Baja California del Norte

Nach der Rückkehr von Hawaii hielt uns eigentlich nichts mehr in den USA. Wir besorgten uns noch ein paar Dinge, von denen wir vermuteten, dass sie in Mexico weniger einfach zu finden wären. Insbesondere füllten wir den Weinkeller noch mit „Box Wein“, diese praktischen und recht guten 3 Liter Kartons. Aber auch noch Wurst und Käse kauften wir ein, wenn auch die USA selber in dieser Beziehung auch kein Schlaraffenland für uns verwöhnte Schweizer darstellt.

Hoch über der Stadt Escondido übernachteten wir noch einmal in den USA im überraschend schönen Dixon Lake County Park. Da die Sommersaison hier definitiv vorbei war, genossen wir die Ruhe und freuten uns über die vergünstigten Preise. Hoch über der Stadt genossen wir einen schönen Sonnenuntergang und beobachteten wie die Lichter in der Stadt langsam angingen.

 

Am 15. Dezember, zwei Wochen vor Ablauf unserer Aufenthaltsbewilligung für die USA, machten wir uns auf den Weg nach Tecate, einer der weniger stark frequentierten Grenzübergänge nach Mexico. Bald liessen wir die dicht besiedelte Region des Grossraum Los Angeles hinter uns und waren überrascht, wie schwach besiedelt die Region entlang der Grenze ist. 


Über die Grenze

Den Grenzbeamten der USA mussten wir das Formular im Pass schon fast aufdrängen, niemand schien zu wissen, was damit anzufangen ist. Und das obschon hinten drauf klare Instruktionen für uns aufgedruckt waren, welche besagten, dass der Zettel unbedingt abgegeben werden müsse um zu beweisen, dass wir das Land wieder verlassen hatten.

Obschon die Einreise nach Mexico etwas komplizierter ist als in andere Länder, ging das Ganze nicht nur sehr freundlich, sondern auch reibungslos über die Bühne. Wir wurden erst mal freundlich in Empfang genommen und informiert wo wir war zu erledigen hatten. Das Auto konnten wir unterdessen von einem Sicherheitsmann bewacht direkt neben dem Eingangstor abstellen.

Und dann ging es auf die Reise durch die Instanzen: Stempel im Pass, Touristenkarte machen, Kopien in der nahen Apotheke machen, zurück für temporären Autoimport beim Banjercito 60 USD einzahlen und zwischendrin noch schnell am Bancomat Geld abheben. Nach einer Stunde waren wir durch auch wenn wir kaum anstehen mussten. Aber im Vergleich zum Hauptübergang in Tijuana ein Leichtes.  

Als erstes fuhren wir zu einem Supermarkt um unsere Lebensmittel mit Frischwaren aufzufüllen. Wir staunten und freuten uns über die markant günstigeren Preise. Zwar war vor allem beim Frischfleisch etwas Toleranz gefragt, denn in Mexico wird alles hauchdünngeschnitten. Sogar die Schweinskoteletten sind nur gerade 5mm dick, dafür hängt dann aber auch das Filetstück mit dran. Witzig war, dass wir nach vergeblichem Suchen in den USA hier in einem kleinen Supermarkt unser Standarddeo von Nivea wieder erhältlich war und das für einen Spottpreis. Wir fuhren bei regnerischem Wetter noch eine Stunde südwärts und übernachteten das erste Mal in Mexico.


Regenwetter begleitet uns…

In Ensenada machten wir nur einen kurzen Halt am Fischmarkt und kauften uns frische Crevetten und Fischfilets. Erst als wir die schliesslich kochten mussten wir zu unserer grossen Enttäuschung feststellen, dass man diese mit Ammoniak behandelt hatte und zwar so, dass wir sie wegschmeissen mussten…

Wegen des anhaltend schlechten Wetters gestaltete sich die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit etwas schwierig. In einem Camping fuhren wir rein und rutschten in der nassen und schrägen Wiese sofort ab und konnten nur dank 4x4 überhaupt wieder hinausfahren. Andere Campingplätze waren überflutet oder zu lehmigen Plätzen mutiert. Schliesslich fanden wir einen sandigen Campingplatz und verbrachten aber den Rest des Tages im Auto. Willkommen im sonnigen Mexico!

Das schlechte Wetter blieb uns noch ein paar Tage treu, oft auch noch gepaart mit kräftigem Wind. So hatten wir uns den Süden nicht vorgestellt. Dass es bis ein Tage zuvor noch über 30°C hatte, war uns ein schwacher Trost. Südlich von San Felipe verlässt die Strasse die Küste und führt in die Berge hinein. Ein Zwischenhalt beim Coco’s Corner, einer verrückten Beiz eines noch verrückteren Besitzers sorgte für ein wenig Abwechslung. Der fast neunzigjährige Mann ist im Rollstuhl und lebt mutterseelenallein da draussen mitten in der Wüste. Wieder auf der Hauptstrasse erreichten wir den Valle de los Cirios Naturpark. Hier wächst eine ganz eigenartige, stachlige Pflanze welche bis 12 m hoch werden kann. Aus einem plump wirkenden Stamm wachsen unzählige kleine und stachlige Ästchen und der Stamm verjüngt sich nach oben Zusehens. Dazu wachsen aber auch unzählige Saguaros, die mächtigen Säulenkakteen und dazu weitere Kakteen und immergrüne Büsche. Auch bei grauem Wetter eine einmalig schöne Landschaft.

 

Als wir in der Bahia de Los Angeles wieder mal Internetzugang hatten, stellten wir fest, dass Cel und Dani bereits in der Gegend weilten. Per Whatsapp verabredeten wir uns und trafen die Beiden nach 4 Monaten zum zweiten Mal. Durch sie lernten wir auch noch Elvira und Ruedi kennen. Die Beiden hatten über AirBnB über die Festtage eine einfache, aber doch gemütliche Unterkunft gemietet. Die Break-a-Ways und wir konnten quasi im Vorgarten in unseren Landcruisern campieren während der Landrover der beiden Zürcher eine Auszeit erhielt. Wir genossen die Tage mit den Schweizer Traveler und machten uns danach wieder auf die Socken. Das Wetter liess uns aber weiter im Stich und vergällte uns die Baja California etwas, denn diese ist vor allem wegen ihrer einsamen Strände beliebt, aber eben, bei regnerisch, kühlem Wetter und dann auch noch bei starkem Wind vergeht einem die Lust am Strandcamping….


Baja California del Sur

Guerrero Negro ist die erste grössere Ortschaft in der Region Baja California del Sur. Südlich davon, kann man an die Bucht von Ojo del Liebre fahren. In der riesigen Bucht sollen bis 2000 Grauwale ihre Jungen zur Welt bringen. Noch war es etwas früh in der Saison aber wir wollten es mal versuchen. Wir kamen aber nicht weit, denn auf Grund der heftigen Regenfälle der letzten Tage war die Piste an das Nordufer gesperrt.

 

Bei San Ignazio wollten wir es erneut versuchen denn auch die Bahia de San Ignazio ist die temporäre Heimat vieler Grauwale. Ein kurzer Zwischenhalt im kleinen Städtchen nutzten wir um die Missionskirche, einer der ältesten auch der Baja, zu besichtigen und unsere Vorräte zu ergänzen. Die ersten 50 km Richtung Küste sind noch geteert, dann aber geht es nur noch auf sandigen Pisten weiter. Es hatte auch hier einige grosse Pfützen und weiche Stellen, aber diese waren ohne Probleme passierbar. Je näher wir aber dem angepeilten Camp am Strand kamen, desto öfter war die Piste über längere Strecken überschwemmt. So lange man aber in den Fahrspuren blieb, war auch das kein grösseres Hindernis für unseren Landcruiser. Wir erreichten das Camp schliesslich um festzustellen, dass noch alles geschlossen war. Da aber der Tag schon fortgeschritten war, beschlossen wir trotzdem in diesem schön angelegten Campingplatz zu bleiben. Die WC’s und alle anderen Einrichtungen waren nicht zugänglich, aber wir sind ja autark. So genossen wir halt einen ruhigen Abend und einen schönen Sonnenuntergang. Ganz in der Nähe beobachteten wir Fischadler.


Mulegé

 

Um weiter nach Süden zu gelangen, mussten wir erst wieder zurück nach San Ignazio um von dort nach Santa Rosalia zu fahren. Dort liessen wir erst mal unser Auto waschen, denn die schlammigen Pisten hatten ihre Spuren hinterlassen. Der Ort bot sich auch an die Lebensmittelvorräte zu ergänzen. Der Bergbauort hat neben einer von Gustave Eiffel entworfenen Stahlbaukirche und einem französisch angehauchten Quartier nicht allzu viel zu bieten. Der nächste nennenswerte Ort war dann Mulegé. In einem hübschen Campingplatz voll mit tropischen Fruchtbäumen und auch sonst sehr nett angelegt verbrachten wir ein paar Tage. Vom Campingplatz spazierten wir an den Strand. Um den dortigen Leuchtturm herum kann man auch viele Pelikane beim Fischen beobachten. Aus grosser Höhe oder auch beim Schweben über dem Wasser stürzen sie sich ins Wasser um scheinen fast immer einen Fang zu machen. Der Ort selber ist wenig touristisch und bietet das notwendigste an Infrastruktur. Auch hier findet man wie auch der ganzen Baja eine bescheidene Missionskirche. Im Campingplatz lernten wir auch Liesel und Gebhart kennen, auch sie sind mit einem 70er Serie Landcruiser unterwegs. www.steppenfloh.de . Vor der Weiterfahrt mussten wir den Trinkwassertank noch füllen. Dazu fuhren wir zum „Purifigador“. Diese meist kleinen Firmen leben davon, Leitungswasser zu filtern und in Behälterabgefüllt als sicheres Trinkwasser zu verkaufen. Einfachheitshalber reichte der Angestellte uns den Schlauch zum Fenster hinaus, so dass wir direkt in unseren Trankwassertank füllen konnten. Für die gut 30 Liter berechnete man uns 13 Pesos, etwa 70 Rappen.


Bahia Conception

Diese langgestreckte Bucht sollte eigentlich ein weiterer Höhepunkt auf der Baja California werden. Entlang der Küste schauten wir immer wieder nach schönen Übernachtungsmöglichkeiten um auch mal ein paar Tage zu bleiben. Die meisten der Plätze liegen aber leider im Bereich der Strasse und sind deshalb nachts, wenn viele Trucks unterwegs sind, nicht gerade ruhig. Andere waren schon ziemlich belegt. An der Playa del Perla fanden wir dann einen Ort der zwar wie alle anderen kaum Infrastruktur bieten, aber ansonsten ganz OK war. Nur war das Wetter wieder einmal gegen uns. Kräftiger Nordwind zwang uns dazu im zugehörigen Unterstand zu sitzen denn nur dort waren wir etwas geschützt vom Wind. An baden war schon wegen der Temperaturen schon gar nicht zu denken. Nachts ist uns ein phantastisches Phänomen aufgefallen: Die Brandung leuchtete jedesmal grünblau auf wenn sie sich am Strand brach, hervorgerufen von Plankton.

Bevor wir morgens weg fuhren, tauchten überraschend Cel und Dani auf. Sie hatten unser Auto von der Strasse aus gesehen und beschlossen mal kurz reinzuschauen. Wir brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand der Dinge und verabschiedeten uns dann wieder voneinander.


Loreto

 

Unseren nächsten Halt legten wir in Loreto ein. Das kleine Städtchen ist zwar recht touristisch aber doch ganz nett. Im kleinen Zentrum liegt eine Fussgängerzone rund um einen zentralen Platz. Dort kann man zum Beispiel in der kleinen Zopilote Brauerei ein hervorragendes Bier geniessen oder in einem der Restaurants essen. Da die Restaurants im Zentrum ihr Angebot den amerikanischen Besuchern angepasst haben, inklusiv der Preise, suchten wir etwas anderes. Das Restaurant „Almejo Conchas“ war gut besucht und wir die einzigen nicht Mexikaner. Die Spezialität, Muscheln, war zwar ausverkauft, aber wir kamen trotzdem auf unsere Rechnung. Für die zweite Nachte zügelten wir vom sehr zentral gelegenen aber nicht sehr attraktiven El Moro Camping in den der Palmas Altas. In einem schön angelegten Garten hat es ein paar wenige Stellplätze. Ausser den nachbarlichen Hähnen am Morgen war es dort sehr ruhig. Allerdings regnete es einmal mehr immer wieder, so dass wir einen guten Teil des Tages im Auto verbrachten.


Quer durch Hinterland an den Pazifik

Auf kurvenreicher Strasse fuhren wir durch die Berge hinauf nach San Javier. Im kleinen Ort liegt sehr abgelegen eine weitere Missionskirche. Fährt man weiter ist eine geländegängiges Fahrzeug von Vorteil, denn die Piste durchquert das Flussbett immer wieder. Auch wenn der Fluss kaum Wasser führte, waren die Querungen doch ziemlich steinig und die An- und Ausfahrten oft etwas steil. Die Landschaft war sehr schön bis man schliesslich die fruchtbare Ebene bei Ciudad Insurgentes erreicht. Wir fuhren noch bis Puerto San Carlos, wo wir noch einmal eine Chance hatten hinauszufahren um Wale zu sehen. Tatsächlich fanden wir dort einen Bootsführer welcher uns am nächsten Tag mit hinaus in die Bahia Magdalena fahren wollte. Er organisierte zudem noch Ana und Ricardo aus Cabo San Lucas so dass wir die Kosten aufteilen konnten.

Als wir zum Nachtessen ins nahe Restaurant gingen erlebten wir überraschend einen herrlichen Sonnenuntergang. Kurz zuvor hatte sich am westlichen Horizont ein blauer Streifen aufgetan, so dass sich die Sonne nach einem bedeckten Tag doch noch für ein paar  Minuten zeigte, und wie. Zur selben Zeit erzeugte ein feiner Nieselregen im Osten einen doppelten Regenbogen, wow….


Endlich, Wale in Sicht

 

Caldenario, unser Käptn war ehrlich gewesen und hatte darauf hingewiesen, dass eine Walsichtung nicht garantiert werden könne, da es noch früh in der Saison sei. Nichtsdestotrotz versprach er uns einen interessanten Ausflug. Und tatsächlich, schon nach kurzer Fahrt in die Bucht hinaus fuhr er zu einer Sandbank auf welcher Hunderte von Pelikanen sassen welche wir aus nächster Nähe beobachten konnten. Er wusste auch, dass auf den Bojen welche die Fahrrinne markieren, sich immer Seelöwen und Robben sonnten. Auf dem spiegelglatten Meer und unterdessen recht sonnigen Wetter war es ein Vergnügen die Bucht zu erkunden. Im Bereich der Öffnung zum Meer dann die erste Walsichtung. Wir fuhren hin und konnten einige Male sehen wie die mächtigen Tiere zum Atmen auftauchten und mit einem eleganten Schwanzschlag wieder in die Tiefe entschwanden. Ganz in die Nähe kamen wir leider nie, denn noch waren die weiblichen Wale ohne ihre Jungen unterwegs, so dass sie nur kurz zum Atmen an die Oberfläche kamen. Aber trotzdem waren wir glücklich doch wenigstens einige der prächtigen Tiere zu sehen bekommen zu haben. Bevor es dann zurück an Land ging machten wir einen Halt in der kleinen Siedlung Magdalena. Dieser Ort ist nur über das Meer erreichbar. Die wenigen Autos waren quer auf zwei kleinen Booten balancierend von San Carlos herübergebracht worden. Eine eingeschworene Gemeinschaft lebt hier abgeschieden und offenbar zufrieden vom Fischfang und von Langusten welche gute Preise versprechen. Auf dem Rückweg fuhren wir Kilometer weit draussen noch auf Grund, denn bei Ebbe ist das Wasser oft nur 20-30 cm tief und das weit von der Küste entfernt. Der Käptn musste einige Hundert Meter mit halb hochgeklapptem Motor fahren bis das Wasser wieder tiefer wurde.


Die Meeresschildkröten von Todos Santos

Wir hatten von anderen Reisenden gehört, dass an einem Strand in der Nähe von Todos Santos eine Station eingerichtet worden war, wo man die gelegten Eier von Meeresschildkröten einsammelt und ausbrütet  um dann die frischgeschlüpften Jungtiere in der Dämmerung ins Meer entliess. Dadurch lässt sich die natürlich sehr schlechte Überlebenschance von 1:1000 markant verbessern so dass man hofft die rückläufige Population wieder erhöhen zu können.

 

Wir campierten direkt am Strand neben der Station und konnten daher bei Sonnenuntergang quasi vor der Haustür beobachten wie die kleinen Tierchen ausgesetzt wurden. Zielstrebig krabbelten sie dann Richtung Brandung und verschwanden darauf in der Weite des Ozeans. Auch wenn sie dadurch den Feinden an Land entronnen waren, warteten noch viele weitere im Wasser auf sie.


Endlich Wetter für den Strand   

Seit ein paar Tagen war nun das Wetter schön. Temperaturen von 25 bis 30 °C und strahlend blauer Himmel, das was wir eigentlich als gegeben erwartet hatten. So suchten wir nun gezielt nach schönen Stränden wo wir uns ohne Trubel einrichten konnten. An der Pazifikküste war allerdings das Meer noch zu rau und zu kalt um zu baden. Aber als wir dann das Cabo San Lucas umrundet hatten, konnten wir endlich auch mal ins Wasser springen. Wir genossen ein paar Tage bei perfekten Bedingungen in einer kleinen Bucht. Unsere einzigen Nachbarn waren Eileen und Gery aus Colorado. Sie verbringen seit über zwanzig Jahren ihre Ferien in der Bucht Boca las Palmas. Diesmal waren sie das erste Mal ohne Familie hier und genossen ein paar Wochen in der Wärme bevor es in den Schnee und die Kälte von Colorado zurückgeht. Gery fing eines Morgens einen herrlichen Ono und auch wir bekamen unseren Teil ab. Als Gegenleistung buken wir einen Dreikönigskuchen und luden unsere Nachbarn dazu ein. Und wer wurde schliesslich König? 

Wir fuhren weiter, aber nicht weit. Schon knapp 50 km entlang der Küste nach Norden fanden wir einen weiteren netten Übernachtungsplatz. Da aber der Nordwind wieder angezogen hatte, zogen wir es vor, etwas vom Strand zurück zu campieren. Hier waren wir vor dem Wind gut geschützt und genossen einen faulen Halbtag.


Die heissen Quellen von El Chorro

Wir machten einen Abstecher ins Landesinnere, so konnten wir dem momentanen Wind gut ausweichen. Hinter Agua Caliente übernachteten wir in der Nähe einer warmen Quelle. Aus der Felswand und aus dem Sandstrand ergiesst sich etwa 40°C warmes Wasser in ein glasklares Wasserloch des Flusslaufes. Man geniesst ein erfrischendes Bad im Hauptpool oder legt sich in eine der Kuhlen ins warme Wasser. Sehr schön ist die Wanderung, besser Kraxelpartie, in den Canyon hinein. Wunderschöne Wasserlöcher, Felsformationen in allen Farben und üppige Vegetation lassen vergessen, dass man sich in der trockenen Landschaft der Baja California  befindet

Da wir an einem Sonntag in El Chorro waren, hatte es tagsüber einige lokale Besucher. Am Abend waren wir dann aber mit ein paar wenigen Campingnachbarn wieder ziemlich alleine und genossen die Ruhe welche nur hie und da vom Heulen der Wölfe gestört wurde, ja die hat es tatsächlich in der angrenzenden Sierra La Laguna.


Abenteuer 4x4

In Los Barriles stockten wir unsere Lebensmittelvorräte etwas auf, unter anderem konnten wir ein dick geschnittenes, fein marmoriertes Rindersteak erstehen. Das ist in Mexico nicht so sehr üblich denn hier bevorzugt man hauchdünn geschnittenes Fleisch. Selbst Pouletbrust wird zum Teil hauchdünngeklopft. Da aber in der Gegend viele Amerikaner überwintern, hat man sich offenbar deren Geschmack angepasst und so konnten wir dann halt auch davon profitieren

Hinter Los Barriles geht die Teerstrasse in eine Piste über. Dieser folgten wir bis die Häuser immer weniger wurden und schliesslich ganz zurückblieben. Wieder fanden wir einen weitgezogenen Strand wo wir ganz für uns waren. Nebst einigen schattenspenden Bäumen hatte es vor allem jede Menge gutes Brennholz. So konnten wir wieder einmal unser Brot im Campoven auf dem Feuer backen und zudem hatten wir die perfekte Glut für unser Steak. Beim Eindunkeln bekamen wir noch Besuch von einer neugierigen Kuhherde. Ein Kalb war speziell neugierig und wagte sich ganz nah an unseren Tisch heran. Damit aber nicht genug. Es war wohl schon Mitternacht als wir draussen Geräusche hörten. Ueli schaute nach und überraschte zwei grössere Tiere welche sich an unserem Abfallsack zu schaffen machten. Was es genau war, konnten wir nicht erkennen, aber da wir unmittelbar neben unserem Auto zwei grosse Höhlen entdeckt hatten, nahmen wir an dass es sich um deren Bewohner handelte. Am wahrscheinlichsten waren es wohl Waschbären gewesen.

Die Piste wurde nun immer schmaler und kletterte stetig, zum Teil sehr steil bergan. Bald waren wir wohl 200 m über dem Strand und konnten ins klasklare, türkisfarbene Wasser hinunterblicken. Bald mussten wir die Geländegänge zu Hilfe nehmen, so steil ging es bergan. Als dann die Piste von der Küste weg in die Berge hineinführte, folgte sie erst einem schmalen Canyon und führte uns zusehends zu einem Pass hoch. Zum Glück noch kurz vor der kniffligsten Stelle beim Hinunterfahren kamen uns die einzigen Autos entgegen, ein Gruppe in Geländewagen. Die staunten nicht schlecht über uns. Bald erreichten wir wieder die Zivilisation und mit ihr eine Teerstrasse welche und schliesslich nach La Paz hineinführte. 

Zwei Tage zuvor war uns die Steuerung der Klimaanlage am Toyota ausgefallen. Deshalb fuhren wir gleichentags zum Toyota Händler um zu sehen ob das zu reparieren wäre. Wie schon bei anderen Gelegenheiten enttäuschte uns Toyota, denn anstatt uns zu helfen, schickten sie uns zu einem nahen Aircondition Spezialisten. Dort lernten wir dann aber das berühmte Improvisationstalent der mexikanischen Mechaniker kennen. Innert Minuten war erkannt wo das Problem lag. Nur war es anscheinend nicht möglich an Originalersatzteile zu kommen. Erst wurde versucht das Relais, welches anscheinlich das Problem war durch ein gebrauchtes zu ersetzen. Das löste aber das Problem dann doch nicht und so wurde mit „Trail and Error“ einfach versucht eine Uraltelektronik von einem alten Landcruiser einzubauen. Interessanterweise passte sowohl Grösse, Steckverbindung und Funktion des alten Teils einwandfrei und nachdem wir 60 CHF bezahlt hatten fuhren wir gut gekühlt weiter. 


Schnorcheln mit Walhaien und Seelöwen

Wir erfuhren, dass unsere Campnachbarn, einer amerikanischen und einer holländischen Familie, für den nächsten Tag ein Boot gechartert hatten, um in der Umgebung von La Paz das Meer zu erkunden. So erhielten wir die Möglichkeit uns anzuschliessen. Am Morgen fuhren wir hinaus nach Pichilingue wo uns die Crew des Bootes erwartete. Wir wurden mit Tauchanzug und Schwimmweste ausgerüstet und bald waren wir auf dem Weg zurück Richtung La Paz. Das Meer war spiegelglatt, ein Glücksfall, denn das ist alles andere als üblich hier. Bald schon sahen wir mehrere Gruppen Delfine. Wir konnten die eleganten Tiere aus nächster Nähe beim Spielen beobachten.

Dann begab sich unser Guide an den Bug des Bootes um nach Walhaien Ausschau zu halten. Es dauerte nicht lange und er dirigierte den Käptn dicht an einen der mächtigen Fische heran. Nun galt es schnell ins Wasser zu springen und dem Tier zu folgen. Zwar schauten die sanften Bewegungen des Walhais langsam aus, aber man musste ganz schön Gas geben um dran zu bleiben. Erschwerend war das trübe Wasser, denn man musste bis auf ein, zwei Meter heranschwimmen um den Fisch überhaupt sehen zu können. Es war ein bewegendes Erlebnis so nah an diesen bis 10 Meter langen Giganten zu schwimmen. Bald mussten wir aber die „Verfolgung“ aufgeben und zurück zum Boot. Noch einige Male sprangen wir ins Wasser und genossen das spezielle Erlebnis. Dann aber waren unsere Batterien erst mal leer.

Nun war Kurs Nord angesagt. Entlang der vulkanischen Insel Espirito Santo genossen wir die Landschaft und die wunderschönen Felsküste. Dann erreichten wir die Nordspritze wo sich eine kleine Felseninsel Lobero befindet. Dort lebt eine grosse Kolonie Seelöwen. Erst tuckerten wir den Felsen entlang und sahen den Tieren zu wie sie sich in der Sonne räkelten und in Gruppen im Wasser herumtobten. Dann war es Zeit selber ins Wasser zu springen. Auf der Südseite der Insel sahen wir unglaubliche Fischschwärme durch welche man schwamm. Bis auf Armeslänge kamen die neugierigen Fische an einem heran. Dann folgten wir unserem Guide und durchschwammen einen Tunnel mitten durch die Insel. Der tiefe Canyon, an dessen Wände schöne Korallen wachsen, wurde von Sonnenstrahlen magisch beleuchtet. Auf der anderen Seite trafen wir immer häufiger auf Seelöwen, welche sich einen Spass daraus machten mit uns zu spielen. An Land sind sie ja ziemlich tollpatschig, aber in ihrem wahren Element, dem Wasser, waren sie elegant und pfeilschnell. Was für ein Erlebnis, zum Berühren nah kamen die neugierigen und spielfreudigen Tiere.

Auf dem Rückweg machten wir an einem Strand Mittagspause. So konnten wir uns erholen und stärken. Ein Zwischenstopp machten wir noch bei einer Kolonie von Fregattvögeln. Diese eleganten Seevögel sind normalerweise wochenlang auf hoher See ohne auch nur einmal auszuruhen. Da sie kein imprägniertes Gefieder haben, würden sie, einmal nass, nie mehr starten können. In den Mangroven hier auf Espirito Santo nisten sie und ziehen ihre Jungen auf.

 

Die letzte Gelegenheit noch einmal mit Seelöwen zu schnorcheln nahm dann nur noch Peter wahr. Alle anderen waren ziemlich erschöpft und es war ein wirklich langer Tag auf dem Meer. Für uns definitiv ein weiterer Höhepunkt unserer bisherigen Reise. Ein grosser Dank an die Duvals fürs organisieren des Trips!!  


La Paz

 

Wir waren unterdessen schon einige Tage in La Paz und hatten von der Stadt selber noch nicht viel gesehen. So beschlossen wir, mit dem Bus ins Zentrum zu fahren und einen Spaziergang entlang der Strandpromenade zu machen. Diese zieht sich entlang des ganzen Stadtzentrums und ist zugleich das touristische Zentrum von La Paz. Hier findet man die meisten Restaurants und auch Souvenirshops, halt all das was sich der Tourist so wünscht. Wir fanden vor allem endlich Strandmatten und die von Doug empfohlene Bäckerei, wo wir tatsächlich ein feines Brot und noch viel feinere Mandelgipfel kauften. Ansonsten bot uns die Stadt nicht sehr viel, denn wir sind weder an Souvenirs, wo wollten wir die Dinge denn auch unterbringen, noch anderen Läden gross interessiert.


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