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San Pedro de Atacama und Umgebung

San Pedro, eine quirlige, kleine Stadt mitten in der Wüste, bot mit seinen vielen, kleinen Geschäften und den hübschen Restaurants einen willkommenen Kontrast zu den einsamen und beinahe menschenleeren Gegenden im Altiplano. Der Ort lebt fast ausschliesslich vom Tourismus, denn die Umgebung von San Pedro bietet viele attraktive Ausflugsmöglichkeiten. Die meisten Besucher reisen ohne eigenes Fahrzeug an, und nutzen daher einen der vielen Tourenanbieter vor Ort, um die Gegend zu erkunden. Nach der Ruhe und der Abgeschiedenheit der vergangen Tage genossen wir es, zusammen mit Trix und Sascha, im lebhaften zum Essen auszugehen und gemütliche Abende zu verbringen.

Einer unserer Ausflüge führte uns ins nahe gelegene Valle de Luna, ein weiteres «Tal des Mondes». Dort trafen wir überraschend auf Nadine und Patrick www.flizzontour.ch, die wir in Mexico kennengelernt hatten. Gegen Abend waren relativ viele Tourbusse im Tal unterwegs mit Leuten, die den Sonnenuntergang geniessen wollten. Der Besuch einer Höhle wurde beinahe zu einem Abenteuer, denn diese erwies sich als viel länger als erwartet und vor allem war sie stockdunkel. Für einmal waren wir deshalb froh um die Leute, die ständig ihr Handy mit sich herumtragen, denn die konnten mit den eingebauten Taschenlampen das dunkle Loch und den unebenen Weg beleuchten.

Auf dem Weg nach Calama fuhren wir in Toconao vorbei, einem Ort mitten in der trockenen Wüste, welcher jedoch in einem überraschend grünen Tal lag. Im engen Canyon wuchsen Obstbäume und es wurde erfolgreich Gemüse angebaut. An den Hängen über der Schlucht gab es zudem verschiedene Felsgravuren zu sehen und der Aufstieg erlaubte einen Blick auf den grossen Salzsee in der Ebene.

Durch die extrem trockene und völlig vegetationslose Atacamawüste gelangten wir nach Calama. Die von den umliegenden Minen lebende Stadt bot zwar keine grossen Sehenswürdigkeiten, war jedoch eine gute Gelegenheit einzukaufen. Die grossen Einkaufszentren boten eine ungewohnt grosse Auswahl und das zu günstigen Preisen. Für den letzten Abend mit Trix und Sascha hatten wir uns mit argentinischen Rindssteaks und chilenischem Wein eingedeckt.


Nach Iquique und wieder zurück

Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von den beiden Bernern, in der Hoffnung, sie bald wieder zu treffen. Einmal mehr machten wir uns danach auf die Suche nach neuen Reifen. Aber auch in Calama hatten wir kein Glück, das Gesuchte zu finden, alle Händler hätten die Pneus vorerst in Santiago bestellen müssen. Also entschieden wir, bis Santiago zu warten, es sei denn wir finden sie in der Zollfreizone von Iquique. Auch mit der geplanten Tour durch eine der grössten Kupferminen der Welt wurde es nichts, denn die Führung an diesem Tag war bereits ausgebucht. Da wir nochmals in Calama vorbeifahren würden, liessen uns für die kommende Woche auf die Warteliste setzen.

Wir verliessen die Stadt Richtung Küste. Dort liessen wir uns an einem schönen Stellplatz direkt in den Felsen am Ufer nieder. Dass die Umgebung hier, wie an anderen Orten voller Müll war, daran hatten wir uns unterdessen gewöhnt. Trotz allem blieb es für uns unverständlich, dass offensichtlich die Einheimischen, denn es lagen Schuhe, Kleider, Möbel etc. herum, ihre Abfälle einfach in der Natur entsorgten. Zum Glück schien die Küstenfauna trotz der ganzen Schweinerei noch in Takt zu sein, denn in den Felspools direkt vor dem Strand sahen wir wunderschöne Seesterne und verschiedene andere Meeresbewohner und auf der Insel, etwa 100m entfernt, beobachteten wir eine Vielzahl unterschiedlicher Seevögel.

Weiter der Küste entlang gelangten wir nach Iquique. Hier reichte die karge Wüste bis ans Wasser und grosse Dünen türmten sich direkt hinter der Stadt auf. Im angesteuerten Camping trafen wir auf Peter, einen Kumpel aus dem Swiss Safari Rallye Team. Im Gespräch bei einem kühlen Bier erfuhren wir, dass auch er auf der Suche nach neuen Reifen war, dass jedoch auch der Händler in Iquique diese in Santiago besorgen musste. Die Stadt bot neben seiner spektakulären Lage zwischen Wüste und Meer ein paar hübsche Häuserzeilen und Geschäfte rund um die Plaza Prat und eine kilometerlange, gepflegte Uferstrasse mit kleinem Fischerhafen. Bekannt ist Iquique vor allem für seine Zollfreizone. Wir hatten gehofft, dort günstige Reifen zu finden und ein neues Tablet kaufen zu können. Die von uns bevorzugten BF Goodrich Pneus konnten wir aber auch hier nicht auftreiben und die Tablets waren, obwohl zollfrei, etwa 20% teurer als in der Schweiz.

Die Weiterfahrt im Landesinneren führte durch ein langes, breites Tal, welches parallel zur Küste verlief. In dieser Gegend wurde früher im grossen Stil Salpeter abgebaut. Eine Ruine nach der anderen der ehemaligen Abbauanlagen war von der Strasse aus zu sehen. Die Überreste der Mine Humberstone wurden zum Freilichtmuseum umfunktioniert und gab uns einen Einblick in diese damals wichtige und geldbringende Industrie. Die Anlage zeigte neben den vor sich hin rostenden Wellblechgebäuden und wenigen erhaltenen Maschinen vor allem auch die noch bestehenden Unterkünfte und Einrichtungen für die über 800 Arbeiter und Angestellten. Chile war dank der Salpetervorkommen lange Zeit der weltweit grösste Lieferant für Dünger. Die synthetische Herstellung von Nitrat machte den Rohrstoff jedoch überflüssig und führte zur Einstellung der ganzen Minen.

Ein Abstecher führte uns in den kleinen Ort Pica, am Abhang der Anden gelegen. Dort sollen dank dem idealen Klima die besten Limetten von ganz Chile gedeihen. Es zeigte sich tatsächlich, dass in der Umgebung von Pica ein weitläufiges Anbaugebiet mit Zitrusplantagen entstanden war. Die Bauern profitieren dabei von den grosszügigen Wasservorkommen in der sonst wüstenhaften Umgebung. Gleichzeitig liefern die Quellen Thermalwasser für die diversen Bäder im Ort.

Bevor wir den langen Weg zurück nach San Pedro antraten, besichtigten wir den Cerro Pintado. Entlang einer Hügelkette gab es riesige Felszeichnungen zu sehen. Diese sollen bis 2000 Jahre alt sein und zeigten neben Tier- und Menschendarstellungen vor allem auch viele geometrische Muster. Immer wieder fielen uns auch riesige Schweizer Kreuze auf, als ob sich die Helvetier vor langer Zeit hier verewigt hätten.

 

Bereits als wir von San Pedro weggefahren waren, sahen wir viele Flächen mit leuchtend roten Blumen entlang der Strasse. Wir wollten uns diese Blütenpracht näher ansehen und stellten verwundert fest, dass bei genauerem Hinsehen unzählige, zum Teil winzig kleine Blumenarten wuchsen. Wir hatten zwar gehört, dass 2017 ein speziell gutes Jahr sein soll, um die blühende Wüste zu erleben. Allerdings war dabei immer die Rede vom zentralen Teil der Atacama, der mit besonders üppigen Blütenteppichen aufwarte. Offensichtlich hatte auch die Region San Pedro genügend Regen erhalten, um die Pflanzen spriessen und uns die Farbenpracht bestaunen zu lassen. 



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