Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.

Unsere Übernachtungsplätze in Kolumbien

Infos zu den Schlafplätzen findet man hier:

>LINK<


Reise von der Schweiz nach Cartagena, Kolumbien

Nach unseren drei Wochen in der Schweiz flogen wir von Zürich via Frankfurt und Bogota nach Cartagena wo wir unser Auto wieder in Empfang nehmen wollten. Die lange Reise wurde am Ende noch etwas verlängert, da unser Flug von Bogota nach Cartagena um 1 ½ h verspätet war. Schliesslich erreichten wir unser gebuchtes Hotel aber doch noch vor Mitternacht.


Die Abholung unseres Autos – Wie lief das..

Da wir am Freitagabend angekommen waren, konnten wir am Samstag nur ein paar Formalitäten am Hafen erledigen. Bei der „Sociedad Puertuaria“, das ist das admistrative Zentrum der vier Häfen in Cartagena, mussten die verschiedensten Gebühren einbezahlt werden, bevor man überhaupt die gebuchte Zollkontrolle im Hafen durchführen kann. Danach fuhr uns Sonja, die Frau des Chefs, zu einem nahen Versicherungsvertreter wo wir die obligatorische Haftpflichversicherung für drei Monate abschlossen (ca. 90 USD) und auch gleich noch zum Vertreter der Schiffahrtslinie (bei uns Höegh) um das Original "Bill of Lading" abzuholen. Man hatte dann aber doch noch eine schlechte Nachricht: Am Montag war nämlich ein Feiertag so dass die Zöllner einen Freitag genossen.

Am Dienstagnachmittag war der Termin mit dem Zoll im Hafen angesagt. Die notwendige Zutrittsbewilligung beantragt worden und so konnte Ueli ohne Probleme mit der zugeteilten Zöllnerin zu unserem Auto marschieren. Die eigentliche Kontrolle bestand auf dem Vergleich von Autoschild und Chassisnummer mit den Papieren, das war‘s dann auch schon. Ein Schweizer, welcher seine BMW hierher verschifft hatte, konnte mangels Zutrittsbewilligung nicht persönlich bei seiner Zollkontrolle dabei sein. Ueli konnte aber schliesslich in seinem Namen die Papiere unterzeichnen.

Nochmal zurück zur Hafenadministration um weitere Gebühren zu begleichen um darauf die Abholgenehmigung zu erhalten. Das hat dann aber leider nicht vor Feierabend geklappt. So holte der Sohn des Chefs am Mittwochmorgen erst das Dokument und dann Ueli ab und emeinsam fuhr man erneut zum Hafen. Dort konnte Ueli zum  Auto gehen und herausfahren, fertig.

Enlace Caribe (siehe auch auf dieser Seite unten: >LINK< ) hat die ganzen Kosten immer in unserem Namen bezahlt und uns am Ende eine Gesamtrechnung präsentiert. Es fielen etwa 300 USD Hafen- und andere Gebühren an und der Zollagent wollte für seine Aufwendungen noch einmal so viel. Wir denken das ist ein fairer Preis, denn will man all die notwendigen Schritte selber machen, muss einiges recherchiert und erledigt werden. Zudem muss man mit einigen Taxifahrten rechnen und wenn mal was nicht klappt hat man auch niemand der einem beistehen kann.

 

Übrigens:

Alle Gebühren und Dienstleistungskosten werden in der Regel in USD definiert. Allerdings werden diese Preise schliesslich doch in kolumbianische Pesos (COP) umgerechnet und z.B. bei Enlace Caribe BAR bezahlt. Das heisst, man sollte auf jeden Fall für etwa 600 USD Pesos bereithalten (ca. 1,8 Mio Pesos (Juli 2017))

 

Hier noch eine Webseite wo das Prozedere recht ausführlich beschrieben wird für Leute die die Administration in Cartagena selber machen möchten:

 

www.nichtswieweg.ch

Dazu gibt es noch Nachträge und zudem kleine Unterschiede je nach dem mit welcher Firma man verschifft hat (wir zum Beispiel mit Höegh und nicht WW)

 

Oder aber man sucht die neuesten Infos hier (inkl. erwähnte Nachräge von oben):

 

panamericanainfo.com


Cartagena

Zwischen den einzelnen Termin für die Autoabholung und an den „freien Tagen“ waren wir immer wieder in der Altstadt. Es war zwar immer sehr heiss, weshalb wir die Besuche meist erst gegen Abend starteten. Wir genossen dann auch in einem Hotel mit klimatisierten Zimmern und einem schönen Pool zu logieren.

Cartagena ist eine quirlige Stadt, eine der Hauptdestinationen für Besucher in Kolumbien. Viele Restaurants und Bars buhlen um die Gunst der Touristen. Am Wochenende war dann auch einiges los, während es am Montag, trotz Feiertag, recht ruhig war. Die Altstadt mit seiner mächtigen, umlaufenden Stadtmaure ist gut zu Fuss erkundbar und wir schlenderten dann auch Kreuz und Quer durch das historische Zentrum welches sehr gut erhalten ist. Südöstlich des „Centro de Convenciones“ haben wir im Restaurant „Casa de Socorros“ zweimal unser Nachtessen genossen, ein Ort den man empfehlen kann. Gutes Essen in einer netten Umgebung mit gutem Service und das zu einem sehr fairen Preis. Restaurants im Zentrum verlangen oft etwas viel für was man schliesslich geboten bekommt


Volcan El Totumo

Dieser liegt an der Küstenstrasse nordöstlich von Cartagena. Als wir dort ankamen, war eben ein Bus beim Abfahren und ansonsten nur wenige Besucher anwesend. Wir entschlossen uns deshalb dieses spezielle Spektakel auch zu erleben. Der etwa 2000 Jahre alte „Vulkan“, eigentlich ist es ein Lehmkegel welcher im Laufe der Zeit entstanden ist, hat an seiner Spitze einen kleinen Pool in welchem ein dickflüssiger Schlamm zum Baden einlädt. Da die Dichte des Schlamms so hoch ist, ist der Auftrieb so stark, dass man vertikal stehen kann ohne unterzugehen, wäre auch nicht gut, denn der Schlammpfropfen ist immerhin 500 m tief!!. Allerdings ist schwimmen nahezu unmöglich und man kommt aus eigener Kraft kaum vorwärts. Nach dem Bad geht man hinunter an die Lagune und lässt sich von einer der Frauen den Schlamm abwaschen. Während des Besuchs bieten sich Jungs an, einem die Kleider und Schuhe zu hüten und als Fotograf Bilder vom Besuch zu machen, denn ist man mal drin ist man dick mit Schlamm bedeckt und kann nichts mehr anfassen.


Santa Marta und Umgebung

Über Facebook hatten wir schon vor einiger Zeit Kontakte geknüpft mit Toyota Besitzern in Kolumbien. Daraus haben sich einige Kontakte schon vor dem persönlichen Kennenlernen so weit entwickelt, dass wir zum Beispiel eine Einladung erhalten hatten ein paar Tage in einer Ferienwohnung in Rodadero zu verbringen. Die Stadt Rodadero ist südlich vom bekannteren Santa Marta und enthält in erster Linie touristische Infrastruktur, namentlich Hotels und Ferienwohungen. Was wir allerdings zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wussten, war dass der Besitzer in Bogota wohnt und gar nicht persönlich anwesend sein konnte. Sein Hausmeister war aber informiert und liess uns dann auch in die Wohnung ein. Wir waren froh im Schlafzimmer sogar eine Klimaanlage zu haben, denn das Klima an der Karibikküste war generell immer noch sehr heiss und vor allem unangenehm feucht. So hatten wir eine bequeme Basis und machten von dort Ausflüge in die Umgebung.

Im Reiseführer war davon die Rede, dass Minca ein hübsches Bergdorf sei, welches man unbedingt besuchen sollte. So fuhren wir auf der schmalen Bergstrasse durch tropischen Urwald auf etwa 600 müM hoch. Es war etwas angenehmer dort ober aber immer noch gut 30°C. Nun, wir fanden das Dorf dann doch nicht so speziell, denn ausser ein paar einfachen Hotels und Gästehäusern und ein paar Restaurants bietet das Dorf nicht allzu viel. Man könnte zwar in der Gegend auch noch wandern, aber dafür war uns das Klima doch immer noch zu heiss.

Um vom berühmten Tayrona Nationalpark einen Eindruck zu gewinnen fuhren wir zum empfohlenen Strand an der „Bahia Concha“. Die Kolumbianer liessen sich von der Rumpelpiste zum Strand aber wie wir nicht abschrecken und so kam es, dass wegen des Wochenendes ziemlich Betrieb herrschte. Wir genossen aber die Abkühlung im Meer, welches hier doch etwas weniger warm war als wir es von der Yucatan Halbinsel in Mexico noch in Erinnerung hatten.

Nach wenigen Tagen zog es uns dann aber doch Richtung Berge, denn wir hatten nun definitiv genug tropisch heisse Tage gehabt.


San Gil, Barichara und Guane

Auf dem Weg nach San Gil kommt man noch am Chicamocha Nationalpark vorbei. Der mächtige Canyon in mitten einer trockenen Gebirgslandschaft bietet einen starken Kontrast zur grünen und dichten Vegetation vor und nachher. Das Zentrum des eigentlichen Nationalparks ist dann eher ein Vergnügungspark mit Seilbahn und Wasserpark und vielen weiteren Abenteuermöglichkeiten. Danach ging es wieder hinunter nach San Gil. Dort war man dann auf über 1000 müM, was sich in einem bedeutend angenehmeren Klima niederschlug. Allerdings waren meist nur die Vormittage sonnig und gegen Abend ging meist ein zum Teil kräftiges Gewitter nieder. San Gil selber bietet dem Besucher nicht sehr viel. Wir nutzten die Gelegenheit unserem Toyota wieder einmal einen Ölwechsel verpassen zu lassen. In Kolumbien ist unser Modell gut vertreten, so dass ein Ölfilter am Lager lag. In einem schöngelegenen Camping ausserhalb der Stadt richteten wir uns für die nächsten Tage ein.

Ein Ausflug galt dem Bergdorf Barichara. Das gut erhaltene Kolonialstädtchen ist recht ruhig und lädt zu einem Spaziergang durch die steilen Gassen ein. Alle Dächer sind mit roten Ziegelngedeckt und an den Fassaden hängen hölzerne Balkone mit gedrechselten Geländern. Zuoberst im Städtchen leigt die Capilla de Santa Barbara von wo man auch eine schöne Aussicht auf die Dächer der Ortschaft und die bergige Umgebung hat. Zurück beim Auto fanden wir eine Nachricht von Elvira und Ruedi welche uns wissen liessen dass auch sie sich in der Stadt aufhielten. Nach einer SMS kam Elvira auch schon aus einem nahen Restaurant um uns abzuholen. Wir tauschten Erlebnisse und Infos aus, wie halt so üblich wenn sich Reisende treffen und wussten, dass wir uns bald wieder treffen würden.

Wir fuhren danach hinunter nach Guane, einem verschlafenen Dorf wo die Leute noch recht ursprünglich leben. Rund um den hübschen Zentralplatz sind die Kirche, alte Häuser und ein Uhrenturm angeordnet. Überall sieht man Versteinerungen und Fossilien aus der Umgebung, sei es in den wenigen Läden oder aber in Mauern und Gehwege eingebettet. Da wir nicht gerne denselben Weg zweimal fahren, hatten wir beschlossen einen kleinen Umweg für die Rückfahrt in Kauf zu nehmen. Was wir allerdings aus den Karten nicht ersehen konnten, war dass die Strassen bessere Karrwege waren und entsprechend Zeit forderten. Die Landschaft hinunter an den Fluss und an diesem entlang war grandios aber bald wurden wir vom nachmittäglichen Gewitter überrascht. Im strömenden Regen und schlechter Sicht kämpften wir uns bis zur Hauptstrasse durch und waren schliesslich froh wieder festeren Boden unter den Rädern zu haben.

Im Camping lernten wir dann Caro und Martin aus der Ostschweiz kennen. Mit ihnen verbrachten wir den regnerischen Abend in unserem kleinen Heim.


Villa de Leyva und Umgebung

Die Fahrt nach Villa de Leyva war kurzweilig und führte erneut durch schöne Gebirgslandschaft. Überall wurde das Land bewirtschaftet. Zuckerrohr, Weideland oder aber auch Obstplantagen, hier meist Bananen und andere tropische Früchte, prägten die Landschaft. Zuletzt landeten wir einmal mehr auf einer Rumpelpiste, denn anhand der Signatur auf den Karten ist die Qualität der Strassen selten klar ersichtlich. So leitete uns das GPS halt auch über kleine Pisten und wir waren wieder einmal froh in einem robusten Geländewagen unterwegs zu sein. Im Camping trafen wir nicht unerwartet wieder auch Elvira und Ruedi und nicht viel später als wir trafen auch Caro und Martin ein.

Wir genossen die Tage in Leyva im Camping mit hervorragender Infrastruktur und guter Gesellschaft. In der Stadt wurde wieder einmal ein christlicher Feiertag begangen diesmal in Verehrung der „Virgin Carmen“. Das bedeutet aber vor allem auch ein langes Wochenende für die Einheimischen und ein entsprechendes Fest in der Stadt. Alkohol, vor allem Bier, floss in Strömen, nicht unüblich wenn die Latinos ein Fest feiern.

Wir erkundeten aber auch die Umgebung denn da gibt es einiges zu sehen. Am meisten beeindruckt hat und das „Casa Terracota“. Dieses futuristische und auch etwas mystische Gebäude wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren erbaut. In Schichten wurden die Mauern jeweils mit Kohle umschüttet und durch abbrennen der Ton gebrannt. Viele skurrile, schmiedeeiserne Fabelwesen dienen dem Schmuck. Da finden sich voll funktionsfähige Badezimmer und Kücheneinrichtungen, wie auch Schlafgemächer. Bewohnt wurde das Haus allerdings nie und dient nun ausschliesslich als touristische Attraktion.

Auch in der Nähe der Stadt liegt ein wichtiges historisches Überbleibsel der Muisca Kulter, den Ureinwohnern dieser Region. Es handelt sich dabei um eine einfache astronomische Einrichtung welches es den Leuten ermöglichte bestimmte astronomische Konstellationen zu vermessen. Reihen von Steinsäulen wurden, ähnlich wie in Stonehenge, dazu verwendet. Zudem hat es auf dem Gelände verschiedene Fruchtbarkeitssymbole in Form von riesigen phallusförmigen Steinsäulen.


Region Laguna de Tota

Über Tunja machten wir einen Abstecher in die Umgebung der Laguna de Tota. Bevor war aber zum Stausee fuhren ging es hoch in die Berge um den Dörfchen Mogui einen Besuch abzustatten. Nebst dem intakten und historischen Dorfzentrum ist der Ort berühmt für seine Fussballherstellung. 1934 hatte ein Soldat während seines Dienstes an der Grenze zu Peru und Brasilien Firmen gesehen welche Fussbälle herstellten. Er sah darin eine Chance wieder zu Hause mit diesem Handwerk eine neue Existenz zu schaffen. Das tat er so erfolgreich, dass unterdessen etwa 350 Personen in diesem Geschäft tätig sind. Bis in die 1990er Jahre war dann auch diese kleine Firma der Lieferant für alle grossen FIFA Turniere. Ein kleines Museum zeigt die traditionelle Herstellung und in einer Ausstellung sieht man die Entwicklung der Herstelltechnik und der verwendeten Materialien, sowie einige der Bälle aus vergangenen Turnieren. Selbst von der WM 1954 in der Schweiz ist ein Lederball zu sehen.

Das Wetter wollte nicht so richtig mitspielen so dass unser Besuch am Stausee recht kurz ausfiel. Trotz des regnerischen Wetters entschlossen wir uns wieder einmal eine „Abkürzung“ durch die Berge zu nehmen. Fast drei Stunden benötigten wir für die 60 Km Piste. Bis auf 3500 m hoch führte uns die schmale Strasse, belohnt wurden wir mit herrlichen Aussichten und einer einmaligen Flora.


Region Bogota

Bevor wir einen Ausflug in die Hauptstadt machten, besuchten wir die Salzmine von Nemocon. Heute wird diese nicht weiter kommerziell genutzt sondern dient als Sehenswürdigkeit für interessiert Besucher. Nebst der Geschichte des Salzabbaus in dieser Gegend werden im Rahmen eine Führung auch gezielt erstellte Sehenswürdigkeiten gezeigt. Speziell war auch die Kulisse welche für einen Spielfilm erstellt worden war. Der Film handelt von dem bekannten Grubenunglück welches vor Jahren in Chile für Schlagzeilen sorgte. Nach wochenlangen Rettungsaktionen wurden damals alle 33 Verschütteten mittels einer extra gebauten Rettungskapsel gerettet.

Wir hatten beschlossen nicht mit dem Auto nach Bogota hineinzufahren. Der Verkehr sei hektisch und Parkmöglichkeiten schwer zu finden, hatten wir erfahren. Hinein kamen wir schliesslich mit Karl-Heinz, den Lörracher hatten wir am Lago Atitlan in Guatemala kennengelernt. Er musste mit seinem Hund zum Veterinär in Bogota und so konnten wir mitreiten.

Mit dem Bus fuhren wir schliesslich ins historische Zentrum. Einmal mehr wurden wir dabei von der Hilfsbereitschaft der Kolumbianer überrascht. Da wir die notwendige Prepaidkarte für den Bus nicht hatten liess uns der Fahrer gratis mitfahren und liess uns dann auch bei der besten Haltestelle aussteigen. Eine junge Frau im Bus hatte mit bekommen, dass wir zum Goldmuseum wollten und zeigte und kurzerhand den Weg.

Das Goldmuseum ist wirklich ein Besuch wert. Erst wird einem erklärt, wie das Gold in der pre-kolumbianischen Zeit gewonnen und verarbeitet worden ist. Danach ist jeder Region Kolumbiens eine eigene Abteilung gewidmet und man bestaunt hunderte, ja tausende von Objekten in den Vitrinen. Bedenkt man die Mengen solcher herrlichen Stücke von den Spaniern gestohlen und eingeschmolzen worden sind, kann man sich vage vorstellen wie viele insgesamt existiert haben müssen. Die ausgestellten Objekte müssen aus Hunderten Kilo Gold bestehen.

Danach machten wir einen Spaziergang durch die Altstadt, vorbei am Plaza Bolivar, hinein in die steilen Gassen des Quartiers und waren dann aber froh diese überaus hektische Stadt wieder verlassen zu können. Die Busfahrt zurück zu unserem Schlafplatz war zwar nur knapp 60 Km, aber wegen der vielen Strassenbaustellen dauerte die Fahrt schliesslich 2 ½ h. Der Chauffeur nutzte dabei alle seine Tricks, so wartete er an den Rotlichtern bei den Baustellen nur so lange bis kein Gegenverkehr mehr kam und überholte die Kolonne auf der linken Spur und drängte sich vorne in den wieder fliessenden Verkehr.


Rio Claro

Auf dem Weg nach Medellin wollten wir noch die Salzkathedrale in Zipaquira besuchen. Als wir aber dort ankamen musste wir feststellen dass wegen des erneuten langen Wochenendes, Kolumbien feierte seinen Nationalfeiertag, massenhaft Besucher anstanden. Auch hier kann man nur mit einer geführten Tour besichtigen und das wollten wir dann lieber nicht „geniessen“.

So machten wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Weg. Quer durch die Hügellandschaft gelangten wir auf die Hauptstrasse nach Westen. Über einen weiteren hohen Pass wurde die Temperatur wieder kühl um dann aber auf 600 m hinuntergefahren wieder in der Hitze des Tages zu landen. Nach einer weiteren Halbtagesfahrt gelangten wir schliesslich in das Naturreservat des Rio Claro. Dem Fluss entlang wanderten wir in den Canyon hinein und kühlten uns schliesslich im schönen Fluss. Übernachtet hatten wir schliesslich am selben Fluss aber ein paar Kilometer stromabwärts. Hier trafen wir auch schon wieder bekannte Gesichter, Caro und Martin hatten dieselbe Wahl getroffen. Auf Grund des langen Wochenendes wollten wir dieses hier abwarten, denn wir erwarteten viele Laute und viel Verkehr auf den Strassen. Der Camping an diesem Fluss gelegen war der richtige Ort für einen Ruhetag


El Penol

Zusammen mit den beiden Schweizern machten wir uns auf den Weg zum „El Penol“. Wir hatten den direktesten Weg gewählt, dieser führte uns auf schmalen Pisten durch abgelegene Regionen. Zeit haben wir so sicher keine gewonnen, aber dafür einmal mehr einen Eindruck vom einfachen Leben der Leute auf dem Lande bekommen.

Über den Hintereingang gelangten wir so direkt zum eindrücklichen Felsen. Der 200 m hoho Monolith steht einsam in der Landschaft und überragt den Stausee von Penol. Eine kühn gebaute Treppe führt mit 750 Stufen hoch auf den Felsen. Von dort geniesst man eine einmalige Aussicht auf das Labyrinth des Sees und die Bergwelt drum herum. Myrta hatte angesichts der ausgesetzten Treppe auf den Anstieg verzichtet. So kletterte Ueli mit Cora und Martin zusammen hoch. Vorbei an vielen keuchenden Kolumbianern erreicht man das „Dach“ des Felsens. Dort geht es nochmal ein schönes Stück hoch auf einen Aussichtsturm.

Am Ende wurde es noch ein langer Tag, denn in der Umgebung hatten wir keine gescheite Übernachtungsmöglichkeit gefunden und so fuhren wir noch bis kurz vor Medellin. Und wenn man sowieso schon spät dran ist kommt immer noch was dazwischen. Bei uns war es erst der starke Rückreiseverkehr und 3 Km vor dem Campingplatz gerieten beide Autos noch in eine umfassende Dokumentenkontrolle der Polizei. So kamen wir erst gerade bei Sonnenuntergang am Ziel an.


Medellin

Medellin verdankt seinen schlechten Ruf dem Drogenboss Pablo Escobar der hier in der Nähe sein Imperium aufgezogen hatte und die ganze Region terrorisiert hatte. Heute ist die Stadt wie die meisten Regionen Kolumbiens befriedet und auch die FARC hat nach einem Friedensabkommen seine Tätigkeiten weitgehend eingestellt. Für uns Reisende ein Segen, denn Kolumbien und vor allem seine Einwohner sind eine Reise wert.

Unser Camp lag gut tausend Meter höher als Medellin. Mit einem Bus und dann mit einer Kilometerlangen Gondelbahn fuhren wir hinunter in die Stadt. Hoch über den Dächern schwebten wir talwärts und gewannen einen guten Überblick über die Ausdehnung der 3.7 Millionen grosse Stadt. Bis hoch an die Berge liegen unzählige Quartiere, meist mit roten Backsteinen gebaut. Die moderne Metro brachte uns bis auf ein paar Schritte an den Plaza Botero. Hier hat der berühmteste Künstler Medellins der Stadt eine Anzahl seiner typischen Bronzefiguren hingestellt. Tiere, Menschen und Fabelwesen schmücken diesen Park mitten im Zentrum der Stadt. Durch die umtriebige Fussgängerzone spazierten wir durch das historische Zentrum. Die vielen Museen mochten wir nicht besuchen und begnügten uns mit diesem Stadtrundgang. Über den Fluss gelangten wir zu einer Schweizer Bäckerei wo wir gutes Brot kauften und die feine Patisserie im kleinen Kaffee genossen. Zurück im Stadtzentrum suchten wir die Bushaltestelle wo uns ein Bus die sehr steile und kurvige Strecke wieder hoch nach Santa Elena brachte.  


Das Bergdorf Jardin

Ein Kolumbianer hatte uns den Tip gegeben, den Umweg über Jardin zu machen. So fuhren wir also von unserem Camping in den Bergen hinunter nach Medellin und mitten durch den Stadtverkehr Richtung Süden. Anfangs immer noch im Bereich der Millionenstadt war der Verkehr dicht und hektisch. Aber einmal von der Hauptroute abgebogen beruhige sich das Ganze etwas und wir konnten die Landschaft geniessen. Schon sah man die ersten Kaffeeplantagen, auch wenn die Gegend nicht zur bekannten Kaffeeregion Kolumbiens gehört. Lange einem Flussfolgend stieg die Strasse schliesslich an In Jardin haben wir uns erst mal bei einer Forellenzucht zum Übernachten eingerichtet. Danach spazierten wir ins Stadtzentrum zurück und tranken in einer coolen Bar direkt am Hauptplatz ein Bier. Der Ortskern ist gut erhalten und die Häuser in leuchtenden Farben dekoriert. Die Kirche ist ziemlich speziell und wirkt ohne Sonne düster. Es herrschte erstaunlich viel Betrieb auf und um den Hauptplatz.

Im Camp zurück genossen wir die frische Forelle zum Nachtessen. Die Gräten waren entfernt worden und der Fisch aufgeklappt. So wurde er frittiert war aber überhaupt nicht fettig. Forellen zum Mitnehmen und machten uns auf den Weg Richtung Kaffeeanbauzone. Auf einer Bergpiste überquerten wir die Berge nach Riosucio. Stetig wand sich die Strasse in die Höhe und gab immer wieder den Blick zurück nach Jardin frei. Der Westabhang ist bis weit ober mit tropischem Dschungel bewachsen. Kaum hat man aber die Passhöhe hinter sich, dominieren Föhrenwälder und offenes Weideland das Landschaftsbild. Aber auch auf dieser Seite genossen wir immer wieder Weitblicke ins Tal hinunter. Als wir die Teerstrasse erreicht hatten, zum ersten Mal waren wir nun auf der legendären Panamericana unterwegs, ging es flott voran. Entlang einem grossen Tal windet sich die Strasse durch fruchtbares Land. Alles ist wunderbar grün und sobald wir die ideale Höhe für Kaffeeanbau erreicht hatten, waren immer wieder Plantagen entlang der Strasse zu sehen


Zona Cafetero

Filandia ist ein kleines Städtchen mitten in der Kaffeezone. Wir hatten diesen Ort als Basis zum Erkunden der Region gewählt weil man dort auf der Steel Horse Finca einen angenehmen Aufenthaltsort zu Verfügung hat. Ein Englische Paar, selber lange mit Motorrädern durch Südamerika gereist, haben die Finca Ende 2016 gekauft und sind nun daran, diese als Overlander Treffpunkt auszubauen. Noch gibt es unheimlich viel zu tun, aber schon Heute kann man den Ort geniessen.

Auf Empfehlung von Yvette besuchten wir die Kaffeefinca von Dona Nelly, nur ein paar Kilometer entfernt. Es gibt zwar dutzende von Alternativen um einen Einblick in den Kaffeeanbau zu gewinnen, aber wir zogen es vor diese kleine, familiär geführte Plantage zu besichtigen. Dona Nelly führte uns herum und erklärte den Prozess von A bis Z. Bei unserem Besuch war leider noch keine Erntezeit, diese beginnt erst gegen Oktober so richtig. Nur einzelne Beeren waren schon etwas rot, aber eben geerntet wurde noch nicht. So konnten wir die Einrichtungen besichtigen, aber sie waren eben nicht in Betrieb.

Eine kleine Wanderung führte uns hinunter an die Twinfalls, ein kleiner Doppelwasserfall in einem steilen Tal. Tropischer, dichter Urwald liess den Ort düster erscheinen. Zu unserer Freude und Überraschung sahen wir am Ufer des kleinen Pools eine Wasserschildkröte. Daneben hatte es auch viele Vögel und Schmetterlinge.

Am nächsten Tag trafen Martin und Cora ( www.gufligers.ch ) ein und wir verbrachten das Wochenende zusammen auf der Steel Horse Finca.


Die berühmten Wachspalmen der Region

Unsere beiden Freunde hatten das berühmte Valle Cocora schon besucht und waren etwas enttäuscht gewesen. Auf der anderen Seite hatte uns Yvette von der Finca den Tip gegeben die Piste von Salento nach Toche zu fahren. Dort habe etwa viel mehr von diesen Wachspalmen und zudem war man dort höchstwahrscheinlich alleine unterwegs. So verzichteten wir auf den Besuch des bekannten Tals und fuhren zusammen nach Salento und von dort hoch in die Berge. Auf fast 3500 m hoch wand sich die schmale Piste. Immer näher kamen wir den Wolken und fuhren schliesslich durch dichten Nebel. Kaum waren wir wieder unter der Wolkendecke zeigten sich die ersten Palmen. Diese wachsen in der Gegend zwischen 2500 und 3000 müM. Kilometerlang fuhren wir in der Folge durch eine faszinierende Landschaft. Dichte Palmenwälder wechselten sich ab mit offenen Weideland und einzelnen Plamen darin. Bis 60 m hoch sollen die grazilen Bäume wachsen. Steil ging es danach hinunter in das kleine Bergdorf Toche. Nochmal 15 km steinige Rumpelpiste und wir landeten bei Cajamarca auf der Hauptstrasse mit seinen vielen, rauchenden und langsamen LKW’s. Des Einen Leid des Anderen Freud, könnte man sagen, denn wir sahen einen jungen Velofahrer, welcher sich im dichten Verkehr an einen Truck anhängte und sich mitziehen liess. Wenn es ihn hingeschmiessen hätte, wäre er unvermeidlich vom nachfolgenden Verkehr überfahren worden. Aber eben, in Kolombien können solche Dinge einfach nicht passieren….

In der Nähe der Stadt Ibague fanden wir einen sehr schönen Campingplatz. Eigentlich ist der Camping Tacuara nur am Wochenende offen, aber nachdem ein Parkplatzwächter auf unsere Bitte hin angerufen hatte, fuhr der Besitzer hin und öffnete uns das Tor. Wir genossen einen sehr ruhigen Abend nur einige Kilometer ausserhalb der hektischen Stadt


Die Tatacoa Wüste

Eine Tagesetappe weiter südlich erreicht man die kleine aber feine Wüste von Tatacoa. Wir erreichten diese über eine kleine Piste von Norden so dass wir uns den Umweg über Neiva sparen konnten. Aus einem Tunnel hinaus überquert man den hier schon mächtigen Rio Magdalena und verschwindet nach der Brücke gleich wieder in einem Tunnel. Durch trockene, aber Dank Bewässerung aus den nahen Fluss doch fruchtbare Gegend erreichten wir die  Wüste. Anstatt auf die Piste welche den Hauptzugang gewährt zu fahren, bogen wir ein paar Kilometer vorher schon nach Osten ab und hielten auf der kleinen Piste direkt auf das Valle de la Constitution zu. Immer wieder hielten wir an und bewunderten die interessante Landschaft und die abwechslungsreiche Flora. Es wachsen eigentlich sehr viele Büsche und Bäume aber auch Gras in der Gegend. Man sieht aber auch viele Kakteen, seien es die kleinen Kugelkakteen oder die mächtigen Säulenkakteen. Mitten in der Landschaft hat Saul einen einfachen Camping eingerichtet und der Clou ist der grosszügige Swimming Pool  der wider Erwartung recht kühles Wasser enthielt. Die Temperaturen waren auf gut 35°C angestiegen, so dass die Abkühlung im Pool sehr erholsam war. Die Temperatur lässt sich zwar gut ertragen, die die Luftfeuchtigkeit ist tief.

Wieder begingen wir den 1. August zusammen mit Reisenden aus der Schweiz. Letztes Jahr waren es Celine und Dani gewesen und wir hatten zusammen bei kühlen Temperaturen ein Fondue genossen. Hier waren es nun Caro und Martin. Allerdings kam keine so richtige Feststimmung auf, zu heiss und zu weit weg von allem.

Am Morgen fuhren wir dann südwärts und trafen auf die Hauptpiste. Dieser entlang hat es immer wieder Aussichtspunkt, der wohl schönste liegt direkt unterhalb vom astronomischen Observatorium. Eigentlich hätten wir gerne mal den Sternenhimmel durchs Teleskop betrachtet, aber schon tags zuvor war der Himmel fast die ganze Nacht bedeckt gewesen. Da die Kumuluswolken bereits wieder kräftig wuchsen, war anzunehmen dass auch die folgende Nacht keine freie Sicht auf den Sternenhimmel erlauben würde.

So genossen wir hier erst mal die Aussicht auf die rote Erosionslandschaft und verabschiedeten und danach von unseren Freunden. So wollen, im Gegensatz zu uns von hier aus ziemlich direkt Richtung Ecuador aufbrechen. Wir sind sicher, wir werden uns wieder mal begegnen

Während unserer gemeinsamen Zeit mit den Gufligers haben wir ein Video mit Martins Drohne gemacht. Merci an Hifi für die Kameraführung der Drohne!
Unten das Resultat


Tierradentro

Tierradentro ist eine der wenigen archäologischen Stätten die man in Kolumbien besichtigen kann. Im Gegensatz zu Mexiko und  Peru sind nur wenige Zeugnisse vor-kolumbianischer Kulturen erhalten geblieben. Wir quartierten uns neben dem einfachen Guesthouse „Lucerna“ im Garten ein. Auf Nachfrage wurde uns bestätigt, dass tatsächlich vor vielen Jahren ein Schweizer der Besitzer des Anwesens gewesen war und der Name erhalten worden ist. Am Morgen machten wir uns auf, einen Teol der umliegenden Gräber zu besuchen. Auf einem gut ausgeschilderten Wanderweg stiegen wir steil bergan um die bekanntesten und auch schönsten Fundstellen bei Alto Segovia zu besichtigen. Etwa ein Dutzend der bis 9 m tiefen Gräber sind ausgegraben und freigelegt worden. Die Inhalte sind leider meist von Grabräubern entnommen und unwiederbringlich verscherbelt worden. Einige der Gruften sind mit farbigen, geometrischen Mustern dekoriert und in nur einer davon sind noch die Originalurnen zu sehen. Eine weitere Gruppe Gräber befinden sich ein Viertelstunde entfernt hoch über dem Tal. Überall sind hilfsbereite und kompetente Parkwächter zu Verfügung und sie erzählen gerne über die Hintergründe. Allerdings ist über die ursprüngliche Kultur nur sehr wenig bekannt, nur dass sie etwa vor 2000 Jahren ihre Blütezeit hatte. Bei den Gräbern soll es sich um Grabstätten für ganze Sippen handeln, aber selbst diese Information ist nicht gefestigt, da ansonsten keine Spuren der Kultur existieren. Nachdem wir über das kleine Dorf San Andres wieder am Ausgangspunkt angekommen waren, besuchten wir zuletzt auch noch die beiden Museen. Wiederum genossen wir eine private Führung durch einen sehr engagierten Mitarbeiter der selber ein Abkömmling der ursprünglichen Stämme ist. Das eine Museum zeigt das heutige Leben der indigenen Bevölkerung auf, welche ihre Kultur nach wie vor hochhalten und pflegen. Das Zweite zeigt eine Sammlung von gefundenen Gegenständen aus den umliegenden Gräbern und einige Hintergrundinformationen dazu.

Danach fuhren wir noch weiter Richtung Popayan um den Pistenteil dieser Strasse schon mal hinter uns zu bringen. Bei fast 3500 müM erreicht die Strasse den höchsten Punkt der Strecke. Wiederum genossen wir trotz stark bewölktem Himmel die einzigartige Flora in dieser Klimazone. Selbst Brillenbären soll es in der Gegend geben. Wir übernachteten auf 3300 müM bei einem einsamen, einfachen Restaurant. Dessen Besitzer bestätigte uns dann auch, dass er tatsächlich regelmässig die seltenen Bären zu Gesicht bekäme.

Wegen der Höhe war es nicht verwunderlich, dass wir uns auf eine kalte Nacht einstellen mussten. Ein spektakulärer Sonnenuntergang entschädigte uns fürs nasskalte Wetter.


San Agustin

Nachdem wir am Morgen hinunter gefahren waren nach Popayan wurde es sofort wieder warm, aber nicht lange denn um nach San Agustin zu gelangen mussten wir einmal mehr die Kordilleren überwinden. So verwundert es nicht, dass wir an diesem einen Tag mehr als 3500 Höhenmeter gestiegen und über 5000 m hinuntergefahren waren. Und das auf nur gerade 200 km. 40 km der Strecke führte durch den Nationalpark Purace und war nicht geteert. Mitten durch weitgehend unberührten Nebelwald führte die Piste, keine Überraschung dass wir meist im Nebel und Nieselregen unterwegs waren.

San Agustin ist eine der wenigen Stätten wo man noch heute Spuren vergangener Kulturen bestaunen kann. 2000 bis 3000 Jahre alt sind die Grabstätten mit ihren wunderschönen Steinskulpturen. Stundenlange schlenderten wir durch das weitläufige Gelände. Erst führte uns ein kurzer Weg durch den Urwald. In regelmässigen Abständen war am Wegrand eine Vielzahl der gefundenen Steinstatuen aufgestellt. Diese schmücken aber auch die entdeckten Gräber auf dem Gelände. Nebst den Gräbern findet man auch noch die „Fuente de Lavapatos“. In diesem teils von Menschenhandgeschaffenen Wasserkanälen wurden dazumal rituelle Waschungen durchgeführt. Noch sind die Kanäle und die darin enthaltenen Steinmetzarbeiten zu sehen.

Danach erkundeten wir die Umgebung mit dem Auto. Erst wollten wir eine Rundfahrt machen. Diese entpuppte sich aber schliesslich als Sackgasse, denn die Piste wurde immer schmaler und irgendeinmal hatte es keine Autospuren mehr. So mussten wir schliesslich erkennen, dass es auch keine befahrbare Brücke über den Rio Magdalena gibt und wir deshalb gezwungen waren umzudrehen. Schliesslich kamen wir dann doch noch zu den Stromschnellen desselben Flusses. Der oberhalb noch gut 50m breite Fluss zwängt sich an der schmalsten Stelle auf nun gerade 2.2 m durch das Engnis. Den Nachmittag verbrachten wir dann noch im sehr angenehmen Camp beim Hostal Casa Nelly. Wir waren zwar die einzigen Camper, aber wir hatten bald Kontakt zu den Backpackern aus aller Welt.

Hier noch ein Video von einem Tausendfüssler auf der Flucht ;-)


Fin del Mundo

Auf Empfehlung des Besitzers des Casa Nelly machten wir in Mocoa einen Übernachtungsstop um dum „Fin del Mundo“, dem Ende der Welt, zu wandern. Man hatte uns gesagt, dass wir etwa 45 bis 60 Minuten pro Weg einplanen sollten. Nach 1 ½ h waren wir schliesslich oben. Es waren zwar nur 4 km, aber die 450 Höhenmeter auf den rutschigen Treppen und lehmigen Wegen haben uns ganz schön zu schaffen gemacht. Nicht zuletzt halt auch weil wir wieder in subtropischem Klima, das heisst warm und feucht, unterwegs waren. Belohnt wurden wir mit schönen, klaren Wasserfällen am Ende des Weges. Am Ausgang des kleinen Tales stürzt der Bach aus einem Pool 70 m in die Tiefe, so dass es aussieht wie wenn er über den Horizont, dem Ende der Erde, verschwinden würde. Beim Hinuntergehen kam uns dann eine Gruppe Feuerwehrleute entgegen, welche den Auftrag hatten einen Mann mit gebrochenem Fuss herunterzuholen, sicher keine einfache Aufgabe in dem Gelände.

Am Abend entdeckte Myrta unseren bisher wohl skurrilsten Campnachbar, einen Käfer namens „Cucujo“, wie wir später herausfanden. Dieses 2-4 cm grosse, braune Insekt hat nämlich auf dem Kopf zwei grünlich leuchtende Punkte die aussehen wie zwei LED’s. Erst hatte es ausgesehen wie zwei normale Glühkäfer aber da die Leuchtpunkte immer genau gleich weit auseinander lagen, holten wir die Lampen um das „Ding“ genauer anzuschauen. Umso grösser dann die Überraschung…


Die Strasse des Todes von Kolumbien

Wir hatten schon von verschiedenen Reisenden aber auch von Einheimischen vom sogenannten „Trampolin del Muerte“ gehört. Dieses liegt an einer Bergpiste welche von Mocoa nach San Francisico führt. Die teils schmale und steile Route führt über 60 km durch die Berge. Bis über 3000 m hoch windet sich die Strasse. An einigen Stellen ist die Strecke aus dem Felsen herausgeschlagen worden. In den tieferen Lagen fährt man an rauschenden Bächen vorbei durch dichten Urwald. Mit zunehmender Höhe und dann vor allem auf der Westseite der Strecke verändert sich die Vegetation laufend. Auch wenn wir nicht gerade ideales Wetter hatten, gelohnt hat sich der Weg sowieso.

Unten der Link auf ein Video welches die gut zweistündige Fahrt durch die Berge auf 4 Minuten zusammenschrumpft


Laguna de la Cocha

Nach der Fahrt durch die Berge endet man an einem grossen See, der „Lagun de la Cocha“. Auf 2800 m gelegen ist es immer kühl, als wir da waren gar kalt. Das zieht am Wochenende und an Feiertagen, ja ja wir hatten es wieder einmal genau getroffen, tausende von Besuchern an. In El Puerto reiht sich deshalb ein Restaurant ans andere. Wir drehten schnell wieder um und nahmen uns vor am nächsten Tag nochmal reinzuschauen, denn wir wollten eh in der Gegend übernachten. Wie wir angenommen hatten, war der Ort tags darauf verlassen und leer und wir konnten uns, bei zwar regnerischen Wetter, nochmal umschauen 


Das Sanctuario Las Lajas

Kurz vor der Grenze besuchten wir die in eine enge Schlucht eingebaute Kirche Las Lajas. Mit der Gondelbahn schwebten wir im Schneckentempo ins Tal hinunter und konnten so den Wallfahrtsort ohne Anstrengung besichtigen. Einzigartig ist vor allem die Konstruktion, steht das Hauptgebäude doch hoch über dem tosenden Fluss auf einem gemauerten Fundament.

Für die Gläubigen hat der Ort eine besondere Bedeutung. Hunderte von Dankestafeln sind an den Felswänden befestigt worden, um die Dankbarkeit auszudrücken einer Person für eine Hilfe oder Heilung auszudrücken.



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Kommentare: 1
  • #1

    Steven McRoomli (Samstag, 05 August 2017 14:24)

    Hallo Ueli & Myrta
    Eure Reiseberichte sind sehr informativ und bestens bebildert! Schade dass ich nicht dabei sein kann...meine letzte Reise führte nur von Lissabon nach Albufeira.
    Ich wünsche Euch weiterhin gute Gesundheit, viel Glück & gute Fahrt!
    Herzliche Grüsse aus der Region "Flowtec".