Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.

Über die Grenze von Argentinien nach Chile (Paso Libertatores) November 2017

Im Winter, das heisst ca. von April bis Dezember, ist der Paso Libertatores der erste Pass südlich vom Paso Sica, bzw. Paso Jama bei San Perdo de Atacama, welcher offen ist. Die kleineren Pässe dazwischen wären vermutlich interessanter und landschaftlich schöner, aber diese machen in der Regel erst Anfang Dezember wieder auf.

Wir trafen bei Uspallato oft die Hauptstrasse RN 7 und folgten dieser durch schöne Landschaften zum Pass. Immer öfter sahen wir nun die schneebedeckten Gipfel der 5 und 6 Tausender. Der höchste Berg Südamerikas und auch gleichzeitig der Höchste ausserhalb der Himalaya Kette, der Aconcagua (6960 m), hielt sich allerdings bedeckt. Der eigentliche Pass ist auch bei diesem Übergang zu dieser Jahreszeit geschlossen, so dass wir gezwungenermassen den Basistunnel nehmen mussten. Dieser ist immerhin über 4 Km lang und kostet 30 ARS.

 

Ein paar Km nach dem Tunnel befindet sich die gemeinsame Grenzstation für die Argentinien Ein- und die Chile Einreise.

Und so funtioniert dort die Aus- bzw. Einreise:

Vor dem Gebäude parkiert man, es werden das Formular fürs Auto und die Zolldeklaration zum Ausfüllen abgegeben. Die Formalitäten erledigt man in einem Gebäude. Die 4 Schritte sind in der Halle angeschlagen:

1.

Immigration Chile (gleichzeitig machen sie auch die Ausreise aus Argentinien, es gibt KEINEN Ausreisestempel der Argentinier). Man erhält einen ausgedruckten Zettel den man bei der Wiederausreise abgeben muss.

2.

Aduana Argentinien. Der TIP wird im System gelöscht, das Dokument ausgestempelt und zurückgegeben.

3.

Aduana Chile an Hand des Autozollformulars wird ein neues TIP erstellt.

4.

Zurück im Auto fährt man ums Gebäude herum zur Lebensmittelkontrolle. Alles Gemüse und die Früchte werdengrundsätzlich konfisziert. Fleisch und Mildprodukte welche gekocht sind kann man behalten (Salami gilt als Rohfleisch!)

Keine Kosten, Zeitaufwand ca. 1 h

 


Campana Nationalpark

In unzähligen Kehren geht es nun hinunter in tiefere Lagen. Während auf der Höhe kaltes und windiges Wetter vorherrschte wurde es schnell wärmer und grüner. Bald fuhren wir durch die frühlingshafte Landschaft. An den Strassenrändern blühten California Poppies oder wie immer sie in Chile heissen. In der  Ebene trifft man dann immer öfter auf Obstplantagen und Weinreben.

Wir richteten uns noch etwas ausserhalb des Campana Nationalparks in einem hübschen Campingplatz ein. Wieder einmal waren wir die einzigen Gäste.

Am andern Morgen fuhren wir in den Park hinein um eine Wanderung zu unternehmen. Das Wetter versprach wieder heiss zu werden. Auf einem Fahrweg ging die Wanderung stetig bergauf. Ein Abstecher führte zu einem Aussichtspunkt von wo aus man in einem Tal eine grosse Anzahl von Chile Palmen sieht. Diese mächtige Palmenart, sie wird bis 25 m hoch und hat einen sehr massigen Stamm, ist fast ausgestorben, da man ihren Saft gewinnen kann um einen Sirup zu machen. Allerdings ist diese Ernte einmalig, denn die Rinde muss abgeschält und die Spitze abgeschnitten werden, das ist dann der Tod des Baumes.

Eine Yucca Art blühte vereinzelt und produzierte wunderschöne Blüten in einem einzigartigen türkisblau. Unweit des Wegs liegt eine der schönsten Palmengruppen des Parks. Riesige Palmen bilden eine eindrückliche Gruppe. Bis zu eineinhalb Meter dick können die Stämme werden. Erst weiter oben wird der Stamm dann schlanker, daher wirken kleinere Palmen mit dem dicken Stamm etwas unproportioniert.  Nach knapp zwei Stunden erreichten wir den Cascada Cortadera. Der Wasserfall selber ist nicht sehr eindrücklich, aber die Landschaft und vor allem jetzt im Frühling die vielen blühenden Pflanzen lohnen den Weg.

Oberhalb des Wasserfalls machten wir im Schatten eine Pause und kühlten die heissen Füsse im Bach. Wir trafen auf eine Gruppe Mountainbiker welche denselben Weg genommen hatten. Wir plauderten mit ihnen über unsere Reise und Chile bevor sie sich auf die rassige Abfahrt machten. Auch wir kamen bergab natürlich schneller voran, brauchten aber doch eine gute Stunde bis wir bei Auto zurück waren. 


Valparaiso

Um Valparaíso zu besichtigen wollten wir nicht mit dem Auto in die Stadt hinein. So hatten wir uns einen Campingplatz in Limache ausgesucht von welchem aus wir mit der Metro in einer guten Stunde ins Zentrum fahren konnten. Wir hatten von der Möglichkeit einer Stadtführung gehört welche uns interessierte. Um zehn Uhr trafen wir den Guide auf der Plaza Sottomayor. Die Führung wird auf Spanisch und Englisch angeboten. Kosten tut die ca. 3-4 stündige Führung zwar nichts, man erwartet aber ein Trinkgeld. Eine zweite Tour startet vom selben Ort um 15 Uhr und führt in andere Quartiere als die Morgentour.

Wir schlossen uns der Englischen Gruppe an. Zuerst ging es zu Fuss durch das Quartier, dann bestiegen wir aber einen öffentlichen Bus und fuhren zusammen zur Palza Bismark hoch. Von dort hätte man eine schöne Aussicht auf die Stadt hinunter, wenn es dann keinen Morgennebel hat. So aber war es eine ziemlich trübe Aussicht. Zu Fuss ging es hinunter zum Parque Cultural. Dieser liegt um das alte Gefängnis herum welches während der schrecklichen Diktatur Pinochets unrühmliche Berühmtheit erlangt hatte. Durch schmale Gassen, vorbei an unzähligen Muralen ging‘s zurück ins Zentrum. Mit einem der uralten Trolleybusse drehten wir noch eine Runde bevor die Tour dort endete wo sie auch gestartet hatte.

Den Nachmittag nutzten wir um auf eigene Faust weitere Stadtteile zu erkunden. Durch Gassen, welche zum Teil nur zu Fuss erreichbar sind, gelangten wir an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei ins Quartier Bellavista. Dieses ist bekannt für seine vielen Murale. Diese wurden zu Pinichets Zeiten widerrechtlich gemalt um der Wut des Volkes Ausdruck zu verleihen. Da diese Aktivitäten höchst gefährlich waren, entwickelten die Sprayer Strategien die ihnen ermöglichten auch grosse Wandmalereien durch Teamwork in wenigen Minuten zu erzeugen. Haute noch hat diese Streetart Variante eine grosse Tradition in Valparaíso und einige der alten Muralen hat neben den vielen neuzeitlichen überlebt, beziehungsweise wurden wieder restauriert. Am Fusse des Hügels, unterhalb von Bellaviste, kauften wir auf dem Markt noch unser Nachtessen ein und fuhren schliesslich mit der Metro zurück.


Santiago de Chile

Nach Santiago wollten wir vor allem um endlich neue Schuhe für unseren Camper zu besorgen. Seit Peru hatte wir immer wieder versucht neue Reifen zu finden, leider erfolglos. In Chile hiess es allenfalls, dass man die Reifen in Santiago bestellen müsse. Nun konnten wir anehmen, dass diese in Santiago auch tatsächlich am Lager waren. Wir hatten vom „Supermercado del Neumatico“ gehört und fuhren dort vorbei. Ein riesiges Gebäude mit fast zehn Verkäufern im Empfangsbereich schaute erfolgsversprechend aus. Allerdings kam die Ernüchterung sobald wir unseren Wunsch geäussert hatten, „Nein dieses Reifenmodell haben wir leider nicht am Lager“, eröffnete uns der Verkäufer. Dann aber sagte er, „aber in der Filiale im Zentrum sind 8 Stück am Lager“. Wir reservierten fünf Stück und fuhren danach in die Stadtmitte zur Vertretung. Hinter dem unscheinbaren Eingang verbarg sich eine riesige Halle mit einem guten Dutzend Montageplätzen. Wir bezahlten mit Kreditkarte und eine gute Stunde später verliessen wir den Ort des Geschehens wieder, nun wieder mit mehr Gummi auf den Reifen welcher hoffentlich wieder mehr als 60‘000 Km halten wird. Speziell an diesem Reifenladen war übrigens, dass die Firma irgendwie stark mit einer Sekte verbunden sein, denn überall hingen übergross fromme Sprüche und während wir warteten, wurden wir mit religiösen Schriften und DVD’s eingedeckt. Nun, uns war es egal, wir hatten endlich unsere Reifen und die zu einem vernünftigen Preis. Sollte jemand anders auch mal neue Reifen in Chile brauchen: ventas@sdn.cl oder www.sdn.cl kann vermutlich helfen. Von anderen Reisenden haben wir gehört, dass die Firma mit genügend Vorlauf auch die exotischsten Dimensionen, zum Beispiel LKW Geländereifen, zuverlässig besorgen kann.

Nachdem wir diese Sorge los waren, fuhren wir zu einem Campingplatz südlich der Stadt um von dort aus anderntags mit dem Bus wieder ins Zentrum zu fahren. Auch in Santiago bietet dieselbe Firma,  www.Tours4Tips.com , die in Valparaíso Stadtführungen macht, Touren an.

Pünklich um 10 Uhr erreichten wir das Museo de Bellas Artes von wo aus die Touren starten. Da die Englisch sprechende Gruppe bereits recht gross war, die Spanisch sprechende hingegen nur fünf Personen umfasste, schlossen wir uns dieser an. 

Bald tauchten wir in die Markthallen der Stadt ein. Von der fast rein touristischen Markthalle „Mercado Central“, Hauptattraktion ist die Halle selbst, eine alte Stahlkonstruktion mit vielen schicken Restaurants aber wenig Markt, ging es über den Rio Mapocho zum Markt „La Vega Chica“  und  „La Vega Central“. Hier spielt sich das wahre Marktleben der Stadt ab. Es gibt wohl kaum etwas, was man hier nicht erwerben kann. Das Gemüse ist frisch, die Fleischauswahl gigantisch.

Danach bestiegen wir die Metro und fuhren hinaus zum Friedhof der Stadt. Über 2 Millionen Menschen liegen dort begraben. Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurden hier die sterblichen Überreste der Stadtbewohner beigesetzt, kein Wunder dass es langsam eng wird. Die günstigsten Gräber sind dann auch die in den mehrstöckigen Nischenanlagen. Tausende solcher Nischen befinden sich jeder der vielen Gebäude. Dabei werden die Nischen aber sogar mehrfach genutzt, denn wenn immer ein Leichnam zu Knochen reduziert ist, werden diese zusammengeschoben und im hinteren Teil der Gruft deponiert und so gibt es Platz für das nächste Familienmitglied. Dann gibt es aber auch einen grossen Teil im Friedhof wo die wohlhabenden Familien ihre Mausoleen haben und in einem weiteren Sektor liegen dann die Berühmtheiten des Landes so zum Beispiel Salvador Allende, welcher bekanntlich von einer Militärjunta gestürzt worden war. Ob es tatsächlich Selbstmord begangen hatte oder beim Bombenangriff der chilenischen Luftwaffe auf den Präsidentenpalast umgekommen ist, bleibt ungeklärt.


Immer südwärts, aber mit Abstechern….

Nach dem Grossstadttrubel in Santiago war es an der Zeit, wieder in die herrliche Natur der Chilenischen Anden zu entschwinden. Entlang der Bergkette reiht sich ein Nationalpark an den anderen. Der erste den wir ansteuerten war die Riserva National Rio Los Cipreses. Für uns war der Besuch schliesslich etwas enttäuschend, denn nebst dem Kassieren des Eintrittspreises erhielten wir kaum Informationen über den Park. Es stellte sich dann auch heraus, dass ausser ein paar kurzen Wanderwegen kaum etwas unternommen werden kann. Allerdings ist der Campingplatz wunderschön gelegen und auch sehr schön gestaltet. Ausser uns war gerade mal eine weitere Gruppe im grosszügigen Campingplatz. Leider war die Solar beheizte Dusche aus unerklärten Gründen geschlossen, aber wir haben ja selber eine an Bord. Drei Stunden an der Sonne war das Wasser so heiss, dass wir nochmal kaltes beifügen mussten.

Zurück auf der Autobahn nach Süden, fuhren wir mitten durch das fruchtbare Valle Central, welches man als den riesigen Früchtekorb Chiles bezeichnen kann. Auch viele der guten Weine kommen aus dieser Region. Im Valle Colchagua wollten wir ein Weingut besuchen um einen Eindruck der Produktionsmethoden zu erhalten. Da es unzählige Weingüter gibt und viele auch für Besucher offen stehen, hatten wir die Qual der Wahl. Kurzentschlossen fuhren wir vor San Fernando von der Autobahn ab um einer der vielen signalisierten Weinrouten zu folgen. Nur 2 Km von der Hauptroute weg sahen wir den Eingang zu einem offensichtlich eleganten Weingut. Kurzentschlossen fuhren wir hinein und konnten kurz darauf eine Besichtigungstour machen. Wir waren die einzigen Besucher und genossen deshalb eine exklusive Führung. Das „Casa Silva“ ist eines der ältesten Weingüter Chiles, erfuhren wir, und wurde von einem Franzosen 1892 gegründet. Unterdessen in der vierten Generation besitzen die Eigner über 10000 ha Reben, verteilt in der ganzen Region. Es werden alle gängigen Rebsorten angebaut und zu hochwertigen Weinen verarbeitet. Wir konnten uns davon überzeugen, denn wir füllten unseren Weinkeller. Für eine Degustation war es uns etwas früh und Ueli musste ja auch noch fahren. Wie wir aber später feststellten, wurde unser Vertrauen nicht enttäuscht.


Nach dem Besuch fuhren wir wieder Richtung Anden ins Tal des Rio Claro hinein um den Nationalpark „Siete Tazas“ zu besuchen. Wir unternahmen eine Wanderung durch die Berge und dem Tal des Rio Claro entlang. Auch hier war der Frühling allgegenwärtig. Als wir von der Wanderung zurückkamen trauten wir unseren Augen nicht: Trix und Sascha waren nämlich eben eingetroffen. Es gab ein entsprechendes Wiedersehen. Da der Nationalpark am Sonntag wegen der Wahlen geschlossen war, entschieden wir uns gemeinsam ein paar Kilometer weiter in einem Campingplatz ausserhalb des Parkes unterzukommen. Von dort aus konnten wir dann auch die eigentliche Hauptattraktion des Nationalparks besuchen, nämlich die „Siente Tazas“. Die „sieben Tassen“ sind eine Reihe von Tümpeln in einem Canyon welche durch Wasserfälle verbunden sind. Das kristallklare Wasser des Rio Claro, Nomen est Omen, liess die Teiche blau leuchten. Wir genossen den Abend mit unseren Freunden und auch als wir tags darauf weiterreisten planten wir uns am Abend wieder zu treffen.


Ein Abstecher zurück nach Molina ermöglichte uns die Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen, danach ging es wieder in die Natur hinaus. Das Ziel war die „Riserva National Altos del Lircay“. Der Park umfasst einmal mehr eines der vielen Täler welche den Anden entspringen. Nur 4x4 Fahrzeuge sind zugelassen die 3 km zum offiziellen Campingplatz zu fahren. Die Piste ist dann auch zum Teil steil und ausgewaschen aber natürlich kein Problem für unseren Landcruiser. Der Tag war wieder einmal bewölkt und die Temperaturen auf 1300 müM eher frostig. Gegen Abend klarte es dann aber doch noch auf und wir genossen den Apero bei Sonnenschein. Kaum war die Sonne aber untergegangen wurde es empfindlich kalt.

Eine Wanderroute führt dem Tal entlang weiter in den Park hinein. Herrliche Wälder mit grossen, alten Eichen und Coigue Bäume nun im Frühling in leuchtendem Grün erfreuten das Auge. Einige der grossen Spechte, sie werden über 30m gross klopften die toten Baumstämme ab. In den Bergen lagen noch immer beträchtliche Schneemengen, man merkte schon dass wir nun nicht mehr in Äquatornähe waren. Am Ende der Wanderung erreichten wir einen Pass von welchem aus man eine gewaltige Aussicht auf die Bergwelt hatte. Nach über 20 km zu Fuss erreichten wir schliesslich unser Camp wieder und wurden dort von einem Fuchs begrüsst. Der „Guardaparque“ hatte diesen schon angekündigt, denn offensichtlich streunt er regelmässig durch den Campingplatz in der Hoffnung etwas Fressbares zu ergattern.

Nicht weit entfernt legten wir einen Stop am Lago Cobun ein, denn dort hat es einen netten Campingplatz, schön gelegen und recht gute Infrastruktur. Tags darauf trafen auch Sascha und Trix wieder ein und wir genossen die Zeit zusammen mit guten Essen und interessanten Diskussionen darüber wie wir die Welt verbessern oder gar retten könnten. Abends genossen wir ein exklusives Konzert der Beiden.


Wir machten einen Ausflug ins obere Tal des Rio Maule. Anfangs noch grün und frühlingshaft wurde die Landschaft mit zunehmender Höhe eher winterlich. Ganz oben an der Grenze zu Argentinien auf über 2000 müM lag noch viel Schnee und da es fast keine Vegetation hat, wirkte das Ganze nur noch kälter.

Auf der Rückfahrt marschierten wir in ein Seitental wo es warme Schwefelquellen hat. Aber leider wurde aus einem Entspannungsbad leider nichts denn das Hochwasser des Frühlings hatte die Brücke zu den Naturbecken weggerissen. So bleib es halt beim Beinevertreten in der herrlichen Gebirgslandschaft.

Weiter unten konnten wir in den Termas El Medano unser Bad doch noch nachholen wenn auch das Wasser mit „nur“ 32°C nicht soo warm ist. Dafür ist es kristallklar und riecht nicht schweflig.


Bei der Weiterfahrt nach Süden legten wir einen Zwischenhalt beim Salto de Laja ein. Da wieder mal Wochenende war, hatte es entsprechend viele Besucher. Da wir aber ganz in der Nähe übernachteten verschoben wir den Besuch auf Sonntagmorgen, so konnten wir der Menge elegant ausweichen. Die Wasserfälle sind die grössten in Chile. Auf einer Breite von 100 m stürzen die Fluten 50 m in die Tiefe. Auch hier führte der Fluss wegen der Schneeschmelze in den Bergen viel Wasser, was natürlich den Eindruck markant verstärkte. 


Der kleine Süden Chiles

Die Gegend zwischen Los Angeles und Puerto Montt wird gerne als der kleine Süden oder auch Seenregion bezeichnet. Eingeschlossen von der Panamericana im Westen und der Andenkette im Osten liegt diese herrliche Gegend. Viele Nationalparks, wunderschöne Gebirgslandschaft mit naturbelassenen Wäldern und Seen laden zum Wandern und Campen ein.

Wir machten einen ersten Halt im Tolhuaca Nationalpark. Ein Grossteil der Gegend wurde zwar vor 15 Jahren Opfer eines Waldbrands aber der gut zugängliche Südteil bietet ein paar kurze Wanderungen an der Laguna Malleco. Als wir im dortigen Campingplatz ankamen waren gegen 50 Zelte aufgebaut. Der Parkranger versicherte uns aber, dass es sich um einen Weekend Event für Schüler handle und am Abend alle Abreisen würden. So war es dann auch. Auf unserer Wanderung begegneten wir kaum jemandem und als wir zurückkamen waren alle am Packen. Abends waren wir dann tatsächlich die einzigen Gäste.

Die Wanderung führte steil hoch durch einen schönen Wald zu einem Aussichtspunkt von wo man auf den See hinunter sehen kann. Wieder an dessen Ufer wanderten wir noch zum eindrücklichen Wasserfall am Auslauf des Sees. 50 m stürzt sich das Wasser in ein von Basaltwänden gesäumtes Becken. Jetzt im späten Frühling ist die Wassermenge eindrücklich. Abends machten wir noch einen Spaziergang zum See zurück in der Hoffnung einige der vielen Vogelarten zu sichten. Wir hatten aber wenig Glück genossen aber die Abendstimmung am Wasser.

Da wir auf dem Weg hierher in einer super „Fruteria“ frisches Gemüse und an der Autobahn an einem Strassenstand super Erdbeeren gekauft hatten konnten wir in der Küche aus dem Vollen schöpfen. Es gab Erdbeer-Spargel-Salat und Kohlwickel. Ok, keine wirklich passende Kombination aber jeder einzelne Gang dafür ein Genuss. Man muss halt manchmal flexibel sein und das Angebot geniessen wie es kommt.


Bei der Fahrt aus dem Nationalpark heraus, auch hier war die Landschaft noch eindrücklich, konnten wir noch einen Caracara Greifvogel an der Strasse beobachten. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir unser nächstes Etappenziel. Und ein paar Stunden später trafen auch Trix und Sascha wieder ein.

Das ermöglichte uns zusammen eine schöne Wanderung in der nahen Reserva National Malalcuahuello. Mit unseren beiden Autos war es möglich das eine am Ziel zu lassen und mit dem anderen an den Start zu fahren, abends konnten wir dieses dann wieder abholen.

Nach dem Start stiegen wir durch die Aschelandschaft des Vulkans Lonquimay hoch zu einem Pass. Immer wieder bricht dieser aus und bedeckt die Umgebung mit Asche. Noch lag viel Schnee in den schattigen Lagen und bevor wir den höchsten Punkt erreichten mussten wir zwei grosse Schneefelder queren. Die Landschaft war wie auf dem Mond, kaum Vegetation nur unterbrochen von den weissen Schneefeldern. Dann ging es auf der anderen Seite hinunter und der Blich öffnete sich auf den fernen Vulkan Llaima mit seinen Nachbarn. Dann nochmal ein schweisstreibender Aufstieg durch Mischwald aus urtümlichen Araukarien, zartgrünen Südbuchen und mächtigen Coigue. Auf dem zwieten Pass machten wir Mittagsrast um dann 800 m abzusteigen. In den Schneefeldern entdeckten wir Spuren welche wir einem Puma zuordneten. Immer wieder hatten wir eindrückliche Aussichten zu den umliegenden Vulkanen und hinunter ins Tal. Auch hier la in den Schattenlagen noch viel Schnee, der liess sich aber gut begehen den er war recht fest.


Wir wollten nun weiter zum nächsten Nationalpark, dem Congillio. Einerseits war der Nordeingang, ganz in der Nähe von wo wir waren, noch nicht geöffnet und andererseits soll die östliche Umfahrung des Gebirges landschaftlich interessant sein, hatten wir erfahren. So machten wir uns also auf diesen „Umweg“ zu fahren. Es stellte sich heraus, dass die Landschaft tatsächlich sehenswert ist. Allerdings erst ab der Gegend um Icalma. Schöne Flusslandschaften wechseln sich ab mit eindrücklichen Bergen und wilden Urwäldern. Die Piste hat zwar viel Wellblech, aber es hatte sich doch gelohnt.

Kurz nachdem wir uns im Camping eingerichtet hatten, fuhren Nadine und Patrick wieder einmal vor. Sie waren von Argentinien wieder zurück nach Chile gekommen um wie wir die Region zu erkunden. Wir verbrachten einmal mehr einen netten Abend zusammen.

Am Morgen fuhren wir in den Nationalpark Congillio hoch um zu wandern. Auch hier waren einige der Wanderwege noch schneebedeckt und deshalb geschlossen. Wir fanden aber bald eine Route die wir gehen konnten. Erst parallel zum Lago Congillio ging es durch lichten Araukarienwald. Noch hatte der Frühling in dieser Höhe nicht richtig Fuss gefasst, nur zaghaft grünte die Natur. Dann ging es dem See entlang zurück. Schöne schwarze Lavasandstrände und Aussichten in die verschneite Sierra Nevada erfreuten unser Auge. Zurück beim Auto hängten wir noch einen Abstecher zu einer der grössten und ältesten Araukarie dran. Durch den herrlichen Urwald führte der Weg hoch entlang eines Baches. Nach etwa einer Stunde erreichten den mächtigen Baum. 50 m hoch und um die 1800 Jahre alt soll er sein, auf jeden Fall sehr eindrücklich.

Auf der Rückfahrt fuhren wir noch hinab zur Laguna Verde. Der See liegt inmitten einer kahlen, schwarzen Lavaaschelandschaft. Die grünen Bäume des Waldes und der nahe, schneebedeckte Vulkan Llaima bildeten einen eindrücklichen Kontrast zu ansonsten kahlen Landschaft. Man konnte erahnen, was für Naturgewalten zur totalen Verwüstung der Talsohle geführt haben mussten als der Vulkan ausgebrochen war. Aber die Natur schafft es immer wieder auch die ödesten Lavaströme bald wieder mit Grün zu bedecken. 


Die nächste Etappe führte uns in die Region von Pucon. Im Ort selber war es uns definitiv zu umtriebig und zu touristisch, wir wählten deshalb einen Campingplatz ein paar Kilometer entfernt vom Trubel. Schön am Rio Trancura gelegen genossen wir das schöne Wetter. Dieses änderte sich leider über Nacht so dass wir unsere Wanderung im nahen Huerquehue Nationalpark verschoben. Das war auch deshalb kein Unglück weil am Sonntag eh mit viel mehr Besuchern zu rechnen gewesen wäre und ein Ruhetag schadet uns ja auch nie.

So starten wir halt erst am Montag. Wir fuhren hoch bis ans Ende des Lago Tinquilco. Eine rumplige, schmale Piste  mit einer Flussdurchquerung verlangte einmal mehr gute Bodenfreiheit des Autos. Der einzige Parkplatz beim Wanderwegstart war noch frei für uns. Von Anfang an ging es steil den Wald hoch. An zwei Stellen hatten wir die Aussicht hinunter auf den See und den rauchenden Vulkan Villarica im Hintergrund. Nach gut 500 Höhenmetern erreichten wir den Lago Chico, mitten im Wald gelegen. Ein kurzes Wegstück brachte uns zum Lago Toro und der Lago Verde machte schliesslich das Trio voll. Dort machten wir auch eine kurze Mittagsrast bevor wir wieder ins Tal hinunter stiegen. Zwei Abstecher machten wir noch zu nahen Wasserfällen. Beide waren auf Grund der grossen Schmelzwassermengen recht eindrücklich.

Bevor wir uns Richtung Lago Calefquen und dann Argentinien aufmachten, wollten wir noch eine kleine Runde durch die grenznahen Bergtäler östlich von Pucon machen. Auf kleinen Wellblechpisten fuhren wir durch grüne Täler mit steilen Berghängen. Dies ist Mapuche Gebiet, wo noch heute viele dieser ursprünglichen Bewohner der Region leben. Meist betreiben sie bescheidene Landwirtschaften um mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen. Am Nordufer des Lago Caburgua fanden wir einen herrlichen Standplatz direkt am See. Ausser ein paar Kühen die aber respektvoll Abstand hielten waren wir alleine bis wir ein Schlauchboot nahen hörten. Zwei Männer kamen an Land und begrüssten uns freundlich. Sie wollten zwei Grosskinder abholen, welche gleich oberhalb unseres Camps vom Schulbus abgesetzt wurden denn ihr Haus am anderen Seeufer ist nur zu Fuss oder eben per Boot erreichbar.


Über Villarica wo wir noch einmal feines Brot in der Deutschen Bäckerei kauften fuhren wir anderntags an den Lago Calafquen. In Conaripe war noch nicht viel los und nur ein Campingplatz war halb offen. Das wird sich Ende Dezember schlagartig ändern, denn die ganze Region ist sehr beliebt um Ferien zu machen. Von Coripe sind es nur ein paar Kilometer zu den wohl schönsten Termen Chiles wenn nicht ganz Südamerikas. Wir planten unsere Abfahrt so, dass wir zur Öffnungszeit und 11 Uhr dort ankamen. So hatten wir die ganze Anlage fast eine Stunde nur für uns alleine. IN einem engen Canyon wurden insgesamt 20 verschieden grosse Becken angelegt. Von Zeit zu Zeit wird das abgekühlte Wasser durch sieden heisses ersetzt und nach einer Wartezeit kann man bei etwa 45°C das erste Mal wieder darin baden. Üppig grün ist die Vegetation im kleinen Tal. An den steilen Felsen kleben Farne, im Bach wachsen riesige Rhabarber ähnliche Pflanzen mit Blättern so gross wie Regenschirme. Gegen ein Uhr kamen langsam weitere Besucher, aber wir hatten uns in verschiedenen Becken herrlich entspannt und konnten nun getrost weiterziehen. 


Über die Grenze zurück nach Argentinien Dezember 2017

Wir wollten nicht eine der üblichen Routen nehmen um zurück nach Argentinien zu kommen. Eine interessante Alternative ist die Fähre von Puerto Fuy über den Lago Pirihueico nach Puerto Pirihueico und dann von dort einige Kilometer weiter bis zur argentinischen Grenze. Nach Ankunft in Puerto Huy erkundigten wir uns ob auf der Fähre am morgigen Freitag noch Plätze verfügbar sind. Da aber offensichtlich die Chilenen gerne in San Martin de los Andes das Wochenende verbringen, waren beide Verbindungen bereits ausgebucht. Die guten Neuigkeiten waren aber, dass jede Überfahrt vier Plätze für Notfallfahrten von Einsatzfahrzeugen freigehalten werden. Diese Plätze kann man dann als Standby ergattern. Da wir sowieso in der Nähe übernachteten waren wir dann am Morgen auch die Ersten in der Warteschlange und erhielten schliesslich auch ohne Probleme einen Platz.

Die Fahrt entlang dem schmalen See kostet etwa 30 CHF für zwei Personen und ein Auto und dauert 1 ½ h. Einwenig erinnerte uns die Fahrt an die Fahrten entlang norwegischer Fjorde. Die Umgebung ist nicht mit Strassen erschlossen und wir sahen auch nur zwei Behausungen entlang der Ufer. Ungerührter Urwald begleitete uns auf der ganzen Fahrt. Schliesslich in Puerto Pirihueico angekommen leerte sich das Schiff schnell und alle strebten der nahen Grenze zu. Dadurch ergab sich in der Grenzstation eine längere Wartezeit, denn ausser den ein, zwei  Fährankünften herrscht auf dieser Strecke kein Verkehr so dass die Kapazitäten der Zöllner nur bescheiden ist.

Die Ausreiseformalitäten waren dann aber schnell erledigt und schon ging es ein paar Kilometer weiter zur argentinischen Seite.

Da die Fahrzeuge nun einzeln eintrudelten gab es dort keine Wartezeiten.

Auch hier waren die Formalitäten schnell erledigt, keine Formulare mussten ausgefüllt werden und Kosten entstanden auch keine. Bei diesem Übergang wurde auf die Lebensmittelkontrolle gänzlich verzichtet, so dass wir die zwei Tomaten illegaler Weise ins Land schmuggeln konnten.

Nun waren es nur noch etwa 40 Km bis San Martin de los Andes wo wir von unseren Freunden Cristina und Edgardo freudig erwartet und begrüsst wurden. Wir hatten die Beiden in Arequipa in Peru kennengelernt wo sie uns auf ihrer Ferienreise begegnet waren. 



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Kommentare: 2
  • #1

    dany moesch (Sonntag, 10 Dezember 2017 12:02)

    soooooo schööööön,,,,,,,,,,,,,, ich hoffe nein, ich sehe ja dass es euch gut geht und das freut mich sehr,,,,
    eine schöne Weihnachtszeit wünsch ich euch von herzen,

    e liebe gruess us zuzgen dany

  • #2

    Pascal Fuchs (Freitag, 22 Dezember 2017 14:42)

    Bin immer wieder beeindruckt von Euren schönen Bildern..

    Liebi Griess uss dr Flowtec und schöni Wiehnacht und e fröhliche Übergang ins 2018

    Pascal