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Unsere Übernachtungsplätze in Bolivien

Infos zu den Schlafplätzen findet man hier:

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Über die Grenze bei Yunguyo / Copacabana

Wir stellten fest, dass dies der bis anhin einfachste und schnellste Grenzübertritt in Lateinamerika war!

Ausreise Peru

Bei der Immigration Ausreisestempel im Pass eintragen lassen, danach über die Strasse zur Aduana, um den TIP (Temporäre Importbewilligung) abzugeben. Auf Wunsch wurde uns sogar kostenlos eine Fotokopie derselben übergeben.

Dauer: 5 Minuten, Kosten: keine

Einreise Bolivien

Bei der Immigration war ein kleines Formular auszufüllen, um den Einreisestempel zu bekommen.

Für den TIP musste im Laden gleich nebenan auf der Webseite des Zolls das Formular elektronisch ausgefüllt werden, dieses wurde ausgedruckt und eine Kopie erstellt. Im Zollamt wurde das Dokument gestempelt, danach musste eine weitere Kopie angefertigt, Original und Kopie bei der angrenzenden Polizeistation gestempelt werden und fertig waren die Formalitäten.

Dauer: ca. 20 Min, Kosten 11 Bolivianos / 1.50 CHF


La Paz

Auch wenn uns grosse Städte bekanntermassen nicht allzu sehr anziehen, planten wir, ein paar Tage in La Paz zu bleiben, denn wir wollten an unserem Auto wieder einmal einem umfassenden Service und Check durchführen lassen. Wir quartierten uns beim Hotel Oberland, in der um einige 100m tiefer gelegenen Region von La Paz ein. Die Stadt selber liegt zwischen 3500 und 4100 müM, während unser Camping in Mallasa auf nur 3300 m ein recht angenehmes Klima bot.

Gleich am Montagvormittag fuhren wir zur Garage von Ernesto Hug, einem Schweizer der seit 35 Jahren in Bolivien lebt und oben in der Stadt eine Autowerkstätte betreibt. Als erstes wurde geklärt, welche Arbeiten zu erledigen wären. Bald stellte sich heraus, dass nebst dem eigentlichen Service ein paar weitere Reparaturen fällig waren. Der Spannmechanismus des Alternators hatte sich gelöst und die Spannschraube hatte einen Teil der Keilriemenscheibe weggeschliffen. Da zudem die Befestigung des Kompressors der Klimaanlage lose war, mussten wir annehmen, dass dies Folgeschäden des Wasserpumpenwechsels noch in der Schweiz waren. Genau diese Komponenten mussten für den Wechsel der Pumpe ausgebaut werden und wurden danach offensichtlich nicht mehr fachgerecht festgeschraubt. Ein weiterer Pfusch, welcher uns vom sogenannten Landcruiser Spezialist untergejubelt worden war. Da Ersatzteile in Bolivien schwer aufzutreiben sind, wurde das Pully kurzerhand von einem Dreher hergestellt. Die ganzen Service- und Reparaturarbeiten beanspruchten schliesslich drei volle Tage. Zum Glück bot die Garage genügend Platz, so dass wir im Areal übernachten konnten. In der bei Reisenden bestens bekannten Werkstatt lernten wir Sandra und Michi kennen. Die beiden Berner waren in einem Mercedes Sprinter Camper unterwegs und mussten einen Zwischenstopp bei Ernesto einlegen, um eine gebrochene Blattfeder reparieren zu lassen.

Nachdem an unserem Auto alles erledigt war, quartierten wir uns wieder im Oberland ein. Bei Gerd, einem Deutschen, der schon viele Jahre in La Paz lebt, buchten wir eine Stadttour durch, oder besser gesagt, über La Paz. Mit einer der 6 bereits existierenden Gondelbahnen, welche die Stadt erschliessen, schwebten wir hoch nach El Alto. Weitere 6 Linien sollen in den kommenden Jahren folgen und als komplettes öffentliches Netz die einzelnen Stadtteile verbinden. Die Fahrt hoch über den Dächern erlaubte viele interessante Einblicke in die Strassen und Hinterhöfe. Vom höchsten Teil der Stadt, El Alto, genossen wir die eindrückliche Aussicht hinunter auf das Häusermeer. Wie jeden Donnerstag fand in diesem Stadtteil ein riesiger Markt statt. Dieser wurde vor allem von der indigenen Bevölkerung, welche hauptsächlich in El Alto lebt, durchgeführt und besucht. Das Angebot deckte so ziemlich alles ab, was man zum Leben braucht und noch einiges mehr. Am Rande des Marktgeschehens hatten einige Schamanen ihre Buden eingerichtet und boten ihren Kunden Hilfe für alle Lebenslagen an. Die Dienstleistung bestanden aus einer Mischung von Arzt, Lebensberater, Glücksbringer und Wahrsager und bestanden aus für uns skurril anmutenden Ritualen. Vor den Hütten wurden alle möglichen Kräuter und anderes verbrannt und die Patienten mit dem entstehenden Rauch und allerlei Beschwörungsformeln behandelt. Mit einer weiteren Gondelbahn, welche oberhalb einer breiten Strasse, vorbei an mehrstöckigen Wohnhäusern verlief, liessen wir uns über El Alto transportieren und erhielten einen weiteren Eindruck von der Grösse des darunter stattfindenden Marktes.

Nachdem wir im tiefergelegenen Stadtzentrum angelangt waren, ging es zu Fuss weiter. Nur gerade in einer Strasse waren Bauten aus der Kolonialzeit erhalten geblieben, das übrige Stadtzentrum war architektonisch wenig attraktiv, mit seinem quirligen und lebhaften Betrieb jedoch interessant und sehenswert. Die Plaza Murillo, der Zentralplatz der Stadt, war für uns eine Enttäuschung und bot einen wahren Schandfleck. Direkt neben dem schönen Parlamentsgebäude stand ein halb eingefallenes Haus, diesem gegenüber befand sich ein weiteres, schmutzig schwarzes, ungepflegtes Gebäude und im Hintergrund war ein hässlicher, hoch aufragender, moderner Regierungspalast im Bau, welcher den Anblick des Platzes weiter verschandelt. Offenbar war für die Errichtung eines neuen Gebäudes genügend Geld vorhanden, für den Unterhalt der historischen Bauten jedoch nicht.
Die n
ächste Linie der Gondelbahn brachte uns hoch nach Killi Killi, einem Aussichtspunkt, welcher einen 360° Panoramablick über das ganze Stadtzentrum bot. Ein heftiger Regenschauer zwang uns, Schutz unter einem der überdachten Pavillons zu suchen. Nachdem der kurze Spuk vorbei war, gingen wir zurück ins Zentrum, um den berühmten Hexenmarkt zu besuchen. In diesem Quartier gab es alle nur erdenklichen Hilfsmittel zu kaufen. In den Läden hingen getrocknete Lamaföten über einer riesigen Auswahl an Kräutern und abgepackten Wundermitteln, welche so ziemlich für oder gegen alles wirken sollten. Nach all diesen Eindrücken, und den interessanten Erklärungen und Geschichten von Gerd waren wir schliesslich froh, abends in unser ruhiges und überschaubares Auto zurückzukehren.

Unterdessen hatten sich einige weitere Overlander im Oberland eingefunden, unter anderem Uwe und Tina, welche wir in Cuzco kennengelernt hatten. Wie immer, wenn mehrere Reisende beisammen sind, hatten alle etwas zu berichten und wir genossen die Zeit in netter Gesellschaft. Dazwischen unternahmen wir einen Spaziergang zum nahe gelegenen Valle de Luna, einem kleineren Park mit Erosionslandschaften. Nach den vielen ähnlichen Landschaftsformen, die wir bis anhin auf unserer Reise bereits gesehen hatten, konnte uns dieser Park nicht sonderlich beeindrucken. Zwar bot er interessante Steinformationen und tiefe Risse, erschlossen von Holzstegen und Brücken, konnte jedoch von der Grösse und der Lage im bewohnen Gebiet nicht wirklich mithalten. Für die Bewohner von La Paz bietet er trotz allem ein willkommenes Ausflugsziel und wir konnten uns auf dem Rundgang wieder einmal die Beine etwas vertreten, ohne dabei müde zu werden.


Salar de Uyuni

Schon einige Monate zuvor hatten wir Kontakt mit unseren Freunden aus er Schweiz, Trix und Sascha, aufgenommen, um zu sehen ob sich unsere Wege irgendwo kreuzen werden. Sie kamen von Buenos Aires her nach Bolivien und wollten wie wir den Salar de Uyuni und die Lagunenroute bereisen. Mit etwas zielen gelang es uns, in Uyuni ein Treffen zu organisieren.

Auf dem Weg dorthin gelangten wir tatsächlich in eine Geschwindigkeitskontrolle. Mit einer modernen Radarpistole wurden wir mit 100 statt der erlaubten 80 km/h gemessen. Erst hiess es, dass Ueli mit dem Polizeiauto 40 km zurückfahren müsse, um auf einer Bank die fällige Busse von 300 Bolivianos (ca. 50 CHF) einzuzahlen. Nach einigen Diskussionen offerierten uns die Polizisten eine Reduktion auf 100 Bolivianos, bar bezahlt und ohne Quittung - ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Nach einer Übernachtung abseits der Hauptstrasse trafen wir pünktlich, wie mit den Freunden vereinbart, in Uyuni ein. Bis auch Sascha und Trix vor Ort waren, konnten wir einige Besorgungen erledigen und den ausserhalb der Stadt gelegenen Eisenbahnfriedhof besichtigen. Mindestens ein Dutzend alter, vor sich hin rostender Dampflokomotiven und Bahnwaggons wurden dort deponiert und zur Touristenattraktion. Nachdem wir unsere Freunde gebührlich begrüsst hatten, konnte das Abenteuer auf dem Salar de Uyuni losgehen. Der Salzsee gehört zu den grössten seiner Art und dehnt sich auf etwa 110 x 150 km aus. Mit einer Fläche von 10000 Quadratkilometern ist etwa ein Viertel so gross wie die Schweiz. Bei Colchani fuhren wir auf die Salzwüste hinaus und gelangten nach wenigen Kilometern zum Dakar Monument, welches aus Salzblöcken erbaut worden war und an die mehrmals über den Salar geführte Rally erinnert. Direkt daneben stand ein Flaggenwald mit Landesfahnen aller Nationen, aus welchen Dakar Teilnehmer gestartet waren, unter anderem auch eine, sogar recht dominante, aus der Schweiz war darunter. Ganz in der Nähe besichtigten wir das angeblich älteste Salzhotel der Region. Alles an diesem Gebäude, sogar die Einrichtungen und Dekorationen wurden aus Salzblöcken gefertigt.

Die eindrückliche Fahrt über die weisse, unendlich scheinende Ebene des Salar brachte uns zur Insel Incahuasi. Die Inseln sind Hügel, welche aus der Salzfläche herausragen und mit unzähligen Säulenkakteen bewachsen sind. Viele organisierte Touren nutzen Incahuasi als Ausflugsziel und Übernachtungsort. Daher herrschte bei unserer Ankunft am späten Nachmittag viel Betrieb und wir beschlossen, etwa 20 km weiter zur Isla Pescador zu fahren, wo wir uns einen windgeschützten Platz zum Übernachten suchten. Wir hatten den ruhigen und friedlichen Ort für uns allein und wurden Zeugen eines unglaublichen Sonnenuntergangs.

Am Morgen fuhren wir nach Uyuni zurück, denn Sascha musste nochmal tanken, bevor wir uns auf die Lagunenroute begaben. Bei der Insel Incahausi waren unterdessen nur noch wenige Tourenfahrzeuge anzutreffen, der Grossteil der Autos waren um diese Zeit bereits unterwegs nach Süden. Wir nahmen uns daher etwas Zeit, die Insel zu erkunden und erfreuten uns vor allem an den wunderschönen, weiss blühenden Kakteen, deren schlanke Silhouetten in der Morgensonne leuchteten.

 

Auf dem offenen Salar hielten wir nochmal an, um die obligaten und allseits bekannten Witzbilder zu schiessen. Durch die weisse Weite gelingt es dem Fotografen, Objekte so hintereinander zu positionieren, dass völlig unwirkliche Grössenverhältnisse zustande kommen.


Die Lagunenroute

Normalerweise kann diese Strecke direkt vom Salar aus angefahren werden. Dies bedingt jedoch, dass für mindestens 500 km Treibstoff getankt werden kann. Durch die grosse Höhe und die schwierigen Fahrverhältnisse muss sogar mit grösserem Verbrauch als üblich gerechnet werden. Sascha hatte trotz mitgeführter Reservekanister Bedenken, die ganze Strecke zu schaffen, weshalb wir den Weg über San Cristobal wählten, wo noch einmal nachgefüllt werden konnte.

Bis über San Cristobal hinaus fuhren wir auf einer hervorragenden Piste und kamen entsprechend gut voran. Das änderte sich jedoch schlagartig, als wir hinter Alota auf eine Nebenpiste abbogen, um einen Teil der Strecke abzukürzen. Eine schmale, in der Folge steinige und sehr langsame Piste führte uns in Richtung der Hauptroute. Mitten drin galt es zudem, einen Fluss zu queren. Für uns war das etwa 40 cm tiefe und 20 m breite Bachbett kein Problem, Saschas Toyota Bus hingegen stiess mit der beschränkten Bodenfreiheit immer wieder an die Grenzen.

Gute zwei Stunden brauchten wir schliesslich für die paar Kilometer, bis wir bei der Laguna Hidionda auf die Hauptroute trafen. Kurz danach suchten wir uns im Windschatten eines Hügels, an der Laguna Chiar Kkota, auch Laguna Negra genannt, einen Übernachtungsplatz. Am Hang, direkt über dem See, blies der Wind etwas weniger stark, zudem bot der Ort eine herrliche Aussicht über die Lagune und die umgebenden Berge. Auch an diesem Abend wurden wir mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt. Kaum war die Sonne jedoch verschwunden, wurde es schlagartig bitterkalt.

Die morgendlichen Sonnenstrahlen erreichten unser Camp recht früh, so dass es rasch wieder wärmer wurde. Um das Aufstehen und das Frühstück etwas angenehmer zu gestalten, nutzten wir aber gerne die Wärme unserer Dieselheizung, welche zum Glück auch in dieser Höhe einwandfrei funktionierte.
Unser n
ächstes Zwischenziel war die Laguna Colorada. Die Piste dorthin führte durch eindrückliche Hochgebirgslandschaften, vorbei an salzhaltigen, in denen ganze Schwärme von Anden Flamingos wateten und nach Futter suchten. Die Strecke war meist gut zu befahren, wies jedoch immer wieder Abschnitte mit nervigem Wellblech auf. Beim Arbol de Piedra, dem Steinbaum, legten wir eine Mittagspause ein. Ausser dieser etwa 5 m hohen Steinskulptur waren in der Gegend weitere, eindrückliche Felsformationen zu bestaunen.

Bald erreichten wir die Laguna Colorada. Mit ihren schneeweissen Borax Ablagerungen, den orange gefärbten Wasserflächen und dem fast schwarz scheinenden Frischwasser machte diese Lagune ihrem Namen alle Ehre. Der strahlend blaue Himmel und die farbigen Bergen ringsherum machten aus diesem Ort eindeutig einen landschaftlichen Höhepunkt dieser Route. Vom nördlichen Aussichtspunkt über der Lagune bot sich uns eine eindrückliche Übersicht über die grandiose Landschaft. Am Südufer des Sees ragte eine Landzunge weit in den See hinaus und gab uns die Möglichkeit, Flamingos und andere Wasservögel aus nächster Nähe zu beobachten. An der Lagune selber war übernachten nicht erlaubt. Da jedoch, wie bereits am Tag zuvor, der Wind im Laufe des Nachmittags immer stärker wurde, wäre ein Verbleib im offenen Gelände entlang des Sees sehr unangenehm geworden. Nur wenige Kilometer südlich davon fanden wir in einem gut geschützten Canyon einen herrlichen Stellplatz. Wir genossen es, wieder einmal draussen an der wärmenden Sonne zu sitzen und einen Apéro zu schlürfen.

Die Nacht wurde auch diesmal bitterkalt und das Thermometer zeigte am Morgen -5° C an. Während am Nachmittag die Sonne unseren Platz relativ lange beschienen hatte, mussten wir am Morgen entsprechend länger auf sie warten. Der Landcruiser startete trotz der Kälte zwar ohne Mühe, stotterte und rauchte jedoch gewaltig, bis der Motor einigermassen warm war. Die nun folgende Strecke führte uns hinauf bis auf fast 5000 müM und gab den Blick noch einmal frei auf die Laguna Colorada.

Die Situation mit dem Bolivianischen Zoll in dieser Gegend war seit jeher etwas verwirrend. An der Südgrenze der Lagunenroute existiert zwar ein Grenzposten, dieser soll jedoch laut verschiedenen Angaben meist nur mit Immigrationsbeamten bestückt sein, welche lediglich Personenabfertigungen machen. Um das Auto offiziell aus dem Land zu bringen, bot sich als Alternative eine Zollstation in der Nähe der Geysire Sol de Mañana an. Diese lag nur wenige Kilometer von der Strecke entfernt, also beschlossen wir, den Umweg in Kauf zu nehmen, um die Formalitäten zu erledigen. Mit einer Höhe von 5033müM dürfte dies eine der höchsten Grenzstationen der Welt sein. Sowohl für uns als auch unser Auto bedeutete dies einen weiteren Höhenrekord. Im Gespräch mit dem Zollbeamten erfuhren wir, dass die Arbeit und das Leben in dieser Höhenlage auch für sie schwierig und ermüdend sei und dass sie jeweils froh seien, wenn sie nach ein paar Wochen abgelöst würden. Nach wenigen Minuten waren die nötigen Formalitäten erledigt, so dass wir nun ohne Schwierigkeiten unser Auto aus Bolivien ausführen konnten.

Auf dem Weg zu den Geysiren erblickten neben der Piste mehrere grosse Schneefelder, welche aus skurrilen, spitzen Schneeskulpturen bestanden. Diese Formen entstehen, wenn der Schnee in der trockenen und kalten Luft sublimiert, das heisst vom gefrorenen Zustand direkt verdampft. Wir erreichten das angesteuerte geothermische Feld gegen elf Uhr, ein idealer Zeitpunkt, um diese spezielle Landschaft ohne grosse Besuchermassen erleben zu können. Die meisten der organisierten Touren besuchen diesen Ort, um den Sonnenaufgang zu geniessen und fahren anschliessend weiter. Das Gebiet bot beinahe alle Arten von geothermischen Elementen, wie Schlammtöpfe, die vor sich hin blubberten, zischende Dampf- und Wasserfontänen, farbige Pools und dampfende Bächlein, zudem leuchtete die Umgebung aufgrund der verschiedenen Ablagerungen in allen Regenbogenfarben.

Von den Geysiren war es nicht weit, bis zur Laguna Chaviri, an deren Ufer eine warme Quelle entsprang, welche in einem Pool gefasst wurde. Bei unserer Ankunft waren noch etwa 10 Tourenfahrzeuge vor Ort und der Pool entsprechend voll. Da absehbar war, dass diese über kurz oder lang weiterziehen würden, kochten uns zum Zmittag eine Gemüsesuppe und warteten ab. Kurz nach Mittag waren die ganzen Gruppen verschwunden und wir hatten die Anlage für uns alleine. Das 40°C warme Wasser war sehr entspannend nach den Tagen mit staubigen Pisten und kalten Nächte.

Vorbei an der Desierto Salvadore Dali, einer mit grossen Felsblöcken übersäten Sandfläche, welche an Gemälde von Dali erinnerten, gelangten wir in die Nähe der Laguna Verde, der letzten entlang der Lagunen Route. Auch hier suchten wir uns einen etwas geschützten Platz zum Übernachten, denn der konstant blasende Wind war auch in dieser Region stark und sehr kalt. Etwas abseits der Piste richteten wir uns auf einem kleinen Plateau ein und genossen die Aussicht auf die umliegenden Berge. Der Platz lag erneut auf über 4300müM und wir mussten uns auf eine weitere kalte Nacht einrichten.

Die Temperatur von -10°C reichte, um die Wasserleitung des Aussentanks gefrieren zu lassen. Dank der montierten Isolation am Aufstelldach erreichten wir im Inneren des Autos auch ohne Heizung immerhin knapp über Null Grad. Unsere Ausrüstung mit dicker Daunendecke und wärmender Merinowäsche liessen uns die Kälte, welche in den Monaten Juni und Juli auch ohne weiteres -20° und mehr erreichen kann, jedoch problemlos aushalten. Die Sonne erreichte unser Camp schon um halb Sieben und wärmte die Luft bald wieder auf. Wir hatten es nicht eilig, weiter zu ziehen, denn wie wir wussten, zeigte die Laguna Verde ihre typische grüne Farbe erst etwa ab 11 Uhr, wenn die Sonneneinstrahlung den richtigen Winkel erreichte. Bei unserem Eintreffen war die Lagune bereits mit den Gästen mehrerer Tourenanbieter bevölkert. Wir hatten von unserem Übernachtungspunkt aus gesehen, wie die Fahrzeuge unten im Tal Richtung Lagune brausten und die ganze Umgebung in dichten Staub hüllten. Durch den straffen Fahrplan, den diese Touren einhalten mussten, war es offensichtlich nicht möglich, die auf dem Programm stehenden Orte zum idealen Zeitpunkt zu besuchen. Jedenfalls verliessen die Fahrzeuge die Lagune, bevor die Sonne am richtigen Punkt stand und wir hatten einmal mehr den Ort für uns allein. Die grüne Farbe in der Laguna Verde wird durch den hohen Arsengehalt im Wasser hervorgerufen. Dass diese Substanz giftig ist, scheinen auch die Flamingos zu wissen, denn während in der daneben liegenden Laguna Blanca viele der Vögel nach Futter suchten, war hier keiner zu sehen.

 

Bis zur Grenze waren es nur noch wenige Kilometer. Auf der Bolivianischen Seite war es tatsächlich nur möglich, den Ausreisestempel im Pass zu erhalten, die Zollstelle war nicht besetzt. Zum Glück hatten wir diese Formalitäten bereits am Vortag erledigt, sonst hätten wie die ganze Strecke zurückfahren müssen. Kaum hatten wir die Grenze nach Chile überschritten, fuhren wir auf einer hervorragend ausgebauten Teerstrasse, welche uns in einer knappen Stunde steil hinunterführte nach San Pedro de Atacama. Da der Chilenische Grenzposten direkt an der Grenze zu Bolivien ebenfalls nicht besetzt war, mussten wir die Einreiseformalitäten in San Pedro erledigen. Innert kürzester Zeit hatten wir den Einreisestempel von der Immigrationsbehörde im Pass und die temporäre Importgenehmigung des Autos in der Tasche. Danach machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Lebensmittelkontrolle der Chilenen. Der Beamte kontrollierte unsere Vorräte und zog sämtliche Produkte in angefangenen Packungen sowie Gemüse und Früchte ein. Original verpackte Wurstwaren und Käse konnten wir behalten.

Details zu den Grenzformalitäten auf der Chile Seite >LINK<


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