Das Buschtaxi in verschieden Lebensabschnitten

2003 kaufte ich das Geländeauto, welches 4 Jahre einer australischen Telekomfirma als Servicefahrzeug gedient hatte. Ich baute erst mal nur eine Gepäckschublade und eine Kühlbox ein. Damit unternahm ich kleine Weekendtrips in der Umgebung von Sydney.

Als klar wurde, dass ich vor meiner Rückkehr in die Schweiz Gelegenheit haben würde, noch eine ausgedehnte Tour durch Australien zu unternehmen, wollte ich das Fahrzeug Fernreise tauglich ausbauen. Nebst einer funktionellen Innenausstattung investierte ich in eine robusteres Fahrwerk, bequeme Recarositze, einen 170 l Zusatztank, einen unterflur Wassertank und einen robusten Dachträger mit einer grossen Alubox


Umbau zum Offroad Camper

Nach unserer Reise nach Skanidinavien im 2013, auf welcher wir immer wieder nasses und auch kühles Wetter hatten, reifte der Plan den Landcruiser "schlechtwettertauglich" zu machen.

Ich hatte mich schon seit Jahren nach Möglichkeiten umgeschaut, die Basis des 75er Landcruisers so zu umzubauen, dass die Geländetauglichkeit und die relativ kompakten Abmasse erhalten blieben. Dabei bin ich auf die französische  "Azalai" Kabine gestossen.

 

Im Frühling 2014 wurde das Projekt in Angriff genommen. Da das Fahrzeug bereits 15 Jahre auf dem Buckel hatte, musste die Karosserie, wie auch der Rest des Autos, möglichst optimal aufgearbeitet werden, so dass sich die Investition sich auch sicher lohnen würde. Dazu wurde der Landcruiser erst mal ausgeräumt und bis aufs nackte Blech herunter demontiert.

Nachdem kleinere Rostschäden beseitig und die Kabine neu lackiert worden war, konnte der Neuaufbau gestartet werden. Am Chassis waren nur kleine kosmetische Arbeiten notwendig, die Substanz war insgesamt in hervorragendem Zustand.

Die Arbeiten wurden mit viel Fachwissen und Engagement bei der Carosserie Moesch in Zuzgen durchgeführt

Unterdessen ist Pascal von Azalai Schweiz an der Arbeit. Dort wird in den nächsten Monaten die Kabine an- und ausgebaut werden.

 

Erstmal wird die Kabine soweit es geht ausgestattet (Möbel, Technik, etc.) Dann wird sie mit dem Landcruiser "verheiratet")


Langsam aber sicher geht der Umbau in den Endspurt. Die Kabine ist angepasst und definitiv verbunden. Das Dach ist montiert und der Innenausbau weitgehend fertig. Nun noch die Feinabrbeiten und ein haufen Kleinigkeiten und dann kann das Fahrzeug zur technischen Abnahme


Geschafft!! Nach Monaten des Bauens und Wartens durften wir das Fahrzeug in Empfang nehmen. Nun werden wir noch Details ergänzen und anpassen und dann die Ausrüstung optimieren.


Die erste Nacht im Camper

Nach der Übergabe fuhren wir nach Hause und rüsteten das Auto für eine erste Nacht mit Bettzeug und Lebensmitteln aus. Danach suchten wir in der Umgebung einen ruhigen Platz zum übernachten (in der dicht besiedelten Schweiz mit all den vielen Fahrverboten gar nicht so einfach)


Der Kühlschrank hat den Schampus kalt gehalten und die Standheizung hat uns trotz Minustemperaturen nicht frieren lassen.


Einweihungsparty

Für den 28. März 2015 hatten wir unsere Freunde, Bekannten und Verwandten zu einer kleinen Einweihungsparty geladen. Dani von der Carosserie Moesch hatte uns grosszügig seine Werkstatt zu Verfügung gestellt.

Über 50 Gäste durften wir im Laufe des Nachmittags begrüssen. Da wurde gefachsimpelt, gestaunt und gelacht. Die Leute aus den verschiedensten Gruppierungen fanden sich zusammen und freuten sich mit uns über den gelungenen Abschluss des Projekts Off-Road Camper.

Speziell gefreut hat uns auch, dass sowohl der beteiligte Automaler wie auch Hans-Jörg welcher den Land Cruiser fachgerecht auseinandergenommen und auch wieder fachgerecht zusammengebaut hatte, vorbeischauten. Aber auch die Chefs des Reber Metallbau AG, sie haben den Bullbar MFK tauglich gemacht, aber auch andere kleinere und grössere Metallarbeiten beim Ausbau beigetragen, stiessen mit uns auf gutes Gelingen an.

Allen welche uns beim Umbau unterstützt haben, an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön.



Designstudie

Anlässlich der Einweihungsparty haben wir von unseren Freunden und Bekannten bereits Ideen zur Gestaltung des Campers und für einen Namen gesammelt. Den Namen "La Turtuga" hatten wir immer schon im Sinn, aber dazu müsste man noch ein passendes Design finden. Der Name soll einen Bezug zum Fahrzeug haben: Langsam reisen wie eben eine Schildkröte, die Schutzfunktion des Campers wie der Panzer der Schildkröte und nicht zuletzt die Agilität der Wasserschildkröte in ihrem Element, genau wieder Landcruiser im Gelände.

Ein Zebradesign stand mal zur Wahl, aber das sieht man doch häufiger und passt natürlich nicht zum Namen. Eine Art Tarndesign, wäre zwar funktionell praktisch aber zu militärisch und nicht in jedem Land unkritisch.

Dann hatte Myrta eine zündende Idee: Die Verwendung von Tatoosymbolen wie man sie im Südpazifik findet. Nach etwas rumsuchen und einfärben sind wir auf etwas passendes gestossen. Am Modell sieht es schon mal nicht schlecht aus finden wir

So jetzt müssen wir nur noch einen geeigneten Lieferanten für die Aufkleber finden um die Idee praktisch umzusetzen. Vielleicht kennt ja ein Besucher eine Quelle, wer weiss.

 

Ach ja, das Modell stammt vom unterdessen wohl sehr bekannten und erfolgreichen marokkanischen Modellbauer in Zagora. Der baut auf Bestellung innert 1-2 Tagen jegliches Modell aus Palmenholz und Abfällen.


Der finale Look

Mitte März ging unser Auto zum Autobeschrifter wo es den neuem Look verpasst bekommt. Mehr Bilder in Kürze.

Das neue Design ist geboren! Nach langem diskutieren, planen, skizzieren und wieder verwerfen wurden unsere Ideen schliesslich umgesetzt. Hier das Resultat: