Nord und Zentral Kalifornien - September/Oktober 2016

Redwood National Park

Kurz nachdem wir die Grenze zu Kalifornien passiert hatten, gelangten wir in den Redwood National Park. Eine grosse Fläche der verbliebenen, mächtigen Coastal Redwood Beständen wurde mit der Zeit in State und National Parks geschützt. Zum Glück, denn von den einst grossen Wäldern sind nur gerade 5% übrig geblieben. Die Campingplätze werden alle von den Califonia Stateparks betrieben und kosten stolze 35 USD und die warme Dusche kostet obendrauf extra. Wir sind für die erste Nacht im Millcreek Camping untergekommen, die Stellplätze sind mitten in einem Redwood Wald sehr schön angelegt.

Anderntags fuhren wir erst mal an die Küste hinunter und unternahmen eine Wanderung durch die Redwood Wälder.  Aber schon bevor wir losmarschierten erlebten wir ein erneutes Disaster in Sachen Kamera: Beim Aussteigen fiel diese zu Boden und wie das Leben so spielt auf den einzigen Stein in der Nähe. Resultat: Objektiv im Eimer, Kamera zum Glück OK. Je weiter wir vom Strand wegkamen desto öfter sahen wir die Coastal Redwoods. In dieser Gegend nicht rekordverdächtig aber nichts desto trotz sehr beeindruckend. Überhaupt sind diese natürlichen, von Menschen weitgehend unberührten Wälder für uns immer wieder ein schönes Erlebnis. Klar liegen hier tote Bäume kreuz und quer im Wald. Aber diese bieten anderen Pflanzen und auch jungen Bäumen mit ihren Nähstoffen die Lebensgrundlage. Der Höhepunkt der Wanderung wurde die Durchquerung des Fern Canyons kurz bevor wir die Küste wieder erreichten. Die vertikalen Wände dieser kleinen Schlucht sind flächendeckend  mit Farnen bewachsen und sehen aus wie hängende Gärten. Über die rumplige Piste ging es zurück ins Zentrum des National Parks. Die Elk Meadows wurden ihrem Namen gerecht, denn wir konnten aus nächster Nähe diese grössten aller Hirsche in Nordamerika beobachten. Unter anderem wurden wir Zeuge wie ein stattlicher Hirsch einen jungen Herausforderer in die Flucht schlug. Zur Zeit unseres Besuchs waren die Tiere in der Brunst und deshalb speziell aggressiv.

Eine weitere, kurze Wanderung führte uns durch den Ladybird Johnson Wald in welchem einige der grössten Exemplare der Küstenredwoods stehen. Der grösste misst 115 m und hat einen Durchmesser von mehreren Metern. Mit einer Spezialbewilligung, welche man kostenlos im Visitorcenter erhält, kann man eine Piste befahren, welche hinunter in die Nähe des Redwood Creek führt. Vom Parkplatz geht es dann 300 Höhenmeter zu Fuss an den Fluss hinunter und auch wieder hoch. Man wird aber mit einer wenig besuchten und sehr schönen Ansammlung mächtiger Bäume belohnt. Einzeln und in Gruppen stehen die mächtigen Bäume. Brandnarben zeugen von den Ereignissen welche sie in Hunderten zum Teil über tausend Jahren erlebt und überlebt haben.

 

Es war ein langer Tag gewesen und noch mussten wir einen Platz zum Übernachten finden. Wir fuhren auf der Bald Hills Road, einer Piste, zum National Park hinaus. In den Bergen war es empfindlich kalt so dass wir bis Hoopa ins Tal hinab fuhren und übernachteten in einem einfachen, von Indianern geführten Campingplatz.


Lassen Volcanic National Park

Entlang des Trinity Rivers fuhren wir Richtung Redding. Die vielen Recreation Areas der Gegend liessen wir aus. An den Stauseen kann man überall campieren, aber ohne Boot und bei den kühlen Temperaturen war das für uns weniger Reizvoll. Weiter östlich von Redding steigt die Strasse wieder auf fast 2000 müM an bis man den Lassen Volcanic National Park erreicht. Am Manzanita Lake quartieren wir uns im gleichnamigen Campingplatz ein und unternahmen bei kühlem aber schönem Wetter noch eine kurze Wanderung um den See herum. Das Wetterglück war für einmal auf unserer Seite und liess uns einen Blick auf den Lassen Peak, dem höchsten Berg im Park, geniessen. Noch bei unserer Ankunft war er bis weit herunter in Wolken gehüllt gewesen.

 

Wir folgten der einzigen Strasse welche durch den Park führt. Am Morgen war es kalt gewesen und mit zunehmender Höher wurde es erstmal noch kälter bis dann die Sonne für angenehme Temperaturen sorgte. Auf der Passhöhe erreicht man über 2500 m über Meer. Kurz danach liessen wir das Auto stehen und wanderten zur Bumpass Hell. Dort erwartete uns eine geothermale Region. Blubbernde, heisse Quellen, zischende, nach Schwefel sinkende Dampfquellen und heisse Bächlein prägen die Landschaft. Kaum eine Pflanze gedeiht in dieser unwirklichen Umgebung. Man spürt wie dünn die Erdkruste an solchen Stellen sein muss und nicht zuletzt wanderten wir an dieser Stelle auf der Caldera eines urzeitlichen Vulkans. Vor nur hundert Jahren war der Lassen Peak das letzte Mal ausgebrochen und die Spuren sind noch immer sichtbar. Auch dieser Vulkan ist Teil des „Ring of Fire“ wie auch schon der Mt. Rainier, der Mt. St. Helens die anderen Kollegen welche in einer langen Linie bis weit nach Süden aufgereiht sind.


Mono Lake

Durch endlose Wälder gelangten wir an den Lake Tahoe. Dieser See ist sowohl im Sommer, Baden und Boot fahren, wie auch im Winter, Skifahren, sehr beliebt. Jetzt an einem Wochenende war die Hölle los. Alle Ausstellplätze und Aussichtspunkte waren hoffnungslos überbelegt und der Verkehr schlich zeitweise im Schritttempo durch die Landschaft. Über einen Pass fuhren wir hinunter in trockene, ja fast wüstenhnliche Landschaften. Wir bewegten uns dabei immer über 2000 müM. Dem Hwy 295 entlang gelangten wir an einen Aussichtpunkt von wo aus man eine unglaubliche Sicht auf den Mono Lake, tief unten hatte. In der fast vegetationslosen Landschaft wirkte der blaue See fast ausserirdisch. Nach einem ersten Stop am Westufer hatten wir einen ersten Eindruck von den Kalksteinskulpturen erhalten. Da der Tag aber schon etwas fortgeschritten war, fuhren wir auf der Tioga Road ins Tal hinein und bezogen im Aspen Campground unser Nachtquartier. Der Platz war gut belegt, nicht zuletzt wegen des Wochenendes, aber wir schnappten uns eine der letzten Stellplätze.

 

Nach einer kühlen Nacht fuhren wir erst Mal wieder zurück an den Mono Lake und besuchten die eindrücklichsten Kalkformationen am Südufer des Sees. Das Licht war am Morgen natürlich auch viel intensiverer. Die Skulpturen sind durch den hohen Mineraliengehalt entstanden uns seit das Wasser der Zuflüsse immer stärker genutzt wurden ist der Wasserspiegel soweit abgesunken, dass man Heute diese Formationen bewundern kann. Allerdings musste man Massnahmen ergreifen, damit der See schliesslich nicht ganz austrocknet. De See hat keinen Abfluss und auf Grund der hohen Sommertemperaturen verdunstet sehr viel Wasser, was dazu führt, dass der Salzgehalt des Wassers enorm hoch ist.


Yosemite National Park

Wie schon der Yellowstone Park, hat auch der Yosemite Park mit unglaublich vielen Besuchern zu kämpfen. Selbst in der Nachsaison, wie jetzt Ende September, kommt man ohne Campingreservation kaum unter. Kommt dazu, dass zu dieser Zeit bereits die ersten Campingplätze geschlossen werden, was natürlich den Druck auf die wenigen noch offenen erhöht. Wir hatten ein paar Tage zuvor in den Toulomne Meadows und im Yosemite Valley eine Reservierung via Internet getätigt. Nur hatten eine Lücke von einem Tag welche wir aber in den Porcupine Flats einem nicht reservierbaren Platz überbrücken konnten.

Wir fuhren zum Tioga Pass hoch. Dieser liegt auf weit über 3000 müM, aber die Temperatur lag immerhin noch bei 20 °C. Wir erreichten den Campingplatz um die Mittagszeit und nach dem wir eingerichtet waren, wanderten wir zum Elizabeh Lake hoch. Der See liegt auf 3000 müM am Fusse von eindrücklichen Bergen. Beim Hochsteigen merkten wir schon, dass die Luft etwas dünner war als gewohnt. Nach einer Pause, welche Ueli zum Kühlen der heissgelaufenen Füsse nutzte, gang es auf demselben Weg zurück.

Am Morgen packten wir unsere sieben Sachen und parkierten am nahen Ausgangspunkt zu einer weiteren Wanderung. Erst ging es hoch zum Dog Lake. Spiegelglatt präsentierte sich die Oberfläche des Sees. Einigen Enten und ein paar kreischende Blue Jays waren die einzigen Störefriede nben uns selber. Auf dem Rückweg zum Auto stiegen wir noch zum Lebert Dome hoch. Das ist einer der vielen, von Getschern glatt geschliffenen  Granitkuppen im Park. Auf die letzten Höhenmeter verzichtete Myrta dann aber, zu ausgesetzt war die Route auf den letzten Metern. Über den glatten Granitbuckel muss man sich seinen Weg nämlich selber suchen. Steil und über glatte Flächen geht es hoch bis zum Gipfel. Dort geniesst man dann eine herrliche Aussicht über die Toulomne Meadow und die Gipfel der High Sierra. Zurück beim Auto fuhren wir die Tioga Road entlang und hielten beim Tanaya Lake und den vielen Aussichtspunkten an um die Landschaft zu geniessen. Im Porcupine Flat Campingplatz ergatterten wir noch einen der letzten Stellplätze und genossen dien Nachmittag an der warmen Sonne. Gegen Abend trafen unsere Campnachbarn ein und wir steâunten nicht schlecht, dass es sich um einen Range Rover mit Zürcher Kennzeichen handelte. Nick und seine Partnerin waren im April in der Schweiz gestartet und via Russland und die Mongolei nach Vladiwostock gefahren. Dort hatten sie nach Südkorea verschifft und das Land bereist um danach das Auto nach Seattle weiter zuschicken. Sie hatten nun noch zwei Monate bis sie dann von Florida aus wieder in die Schweiz zurück mussten.

Über zweitausend Höhenmeter führt die Strasse hinunter in Yosemite Valley, den Hauptanziehungspunkt des National Parks. Über 4 Millionen Besucher, 700‘000 campieren im Tal, zieht das Zentrum des Parks jedes Jahr an. Kein Wunder ist auch Ende September noch einiges los. Bei der Fahrt entlang des Talbodens besichtigten wir einige der bekannten Sehenswührdigkeiten. Unter anderem bewunderten wir mit dem Feldstecher die Bergsteiger in der vertikalen Wand des El Capitan’s. Nachdem wir uns im Campingplatz eingerichtet hatten, unternahmen wir noch eine Wanderung zum Mirror Lake und darüber hinaus. Im Sommer trocknet der See aber leider, wie auch viele der so berühmten Wasserfälle, aus und hinterlässt eine sandige Fläche. Trotzdem lohnt sich die Wanderung, denn man kommt dabei direkt unterhalb des Half Domes vorbei und kann die senkrechte Wand aus Mäuseperspektive bewundern.

Am folgenden Tag machten wir eine etwas anstrengendere Wanderung hinauf zum Nevada Fall. Wir waren aber bei weitem nicht die einzigen mit diesem Plan. Je weiter wir uns aber im Tal hocharbeiteten, desto weniger anderen Besuchern begegneten wir. Aber es ist nun mal einer der beliebtesten Wanderungen im Park. Die Vernal und Nevada Falls sind allerdings im Herbst nicht mehr sehr eindrucksvoll, aber die Landschaft an und für sich ist schon grandios und entschädigt für den Schweiss. 600 Höhenmeter sind zu bewältigen bevor man über dem Nevada Fall den höchsten Punkt erreicht. Auf dem John Muir Trail ging es wieder talwärts, viel weniger steil und viel weniger Stufen wie auf dem Weg hoch entlang des Mist Trails.

 

Wir verliessen dann den Yosemite Park südwärts Richtung des nächsten Höhepunkt, dem Kings Canyon und Sequoia National Park.


Kings Canyon und Sequioa National Park

Eine Nacht nur verbrachten wir in tieferen Lagen wo die Temperaturen auch nachts nicht allzu kalt waren. Tagsüber stieg das Thermometer auf 36 °C aber schon als wir wieder auf über 200 müM hochgefahren waren, sank die Temperatur wieder auf angenehme Werte.

In der General Grant Grove sahen wir auf einem kurzen Spaziergang die ersten recht grossen Sequioas. Auch wenn diese noch nicht zu den Rekordhaltern zählen, sind sie doch schon sehr eindrucksvoll. Bevor wir aber weiter in den Sequioa National Park hineinfuhren, ging es 100 m hinunter in den Kings Canyon kaum im Regenschatten der Berge und ein paar Hundert Höhenmeter tiefer verwandelte sich der dichte Wald mit seinen grossen Bäumen in eine wüstenähnliche, fast kahle Landschaft. Plötzlich waren Yuccas zu sehen und auch einzelne Kakteen zeigten sich. Erst als wir den Grund des Canyons erreichten und dem Kings River entlang wieder etwas Höhe gewannen, war wieder Nabelwald dominant. Wir machten ein paar kurze Wanderungen um die schöne Landschaft zu erkunden und quartierten uns dann im einzigen noch offenen Campingplatz ein. Vor allem entlang des Kings River, ein kristallklarer Fluss welcher in der High Sierra entspringt, entdeckt man immer wieder schöne Flecken.

Im Sequoia Park angekommen unternehmen wir eine längere Wanderung zur Suger Bowl. Dieses Gebiet ist das grösste noch nie abgeholzte Gebiet in welchem noch viele zum Teil gigantisch grosse Sequoias stehen. Entlang einer Bergkette stiegen wir erst mal noch etwa 200 m auf und gelangten zur eindrücklichsten der Baumgruppen, der Sugar Bowl. Dicht stehen dort mächtige Bäume und nur wenn man einen direkten Grössenvergleich hat, zum Beispiel eine Person, kann man die Grösse überhaupt erfassen. Einem sonnigen und entsprechend trockenen Hang entlang ging es weiter hinunter und kaum erreichten wir die Talsohle hatte es auch wieder von den Baumriesen. Man kommt sich schon sehr klein vor in Mitten dieser Giganten.

Bevor wir den Park verliessen besichtigten wir noch den grössten Baum unseres Planeten, den General Sherman Tree. 84 m hoch, nicht ganz so hoch wie seine Verwandten an der Küste aber, mit einem Umfang von 30 m ergibt ein Stammvolumen das kein anderer Baum auf Erden erreicht. Noch eine letzte kurze Wanderung führte uns entlang einer Wiese an deren Rand die Sequoias perfekte Bedingungen gefunden haben und entsprechend viele und vor allem grosse Exemplare wachsen. Einzelne Bäume sind aber zu nah am weichen Boden der feuchten Wiese gewachsen und konnten sich deshalb nicht genügend gut verankern. Ein Sturm hat sie dann eines Tages umgeblasen und nun liegen sie, zum Teil seit Jahrhunderten, denn das Sequoia Holz wiedersteht nicht nur Feuer hervorragend sondern verrottet auch sehr langsam.

 

Auf einer schmalen, sehr kurvenreichen Strasse fuhren wir schliesslich zum National Park hinaus, hinunter in die 2000 Meter tiefer gelegenen Landwirtschaftszonen wo Früchteplantagen, vor allem Zitrus, soweit das Auge reicht, dominieren. Schon beim Starten des Landcruisers am Morgen hatte uns die Starterbatterie im Stich gelassen und wir mussten sie mit der Camperbatterie überbrücken. Da diese aber erst gerade ein Jahr alt war, hofften wir dass es ein nicht erklärbarer Einzelfall war. Aber als wir nach dem Einkaufen wieder losfahren wollten, streikte sie schon wieder. Obschon Sonntag war, hatten wir keine Schwierigkeiten in nächster Nähe eine neue Batterie aufzutreiben, denn ein Stresstest offenbarte, dass die Batterie tatsächlich hinüber war. Genau dieselbe Grösse war zwar nicht lagerhaltig, aber die nächst kleinere passte dann einigermassen. Die grosszügigen 5 Jahresgarantie wird uns allerdings auch nicht viel helfen, wer weiss wo wir uns dann befinden werden, wenn sie dann schlapp machen sollte.


Wieder über die High Sierra

Wir übernachteten in einem National Forest Campingplatz im Übergang von den Anbauflächen zu den Ausläufern der Sierra. Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Sherman Pass. Dies ist der erste Übergang südlich der Tioga Passstrasse im Yosemite Nationalpark. Auf über 3000 m schlängelt sich die schmale Strasse hoch durch einen trockenen und entsprechend kleinwüchsigen Wald. Erst über 2000 m wuchsen wieder kräftige und grosse Nadelbäume. Wir nutzten die Gelegenheit und sammelten Feuerholz für die kommenden Tage in der Wüste. Von der Passhöhe hatten wir das erste Mal einen Blick auf den Mount Withney, der höchsten Erhebung in den unteren 48 Staaten von Amerika. Wie wir auf der Ostseite der Sierra an Höhe verloren, wurde die Landschaft immer trockenen und der Bewuchs wurde immer karger. Unterwegs nahmen wir ein Paar mit welches eben 1500 Meilen des Pacific Crest Trails, dieser führt von der kanadischen zur mexikanischen Grenze, hinter sich gebracht hatten.

Zusammen besichtigten wir die Fossil Falls, ein normalerweise trockener Wasserfall in einem Lavafeld. Tief hat sich das Wasser Laufe der Jahrtausende in das harte Gestein gefressen. Aber Heute wird es kaum noch genügend Regenfälle geben um den Fluss zum fliessen zu bringen. In Lone Pine setzten wir die Zwei ab und begaben uns in einen der BLM Campingplätze in den Alabama Hills. Überraschend floss ein glasklarere Bach mitten durch den Camping welcher ansonsten in steiniger Landschaft mit nur wenigen Büschen lag. Die Gesteinsformation erforschten wir anderntags zu Fuss und mit dem Auto. Auf kleiner Fläche finden sich immer wieder neue Skulpturen, Bögen und kleine Täler, immer vor dem Hintergrund der High Sierra mit ihren 4 und 5 Tausender.

 

Nachdem wir in den vergangenen Wochen sowohl die höchsten wie auch die grössten Bäume bestaunt hatten, sahen wir bei unserem nächsten Halt die ältesten Bäume der Welt. Auf über 3000 müM haben sich die Bristlecone Pines nach der letzten Eiszeit eine kleine Nische besetzt, in einer steinigen und unwirklichen Gebirgswelt. Über 4700 Jahre alt wurde der älteste der Bäume datiert. Kaum eine andere Pflanze macht diesen Bäumen der Lebensraum streitig. Viele der Exemplare scheinen tot, völlig kahl. Erst beim genauen Hinsehen entdeckt man noch ein paar grüne Äste, Beweis dafür, dass er noch Leben hat. Aber selbst wenn sie schliesslich absterben, liegen sie noch Jahrhunderte in der Landschaft, so langsam sie wachsen, so langsam verrotten sie.


Death Valley National Park 

Quasi durch den Hintereingang gelangten wir in den Death Valle National Park. Auf der staubigen Piste durch das Eureka Valley erreichten wir die Nordgrenze. Aber schon ausserhalb des Park ist die Landschaft sehr eindrucksvoll. Gestein in allen Farben und Formen schaffen eine zwar oft vegetationslose aber doch sehr attraktive Landschaft. Die Temperatur hatte von kühlen 10 Grad in den Bergen kontinuierlich zugenommen und als wir im Nachtlager ankamen suchten wir gerne den Schatten bei über 30 Grad Temperatur. Auch die Nacht bleib mild, das erste Mal seit langem.

Eine kurze Wanderung führte am grossen Ubehebe zum Little Ubehebe Krater hoch. Die Vulkankegel sind erst ein paar Tausend Jahre alt, wenig in geologischen Massstäben. Schwarzes Lavageröll und verschieden farbige Felsen strahlten im warmen Morgenlicht. Eine sehr ruppige Wellblechpiste führte uns nun in Bereiche des Nationalparks welche nur wenig Besucher anlockt. An der Teakettle Junction vorbei, machten wir am sogenannten Racetrack, einem Salzsee mit Lava Insel, Halt, um die dort zu findenden „wandernden Steine“ zu finden. Diese werden, wenn der See von einem Wasserfilm bedeckt ist, vom Wind auf dem See herumgeschoben und hinterlassen mysteriöse Spuren.

Danach war die Piste gemäss Karte „high clearance 4x4 only“. Und  tatsächlich bald führte die schmale Piste steil und ausgewaschen ins Saline Valley hinunter. In den Untersetzungen schlichen wir langsam über die Steinstufen hinunter, der Abgrund auf der einen, die steilen Felsen auf der anderen Seite. Im Tal angekommen trafen wir dann wieder auf eine „Steinbrecherpiste“ welche alles andere als angenehm zu befahren war. Durch einen steilen, landschaftlich sehr schönen Canyon windet sich die Strasse wieder hoch auf fast 2000 m. Unterwegs beobachteten wir Vögel die wir noch nie zuvor gesehen hatten: Eine Art Huhn mit schön gestreiftem Gefieder, welches lieber die steilen Hänge hochrannte als zu fliegen.

Dann ein Schock beim nächsten Stopp. Wir stellten fest, dass wir die Reserverradabdeckung verloren hatten. Kein wirkliches Wunder bei der holprigen Piste!!. Wir fuhren 20 Km zurück in der Hoffnung sie wieder zu finden, leider ohne Erfolg. So haben wir nunmehr nur noch drei Schildkröten mit dabei.

Eine kurze Wanderung in einen heissen, knochentrockenen Canyon, versprach einen Wasserfall. An den glaubten wir aber auch erst wirklich, als wir schliesslich tatsächlich davor standen und zum Staunen nicht mehr herauskamen. Das ganze Jahr über sprudelt eine Quelle aus den Bergen und fliesst dann in ebendiesen Canyon ab. Ein Grossteil des Wassers wird in einer Pipeline gefasst und der kleine Rest versickert, bevor er das enge Tal auch nur verlässt.

Vorbei an einem Dünenfeld gelangten wir am Abend nach Furnace Creek, dem eigentlichen Zentrum des Nationalparks. Hier, nun fast 100 m unter Meeresniveau, war die Temperatur noch einmal etwas höher als tags zuvor. Die kleinen Campingplätze waren noch nicht offen, so dass wir in dem riesigen Platz bei Furnace Creek unterkamen. Trotz allem, der Platz ist eigentlich recht schön angelegt und wegen einer Nacht hatten wir keine grossen Ansprüche.

Bevor wir der Park verliessen, besichtigten wir auch noch die eigentlichen Höhepunkte. Den Zabriskie Point, mit der schönen Aussicht auf Erosionslandschaften, den Artists Drive, mit seinen farbigen Hügeln und last but not least den tiefsten Punkt der USA, das Badwater Basin. Dort sammelt sich das bisschen Wasser des Tales und verdunstet permanent, was zu einem grossen Salzsee geführt hat.

Richtung Shoshone steigt die Strasse bald wieder an und man gelangt wieder über Seehöhe. Einmal mehr stand ein Auto mit Warnblinker am Strassenrand. In Nationalparks meist ein Zeichen, dass es etwas zu sehen gibt. Und tatsächlich war, nicht zum ersten Mal im Death Valley ein neugieriger Coyote am Strassenrand. Neugierig schlich er um die Autos rum, wohl nicht zuletzt weil es sich aus gutem Grund etwas Fressbares versprach. Schliesslich muss man gar einen Pass mit über 1200 Höhenmeter überwinden, was wiederum zu einer deutlichen Abkühlung führte. Bald schon waren wir nun unterwegs nach Las Vegas, aber das ist wieder eine neue Geschichte.  

 



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