Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Über die Grenze von Bolivien nach Chile (Oktober 2017)

Kommt man über die Lagunenroute von Bolivien an die chilenische Grenze gibt es ein paar spezielle Dinge zu beachten:

Bolivien
Aduana (Zoll)

Die Ausreiseformalitäten für das Fahrzeug erledigt man etwa 80 km VOR der eigentlichen Grenze. In der Nähe der Geysire „Sol de Manana“ führt eine Strasse hoch auf über 5000 m an die Grenze zu Chile. Vor einer Minenanlage befindet sich ein Büro des Zoll. Dort kann man die TIP abstempeln und im System die Ausfuhr dokumentieren lassen. Der Punkt ist auch in iOverlander. Möglicherweise ist unterdessen auch am Ausreisepunkt ein Zollbüro offen, wenn aber nicht wird man zurückgeschickt.

Das ganze dauert ein paar Minuten, es brauchen keine Formulare ausgefüllt zu werden und es kostet keine Gebühren. Man kann die Ausreise hier auch vordatieren, falls man nicht sofort ausreisen möchte.

Immigration

Den Ausreisestempel in den Pass bekommt man an der Grenzstation nach der Laguna Verde.

Auch hier eine Sache von Minuten ohne Papierkrieg und Kosten

Chile

Zwar hat es unmittelbar bevor man auf die Teerstrasse stösst eine Grenzstation. Bei uns war diese aber nicht besetzt. Dann fährt man hinunter nach San Pedro de Atacama und erledigt die Einreise dort
Immigration

Es wird ein Einreiseformular ausgefüllt und kriegt den Stempel in den Pass

Aduana
Man gibt Fahrzeugzulassung und Reisepass am Schalter ab und erhält in ein paar Minuten die TIP

Lebensmittelkontrolle

Als letztes wird das Fahrzeug auf Lebensmittel kontrolliert. Grundsätzlich darf man KEINE Früchte, Frischfleisch, Honig und Gemüse, auch nicht gefroren, einführen. Weitere Lebensmittel welche je nach Ermessen des Beamten eingezogen werden sind: Milchprodukte, verarbeitete Fleischwaren, Hülsenfrüchte, Nüsse. Sind die Verpackungen ungeöffnet kann man hoffen.

 

Alles in Allem etwa 20 Minuten und weder Kosten noch Kopien


San Pedro de Atacama und Umgebung

San Pedro ist eine quirlige, kleine Stadt mitten in der Wüste. Heute lebt sie fast ausschliesslich von Tourismus, den in der nahen Umgebung gibt es einiges zu sehen und zu tun. Die meisten Besucher kommen ohne eigenes Fahrzeug, entsprechend viele Touranbieter finden sich im Ort. Aber auch  viele gemütliche Bars und Restaurants buhlen m die Gunst der Touristen. Nach den Tagen im Altiplano war uns der Trubel schon fast zuviel. Aber wir genossen es trotzdem mit unseren Freunden im Ort zu essen und gemütliche Abende zu verbringen.

Einen Ausflug machten wir ins nahe Valle de Luna, ja schon wieder eines. Dort trafen wir überraschen Nadine und Patrick www.flizzontour.ch die wir in Mexico kennengelernt hatten. Gegen Abend hatte es ziemlich viele Tourbusse im Tal, die Landschaft konnten wir trotzdem geniessen. Überrascht wurden wir in der Höhle welche viel länger als erwartet und vor allem stockdunkel war. Nun waren wir für einmal froh um die selfiegeilen Touris, denn die hatten schliesslich ihr Werkzeug dabei und konnten damit das dunkle Loch erleuchten.

Auf dem Weg nach Calama fuhren wir erst noch nach Toconao. Dort kann man in mitten der trockenen Wüste ein überraschend grünes Tal besuchen. Im engen Canyon werden erfolgreich Früchte und Gemüse angebaut. An den Hängen hat es einige Felsgravuren. Entlang des Tales hat man den freien Blick in den weiten Salzsee hinaus.

Durch die extrem trockene und völlig vegetationslose Wüste gelangten wir nach Calama. Die Stadt biete dem Reisenden eigentlich nichts, ist aber eine gute Gelegenheit einzukaufen. Die grossen Einkaufszentren bieten eine ungewohnt grosse Auswahl und das zu recht günstigen Preisen. Am letzten Abend mit Trix und Sascha konnten wir grillen und genossen die argentinischen Steaks und eine gute Flasche chilenischen Wein. 


Nach Iquique und wieder zurück

Wir verabschiedeten uns von den beiden Bernern und hoffen sie bald wieder zu treffen. Dann machten wir uns auf die Suche nach neuen Reifen. Aber auch hier hatten wir kein Glück, alle hätten die Pneus in Santiago bestellen müssen. Nun, dann holen wir sie halt dort ab es sei denn wir bekommen sie zollfrei in Iquique. Mit der Minentour klappte es auch nicht, denn sie war bereits ausgebucht aber wir liessen uns mal auf die Warteliste in einer Woche setzen.

Wir verliessen die Stadt Richtung Küste. Dort fanden wir einen schönen Stellplatz direkt in den Felsen am Ufer. Leider war der Platz etwas zugemüllt, aber daran hatten wir uns unterdessen etwas gewöhnt. In den Pools in den Felsen gab es schöne Seesterne und anderes Getier zu bewundern und auf der Insel, etwa 100 m entfernt, beobachteten wir die vielen Seevögel.

Der Küste entlang gelangten wir nach Iquique. Hier reicht die karge Wüste bis ans Wasser. Im Camping trafen wir auf Peter, einer der Kumpels aus dem Swiss Safari Rallye Team. Auch er war auf der Suche nach Reifen und musste sie schliesslich aus Santiago kommen lassen. Die Stadt bietet ausser ein paar hübschen Blocks um den Plaza Prat und einem kleinen Fischereihafen wenig zu sehen. Bekannt ist Iquique vor allem für seine Zollfreizone. Wir hatten gehofft dort günstige Reifen und ein neues Tablet zu finden. BF Goodrich konnten wir nicht auftreiben und die Tablets waren trotz Zollfreiheit etwa 20% teuer wie in der Schweiz.

Im Landesinneren verläuft ein langes, breites Tal parallel zur Küste. Dort wurde früher im grossen Stil Salpeter abgebaut. Die Überbleibsel der Mine „Humberstone“ wurden zum Freilichtmuseum und so lässt etwa erahnen wie wichtig diese Industrie mal war. Chile war lange der grösste Lieferant von Dünger, aber die synthetische Herstellung von Nitrat hat dieses Geschäft ruiniert. Nun sieht man noch viele der rostigen Wellblechgebäude und die Reste der ganzen Infrastruktur für die 800 Arbeiter und Angestellten.

Ein Abstecher führte uns noch nach Pica. Dieses kleine Örtchen am Abhang Anden produziert angeblich die besten Limetten von Chile. Tatsächlich ist in der Umgebung ein Zitrusanbaugebiet entstanden, welches von den grosszügigen Wasservorkommen bewässert werden kann. Das Thermalwasser bietet zudem angenehm warmes Wasser für die Badegäste.

Vor dem langen Weg nach San Pedro zurück besichtigten wir noch den „Cerro Pintado“. Entlang einer Hügelkette sind riesige Zeichnungen zu sehen. Diese sind bis fast 2000 Jahre alt und neben Tieren und Menschen sind vor allem auch viele geometrische Muster zu entdecken. Immer wieder sieht man auch riesige Schweizer Kreuze. Ob die Helvetier mal einen Ausflug in diese Gegend gemacht hatten?

Vor San Pedro hatten wir schon beim Wegfahren die vielen roten Blumen an der Strasse gesehen. Nun als wir anhielten stellten wir verwundert fest, dass beim genauen Hinsehen unzählige, auch unscheinbare, Blumenarten blühten. Wir hatten schon gehört, dass im 2017 ein speziell gutes Jahr war um die blühenden Wüste zu sehen. Allerdings war immer nur die Rede gewesen, dass der zentrale Teil der Atacamawüste erblühe, aber offensichtlich hatte auch die Region San Pedro ihren Teil Regen abgekriegt.



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