Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Ruinen der Jesuitenzeit

Die Jesuiten hatten sich nicht nur in Argentinien festgesetzt sondern hatten auch in Paraguay einige Missionen errichtet. Wir besuchten drei davon in Süden des Landes. Der Eintritt war nach den doch saftigen Preisen in Argentinien hier sehr moderat. Nur gerade 25000 Guarani, etwa 4 CHF, mussten wir für alle drei Sehenswürdigkeiten begleichen.

Die Ruinen von Trinidad sind recht gut erhalten. Selbst ein guter Teil der Kirchenmauern stehen noch immer. Man kann auch hier viele der Reliefs in den Sandsteinblöcken bewundern. Wie schon drüben in Argentinien wurden die Missionen 1700 erbaut und allesamt nach nur 60 Jahren zurückgelassen nachdem die Jesuiten vertrieben worden waren.

Nur 12 Kilometer entfernt befinden sich die Ruinen von  Jesús de Tavarangüe. Auch hier ist der Grundriss der Anlage wieder derselbe. Um einen riesigen Platz sind die Gebäude angeordnet. In Reihen die Wohngebäude, in der Mitte die Hauptkirche und angrenzend die Gebäude der Jesuiten selber.

Etwas weiter im Westen, etwas abseits von der Ruta 1 liegt eine weitere Hinterlassenschaft der Jesuiten, die Mission von San Cosme y Damián. Im Gegensatz zu den anderen sind diese wieder aufgebaut worden und dienen den Bewohnern auch heute noch als Kirche. Wir besuchten die Anlage an einem Sonntagmorgen und wunderten uns erst über die vielen parkierten Autos und Motorräder. Wir stellten dann aber fest, dass ein Gottesdienst im Gange war und die Kirche sehr gut besucht wurde.


Nationalpark Ybycui

In der recht eintönigen Landschaft Süd Paraguays bietet der kleine Nationalpark etwas Abwechslung. Ein kleines Überbleibsel des ursprünglichen Waldes wurde unter Schutz gestellt. Das kleine Schutzgebiet bietet dem Besucher einige kurze Wanderungen zu versteckten Wasserfällen. Aufgefallen sind uns aber vor allem die vielen unterschiedlichen Schmetterlinge. Die grössten und schönsten konnten wir leider nicht im Bild festhalten, denn die sitzen kaum jemals ab und in ihrem unsteten Flug zwischen den Bäumen sind sie unmöglich zu erwischen. 


Dem Osterrummel entwischt

Da zu erwarten war, dass auf argentinischer Seite und ganz speziell bei den Iguacu Wasserfällen, über das Osterwochenende die Hölle los sein würde hatten wir beschlossen nach Paraguay zu fahren. Schliesslich verbrachten wir das lange Wochenende „im Schutze“ des Camping Platzes „Hasta la Pasta“. Marion und Rene, ein deutsch-schweizerisches Paar betreiben diese Oase der Ruhe in den Nähe von Altos einem kleinen Städtchen welches vor allem berühmt ist weil es die Musikgruppe „Los Paraguayos“ hervorgebracht hat. Diese waren sogar in den 70er Jahren in Europa eine bekannte Grösse. In der ganzen Region haben sich viele deutschsprachige niedergelassen und wenn man den Samstagsmarkt in San Bernadino besucht wundert man sich nicht, dass man dort nicht nur Wurst und Käse nach europäischem Vorbild kaufen kann. Aber auch alte Bücher und Schallplatten in Deutscher Sprache werden feilgeboten.

Am Montag wurde unserem Landcruiser noch ein Service verpasst. Erst fuhren wir ins nahe Itaugua um die benötigten Teile zu beschaffen. Endlich war unser Modell mal wieder bekannt und wir bekamen die gesuchten Teile ohne Schwierigkeiten. Für knapp 100 CHF kauften wir 2 Ölfilter, je ein Diesel Haupt und – Vorfilter, einen Luftfilter, 11 Liter Motorenöl und zwei neue Scheibenwischblätter. Erich, auch er ein ausgewanderter, nun pensionierter Deutscher, hat ein sehr schönes Anwesen nicht weit vom Hasta la Pasta. Als ehemaliger Trucker werkelt er noch heute gern an Autos rum. Er hatte uns auf Anfrage angeboten den Service zu machen. Nebst den Routinearbeiten lötete er uns auch noch die gebrochene Halterung des Expansionsgefässes.

Dann hiess es einmal mehr Abschied zu nehmen, einerseits von Marion und Rene die sich wirklich hervorragend um die Overlander kümmern, andererseit aber auch von den neu gewonnenen Freunden aus Deutschland und der Schweiz welche wie wir das lange Wochenende hier verbracht hatten.


Über die Grenze nach Brasilien, unserem 13. Land auf dieser Reise

Um dem starken Grenzverkehr bei Ciudad del Este / Foz de Iguacu auszuweichen, hatte uns Rene empfohlen den Umweg über Guaira in Kauf zu nehmen.

Es stellte sich dann aber heraus, dass wir sicher keine Zeit sparten, denn die Grenzformalitäten an diesem Übergang sind weit verstreut und mühsam zu finden. Zudem sind die Öffnungszeiten nicht sehr „kundenfreundlich“.

Den Ausreisestempel für Paraguay holten wir im Stadtzentrum, nahe der ehemaligen Fähranlegestelle. Die Fahrzeugpapiere wurden wir kurz vor der Grenze los. Auf der anderen Strassenseite nimmt einem der Aduana das Papier entgegen.

Noch bevor man auf die Brücke über den Rio Parana fährt kommt man an einem Kontrollpunkt vorbei. Dort fragten wir uns durch wo wir die brasilianische Einfuhrbewilligung bekommen können. Fünf vor fünf, grad noch vor Feierabend, wurde das Papier noch ausgestellt. Der Beamte leistete für uns sogar noch eine halbe Stunde extra Arbeit, vielen Dank dafür.

Für den Einreisestempel mussten wir anderntags nochmal ins Stadtzentrum von Guari, denn auch dieses Büro ist nur bis sechs Uhr, brasilianische Zeit, offen. Nach etwas warten hatten wir aber auch diesen Stempel im Pass. Nun konnten wir für 90 Tage das riesige Land Brasilien bereisen.

Geld konnten wir übrigens tatsächlich erst bei der Banco do Brasil in Foz de Iguacu beziehen.



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