Unsere Übernachtungsplätze in Belize

Infos zu unseren Schlafplätzen findet man hier

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Über die Grenze nach Belize

Wir hatten es eigentlich erwartet Dani und Cel ( www.break-a-way.net) in der Gegend zu kreuzen und tatsächlich sah Ueli ihren Landcruiser im letzten Moment im Augenwinkel. Wir hielten und setzten uns in einem nahen Restaurant zu einem Drink. In der Kürze tauschten wir die letzten Neuigkeiten und Tipps aus. Nun werden wir uns sicher nicht mehr vor Südamerika sehen, denn während die Beiden durch ganz Mittelamerika reisen werden, müssen wir bekanntermassen zurück nach Mexiko um von Veracruz aus direkt nach Kolumbien zu verschiffen.

Nachdem wir uns einmal mehr verabschiedet hatten ging es für uns zur Grenze.

Hier der Ablauf:

Guatemala Seite

Noch im Restaurant wurde uns angeboten die verbleibenden Quetzales in Belizedollar zu wechseln. Wie immer war der Kurs bei den Strassenwechslern nicht optimal aber erstens war der Restbetrag unbedeutend und zweitens ist es auch sehr bequem um erst mal einen Betrag in Lokalwährung zu bekommen.

Ein letztes Mal wurden uns ein paar Quetzales abgeknöpft, nämlich um die Brücke nach Belize zu überqueren (7 B$). Man kann aber auch in US Dollar, dieser ist grundsätzlich immer zu einem Festkurs an den Belize Dollar gekoppelt (1 USD = 2 B$), oder eben in Quetzales so man noch welche hat.

Nach überqueren der Brücke parkiert man das Auto irgendwo und begibt sich in die grosse, offene Halle auf der rechten Seite. Dort lässt man sich erst den Ausreisestempel in den Pass drücken und dann geht man zum Schalter gleich nebenan und lässt die temporäre Importbewilligung für das Auto löschen (nur wenn man nicht im Sinn hat innerhalb der 90 tägigen Gültigkeit wieder einzureisen) Dazu wird auch der Kleber wieder eingezogen. Die Quittung die man bei der Einreise dafür erhalten hat bekommt man zurück. Diese kann u.U. als Nachweis wichtig werden wenn man das Fahrzeug noch einmal in die USA einführen will. Grund ist, dass (gemäss Regeln der USA) das Fahrzeug nach der ersten Einfuhr in die USA maximal 12 Monate in der NAFTA (das sind Kanada, USA und Mexico zusammen) verbleiben darf. Reist mal also nach Belize oder Guatemala aus startet diese Frist von neuem wenn man dann wieder in die USA einreist. Kanada und Mexiko interessiert dies allerdings nicht wenn auch sie in der NAFTA sind.

Belize Seite

Als erstes wird das Auto desinfiziert indem man durch eine Art Waschstrasse mit einem Chemikalienregen fährt. Kostenpunkt: 10 B$

Danach das Auto wieder parken und ins Gebäude auf der linken Seite des grossen Platzes gehen. Dort füllt man ein kleines Formular aus und kriegt dann in der Regel eine 30 Tage gültige Einreiseerlaubnis in den Pass gestempelt. Kostenlos

Für das Auto steht man beim Customsschalter für die temporäre Einfuhrbewilligung an. Ein Formular wird ausgefüllt und das Fahrzeug in den Pass des Besitzers eingetragen. Dann erfolgt eine (bei uns einmal mehr sehr oberflächliche) Inspektion des Fahrzeugs. Eine Einschränkung bezüglich der Einfuhr von frischen Lebensmitteln ist uns nicht bekannt und wurde auch nicht geprüft. WICHTIG: Das Formular muss man bei der Ausreise wieder vorweisen können, also besser nicht verlieren.

Nun fährt man Richtung Ausgang wo einem 30 B$ für die Einfuhr des Fahrzeugs abgeknöpft wird.

Das wars…

Etwa 500 m weiter kann man auf der rechten Strassenseite die OBLIGATORISCHE Fahrzeugversicherung abschliessen. Uns hat man 2 Wochen für 46 B$ oder einen Monat für 40 B$ (Ja so ist es, kein Fehler!!) angeboten. Man kriegt die Police und einen Kleber für die Windschutzscheibe. Wird man von der Polizei ohne Versicherung erwischt, soll das 300 B$ Busse kosten.


Rockfarm Bird Rescue Center

Die erste Nacht verbrachten wir im Clarissa Falls Resort. Direkt am Fluss kann man unter riesigen Bäumen campieren. Das Wasser des Flusses ist zwar nur knietief aber bei der Hitze doch sehr erfrischend. Auf der Weiterfahrt konnten wir in San Iganzio einige Dinge erledigen und fuhren dann nach Spanish Lookout, eine der grössten Mennoniten Siedlungen. Auf dem Weg dorthin, auf einer Nebenstrecke, querten wir einen Fluss mit Hilfe einen handbetriebenen Autofähre. Im Ort konnten wir wieder einmal hervorragend gutes Fleisch kaufen und auch einen Gemüseladen mit frischer Ware befindet sich in dieser Streusiedlung. Überall sieht man die Leute in ihrer altmodischen Kleidung. Die helle Haut und viele mit blonden Haaren fallen auf. Die ursprünglichen Einwanderer kamen in den 50er Jahren aus Kanada nach Belize. Der grösste Teil der landwirtschaftlichen Produktion wird durch die Mennoniten gedeckt. Aber auch viele andere Gewerbe sind in ihrer Hand. Der Handel hingegen ist weitgehend in chinesischen Besitz während viele der touristischen Einrichtungen westlichen Ausländern, vorwiegend Amerikanern und Kanadiern gehören. Und wo sind die „Einheimischen“ fragt man sich. Nun, einer hat uns gesagt: „die geniessen das Leben“, vielleicht etwas überzeichnet aber sicher nicht ganz falsch.

Auf Tipp von Cel und Dani kamen wir schliesslich im Rockfarm Bird Rescue Center unter. In erster Linie ein privat betriebenes Zentrum wo man verletzte, verwaiste oder auch konfiszierte Vögel aufpäppelt und wenn möglich wieder auswildert. Sie bieten aber auch Gästezimmer und seit neustem auch Campingstellplätze an. Zum Campieren ist die riesige, gepflegte Anlage ideal. Unter schattigen Bäumen kann man sich einrichten und geniesst den Luxus von sauberen Sanitäranlagen und WiFI und ganz wichtig, einen glasklaren Fluss zum Baden. Nebenbei kann man das Sozialgefüge der vielen freilaufenden Hühner studieren oder die vielen freilebenden Vögel beobachten. Von der Lage her ist es auch gut als Ausgangspunkt um die Umgebung zu erkunden.

Wir genossen die Tage auf der Rockfarm grad weil es bei unserem Besuch recht heiss und unsere Unternehmungslust entsprechend bescheiden war. 


Pine Ridge Reserve

Etwa eine halbe Stunde südwestlich unseres Standorts liegt die Pine Ridge Reserve. Auf einer Piste kann man die Region erkunden. Wir fuhren erst mal bis hinunter zu der Rio Frio Cave. Ein eigentlich kleiner Bach hat im Laufe der Zeit einen grossen, etwa 100 m langen Tunnel in den Berg gefressen. Mitten im Urwald trifft man auf ein riesiges Portal, sicher 15 m im Durchmesser. Im Halbdunkel erkennt man einige Stalaktiten.

Unser nächster Halt diente nicht zuletzt einer Abkühlung bei den Rio On Pools. Da es Sonntag war, hatten sich viele Einheimische dort eingefunden und auch sie genossen das kühle Bad in den grossen Pools. Die halbe Küche hatten einige mitgeschleppt und so wurde gegrillt und gekocht was das Zeug hielt und natürlich war auch für kühle Getränke gesorgt.

Viel ruhiger ging es bei den Big Rock Falls zu und her. Hier trafen wir Rene wieder, den Italien-Schweizer den wir schon in San Miguel de Allende kenngelernt hatten. Auch die polnische Familie aus Flores sahen wir zum zweiten Mal hier. Zwei tiefe Pools unterhalb des Wasserfalls laden auch hier zum Baden ein. Zwar muss man ein paar Minuten hinunterkraxeln, aber es lohnt sich auf jeden Fall  


In den Süden

Wir packten unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg in den Süden des Landes. Die Distanzen sind generell nicht gross, ganz Belize umfasst nur etwas mehr als 20‘000 km2. So erreichten wir nach kurzer Fahrt den Blue Hole National Park. Bevor wir uns aber im kühlen Wasserloch abkühlten, unternahmen wir eine kurze Wanderung durch den Urwald. Wie üblich hörten wir mehr Vögel als dass wir sahen, kein Wunder im dichten Wald. Das Blue Hole selber ist ein grosser Teich welcher auf der einen Seite recht tief ist und dort entsprechend blau erscheint. Eben als wir uns wieder an der Sonne abtrockneten traf eine Schulklasse ein, ja ja wieder einmal eine Schulreise die uns begegnete.

Im Hopkins war der einzig verfügbare Stellplatz beim Kismet Inn noch frei, so dass wir dort unterkamen. Die Anlage ist sehr rustikal, um es positiv auszudrücken. Zwar originell gebaut und fantasievoll angelegt aber ziemlich in die Jahre gekommen. Enttäuschend war auch, und das gilt scheinbar für die ganze, südliche Küste von Belize, dass der Strand schon vor längerer Zeit weggeschwemmt wurde und die ganze Küste Knie dick mit verfaulendem Seegras bedeckt ist. Zum Baden deshalb nicht wirklich geeignet und zudem stinkt das Zeug nach Verfaultem und zieht auch noch Mücken und anderes Getier an. Will man schöne Strände in Belize geniessen, muss man auf die vorgelagerten Inseln fahren.

Da wir am Dienstag im Ort ankamen, war am Abend bei der nahen Driftwood Bar Livemusik angesagt. Als wir eintrafen waren schon viele Plätze besetzt aber wir konnten uns noch bei einer Familie dazusetzten. Bald trafen die Musiker ein und begannen zu spielen. Bekannt ist die Gegend für die hervorragenden Drummer. Allerdings vermiesten die bescheidenen Stimmen der Sänger und ein lausiges Soundsystem den Genuss erheblich.


Cockscomb Reserve

Da es in der Nacht bewölkt gewesen war fiel die Temperatur nicht unter 30°C. Wir hatten nicht sehr gut geschlafen und waren deshalb schon früh auf den Beinen. Nur eine halbe Fahrt und wir waren am Eingang zur Cockscomb Natur Reserve. Auf einer schmalen Dschungelpiste fährt man etwa 10 km in den Urwald hinein bis zum Besucherzentrum. Dort kann man sich Autoschläuche ausleihen um sich auf diesen sitzend den nahen Fluss hinuntertreiben zu lassen. Wenn man so ruhig dahintreibt wird man von den vielen Vögeln offensichtlich nicht als Gefahr eingestuft und so konnten wir sie aus kurzer Distanz beobachten. Immer wieder schoss ein Eisvogel nur knapp über dem Wasser an uns vorbei auf der Jagd nach etwas fressbarem. Undurchdringlicher Urwald mit grossen Bäumen, bewachsen von hunderten von Bromelien säumen die das Ufer. Nach etwa einer Stunde kamen wir an die Stelle wo man den Fluss wieder verlassen muss, ansonsten treibt man hinaus in die Wildnis wo kein Weg mehr zurückführt. Ein kurzer Spaziergang um man kommt wieder zum Besucherzentrum zurück. „Tubing“ ist genau das richtige bei dem schwülheissen Wetter.


Belize Zoo

Nachdem wir noch einmal zwei Nächte auf der Rockfarm verbracht hatten fuhren wir zum Belize Zoo. Wir Beide sind keine grossen Freunde von Zoos mit eingesperrten Tieren. Aber viele andere Reisende hatten uns den Besuch empfohlen. Tatsächlich sind die Gehege grosszügig angelegt und oft recht natürlich in den umgebenden Urwald eingefügt. Viele der Tiere sind zudem als Waisen vom Zoo aufgepäppelt worden. Fast alle gezeigten Tiere sind heimisch, so dass auch Klima und Umgebung weitgehend artgerecht ist. Für uns war es die Chance Tiere die man in der Natur kaum zu Gesicht bekommt, aus der Nähe zu sehen. Einen Jaguar oder eine der anderen vier Katzenarten im dichten Dschungel zu sichten ist schier unmöglich insbesondere da die Tiere auch noch nachtaktiv sind. Viele der naturbelassenen Gegenden sind noch immer von dichtem Urwald bewachsen und dort lebt eine Grosszahl der einheimischen Fauna. Aber eben, dort können sich die Tiere auch gut verbergen. Schon deshalb bietet der Zoo die einzige Alternative die Tiere überhaupt mal zu Gesicht zu bekommen.


In den Norden von Belize

In Belize City, der immer wieder von Hurricans verwüsteten, ehemaligen Hauptstadt des Landes machten wir nur einen kurzen Halt um uns etwas umzusehen und etwas zu trinken. Fast ein Drittel der knapp 400‘000 Einwohner von Belize wohnen hier. Das Stadtzentrum ist ein quirliges Gewusel von Leuten aller Couleur bietet aber dem Besucher keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Am Fluss entlang sieht man noch einzelne der alten auf Stelzen stehenden Häuser und von dort starten auch die Boote welche die Besucher auf die Inseln herausfahren.

Unweit der Hauptstrasse besuchen wir Crooked Tree, ein kleines Dorf welches für den Anbau von Cashewnüssen bekannt ist. Nur an einzelnen Bäumen sah man aber schon die leuchtendroten Früchte, die Saison beginnt erst später im Frühling. In der nahen Lagune konnten wir eine Vielzahl von Wasservögeln beobachten, die Zugvögel waren schon zum grossen Teil in den Norden unterwegs.


Die Ruinen von Lamanai

Vor Orange Walk bogen wir auf eine Piste ab welche uns durch landwirtschaftlich genutztes Land, auch hier von Mennoniten bewirtschaftet, zu den Ruinen von Lamanai brachte. Mitten im Dschungel und an einem grossen Fluss gelegen, schlummert diese ehemalige Mayastadt. Einerseits kann man die alten Steinpyramiden bewundern aber genauso interessant ist die Flora und Fauna. Hier hatten wir das erste Mal die Gelegenheit Brüllaffen aus nächster Nähe zu beobachten. Das aggressiv tönende Gebrüll ist in erster Linie ein Warnruf oder aber dient der Kommunikation untereinander. Bis anhin hatten wir die Affen immer nur gehört, zum Teil über grosse Distanzen. Nun konnten wir ihnen zuschauen wie sie artistisch durch die Baumkronen turnten. Auch Tukane sahen wir hier noch einmal. Die bekannteste der Pyramiden trägt links und rechts des Treppenaufgangs je ein grosses Relief in Form einer Maske. Aber auch die Anlage um die Jaguarpyramide ist sehr eindrücklich.

In der Ruinenanlage selbst darf man nicht übernachten, aber der Angestellte im Besucherzentrum hat uns den Tipp gegeben, unten am See zu campieren. Tatsächlich befindet sich dort gut versteckt ein kleiner Parkplatz direkt am See. Ein angenehmer Wind linderte die Hitze und wir genossen die Ruhe und die Aussicht auf den See. Am Morgen standen wir mit der Sonne auf und wurden mit einem Schauspiel der besonderen Art belohnt. Hoch über uns in einem mächtigen Baum kletterte eine grosse Gruppe Coatis herum und futterten von den Früchten des Baumes. Bis auch die dünnsten Äste und bis ganz hoch in die Baumkrone kletterten die niedlichen Tiere um an die Früchte zu gelangen. Eine ganze Weile beobachten wir die Tiere bis sie sich in die dichten Büsche verzogen.  

Auf demselben Weg ging es zurück nach Orange Walk. Immer wieder überholten oder kreuzten wir Mennoniten welche mit ihren kleinen Kutschen unterwegs waren. Es ist schon ein spezielles Bild das die Männer mit Strohhüten und Latzhosen beziehungsweise die Damen mit ihren bauschigen Röcken und den Häubchen abgeben. Auch die kleinen Kinder sind genauso angezogen. Auffällig auch die helle, sonnengerötete Haut welche viele Leute aufweisen. Aber meist winkten sie uns scheu und zaghaft zu wenn sie uns begegneten.

Im Norden von Belize fährt man dann oft durch Zuckerrohrfelder und trifft bei Corozal wieder ans Meer. Von dort ist es dann nicht mehr weit zur Grenze. Und wieder trafen wir hier auf Bekannte, auch wenn wir sie nun das erste Mal persönlich trafen: Nadine und Sergio (www.viva-panamericna.ch) Ihr Landrover war mit unserem Cruiser auf demselben Schiff gewesen, allerdings hatten sie von Hamburg nach Baltimore verschifft. Nun nach vielen Monaten hatten sich unsere Wege doch noch gekreuzt wenn auch an einem etwas unglücklichen Ort, nämlich in der Abfertigungshalle der Grenzstation. Dort konnten wir zwar kurz miteinander plaudern, aber wir waren schon aus Belize ausgereist und sie schon eingereist, so dass wir leider keinen Abend zusammen verbringen konnten. Nun, vielleicht in Südamerika dann wieder.



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