Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Über die Grenze

Wir waren schon vor acht Uhr morgens an der Grenze zu Ecuador. Eigentlich hätten wir sowohl auf der kolumbianischen wie auch auf der ecuadorianischen Seite einfach durchfahren können ohne dass wir irgendwelche Formalitäten erledigt gehabt hätten. Aber eben, dass kann sich dann später rächen, sei es bei der Ausreise oder aber wenn wir wieder mal wiederkommen würden.

Kolumbien

Das war bei uns schnell erledigt. Am Schalter der DIAN (Zollbehörde) wurde unsere temporäre Einfuhrbewilligung für das Auto wieder gelöscht und wir erhielten eine Kopie des abgestempelten Dokuments (< 5 Minuten)

Bei der Immigration mussten wir ein paar Minuten anstehen und dann hatten wir den Ausreisestempel im Pass. Keine Formulare, keine Gebühren

Ecuador

Hinter dem Gebäude der Immigration hat es ein paar Parkplätze. Dort stellten wir unser Auto hin und schlichen uns durch den Ausgang ins Gebäude. Da der Securitymann grad nicht anwesend war kamen wir damit durch und konnten so sicher 30 Personen die aussen noch anstanden abkürzen, war zwar nicht bewusst so gemeint, aber als niemand reklamierte blieben wir wo wir waren. Da nur ein Schalter offen war ging es langsam vorwärts. Später öffneten nach und nach weitere und es ging flott vorwärts. Trotzdem standen wir am Ende eine gute Stunde an.

Am Schalter wurde uns der Einreisestempel mit 90 tägiger Gültigkeit in den Pass gedrückt und fertig war's. Keine Formulare, keine Gebühren.

Im Nebengebäude gingen wir zum Zoll. Dort wird die temporäre Einfuhrbewilligung erteilt und eine Zollinspektion durchgeführt. Diese beschränkte sich bei uns auf das Fotografieren der Nummernschilder und des Typenschilds am Auto.

Danach wurde auch noch der Pass, der Führer- und der Fahrzeugausweis fotografiert und danach das Papier vom Beamten ausgefüllt und ausgedruckt. Dauer ca. 30 Minuten weil er ein paar Mal gestört wurde und auch noch neues Druckerpapier organisieren musste. Wir mussten keine Formulare ausfüllen und keine Gebühren entrichten.

Alles in Allem ein einfacher Übergang. Hätte es nicht so viele Venezolaner an der Grenze gehabt, wäre alles in einer knappen halben Stunde erledigt. Als wir fertig waren, hatte sich die Schlange vor der Immigration auf sicher Hundert Personen verlängert. Es lohnt sich wohl recht früh da zu sein, andere Reisende hatten später im Tag allerdings nur noch kleine Warteschlangen.


Ibarra

Wir fuhren von der Grenze auf der bestens ausgebauten Panamericana bis nach Ibarra. Dort kauften wir für die nächsten Tage Futter ein und richteten uns danach auf der Finca Sommerwind an der Laguna de Yahuarcocha ein. Diese gilt unter Overlandern als „Must-Stop“. Es ist auch tatsächlich ein angenehmer Ort mit guter Infrastruktur, genau das richtige um ein paar Tage auszuspannen und das Auto wieder mal in Ordnung zu bringen.

Hier trafen wir die Gufligers auch schon wieder und lernten weitere Overlander kennen. Auch Karl-Heinz tauchte schliesslich noch auf, endlich hatte er sein Getriebe in Kolumbien durch den Zoll gebracht und einbauen lassen.


Der Samstagsmarkt von Otavalo

Am Samstag fuhren wir mit den Gufligers zusammen nach Otavalo. Dort findet samstags einer der grössten Handwerksmärkte Ecuadors wenn nicht Südamerikas statt. Wir schlenderten ein paar Stunden über diesen farbenfrohen Markt. Zu Mittag assen wir an einem der vielen Garküchen. Wir genossen ein herrliches Spanferkel, es hatte uns schon den ganzen Morgen angegrinst.

Zum Souvenir shoppen ein perfekter Ort. Eine Vielfalt von Textilien in allen Farben und vielen Materialien, aber auch Lederwaren und viel Schmuck und Bilder, d findet wohl jeder etwas. Zu guter Letzt kauften wir noch Früchte und Gemüse ein und machten uns auf Nebenstrassen auf den Rückweg. Ein paar Mal regnete es noch aber bald war die Strasse auch wieder trocken. Kurz vor unserem Camp liess sich Hifi, er fuhr vorne weg, vom GPS auf eine vermeintliche Abkürzung leiten. Uns stoppten Einheimische zum Glück noch, denn es stellte sich heraus, dass die Strasse nicht nur sehr steil und schmal war, sondern bald auch endete. Etwa 10 Minuten später kamen unsere Freunde wieder herunter und hatten einen abenteuerlich Geschichte von ihrem Wendemanäver zu berichten. 


Quito

Von Ibarre sind es nur etwa zwei Stunden bis zur Stadtgrenze von Quito und dann nochmal eine Stunde bis ins Zentrum. Auf dem Weg nach Quito genossen wir des erste Mal den Ausblick auf einen der schneebedeckten Vulkane, den 5790 m hohen Cayambe. Bald darauf überquerten wir den Äquator. Auf der Panamericana sieht man allerdings nichts davon, man muss schon mit Hilfe des GPS den genauen Ort erfassen.

Wir quartierten uns im Hostal Zentrum ein. Etwas eng zum Campen und wegen der Strasse daneben tagsüber recht laut. Der Vorteil aber ist, dass die Lage sehr zentral ist so dass man viel zu Fuss oder mit Bussen erreichen kann.

Da der nächste  Tag noch einmal klar und sonnig war, nutzten wir die Gelegenheit und fuhren mit der Gondelbahn fuhren wir bis fast auf 4000 müM hinauf. Von der Bergstation kann man eine Wanderung unternehmen welche einem weitere 600 Höhenmeter hinauf zum Cerro Pinchincha bringt. Nach einer Stunde, etwa auf halber Strecke merkten wir allerdings, dass wir auf Grund der Höhe nicht so gut vorankamen. Da wir ja niemandem etwas beweisen mussten, kürzten wir die Wanderung schliesslich ab und verzichteten auf den „Gipfelsturm“.

Auch die Altstadt Quitos besuchten wir bei Gelegenheit. Rund um den Plaza Indepencia hat es einige Strassenzüge mit alten Gebäuden. Auch der Präsidentenpalast grenzt an diesen Platz. Allerdings hält das historische Zentrum Quitos dem Vergleich mit den alten Kolonialstädten die wir in Mexiko besucht hatten nicht stand. Dazu kommt, dass wir Beide keine ausgeprägten Stadtmenschen sind und jeweils schnell genug haben von Stadtbesichtigungen.


Ausflug nach Mindo

Da wir bis zu unserer Bootstour auf den Galapagos Inseln noch ein paar Tage Zeit hatten, entschlossen wir uns einen Ausflug nach Mindo zu machen.

Auf dem Weg dorthin liegt die „Mitad del Mundo“, die Mitte der Welt. Quasi jeder Panamericana Reisende macht an dieser Stelle sein Bild um die Überquerung des Äquators zu dokumentieren. Rund um ein Monument hat man eine touristische Infrastruktur aufgebaut, Restaurants, Museen und Souvenirläden sollen die Besucher animieren etwas länger zu bleiben und etwas von ihrem Geld liegen zu lassen. Unter der Woche ist kaum Betrieb und viele Betriebe sind gar geschlossen. So machten wir auch unser Bild mit einem Fuss auf der Süd- und einem auf der Nordhalbkugel und zogen darauf weiter. Dass die am Boden aufgemalte Äquatorlinie ein paar Hundert Meter falsch liegt, merken die meisten Leute eh nicht und wenn, die „echte“ Linie sieht man halt nicht…

Unser nächstes Ziel auf dem Weg un den Westen war der Krater „Puplulahua“. Auf einer steilen, schmalen Piste fährt man 800 Höhenmeter hinunter in diesen mächtigen Krater hinein. An den steilen Abhängen wachsen viele, zum Teil endemische Pflanzen. Der fruchtbare Boden des Kraters wird landwirtschaftlich genutzt. Wie so oft war auch am Tag unseres Besuchs das Wetter unbeständig und dichte Nebelschwaden zogen den Wänden entlang. Das erzeugte zwar eine mystische Stimmung aber einen Gesamtüberblick der Caldera blieb uns weitgehend verwehrt. Erst unter erkannten wir, dass wir den Krater auf einer Alternativstrecke wieder verlassen konnten. Die kaum befahrene Piste brachte uns schliesslich ein paar Kilometer westlicher wieder an die Hauptstrasse zurück.

Wir hatten schon in Kolumbien den Tip erhalten, das privat geführte Naturreservat „Bellavista“ zu besuchen. Dieses ist bekannt für seine Vogelvielfalt. So fuhren wir auf einer Piste von der Hauptstrasse in den Urwald hinaus. Bei der Lodge kann man auch campieren, wenn auch etwas von der Infrastruktur entfernt auf einem Basketballfeld. Das Wetter war kühl und regnerisch, so dass wir die geplante Wanderung auf den Folgetag verschoben.

Bei der Lodge konnten wir eine Vielzahl von Kolibris an den Futterstellen beobachten. Danach machten wir uns auf eine Wanderung durch den dichten Wald des Reservats. Auf schmalen Pfaden ging es hoch und runter, zum Teil sogar in einem Bachbett. Eine interessante, ursprüngliche Pflanzenwelt belohnte uns für die Anstrengung. Wir bekamen zwar im dichten Wald kaum Vögel zu sehen, aber trotzdem ein eindrückliches Erlebnis.

Auf der Weiterfahrt Richtung Mindo bemerkte Ueli auf dem Drucküberwachungssystem, dass der Reifen hinten links zunehmend Luft verlor. Als der Druck bedenklich tief wurde, hielten wir und pumpten mit dem Onboard Kompressor nach im Wissen, dass wir nur ein paar Kilometer bis Mindo vor uns hatten. Tatsächlich konnten wir den Reifen dort flicken lassen. Ein Stein in Form einer prähistorischen Pfeilspitze, vielleicht war es ja wirklich eine, hatte sich durch die Karkasse gedrückt und stand innen mehrere Millimeter vor. Ein grosser Flicken behob das Problem und der Stein nahmen wir als Souvenir mit. Mindo bietet ein angenehmes Klima, so dass viele Stadtbewohner aus Quito hier Wochenende und Urlaub verbringen. Entsprechend hat der kleine Ort eine Infrastruktur aufgebaut um den Erwartungen dieser Besucher gerecht zu werden.

Am nächsten Tag fuhren wir auf kleinen Waldwegen Richtung Quito zurück. Bis auf wenige Kilometer gelangt man auf kaum befahrenen Pisten an den Stadtrand. Hoch über der Stadt hat man eine eindrückliche Aussicht hinunter auf die Agglomeration. Gegen Abend kam noch ein Gewitter mit starkem Regen auf was uns zwang uns ins Auto zurückzuziehen. Wir packten unsere Tasche für den Trip auf die Galapagos Inseln am nächsten Morgen und gingen früh zu Bett


 

 

 

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Von Quito zu den Ruinen von Ingapirca

Zurück von Galapagos blieben wir noch einen Tag in Quito um zu versuchen das sterbende Table von Ueli zu retten. Alle Versuche scheiterten schliesslich und wir entschlossen uns weiter zu ziehen.
Durch die Berge kurvten wir auf der gut ausgebauten Panamericana  südwärts.

 

In Banos übernachteten wir einmal. Das umtriebige Städtchen ist vor allem bekannt für die Thermalbäder und die immerwährende Bedrohung durch den Vulkan Tungurahua. Dieser bricht immer wieder aus und seit 1995 wurde der Ort schon mehrmals evakuiert. Auf Grund des unangenehmen Wetters hatten wir keine Lust in eines der Bäder zu gehen und der Vulkan brach auch nicht aus. Deshalb verliessen wir den Ort am nächsten Morgen wieder Richtung Cuenca. Wir hatten im Reiseführer vom „Nariz del Diabolo“ gelesen, aber nicht herausgefunden was es denn sein soll. Ein kurzer Abstecher ergab eine Klärung. Es stellte sich heraus, dass tief unten in einem Canyon die dort verlaufende Eisenbahnlinie zwei Spitzkehren hatte um einen Höhenunterschied zu überwinden. Diese Kehren haben die Form einer Nase. Warum diese des Teufels Nase sein soll bleibt ein Geheimnis für uns.
Am Nachmittag erreichten wir Ingaprica. Den Besuch der Ruinen verschoben wir auf den nächsten Morgen. Um 9 Uhr sind wir zur Ruine hinuntergefahren. Das Geläne darf man nur mit einem Führer besuchen, dieser ist aber im Eintrittspreis bereits enthalten. Es stellte sich heraus, das wir die einzigen Englischsprechenden Gäste waren und so gelangten wir in den Genuss einer Privatführung. Kompetent stellte und der Führer die Geschichte der grossen Anlage vor. Erst waren die CAnares in der Gegend präsent, erste Spuren datieren 900 vCh. Dann, Ende 14. Jahrhundert wurden sie von den Inkas in einen dreissigjährigen Krieg verwickelt an dessen Ende ein Frieden geschlossen wurde. Beide Kulturen bauten ihre religiösen Zentren auf eben diesem Gelände und lebten friedlich nebeneinander bis sie 1533 von den Spaniern überfallen wurden. Noch gibt es in der Gegend direkte Nachkommen der Kulturen und bestimmte Rituale und Feste werden nach wie vor zelebriert. Während die Ruinen der CAnaren eher einfach sind, sticht vor allem der Sonnentempel der Inkas heraus. Wie Machu Pichu sind die Mauern trocken und fugenlos aufgebaut. Der grünliche Stein stammt aus einiger Distanz und man weiss wenig darüber wie die Inkas es geschafft hatten die schweren Steine zu transportieren und so präzis zu behauen.


Cuenca

 Nach dem Besuch der Ruinen fuhren wir hinunter nach Cuenca. Nach einem kurzen Einkauf richteten wir uns in einem stadtnahen Camping ein und fuhren mit einem Taxi ins Zentrum. Erst kümmerten wir uns um den Ersatz von Ueli’s Tablet und schlenderten danach durch die Innenstadt. Vor allen die Kathedrale ist ein mächtiges Gebäude. Aber auch sonst hat die Altstadt einige gut erhaltende Strassenzüge mit schönen Kolonialbauten. Gegen Abend liessen wir uns zum Campingplatz zurückfahren.



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