. Wir genossen das Alleinsein und die hervorragende Infrastruktur.
Die Fahrt nach Kuruman war wie tags zuvor etwa 250 Km durch weitgehend unspektakuläre Landschaft. Aber wieder übernachteten wir an einem hervorragenden Ort, dem Red Sand Country Lodge, wieder mit privaten WC/Dusche, Strom und Internet und das für nicht einmal 25 CHF. Wir buchten gleich zwei Nächte, denn in dieser privaten Nature Reserve kann man nebst dem Genuss der Annehmlichkeiten auch gefahrlos wandern. So verbrachten wir den Ruhetag bei gutem, wenn auch kühlen Wetter, sehr kurzweilig.
Unser nächstes Ziel war der Mokala Nationalpark. Um aber diesen zur erreichen lagen über Dreihundert Kilometer vor uns. Durch die karge Karoo Landschaft fuhren wir südwärts. Bis auf 1600 müM erhob sich die Landschaft, aber man merkte in der Regel kaum, dass es immer wieder hoch und runter ging, zu flach war die Landschaft. Auf dem Weg nach Kimberley fielen und die vielen Lastwagen auf, immer dieselbe Bauform. Die Fracht besteht aus aufkonzentriertem Erz welches von den vielen Minen in der Region zu einer der Raffinerien transportiert. Immer wieder waren wir auf unserer Reise diesen Lastern begegnet, es mussten tausende im südlichen Afrika unterwegs sein. Sie pendeln zwischen eine Mine und der entsprechenden Raffinerie wo das Rohmaterial zu Barren verarbeitet wird.
In Kimberley legten wir einen Zwischenhalt ein, um das „Big Hole“ zu besuchen. Dabei handelt es sich um eine alte, bereits 1914 aufgegebene Diamantenmine in
mitten der heutigen Stadt. Erst wurde im Tagebau nach den edlen Steinen gegraben. Bis auf 240 Meter reichte das Loch welches sich unterdessen teilweise mit Wasser gefüllt hat. Danach wurden neben
dran vertikale Schächte geteuft um in grösser Tiefen vorstossen zu können. Als die Mine schliesslich ausgebeutet war, hatte man eine Tiefe von über 1000 m erreicht. Die gesamte Ausbeute belief
sich am Ende auf sagenhafte 2722 Kg Rohdiamanten.
Um das „Big Hole“ herum hatte man später ein Freiluftmuseum aufgebaut. Dieses vermittelt dem Besucher wie die prosperierende Stadt damals wohl ausgesehen hatte.
Da alle sechs Campingstellplätze bereits ausgebucht waren, quartierten wir uns im Riverside Camping ein, nur zwanzig Fahrminuten vom Nordeingang
entfernt.
Am Morgen starteten wir recht früh, denn noch war nicht klar, was der Park uns bieten würde und wie der weitere Tagesverlauf dadurch gestaltet sein würde. Nachdem wir die übliche Bürokratie
erledigt hatten, starteten wir unser Pirschfahrt. Schon bald trafen wir auf erste Antilopen und zu unserer Freude eine neue Spezies, die Säbelantilopen. Es sollten nicht die einzigen bleiben,
denn bald entdeckten wir Leierantilopen, welche wir bis anhin ebenfalls noch nie zu Gesicht bekommen hatten. Ein weiterer Höhepunkt war die Sichtung eines Nashorns, auch wenn dieses etwas weit
entfernt auftauchte. Im Park leben sowohl Breit- wie auch Spitzmaulnashörner.
Wir durchstöberten den Mokala Nationalpark von Nord nach Süd und entschlossen uns nicht ganz freiwillig noch eine weitere Nacht im Riverside Camp zu verbringen. Erstens verbrachten wir einen
guten Teil des Tages im Park, sodass sich die Weiterfahrt nicht mehr lohnte, und zweites hatten wir in der Mittagspause feststellen müssen, dass unsere geliebte Bialetti Kaffeemaschine beim
Abwaschen vergessen gegangen war.
Wir hatten dann noch einmal das Glück auf eine noch unbekannte Spezies zu treffen und zwar einen Kapfuchs. Aber in kurzen Abständen trafen wir vor allem Antilopen: Oryx, Eland, Springböcke,
Kuhantilopen, Kudus und weitere. Aber auch Gnus und einige Giraffen bekamen wir vor die Linse. Alles in allem, der Park war eine grosse und positive Überraschung für uns und es empfiehlt sich auf
jeden Fall einen Abstecher dorthin zu planen, wenn man in der Gegend ist. Kommt dazu, dass es nur wenig Besucher hat und man sich nicht im Weg rumsteht.
Dann war wiederum Kilometer fressen angesagt, denn in der Karoo liegen die Sehenswürdigkeiten doch recht weit auseinander. Zudem hat es kaum noch nennenswerte
Ortschaften am Weg, sodass Einkaufs- und Campingmöglichkeiten entsprechend dünn gesät sind.
In Vosburg erfuhren wir das dann deutlich. Die erste Option stellte sich als geschlossen heraus, der Camping Municipal war auch bereits vor Jahren aufgegeben worden bei der dritten Option
antworte erst mal niemand auf unser Telefon und erst als wir uns im Ort selber durchfragten, fanden wir schliesslich jemanden, der uns den Zugang öffnen konnte. Aber eben, die Gegend wird halt
auch nicht von Touristen überflutet, wir waren dann auch einmal mehr alleine über Nacht.
Nach einer Nacht in Calvinia, wo wir wiederum Kommunikationsprobleme mit dem Besitzer des Farmcampings hatten, ging es erst richtig in die Wildnis hinaus.
Bis zur Nordgrenze des Tankwa-Karoo Nationalparks waren es schonmal hundert Kilometer. Die Piste war immer wieder gezeichnet von den kürzlichen Regenfällen, aber problemlos befahrbar. Über den Gannaga Pass geht es steil hinunter in das Herz des Parks. An der Rezeption buchten wir einen Stellplatz in der Pardekloof Campsite, nur 7 Km weiter. Es stellte sich als einer der besten Campingplätze unserer Reise hinaus. Zwar hat es weder Stromanschluss noch Internet, aber die erstklassigen, privaten Sanitäranlagen und die herrliche, ruhige Lage am Ende eines breiten Tales kompensierte das längstens. Zudem war der Platz kostengünstiger als viele andere Campingplätze von SANParks. Viel gibt es nicht zu tun in der Umgebung und auch die Tierwelt spielt nicht die Hauptrolle, es ist die Weite und Einsamkeit der Landschaft die beeindruckt. Und oft muss man sich auf das Kleine fokussieren, die Blumen, die vielen kleinen Vögel. Als erstes fuhren wir am Morgen nochmal zur Rezeption zurück um eine weitere Nacht zu buchen. Auch mit nichts tun verging der Tag im nu. Manchmal ist genau das auch das Schöne am Reisen, einfach runterfahren und die Ruhe geniessen. Hier kommt noch dazu, dass es weder Telefonnetz noch WiFi gibt das für Ablenkung sorgen könnte.
Wie schon immer in den letzten Tagen, war die Temperatur in der Nacht unter zehn Grad gefallen und wir warfen die Heizung zum Aufstehen und Frühstücken an.
Die Hauptpiste nach Süden bot viel Wellblech und wenig Landschaft. Für einen Abstecher zum Oudebaaskraal Staudamm bogen wir auf eine kleine, kaum befahrene Piste ab. Bald erreichten wir das Nordufer des Sees in Mitten der kargen Landschaft. Wir hatten etwas mehr Leben rund um den See erwartet, aber viel bewegte sich nicht. Anders auf dem Rückweg zur Hauptpiste auf der Südseite des Damms. Grosse Herden von Springböcken und dutzende von Straussen bevölkerten überraschend die hier sehr karge Landschaft. Bald lag der Nationalpark hinter uns und die Piste wurde viel besser.
Ueli hatte bei der Routenplanung auf der Karte einen Ort entdeckt der interessant tönte: Die Location wo jährlich der „Aftika Burn“ stattfindet. Leider ist der
Zugang ausserhalb des Events nicht möglich. Nur ein paar Kilometer südlich liegt der „Jakkalsgat Padstall“, ein kleiner Laden welcher Erfrischungen anbietet. Wir hielten an um noch Trinkwasser zu
kaufen und kamen mit den beiden Betreibern ins Gespräch. Sie spielen beim „Afrika Burn“ eine wichtige Rolle, denn von ihrer Quelle wird das Brauchwasser ans Festival geliefert. Wir erfuhren
einiges über diesen verrückten Event der nur drei Wochen vorher stattgefunden hatte. Über 11000 Verrückte treffen sich im Nirgendwo, alles muss selber mitgebracht werden. Die Hardcore Besucher
bleiben für einen ganze Woche, der nächste Laden, nebst dem „Jakkalsgat Padstall“ liegt über 100 km entfernt, also muss man gut planen.
Nebst verschiedenen Konzerten, meist unbekannte Interpreten mit einem eigenwilligen Musikstil, ist der Höhepunkt das Verbrennen einer riesigen Skulptur. Aber auch die Besucher kommen mit den
wildesten Fahrzeugen und bauen vor Ort ihre eigenen Anhänger und Skulpturen auf welche sie stolz dem Publikum vorführen. Um einen Eindruck des Geschehens zu bekommen sollte man die Website des Events besuchen.
Die Bilder sind von verschiedenen Webseiten kopiert!
Als wir schliesslich Richtung Cederberg nach Westen abbogen, änderte sich die Landschaft dramatisch. Bald galt es 700 Höhenmeter zum „Peerboomskloof Pass“ zu
überwinden. Sehr steil führt die Piste auf ein Hochplateau mit grandioser Aussicht zurück auf die Karoo. Felsformationen und abwechslungsreiche Vegetation beherrschen die Landschaft. Dann
erreicht man den „Katbakkies Pass“ von wo die Strasse wiederum steil in ein fruchtbares Tal hinunterführt.
Der Plan war, in dieser Gegend zu übernachten, aber unsere Pläne gingen wieder einmal nicht auf. Der erste Camping hat nur einen, wenn auch grossen, Gruppenstellplatz und der war bereits gebucht
für das Wochenende. Der nächste wiederum war mit einer Kette abgesperrt und nur mit Vorausbuchung erreichbar. Schliesslich klappte es dann aber doch noch und wir übernachteten ganz alleine in
einem grossen Campingplatz in herrlicher Berglandschaft.
An und für sich hatten wir die Cederberg Region auf dem Weg nach Norden auf unserem Plan gehabt, aber nach den Unwettern vor einigen Wochen waren Strassen unpassierbar geworden, und viele Orte waren für Tage ohne Strom und Kommunikation abgeschnitten worden. Wir hatten daher unsere Route kurzerhand umgestellt. Noch immer sah man die Spuren der Überschwemmungen, aber die Bewohner und Behörden hatten unglaubliches geleistet. Aber trotzdem waren die Wanderwege und Hauptsehenswürdigkeiten der ganzen Region noch mindestens einen weiteren Montag für Besucher geschlossen.
Wir machten das Beste daraus und verbrachten ein herrliches Wochenende, halt ohne grosse Aktivitäten, im Kromrivier Camping. Am Samstagnachmittag fuhren wir zur nahen Cederberg Winery und genossen eine Degustation ihrer Produkte. Die Farm wurde erst vor etwa dreissig Jahren auf Weinbau umgestellt, aber die Winzer haben sich in der kurzen Zeit einen sehr guten Namen gemacht und gewinnen regelmässig Preise. Uns haben vor allem die etwas „exotischeren“ Produkte gefallen, zum Beispiel ein Rosé mit puren Shiraz Trauben oder auch ein Sauvignon Blanc der nur mit den natürlich vorkommenden Hefebakterien fermentiert wurde.
Die Piste auf der Ostseite der Cederberge entpuppte sich als recht ruppig mit einigen steinigen und steilen Abschnitten. Mit unserem Landcruiser sicher kein Problem aber wehe dem, der mit einem grösseren Fahrzeug, welches zudem wenig Bodenfreiheit hat, sich auf diese Route wagt. Landschaftlich ist es eine wunderschöne und wilde Gegend. Hoch und runter führt die Strasse und man sieht kaum Zeichen von menschlicher Aktivität. Eselbank war die erste von nur zwei Siedlungen. Kurz hinter dem Dorf liegt ein Wasserfall der aufgrund der kürzlichen Regenfälle entsprechend auch noch gut Wasser führte. Die Piste war dann auch an einigen Stellen beschädigt worden aber grösstenteils bereits wieder notdürftig repariert.
Der Abstieg hinunter nach Wupperthal ist steil, sehr steil. Zum Teil schlichen wir im ersten Gang die schmale Pite hinunter. Der Ort entpuppte sich als schmuckes Dorf, welches im 19. Jahrhundert als Mission gegründet worden war. 2018 wurde der Ort von einer Brandkatastrophe heimgesucht bei dem ein Grossteil der Häuser zerstört wurde und über 200 Menschen ihr Obdach verloren. Heute sieht man kaum noch Spuren und die historischen Gebäude zeigen sich neu restauriert im besten Licht. Wir schlenderten durch den Ort und fühlten uns in vergangene Zeiten zurückversetzt.
Gleich hinter Wupperthal steigt die nun viel breitere und bessere Piste steil an zu einem weiteren Pass und erreichte schliesslich die Teerstrasse nach Clanwilliams. Dort besuchten wir den Fabrikladen der Rooibos Ltd., dem grössten Verarbeiter des unterdessen weltbekannten Rooibos Büsche zu Tee und weiteren Produkten. In einem Film wurde uns erklärt wie die geernteten Pflanzen zu Tee verarbeitet wird, übrigens sehr ähnlich wie Schwarztee. Das Anbaugebiet beschränkt sich auf eine kleine Region rund um die Cederberge.
Wir fuhren noch bis zu den Thermalquellen südlich von Citrusdal und genossen dann auch gleich das 39 Grad warme Wasser und an ein anschliessendes Entspannen in einem Jacuzzi.
Unser letzter Tag unterwegs im eigenen Ferienhaus, sprich Landcruiser war dann geprägt von einigen Besorgungen welche wir in Malmesburg erledigen konnten.
Danach war es nicht mehr weit bis zu den African Overlander, welches sich um die Verschiffung unseres Campers kümmern werden.
Uns blieb nur noch unser Gepäck und das Auto vorzubereiten. Zudem wurden sie Servicearbeiten mit Danie dem Mechaniker vor Ort besprochen. Im bleiben ein paar Wochen Zeit um alles zu erledigen
bevor dann das Auto mit einem anderen Landcruiser zusammen in einem Container verfrachtet wird und auf den Weg nach Basel geschickt wird.
Anderntags liessen wir uns nach Kapstadt fahren um noch drei Nächte in einem Guesthouse zu verbringen.Es stellte sich bald heraus, dass wir mit dem Guesthouse und dessen Lage in Green Point goldrichtig gewählt hatten. Mehrere Restaurants in der Nähe, sehr ruhig gelegen und doch nur zehn Minuten zu Fuss bis an die Waterfront.
Wir hatten ein Tages-Ticket für den Hop On Hop Off Bus online gekauft um die Region in der Umgebung von Kapstadt zu erkunden. Unseren ersten Stopp machten wir in der Nähe des Green Market. Wir waren aber etwas früh dran und die meisten Stände waren erst am Aufbau. Deshalb nahmen wir gleich den nächsten Bus, welcher uns zum Kirstenbosch Botanical Garden brachte.
Die Anlage ist riesig und schmeigt sich an die östlichen Abhänge des Tafelbergs. Der Garten ist wie üblich in verschiedene Themenbereiche eingeteilt und zeigt fast ausschliesslich Einheimisches Gewächs. Die Saison, es war ja Anfang Winter, war nicht perfekt und nur wenig Pflanzen blühten. Aber trotzdem ist der Besuch jederzeit ein Erlebnis. Die berühmten Protea Büsche waren zur Zeit unseres Besuchs eine der Ausnahmen und sind natürlich wegen ihrer Vielfalt lohnenswerte Objekte. An den wenigen blühenden Pflanzen entdeckten wir auch hier wieder Sunbirds, die kleinen Kolibri ähnlichen und sehr farbigen Vögel.
Durch eine schöne, mit grossen Eukalyptus bewachsene Gegend, erreichten wir Hout Bay. Der Halt am Mariner‘s Wharf war etwas enttäuschend. Alles wirkt heruntergekommen und viele Restaurants waren zudem geschlossen. Erstaunlich war aber, wie wichtig der Fischfang hier tatsächlich noch ist.
Die weitere Fahrt führte dann der Atlantik Küste entlang zurück zur Waterfront. Wir verbrachten den restlichen Nachmittag in dieser Gegend und genossen die vielfältige Gastronomie. Das Wetter war herrlich, wenn auch etwas windig und kühl. Nach einem feinen Aperitif nahemn wir ein frühes Nachtessen im Fish Market Restaurant ein. Noch einmal wollten wir die frischen Meerfrüchteküche geniessen und bestellten eine Seafood Platter fort wo.
Am nächsten Tag spazierten wir durch den Green Point Park bis zum Leuchtturm und folgten der Küste entlang zurück zur Waterfront. Der Wind hatte fast gänzlich nachgelassen und das Wetter blieb uns nichts schuldig. Erstaunlich aber auch in Kapstadt ist eine Fischerflotte stationiert und mitten im Touristenrummel rund um den Hafen liegen sogar Schiffe auf Trockendock um renoviert zu werden.
Schliesslich nahmen wir einen Uber der uns zum Trafalgar Square Blumenmarkt brachte. Der kleine und farbenfrohe Markt findet unter einfach gespannten Planen in einer kleinen Seitenstrasse statt. Ganz in der Nähe und auf dem Weg ins Quartier Bo-Kaap, kamen wir noch einmal am Green Market vorbei, welcher nun am Nachmittag im vollen Gange war. Es war aber offensichtlich, dass im Juni nicht Hauptsaison ist, es hatte nur wenig Besucher. Ansonsten ist dies der Ort in Kapstadt um sich mit Kunsthandwerk einzudecken. Vom Armreif bis zu fast lebensgrossen Elefanten, von bunten Kleidern bis zu geschnitzten Tieren, hier findet man so ziemlich alles.
Wir suchten mittels Google Map eine Bar wo wir uns einen Aperitif genehmigen konnten. Laut Karte sollte The Gin Bar ganz in der Nähe sein, aber wir mussten erst einen Passanten danach fragen, denn die Bar liegt versteckt hinter einem Kaffeehaus. Es war aber ein Volltreffer für uns, die wir Gin lieben. Gegen hundert verschieden Gins werden angeboten, viele davon südafrikanische. Der Hammer sindf aber ihre Hausrezepte, fünf insgesamt. Jedes soll seine gesundheitsfördernden Eigenschaften haben, ein sehr guter Grund einen zu bestellen.
Gleich nebenan dann das Bo-Kaap Quartier. Dieses ist bekannt für seine farbenfrohen Häuser. Über mehrere Strassenzüge ziehen sich die Häuser, viele davon
Kunstgalerien mit kreativen und erschwinglichen Produkten.
Das Bismiellah Restaurant hatten wir für das Nachtessen gewählt, weil es als eines der wenigen die traditionelle, kapmalayische Küche anbietet. Und tatsächlich bietet die Karte eine Auswahl an
typischen Curries. Die würzigen Gerichte trafen unseren Geschmack voll und dass hier keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt werden war kein Nachteil sondern eben auch ein Beweis der gelebten
Tradition. Das ganze Quartier wird auch heute noch mehrheitlich von muslemischen Familien bewohnt.
Zurück zum Guesthouse nutzten wir erneut einen Uber. Es ist in Kapstadt eine der bequemsten und günstigsten Transportmittel und wird auch von Einheimischen bevorzugte genutzt. Die 15-minutige
Fahrt kostete uns übrigens knapp zwei Franken, weniger als von einer Busstation zur andern in Basel.

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