Waterton Lake National Park

Dieser Nationalpark grenzt direkt an den Glacier Nationalpark auf der US Amerikanischen Seite. Rund um den Waterton Lake reihen sich die 2 bis 3 Tausender in eindrücklicher Kulisse. Wie auch am bekannteren Lake Louise steht ein eindrückliches Hotel über dem See, das Prince of Wales. Ansonsten bietet Waterton die üblichen touristischen Einrichtungen. Auf dem Weg zum Camping sahen wir entlang der Strasse unsere erste Schwarzbärin mit zwei Jungen. Die drei Bären patrouillierten den Hügel über der Strasse und Mamabär drehte jeden Stein um auf der Suche nach etwas fressbarem. Die neugierigen Jungen stellten sich immer wieder auf die Hinterbeine und schauten neugierig zu uns Menschen herunter.  

Wir hatten auch hier nicht viel Glück mit dem Wetter und sind deshalb nur eine Nacht geblieben. Den Red Rock Canyon sollte man auf jeden Fall besuchen. Am Ende einer Stichstrasse liegt dieser kleine, aber feine Canyon. Die roten Felsen erscheinen fast unnatürlich und haben der Schlucht den Namen gegeben. Auch auf der kurzen Wanderung zum Crandell Lake, direkt vom Campground aus wurden wir so verregnet, dass wir pflotschnass wieder beim Auto ankamen.

Eigentlich hätten wir gerne noch die Wanderung zum Bertha Lake gemacht, aber am Morgen waren die Berge einmal mehr wolkenverhangen und die nächste Regenfront war im Anzug.

 

Kaum aus den Bergen raus, war es nur noch leicht bewölkt und die Temperaturen stiegen wieder angenehm.

Alberta’s Forest Trunk Road

Von Coleman aus startet man auf die Forest Trunk Road, eine gut ausgebaute Gravelroad welche mehrere Hundert Kilometer durch Alberta führt. Einige der Regionen sind Provincial Recreation Areas und man findet immer wieder einfache Campingplätze. Für die etwa 17 CAD erhält man schön angelegte Stellplätze in der Regel ein Plumpsklo und manchmal auch Wasser. Man kann aber auch wild campieren, oft an einem Bach. An Wochenenden sieht man dutzende von Einheimischen an den schönen Plätzen campieren, oft auch mit grossen Wohnwagen und Campern.

Landschaftlich ist die Strecke sicher reizvoller als durch die weiter östlich durch Prairie führende Strasse. Meist verläuft die Piste in den Ausläufern der Rockies durch die Wälder. Unter der Woche muss man allerdings mit LKW’s rechnen welche Holz abführen. Abends ist man aber sicher meist für sich, ausser vielleicht an Wochenenden.

 

Wir sind die ersten etwa 80 Km auf der Strecke gefahren und dann auf der Forestroad 532 nach Osten auf die Hauptstrasse zurück, weil wir anderntags nach Calgary hinein mussten. Wir haben ein wunderschönes Camp gefunden, etwa 16 Km vor der Teerstrasse, nicht weit westlich eines der offiziellen Campingplätze. In einer schönen  Blumenwiese direkt an einem Bach haben wohl schon öfter Leute campiert und zwei Feuerstellen eingerichtet. Als Nachbarn hatten wir eine Kolonie Erdhörnchen, welche aber eher scheu waren.

Banff National Park

Wir hatten noch vor dem National Park in einem Provincial Park Camping übernachtet. Einmal mehr wurden wir erst mal mit einer Dusche von oben empfangen. Das Wetter war nun schon seit längerer Zeit immer wieder unbeständig. In der Stadt Banff informierten wir uns über die Möglichkeiten die sich uns im Park bieten. Die Campingsituation war zum Glück noch ziemlich entspannt, einzig die Stellplätze mit Hook-Ups seien Abends meist voll, wurden wir informiert. Nun das störte uns nicht denn wir sind autark.

Auf dem Bow Valley Parkway fuhren wir nordwärts. Uns fiel bald auf, dass wir keine Tiere zu Gesicht bekamen. In allen National Parks zuvor war das eigentlich normal gewesen. In Lake Louise Village buchten wir erst mal unseren Stellplatz und führen dann zum Moraine Lake hoch. Der Parkplatz war ziemlich voll und es hatte auch ziemlich Besucher. Wenn man dann aber die Aussicht sieht, versteht man warum alle hier hoch wollen. Nach kurzem Aufenthalt und den obligaten Bildern begann es wieder mal zu regnen.

 

Am Lake Louise angekommen hatten wir die Wanderschuhe geschnürt und schon begann es wieder. Allerdings, so schnell es gekommen war, so schnell war der Spuk auch wieder vorbei. Am See entlang wanderten wir in Richtung Berge und liessen die meisten Besucher nach und nach hinter uns. Die Aussicht auf die Gletscher wurde uns zwar verwehrt, aber trotzdem lohnte sich der Fussmarsch. Am Wendepunkt unserer Tour begann es aber schon wieder und bald waren die Hosenbeine klitschnass. Über den High Trail gelangten wir zum Mirror Lake. Die anderen möglichen Abstecher schenkten wir uns in Anbetracht des Wetters.

Jasper National Park

Anderentags folgten wir dem Icefield Parkway immer Richtung Jasper. Viele schöne Ausblicke und kleine Abstecher machten die Fahrt abwechslungsreich. Als auf einmal einige Fahrzeuge mit Warnblicker an der Strasse standen, ahnten wir schon dass es was zu sehen gab. Tatsächlich war eine grosse Herde Bighorn Sheep beim Salzlecken, direkt an der Strasse. Dort finden sie im Frühling die Überreste der Strassenräumung mit Salz.

Beim Columbia Icefield angekommen, war es schon schockierend zusehen, wie sich der Athabasca Gletscher über die Jahre zurückgebildet hat. Speziell interessant war der Unterschied im Vergleich zu unserem letzten Besuch, denn Beide waren wir vor über dreissig Jahren auch schon mal hier gestanden. Ah, der Regen erwischte uns auch hier wieder auf dem Rückweg zum Auto.

Auf der Weiterfahrt konnten wir weiter bis tief ins Tal reichende Gletscher bestaunen. Dem Hochtal folgend wurde dieses immer weiter und der Athabasca River gewann zunehmend an Wassermassen. Einen weiteren Abstecher machten wir zum Angel Gletscher, weit hinten in einem Tal. Hier war die Landschaft ähnlich hochalpin wie wir es in der Schweiz gewohnt sind. Auf dem Gletschersee schwammen noch Eisberge aber die Blumen waren überall am Blühen.

Den nächsten Tag begannen wir mit einer Fahrt zum Maligne Lake. Wir starteten früh und es sollte sich lohnen. Erstens hatte es noch nicht allzu viele Besucher und zweitens konnten wir unsere kleine Wanderung gerade noch trockenen Fusses beenden und dann, ja dann begann es wieder …..
Im unteren Teil des Tales zwingt sich der Fluss durch einen engen Canyon. Wanderwege erschliessen diese Schlucht beidseitig, so dass man eine Rundwanderung draus machen kann. Immer wieder hatten wir Einblicke in die tiefen Gräben und Risse. Das Wasser sah man häufig nicht sondern hörte es nur tief unten donnern.

 

Da sich das Wetter nicht wirklich besserte, beschlossen wir zu den Miette Hotsprings zu fahren und dort ein heisses Bad zu geniessen. Dort konnte es von uns aus auch regnen, wir sassen ja im warmen Wasser.

Freunde und Vollservice

Wir hatten eine Einladung um Ueli’s Arbeitskollegen Steve und seine Familie in Edmonton zu besuchen. Es passte gerade auf das Weekend anzukommen, so dass wir die Tage zusammen geniessen konnten. William, der Sohn, spielt Fussball und Ball Hockey, eine Art Unihockey am^ber mit Icehockey Stöcken. Am Freitagabend war ein Freundschaftsmatch zwischen den Trainern und den Jungs mit anschliessendem Pizzaessen im Park angesagt. Da die Trainer viel zu wenig Spieler hatten, wurden auch deren Freuen und schliesslich auch noch Ueli in die Mannschaft integriert. Am Ende musste ein Penaltyschiessen entscheiden. Für uns war es vor allem schön, einmal nicht selber für Unterhaltung zu sorgen.

Der Samstagmorgen war dann Service Zeit. Myrta putzte das Auto innen einmal komplettund machte parallel unsere Wäsche und ich installierte mit Hilfe von Steve Steinschlagschütze für Scheinwerfen und Frontscheibe, um das Risiko eines Schadens auf den kommenden Pisten zu minimieren. Am Nachmittag gingen wir mit der Familie ein Ball Hockey Spiel schauen, bei welchem es um den Einzug in den Final am Sonntag ging. Williams Mannschaft gewann überlegen mit 7:0. Im Nu war der Tag vorbei und es wurde sogar zu spät um das von uns angebotene Nachtessen zu kochen. So genossen wir ein BBQ im Garten bei sehr angenehmen Temperaturen.

Sonntag war ein „Lazy day“: Morgens ausschlafen und dann ein paar Kleinigkeiten erledigen. Erst Nachmittags, als unsere Gastgeber mit William zum Finalspiel gingen, begann für uns die „Arbeit“. Wir bereiteten einen griechischen Salat und eine Moussaka vor und für danach ein feines Himbeerdessert. Die ganze Familie schätzte das Nachtessen, welches wir mit einem italienischen Rotwein abrundeten und dann noch lange draussen sassen und Geschichten austauschten.

Am Montag hatte Caroline Geburtstag, wir allerdings verabschiedeten uns schon mal von ihr und William und fuhren dann in die Stadt um zu sehen, ob unsere Startprobleme bei kaltem Wetter gelöst werden konnte. Bei 4wheelauto empfing uns der Chef persönlich und machte einen kompetenten Eindruck. Sein Mech kümmerte sich umgehend um unser Auto und fand in kurzer Zeit heraus, dass der Umgebungstemperatursensor defekt war. Zu meiner Überraschung hatten sie sogar das Ersatzteil am Lager und so konnten wir ein Stunde später wieder weiter. Man kann die Firma nur weiterempfehlen, wohl kein anderer weit und breit kennt sich so gut mit Landcruisern aus, auch Modelle welche gar nie nach Canada importiert worden sind, und hat ein nur annähernd so grosses Ersatzteillager.  

Zuletzt fuhren wir noch zum Endress+Hauser Büro um uns von Steve zu verabschieden und eine Betriebsbesichtigung zu erhalten. Die Gebäude waren erst vor kurzem fertiggestellt und bezogen worden und so war alles noch neu und sehr grosszügig eingerichtet. Die Trainingsanlage war noch nicht mal fertiggestellt, sondern immer noch im Bau.

Da die Wetterprognose für die folgenden Tage recht gut aussah, hatten wir uns entschlossen uns wieder auf den Weg nach Norden zu machen. Erst nochmal unsere Vorräte aufstocken, denn je weiter man von hier aus nach Norden fährt umso bescheidener und doch teurer wird das Angebot.
Auf demselben Strecke wie wir nach Edmonton gekommen waren ging es wir zurück Richtung Westen. Nun aber bei Sonnenschein und nicht wie beim ersten Mal im Regen und grauen Wolken, welch ein Unterschied. In Hinton drehten wir nordwärts auf den Hyw 40, dieser ist landschaftlich viel abwechslungsreicher wie die kürzeste Strecke von Edmonton nach Grande Prairie.


Alaska Highway

Die erste grössere Stadt in British Columbia ist Dawson Creek. Dort beginnt auch der Alaska Highway, eine im zweiten Weltkrieg erbaute Militärstrasse. Unterdessen ist es zwar ein gut ausgebaute Teerstrasse , aber im Norden führt sie nach wie vor durch weitgehend unberührte Wildnis.

Natürlich mussten auch wir das Bild am Anfang des Alcan schiessen. Vor allem freuten wir uns aber an der Swiss Bakery, direkt neben dem Visitor Center. Ein Gränicherin führt das Geschäft seit 16 Jahren und wir konnten nicht widerstehen Nussgipfel und Brot zu kaufen.

Nicht weit nördlich der Stadt übernachteten wir im Kiskatinaw Provitial Park. Dort befindet sich auch die einige noch existierende Holzbrücke des Alaska Highways. Anderntags folgten wir der Strecke weiter Richtung Fort Nelson. In Fort St. John sah man deutlich, dass es der Öl und Gas Industrie zur Zeit nicht sehr gut geht. Überall sah man Fahrzeuge und Ausrüstung rumstehen, welche eigentlich auf den umliegenden Ölfeldern im Einsatz stehen sollten. Die Strecke bis Fort Nelson ist noch nicht so richtig interessant, noch immer dominierten Landwirtschaft und immer wieder Einrichtungen der Ölförderer. Dann aber wurde die Landschaft zunehmend wilder. Immer weniger Anzeichen von Zivilisation und immer häufiger Wildnis. Nach einer langen Tagesetappe übernachteten wir im Tetsa Regional Park, einem sehr schön angelegten Campingplatz. Dort lernten wir die Familie Moser aus dem Berner Oberland kennen. Sie sind mit einem Mietcamper in Westcanada in den Ferien.

Entlang der Strecke konnten wir immer wieder Bären beobachten, manchmal nur einen kurzen Augenblick, aber zum Teil liessen sie sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören. Ein letztes Mal überquerten wir den nun nördlichsten Teil der Rocky Mountains. Eindrucksvolle Gebirgslandschaften erfreuen das Auge. Entlang mächtiger Flüsse und eindrücklichen Seen führt die nur sehr interessante Strecke.

In Liard Hotsprings machten wir unseren nächsten Stop. Kurz nach Mittag  trafen wir ein und konnten deshalb auch ohne Probleme noch einen Campingplatz buchen. Wir genossen das Bad in den heissen Quellen. Beim Austreten sind sie mit 52°C noch etwas gar heiss, aber in den Pools danauch sehr angenehm. Die Becken sind sehr schön und naturnah angelegt und auch mit den Leuten hielt es sich in Grenzen. Gegen Abend kam ein Gewitter auf, natürlich genau dann als Ueli die Outdoorküche in Betrieb genommen hatte. So wurde das Nachtessen halt Indoor fertiggestellt.

Später am Abend hatte Myrta eine Eingebung: „Lass uns zu der Sumpflandschaft unterhalb der Quellen zurückgehen, vielleicht sehen wir noch einen Elch“ schlug sie vor. Und  tatsächlich stand da ein Elch direkt neben dem Holzsteg und knabberte die nahrhaften Unterwasserpflanzen ab. Die längste Zeit konnten wir das mächtige Tier aus nächster  Nähe beobachten.

Auf der Strecke nach Watson Lake hatten wir manchmal den Eindruck in einem Safari Park unterwegs zu sein. Immer wieder Bären und auch Waldbison waren am Strassenrand zu beobachten. Ein Herde mit sicher dreissig Bisons liess sich durch unsere Anwesenheit in keinster Weise stören. Nur die Kühe mit Jungen waren immer wachsam und beäugten uns Eindringlinge misstrauisch.

 

In Watson Lake angekommen versuchten wir das Schild, welches Ueli bei seinem ersten Besuch in dieser Gegend aufgehängt hatte, wieder zu entdecken, leider erfolglos. Der Schilderwald wurde beim Bau des Highways von einem heimwehkranken Soldaten begonnen. Unterdessen sollen es über 72‘000 Schilder sein. Aus der ganzen Welt haben Leute ihren Besuch mit dem Aufhängen eines mehr oder weniger originellen Schilds dokumentiert. Dort trafen wir auch die Moser’s wieder. Wir quartierten uns dann auch im teuren und hässlichen, aber praktischen RV Park direkt neben dem Visitor Center ein. Eine letzte Dusche hat auch seinen Wert wenn man danach  in den Busch abtaucht für ein paar Tage.

Campbell Highway, Silberstädte und weiter nach Dawson City

Als Alternative zum Alaska Highway bietet sich ab Watson Lake der 580 Km lange Campbell Highway an. Diese Strecke wird kaum befahren und führt durch weitgehend unberührte Wildnis. Etwa die Hälfte der Route ist eine Piste, allerdings in sehr gutem Zustand. Die erste Nacht verbrachten wir an einem See unweit der Strasse. Zwar hatte es ziemlich Mücken, aber das Antimückenmittel wirkte einwandfrei. Oft wurde uns die Fernsicht verwehrt, da die Piste halt meist durch den Wald führt. Aber wo immer wir Fernsicht hatten war die Kulisse eindrücklich. Links und rechts waren in der Ferne Gebirgszüge auszumachen. An der Strecke liegen insgesamt neun Goverment Campingplätze, allesamt sehr schön angelegt und gelegen. Kurz vor Ross River, einem der zwei kleinen Ortschaften im Bereich der Route, machten wir einen kurzen Abstecher entlang der Canol Road nach Süden bis zum Lapie Canyon. In Jahrmillionen hat der Fluss sich tief in den Felsen geschnitten und einen eindrücklichen Canyon geformt.

Zurück auf der Hauptstrecke hatten wir das Glück einen schwarzen Rotfuchs aus nächster Nähe zu sehen. Das Tier machte keinen besonders fiten Eindruck und wir konnten seine Bemühungen Futter zu finden aus kurzer Distanz beobachten. Ross River liegt etwa 10 Km abseits des Campbell Highways und ist ein verschlafenes Kaff, das ausser den wichtigsten Dienstleistungen kaum etwas bietet. Zum Beispiel steht hier eine der zwei Tankstellen an der Strecke.

Der nächste Stop war in Faro, ebenfalls etwas weg von der Hauptroute. Eine Information die wir hatten besagte, dass wir hier die Chance hätte eine besondere Art Bergschafe beobachten zu können, aber leider stellte sich heraus, dass die Tiere bereits in die Sommerweiden gezogen waren. Uns bescherte der Abstecher eine kleine 4x4 Strecke welche aber an einer Brücke endete welche nicht vertrauend erweckend war und uns zur Umkehr bewegte.

Am Little Salmon Lake, woher der See den Namen hat ist uns unverständlich, denn immerhin ist er über 50 Km lang und einige breit, fanden wir einen wunderschönen Campingplatz direkt am Ufer. Den ganzen Nachmittag konnten wir dunkle Regenfronten beobachten, aber keine liess ihre Last auf uns hernieder gehen. Später bekamen wir Besuch von einem Fuchs und auch ein Porcupine (ein grosses Stachelschwein) zeigte sich kurz. Schliesslich konnten wir sogar einen Fischotter im See schwimmend beobachten und amüsierten uns köstlich als er mit einer Ente Schabernack trieb indem er immer wieder in deren Nähe auftauchte.

Anderntags fuhren wir die verbleibenden Kilometer bis zum Ende des Campbell Hwy, bogen aber kurz vor dem Zusammentreffen mit dem Klondike Hwy  auf die Frenchlake Road ab. Diese schmale und zum Teil  holprige Piste führt noch einmal durch eine Wildnis welche kaum von Leuten besucht wird. Bei den Five Finger Rapids, eines der grossen Hindernisse für die Goldgräber welche auf dem Yukon River hinunter navigierten, gelangten wir schliesslich auf die Hauptroute nach Dawson City.

Der Verlauf der Strecke ist nicht so interessant, aber wir hatten vor einen Abstecher nach Keno zu machen. Auch diese Gegend hatte ihren Höhepunkt Ende des  19. Jahrhunderts allerding war nicht Gold sondern „nur“ Silber der Auslöser gewesen. Am Five Mile Lake übernachteten wir noch einmal bevor wir in die Minenstädte aufbrachen. Dieser relativ warme See zog vor allem die Einheimischen aus dem nahen Mayo an, für uns war er definitiv zu kalt. Wir begnügten uns mir einer Wanderung um den See herum welche aufzeigte, dass dieser bei weitem keine fünf Meilen lang ist.

Um nach Keno zu gelangen wählten wir die weniger befahrene Piste entlang dem Duncan Creek. Im Dorf selber ist von der Gier nach Silber kam mehr was zu sehen, aber man hat mit viel Herzblut einige Relikte bewahrt. Bevor wir aber das Mining besuchten, fuhren wir zum Signal Summit hoch. Gut 700 m über der Talsohle geniesst man einen herrlichen Rundblick auf die karge Wildnis und die hohen Berge.

 

Anschliessend fuhren wir die 100 Km bis Stewart Crossing zurück und gelangten bis kurz vor Dawson City wo wir noch einmal übernachteten.


Dempster Highway - Von Dawson City über den Polarkreis nach Inuvik

Am Morgen fuhren wir in die Stadt und sahen uns etwas um. Ein nettes kleines Städtchen aud^s der Goldgräberzeit. Damals, Ende 19 Jh. War das eine der grössten Städte in Nordamerika, bis 30‘000 Tausend Einwohner wollten auch reich werden, nur eine paar wenige schafften es. Nun ist vieles restauriert und neue Gebäude müssen strengen Regeln folgen um das Stadtbild zu erhalten. Wir quartierten und einfachheitshalber im Stadtzentrum, im einzigen Campingplatz, ein. Nicht schön, etwas eng und laut, aber eben, in der Stadt. So konnten wir auch Abends in den Ausgang ohen das Auto benützen zu müssen.

Um zehn Uhr gingen wir, immer noch bei vollem Tageslicht, zum Casino „Diamond Tooth Gerties“, nicht zum Spielen, sondern weil sie dort drei Mal am Abend eine Can Can Show bieten.

Da der Wetterbericht für den übernächsten Tag und drei weitere Tage hervorragend war, wollten wir die Gelegenheit nutzen und auf dem Dempster Highway nach Inuvik fahren. Zwar war der Starttag noch durchzogen aber eben es sollte ja bessern. Wir erledigten noch die Einkäufe, gingen unsere Tanks füllen, nicht in der Stadt dort ist es bereits sehr teuer, sondern nach der Klondike Überquerung gleich links. So sollte der Sprit für die 1500 km locker reichen.

Schon gleich zum Beginn der Piste ist die Landschaft abwechslungsreich und wurde immer bergiger. Im Tomstone Territorial Park machte wir nur kurz Zwischenhalt um uns zu informieren. Die Gegend wollten wir beim Rückweg bei besserem Wetter geniessen. Die Strasse steigt dann zu einem ersten Pass an und die Bäume machen einer offenen Tundra Platz. Schwarze Regenwolken gaben der Landschaft eine dramatische Note, wir wurden aber vorläufig verschont.

Wir fuhren noch bis zum Engineer Creek Goverment Camping. Wie es sich herausstellte, ein Moskito verseuchtes Wäldchen. Die Stellplätze zwar wie immer schön, aber eben. Zudem hatte es geregnet, und es kam dann auch immer wieder, und alles war schwarz schlammig.

Der nächste Morgen war dann nicht angesagt blauer Himmel sondern noch immer wechselnd bewölkt mit einigen Schauern. Trotzdem genossen wir die schöne Fahrt. In Eagle Plains, die Piste führt da schon länger über ein Hochplateau hielten wir nicht an, denn wir hatten alles was wir brauchten. Für viele, vor allem die Motorradfahrer ist dies nach 370 km die erste Versorgungsmöglichkeit. Ein paar Dutzend Km später erreicht man den Polarkreis. Wolkenverhangen lag die weite Bergwelt vor uns, so dass wir auch das Erinnerungsfoto für die Rückfahrt sparten.

Durch die Richardson Range, dem letzten Gebirge bevor die Landschaft dann endgültig flach wird, gelangt man zur Grenze zu den North West Territorries. Eine schwarze Wand erwartete uns und die zwei Kanadier auf ihren Motorrädern, welche wir dort trafen. Und bald darauf begann es zu schütten. Auch die Sicht war durch den dichten Nebel sehr eingeschränkt. Einziger Vorteil: Der gröbste Schlamm wurde am Auto wieder weggewaschen. Wir fuhren bis zur Fähre über den Peel River um dort herauszufinden, dass diese den Betrieb wegen Hochwasser bis auf weiteres eingestellt hatte. Nebst den vielen treibenden Baumstämmen war das Problem, dass das Schiff nicht nahe genug ans Ufer fahren kann um die Fahrzeuge zu laden. Wir beschlossen etwas zurückzufahren und dort zu übernachten. Viele Möglichkeiten boten sich nicht an, so dass wir schliesslich auf einem Kiesplatz wo auch einige Laster abgestellt waren zu bleiben. Immer wieder regnete es, so dass wir den Abend im trockenen Innern des Autos verbrachten. Dunkel wurde es trotz des bedeckten Himmels hier nicht mehr.

Morgens, als wir beim Frühstücken waren, wurden die Fahrer der Trucks per Shuttle Service zu ihren Fahrzeugen gebracht und bald machten sie sich auf den Weg zu einer Strassenbaustelle. Wir fuhren zur Fähre zurück um zu sehen wie der Stand war. Etwas war der Fluss über Nacht zurückgewichen, aber bei weitem nicht genug. Mehrere Tage sollte die Situation so bleiben wurde getuschelt. Und solange es im Gebiet des Peel Rivers immer wieder von neuem regnet würde sich das Ganze sicher nicht entspannen. Soweit der Wetterbericht!! Da dieses Schönwetterfenster offensichtlich doch nicht existierte, entschieden wir uns umzukehren und trösteten uns damit, dass wir bis anhin den landschaftlich schönsten Teil der Strecke hatten geniessen können.

Das Wetter durch die Richardson Range war dann auch recht freundlich und wir genossen die Aussicht von einer der Mikrowellenantennen hoch über dem Tal. Noch vor dem Polarkreis trafen wir auf zwei weitere Töfffahrer. Bei der einen Maschine war die Kette gerissen und er hatte weder Ersatz noch andere Mittel sie zu reparieren. Kein guter Ort für solch eine Panne, 450 km von Dawson und 800 km von Whitehorse!!

Beim Polarkreis dann doch noch das Beweisföteli bei etwas besseren Bedingungen. Ansonsten wurden wir den ganzen Tag vom Regen verschont wenn sich auch ringsherum immer wieder schwarze Wolken auftürmten. Gegen Abend fuhren wir zu einer weiteren Antenne hoch, denn wir hatten unterdessen gelernt, dass man auf einer weitegehend vegetationslosen und offenen Höhe von den Mücken verschont wird. So genossen wir einen sonnigen und recht warmen Abend mit einer wunderbaren Aussicht auf die Ogilvie Berge. Wie schon vor Tagen am Little Salmon Lake konnten wir aus sicherer Distanz zwei Gewitterzellen beobachten, die ihre Ladung Regen abwarfen und uns sogar mit einem Regenbogen erfreuten. Sie bewegten sich um uns herum ohne dass wir einen Tropfen abbekamen.

 

Der folgende Tag war wiederum von wechselhaften Wetter geprägt. Meist kamen wir trocken davon aber zweimal erwischte es uns. Innert Kürze war die Piste schlammig und der Camper schwarzbraun gepflastert. Eigentlich hätten wir ja gerne noch einen Zwischenhalt im Tombstone Park gemacht, aber genau als wir dort eintrafen braute sich das nächste Unwetter zusammen. So verzichteten wir halt zähneknirschend und fuhren noch 1 ½ H bis Dawson zurück. Dort erwartete uns sonniges Wetter und 25 °C……



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