Abstecher nach Colorado

Nach nur zwei Monaten hatten sich die Kilometer wieder zusammen geläppert und ein Service am Landcruiser war fällig. Nach einem Aufruf in Facebook hatten wir zwei Garagen empfohlen bekommen, welche in der Gegend als Landcruiser Spezialisten bekannt sind. Beide waren aber nicht in der 4x4 Metropole Moab sondern in Colorado angesiedelt. So machten wir einen kleinen Umweg und fuhren dem Colorado River entlang flussaufwärts und dann nach Grand Junction. Wir versuchten, spontan einen Termin bei metric Offroad zu bekommen. Und tatsächlich versprach man, uns bereits am Nachmittag reinzuquetschen. Da vor zwei Tagen nun auch die Camperbatterie geschwächelt hatte, liessen wir sie checken und tatsächlich war sie hinüber. Wir hatten aber nun gerade genügend Zeit, die Batterie wechseln zu lassen und dann noch unsere Einkäufe zu tätigen. Der Mech welcher die Batterie wechseln sollte, war leider ein Superpfuscher und er schaffte es, die alte metrische Mutter auf das neue amerikanische Gewinde zu murksen. Das Resultat war, dass der Kontaktbolzen abgeschnitten werden musste und dadurch die neue Batterie zerstört wurde. So war halt noch eine  fällig, auf Kosten des Hauses. Als Wiedergutmachung gab man uns dann dafür nochmal 30% Rabatt, so dass die neue Batterie nur gerade 90 USD kostete.

 

Zurück bei der Garage machte sich Jim an die Arbeit. Ein Radlager musste noch eingestellt und an der einen Blattfeder eine Fixierung ersetzt werden, ansonsten keine Überraschungen. Trotzdem musste Jim Überzeit machen, um das Auto fertig zu kriegen. Mike, der Boss, hatte uns angeboten auf dem Gelände der Werkstatt zu übernachten und so luden wir Jim zum Nachtessen ein. Wir hatten einen gemütlichen Abend und als Jim schliesslich spät abends nach Hause fuhr, richteten wir uns für die Nacht ein.

 

Noch einmal durch die Rockies

In der Nacht hatte es nach Wochen wieder einmal so richtig geschüttet und auch am Morgen war der Himmel noch grau verhangen. Wir hatten aber sowieso noch einige Besorgungen zu machen und bis wir losfuhren hatte sich das Wetter etwas beruhigt.

 

Stetig stieg die Strasse nun an und ab Ouray ging es richtig in die Berge. Bis über 3300 müM kraxelten wir hoch, vorbei an verlassenen Minen. In Silverton trafen wir auf den abfahrbereiten Dampfzug. Keuchend und rauchend machte sich der Ausflugszug Richtung Durango auf. Auch wir hatten dasselbe Zwischenziel, mussten aber noch einmal einen 3000er Pass bezwingen. Das Wetter in den Bergen war immer noch wechselhaft und die höchsten Gipfel waren mit Schnee gepudert. Immer wieder riss aber die Bewölkung auch auf und erlaubte schöne Weitblicke. Wir wollten zum Übernachten unbedingt in tiefere Lagen gelangen, denn wir hatten keine Lust eine allzu kalte Nacht zu verbringen oder gar von Schneefällen überrascht zu werden. Hinter Durango fanden wir im National Forest einmal mehr ein schönes Camp.


Mesa Verde National Park

Nun, die Temperatur war trotzdem wir unter 2000 m übernachtet hatten gut unter Null gefallen und bevor die Sonne aufging, war die Wiese um uns herum mit Raureif belegt. Wir hatten nur gerade eine halbe Stunde zu fahren bis zum Mesa Verde National Park. Dieser ist bekannt für die sogenannten Pueblo Ruinen, Überrest einer Indianer Kultur, welche ca. um 1200  eine Blüte erlebte. Man kann die Ruinen vom Plateau aus der Distanz besichtigen, aber nur mit einer geführten Tour in die Ruinen selbst absteigen. In der Nachsaison hatte es zwar nicht mehr so viele Besucher, so dass wir auch ohne Probleme ein Ticket für die nächste Führung bekamen, aber man konnte nur noch das sogenannte Balcony House besichtigen, alle anderen werden nicht mehr angeboten.

Nach einer Stunde Fahrt erreicht man das Plateau. Wir hielten noch an einigen Aussichtspunkten und gelangten trotzdem zeitig zum Tourbeginn. Wir hatten einen ganz witzigen und auch sehr philosophischen Ranger, welcher uns nicht nur gute Informationen, sondern auch immer wieder sehr persönliche Ansichten und Meinungen zum Weltgeschehen und der Historie weitergab. Das Balcony House wird über 10 m hohe, steile Leitern erreicht. Dann befindet man sich auf einer Terrasse unter einem mächtigen Felsüberhang. 40 Räume umfasst die Ruine, davon zwei Kiwas, runde Zeremoniengebäude. Durch einen ganz engen, leicht zu verteidigenden Tunnel und noch mehr Leitern und Stufen gelangten wir schliesslich wieder zum Plateau zurück.

Wir nutzen die Gelegenheit und fuhren auch noch zu den übrigen Aussichtspunkten. So bekamen wir einen schönen Eindruck von den vielen Ruinen. Auch das Museum war durchaus lohnenswert. Neben vielen Artefakten wird an Hand mehrerer Dioramen das Leben in den Pueblos detailgetreu und zum Teil auch mit witzigen Details dargestellt. Wir wollten auch hier lieber nicht im Campingplatz des Nationalparks übernachten denn er liegt auf 2400 müM. Also fuhren wir noch über Cortez hinaus und fanden ein schönes Buschcamp auf BLM Land. Der Abend blieb recht lange mild und auch die Nacht war angenehm, denn wir waren hier nur noch auf 1600 m.


Monument Valley

Unser nächstes Zwischenziel war das Monument Valley, ein von den Navajo Indianern verwalteter Naturpark. Aber schon bevor wir dort ankamen, machten wir einen Abstecher in das „Valley of the Gods“. Auf einer 25 km langen Piste fährt man durch eine mindestens so imposante Landschaft von roten Sandsteinfelsen. Nicht umsonst wird die Gegend auch als Mini Monument Valley bezeichnet. Da diese Landschaft auf BLM Land liegt, kostet es weder Eintritt noch hat man viel Einschränkungen. Zudem darf man dort auch wild campieren, mitten drin.

Der Himmel hatte sich zunehmend bewölkt und als wir schliesslich im Monument Valley ankamen war es gar bedeckt. Bei diesen Lichtverhältnissen machte es keinen Sinn ins Tal hinein zu fahren. Wir suchten und deshalb einen Übernachtungsplatz und hofften auf besseres Wetter am nächsten Morgen.

 

Tatsächlich hatte sich die Bewölkung aufgelockert und so machten wir uns kurz nach Sonnenaufgang, noch vor dem Frühstück, auf. Die Piste ins Tal war eigentlich noch gar nicht geöffnet aber wir wollten das Morgenlicht nutzen und umfuhren die Barriere frech. Auf rumpliger, teils steiniger, teil sandiger Strasse kann man einen Rundkurs abfahren. Noch waren die Lichtverhältnisse nicht sehr gut, wurden aber mit der Zeit doch besser. Wir genossen die zu dieser Zeit noch abgeschiedene Landschaft und konnten einige recht hübsche Bilder schiessen.


Canyon de Chelly National Monument

 

Nur etwa drei Fahrstunden südlich gelangt man zu einem weiteren Naturwunder, dem Canyon de Chelly. Vom Plateau aus kann man den tiefen  Canyon nicht mal erahnen, aber von den Aussichtspunkten aus erschliesst sich ein schöner Blick in die Tiefe. Der Talboden wird von den ansässigen Indianern landwirtschaftlich genutzt und darf deshalb auch nur mit Führer besucht werden. Wir begnügten uns mit der Aussicht von oben. Die gelben Blätter der Weiden am Talboden bildeten einen herrlichen Kontrast zu den roten Felsen und dem blauen Himmel. Höhepunkt ist der letzte Aussichtspunkt von wo aus man den „Spider Rock“, eine 150 m hohe Felsnadel, einsehen kann. Da der Nachmittag schon fortgeschritten war, übernachteten wir im Campingplatz des National Parks. 


Painted Desert und Petrified Forest National Park

Wiederum gerademal drei Fahrstunden entfernt gelangten wir zu einem weiteren der vielen National Parks des Südwestens. Erst mal führte die Strasse durch die „Painted Desert“, eine farbenfrohe Erosionslandschaft. In allen Farbtönen von Rot über Grau zu Schwarz und Gelb leuchteten die vielen Schichten in den Hügeln. Interessant war auch der Besuch einer Ruine welche über einem Flussgelegen im 13. Jahrhundert um die 200 Bewohner gezählt hatte. Das Dorf ist im Gegensatz zu Mesa Verde aber nicht versteckt unter einem Felsüberhang sondern im offenen Gelände. Allerdings war auch diese Siedlung so gebaut worden, dass man nur über Leitern in das Innere gelangen konnte.

Ein Höhepunkt des Besuchs war eine Wanderung durch die Blue Mesa. Dabei handelt es sich um eine weiter Erosionslandschaft, hier nun aber oft in blauen und violetten Farbtönen. In den Tälern aber auch auf den Hügeln selbst lagen unzählige der versteinerten Bäume herum, ein unglaublicher Anblick. Die Bäume wurde zu Zeiten der Dinosaurier von Asche bedeckt und danach versteinert. In unserer Zeit nun, werden sie nach und nach durch Verwitterung wieder freigelegt.

An weiteren Stellen konnten wir zum Teil mächtige Baumstämme bewundern. Bis zu 30 m lang und 3 m Durchmesser liegen sie einfach so in der Landschaft. Die Versteinerung ist meist glasartig und in allen Farben. Oft kann man auch die Baumrinde eindeutig als solche erkennen wenn auch diese natürlich aus Stein besteht.


Auf dem Apache Trail

Noch einmal kletterte unser Auto auf fast 2500 müM und so kamen wir wieder einmal in herrliche Föhrenwälder. Dann aber senkte sich die Strasse hinunter zum Roosevelt Staudamm. Nach und nach wurden die Bäume durch Sträucher und dann auch immer öfter durch Kakteen ersetzt. Die ersten Saguaros, die mächtigen, bis 20 m hohen Säulenkakteen mit ihren typischen Armen tauchten auf. Kein Wunder wurde diese Strecke als „From Desert to Tall Pines“ benannt, auch wenn wir das Ganze in der anderen Richtung befuhren.

 

Bei Roosvelt bogen wir auf den Apache Trail ab. Diese historische Piste führt an mehreren Stauseen entlang Richtung Phoenix. Am Apache Lake übernachten wir direkt am Wasser. Das schätzten wir nun umso mehr, als dass die Temperatur nun auf gut über 30 Grad gestiegen war. Der weitere Streckenverlauf wird dann immer spektakulärer und als Höhepunkt schlängelt sich die staubige Piste schliesslich über den Fishcreek hoch hinauf zu einem Aussichtspunkt. Ab Tortilla Flats war die Strasse wieder geteert und dass lästige Wellblech hinter uns. Am Ende des Apache Trails liegt der Lost Dutchman State Park. Nachdem wir in der nahen Grossstadt einige Besorgungen gemacht hatten, kehrten wir dorthin zurück zum Übernachten. Uns gefiel es sehr gut im schön angelegten Campingplatz und wir beschlossen einen Ruhetag einzulegen. Nun, den Ruhetag begannen wir mit einer schönen Wanderung durch die Wüstenlandschaft mit ihren vielen Kakteenarten. Unter den Superstition Mountains entlang, am Morgen noch angenehm im Schatten, stiegen wir dann hoch zu einem schön gelegenen Talkessel umrahmt von den verwitterten Felstürmen dieser Wildnis.


Im Süden von Tucson

Eigentlich hatten wir geplant in Tucson selber in einem Camping mit Internetzugang zu übernachten um die Webseite auf den neusten Stand zu bringen und unseren Abstecher nach Hawaii zu planen. Der KOA welchen wir ansteuerten hatte aber nur sehr teure Fullhookup Sites, so dass wir nach einer Alternative suchten. Dabei stiess Ueli auf der Karte auf „Helvetia“ etwa 50 km südlich der Stadt. Die Ghosttown liegt im Corona National Forest, so dass wir dort auch übernachten könnten. Kurzentschlossen fuhren wir hin, mussten aber feststellen, dass eine Minengesellschaft das ganze Gebiet in Beschlag genommen hatte und der Zugang verunmöglicht hatte. Obschon es nun schön später Nachmittag war, mussten wir noch ein Stück nach Süden ausweichen und kamen dann aber in einem sehr schönen National Forest Campground unter. Der Bog Springs Camping liegt im Gebiet des Madera Canyons, einer bergigen Landschaft welche bis auf 3000 m hoch geht.

Anderntags fuhren wir weiter Richtung mexikanische Grenze denn wir wollten einen Abstecher ins Grenzgebiet machen. Zuvor machten wir aber einen Zwischenhalt bei der Tumacacori Mission, einer der ältesten Missionskirchen im Süden der USA. Schon Ende des 18. Jahrhundertgegründet, durchlebte sie immer wieder schwierige Zeiten, einmal waren es die Klimabedingungen dann wieder Indianerüberfälle, welche schliesslich zu Aufgabe der Station führten.

Noch vor Nogales bogen wir in die Berge ab. Da man leider am Pena Blanca Lake nicht übernachten kann,  fuhren wir auf einer Piste weiter in die Berge hinein. Wir wunderten uns über die vielen Camper entlang der Strecke bis wir herausfanden, dass die Jagdsaison am nächsten Tag begann. Als dann auch noch der Zugang zu einer Wanderroute in einen Canyon verunmöglicht war, beschlossen wir weiterzufahren und am Arivaca Lake zu übernachten, dort fanden wir dann auch einen schönen Platz und verbrachten die Nacht dort.

Nach diesem ungeplanten Abstecher in den Süden wollten wir zurück in die Gegend von Tucson denn, dort gibt es einigen zu sehen und zu tun. Eine weitere, heute noch benutzte Mission ist in San Xavier angesiedelt. Wie schon Tumacacori wurde sie von Pater Kino gegründet. Die Kirche ist recht prunkvoll ausgestattet und in mexikanischer Architektur gebaut.

Wir richteten uns anschliessend im Gilbert Ray Campground ein, denn dieser liegt mitten im Tucson Mountain Park und direkt neben Old Tucson. Zu Fuss gingen wir den kurzen Weg zu dieser alten Filmstadt. Viele auch bei uns bekannte Filme und TV Serien wurden in den letzten 70 Jahren dort gedreht, insgesamt über 300. Da die Hauptsaison noch nicht begonnen hatte, waren nur wenig Besucher anzutreffen. Die witzig und originell gebaute Westernstadt bietet nebst den Gebäuden und Museen vor allem auch verschiedene Shows. So konnten wir einem Banküberfall beiwohnen, bei welchem am Ende alle Beteiligten „tot“ im Staub lagen. Im Grand Hotel besuchten wir ein Varietee mit Can Can Girls und zu guter Letzt kam es vor der spanischen Missionskirche zu einer eindrücklichen Stunt Show, bei welcher, nach bester Westernmanier, Männer von Kirchtürmen stürzten und auch künstliches Blut floss. Alles in Allem eine witzige und lohnenswerte Einrichtung.


Saguaro National Park und Sonora Desert Museum

 

Auch im Bereich des Tucson Mountain Parks liegt der westliche Teil des Saguaro National Parks, bekannt für die mächtigen, bis 20 Meter hohen Säulenkakteen. Da wir nun aber schon seit längerem im „Saguaro Country“ unterwegs waren, hatte die Landschaft nicht mehr denselben Stellenwert. Wir machten eine kurze Rundfahrt durch den Park und fuhren dann zurück zum Sonora Desert Museum. Dieses hervorragend gestaltete Freiluftmuseum stellt die Sonora Wüste in allen Facetten in einem natürlichen und grosszügig ausgebauten Gelände dar. Auf Fusswegen kann man die Pflanzen und Tiere der verschiedenen Klimazonen erkunden. Obschon an diesem Samstag ein „Girlsscout Day“ stattfand, mit Hunderten von Pfadimädchen, war der Park nicht überlaufen. Stunden verbrachten wir in dieser wirklich einzigartigen Einrichtung und lernten viel über die Pflanzen und Tiere die wir auch schon in der Natur bewundert hatten. Und natürlich gab es auch viele Dinge zu sehen, welche man in der Natur selten oder eben auch gar nicht zu Gesicht bekommt. Besonders interessant waren die vielen Schmetterlinge welche von den wenigen in dieser Jahreszeit noch blühenden Büschen und Blumen angezogen wurden. Aber auch die vielen verschiedenen Kakteen welche im „Cactus Garden“ zu sehen sind waren ein Höhepunkt der Ausstellungen.


Organ Pipe Cactus National Monument

Ein Tagesfahrt südwestlich, an Mexico grenzend liegt eine Gegend in welcher man „Orgelpfeifen Kakteen“ bewundern kann. Während diese in Nordmexico recht verbreitet sind, ist es die einzige Gegend in den USA wo diese Säulenkaktusart vorkommt. Wie schon zuvor im Süden von Tucson waren auch in dieser Gegend die „Border Patrols“ überall aktiv. Immer wieder waren mobile Checkpoint entlang der Highways aufgebaut und im Gelände sah man ihre Fahrzeuge geparkt. Patrouillen mit Geländewagen, ATV’s oder sogar zu Pferde versuchen der illegalen Immigration und dem Drogenschmuggel Herr zu werden. Es wird ein unglaublicher Aufwand betrieben um die Südgrenze der USA zu kontrollieren. Wir selber mussten nur in einem Fall die Reisepässe vorweisen, ansonsten wurden wir immer durchgewinkt. Bis über 100 Km von der Grenze entfernt trifft man auf Checkpoint und in den Basen der Border Patrol sieht man dutzende von Einsatzfahrzeugen, ATV’s und sogar Helikopter.

 

Im Organ Pipe Cactus NM angekommen besuchten wir erst mal das Visitor Center und wurden auch gleich von seltenen Gästen begrüsst: Zwei Harris Falken, einer recht grossen Spezies der Greifvögel, hatten sich im Garten auf einem Saguaro Kaktus niedergelassen. Im nahen Campingplatz richteten wir uns ein und genossen einmal mehr einen schönen Sonnenuntergang und eine sehr ruhige Nacht. Am Morgen machten wir uns auf die Umgebung zu erkunden. Auf einer Piste kann man die „Organ Pipe Cacti“ in ihrer angestammten Umgebung erkunden. Die Kakteen wachsen eng zusammen in Bündeln, welche frühe Besucher an Orgelpfeifen erinnert haben soll. Bis 6 m hoch werden sie und wie die Saguaros können sie sehr alt werden. Die Strecke führt durch die Ausläufer der Ajo Berge und lädt immer wieder zu Fotohalten oder auch kurzen Wanderungen ein. Bevor es wieder zu heiss wurde, verliessen wir den Park nordwärts.


Der Südwesten Arizonas

Die nächste Nacht verbrachten wir mitten in der Wüste und genossen eine herrliche Abendstimmung und nach dem Sonnenuntergang eine klare Nacht mit einem leuchtend klaren Mond und vielen Sternen.

Auf dem Weg zwischen Yuma und Lake Havasu besuchten wir in der Kofa National Wildlife Refuge das Minenmuseum „Castle Dome City“.  Eine Privatperson hat an der Originalstelle wo sich in der Vergangenheit einen Blei und Silbermine befunden hat, alte Gebäude der des alten Ortes zusammengetragen und wieder aufgebaut. Zum Teil sind diese auch recht witzig mit Artifakten und gesammeltem Krims Krams ausgestattet. Das Ganze ist nicht so perfekt herausgeputzt wie ähnliche Museen, aber gerade das machte den Reiz dieser Anlage aus.

Die „grossen“ Sehenswürdigkeiten Arizonas hatten wir nun bereits gesehen und die Distanzen dazwischen wurden nun auch wieder etwas grösser. Wir wollten uns am Colorado River noch ein paar ruhige Tage gönnen und das nun generell warme bis heisse Wetter geniessen. Die Gegend um Yuma und dem ganzen Colorado River entlang ist bei den „Snowbirds“, so werden die meist pensionierten Besucher genannt, welche den Winter im warmen Süden in ihren riesigen Wohnmobilen verbringen, sehr beliebt. Bei Quartzite ist auf BLM Land eine riesige Fläche in der Wüste für diese Leute eingerichtet worden. Über 1500 Stellplätze sind dort grosszügig verteilt verfügbar. Daneben hat es aber auch noch dutzende von „RV Parks“, oft nicht mehr als ein gekiester Parkplatz, aber halt mit Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss, nicht zu vergessen Kabelfernsehen. Dort bleiben die Rentner dann bis in den Frühling, wenn dann die Temperaturen wieder unangenehm hoch werden um sich wieder in den Norden zu begeben.

Wir suchten uns den Buckskin Mountain State Park aus, ein kleiner und hübsch eingerichteter Campingplatz direkt am Fluss. Da die Temperaturen nach wie vor über 30°C lagen genossen wir sogar ein Bad im kühlen Fluss. Wir legten dann noch einen Ruhetag ein und genossen das Nichtstun für einmal. Beide Nächte hatten wir kanadische Nachbarn, auch sie auf dem Weg zu ihrer „Winterresidenz“. Hier erfuhren wir dann auch, wer der neue US Präsident werden wird. Überrascht wie viele andere, auch Einheimische!!!

In Lake Havasu City machten wir einen kurzen Zwischenhalt um die alte London Bridge zu besichtigen. Diese musste in London nach nur 140 Jahren Nutzung aufgegeben werden, da ihre Fundamente immer weiter absanken. Die Stadt bot daher die Brücke für 2 Mio. Dollar zum Verkauf an und ein amerikanischer Millionär kaufte sie, liesse in London Stein für Stein ab- und am Lake Havasu für zusätzlich 5 Mio. wieder aufbauen. Drum herum entstand in der Folge nicht nur eine Touristenhochburg sondern eine veritable Stadt, welche in erster Linie vom vorteilhaften Klima und der Lage am Stausee profitiert. Heute ist sie insbesondere auch bei den „Snowbirds“ beliebt, weil es im Winter eben nicht nur ein mildes Wüstenklima hat, sondern auch Wassersport in allen Facetten betrieben werden kann.

 

Wir fuhren dann noch etwas weiter und überquerten den Colorado River um auf der kalifornischen Seite nochmal eineinhalb Ruhetage einzulegen. Wir wählten dafür den Moabi County Park Camping, da dieser u.a. auch ein WiFi bietet. Dies benutzten wir ausgiebig um unseren geplanten Seitensprung nach Hawaii vorzubereiten. Der Platz stellte sich zwar als recht laut heraus, es war wieder mal Wochenende und die Amerikaner kamen mit ihren Powerboats und Offroad Gefährten an den Fluss, aber für uns war es am Ende eine gute Möglichkeit um auch den Kontakt zur Aussenwelt in Ruhe zu pflegen.  



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