Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Durch Italien und Österreich

Was?? Italien und Österreich?!?! Klar, um von der Schweiz nach Skandinavien zu gelangen, fährt man in der Regel nicht zuerst in Richtung Süden. Da wir aber schon recht früh im Jahr starten wollten und vor Kurzem erst den Norden Österreichs besucht hatten, beschlossen wir durchs Südtirol zu fahren, eine Region die im Frühling speziell reizvoll sein soll.

Aufgrund des bei uns noch kalten und regnerischen Wetters verschoben wir den Start um zwei Tage und starteten schliesslich am Freitag gegen Mittag. Unser Plan war es, am ersten Reisetag bis kurz nach der Grenze in Südtirol zu fahren. Bei unserer Abfahrt nieselte es kalt aus einem grauen Himmel. Der Wetterbericht versprach jedoch Besserung und tatsächlich zeigte sich ab Zürich immer häufiger die Sonne und die Temperaturen stiegen allmählich an.

Der Flüelapass war noch im Winterschlaf, deshalb überquerten wir die Alpen ein erstes Mal über den Julierpass. Auf der Höhe lag noch haufenweise Schnee, während im Oberengadin nur noch einige weisse Flecken zu sehen waren. Die Seen waren zwar noch zugefroren, aber erste offene Stellen zeigten sich bereits. Ohne viel Verkehr erreichten wir bei nun meist sonnigem Wetter Zernez, wo wir Richtung Ofenpass und Schweizer Nationalpark abbogen. In Taufers, direkt nach der italienischen Grenze, wollten wir eigentlich frei stehend übernachten. Aber bereits am Ortseingang wurde klar signalisiert, dass wild Campieren in dieser Gemeinde nicht erwünscht ist. Wir fuhren daher etwas weiter bis nach Glurns, wo wir uns im sympathischen Camping im Park einrichteten. Auf Nachfrage beim Manager empfahl er uns, im Restaurant Flurin zu essen. Ein Rundgang durch das hübsche Städtchen zeigte uns bald, dass um diese Jahreszeit viele andere Gaststätten noch geschlossen waren. Der kleine Ort wird noch immer fast gänzlich von einer Stadtmauer umschlossen und die wenigen Gassen sind von alten Häusern gesäumt. Wir fanden das empfohlene Restaurant ohne Probleme und genossene erstmal einen Apéro. Da wir wie üblich nicht viel zu Mittag gegessen hatten, gingen wir nahtlos zum Nachtessen über. Das ausgezeichnete Restaurant wartete mit einer nur kleinen, aber feinen Karte auf. Die kreativen Spezialitäten wurden nach einem feinen Amuse Bouche elegant serviert. Die Gerichte waren so gut, dass in Myrta's Salat sogar eine winzige Schnecke mitessen wollte. Dies war dem Kellner natürlich unglaublich peinlich, wir liessen uns das feine Essen aber trotzdem schmecken.

Im Meran legten wir einen morgendlichen, kurzen Zwischenhalt ein und schlenderten durch die schöne Innenstadt. Es waren erstaunlich viele Leute unterwegs, sicher nicht zuletzt, da Samstag war. Die Stadt lebt vom Tourismus, entsprechend bestehen die Hauptangebote aus exklusiven Läden und Restaurants. Uns zog es weiter. Wir wählten die «Abkürzung» über den Jaufenpass. Bereits auf der Fahrt entlang des Passeiertals wurde uns aufgrund der tiefliegenden Wolken klar, dass mit schöner Fernsicht wohl nicht zu rechnen wäre. Unser Land Cruiser kämpfte sich tapfer die steile Strasse hoch. Wie erwartet, tauchten wir wenige Kilometer vor der Passhöhe in dichten Nebel ein. Die Landschaft zeigte sich noch grossen Teils im Winterkleid, hohe Schneemauern säumten die Strasse. Die Sichtweite  betrug keine 50 m, so gab es für uns leider nicht viel zu sehen. Bereits nach wenigen Kilometern bergab zeigte sich der Frühling wieder und die Wolken lagen hinter uns.

Durch das Pustertal erreichten wir Toblach und überquerten bald darauf die Grenze zu Österreich. Auf einer Nebenroute stieg die Strasse durch die Karnischen Dolomiten noch einmal bis auf 1500 müM an. Kurz darauf inspizierten wir einen möglichen Übernachtungsort an einem Fluss, verwarfen die Idee aber, da es noch etwas früh war und zudem die Höhenlage eine frostige Nacht versprach. In Kötschach checkten wir in einem Campingplatz ein und genossen noch ein paar Sonnenstrahlen bei angenehmer Temperatur.


Weiter bis Ungarn

Unser nächstes Zwischenziel war der Wörthersee und das in der Nähe liegende Klagenfurt. Den See mussten wir vergessen, da die Strassen drum herum wegen eines Fahrradrennens allesamt gesperrt waren. Mit einem kleinen Umweg erreichten wir Klagenfurt. Wie erwartet, lohnte sich der Zwischenhalt für einen Spaziergang durch die elegante und grosszügig angelegte Altstadt. Vor allem die Gassen um den Neuen und auch den Alten Platz sind sehenswert. Da Sonntag war, erstanden wir in einer gediegenen Bäckerei ein feines Brot für das morgige Frühstück und zogen weiter.

In Völkermarkt und kurz darauf in Wolfsberg erkundeten wir die malerischen, kleinen Stadtzentren. Noch ein letztes Mal für längere Zeit musste danach der Toyota weit über tausend Höhenmeter überwinden. Da keine weiteren Zwischenziele mehr auf dem Tagesprogramm waren, liessen wir  uns vom Navi ostwärts führen. Um nach Ungarn zu gelangen, durchquerten wir einen Zipfel Sloweniens und nutzten die Gelegenheit, dort unsere Dieseltanks mit günstigem Treibstoff zu füllen. Die Grenze überquerten wir mitten in einem Wald. Hätte  nicht eine EU Tafel am Strassenrand gestanden, hätten wir wohl nicht bemerkt, dass wir nun in Ungarn waren. In einem Naturschutzgebiet hatte Ueli bei der Routenplanung einen Ort entdeckt, den wir anfahren wollten, um dort zu übernachten. Mitten im Wald, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Österreich, wurde zu Zeiten der UDSSR hier ein Holz-Denkmal in Form eine Stele errichtet. Diese sollte daran erinnern, dass die Ungarn nur bis dorthin und nicht näher an die Grenze heran gehen durften. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend bei unterdessen angenehmen 26 °C und Sonnenschein.

Auf nach Budapest

Durch frühlingsgrüne Wälder, mehrere kleine Dörfer und schliesslich über gut ausgebaute Strassen erreichten wir Heviz. Dort besuchten wir eines der wohl grössten Thermalbäder der Welt. Aus einer tiefen Grube strömt das leicht schweflige Wasser aus der Erde in einen über hundert Meter grossen See. In dessen Zentrum, direkt über der heissen Quelle wurden in den 1960er Jahren verschiedene Gebäude errichtet, welche mit Terrassen und Restaurants zum verweilen einladen. Auch rund um den See kann man es sich auf gepflegten Rasenflächen gemütlich machen. Das Bad ist etwas in die Jahre gekommen, lockt aber immer noch, wie die vielen anderen Thermen in der Region, viele Leute aus Nah und Fern an. Nachdem wir uns erfrischt hatten, fuhren wir die wenigen Kilometer bis nach Keszthely, dem direkt am Westende des Balaton oder Plattensees gelegenen Kurort. Der Uferpromenade entlang schlenderten wir zum langgezogenen Kai hinaus und bewunderten das türkisfarbene Wasser des riesigen Sees.

Wir fuhren weiter am Nordufer bis zu einer markanten Halbinsel, welche bis weit über die Seemitte hinausragt. Dort besichtigten wir das sehr beliebte Dorf Tihany. Der malerische Ort ist bekannt für seine grosse Zahl typischer Häuser der Region. Leider sind die meisten dieser historischen Bauten zu Restaurants und Souvenirläden ausgebaut worden, sodass der Charakter eines richtigen Dorfes etwas verloren gegangen ist. Von der Terrasse neben der Kirche geniesst man eine herrliche Aussicht auf den Plattensee. Der Blick über die Längsachse des Sees vermittelt den Eindruck, auf das Meer hinauszuschauen.

 

Da wir nur noch etwas mehr als zwei Fahrstunden von Budapest entfernt waren, beschlossen wir, noch bis zur Hauptstadt weiterzufahren. Wir erreichten den stadtnahen  Campingplatz Haller im Laufe des Nachmittags und waren froh, frühzeitig eingetroffen zu sein, denn der Platz war trotz Nebensaison gut belegt. 

Budapest an der schönen, blauen Donau

Anderntags fuhren wir mit Tram und Metro ins Zentrum. Dabei genossen wir als Senioren freie Fahrt auf allen ÖV in ganz Budapest. Wir hatten eine sogenannte Free-Tour gebucht und trafen unseren Guide bei der evangelischen Kirche. Diese Touren sind unterdessen in vielen Städten auf der ganzen Welt verfügbar. Die Führer sind meist einheimische junge Leute, welche einen wirklich guten Job machen. Kein Wunder, beruht ihr Verdienst ausschliesslich auf den Trinkgeldern der Gäste.
Die Tour dauerte zweieinhalb Stunden und wir entdeckten viele unbekannte Sehenswürdigkeiten und interessantes, welches wir alleine nie gesehen hätten. Zum Beispiel zeigte uns der Führer eine kleine Bärenskulptur an der Fassade der seit Jahren leerstehenden, ehemaligen britischen Botschaft. Ein lokaler Künster hat ein Abbild des Teddybären des bekannten Mr. Bean als Symbol für die abgezogenen Briten hinterlassen. Die Tour endete beim Parlamentsgebäude, nach dem Regierungsgebäude in Bukarest das grösste Gebäuden seiner Art. Direkt daneben, am Ufer der Donau, hat die ungarische Regierung, vor einigen Jahren das Schuh Denkmal errichten lassen. Diese rund 80 Paar Schuhe sollen symbolisch an die vielen Juden erinnern, welche im 2. Weltkrieg von den Nazis an dieser Stelle gezwungen worden sind, sich nackt auszuziehen, um dann erschossen und in die Donau geworfen zu werden.

Wir nahmen von dort den Bus um zum Schloss auf der Buda Seite der Donau zu gelangen. Von der weitläufigen Anlage geniesst man die Aussicht auf Pest. Viele der historischen Gebäude ware zur Zeit unseres Besuches eingerüstet, da sie renoviert wurden. Um den Königspalast und der Fischerbastei hat sich im Laufe der Geschichte ein ganzer Stadtteil entwickelt, der sich auch heute noch weitgehend im Originalzustand befindet.

Nach einem weiteren Abstecher ins Judenviertel genossen wir in einer interessanten Bar einen feinen Apéro und schlossen schliesslich unsern Stadtrundgang in der Markthalle ab. Der imposante Stahlbau beherbergt unzählige Marktstände, in welchen die ganze Palette an lokalen Lebensmitteln, aber natürlich auch die Bedürfnisse der Touristen, angeboten werden. 

Bis zur Slowakei

Wir verliessen die Hauptstadt Ungarns auf Landstrassen und als die riesige Agglomeration hinter uns lag, verminderte sich der Verkehr zusehends und nur noch wenige kleine Ortschaften lagen am Weg. Eigentlich hätten wir noch gerne Lebensmittel eingekauft, aber da am 1. Mai alle Läden geschlossen waren, mussten wir das verschieben.
Hollokö ist ein kleines Dorf, welches fast vollständig aus typischen Bauernhäuser der Region besteht. Der Tourismus hat auch hier Einzug gehalten, aber lang nicht so aufdringlich wie noch am Plattensee. Auch hier hatte es einige Restaurant und Läden, aber alles ist dezenter in den Gebäuden integriert. Wir verlängerten den Dorfrundgang, indem wir zur Burg hochstiegen, welche die Region überragt.

Die Route führte nun oft nah an der slowakischen Grenze entlang, meist durch eine bewaldete Hügellandschaft. Bei der Routenplanung hatte Ueli eine Gegend an der Strecke entdeckt, welche interessante Felsformationen versprach. Wir nutzten die Gelegenheit, uns die Füsse etwas zu vertreten. Mit der Detailkarte suchten wir einen Weg, um mit dem Auto in die Nähe zu gelangen und auf einmal landeten wir in einer steilen Weide auf welchen nur noch einige vage Autospuren zu erkennen waren. Wir parkten den Landcruiser und stiegen zu Fuss zu einer Hügelspitze hoch. Die bewaldete Kuppe war an mehreren Stellen richtiggehend aufgebrochen und tiefe, enge Risse durchzogen den Wald. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem ehemaligen Steinbruch vorbei, wo auf einer Infotafel die geologische Eigenart des Berges und auch der Grund des Bergbaus erklärt wurde. Es handelt sich angeblich um den Kern eines alten Vulkans und die erkaltete Basaltmasse hat einen überdurchschnittlich hohen Magnetitanteil, welcher sich gelohnt hatte, abgebaut zu werden.

 

Noch früh am Nachmittag richteten wir uns an einem kleinen See für die Übernachtung ein. Der Platz ist sehr schön gelegen und absolut ruhig. Ringsherum ertönten Vogelstimmen unzähliger Arten und am Seeufer waren die Spuren eines Bibers zu entdecken. Ein kleines Paradies, welches wir nach dem hektischen Stadtcampingplatz doppelt schätzten.

Dominca Höhlen

Nach einer guten halben Stunde Anfahrt erreichten wir Aggtelek, unmittelbar an der slowakischen Grenze gelegen. Hier wandelten wir die verbleibenden Forinth in Diesel um und fuhren zum Eingang der Baradla Höhle. Diese ist ein Teil des riesigen, grenzüberschreitenden Domica Systems. Nach kurzer Wartezeit konnten wir mit der nächsten Führung die Höhle besichtigen. Der Guide erklärte alles in Ungarisch, auch wenn 90 % der Gruppe anderssprachig war. Nun, das war ja nicht unsere erste Höhlentour und so konnten wir die zum Teil sehr eindrücklichen Tropfsteinformationen sowieso geniessen. Der Rundgang dauerte etwa eine Stunde und wurde, je näher wir zum Ausgang kamen, umso eindrücklicher.

Im ersten grösseren Ort nach Passieren der slowakischen Grenze, holten wir unseren Einkauf nach und wunderten uns über die günstigen Preise. Auch das Angebot im Supermarkt war dem unsrigen ähnlich und da es sich um eine Kaufland Filiale handelte, waren die Waren mehrheitlich auch deutsch angeschrieben. 

Nationalpark Slowenisches Paradies

Unser Tagesziel war der Nationalpark Slowakisches Paradies. Wir erreichten unser Ziel durch den Hintereingang, auf einer schmalen Bergstrasse welche sich erst auf über 1000 müM hochschraubte, um dann kurvenreich ins Tal zu führen. Im riesigen Campingplatz von Podlesok fanden wir problemlos noch einen Standplatz, auch wenn er wegen des langen 1. Mai Weekends gut belegt war. Im nahen Gartenrestaurant genossen wir ein kühles Bier und wunderten uns einmal mehr, als wir für ein 3 dl Glas gutes Zapfbier 1.50 Euro bezahlten.

 

Der Nationalpark bietet unzählige Wanderrouten an, und die beliebteste, startet direkt am Campingplatz. Bei der Billetkontrollstelle, der Eintritt ist übrigens für die Campinggäste bereits enthalten, sind noch einige Bilder der Sucha Bela Wanderung ausgestellt. Myrta war schon zuvor skeptisch gewesen, ob diese Schluchtenwanderung etwas für sie ist, als sie dann aber die steilen und ausgesetzten Leitern auf den Fotos sah, gab sie Forfait und kehrte zum Campingplatz zurück. Ueli nahm den abenteuerlichen Weg aber alleine unter die Füsse. Der Weg ist eigentlich gar keiner, sondern man folgt dem Bachlauf stetig bergan. Dort wo man dem Wasser nicht ausweichen kann, sind horizontale Holzleitern oder aber im Fels verankerte Metalltritte installiert. Es zeigte sich, dass viele der Wanderer mit dem rauen Terrain Mühe hatten und unbeholfen durch die Schlucht stolperten. Beim erster grossen Hindernis staute sich entsprechend der Fussverkehr. Etwa 50 Leute mussten vor den langen und steilen Leitern warten, bis die unsicheren Leute vor ihnen das Hindernis überwunden hatten. Über mehrere Leitern gelangte man durch eine schmale Felsrinne und an kleinen Wasserfällen vorbei, etwa 50 m höher. Dort war das Bachbett wieder flach und die Leute verteilten sich wieder, sodass man den Eindruck hatte, alleine unterwegs zu sein. Trotz der halben Stunde warten, erreichte Ueli schliesslich nach zwei Stunden das obere Ende des Wanderweges. Nach einer kurzen Pause ging es erst einer Waldstrasse entlang, dann aber auch wieder auf Pfaden hinunter ins Tal und zurück zum Camp.

Südliches Polen

Unser nächstes Ziel war die Hohe Tatra auf der polnischen Seite der Bergkette. Schon von weitem dominierten die Berge die Landschaft. Wir umfuhren sie auf der Ostseite und erreichten bald die polnische Grenze. Wir hatten ja schon erwartet, dass das lange 1.Mai Wochenende mehr Besucher anziehen würde, insbesondere da die Hohe Tatra die einzigen «richtigen» Berge im weiten Umkreis sind. Aber die Parkplätze am Zugang zu den Wanderwegen im Ostteil des Nationalparks waren voll, und sie sind gross! Für uns war es sowieso zu spät um noch grosse Wanderungen zu starten und so fuhren wir Richtung Zakopane. Uns kamen im Minutentakt Shuttlebusse mit noch mehr Wanderfreudigen entgegen und auch entlang der Strasse war jeder noch so kleine Parkplatz belegt und der Verkehr versprach ein wahres Parkchaos. Auch Zakopane war demzufolge total verstopft und dort einen Campingplatz zu finden war vermutlich aussichtslos. So drehten wir nach Norden ab und steckten bald einmal in einem Stau. Stockend und im Schritttempo ging es vorwärts. Wie das wohl am Sonntagabend aussehen wird, fragten wir uns. Sobald wir konnten, wichen wir auf Nebenstrassen aus, wo wir wieder unsere Ruhe hatten. 

In Debno, einem kleinen Dorf, besuchten wir die Erzengel Michael Kirche. Die traditionell gebaute Holzkirche ist seit dem 16. Jahrhundert kaum verändert worden und ist aufgrund der Einmaligkeit sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe. Umso erstaunlicher, dass es kaum Besucher hatte und auch sonst fehlten die typischen Souvenirstände und Hamburgerbuden komplett. Leider kann man die Kirche nur von aussen besichtigen, einzig durch ein Schmiedeisengitter des Seiteneingangs konnte man einen Blick aufs Innere werfen. Kaum waren wir wieder auf der Hauptstrassen Richtung Krakau steckten wir erneut im Stau, und diesmal so richtig. Für 5 km brauchten wir über zwei Stunden und erst dann konnten wir auf kleinste Nebenstrassen ausweichen und hatten unseren Frieden. Gegen Abend fanden wieder ein schönes Wildcamp an einem Fluss. Der Zugang ist definitiv nur für kleine Fahrzeuge mit sehr guter Bodenfreiheit möglich. Die einzigen anderen Leute waren zwei junge Fischer, welche sehr erfolgreich waren und mehrere schöne Fische herauszogen, aber auch wieder in Freiheit entliessen.

Krakau

Bis nach Krakau war es dann nur eine Stunde zu fahren. Das Wetter war nach wie vor herrlich sonnig und warm. Wir fanden einen idealen Parkplatz unterhalb der Burg und hatten so nur wenige Schritte bis zur Altstadt. Es waren erstaunlich viele Leute unterwegs, die meisten schienen aber polnische Besucher zu sein. Die antiken Tuchhallen stellen das Zentrum der Stadt dar und sie sind mitten auf einem riesigen Platz zu finden. Heute wird dort aber kein Tuch mehr gehandelt, sondern Souvenirstände sind in den Lauben und Gänge untergebracht. Im Norden sind immer noch Teile der Stadtmauer erhalten und das Theater ist auch schon von aussen beeindruckend. Wir schlenderten durch die breiten Strassen der Innenstadt. Bei zwei Kirchen, war ein Gottesdienst im Gange, aber vor dem Eingang waren hunderte weitere Leute, welche keinen Platz gefunden hatten. Alle waren sie festlich angezogen und viele hatten Körbe mit, mutmasslich, Opfergaben dabei. Um was für einen Brauch es sich handelte, fanden wir nicht heraus. Zuletzt stiegen wir zum Schlossberg hoch. Die riesige Anlage beherbergt mehrere Museen und Wehrtürme. Die grosse Kathedrale beherrscht aber das Bild. Von einer Terrasse hat man einen schönen Blick auf die Weichsel welche die Stadt im Süden umfliesst.

Die Route führte nun auf Landstrassen immer weiter westwärts. Auf dem Abstecher zu einer weiteren schönen Kirche in Stara Wies erreichten wir überraschend eine Fähre, welche die Fahrzeuge über einen Fluss brachte. Die Kirche war dann wieder sehr ähnlich aufgebaut und innen wiederum prächtig geschmückt.

Wir hatten geplant, die ehemaligen Konzentrationslager von Auschwitz und Birkenau zu besuchen. Das ging aber so ziemlich in die Hose. Zuerst wollten wir den Besuch in Birkenau beginnen. Dort wurden wir informiert, dass wir erst mit dem Shuttlebus zum ehemaligen Lager Auschwitz I fahren müssen, um dort das Ticket zu besorgen. Die sind zwar gratis, aber wenn man nicht online schon dafür gesorgt hat, muss man sie am Schalter besorgen. Aufgrund des langen Wochenendes standen aber über hundert Leute bereits an und wir wurden informiert, dass die Zeitfenster bis 16 Uhr, also in etwa zweieinhalb Stunden, bereits ausgebucht seien. Da zudem hunderte von Leuten in grossen Gruppen unterwegs waren, verzichteten wir schliesslich und fuhren mit dem Shuttle wieder zurück nach Birkenau. Mit einem Blick durch den Stacheldrahtzaun konnte man die gigantischen Ausmasse erahnen, die dieser Tragödie der Judenvernichtung gehabt haben muss. Nur einige wenige der unzähligen Gebäude sind erhalten. Einzig das riesige Areal vermittelt einen Eindruck der Grösse. Wir holten das Auto wieder ab und bezahlten die 10 CHF Parkplatzgebühr.

Ein Abstecher nach Nordosten brachte uns zu einem geologischen Phänomen, der Wüste von Dabrowka. Mitten in einem Waldgebiet liegt eine grosse Sandfläche, wo kaum Vegetation wächst. Ursprünglich war das von Gletschern geformte Gebiet über 130 Quadratkilometer gross gewesen. Bis 70 m dick soll die Sandschicht sein, welche von ihnen herangeschafft worden war. Im Laufe der Zeit siedelte sich ein Wald an und erst als der Mensch diesen abholzte, erholte er sich nie mehr. Zurück bliebe diese karge Sandwüste.

 

Wir wollten noch ein Stück weit Richtung Westen weiterfahren und uns einen Übernachtungsplatz suchen. Das stellte sich als kleine Odyssee heraus, denn vier der angefahrenen Park4Night Plätze waren entweder für uns unpassend oder viele Leute waren noch immer unterwegs, sodass wohl erst spätabends Ruhe eingekehrt wäre. Schliesslich fuhren wir irgendwo in den Wald und parkten auf einer kleinen Lichtung und hatten eine ruhige Nacht.

Breslau

Drei Stunden dauerte dann die Fahrt am nächsten Tag um Breslau zu erreichen. Wir richteten uns auf dem Stadtcamping beim Olympia Stadion ein, und fuhren später mit dem Tram in Zentrum. Einmal mehr überraschte uns der Grad der Digitalisierung. Im Tram sind mehrere kleine Zahlstationen montiert. Man berührt den Bildschirm, wählt die Art und Anzahl Tickets und hält die Kreditkarte an den Leser, that’s it. Ein Ticket braucht es nicht, wie  der Kauf kontrolliert würde, war nicht ersichtlich. Die Stadt ist vor allem rund um den grossen, mehrteiligen Platz im Zentrum sehr schön. Farbige, reichverzierte Fassaden wohin man schaut und alles tip top im Schuss. Witzig sind auch die in der ganzen Altstadt verteilten Bronzezwerglein. Jedes ist anders ausgestaltet und man findet sie an den unmöglichsten Orten, eine richtig witzige Sache. Die Markthalle ist auch in Breslau sehenswert, wenn auch das Angebot an Lebensmitteln nicht sehr reichhaltig und interessant ist. Vielleicht waren wir aber auch einfach zu spät dran, denn einige Stände waren geschlossen. Heute hatte es übrigens nach fast einer Woche das erste Mal wieder starke Bewölkung, kühle Temperaturen und sogar einige Regentropfen fielen. 

Die Fahrt ging noch einmal ein gutes Stück Richtung Westen, bevor wir dann wieder nach Norden drehten. Bei Kozlow parkten wir das Auto im Wald und marschierten eine knappe Stunde zu einer weiteren Miniwüste mitten im Wald. Die Sanddünen waren einige Meter hoch und die grosse Lichtung war in mehreren breiten Streifen mit Sand bedeckt. Nur vereinzelt wachsen einige Bäume und Sträucher aus dem Sand. Für den Rückweg wählten wir eine Parallelstrecke, welche sich als bedeutend sandiger und dadurch anstrengender herausstellte. Zurück beim Auto bogen wir bald in die Wälder ab, um einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden. Nach einigen Kilometern Waldwege sah Ueli auf der Detailkarte einen kleinen See mit einem Pic Nic Platz. Den steuerten wir an und landeten an einem herrlichen Ort. Weitab von der Zivilisation genossen wir den Abend und beobachteten Enten, Gänse und viele kleine Vogelarten, die hier ihr Paradies gefunden hatten. Wir nutzten die Gelegenheit und brutzelten unsere Schweinesteaks auf dem Grill.

Nachdem wir wieder in der Zivilisation gelandet waren, besuchten wir einen alten Militärflugplatz aus der Zeit der UDSSR. Nebst der verlotterten Landepiste sind noch immer einige bombensichere Flugzeughangars zu sehen. Diese werden heute anderweitig benutzt, unter anderem offensichtlich auch um verschrottete Propellerflügel von Windturbinen zu lagern. Die Landschaft wechselte immer wieder zwischen Wäldern und Landwirtschaft. Meist lagen nur wenige kleine Dörfer am Weg. Viele Lastwagen nutzten in der Gegend auch die Landstrasse, oft mit Holz aus den nahen Wäldern schwer beladen. Beim Durchqueren der grösseren Orte kam der Verkehr wegen Kreiseln und Rotlichtern oft ins Stocken, ausserorts hingegen kamen wir zügig voran. Wieder suchten wir gegen Abend ein abgelegenes Buschcamp. Der erste Versuch war eine schräge Wiese an einem See, nicht sehr einladend. Den zweiten Platz erreichten wir nur nach Zuschalten des 4x4, aber auch der stellte sich als uneben und schattig heraus. Aber nur wenige Kilometer weiter erreichten wir einen Ort, wo es uns gefiel. Überdachte Tische, eine schöne Feuerstelle und direkt an einem kleinen Fluss gelegen, genossen wir den Sonnenschein, wenn auch die Temperaturen noch immer unter 20 °C lagen. Den Gulascheintopf kochten wir in unserem Gusstopf auf dem Feuer. Wie schön es denn, wieder einmal richtig zu campen…

Um uns etwas Bewegung zu verschaffen, hielten wir an einem Naturschutzgebiet an, um eine kleine Wanderung zu machen. Entlang eines Talkessels wand sich der gut marlierte und erkennbare Wanderweg durch den zartgrünen Buchenwald. Wir stiegen zum See hinunter, um die Aussicht zu geniessen. Nach dem Überqueren des Ausflusses verlor sich der Weg schnell im wildwachsenden Wald. Immer wieder lagen umgestürzte Bäume im Weg, welche mühsam überklettert werden mussten. Dann wieder lag ein sumpfiger Bach im Weg, der zum Ausweichen zwang, sodass wir nur langsam vorankamen. Aber schliesslich landeten wir nach dem kleinen Abenteuer wieder bei unserem Auto.

Nur einige Kilometer weiter lag ein ehemaliges Atomwaffenlager der Roten Armee gut versteckt im tiefen Wald. Viel ist von den unterirdischen Bunkeranlagen nicht mehr zu sehen, aber es macht einem schon ein mulmiges Gefühl diese Überbleibsel des kalten Krieges hier anzutreffen.

Durch die Gegend der kaschubischen Schweiz, keine Ahnung warum schon wieder die Schweiz als Namensgeber hinhalten muss, erreichten wir Kartuzy, die Hauptstadt der Region. Dort wollten wir das Kloster besichtigen, aber auch hier standen wir vor verschlossener Tür und mussten die Anlage notgedrungen halt von aussen besichtigen.

Danzig

Nun war es nicht mehr weit nach Danzig. Der Verkehr nahm aber merklich zu und man kam wieder nur stockend voran. Da das Wetter grau und ungastlich war, entschlossen wir uns, einen Waschsalon anzufahren, um unsere Wäsche zu waschen. Nach einer guten Stunde war das erledigt und wir fuhren zum Stadtcamping an der Nordküste. Mit dem Tram ging es dann zurück ins Zentrum, um Danzig zu besichtigen. Der Himmel war noch immer grau, die Temperaturen kalt und der feine Nieselregen machte die Sache nicht besser.  Die Stadt selber ist ähnlich grosszügig angelegt wie Breslau und die Fassaden sind noch üppiger verziert, wenn auch die Farben eher Pastell gewählt sind. Die breiten Strassen und die grossen Plätze sind Zeichen des ehemaligen Wohlstands dieser Stadt. Viele Kirchen und Türme, meist aus roten Backsteinen gebaut, zieren das Stadtbild. Als der Regen wieder einmal etwas kräftiger wurde, zogen wir uns in eine Bar zurück, um uns einen Apéro zu genehmigen. Der Regen liess langsam nach, auch wenn der Himmel nach wie vor grau blieb. Wir schlenderten durch das Zentrum, hinunter zum alten Hafen. Dieser ist zurzeit eine riesige Baustelle, überall wird renoviert und restauriert. Wir wählten fürs Nachtessen das Restaurant Pierogarnia Stary Mlin weil dort angeblich authentische, polnische Küche serviert wird. Wir wurden tatsächlich nicht enttäuscht. Nach einer Suppe als Vorspeise, hatte Myrta Pirgis, die polnische Version von Enpanadas, und Ueli bestellte einen Sauerkrauteintopf. Auch das Ambiente ist im Restaurant sehr gemütlich. Bald standen die Leute draussen Schlange, um zu warten, bis wieder Tische frei wurden. Also waren wir nicht die Einzigen, welche die Idee hatten in diesem Restaurant zu essen...
Der Regen hatte unterdessen nachgelassen, aber der Himmel war nach wie vor grau verhangen. Wir passten das nächste Tram ab und kehrten in unser rollendes Zuhause zurück. 

Bevor wir Danzig verliessen, fuhren wir zur Westernplatte hinaus. Die Halbinsel hatte immer schon eine grosse strategische Bedeutung, liegt sie doch am Hafeneingang. Nach dem Ersten Weltkrieg beschloss man, den Ort zusätzlich mit Stellungen und Bunkern zu verstärken. Das zahlte sich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs aus, war doch Danzig dem ersten Angriff der deutschen Wehrmacht ausgesetzt. Dieser wurde zwar noch abgewehrt, aber schliesslich fiel ganz Polen den Nazis in die Hände. Heute sind nur noch wenig Ruinen aus dieser Epoche zu sehen. Ein grosses Denkmal erinnert an diese schwarzen Zeiten.

Zuerst auf der Schnellstrasse, dann aber wieder auf Nebenwegen fuhren wir zum frischen Haff, einem schmalen Sandstreifen im Osten Danzigs. Zuvor mussten wir aber erst einmal mehr an einem Fluss mit der Fähre übersetzten. Und dann machten wir noch einmal halt bei einem ehemaligen Konzentrationslager der Nazis, dem Stutthof. Es ist wirklich schwer auszuhalten, was man da an Gräuelgeschichten  vorgesetzt bekommt. Es handelt sich wohl um ein kleines Lager, aber schliesslich forderte es trotzdem fast 100'000 Opfer. Ziel war es zu Beginn, die Intelligenz der Stadt Danzig wegzusperren, erst gegen Ende des Krieges wurden als Teil der Endlösung die meisten Häftlinge ermordet. Oder aber sie starben auf dem Verlegungsmarsch, als das Lager vor der Einnahme durch die Rote Armee stand.

Ein Stück vor der polnisch-russischen Grenze parkten wir und wanderten durch die schönen Wälder an die eigentliche Grenze. Es besteht zwar ein Niemandsland von 500 m auf der polnischen Seite, aber am Strand sieht man in der Ferne die Wachtürme der Russen. Ein Stück gingen wir dem Strand entlang zurück, aber das Gehen war ziemlich ermüdend, sodass wir wieder in den Wald auswichen.

 

Malbork besuchten wir vor allem wegen der bekannten Marienburg. Diese besichtigten wir aber erst, nachdem wir in der Nähe der Stadt übernachtet hatten. Da das Innere nur mit einer 3 ½ h Führung zugänglich ist, beschränkten wir uns darauf, den mächtigen Gebäudekomplex von aussen zu bestaunen. Die Burg wurde zwar im Krieg schwer beschädigt, konnte aber wieder stilecht aufgebaut werden. Fotos belegen die Schäden, aber immerhin erging es der Anlage bedeutend besser als der angrenzenden Stadt, die wurde fast vollständig zerbombt.

Der Oberländische Kanal wurde im 19 Jh. gebaut, um Holz an die Küste zu befördern. Um die Höhenunterschiede zu bewältigen, baute man fünf sogenannte «Rollberge». Über diese Rampen lassen sich Schiffe auf Rollwagen verladen um dann mit wasserkraftbetriebenen Winden über die schrägen Ebenen abgelassen und aufgezogen zu werden. Wir besichtigten zwei der Werke und hatten aber aufgrund der frühen Stunde das Pech, keinen Transport beobachten zu können.

In der kleinen Stadt Olsztyn unterbrachen wir unsere Fahrt und schlenderten durch das Zentrum. Die Kathedrale ist eindrücklich, und die Strassen waren voll mit Leuten. Wir machten noch einige Kilometer und begannen nach einem Übernachtungsplatz zu suchen. Einige Versuche schlugen fehl, und so landeten wir an einem kleinen See mitten in den Feldern. Ein erster Platz war uns noch nicht gut genug und so fuhren wir dem See entlang. Die Fahrspur war sogar noch im Garmin eingezeichnet, sodass wir nicht viele Gedanken verloren. Bald aber fuhren wir in einem Kornfeld auf den Spuren der Traktoren. Das ging so weit auch ohne Probleme voran, bis in einer Senke die Strecke schlammig und die Fahrrinnen auch für die Bodenfreiheit des Cruisers zu tief wurden. Die Blattfedern setzten auf und wir steckten fest. Da wir nah genug an den Bäumen fuhren, wollte Ueli die Winde zum Einsatz bringen, nur um festzustellen, dass sich das Kabel wohl aus- aber nicht mehr einfahren liess. Mangelnde Pflege hatte die Kontakte korrodieren lassen. Also Plan B: Unterlegen und schaufeln. Nicht sehr angenehm im stinkenden, klebrigen Schlamm. Schliesslich war aber das Auto frei und wir konnten rückwärts herausfahren. Nur einer der Unterlegkeile hatte sich irgendwo im Schlamm so eingegraben, dass er nicht mehr auffindbar blieb. Am Ende landeten wir doch im Camp, das wir als zu wenig attraktiv links liegen gelassen hatten. Dort bemerkte Ueli zudem, dass die Fernbedienung der Winde auf der Stossstange vergessen und schliesslich auch verloren gegangen war. Die wollten wir am erst morgen suchen gehen, für heute hatten wir genug Abenteuer gehabt.

Nun genossen wir den Abend erstmal. Bevor wir uns am Morgen auf die Suche nach der Fernbedienung machten, wollte Ueli noch ein paar Drohnenbilder vom See und unserem Camp schiessen. Für den kurzen Flug sollte die 47 % Batteriekapazität locker reichen. Denkste, kaum in der Luft, kam der Alarm, dass die Drohne wegen mangelnder Batterie automatisch zurückfliegen würde. Kaum unterwegs, der nächste Alarm: Nicht genug Kapazität, um zurückzukehren, Notlandung wird eingeleitet. Jedoch, die Drohne endete im Schilfgürtel der kleinen Insel im See, sendet noch kurze Zeit Bilder und dann war aus die Maus. Minus eine Drohne. Übrigens, die Fernbedienung blieb unauffindbar: Minus eine Windenfernbedienung. Das war definitiv ein schlechter Tag für uns.

Kurz nach unserem Aufbruch kamen wir an einer bekannten Klosteranlage vorbei, der Basilika Święta Lipka. Diese wunderschöne Anlage liegt am Jakobsweg und ist vor allem wegen der herrlichen Orgel weltbekannt. 

Wir schlängelten uns weiter durch die masurische Seenplatte entlang der russischen Exklave von Kiliningrad. In der Gegend gibt es nicht allzu viel zu sehen, aber nahe der Route besuchten wir zwei alte Eisenbahnviadukte. Die Strecke war noch nicht mal richtig fertig, als sie wegen Kriegswirren eingestellt wurde. Nach dem Krieg klauten die Russen das Schienenmaterial und die Bahn kam nie zum Laufen. Noch einmal besuchten wir die Grenze zu Russland in der Gegend, nämlich dort, wo Polen, Litauen und Russland aufeinander treffen. Der Grenzstein ist dann auch bis auf ein paar Meter zugänglich, aber die russische Grenze ist von Stacheldrahtverhauen abgesichert, während zwischen Polen und Litauen ein freier Übertritt möglich ist.
Übrigens, jeder vierte Storch weltweit kommt aus Polen. Uns war es schon länger aufgefallen, wie viele Storchennester man überall sieht. Auf jedem Strommast, auf den Dächern waren die Nester in den Dörfern platziert. Und aus fast jedem wartete ein oder gar zwei Junge darauf, von den Eltern gefüttert zu werden.

Als wir uns am Nachmittag an einem schönen Plätzchen an einem See nahe der litauischen Grenze einrichten, bemerkte Ueli, dass ein Reifen massiv Luft verlor. Also hiess es, Radwechseln. Auch das noch, innerhalb nur gerade 24 h. Nun hofften wir, dass wir genügend Pech hatten, sodass wir auf der verbleibenden Reise keine weiteren Dramen erleben müssen.

Die Grenze überquerten wir auf einer kleinen Landstrasse. Ein polnisches Zollfahrzeug lag kurz zuvor auf der Lauer, keiner weiss worauf. Auf meist gut ausgebauten Strassen ging es Richtung Vilnius, der Hauptstadt Litauens. Bald fanden wir auch einen Reifenhändler, wo unser defektes Rad sofort repariert werden konnte. Wieder einmal hatten wir einen Nagel gefangen.

In Trakai besichtigten wir eine weitere, aus Backsteinen gebaute Burg, die Wasserburg von Trakai. Sie beherbergt neben einigen ausgestatteten Räumen mehrere Sammlungen. Das gab es alte Pfeifen, Keramik, Glas und andere kunsthandwerkliche Produkte zu bestaunen. Aber am eindrücklichsten ist die Lage der Burg auf einer über lange Brücken erreichbare Insel.

Nachdem es bis hierher kaum Verkehr auf der Strasse hatte, wurde dieser immer hektischer, je näher wir Vilnius kamen. Die Parkplatzsuche war einmal mehr herausfordernd, aber schliesslich parkten wir nahe am Zentrum und spazierten durch die Altstadt. Was uns sofort auffiel, waren die unzähligen Kirchen. Vierzig an der Zahl sollen es laut Reiseführer sein. Des Weiteren überraschten uns die vielen chinesischen Touristen, welche in geführten Gruppen durch die Gassen stolperten. Nach den eindrücklichen Städten Polens, konnte uns Vilnius nicht mehr gleich stark begeistern und so zog es uns weiter, zur Stadt hinaus. Das war im starken Verkehr etwas mühsam, aber ein herrlicher Stellplatz an einem weiteren See liess und die Hektik schnell vergessen. Da die Zufahrt sandig und ausgewaschen war, erwarten wir keine weiteren Gäste. Später kamen dann doch eine Gruppe junger Männer um zu grillen. Die waren aber ein Stück weg und so störten sie uns nicht.

Der erste Halt am Morgen galt dem Mittelpunkt Europas. Überrascht? Das waren wir auch, als wir das herausgefunden hatten. Aber französische Geografen haben vor nicht allzu langer Zeit den Flächenschwerpunkt zwischen den europäischen Extremen in den vier Himmelsrichtungen hier fixiert. Dabei gilt zu bedenken, dass die Ost-Westachse von den Azoren in den Ural und die Nord-Südachsen vom Nordkap zu den Kapverdischen Inseln reichen. Aber es gibt immer verschiedene Methoden, diesen Punkt zu berechnen. Daher werden denn auch mehrere "Zentren Europas" deklariert. Alle sind sie aber in den baltischen Staaten oder zumindest nicht fern davon.

 

In der Nähe des Ortes Kernave finden sich Zivilisationsspuren von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Sie gelten daher auch als die älteste Hauptstadt Litauens. Von den älteren Kulturen sich nur noch Hügel zu erkennen, auf welchen früher einfachen Festungen errichtet worden waren. Man hat aber auch Artefakte der Römer ausgegraben. Die mittelalterliche Kultur hat Spuren hinterlassen, welches es ermöglichten darauf basierend, ein Dorf zu rekonstruieren.

Kurz vor Kaunas besuchten wir schliesslich auch noch das "Ballenberg Museum" der Litauer. Auf einem riesigen Gelände sind wiederaufgebaute Gebäude, die meisten aus dem 19. Jahrhundert, zu sehen. Gehöfte mit allen Nebengebäuden, eine Windmühle und sogar ein halbes Dorf mit Kirche sind zu bestaunen. Wir teilten das riesige Freiluftmuseum mit einer Schulklasse und einigen weiteren Besuchern. Leider sind viele Gebäude leer oder gar abgeschlossen. Aber trotzdem lohnt sich der Besuch und vermutlich sind in der Sommersaison auch mehr handwerkliche Demonstrationen zu sehen.

Wir fuhren dem Tal der Memel entlang nach Kaunas Richtung Küste. Wir visierten einen Campingplatz an, welcher nebst sehr guten Einrichtungen vor allem ein gutes Internet bietet. Das benötigte Myrta am Mittwochabend für ihren online Chinesisch-Kurs. Wir wurden nicht enttäuscht und genossen die schöne Anlage, welche wir mit nur drei weiteren Campern teilen mussten. Auf der Strasse Nr. 141 folgten wir weiter der Memel westwärts. Bald bildete der Fluss auch die Nordgrenze der russischen Exklave von Kaliningrad. Wir unterbrachen die Fahrt für eine kleine Wanderung im Rambyno Regionalpark. Die Wege waren sehr gut ausgeschildert und Infotafeln erklärten die wenigen Sehenswürdigkeiten ausführlich. Allerdings waren die Wege meist stark zugewachsen, vermutlich werden sie erst auf die Hauptsaison vom Bewuchs befreit. Nebst einem alten Friedhof mitten im Wald erklommen wir den höchsten Berg in der ganzen Region. Mit 74,5 m Höhe konnte er uns aber nicht wirklich beeindrucken.

Im Delta der Memel fuhren wir weit hinaus bis ans Haff, um auch dort noch einmal etwas Bewegung zu bekommen. Die Gegend ist bekannt für seinen Vogelreichtum, dass wir aber im Schilf noch einen jungen Elch sehen würden, hat uns echt überrascht. Das Konzert von tausenden Fröschen verhinderte fast schon, dass wir das Vogelgezwitscher hörten. Die Reiher und Kormorane waren einfach zu entdecken, die kleineren Arten dann schon schwieriger.

 

An einem Fluss fanden wir einmal mehr ein schönes Wildcamp. Die Temperatur war angenehm, nur der kräftige Wind zwang uns in den Windschutz des Campers. 

Nach nur einer Stunde erreichten wir Kleipedia. Die Stadt am Meer wird regelmässig auch von Kreuzfahrern angelaufen und tatsächlich lag eines dieser Schiffe im Hafen. Wir machten einen Rundgang durch die kleine Altstadt. Es waren Vorbereitungen für ein Festival im Gange und dadurch waren die Gassen mit Markständen zugebaut und überall waren zudem grosse Baustellen in Aktion. Dadurch war natürlich das Stadtbild eingetrübt und wir verbrachten nur wenig Zeit in der Stadt. Am besten gefiel uns, unter diesen Umständen, die Gegend entlang des Kanals, der zum alten Hafen führt. Dort ist das Schwarze Gespenst, eine Bronzeskulptur, eine der Sehenswürdigkeiten.

In Palange besuchten wir das grösste Bernsteinmuseum der Welt. An den Ostseeküsten wurden und werden grosse Mengen des Edelharzes gefördert und Litauen ist neben Polen einer der grössten Produzenten. Das Museum ist in einer wunderschönen Villa inmitten eines riesigen Parks untergebracht. Auch hier hatte es kaum Besucher, sodass wir die umfangreiche Sammlung in Ruhe geniessen konnten. Die grössten ausgestellten Brocken sind über 3 kg schwer. Es werden die unterschiedlichen Formen und Farben aufgezeigt und die Geschichte von der Förderung bis zur Verarbeitung zu Schmuck und anderen Kunstgegenständen ausgestellt. Am eindrücklichsten sind die zum Teil glasklaren Exponate mit Einschlüssen. Unter Lupen kann man Insekten, Pflanzenteile und sogar kleine Eidechsen entdecken. Wir schlenderten nach dem Museum durch den riesigen Park, welcher sogar einen grossen Badestrand am Meer beinhaltet.

Nachdem wir noch einmal günstig aufgetankt hatten (1.39 Euro/l), billiger wird es auf unserer Reise wohl nicht mehr werden, erreichten wir bald die Grenze zu Lettland. Nur einige Kilometer weiter bogen wir zum Pape Nationalpark ab. Viel bot der Park aber nicht und da das Besucherzentrum nicht geöffnet war, konnten wir auch keine Insiderinformationen erwarten. Ein Vogelbeobachtungsturm stellte sich als Flop heraus, erstens, weil er viel zu weit weg von möglichen Vögeln gebaut wurde und weil wohl zurzeit generell in der Luft wenig zu sehen war. Wir kehrten deshalb etwas enttäuscht zur Hauptstrasse zurück, um einige Kilometer weiter zur Aufzuchtstation für Auerochsen und Wildpferde zu fahren. Neben der Parkrangerstation darf man kostenlos übernachten und wir hatten das Glück die Auerochsenherde aus kurzer Distanz zu sehen. Die Pferde waren etwas weiter entfernt.

Als wir aber am Morgen nochmal über den Zaun schauten, waren die Pferde wieder recht nahe und liessen sich so gut beobachten und fotografieren. Die Auerochsen hingegen hatten sich in eine andere Ecke des riesigen Reservats zurückgezogen.

Uns zog es weiter nordwärts. In Liepaja besuchten wir den Markt, um die Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen. Gemüse und Früchte, aber auch Waren wurden rund um die Markthalle angeboten. Drinnen waren es dann vor allem Fleisch- und Milchprodukte. Da Samstagmorgen war, wurde der Markt gut besucht und die meisten Stände waren offen. Es war wie immer faszinierend auf einem Markt herumzustöbern und zu sehen, welch bekannte aber eben auch unbekannte Produkte im Angebot waren. Ausser ein paar alten Holzhäusern war aber in der Stadt aus unserer Besuchersicht nicht sehr viel Interessantes zu entdecken.

 

Eine gute Fahrstunde im Landesinnern lohnt sich der Besuch der kleinen Stadt Kuldiga. Wir parkten am Stadtrand und schlenderten durch das Zentrum. Erstaunlich viele, vor allem wieder einheimische, Besucher spazierten durch die verkehrsfreien Strassen. Einige schmucke Gebäude gab es zu bestaunen und man sah, dass die Stadt dabei ist, in den Tourismus weiter zu investieren. Von der alten Backsteinbrücke hat man eine gute Aussicht auf den angeblich breitesten Wasserfall Europas. Er deckt wohl die ganze Breite der Venta, aber da er nur wenig Höhe aufweist, ist er halt doch nicht so wahnsinnig eindrücklich. Uns hat das Städtchen gut gefallen und wir finden, es war der Umweg wert.

Noch kurz vor Ventspils an der Küste richteten wir uns direkt an der Venta zum Übernachten ein. Wieder war es ein wunderschönes Buschcamp. Zwei Fischer waren bereits im Begriff zu packen und nachhause zu fahren und später kam noch eine Familie vorbei, um erfolglos zu fischen. Bald aber waren wir wieder allein und genossen die angenehme Ruhe. Zum Nachtessen gab es eine Moussaka aus der Omnia. Mangels Auberginen wurden als Ersatz Zucchini eingesetzt und auch so schmeckte das Gericht ausgezeichnet.

 

Wir hatten im Internet gesehen, dass die Supermärkte in Lettland offenbar auch am Sonntag geöffnet sind und nutzten die Gelegenheit einige Dinge einzukaufen. Obschon es erst kurz nach neun Uhr war, hatte es erstaunlich viele Kunden im Geschäft.
Wir parkten am Fährhafen und machten einen Stadtrundgang. Nebst einigen wenigen, meist schmucklosen Holzhäusern gab es nicht viel zu entdecken. Ausser vielleicht, dass die Stadt bekannt ist für ihre Kunststoffkühe, wobei die berühmteste die übergrosse «Touring Cow» am Kanal ist.
Wir folgten der Küste zum Kap Kolka und machten auch einige Abstecher zur Küste, da die Hauptstrasse überwiegend von Wäldern gesäumt und vom Meer nichts zu sehen ist. Auf etwa halben Weg bogen wir noch einmal von der Strasse in den Wald ab, um ein altes, heute teils rostiges 32m-Radioteleskop in Augenschein zu nehmen. Die Anlage stammt noch von den Russen, welche die Einrichtung genutzt hatten, um Radio und Funksignale auszuspionieren. Nach dem Niedergang der UdSSR verlotterte die Antenne wie auch die grossen Wohnblöcke der Betreiber- und Wachtmannschaften zusehends. Die Antenne wurde dann später für Wissenschaftler wieder in Betrieb genommen. Die Gebäude hingegen wurden zu einem «Lost Place». Nahe an die Antenne dran kommt man nur mit einer vorab gebuchten Tour.

Einige Kilometer vor dem Kap fuhren wir ein Stück weit ins Landesinnere. Dort ist eine Geländestufe, welche es attraktiv gemacht hatte, weitab von der Küste einen Leuchtturm zu erbauen. Dieser ist zwar nicht mehr in Betrieb, aber nett anzusehen. Treppenliebhaber können ihn auch gerne besteigen. Uns reichten die Treppen, welche zu einem Rundwanderweg hinunter, aber danach halt auch wieder hoch führten. 160 Stufen sollen es sein. Der Weg führt auf einem Holzsteg durch die abwechslungsreiche Vegetation. Wald und Moor wechseln sich ab und erlauben einen Einblick in Flora und Fauna.

Am Kap angekommen umrundeten wir diesen unscheinbaren, nördlichsten Punkt der Rigaer Bucht. An einem Sonntag waren wir für einmal nicht die einzigen Besucher. Der ostwärts gerichtete Strand war kaum begehbar, da unzählige Baumskelette schier unüberwindbare Hindernisse darstellten. Die Bäume wurden im Laufe der Zeit unterspült und stürzten daher von der Sandbank auf den Strand.

An der Strasse kauften wir Räucherfisch, welcher in der Gegend in kleinen Strassenständen angeboten wird. Das Angebot ist vielfältig, man kauft beim Produzenten direkt und die Preise sind günstig. Am Engures See Nationalpark fuhren wir eine kurze Stichstrasse zum See. Dem Ufer entlang führt ein Wanderweg zu einem Beobachtungsturm, denn die Region ist wiederum bekannt für den Vogelreichtum. Aber noch bekannter sind die blauen Kühe und die Wildpferde, welche man in derselben Gegend beobachten kann. Beides sind urtümliche, vom Aussterben bedrohte Rassen, die man hier nachzüchtet, um wieder in der Wildbahn ausgesiedelt zu werden. Die Pferde sind sehr zutraulich und erwarten die Besucher direkt am Zaun. Die Kühe hingegen halten einen gebührlichen Abstand und blau sind sie auch nicht. Viele der Kühe hatten Kälber bei unserem Besuch. Genüsslich grasten die Tiere die Pflanzen in der überfluteten Uferzone.

Riga

 Nach Riga war es anderntags dann nicht mehr weit zu fahren. Wir parkten bei den Markthallen und starteten unseren Stadtrundgang dort. Die Altstadt besitzt einige schöne Herrschaftshäuser und einmal mehr unzählige Kirchen. Die Strassen sind meist mit groben Kopfsteinen gepflastert, was das Gehen erschwert. Besonders eindrücklich fanden wir das Schwarzhäupterhaus. Das 1334 erbaute Haus diente von Anfang an für Versammlungen, vor allem der Kaufleute. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und 1999 wieder aufgebaut. Nun dient es wiederum als Eventlocation, aber man kann das imposante Gebäude auch besichtigen. Das Schloss Riga ist der Sitz des Präsidenten und nur ein unscheinbares Gebäude am Ufer der Düna. Schön ist der nördlich der Altstadt gelegene Grünstreifen, wo sich herrlich promenieren lässt. Am Denkmal der Unabhängigkeit kann man die zackige Wachtablösung der Ehrenwache beobachten. Zum Abschluss gingen wir durch die riesigen Markthallen, um einzukaufen. Zurzeit war Erdbeeren Saison und überall roch es verführerisch nach den reifen Früchten. Fleisch wird in rauen Mengen angeboten und wir erstanden ein Rinderkotelett mit etwas über einem Kilogramm Gewicht, jetzt müssen wir dringend in den nächsten Tagen einen Übernachtungsplatz mit Grillstelle finden. Eigentlich wollten wir noch Aufschnitt fürs Frühstück einkaufen. Das Angebot ist riesig, aber erstens hatte kein Stand eine Wurstschneidmaschine und zweitens verkauft man stur nur entweder eine ganze und allenfalls eine halbe Wurst. Also wir mögen ja Wurst schon, aber grad ein halbes Kilo und mehr war uns dann doch zu viel.
Die Hallen wurden übrigens in den 1920er Jahren aus dem Abbruchmaterial der ehemaligen Zeppelinhangars in der Region gebaut und die fünf Hallen dienen auch heute noch als Zentralmarkt der Stadt. Das Angebot ist riesig und vor allem die «Fischhalle» beeindruckt mit einem unglaublichen Angebot an Fischprodukten, vor allem auch Geräuchertes.  

Einige Kilometer flussaufwärts liegt in einem stillen Wald eine weitere Gedenkstätte der Judenvernichtung durch die Nazis. Besonders schrecklich ist die Tatsache, dass die Opfer dieses «Arbeitslagers» mehrheitlich Kinder waren. Übergrosse Steinstatuen und ein bedrückendes Betonmonument erinnern an diese Epoche. Aus einem der Betonmonumente ertönt ein dumpfer, rhythmischer Ton, welcher den Herzschlag des Lebens imitiert. Insbesondere dieser verstärkt die bedrückende Stimmung an diesem schrecklichen Ort.

Auf dem Weg zum Übernachtungsplatz, einmal mehr ganz alleine mitten in der Natur an einem Fluss, wurden wir von einem heftigen Gewitter mit Starkregen und Hagel heimgesucht. Aber so schnell es gekommen war, so schnell war der Spuk vorbei. Den Abend genossen wir bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.

Wir hatten bereits am Rande des Gaujas Nationalparks übernachtet und wollten nun die Region erkunden. Vor allem wegen der Flüsse mit ihren gelb-orangen Sandsteinfelsen ist der Park beliebt. Unser erster Halt waren dann auch die Zwartes Klippen, an der Amata gelegen. Über Treppen erreicht man die Oberkante der Felsen und hat von dort eine hervorragende Aussicht auf das Umland. Eindrücklicher sind aber die Formationen vom Fluss her betrachtet.
Cesis liegt im Herzen des Nationalparks. Ein nettes Städtchen mit einem sehr gepflegten Park mit schwarzen Schwänen und einer alten Ordensburg. Nördlich davon kann man zu den Ergelu Klintis Felsen wandern. Da es verschiedene Wege dahin gibt, kann man sich eine kurze Rundwanderung zusammenstellen. Man erreicht die Felsen auf der Oberseite und hat von dort eine schöne Aussicht auf die Gauja. Will man die Formationen auch sehen, muss man erst an den Fluss hinabsteigen. Diese Klippen gehören zu den höchsten im Park und sind vor allem am Nachmittag im guten Fotolicht.

 

Durch Landwirtschaft und Wälder gelangten wir bei Tuja an die Küste. Eine kleine Strasse führt ein Stück dem Meer entlang und dann muss man wieder auf die Hauptroute zurück. Wir überquerten erneut eine Landesgrenze und waren im dritten baltischen Land, Estland, angekommen. An der Nebenstrecke, welche nahe am Meer verläuft, befinden sich mehrere Campingmöglichkeiten. Neben privat geführten Plätzen hat es auch zwei von der Forstbehörde RMK. Diese sind zwar einfach ausgestattet, aber dafür naturnah und kostenlos. Jetzt, in der Nebensaison war im RMK Krapi nur noch ein weiterer Besucher zum Übernachten, ein Solothurner.
Wir richteten uns ein und starteten bald den Grill. Holz hatten wir unterwegs aufgeladen, da es erfahrungsgemäss um die öffentlichen Grillstellen meist nicht viel Feuerholz zu finden gibt. Bald brutzelte uns 1,2 kg Rinderkotelett über der Glut. Wir hatten dieses in Riga am Markt für gerade mal 9 Euro erstanden. Nach dem Essen spazierten wir dem Strand entlang. Zum Baden dürfte es hier weniger geeignet sein. Dem Strand vorgelagerte Sandbänke und seichtes Wasser zwingen einen weit hinaus zu waten, bevor das Wasser nur schon hüfttief wird.
Die im Wasser liegenden, grossen Steine sind vor allem bei Sonnenuntergang ein dankbares Fotosujet. 

Bevor wir ins Landesinnere zum Soomaa Nationalpark abbogen, machten wir ein kurze, aber interessante Wanderung durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Direkt an der Hauptstrasse startet der Weg auf Holzbohlen. Man durchwandert erst mal einen gefluteten Wald und biegt dann in ein grosses Moorgebiet ein. Am Weg blühten bereits verschiedene Blumen. Am Ende des Weges erreicht man einen schönen, kaffeebraunen See. Auf dem Rückweg erklimmt man die bewaldeten und dicht bewachsenen Sanddünen, welche zu den höchsten im Land zählen.

In Soomaa Nationalpark besuchten wir das Besucherzentrum und wurden dort in perfektem Englisch und mit viel Kompetenz und Enthusiasmus über unsere Möglichkeiten informiert und dokumentiert. An der Piste, die quer durch den Park führt, folgten wir der Empfehlung und machten eine Wanderung der Raudna entlang bis zum Zusammenfluss mit der Lemm. Unzählige Spuren vom nächtlichen Tun der Biber waren zu entdecken. Im dichten, feuchten Wald kämpften wir etwas mit den Mücken, aber die Route war abwechslungsreich und interessant. Auch hier blühten interessanterweise Schlüsselblumen zusammen mit bei uns viel später blühenden Pflanzen. Sogar einzelne Iris sahen wir in einer Wiese. Nach eineinhalb Stunden waren wir zurück beim Auto und setzten unsere Fahrt fort. Eigentlich hätten wir gerne an der Ostseite des Parks übernachtet und dort noch eine weitere Wanderung unternommen. Da es aber bereits mitten im Nachmittag war und Myrta am Abend chinesisch Fernunterricht hatte, wollten wir in einen Campingplatz mit verlässlichem WiFi oder zumindest gutem Telefonempfang. Wir fanden den Platz schliesslich ausserhalb von Pärmu, wieder direkt am Meer. Unsere Nachbarn waren schon wieder Schweizer, diesmal aus der Ostschweiz. 

Wir folgten der Südküste auf Nebenstrassen und machten einen kurzen Abstecher zu drei uralten und geschichtsträchtigen Eichen in der Nähe von Kastna. Vor lauter Büschen und Bäumen entdeckten wir die mächtigen Bäume erst gar nicht. Sie sind einfach Teil der Umgebung ohne Zaun, ohne Weg darum herum. Aber wenn man sie einmal findet, versteht man deren Bedeutung für die Region. Weit und breit sind keine ähnlich mächtigen Bäume zu sehen.

Über Pisten und den Damm einer ehemaligen Eisenbahnlinie schnitten wir einige Kilometer Weg ab, um den Fährhafen in Virtsu zu erreichen. Von dort startet die Fähre auf die Insel Saaremaa. Beim Eintreffen am Hafen hatte die Verladung des Schiffs bereits begonnen, aber wir konnten das Ticket noch kaufen und nach einigen Minuten waren wir bereits auf der Fähre. Die Überfahrt dauert auch nur eine halbe Stunde und man ist auf der grössten Insel der Ostsee angekommen. Aber die Ankunft erfolgt auf der kleineren Insel Muhu, welche dann aber über einen Damm mit der Hauptinsel verbunden ist. Wir machten eine kleine Runde um Muhu. Die Klippen von Üügu liegen an der Nordküste und eine der Attraktionen. Eigentlich ist es nichts Besonderes, denn sie sind nur etwa 20 m hoch und einige Hundert Meter lang. Aber in einem Land, wo kaum Erhebungen vorhanden sind, reicht das bereits, um Besucher anzuziehen. Da die Erde karg und das Klima trocken ist, wachsen bekannte Pflanzenarten nur im Miniformat. Einige Pferde weideten am Meeresufer, begleitet von einer Handvoll Rindern.
In der Ortschaft Liiva erwähnt der Reiseführer das legendär gute Muhu Brot. Mit der veralteten Beschreibung konnten wir aber nicht entdecken, wo es verkauft wird. Als wir die alte Kirche besichtigten, kamen wir mit einer Dame ins Gespräch, welche die Kirche für die Sommersaison herausputzte. Als Nebensatz beim Verabschieden empfahl sie uns, noch ein Muhu Brot zu kaufen, und zwar im modernen Coop Laden, welcher wohl dort steht, wo der Reiseführer den Laden beschrieben hat. Und tatsächlich konnten wir dort ein noch warmes Brot erstehen. Auf den ersten Blick schaut das Gebäck mit seiner kohlrabenschwarzen Farbe nicht sehr appetitlich aus. Aber ein Kunde versicherte uns, dass es sich lohnt es zu probieren.

Einige Kilometer weiter liegt das kleine Dorf Koguva an der Küste. Einige alte Häuser im Ort sind heute zu einem Freiluftmuseum geworden. Darin wird die Geschichte und Kultur der Insel Muhu erklärt. Ein Bauernhof mit mehreren Gebäuden bildet das Herzstück. Etwas davon entfernt ist auch das Schulhaus, eine traditionelle Windmühle und ein altes Haus, welches eine Textil- und Trachtenausstellung beherbergt, zu finden.

Wir fanden einen sonnen- und windgeschützten Übernachtungsplatz an der Ostküste der Hauptinsel. Ganz in der Nähe wäre auch ein RMK Campingplatz gelegen, aber dort hätten wir mit dem Camper auf dem staubigen Parkplatz stehen müssen. Bei dem kräftigen Wind, nicht angenehm.

Fahrt durch die Wälder von Saaremaa

Mitten in der Insel ist ein Meteoritenkrater zu besichtigen. Der 100 m grosse, kreisrunde Krater ist vor einigen Tausend Jahren entstanden, genau liess sich das nicht bestimmen. Da in der Region mehrere Einschläge bekannt sind, nimmt man an, dass es sich um ein Ereignis handelt, bei welchem ein mittelgrosser Meteorit beim Eintritt in die Erdatmosphäre in mehrere Teile zerbrochen ist.

Im Süden liegt Kuressaare, der Hauptort und grösste Stadt der Insel. Die alte Wehrburg, auf einer riesigen, künstlich aufgeschütteten Insel gelegen, ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Zwei Brücken überspannen den breiten Wassergraben und ein Tunnel führt dann ins Innere der Anlage. Die klotzige Burg mit der integrierten Kirche wird von grosszügigen Grasflächen umspannt. Unvorstellbar ist der riesige Aufwand, der nötig gewesen sein muss, um nur schon das Fundament aufzuschütten, natürlich ohne Baumaschinen und Bagger. Auch die Burg hatte seine Windmühle und mehrere Nebengebäude fanden problemlos Platz auf dem Areal.
Aber auch das Ortszentrum ist ganz nett. Viele alte Holzhäuser beherbergen heute Restaurants und Läden, sind aber schön renoviert und in allen Farben gestrichen.

Wir folgten der Südküste und gelangten schliesslich zum Vilsandi Nationalpark. Wir informierten uns im Besucherzentrum, aber die hilfsbereite Dame konnte nur gebrochenes Englisch und so waren die entlockten Informationen spärlich. Sie stattete uns mit einer Karte aus, mit welcher wir uns selber zu helfen wussten. Auf einer der Halbinseln im Park unternahmen wir eine Wanderung durch einen Föhrenwald zum Laialepa See. Dieser liegt mitten in der Landspitze, umrahmt von Wald. Auf einer anderen Route gelangten wir zurück zum Auto.
Auf der dritten grossen Halbinsel, bereits ausserhalb des Nationalparks, kamen wir im nördlichsten der drei RMK Camps unter. Man konnte zwischen schattigen Plätzen im Wald und sonnigen am Kiesstrand wählen. Da die Temperaturen schon fast dreissig Grad erreicht hatten, zogen wir den Wald vor, nicht zuletzt, weil dort auch Tisch, Grill und WC zur Verfügung stehen. Der Sonnenuntergang, kurz nach zehn Uhr, war spektakulär und einmal mehr verbrachten wir die Nacht alleine mitten in der Natur.
Auf ausgewaschenen, schmalen Waldstrassen durchquerten wir die Halbinsel und erreichten so die Teerstrasse auf der andern Seite ohne Umwege.
Die Panga Klippen sind dann etwas eindrücklicher, aber auch nur gut 20 m hoch, aber dafür recht lange. Da man aber die Felsen nur von oben betrachten kann, bekommt man nicht wirklich einen Eindruck der Felsformation. Im angrenzenden Wald finden sich auch hier Überbleibsel der Roten Armee, viel ist es aber nicht. Hingegen erfreuten und die flächendeckend blühenden Maiglöckchen und die ersten Orchideen. Erst hatten wir geplant, von Triigi auf die Nachbarinsel Hiiumaa überzusetzten, aber in der Nebensaison fährt die Fähre nur frühmorgens oder abends. Wir waren um die Mittagszeit dort und wollten nicht einen halben Tag in der Gegend abwarten, sondern nahmen die Fähre zurück aufs Festland, wie wir auch gekommen waren.

Vorher besichtigten wir aber noch eine antike Windfarm. Eine Anlage, welche ursprünglich aus neun Windmühlen bestand, heute sind fünf restaurierte Mühlen noch vorhanden. Ganz in der Nähe ist noch eine der ältesten Kirchen der Insel zu besuchen, leider war sie aber abgeschlossen und so nur von aussen zu  besichtigen.

Um nach Haapsalu zu gelangen, muss man ziemlich weit ins Landesinnere ausweichen. Einerseits schneidet eine tiefe Bucht ins Land und dazu kommt der weitgehend strassenlose Nationalpark, den es zu umfahren gilt. Die Stadt entpuppt sich als sehr hübsch. Auch hier sind viele alte Holzhäuser schön restauriert worden. Mitten im Stadtzentrum stehen die Ruinen einen weiteren Deutschen Ordensburg. Innerhalb der Mauern fand bei unserem Besuch ein Tanzwettbewerb statt. Jung uns alt tanzen um Ruhm und Ehre.
Am originellsten ist aber der pompöse, alte Bahnhof der Stadt. Dieser wurde ursprünglich für die russische Zarenfamilie erbaut, da sie regelmässig in Haapsalu Urlaub machten und mit dem Zug anreisten. Das Perron des Sackbahnhofs ist weit über hundert Meter lang, man kann sich kaum vorstellen, mit welcher Entourage der Zar anreiste. Auf den Gleisen sind einige alte Lokomotiven und Züge ausgestellt.

An diesem Tag hatten wir wieder einmal Mühe, einen passenden Übernachtungsplatz zu finden. Nicht dass es keine Optionen gegeben hätte in der Gegend, das Problem war, dass die Esten am Wochenende auch gerne campen gehen. Deshalb waren die bekannten Plätze an der Küste gut besucht. Wir hätten uns wohl auch noch dazwischen quetschen können, aber die Partylaune unserer Nachbarn hätte uns sicher eine unruhige Nacht eingebracht. Schliesslich wurden wir auf einem MRK Platz im Landesinnern fündig. Wir waren zwar auch dort für einmal nicht alleine, aber die zwei benachbarten Gruppen waren doch einige Dutzend Meter entfernt und sahen auch nicht nach Radau und Partymusik aus. Da das Camp an einem See liegt, hatte es entsprechend Mücken, welche in der Dämmerung nur darauf warteten eine Attacke zu fliegen. Nun, in unserem Auto waren wir vor den Biestern sicher und die, welche es doch noch schafften durch die zwischendurch offene Tür einzudringen, wurden durch unsere Geheimwaffe Mückorex innert Minuten umgebracht.

Auf dem Weg nach Tallinn kamen wir an der Klosteranlage Padise vorbei. Diese wurde offensichtlich in den letzten Jahren massiv aufgebaut und restauriert. Zugang bekommt man mit einem Code auf dem Ticket, aber offen ist erst ab elf Uhr.
Wir entschlossen uns direkt und auf Schnellstrassen bis zum Lahemaa Nationalpark durchzufahren. Dieser liegt etwa 50 Km östlich von Tallinn. Im Besucherzentrum beschafften wir uns Tipps und eine Karte und fuhren als Erstes zum Kap nordwestlich des Dorfes Vösu. Ein kurzer Spaziergang führt durch den Wald an die Landspitze. Dort liegen Hunderte dekorativer Steine im Wasser, kleine, aber auch mehrere Meter grosse Brocken. Die vorgelagerte, langgezogene Insel könnte man durchs Wasser watend erreichen, aber im Frühling ist die Wanderung gesperrt, um die dort brütenden Vögel nicht zu stören. Einige Unentwegte konnten wir beim Baden im Meer beobachten. Ich glaube, für uns «Vrenelis» wird das Wasser auch im Hochsommer nie warm genug. Die nächste Halbinsel führt hoch bis zum nördlichsten Punkt Estlands. Allerdings muss man noch etwa einen Kilometer über Stock und Stein stolpern, um dorthin zu gelangen. Viel anders schaut ja das ganze nicht aus, auch ist die Landschaft nicht spektakulärer als gleich daneben, aber es ist halt der nördlichste Punkt.
Zum Übernachten wählten wir einen speziellen Campingplatz aus. Auf dem Grundstück eines Künstlers ist ein Campinplatz mit nur gerade zehn Stellplätzen eingerichtet. Man übernachtet quasi im Garten des Gastgebers. Die sehr gepflegte und grosszügige Anlage ist voll mit Holzstatuen des Hausherrn. Alles sind es Frauen in verschiedenen Posen und auch gerne mal mit einem Mann zusammen. Auch seine Bilder kennen nur ein Sujet: Frauen. Er selbst ist ein sympathischer und witziger Geselle. 

Wir hatten es heute nicht eilig mit aufbrechen, denn wir wollten zwar noch einige Einkäufe erledigen, aber erst am Nachmittag die Stadt Tallinn besichtigen. Wir fuhren einmal mehr über Landstrassen und machten einen ersten Halt bei einem alten Wehrturm. Dieser ist schön restauriert und beherbergt heute ein Kaffee.
Der Wasserfall Jägala ist einer der grössten im Land. Er stellt sich landschaftlich als recht hübsch heraus, aber seine 6 m Höhe und das bescheidene Wasservolumen kann einen Mitteleuropäer kaum beeindruckten.
Bevor wir ins bedeutend teurere Finnland wechseln, kauften wir einige Vorräte ein. Vor allem Wein und Bier wurde gebunkert, aber auch der Tank des Landcruisers wurde noch bis zum Rand gefüllt.  Wir parkten am Hafen auf einem recht ruhigen Parkplatz, bevor wir uns zur Stadtbesichtigung aufmachten.        

Der erste Anlaufpunkt war die Linnahall, gleich neben den Hafenanlagen gelegen. Das ist ein riesiges Überbleibsel von der Olympiade 1980 in Russland. In der Halle wurden einige Wettkämpfe ausgetragen, aber seitdem die Russen abgezogen sind, verfällt das hässliche Gebäude zusehens.    
Die Altstadt von Tallinn ist einmal mehr ein Bijou. Fast der komplette Stadtkern ist hervorragend restauriert und besteht fast ausschliesslich aus historischen Gebäuden. In der Oberstadt liegt das Botschaften-Viertel und das Parlament Estlands. Aber auch eine eindrückliche orthodoxe Kirche schmückt das Quartier. Von zwei Aussichtsplattformen geniesst man die Aussicht hinunter auf die Altstadt. Wir hatten bisher nur an vier Tagen Regen. Dreimal traf es uns bei einer Stadtbesichtigung. So auch hier in Tallinn. Innerhalb weniger Minuten verdunkelte sich der Himmel und ein kurzer Platzregen zwang uns Schutz zu suchen. Nur kurze Zeit später erwischte es uns gleich noch einmal. Schnell flüchteten wir in eine Bar und konnten von dort die Leute im Regen draussen beobachten. Wir fanden, dass Tallinn eine der positiven Überraschungen, was Städte anbelangt, ist. Auch wenn bereits jetzt eine grosse Anzahl Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen die Altstadt bevölkern, ist der Spaziergang durch die Altstadt ein Genuss. Die Restaurants im Zentrum hingegen konnten uns nicht begeistern, sodass wir es vorzogen, uns im Auto zurück eine Pause zu gönnen, um dann im alten Hafen unser Nachtessen einzunehmen.  


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Kommentare: 1
  • #1

    Catherine (Montag, 13 Mai 2024 20:05)

    Danke für den Reisebericht, wünsche euch weiterhin gute Weiterfahrt. Liebe Grüsse Catherine