Yukon - August 2016

Auf dem Alaska Highway durch die Yukon Territories

Der Grenzübertritt nach Kanada ging, wie bisher immer, sehr entspannt über die Bühne. Irgendwie fühlten wir uns auch wieder sehr willkommen, ein Gefühl, das sich beim Einreisen in die USA nicht so richtig einstellen wollte.

Der Alaska Highway war auch auf der kanadischen Seite gut ausgebaut, obschon immer wieder längere Baustellen das Vorankommen erschwerten. Der Verkehr durch die Baustellen wurde jeweils von einem sogenannten Flagman geregelt, d.h. an jedem Ende der durch Arbeiten behinderten Strecke stand eine Person mit einem Stoppschild und liess die Autos anhalten. Während der Wartezeit kamen wir mit den Leuten oft ins Gespräch, diese freuten sich über etwas Abwechslung, denn sie standen stundelang allein auf ihrem Posten. Auf der Weiterfahrt durch die Baustelle wurde man im Einbahnverkehr von einem Pilotcar gelotst, so dass niemand auf die Idee kam, zu schnell zu fahren.

Die Landschaft war in dieser Gegend sehr abwechslungsreich, denn südwestlich lagen die Viertausender der Saint Elias Mountains und immer wieder folgte die Strasse Seen und Flüssen, wodurch sich herrliche Weitblicke eröffneten. Am Kluane Lake und fanden wir einen wunderschönen Campingspot direkt am kiesigen Strand. Wir suchten den Schutz der vorhandenen Büsche, denn der Wind blies kräftig und ziemlich kühl über den See. Die Aussicht auf das Wasser und die gegenüberliegenden Berge war unvergleichlich. Nachdem wir uns eingerichtet hatten und beim Apéro sassen, trafen völlig überraschend Simon und Petra ein, die sich ebenfalls das Ufer des Kluane Lakes als Übernachtungsplatz ausgesucht hatten. Endlich konnten wir uns bei den beiden für den geschenkten Lachs erkenntlich zeigen. Bei einer Flasche Wein lernten wir uns näher kennen und verbrachten einen langen, spannenden Abend mit vielen Geschichten am Feuer und später, als der Wind immer stärker wurde in unseren Camper.

Wir fuhren nach Whitehorse hinein, der einzigen nennenswerten Stadt, die uns in erster Linie ermöglichte, unsere Vorräte zu ergänzen. Zu unserer freudigen Überraschung trafen wir Marie-France und Hervé, die beiden Franzosen, mit ihrem Hilux-Azalai nochmal an. Sie hatten seit unserem letzten Treffen am Polarkreis den Dempster Highway befahren und waren bis Inuvik gekommen, hatten dabei aber auch wenig Glück mit dem Wetter.

Wir wollten auf Dani und Cel, die ehemaligen Nachbarn von Ueli in Pfeffingen, etwas Boden gut machen, denn wir wussten, dass die beiden inzwischen nicht mehr weit vor uns waren. Wir fuhren also weiter bis zum Emerald Lake und suchten uns dort ein hübsches Buschcamp nur ein paar Meter vom Ufer entfernt. 


Abstecher nach Skagway und Haines

Ein absolutes Muss war der Halt an der Carcross Desert. Dieses aus Sedimenten eines Eiszeitsees entstandene Dünenfeld gilt als die kleinste Wüste der Welt. Starke und gleichbleibende Winde, die vom Lake Bennett über die Sandfelder fegen, verhindern das Ausbreiten einer Vegetation. Der Anblick und das Betreten von Sanddünen inmitten von Tannenwäldern war ein sehr spezielles Erlebnis. Entlang des Lake Bennet und über den White Pass gelangten wir an den kanadischen Grenzposten, denn unser Ziel, Skagway, liegt wieder auf Boden der USA. Die Landschaft, obschon nur knapp 1000müM gelegen, war nun karg und hochalpin. Noch bevor wir den US Grenzposten erreichten, trafen wir, quasi im Niemandsland, tatsächlich auf Dani und Cel. Es gab ein herzliches Wiedersehen, denn seit unserer Abschiedsparty in Pratteln waren wir zwar über WhatsApp ab und zu in Kontakt, hatten uns jedoch bisher nicht getroffen. Das Zusammentreffen wollten wir natürlich entsprechend feiern, deshalb fuhren wir zusammen in den Salt Flats Camping, einige Kilometer ausserhalb von Skagway.

Wir hatten den Beiden zu ihrem Abschied vor der Reise einen Fonduegutschein geschenkt, den sie nun bei uns einlösen konnten. Ein Fondue war bei der immer noch recht kühlen Witterung ohnehin das passende Menu. Mangels Caquelon und Rechaud, soviel Luxus hatten wir nicht dabei, erwärmten wir die Käsemischung in einer normalen Campingpfanne, was den Genuss des Fondues in keiner Weise schmälerte. Den Weisswein und das Brot hatten wir tags zuvor bereits besorgt, im Wissen, dass wir die beiden nächstens treffen würden.

Der kleine Ort Skagway spielte beim Goldrausch am Klondike River eine wichtige Rolle, denn über diesen Hafen war ein Grossteil der Goldgräber von Seattle herkommend eingereist. Hier begann für die Abenteurer der beschwerliche Fussmarsch über den Chilkoot Pass Richtung Yukon. Die Royal Canadian Mounted Police überprüfte jeden, der sich auf den Weg machen wollte, ob er die vorgeschriebene Menge an Vorräten dabeihatte, um zu verhindern, dass die Leute unterwegs verhungerten. Das bedeutete, dass jeder mehrere Male den steilen Pass voll beladen erklimmen musste, bis er die notwendige Menge Lebensmittel zum Bennet Lake geschafft hatte. Viele der hoffnungsvoll gestarteten Männer scheiterten bereits an dieser Hürde.

Am Hafen von Skagway erkundigten wir uns nach einer Fährpassage in Richtung Haines, da wir in der Gegenrichtung keine Chance auf einen Platz gehabt hatten. Diesmal klappte es und wir konnten für den nächsten Tag eine Überfahrt buchen. Da Cel und Dani planten, denselben Weg zurück zu fahren, den wir gekommen waren, trennten sich unsere Wege bereits wieder.

Gegen Mittag trafen wir am Hafen ein und konnten mit etwas Verspätung an Bord fahren. Die kleine Fähre war mit über dreissig Knoten zügig unterwegs durch den schmalen Fjord, so dass Skagway und die vier Kreuzfahrtschiffe, welche zurzeit im Hafen lagen, rasch aus unseren Blicken verschwanden. Bald kam der Hafen von Haines in Sicht und bereits nach einer Stunde hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen. Einem breiten Fluss entlang schlängelte sich die Strasse in Richtung Berge und der kanadischen Grenzstation entgegen. Der junge Beamte, der an der Zollabfertigung Dienst hatte, war mehr an unserem Auto und unseren Reiseplänen interessiert als daran, was wir allenfalls zu verzollen hatten. In Kanada einzureisen war definitiv entspannt und locker, was uns das Land umso sympathischer machte. Die Landschaft wurde mit zunehmender Höhe alpin und entsprechend karg, aber sehr eindrücklich.

Die Nacht verbrachten wir am Million Dollar Fall, wo wir trotz dem vielversprechenden Namen allerdings keine einzige Dollarnote vorfanden. Kurz nach dem Start anderntags machten wir einen Abstecher zu einem aufgegebenen Handelsposten aus der Goldgräberzeit. Viel war vom Dalton Post nicht mehr zu sehen, dafür entdeckten wir einen wunderschönen Campspot direkt am Fluss, den wir uns nicht entgehen lassen wollten, obwohl wir erste wenige Kilometer gefahren waren. In unmittelbarer Nähe entdeckten wir drei Weisskopfadler auf einem Baum, die auf die Lachse warteten, welche zu dieser Jahreszeit den Fluss zu ihren Laichplätze hoch schwammen. In Haines Junction trafen wir erneut auf den Alaska Highway und erreichten bald danach wieder Whitehorse. Auch diesmal legten wir einen reinen Service Stopp in der Stadt ein, um Wäsche und Auto zu waschen, einzukaufen und zu tanken.



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San Martin de los Andes

Wir verbrachten einige Tage mit unseren Freunden und genossen das Wiedersehen nach fast auf den Tag genau fünf Jahren. Da Edgardo und Chris auch erst von einem Trip zurück gekommen waren, hatten sie nicht allzu viel Zeit sich um uns zu kümmern. Das kam uns aber auch entgegen, denn wir hatten auch einiges zu erledigen und wir waren froh wieder einmal im Komfort eines Hauses leben zu dürfen. Gerade wenn man, wie wir zur Zeit, mit einfachen Mitteln unterwegs ist, lernt man den Luxus eines Hauses mit all seinen Einrichtungen erst wieder richtig schätzen.

Wir unternahmen eine Wanderung direkt vom Haus aus, welche uns zu mehreren Aussichtspunkten hoch über dem Lago Lacar führte. Durch schattigen Wald ging es auf staubigen Pfaden steil hoc. Bei einer kleinen Siedlung mussten wir den Mapuche, den ansässigen Ureinwohnern ein kleines Entgelt für die Nutzung ihres Landes entrichten. Bald erreichten wir den ersten Aussichtspunkt, von wo aus man fast den ganzen See überblicken konnte. Die Wege waren unglaublich staubig, denn es hatte seit langem nicht mehr geregnet. Trotzdem genossen wir es, wieder einmal mehr zu Fuss unterwegs zu sein. Nach dem Abstieg zum See erreichten wir schliesslich den Ort wieder.

An einem Tag hatte Edgardo für Ueli ein E-MTB organisiert und die Beiden machten eine Tour Richtung Chapelco, dem nahen Skigebiet. Begleitet wurden sie von «Kike» welcher das Bike ausgeliehen hatte. Erst stiegen sie auf der Piste etwa 500 Höhenmeter an und bogen dann auf kleine Fahrwege ein. Auch hier war der Staub unglaublich. Bis zehn Zentimeter tief versank man im mehlfeinen Staub, welcher wie Wasser aufspritzte. Man musste gehörig Abstand halten um überhaupt sehen zu können  wo man fuhr. Die rassige Abfahrt erfolgte wieder über eine breite und holprige Piste. Ein Abstecher führte zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man das untenliegende Tal überblicken konnte.

An unserem Camper hatte sich schon bei El Bolson ein unerklärlicher Leistungsverlust eingestellt, den wir hier überprüfen liessen. Der Mechaniker fand unter anderem eine leckende Einspritzdüse, was er problemlos reparieren konnte. Der Leistungsverlust schien aber darauf zurückzuführen sein, dass ein Kabel über welches das Überdruckventil am Turbo steuerte, abgefallen war, sodass der Turbo den Druck nicht mehr aufbaute. Reparieren konnte er das Ganze auf die Schnelle nicht, denn Ersatzteil mussten in Buenes Aires bestellt werden und das hätte gedauert. Nun, weitere Schäden waren nicht zu erwarten, deshalb beschlossen wir, so weiterzureisen.

Weiter Nordwärts

Wir verbrachten einige Tage mit unseren Freunden und genossen das Wiedersehen nach fast auf den Tag genau fünf Jahren. Da Edgardo und Chris auch erst von einem Trip zurück gekommen waren, hatten sie nicht allzu viel Zeit sich um uns zu kümmern. Das kam uns aber auch entgegen, denn wir hatten auch einiges zu erledigen und wir waren froh wieder einmal im Komfort eines Hauses leben zu dürfen. Gerade wenn man, wie wir zur Zeit, mit einfachen Mitteln unterwegs ist, lernt man den Luxus eines Hauses mit all seinen Einrichtungen erst wieder richtig schätzen.

Wir unternahmen eine Wanderung direkt vom Haus aus, welche uns zu mehreren Aussichtspunkten hoch über dem Lago Lacar führte. Durch schattigen Wald ging es auf staubigen Pfaden steil hoc. Bei einer kleinen Siedlung mussten wir den Mapuche, den ansässigen Ureinwohnern ein kleines Entgelt für die Nutzung ihres Landes entrichten. Bald erreichten wir den ersten Aussichtspunkt von wo aus man fast den ganzen See überblicken konnte. Die Wege waren unglaublich staubig, denn es hatte seit langem nicht mehr geregnet. Trotzdem genossen wir es, wieder einmal mehr zu Fuss unterwegs zu sein. Nach dem Abstieg zum See erreichten wir schliesslich den Ort wieder.

An einem Tag hatte Edgardo für Ueli ein E-MTB organisiert und die Beiden machten eine Tour Richtung Chapelco, dem nahen Skigebiet. Begleitet wurden sie von «Kike» welcher das Bike ausgeliehen hatte. Erst stiegen sie auf der Piste etwa 500 Höhenmeter an und bogen dann auf kleine Fahrwege ein. Auch hier war der Staub unglaublich. Bis zehn Zentimeter tief versank man im mehlfeinen Staub, welcher wie Wasser aufspritzte. Man musste gehörig Abstand halten um überhaupt sehen zu können  wo man fuhr. Die rassige Abfahrt erfolgte wieder über eine breite und holprige Piste. Ein Abstecher führte zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man das untenliegende Tal überblicken konnte.

An unserem Camper hatte sich schon bei El Bolson ein unerklärlicher Leistungsverlust eingestellt, den wir hier überprüfen liessen. Der Mechaniker fand unter anderem eine leckende Einspritzdüse, was er problemlos reparieren konnte. Der Leistungsverlust schien aber darauf zurückzuführen sein, dass ein Kabel über welches das Überdruckventil am Turbo steuerte abgefallen war, sodass der Turbo den Druck nicht mehr aufbaute. Reparieren konnte er das Ganze auf die Schnelle nicht, denn Ersatzteil mussten in Buenes Aires bestellt werden und das hätte gedauert. Nun, weitere Schäden waren nicht zu erwarten, deshalb beschlossen wir, so weiterzureisen.

Eigentlich hatten wir gehofft, dass die Strecke nach Zapala geteert ist. Dem war aber nicht so, der grösste Teil der Strecke ist nach wie vor eine teilweise recht ruppige Piste. Die Landschaft durch die kargen Berge machte aber das Gerüttel durchaus wett. Wir hatten geplant, im National Park Laguna Blanca, 40 km ausserhalb von Zapala zu übernachten. Leider stellte sich heraus, dass aufgrund kürzlich aufgetretener Vogelgrippefällen sowohl der Campingplatz wie auch der Zugang zu See geschlossen worden war um die Verbreitung der grässlichen Seuche einzudämmen. So fuhren wir weiter bis nach Las Lajas um dort zu übernachten.

Die Fahrt ging weiter in eine Gegend die wir auch bereits etwas kannten, nach Copahue. Beim letzten Besuch waren wir nicht hochgefahren zu dem Thermalbad, sondern hatten am Lago Caviahue übernachtet. Nun stellte sich aber heraus, dass wir nichts verpasst hatten. Die Piste hoch auf über 2000 müM ist nicht angenehm, zu fahren und die geothermischen Felder sind so bescheiden, dass es nicht einmal lohnte eine Foto davon zu machen. Gut, wir sind vielleicht etwas verwöhnt nach dem Besuch so vieler anderer, viel eindrücklicheren Orte. Das Thermalbad selber war auch nicht wirklich berauschend, zudem war der Wind unterdessen so heftig, dass es uns nicht reizte ein Bad zu nehmen. Der Ort hat seine besten Zeiten längst hinter sich und es scheint nicht, dass irgendjemand daran etwas ändern wollte. Der herrliche Übernachtungsplatz den wir vor fünf Jahren kennengelernt hatten, war für den Mercedes leider nicht zugänglich und alternative Plätze waren dem heftigen Wind voll ausgesetzt. So entschlossen wir uns weiterzufahren, aber es wurde ein langer Tag. Wir hatten gehofft ein schönes Buschcamp entlang der reizvollen Strecke zu finden, aber der Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung. Nur den Abstecher zum Salto Agrio liessen wir uns nicht nehmen. Es ist einer der farbeprächtigsten Wasserfälle, die wir bisher besucht haben. Der blaue Himmel im Kontrast mit den schwarzen Basaltsäulen und der orangefarbenen Flussufern ist sehr eindrücklich.

Die ersten 40 km der Piste waren echt mühsam, sie wurde schliesslich aber gut fahrbar. Ein Wegweiser schickte uns auf eine kleine Piste Richtung Chos Mahal. Es stellte sich heraus, dass man so ein paar Kilometer abschneiden konnte. Da die Route eher sandig als steinig war und zudem wenig Wellblech aufwies eine gute Option für uns. Im Camping Municipal genossen wir den Abend und eine ruhige Nacht.

 

Nun waren wir wieder auf der legendären Ruta 40 unterwegs. Hoch und runterführte die Strecke, meist durch karge Berglandschaften. Und dann war wieder einmal mehr aus mit Teerstrasse. Gut 100 km Rüttelpiste war angesagt. Auf der Strecke entlang dem Rio Grande hatten wir beim letzten Mal einen kapitalen Steinschlag in der Windschutzscheibe kassiert, entsprechend vorsichtig kreuzten wir den wenigen Gegenverkehr. Die letzten 100 km bis Malargüe waren dann wieder gute Teerstrasse. 

Einige Kilometer nördlich von Malargüe bogen wir in das Seitental ab welches zum bekannten Skizentrum von Las Lenas führt. Zum Skigebiet fuhren wir nicht hoch, sondern besuchten erst die Laguna La Nina Encantada, ein herrliches Juwel in der kargen Landschaft. Ein von Grundwasserquellen gespeister See liegt eingebettet in einem Felsenkessel. Fette Forellen schwimmen durch das klare Wasser und auch die nahe Umgebung ist schön grün und reich an Pflanzen. Einige Kilometer weiter talaufwärts trafen wir auf ein geologisches Unikum. In einem senkrecht abfallenden Doppelkrater befinden sich zwei Seen. Kaum Pflanzen säumen den Krater und das ganze erinnert eher an einen tiefen Baggersee als an ein Naturphänomen. 

In der Folge bot die Strecke keine grosse Abwechslung und wir beschlossen bei Mendoza auf eine Alternativroute auszuweichen welche wir auch bereits kannten. Durch ein mächtiges Tal fuhren wir Richtung chilenische Grenze, vorbei am Stausee Potrillos, bei Kitesurfern wohl bekannt. In Uspallata bogen wir schliesslich auf die RN 149 ab welche uns zum National Park Leoncito brachte. Die Strecke führt durch ein breites Hochtal, immer über 2000 müM. Etwa 40 km sind noch ungeteert aber gut zu befahren. Im kleinen aber feinen Campingplatz haben sie seit unserem letzten Besuch extra zwei Stellplätze für Fahrzeugcamper eingerichtet, ansonsten ist er mehrheitlich für Zeltcamper ausgelegt. Da wir die Wanderungen bereits kannten, genossen wir in erster Linie die herrliche Ruhe in diesem abgelegenen Ort auf 2300 müM und die sternenklare Nacht. Übrigens kosten weder Camping noch der National Park selber Eintritt.

Nach einer kurzen Fahrstrecke liegt östlich der Strecke eine wunderschöne Erosionslandschaft. Unweit der Strasse leuchten die Hügel in allen Farben. Eine schmale Piste führt mitten hinein in die Formationen. Gelb, rosarot, braun bis hin zu tiefschwarzen Teilen leuchten die Farben. Früher waren hier noch irgendwelche Mineralien in Miniminen abgebaut worden. Heute sieht man noch einige Ruinen und einen sehr tiefen Vertikalschacht.

Wir blieben auf dieser kaum befahrenen Nebenstrecke. Sie ist angenehm zu befahren und führt durch abwechslungsreiche Landschaft. Bis auf 2700 müM führte einer der Pässe und der Vito kam auf der langen Steigung wieder einmal auf Betriebstemperatur. In einem einfachen Campingplatz in Bella Vista kamen wir unter, auch hier war der erst angepeilte Campingplatz geschlossen gewesen.

Am Dique Cuesta del Viento, Nomen est Omen, kamen wir an einem weiteren Suferhotspot vorbei, allerdings war bei unserm Besuch der Stausee spiegelglatt... In der Gegend mussten kürzlich extreme Regenfälle niedergegangen sein. Jeder kleine Fluss hatte die Strasse mit Geröll und Sand überspült. Die Furten waren zwar bereits wieder freigebaggert worden und die Flüsse ausgetrocknet, aber lange konnte es nicht her sein, denn die Erde war noch immer feucht auf der Strasse.

Und wieder kam es anders als geplant! Aufgrund der guten Bewertungen hatten wir geplant einen frühen Etappenhalt in einem Campingplatz einzulegen. Vor Ort zeigte sich aber leider, dass der Preis in zwei Monaten von 1000 auf 3000 ARS/P gestiegen war, Warmwasser nicht funktioniert und vor allem keinerlei Schatten für das Auto vorhaben war. Dass die Lage dann auch noch direkt an der Hauptstrasse lag, erwog uns weiterzufahren.

 

Aber auch Plan B ging uns nicht auf. Wir fuhren durch den landschaftlich schönen Provinzpark Ischigualasto, aber dort gibt es bedauerlicherweise keine Übernachtungsmöglichkeit. Zudem kann man die Sehenswürdigkeiten, wie auch im benachbarten National Park Talampaya ausschliesslich im Rahmen einer geführten Tour besichtigen. Im Talapaya NP gibt es zwar eine günstige Campingmöglichkeit, aber dafür muss man sowohl für den Anreise- wie den Abreisetag die Eintrittsgebühr entrichten. Der Campingplatz liegt zudem an der prallen Sonne und man muss das Fahrzeug auf dem Parkplatz lassen. Der Eintritt ist wie meistens bei beliebten Nationalparks für Ausländer ein mehrfaches teurer, hier 3500 anstelle von 1000 ARS/P., und um etwas vom Park zu sehen sind nochmals einige Tausend ARS für die Fahrt im 4x4 Bus gefragt. Das war uns dann doch zu teuer, zu kompliziert und wir wollten auch nicht noch den restlichen Nachmittag in der prallen Sonne verbringen. Also fuhren wir noch eine halbe Stunde bis Villa Union. 

Der erste Teil der Tagesetappe, die Strecke durch die Berge von Miranda  war dann ein landschaftliches Highlight. Die roten Felsen und die grünen Täler mit ihren blühenden Säulenkakteen waren vor allem im Morgenlicht sehr eindrücklich. Auch die restliche Tagesstrecke war abwechslungsreich und schön. Nach Chilecito bogen wir einmal mehr von der Ruta 40 auf die wenig befahrene RN 78 ab um durch die Berge nach Fiambala zu gelangen. Am nächsten Morgen erkundeten wir die Umgebung und fuhren erstmal zum Canyon de los Indios um in dieser schönen Schlucht eine kurze Wanderung zu unternehmen. Vor allem die engste Stelle ist eindrücklich und erinnerte uns an die Slotcanyons in Utah.

Der anschliessende Besuch der bekannten  Thermen von Fiambala arteten wieder in einen Flop aus. Zwei Kilometer vor den Thermalanlagen wurden an einer Barriere nach dem Eintrittsticket befragt. Da wir diese nicht vorweisen konnten, wurden wir 15 km zurückgeschickt nach Fiambala um diese dort bei der Touristeninformation zu kaufen. Da angekommen wurde uns mitgeteilt, dass das nächste Zeitfenster von 15 bis 20 h dauert und wir deshalb zwei Stunden hätten warten müssen. In Anbetracht der wenigen Besucher eine momentan sinnlose Sache. Zudem hätten wir auch hier wieder das dreifache bezahlen müssen. Diskussionen wurden mit einem Lächeln quittiert… Da wir in der letzten Nacht einem heftigen Mückenangriff ausgesetzt waren, hatten wir schliesslich keine Lust mehr in Fiambala zu bleiben und zogen weiter.

In diesem spontanen Plan hatte Ueli die Dieselversorgung nicht berücksichtigt. An den ersten zwei Tankmöglichkeiten fuhren wir bedenkenlos vorbei und merkten erst in der Folge, dass die Abstände zwischen Tankstellen wieder einmal recht gross waren. Schliesslich leuchtete die Reserveanzeige schon fast 100 km bis wir im Spargang die nächste Tankstelle erreichten. In Belén sahen wir ein Plakat, welches Grillhähnchen anbot. Wir hatten Lust darauf und kauften kurzentschlossen unser Nachtessen ein. Das sollte sich aber schon in der Nacht rächen! Myrta hatte auf den enthaltenen Salat gänzlich verzichtet und Ueli hatte diesen selber vertilgt. So war es naheliegend, dass das Erbrechen und der Durchfall, welche noch vor Mitternacht einsetzten, einzig diesem zuzuschreiben war. Als aber Myrta am Morgen ebenfalls von Durchfall geplagt wurde, war klar, dass auch mit dem Poulet etwas nicht gestimmt hatte. So wurde die Fahrt nach Cafayate vor allem für Myrta zum Spiessrutenlauf.

 

Wir wollten die gesundheitliche Störung erst mal auskurieren, bevor wir wieder grosse Unternehmungen planten oder weiterzogen. Wir planten deshalb erstmal ein paar Ruhetage ein.