Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Estancia Haberton

Nachdem wir wieder auf dem Kontinent gelandet waren, war die allgemeine Richtung nun immer nordwärts. Bevor wir aber wirklich nach Norden abdrehten, machten wir einen Abstecher zum südlichsten, anfahrbaren Punkt unserer Reise.

Etwa zwei Fahrstunden südöstlich von Ushuaia liegt die ehemalige Schaffarm Estancia Haberton. Das riesige Gut liegt entlang dem Beagle Canal und ist die älteste seiner Art in Feuerland. Der britische Missionar Thomas Bridge hatte die Farm gegründet und sich bemüht die lokalen Ureinwohner, die Yagan Indianer, zu schützen. In der Neuzeit wurde sie von der Besitzerfamilie zu einem privaten Naturreservat umgewandelt.  

Die Piste führt anfangs durch ein Flusstal wo überall Spuren der eingeführten Bieber zu sehen sind. Heute sind diese eine Bedrohung der einheimischen Fauna und sie haben viele der Flusssysteme mit ihren Dämmen nachhaltig verändert. Später gelangt man an den Beagle Canal und damit auf den Grundbesitz der Estancia. Das Museum besuchten wir nicht, es erschien uns dann doch etwas zu teuer. Wir holten die notwendige Campingbewilligung im Besucherzentrum und fuhren noch gute 10 Km weiter zum Rio Camboceres wo direkt am Beagle Canal ein grosses Gelände zur Verfügung steht.

Wir verbrachten den Nachmittag damit, die nähere Umgebung zu erkunden. In den Tümpeln und am Strand kann man unzählige Vogelarten beobachten. Am Strand legten wir dann auch noch den Stein hin, welchen wir vor etwa eineinhalb Jahren im Nordpolarmeer mitgenommen hatten mit dem Plan diesen am südlichsten Punkt der Reise zu deponieren und einen weiteren Stein als Erinnerung mitzunehmen.

Kurz bevor es dunkel wurde, zog die „Ocean Atlantic“ auf ihrem Weg ins nächste Abenteuer durch den Kanal an uns vorbei und weckte Erinnerungen an die eben erlebte Antarktika Reise


Torres del Paine Nationalpark

Den Torres del Paine Nationalpark hatten wir beim Hinunterfahren bewusst ausgelassen in der Annahme, dass es im Februar dann weniger Besucher haben würde.

Bis wir aber dort waren, galt es einige Hundert Kilometer nördwärts zu fahren. In recht langen Tagesetappen erreichten wir erstmal wieder Puerto Natales. Dort versorgten wir uns nochmal mit Lebensmitteln und füllten die Dieseltanks wieder auf. Mit der geplanten Übernachtung wurde es aber nichts, denn entweder war der Campingplatz überfüllt oder aber für unser Auto nicht geeignet. So fuhren wir noch zur Stadt hinaus Richtung des Nationalparks. Aber wieder eine Überraschung: Die direkte Zufahrt in den Südteil des Parks war wegen Bauarbeiten geschlossen. Also auf dem „üblichen Weg weiter. Schliesslich campierten wir in der Nähe des Lago Sofia, bei regnerischem und verhangenem Wetter.

Der nächste Morgen erfreute uns mit bedeutend besserem Wetter. Der Tag sollte uns einmal mehr vor Augen führen wie klein unsere Welt eigentlich ist. Kleine Welt zum 1.: Beim ersten Aussichtspunkt von wo mal die Torres del Paine das erste Mal sehen kann wurden wir von einem kanadischen Paar angesprochen. Sie hätten uns vor über einem Jahr im Staate Washington schon mal begegnet und unser Auto sofort wieder erkannt. Sie waren unterdessen in einem VW Camper ebenfalls auf Reisen und vor ein paar Wochen in Chile angekommen. Nach einem längeren Gespräch über woher und wohin fuhren wir weiter zum Parkeingang. Dort entrichteten wir den nicht unbescheidenen Eintrittspreis von 24 CHF pro Person und wurden auch gleich darüber informiert, dass der Nordteil des Parkes, der wo die meisten Wanderwege angelegt sind, wegen Hochwasser nicht zugänglich sei.

So fuhren wir halt im Staube der vielen anderen Autos und Busse auf der Hauptstrecke in den Park hinein. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns. Das gewaltige Bergmassiv war zwar noch etwas von Wolken verhangen, aber wenn man bedenkt dass die Berge pro Jahr nur an wenigen Tagen wirklich zu sehen sind war das schon grosses Glück. Am „Salto Grande“, einem eindrücklichen Wasserfall, gerade jetzt wo das Volumen aussergewöhnlich war, machten wir eine kurze Wanderung um die Ausblicke zu geniessen. Auch die unzähligen Besucher und der mit Bussen verstopfte Parkplatz konnte unsere Laune nicht trüben.

Vorbei an Seen und durch die trockene Steppenlandschaft gelangten wir ans Ende der Strasse. Dort wollten wir die Wanderung zum Aussichtspunkt über den „Lago Grey“ machen. Die Brücke über den Fluss war aber ebenfalls wegen Hochwasser gesperrt und daher der Weg unzugänglich. Beim nahen Hotel schlichen wir uns aber dann durch die Anlage und erhaschten doch noch einen Blick auf den See und den Gletscher in der Ferne,

Kleine Welt zum 2.: Auf dem Rückweg kreuzten wir dann einen Schweizer Landcruiser. Myrta glaubte Brigitta und Paul Böhlen erkannt zu haben. Ueli drehte kurzentschlossen um und raste dem Toyota nach und stoppte ihn schliesslich.  Tatsächlich waren es die Beiden und bald entwickelte sich am Strassenrand ein reges Gespräch. Wir beschlossen den Abend gemeinsam zu verbringen. Da im Nationalpark ausser einem teuren Privatcampingplatz nur drei Kiesparkplätze zum „Campieren“ zur Verfügung stehen, beschlossen wir zum Park hinaus zu fahren und an einem Aussichtspunkt zu übernachten. Wie abgemacht trafen wir uns dort wieder rund verbrachten einen herrlichen Abend zusammen.

Der nächste Morgen startete ziemlich verhangen und mit einigen Tropfen Regen. Hatten wir gestern von unserem Übernachtungsort die „Torres“ noch sehen können, waren sie nun in den tiefliegenden Wolken versteckt. Glück muss man haben….


Perito Moreno Nationalpark

Wieder ein paar Hundert Kilometer durch die endlose Pampa Patagonien und wir bogen auf eine Piste nach Westen ab mit dem Ziel „Perito Moreno“ Nationalpark. Der Name ist in der Gegend etwas verwirrend denn neben dem Nationalpark ist auch der berühmte Gletscher weiter südlich und eine kleine Stadt nördlich gleich benannt. Namensgeber ist eine Argentinische Bekanntheit welche grosse Ländereinen an den Staat übergeben hatte um daraus Schutzgebiete zu machen. Ihm zu Ehren dann die vielen Namensgebungen.

Anfangs führt die Piste durch ähnliche Pampa Landschaft wie schon viele Kilometer zuvor. Dann gelangt man aber immer näher an die Anden. Im Besucherzentrum informierten wir uns über Camping- und Wandermöglichkeiten. Nach den überlaufenen und teuren Nationalparks im Süden, hier das pure Gegenteil: Weder Eintritt noch Camping kostet etwas und neben uns waren noch vier weiter Besucher im Park!

Wir übernachteten am schönen Lago Burmeister. Obschon der Campingplatz gut windgeschützt ist, war es bitterkalt und es regnete immer wieder. Am Morgen war es gerade noch zwei Grad und ein Schneeregen begrüsste uns.

Kaum waren wir aber aus dem Tal hinaus gefahren klarte es auf uns die Sonne schien. Noch immer war es kalt aber der Wind hatte deutlich nachgelassen. An einem kleinen See beobachteten wir Vögel und viele Gunacos und fuhren dann in den Nordteil des Parks. Die Berge der Umgebung waren bis weit hinunter vom nächtlichen Schneefall gezuckert. Die gletschergespeisten Seen leuchteten in verschiedenen Blautönen und überall sah man Vögel und Guanacos.

Um einen  Überblick zu bekommen stiegen wir hoch zum „Cerro Leon“. Steil führt ein schmaler Pfad 400 Höhenmeter hinauf zum Gipfel. Von dort geniesst man dann eine herrliche Aussicht auf die Seen und die umliegenden Berge. Weit unten, mitten in einer riesigen Ebene, konnten wir unser Auto gerade noch erkennen. Das Wetter hatte unterdessen immer mehr zu gemacht und wir hatten Bedenken verregnet zu werden. So stiegen wir schnell wieder ab und erreichten das Auto ohne nass zu werden. Die Temperatur war aber nicht über 9 Grad gestiegen und wir beschlossen in die sonnige Pampa hinauszufahren um nicht noch einmal eine nasskalte Nacht verbringen zu müssen.


Cueva de las Manos

Die Höhle der Hände ist eigentlich gar keine Höhle, sondern es sind Felsüberhänge, welche die darunterliegenden Felsmalereien perfekt vor Wind und Wetter schützen. Dem ist es zu verdanken, dass die fast 10‘000 Jahre alten Malereien perfekt erhalten geblieben sind. Um das Kulturdenkmal zu erreichen muss man nicht nur von der nächsten Ortschaft schon mal fast 200 Km anfahren, sondern zuletzt auch noch 50 Km Wellblechpiste in Kauf nehmen.

Über dem wunderschönen Canyon des Rio Pintatura findet man auf einer Länge von gut 200 m immer wieder Abbilder unzähliger Hände. Diese wurden mit verschiedenen Mineralfarben als Negativabbild an die Felswand gesprayt. Dabei wurde die Hand an den Stein gelegt und die Farbe direkt aus dem Mund darüber gespritzt. Daneben findet man aber auch viele Bilder von Tieren insbesondere von Guanacos, welches für die damaligen Bewohner der Region eine sehr grosse Bedeutung hatte.

Alles in allem ein sehr eindrückliches Erbe der ansonsten weitgehend unbekannten Kultur. Kein Wunder wurde die Höhle zum UNSESCO Weltkulturerbe ernannt.


Carratera Austral zum Zweiten

Die Gegend nordwärts von Perito Moreno ist vergleichbar mit der Gegend durch welche wir in den letzten Tagen schon gefahren waren: Relativ eintönige, trockene Steppenlandschaft ohne nenneswerte Höhepunkte. Wir beschlossen deshalb den Anden entlang hochzufahren nach Chile Chico um von dort wieder auf die Carratera Austral zu gelangen. Unser Plan war mit der Fähre nach Puerto Ibanez überzusetzen. Nur mussten wir feststellen, dass diese auf Tage hinaus bereits voll war. Nun, dann ändern wir halt den Plan und fahren dem Lago General Carrera entlang Richtung Cocherane, eine Entscheidung die wir nicht bereuten. Die Piste ist zwar recht staubig und es hat einiges an Wellblech zu bieten, aber die Landschaft ist schon sehr eindrücklich. Mit dem Wetter hatten wir nun auch Glück, meist war es nur leicht bewölkt und so genossen wir Landschaften welche wir beim Hinunterfahren kaum oder nur verhangen bewundern konnten. Auf der Carratera Austral hatte es nun bedeutend mehr Verkehr und wo die Strasse nicht geteert war führte dies zu einer starken Staubentwicklung. Aber wir wollten natürlich nicht klagen und freuten uns über das herrliche Wetter.

Bei Villa Santa Lucia kamen wir dann an der folgenschweren Schlammlawine vorbei, welche die Hauptstrasse nach wie vor versperrte. Armee und Bauunternehmer waren noch immer dabei die tausende von Kubikmetern Schlamm zu beseitigen, die Carratera soll aber noch einige Wochen geschlossen bleiben.

Eine Piste führte nun durch die schöne Gebirgslandschaft hoch nach Futaleufu. Kurz danach überquerten wir ein weiteres Mal die Grenze nach Argentinien. Auch an diesem Übergang hatte es nun bedeutend mehr Verkehr, so dass wir am Ende fast eine Stunde anstehen musste bis wir die Formalitäten erledigen konnten.

Wenige Kilometer weiter dann die Argentinische Grenzstation. Hier hatten wir mehr Glück und mussten nicht warten. Nach einigen Minuten hatten wir unseren Einreisestempel im Pass und die temporäre Einfuhrbewilligung für das Auto war erledigt. Dabei kam es zu einem witzigen Zwischenfall. Wider Erwarten waren unsere Daten auf einmal nicht mehr im System des Zolls. Es stellte sich aber dann heraus, dass der Beamte uns unter „Svezia“ (Schweden) und eben nicht „Suiza“ (Schweiz) gesucht hatte.


Nationalpark Los Alerces

Der Alerces Nationalpark ist recht beliebt und entsprechend hatte es auch viel mehr Besucher als wir erwartet hatten. Die meisten waren aber nur als Tagesbesucher da und abends war dan auf den Camping Plätzen doch genügend Platz auch für uns.

Wir unternahmen zwei Wanderungen um die Landschaft etwas besser kennenzulernen. Einmal ging es steil hoch zur „Laguna Escondido“, ein anderes Mal dann noch eine kürzere Wanderung am Lago Menendez. Wir folgten dem Fluss welcher den herrlichen See entwässert bis ans  Ufer und genossen von dort den weiten Blick über den kristallklaren See bis hin zu den vergletscherten Bergen.


Colonia Suiza

Die Fahrt weiter nordwärts war nun geprägt von abwechslungsreicher Landschaft mit tiefblauen Seen und fernen Gebirgszügen. Nach nur wenigen Stunden erreichten wir unser nächstes Ziel. Colonia Suiza. Der kleine Ort liegt ein paar Kilometer westlich von Bariloche und wurde wie der Name schon sagt von Schweizern gegründet. Heute ist es ein beliebter Ausflugsort für Touristen aus dem nahen Bariloche. Entsprechend ist dann auch das Angebot: Souvenirläden, Restaurants und ein kleiner Markt mit Kunsthandwerk und Fressständen. Überall sieht man Schweizerflaggen und die Strasse tragen Namen wie „Lucerne“ und „Zurich“. Leute mit Schweizer Abstammun^g haben wir allerdings keine kennengelernt. Dafür genossen wir aber sowohl das „Cerveza Valais“ wie auch das „Cerveza Colonia Suiza“ beides Produkte aus kleinen, lokalen Brauereien.


Wanderung im Nationalpark Lanin

Auf dem Weg nach Norden hatten wir wieder bei unseren Freunden in San Martin de los Andes halt gemacht. Wir genossen die Tage mit diesen liebgewordenen Leuten und lernten dabei auch noch Christinas Bruder Carlos und seine Frau Graciela aus Buenos Aires kennen. Die Beiden waren für zwei Wochen zu Besuch.

Am Sonntag hatte Edgardo eine Wanderung im Nationalpark Lanin geplant. Carlos fuhr uns alle zum Ausgangspunkt der Wanderung, an die Laguna Verde. Frühmorgens hatte es zum Teil noch Nebelfelder, aber kurz nachdem wir gestartet waren löste sich dieser auf und machte einem strahlend blauen Himmel Platz. Unser Ziel war der Vulkan Aichen Niyeu. Der Lagune entlang führte der Weg durch einen herrlichen Wald. Grosse Cohaiguen und dichter Bambus spendeten Schatten. Dann aber verliessen wir den Wald und bald sahen wir unser Ziel das erste Mal vor uns. Der kahle Aschekegel des Vulkans war recht beeindruckend und als wir an seinem Fuss ankamen, erkannten wir bald, dass das ein anstrengender Anstieg werden würde. Über 400 Höhenmeter kraxelten wir den steilen Pfad hoch. In der weichen Vulkanasche rutschten wir mit jedem Schritt wieder einen hakben zurück. Am Kraterrand machten wir eine kurze Pause und genossen die Aussicht auf den fernen Vulkan Lanin und die weit unter uns liegende Laguna Verde. Noch einmal mussten wir einen kurzen Anstieg bewältigen und dann standen wir endlich auf dem Gipfel. Nun eröffnete sich auch noch eine herrliche Aussicht nach Süden. In allen Farben leuchteten die Felsen und Lavafelder. Ein starker Kontrast dazu bildeten die Grünen hänge und der stahlblaue Himmel. Über uns erschienen aus dem Nichts drei Kondore und kreisten über uns.

Nach einer Mittagspause machten wir uns an den Abstieg. Dieser war ein wahres Vergnügen, denn in der weichen Asche, die uns das Leben beim Hochsteigen so schwer gemacht hatten, liessen uns nun riesige Schritte machen und nach knapp 20 Minuten waren wir wieder unten. Der Weg zurück wurde mit der Zeit immer länger, wir alle spürten die Anstrengung des Aufstiegs in unseren Beinen. Zurück beim Auto genossen wir erst Mal ein kühles Bier aus dem Campingladen bevor wir nach San Martin zurück fuhren.


Provinzpark Copahue

Von San Martin aus fuhren wir meist auf Nebenstrassen nahe der chilenischen Grenze entlang nach Norden. Vorbei am Lago Alumine und dann weiter bis zum Provinzpark Copahue. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, mal einem Flusstal folgend, dann wieder an einem See entlang und sehr oft durch lichte Araukarienwälder.

Bei Copahue kann man eine kurze Wanderung am Rio Agrio entlang machen. Über mehrere Stufen stürzt der kleine Fluss über Lavasäulen hinunter. Umgeben ist das Tal von Araukarien, diesen urzeitlichen Bäumen welche man zwischen 1000 und 1600 müM in der Gegend trifft. Schliesslich fanden wir unweit des Ortes einen sehr schönen Stellplatz am See, umgeben wiederum von Araukarien. Aus den Bergen wird dem See eisenhaltiges Wasser zugeführt und daher sind die Steine am Ufer rostrot gefärbt.

Gegen Abend entwickelten sich zunehmend Gewitter und die Stimmung am See wechselte laufend. Schwarze Wolken mit Regenschleiern verhangen wurden durch Blitze Aufgehellt, dann ein doppelter Regenbogen über dem See und schliesslich ein eindrücklicher Sonnenuntergang. Und wir hatten einen Logenplatz



Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Schami & Rita (Samstag, 24 März 2018 06:59)

    Ganz toll mir freue üs über eui tolle Brichte, Merci viu Mau.