Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.

Unsere Übernachtungsplätze in Peru

Infos zu den Schlafplätzen findet man hier:

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Autoversicherung für Peru

Wir hatten von anderen Travellern gehört, dass die Conasur Versicherung, welche eigentlich Peru einschliesst, nicht immer akzeptiert werde. Zudem hatten wir es sowieso verschlafen, uns frühzeitig eine solche zu besorgen.

Normalerweise kann man scheinbar die Peru Versicherung an der Grenze ohne Probleme machen, nur am kleinen Übergang La Balza gibt es kein Versicherungsbüro. Der Beamte vom Zoll erklärte auf Nachfrage, dass wir bis San Ignazio ohne Versicherung fahren können, dort aber unbedingt sofort eine abschliessen sollen. Nun, dort wiederum informierte man uns, dass wir erst in Jaen die notwendige Versicherung kaufen können. Also fuhren wir anderntags weiter und versuchten unser Glück dort. So richtig wohl war uns dabei nicht, denn wir hatten auch schon Gerüchte gehört, dass Reisende kurz nach der Grenze von der Polizei kontrolliert worden waren und dann mangels Versicherung in Schwierigkeiten geraten sind.

Wir suchten zunächst eine Versicherung auf welche in iOverlander erwähnt wird. Dort erfuhren wir aber dass der Stadtteil ohne Strom war und deshalb keine Verbindung zum Computersystem bestand. Man schickte uns schliesslich zum (neuen) Hauptbüro der MAPFRE Versicherung. Auch hier fiel der Strom während dem Ausfüllen des Antrags zweimal aus. Zudem hatte die Dame welche uns bediente Mühe, unsere Fahrzeugdaten in das System einzugeben. Das Problem waren die VIN Nummer und das Schweizer Kennzeichen. Mit viel Motivation und mehreren Versuchen das System auszutricksen gelang es nach drei Stunden endlich. Für 180 Soles (etwa 60 CHF) bekamen wir die Haftpflichtversicherung für drei Monate (ein Monat wäre 90 Soles gewesen)

Es scheint übrigens, dass nur noch MAPFRE Versicherungen für Overlanders ausstellt. Ob das aber stimmt und allenfalls auch nur für Jaen zutrifft, konnten wir nicht überprüfen.

Wir haben den Punkt in iOverlander eingetragen. Das Büro liegt an der Mariscal Ureta nach der Kreuzung mit der Hospital. (S5° 42.419' W78° 48.305')


Die Kultur der Chachapoyas

Im Nordwesten Perus, in der Anden, liegt das Gebiet der Chachapoya Kultur. Diese mysteriöse Gesellschaft lebte in der Gegend seit ca. 500 vChr. bis sie schliesslich im 15 Jh. von den Inkas vertrieben und unterdrückt wurden. Zu der Zeit sollen noch etwa 500‘000 Leute gelebt haben. Sie verschworen sich mit den Spaniern um sich gegen die Inkas zu wehren. Durch Masern dezimierte sich die Bevölkerung massiv bis auf nur noch 90 Tausend und schliesslich starb die Kultur weitgehend aus. Vereinzelt trifft man in der Gegend aber noch heute auf hellhäutige, blonde  und vor allem aussergewöhnlich grosse Menschen. Diese werden als Abkömmlinge der Chachapoyas definiert. Ihre Erscheinung und auch weitere Fakten lassen vermuten, dass das Volk ursprünglich von den Kelten abstammt und dass es über den Atlantik und das Amazonasbecken bis in die Anden vorstiess. Und all das geschah natürlich über Tausend Jahre bevor Kolumbus Amerika „entdeckte“. Die ganze Geschichte wird im Buch „Wurde Amerika in der Antike entdeckt?“ von Hans Giffhorn ausführlich und eindrücklich dokumentiert. Wir Beide haben dieses Buch gelesen und waren deshalb gespannt darauf die eigentlichen Handlungsorte zu besuchen.

 

 

Von Jaen folgten wir dem Rio Utcubamba stromaufwärts. Dem heissen, tropischen Tal entlang gewannen wir zunehmend wieder an Höhe. Die sattgrünen Reisfelder wechselten ab mit einer eher kargen, trockenen Steinwüste. Durch tiefe Canyons und ein immer engeres Tal wand sich die Strasse bergan. Dann aber bogen wir auf eine steile, ruppige Piste ab. In mehreren Spitzkehren erreichten wir schliesslich Luya, ein kleiner und verschlafener Ort. Aber um die Sarkophage von Karija zu erreichen, mussten wir weitere 15 Km fahren. Auf nunmehr 3000 müM stellten wir unser Auto ab und marschierten auf einem steilen Weg hinunter zur archäologischen Fundstätte. Weit oben in der Felswand entdeckt man eine Gruppe von mannshohen Figuren. Sie sind aus Lehm hergestellt und werden von einem Holzgerüst gestützt. In diesen Felsüberhängen wurden zur Zeit der Chachapoyas die sterblichen Überreste von Verstorbenen begraben. Einige weitere solcher Grabmäler kann man aus der Ferne bestaunen.

Nachdem wir in der Gegend übernachtet hatten fuhren wir am Morgen nach Tingo Nuevo hoch. Mit einer Gondelbahn gelangt man bequem von 2000 auf 2900 müM in die Nähe der Chachapoya Festung „Kuelap“.  Danach ist es noch immer etwa eine halbe Stunde zu Fuss hoch zur Festungsanlage. Hoch über dem Tal liegen die Ruinen auf einem Bergrücken. Über einen Kilometer lang und etwa 150 m breit liegen die zwei Terrassen. Auf diesen, nur über drei schmale und steile Zugänge erreichbaren Flächen, liegen dutzende von Rundbauten und viele weitere, meist religiösen Zeremonien vorbehaltene Gebäudereste. Viele der Ruinen sind noch kaum ausgegraben oder restauriert. Gemäss Plan soll dies in den nächsten 5 Jahren erfolgen. Aber trotzdem, oder gerade deshalb, sind die Ruinen sehr interessant und eindrücklich. Wir sind überzeugt, dass diese Anlage in naher Zukunft einen viel höheren Stellenwert erreichen wird. Ob es je ein Besuchermagnet wie Macchu Picchu werden wird bleibt abzuwarten, von der Geschichte und der Anlage her ist es nicht unwahrscheinlich.

Wir waren schon recht früh oben gewesen und erst als wir wieder zur Bergstation zurückgingen, kamen uns grössere Gruppen Besucher entgegen.

Nach dem Besuch von Kuelap fuhren wir weiter in die Berge hinein. In Leymebamba, einem verschlafenen kleinen Städtchen besuchten wir das kleine aber feine Museum. Der Schwerpunkt liegt auch hier auf der Kultur der Chachapoyas. In der Gegend der nahen Laguna de los Condores hat man unzählige Gräber gefunden. Die Grabinhalte wurden bevor sie, wie die meisten anderen Gräber der Region geplündert wurden, mehrheitlich entfernt und in eben dieses Museum gebracht. Höhepunkt ist dann der Raum in welchem ein paar Dutzend Mumien ausgestellt werden. Sie sind hervorragend erhalten und sehr eindrücklich, sind sie doch weit über tausend Jahre alt. Das Museum ist wirklich sehr zu empfehlen, denn es ist die wohl beste Möglichkeit sich über die Kultur der Chachapoyas zu informieren.

Wir fuhren danach hoch auf fast 3000 müM und übernachteten in einem schönen Seitental an einem Bach. Es wurde in der Nacht auch gar nicht allzu kalt und vor allem war es extrem ruhig und friedlich


Durch die Cordillera Central nach Cajamarca

Auf fast 4000 m hoch und dann hinunter nach Las Balsas auf weniger als tausend Meter und gleich wieder hoch auf 4000 m, so lässt sich unsere nächste Etappe in Kürze beschreiben. Eine wunderbare Landschaft entschädigt für die stundenlange Kurblerei am Lenkrad. Eiskalt hoch oben und heiss unten am Rio Maranon, kahle Steinlandschaft und tropische Mangoplantagen und das alles an einem Tag. Wir waren schon sehr froh, dass wenig Verkehr herrscht auf dieser Strecke, denn die Strasse ist schmal und fast immer sehr ausgesetzt.

Vor Cajamarca, unserem Ziel des Tages, besuchten wir eine sehr aussergewöhnliche Kirche, das Santuario „Virgen del Rosario“. Die Anlage ist vor nur gerade 5 Jahren, nach 4 jähriger Bauzeit, fertiggestellt worden. Auf Initiative eines italienischen Padres wurde das gigantische Bauwerk von ebenso italienischen Kunsthandwerkstudenten erbaut. Vor allem die grossflächigen, bunten Mosaike mit biblischen Szenen beeindrucken. Neben der Kirche wurde auch ein Innenhof rund um eine Statue der „Virgen del Rosario“ erstellt. Den Wänden entlang sind grosse Mosaike zu bestaunen, aber auch Steinhauerarbeiten und schöne Holzschnitzereien dekorieren neben Gemälden das Gebäude.

In der Umgebung von Cajamarca kann man Grabnischen der „Ventanillas de Combayo“ besuchen. Diese Gräber werden der Cajamarca Kultur zugeschrieben. Diese hatte die Blüte vor etwa 1400 Jahren, also auch viel vor den Inkas.  Eine knappe Stunde fährt man durch ein hübsches Tal und dann wieder hoch auf über 3000 müM. Eine kurze Wanderung führt den Besucher an den Fuss einer Felswand in welcher eine Vielzahl kleiner Nischen herausgearbeitet ist. Diese sehen von weitem aus wie die Fenster eines Gebäudes, daher die Bezeichnung „Ventanillas“.

Bevor wir Cajamarca wieder verliessen, fuhren wir noch einmal in die Stadt, einserseits um einzukaufen aber auch um uns rund um die „Plaza de Armas“, dem Mittelpunkt der Altstadt etwas umzusehen. In der „Queseria Los Alpes“ verkauft ein Schweizer Käser seine feinen Produkte und wir nutzten die Gelegenheit unsere Käsevorräte aufzustocken.


Eine weitere, wenig bekannte Kultur: die Huamachuco

Auf einer weiteren, langen Fahrt erreichten wir Huamachuco. Wir fuhren im abendlichen Licht hoch bis auf 3500 m und genossen von unserem Camp eine fantastische Aussicht über Huamachuco und die umliegenden Berge. Die Ruinen waren nur noch ein paar Hundert Meter weiter. Die eher unbekannte Ruine hat gigantische Ausmasse: 3.5 km lang und bis 500 m breit und von einer 9.5 km langen Mauer umgeben liegt auch diese Anlage zuoberst auf einem Bergrücken. Im Besucherbuch stellten wir fest, dass wir in den letzten paar Wochen bis auf zwei weitere Europäer die einzigen ausländischen Besucher waren. Ein schön angelegter Weg führt einem durch die Anlage. Etwa 5 km Länge hat die Exkursion und am Ende der Strecke liegt der eindrücklichste Teil der Ruinen, der Sektor „Las Monjas“. Die Überreste des grössten Gebäudes ragen sicher 15 m in die Höhe. Interessant ist auch, dass hier noch kein Stein wieder aufgeschichtet worden ist, alle Ruinen wurden nur gesäubert, entsprechen aber sonst dem Zustand wie sie 1941 von Archäologen entdeckt worden sind. Wie alle prä-inka Kulturen wurden auch die Huamachuco von den Inkas zerstört. Zwei Stunden schlenderten wir durch die Anlage. Bis auf einen Wächter waren wir alleine. Das brachte uns eine Privatführung hinter die Abschrankungen ein und wir durften so ganz offiziell auch das Innere des grossen Rundgebäudes bestaunen


Hoch hinauf und tief hinunter

Wir wollten weiter in die höchsten Berge Perus vordringen. Zwar sind es bis ins Herz der schneebedeckten Gipfel nur noch ein paar Hundert Kilometer, aber das bedeutet in Peru, schmale Bergstrassen, oft nicht geteert. Bis auf weit über 4000m hoch und dann wieder hinunter bis auf 2000 m. Am nächsten Tag durch den 50 km langen Canyon des Rio Tablachaca. Schliesslich noch durch den spektakulären „Canyon de Pato“ bis nach Caraz. Viel mehr als 30 km/h erreicht man auf diesen Strecken kaum. Aber man geniesst herrliche Aussichten und Tiefblicke, zumindest der Beifahrer, dem Fahrer wird höchste Konzentration abverlangt.

Video von der Durchquerung des "Canyon de Pato"


Cordillera Blanca

Die Gegend um Huaraz wird gerne auch als „Suiza Peruana“, die peruanische Schweiz benannt. Unterdessen verstehen wir auch warum. Wenn das Wetter klar ist, sieht man rundum die vergletscherten Schneeberge aufragen. Diese sind zwar gut 2000 m höher als die Gipfel in den Schweizer Alpen. Auch ganz anders ist die Vegetation. Auf 3500 müM wird hier noch Landwirtschaft betrieben und die Baumgrenze ist weit über 4000 müM.

Von Caraz aus machten wir einen Tagesausflug hoch zur „Laguna Paron“. Das bedeutet erst mal 2000 Höhenmeter auf einer schmalen, steinigen Piste den Berg hoch zuckeln. Gut 1 ½ h benötigt man für die 32 Km. Unmittelbar am Bergsee kann man das Auto abstellen. Die Wanderungen dem See entlang sind einfach, da es keine Höhenunterschiede zu überwinden gilt. Anders der Pfad hoch zu einem Aussichtspunkt. Es sind zwar nur gut 100 Höhenmeter aber eben, man startet auf 4200 müM. Belohnt wird man mit herrlichen Aussichten, auch wenn das Wetter noch strahlend blauen Himmel bot. Ganz erstaunlich ist die vielfältige Vegetation auf dieser Höhe. Selbst Kakteen und Orchideen blühen in diesem Klima. Auch Bäume wachsen bis hoch zur Laguna, ganz speziell schöne sogar. 

Für die Weiterfahrt von Caraz fuhren wir von Yungay über einen 4700 m hohen Pass nach Yanama. Durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet steigt die Piste hoch bis zur Grenze des Nationalparks Huascaran. Dort zahlt man pro Person 10 Soles (3 CHF). Bald darauf erreicht man die beiden Lagunas Llanganuco. Das Wetter machte uns zunehmend einen Strich durch die Rechnung. Anfangs waren die Schneeberge wenigstens Ansatzweise noch sichtbar. Dann aber machte es zu und bald regnete es in Strömen. In unzähligen Spitzkehren windet sich die Piste immer höher. Etwa 3 km vor dem Pass steckten mehrere Fahrzeuge in der hier aufgeweichten Piste fest. Nichts ging mehr. Ein Lastwagen versuchte es musste aber immer wieder freigeschaufelt werden, alle paar Meter blieb er stecken. Schliesslich liess er uns passieren und wir konnten unbehindert weiterfahren. Hier waren wir einmal mehr froh in einem 4x4 unterwegs zu sein. Auf der Passhöhe, mit 4720 m der höchste Punkt unserer bisherigen Reise,  steckten wir im Nebel und erst als wir einige Hundert Höhenmeter talwärts gefahren waren kamen wir wieder unter die Wolkendecke.

Bis auf 2300 müM ging es hinunter bevor wir in einem anderen Tal wieder bergwärts fuhren. In der Ferne sah man tiefliegende Wolken abregnen und es dauerte auch nicht lange da begann es zu regnen. Zum Glück ist die Strasse nach San Luis dann geteert so dass die Fahrerei nicht noch zusätzlich erschwert wurde. An einem Fluss fanden wir bei noch immer strömendem Regen einen Übernachtungsplatz. Die Temperatur war auf 7°C gesunken und wir machten uns ernsthaft Gedanken ob es nicht in höheren Lagen schneien würde.

Am Morgen war es noch immer bewölkt aber die Sonne zeigte sich zaghaft. Beim Hochfahren zum „Punta Olimpico“ kam uns bald einmal ein Lastwagen entgegen, die Strasse schien also befahrbar zu sein. Tatsächlich klarte das Wetter zunehmend auf und als wir aus dem Scheiteltunnel herauskamen war der Himmel weitgehend wolkenfrei. Wir genossen eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge, allesamt über 6000 m hoch. Auch die Scheitelhöhe des Passes liegt immerhin auf 4680 müM.

Danach ging es hinunter in Tal. Die Temperatur stieg von tiefen 3°C zunehmend auf 25°C an. Noch vor dem Mittag erreichten wir dank der hervorragenden Strasse Huaraz, unser Tagesziel.


Der Gletscher Pastoruri im Huascaran Nationalpark

Am Morgen erfreuten wir uns eines stahlblauen Himmels, genau das richtige Wetter um die landschaftlich schöne Gegend in der südlichen Cordillera Blanca zu erkunden. Erst mal folgt die Teerstrasse dem Tal weiter bergan. Dann aber biegt man auf eine Piste ab und fährt durch eine karge Landschaft ähnlich wie die Mongolei sie bietet. Nach ein paar Kilometern sahen wir die ersten der mächtigen „Puya Raimondi“. Diese Pflanze ist ähnlich wie eine Agave wächst aber bis 15 m hoch und gehört zu der Familie der Bromelien, wie übrigens auch die Ananas. Wenn sie einmal geblüht hat, das kann auch mal bis 100 Jahre dauern, stirbt sie. Zur Zeit unseres Besuchs sahen wir leider keine der Pflanzen blühen, aber viele waren verblüht und standen aber noch.

Die Landschaft wurde danach zunehmend bergiger, mit einigen schneebedeckten Gipfeln. Immer höher stieg die Piste nd auf dem Parkplatz beim Pastoruri Gletscher Wanderweg erreichten wir schliesslich über 4800 müM. Von hier geht es nur noch zu Fuss weiter. Bis über 5000 m schlichen wir dem Weg entlang, übrigens Höhenrekord für Myrta. Die gewaltige Aussicht auf den rasch zurück weichenden Gletscher entschädigte für den Aufstieg. Eigentlich ist die Wanderung nur 5 km lang mit 180 m Anstieg, aber in dieser Höhe spürt man jeden Schritt doppelt auch wenn wir unterdessen doch recht gut akklimatisiert waren.

Der weitere Pistenverlauf durch den Park war kaum mehr befahren, die meisten Besucher kommen von Huaraz. Bei 4880 müM brach auch unser Auto seinen Höhenrekord. Nun ging es nicht mehr ganz so flott voran, aber die Aussichten in die Cordillera Blanca und im Süden auf die Cordillera Huayhuash waren sehr eindrücklich. Diese Strecke war landschaftlich ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. Nach gut 50 km Rüttelpiste trafen wir auf die geteerte Hauptstrasse und Ueli konnte etwas entspannen und die Landschaft geniessen.


Die Ruinen von Huanuco Pampa

Von La Union führt eine Piste ein paar Kilometer hoch auf eine grosse Hochebene. Mitten in diesem Weideland befindet sich eine weitere, grosse Inkaruine. Auf mehr als einem Quadratkilometer Fläche findet man eine Vielzahl von Gebäuderesten. Noch ist nur ein kleiner Teil restauriert, aber man kann sich bereits gut vorstellen wie gewaltig diese Anlage mal gewesen sein muss. Das „Castillo“, eine riesige Plattform für Zeremonien ist bereits weitgehend restauriert. Auch einige imposante Eingangstore sind erhalten. Die Anlage wurde oft von Inkaführern mit ihrem Gefolge besucht und darum hatte es entsprechende, grosszügige Unterkünfte und Badeanlagen, welche noch heute zu sehen sind. Wir übernachteten auch gleich in dieser Landschaft. Die weidenden Tiere wurden von ihren Besitzern vor Eindunkeln in den Stall geholt so dass wir mit Ausnahme von einem freundlicheln Hund bald einmal alleine dastanden. Es wurde auf Grund der Höhe schnall kalt nach Sonnenuntergang.


Der „Bosque de Piedras“

Ein langer Fahrtag brachte uns an den „Bosque de Piedras“, den Steinwald. Hier übernachteten wir erst mal weil für die Wanderung war es bereits etwas spät. Als Nachbarn hatten wir eine Lamaherde. Denen machte weder die Kälte der Nacht noch die Höhe was aus. Wir hatten auf 4124 müM nicht so gut geschlafen. Am Morgen zog kurz nach Sonnenaufgang ein Nebel auf der der Landschaft einen mystischen Anstrich verpasste. In etwa zwei Stunden erkundeten wir die eindrückliche Landschaft mit ihren vielen Felsformationen und Steinsäulen. Wir versuchten die verschiedenen Fabelwesen zu identifizieren. Wir waren auch überrascht wie viele Vögel in dieser Höhe noch heimisch sind.


Durch die „Reserva Nor Yauyos – Cochas“

Zügig kamen wir für einmal vorwärts, denn die Hochebene um die „Laguna Chinchaycoche“, sie liegt auf über 4000 m hoch, ist fast nur eben und dehnt sich auf fast 200 km Länge aus. Selbst die vielen Lastwagen waren kein Problem, sie liessen sich gut überholen. An dieser Strecke sahen wir dann auch viele Vicunas, die kleinen, wilden Geschwister der Lamas. Nachdem wir in La Oroya unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt hatten, bogen wir bald mal auf eine Piste ab welche uns in ein riesiges Naturschutzgebiet führte. Erst führte die Strecke einem Flusstal entlang bis nach „Cochas“. Das GPS führte uns über eine Brücke auf welcher die Strasse mit einem Drahtverhau gesperrt war. Eine Nachfrage bei den Bewohnern klärte, dass dieser nur dazu diene das Vieh zusammenzuhalten. Also öffneten wir um durchzufahren. Nun ging es einmal mehr hoch hinauf und kulminierte bei einem Pass auf 4625 m. Die Strecke war offensichtlich kaum befahren aber recht gut beieinander mal abgesehen von ein paar Auswaschungen in den steilen Abschnitten. Auf der ganzen Strecke kam uns ein LKW entgegen. Bei Vilca trafen wir auf die Hauptpiste welche das Haupttal erschliesst. Die Landschaft wurde noch einmal spektakulär. Der Fluss ist kristallklar und fällt immer wieder über natürliche Stufen hinunter. Grosse Seen stauen sich ein. Die Piste verläuft meist hoch über dem Tal und bietet grandiose Tiefblicke. In Huancaya und Vitis wurde es sogar für unser Auto etwas eng, so schmal sind die mit Kopfsteinen gepflasterten Gassen. Auch dies war eine wunderschöne Etappe unserer Reise, die Landschaften Perus können begeistern.


Nach Langem wieder mal an der Küste, im Nationalpark Paracas

Von 3200 müM fuhren wir in 3 h auf Meereshöhe hinunter. Ein herrliches Tal mir vielen Obstplantagen ging in trockene Wüste über. Der strahlend blaue Himmel machte dem typischen Küstennebel Platz. Am nördlichen Ende des „Paracas“ Nationalparks übernachteten wir am Meer und lernten wieder einmal ein Paar aus der Schweiz kennen, die wie wir mit einem Landcruiser mit Azalai Kabine unterwegs sind. Die anderen Nachbarn waren aus Deutschland und mit einem Landrover unterwegs.

Anderntags mussten wir uns bis gegen zehn Uhr gedulden bis der Nebel sich lichtete. Wir fuhren über die Halbinsel hinweg um uns die Südküste anzusehen. Von hoch oben hatten wir die Aussicht auf den kleinen Fischerort „Lagunillas“. Ein wenig weiter gelangt man an den schönen „Playa Minas“. Viele Vögel kann man an den steilen Klippen beobachten. Um zum „Mirador Lobos“ zu gelangen bracht man ein gutes Auge um die „Piste“ überhaupt zu entdecken. Einmal dort riecht man die Seelöwen bevor man sie von oben ausmachen kann. Tölpel, verschiedene Möwen und andere Seevögel nisten in den Felsen darüber. Sogar Pinguine konnten wir entdecken.

Gemäss GPS Karte führt eine Piste der Küste entlang nach Süden, der ganzen Länge des Nationalparks entlang. Anfangs war diese gut und breit, wurde dann aber auf Fahrspuren reduziert. Wir konnten uns aber immer gut orientierten und kamen gut voran. Dann auf einmal passte gar nichts mehr. Immer wieder „verschwand“ die Piste und nur noch einzelne Spuren, vermutlich von Quads, gaben uns Hinweise. Die Landschaft war einmal mehr gigantisch. Einsame Strände, hohe Klippen und Felsformationen in der farbigen Wüste wechselten sich ab. Mit viel Gespür und querfeldeinfahren trafen wir schliesslich wieder auf eine markierte Piste. Eine gemachte Strasse war es aber nicht. Erst als wir von der Küste ins Landesinnere abbogen wurde es eine richtige Strasse. Diese war aber brutal „wellblechig2 und steinig, so dass einem unser Auto leidtun konnte.

Nach mehr als einer Stunde Rumpelpiste erreichten wir schliesslich Ica durch den Hintereingang. Dieser ist allerdings alles andere als schön. Von der Müllhalde verteilt sich alles das fliegt in die um liegende Wüste. Kurz vor dem Stadtzentrum fuhren wir dann durch Quartiere mit einfachsten Hütten und noch mehr Müll.

 An der stadtnahen Laguna Huacachina kamen wir in einem Campingplatz unter. Da wieder einmal Wochenende war, hatten die Dünenbuggies viel Kundschaft. Im Minutentakt donnerten die V8 Motoren am unserem Camp vorbei um den Insassen einen Kick in den umliegenden Dünen zu verpassen. Wir zogen es vor zu Fuss etwas hochzulaufen um die Aussicht auf die Lagune zu geniessen. Die Oase ist recht hübsch aber halt auch sehr touristisch. Souvenirstände, Hotels und Restaurants reihen sich entlang des Ufers. Abends allerdings, verschwinden die meisten Besucher wieder und die Buggies stellten den Betrieb ein, so dass es angenehm friedlich wird.


Die Nasca und andere Linien

Im Hinterland der Küste liegen die weltberühmten Nasca Linien. Die riesengrossen Bodengravuren lassen sich am besten aus der Luft erkennen. Der Ruf dieser Flugtouren bezüglich Sicherheit und wie geflogen wird ist alles andere als gut. So verzichteten wir auf einen Flug, der zudem über 100 CHF pro Person kostet. In der Nähe des Ortes Palpa gibt es bereits einige Beispiele. Einerseits kann man von einem Hügel eine Sonnenuhr sehen und zum anderen schöne Gravuren welche in einen Hang eingearbeitet worden sind. Diese Bilder sind auf die Kultur der Paracas zurückzuführen welche 200-500 vChr aktiv waren, also fast 1000 Jahre vor den Nasca. Ein paar Kilometer weiter sind dann die Nasca Linien zu bewundern. Von einem Turm aus kann man drei der schönsten, wenn auch nichgt die grössten Gravuren sehen. Prmär bestehen die Bilder aus unzähligen geraden Linien einige sind kilometerlang. Die Bedeutung der ganzen Linien ist im Gegensatz zu den Bildern der Paracas weitgehend im Dunkeln.


Die Gräber von Chauchilla

Mitten in der Wüste, etwa 20 km südlich der Stadt Nasca wurden Grabanagen der Nasca Kultur entdeckt. In unzähligen Grabkammern wurden die mumifizierten Überreste der Verstorbenen samt Grabbeilagen entdeckt. Unterdessen sind ein Dutzend davon freigelegt, restauriert und dem Publikum zugänglich gemacht worden. Es ist schon etwas beklemmend diese ausgetrockneten und in Tücher gewickelten Leichen zu sehen. Zum Teil einzeln meist aber zwei bis drei Personen sitzen in einer der Grabkammern. Erstaunlich dass die Körper so gut erhalten sind, aber das trockene Wüstenklima verhindert die Verwesung. Selbst nun da sie ausgegraben worden sind sie nur von einem schilfbedeckten Dach geschützt offensichtlich muss man nicht befürchten dass die Mumien Schaden nehmen könnten.


Cuzco

Wir brauchten zwei lange Fahrtage um von der Küste ins 3500 m hoch gelegene Cuzco zu gelangen. Die ehemalige Hauptstadt der Inka Kultur ist der Touristenmagnet Perus. Entsprechend trafen wir hier in der Altstadt das erste Mal in Peru auf eine Menge Touristen. Auch im über der Altstadt gelegenen Campingplatz hatten sich mehrere Overlander einquartiert. Hinunter ins historische Zentrum ging es recht einfach, hoch nahmen war dann aber doch lieber ein Taxi.

Rund um der „Plaza de Armas“ ist eine kleine Fussgängerzone eingerichtet ansonsten herrscht ein Verkehrschaos in der Stadt. Das mussten wir auch bei der Anfahrt erleben, denn das Navi hatte uns mitten durchs Zentrum mit seinen schmalen Kopfsteinstrassen geschickt.

Der Rundgang durch den Kern der Stadt ist abwechslungsreich und ganze Strassenzüge sind hervorragend erhalten. Viele der alten Gebäude stehen auf einem Fundament von Mauern der Inkazeit. Gerne besuchten wir auch hier den Markt. Wir geniessen es immer wieder die vielen zum Teil auch etwas ungewöhnliche wenn nicht exotische Lebensmittel zu finden. Hier zum Beispiel fanden wir eine Art Schwartenmagen. Die Würste waren gigantische gross, sicher über einen Meter lang und 15 cm im Durchmesser. Wir nahmen dann auch das Mittagessen bei einem der vielen Essenstände ein. Für nur gerade 5 Soles (etwa 1.5 CHF) bekommt man eine währschafte Suppe und ein Tellergericht mit Fleisch, Reis und Pommes Frites.

Anderntags besuchten wir die Ruinen von Sacsayhuaman, welche nur gerade 5 Minuten zu Fuss vom Campingplatz liegen. Hoch über der Stadt thront diese gewaltige, vermutliche Wehranlage. Schöne Beispiele der typischen, fugenlosen Mauerwerke gibt es zu bestaunen. Die Aussicht auf die Altstadt hinunter es ebenso eindrücklich. Die Anlage ist eine der grössten aus der Inkazeit.


Valle Sagrado de los Inkas

Nach Cuzco wollten wir das heilige Tal der Inkas besuchen. Diese Gegend war zu Zeiten der Inkas eines der wichtigsten Landwirtschaftsgebiete des Königreichs. Entsprechend sind auch heute noch viele Spuren und Ruinen der Inkakultur vorhanden. Um die verschiedenen Inkaruinen zu besuchen, lohnt es sich das 10 Tage gültige Touristenticket zu kaufen. Das kostet zwar stolze 130 Soles (45 CHF) pro Person aber die Einzeleintritte sind mit 70 Soles noch viel teurer. Nebst vielen Sehenswürdigkeiten im Valle Sagrado sind auch die meisten in Cuzco enthalten.

Unser erster Halt galt den Ruinen von Moray. Dabei handelt es sich um trichterförmige Terrassenfelder welche aufwändig in natürliche Mulden eingearbeitet sind. Diese spezielle Anordnung führt zu einer cleveren Erzeugung eines Mikroklimas welches den Ertrag erhöht hatte. Insgesamt drei der Trichter sind sorgsam restauriert worden und sind von oben betrachtet sehr eindrucksvoll. Schade dass man die Terrassen nicht auch nicht mit traditionellen Produkten bepflanzt.

Nicht weit davon kann man alte Salzsalinen besuchen. Aus einer salzhaltigen Quelle werden gegen 4000 kleine Teiche gespiesen. In der starken Sonneneinstrahlung verdunstet das Salzwasser und konzentriert sich soweit auf bis das Salz geerntet werden kann. Die Nutzung geht auch auf  die Inkas zurück ist also Hunderte von Jahren in Betrieb. In einem engen Tal schmiegen sich die Becken aneinander. Vor allem von oben ein eindrückliches Bild. Schneeweiss bis Braun sind die Becken, je nach Stadium der Produktion. Auf dem Buckel wird das gewonnene Salz schliesslich abtransportiert.

In Ollaytaytambo kann man eine grosse Inkaanlage besichtigen. Nebst vielen Gebäuderesten kann man auch hier grossartige Terrassenbauten sehen. Die Ernteerträge wurden schliesslich in speziellen Gebäuden gelagert. Im Talgrund ist nach wie vor ein aufwändiges Bewässerungs- und Wasserverteilungssysten zu bewundern.

Da in der ganzen Region um Cuzco bei allen Sehenswürdigkeiten auch ausserhalb der Hauptsaison ein enormer Touristenandrang herrscht, versuchten wir dem Trubel so gut es ging auszuweichen. Deshalb fuhren wir noch am selben Tag talaufwärts und übernachteten unweit der Ruinen von Pisac bei der „Hospedaje Kausay Punku“. Diese einfache Herberge bietet auch für 2,3 kleine Camper Platz. Die liebevoll gestaltete, einfache Anlage verwendet viele traditionelle Bautechniken welche aber fantasievoll mit modernen Ideen kombiniert wurde. So sind in die Adobewände PET Flaschen eingebaut welche so eine spezielle Beleuchtung ergeben. Auch will der Besitzer Arcadio alte Maissorten und Heilpflanzen anbauen und so zusätzlich versuchen die alten Traditionen zu erhalten.

Am Morgen, bevor die ersten Touristengruppen aus Cuzco eintreffen konnten, waren wir bei der Pisac Ruine oben und genossen die imposante Anlage quasi alleine und das bei strahlendem Wetter. Ein grosser Teil der gewaltigen Anlage war zur Zeit unseres Besuchs gesperrt, aber auch der kleine obere Teil war mehr als eindrücklich.

Und wo ist der Bericht vom berühmten Macchu Picchu?? Nun, nach langem Überlegen haben wir uns entschlossen, auf diese Sehenswürdigkeit zu verzichten. Wieso denn das? Nun, primär weil uns die ganze Geschichte zu aufwändig/stressig, zu teuer und vor allem zu überlaufen erschien. Nachdem wir so viele interessante Zeugen der alten peruanischen Kulturen besucht hatten fanden wir, dass uns Macchu Picchu nicht viel Neues hätte bieten können ausser natürlich den „Been there, seen that“ Effekt.


Cerro Colorado, der Regenbogenberg

Nach dem Besuch der Pisac Ruinen fuhren wir Richtung Regenbogenberg, die Inkas nennen diesen Vicunca. Er liegt etwa drei Fahrstunden südwestlich von Cuzco. Wir hatten in der iOverlander App gesehen, dass es gar nicht so vorteilhaft ist ganz früh dort zu sein, denn dann müsste man auf über 4000 müM übernachten und in aller Herrgottsfrühe loslaufen um die vielen Tourgruppen zu vermeiden.

Wir hingegen trafen gegen Mittag ein. Viel später sollte man aber nicht eintreffen, sonst kommen einem all die Tourbusse auf der schmalen Bergstrasse entgegen. Sie verlassen der Parkplatz zwischen 12:30 und 13:00 Uhr. Es gibt übrigens seit Juli 2017 einen neuen Parkplatz und Startpunkt zum Rainbow Mountain. Das erspart einem etwa 2 km Weg und 200 Höhenmeter, in dieser Höhe eine Erleichterung die man gerne annimmt. Als wir uns aufmachten den Berg zu erklimmen, kamen uns anfangs wirklich Hunderte von Besuchern entgegen. Nach der ersten grossen Steigung wurden es bald wenigen und im zweiten Teil des ca. 2 h Aufstiegs waren wir tatsächlich alleine unterwegs. Myrta machte die Höhe trotz recht guter Akklimatisierung zu schaffen und so nahmen wir das Angebot gerne an und liessen uns etwa 2 km auf dem Pferderücken tragen. Gut, das letzte Stück muss man dann eh wieder selber gehen. Auf über 5000 müM erreicht man einen Sattel und geht man noch ein kleines Stück rechts hoch, geniesst man die herrliche Aussicht auf den Regenbogenberg, ein Bergkamm welcher tatsächlich in allen Farben geschichtet ist. Aber auch die ganze restliche Umgebung ist gigantisch. Wir hatten das Glück auch den 6800 m hohen Berg im Norden fast ohne Wolken zu sehen. Auch der Vincuna zeigte sich immer wieder im Sonnenschein, so dass die Farben erst richtig zum Leuchten kamen.

Der Abstieg war dann einfach. Nur noch vier Besucher kamen uns entgegen, ansonsten war der Wanderweg verlassen, wie übrigens auch der Parkplatz als wir wieder beim Auto ankamen. Nun hatten wir auch noch genügend Zeit um wieder in tiefere Lagen zu fahren. Auf 3500 müM am Ufer eines Flusses konnten wir gut schlafen auch wenn es nachts einiges kühler war als auch schon.


Canyon de Colca

Durch die Berge, zu einem guten Teil auf Pisten, gelangten wir an den Canyon de Colca. Nebst seiner landschaftlichen Schönheit ist er vor allem dafür bekannt, dass man dort mit guter Chance Anden Kondore aus nächster Nähe zu sehen bekommt. Aufgrund der vielen Pisten und Bergstrassen wurde es ein langer Fahrtag. Noch bevor der Canyon richtig tief  wurde machten wir noch einen Abstecher hoch hinauf in den südlichen Abhang des Gebirges. Dort kann man ein geothermal aktives Gebiet aus nächster Nähe besichtigen. In einem engen Bachbett entspringen mehrere superheisse Quellen. Im Bach selber sprudelt das kochend heisse Wasser hoch auf und am Ufer kann man eine kleine Kuhle graben und das heisse Wasser läuft zusammen. Einige einheimische Besucher hatten Eier mitgebracht welche sie nun unter grossen Staunen in ein paar Minuten in den Pfützen  sieden konnten.

Schliesslich erreichten wir aber unser geplantes Camp schon vor vier Uhr. Schon am Nachmittag sahen wir von unserem Camp aus den ersten Kondor. Auch die nahe Umgebung unseres Übernachtungsplatzes war ein kleiner Spaziergang wert. Überall hatte es blühende Kakteen und Büsche und auch die Landschaft.

Am nächsten Morgen konnten wir gemütlich aufstehen denn wir waren nur einen Kilometer vom „Cruz de los Condores“ entfernt, dort würden die riesigen Geiervögel bei der ersten Thermik aufsteigen. Kurz nach acht Uhr waren wir dort, aber nicht die Einzigen. Schon zu dieser Zeit hatte es mehrere Tourbusse die ihre menschliche Fracht ausgespuckt hatten. Immer mehr kamen dazu. Es hatte am Ende sicher gegen drei Hundert Besucher welche die Kondore und die herrliche Landschaft erleben wollten. Insgesamt sahen wir sicher ein gutes Dutzend der ansonsten seltenen Vögel. Zum Teil segelten die Vögel unter uns den Felsen entlang aber mit zunehmender Thermik schraubten sie sich immer höher und verschwanden schliesslich aus dem Gesichtsfeld. Nach einer guten Stunde des Beobachtens machten wir uns auf den Weg nach Arequipa. Wir wählten aber nicht die kürzeste Strecke wie die Tourbusse sondern fuhren dem Canyon entlang weiter nach Westen. Bald aber drehte die Strasse nach Süden in die Berge. Bis nach Huambo war die Strasse neu geteert aber dann wurde die Piste zunehmend rumpliger und wellblechig. Die Aussichten auf die umliegende Gebirgslandschaft und auf den aktiven Vulkan  entschädigten für das Gerüttel und Geschüttel. Mitten in den Bergen, hielt uns ein peruanischer Motorradfahrer an und bat um Hilfe. Er hatte einen Platten erlitten aber weder Pumpe noch gescheites Werkzeug dabei. Wir konnten ihm aber aushelfen und einen Ersatzschlauch hatte er dabei.

Schliesslich trafen wir auf die Panamericana und damit auf hektischen und dichten Verkehr. Die Hundert Kilometer nach Arequipa waren aber in knapp 1 ½ h bewältigt.  


Arequipa

Den Morgen verbrachten wir mit Unterhaltsarbeiten: Wäsche in die Wäscherei bringen, Gasflasche auffüllen, Autowaschen, Räder tauschen, usw. Am Nachmittag besuchten wir aber das Stadtzentrum. Arequipa ist eine der wenigen Städte Perus mit einer schönen, gut erhaltenen Innenstadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist aber die Klosteranlage von Santa Catalina. Die riesige Anlage wurde geschmackvoll restauriert und der grösste Teil ist Besuchern zugänglich. Nur noch ein kleiner und abgetrennter Teil wir von ein paar wenigen Dominikaner Nonnen bewohnt.

Anschliessend schlenderten wir durch die Altstadt, vorbei am geschäftigen „Plaza de Armas“.

Auf dem Rückweg zum Camping konnten wir die Wäsche sauber gewaschen und zusammengefaltet abholen, ein kurzer Ausflug zum nahen Supermarkt um unser Lebensmittelvorräte zu ergänzen beschloss den Arbeitsreichen Tag.


Die Grabtürme von Sillustani

Wir besuchten diese Ruinen auf dem Weg zum Lago Titicaca. Speziell an diesen ist, dass die vor den Inkas existierende Colla Kultur ihre Toten in einfachen Steintürmen beerdigt hatten. Als sie dann von den Inkas unterdrückt worden sind, wurde diese Art der Bestattung übernommen, nur dass die Türme in bekannter Inkamanier mit grossen Steinblöcken fugenlos gebaut wurden.

Auf einem Hügel gelegen mit der Laguna Umayo im Hintergrund ist es eine eindrückliche Anlage welche nur von wenigen Leuten besucht wird.

Uns sind auch die speziellen Bauernhöfe in der nahen Umgebung aufgefallen. Wie kleine Burgen sind sie aufgebaut mit mehreren Einzelgebäuden, Törchen und Türmchen. Als Glücksbringer sind auf den Dächern oder Eingängen witzige Stierfiguren angebracht.


Lago Titicaca

Der riesige See liegt auf 3800 müM. Er gilt somit auch als der höchste See der Welt mit Schiffsverkehr. Zwar ist der Linienverkehr von Puno nach Bolivien längst eingestellt worden, aber noch gibt es den Bootsverkehr der heute aber vor allem dem Tourismus dient. Puno ist der Ausgangspunkt um die schwimmenden Inseln der Uros, den traditionall Ansässigen der Region zu besuchen.

Wir hatten uns in einem Camping ausserhalb der Stadt einquartiert und fuhren mit einem Sammeltaxi zum Hafen zurück. Dort lösten wir ein Ticket um mit einem Boot zu den Inseln hinauszufahren. Das Boot legte aber erst ab, als mindestens zehn Passagiere gefunden waren. Bald fuhren wir in den schmalen Kanal durch den vorgelagerten Schilfgürtel ein. An dessen Ende erblickt man Hunderte von kleinen Häuschen, meist auch aus Schilf gebaut. Für je eine kleine Gruppe Bewohner wurde eine schwimmende Insel geschaffen. Jetzt, ausserhalb der Regenzeit ist das Seeniveau allerdings so tief, dass die Inseln aufsitzen. Unser Boot legte bei einer der Familieninseln an und wir wurden von Clanchef willkommen geheissen. Das Ganze ist so organisiert, dass jede Insel ungefähr einmal pro Woche Besucher bekommt. So wird das Geschäft und die damit verbundenen Einnahmen gerecht unter allen verteilt.

Der Boden der Insel ist wie mit Stroh bedeckt, aber es ist eben feines Schilf. Dadurch ist es sehr weich und angenehm darauf zu gehen. Es wurde allerdings auch erklärt, dass viele Bewohner an Rheuma leiden, da eben das Schilf nicht immer so trocken ist. Es wurde erklärt wie die Schilfinseln gebaut und dann immer wieder erneuert werden müssen. Alles wird aus diesem Schilf hergestellt und es dient zudem als Brennstoff vor die einfachen Herde. Feuer stellt dann auch ein stetes Risiko dar, denn wenn es trocken ist genügt ein Funke um alles in Brand zu stecken. Bald wurden wir in eines der Häuser geführt um einen Augenschein nehmen zu können. Allerdings ging es weniger darum uns zu zeigen wie sich das Leben so abspielt, vielmehr nutzte man die Gelegenheit uns die Handarbeiten zu verkaufen. Mit einem der Schilfboote gelangten wir hinüber auf die nahegelegene Hauptinsel. Auf dieser ist nebst Kirche und Schule vor allem auch die Infrastruktur um die Besucher zu verköstigen und noch einmal Gelegenheit zu haben, Souvenirs zu kaufen. Forellen sind die Spezialität rund um den Titicaca See und überall werden sie in Netzen die im Wasser schwimmen lebendig im Seewasser „gelagert“.

Nach einer Weile holte uns das Motorboot wieder ab und brachte uns zum Hafen von Puno zurück

Anderntags fuhren wir dem See entlang Richtung bolivianische Grenze. Erst jetzt konnten wir die gigantischen Ausmasse des Gewässers erfassen. In Copacobana, ein touristischer Ort bereits in Bolivien, bleiben wir noch zwei Tage in einem Campingplatz welcher direkt am See gelegen ist. Mit Baden ist es allerdings nicht weit her, denn die Durchschnittstemperatur des Sees liegt bei bescheidenen 9°C. Schöne Sonnenuntergänge über dem See sind hier offensichtlich häufig, denn an jedem der beiden Abende genossen wir die Stimmung.



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Kommentare: 4
  • #1

    Cornelia und Jean-François Christinet (Montag, 02 Oktober 2017 21:55)

    Super Euer Blog. Sind in Carraz seit 2 Tagen und fahren Richtung Cajamarca den gleichen Weg wie Ihr. Euer Blog hilft für infos. Merci beaucoup� Schöne Weiterreise.
    Infos: man kann die Autos nicht mehr in Uruguay stehen lassen. Im Nuova Helvetia, wo 18 Auzos standen, hat die Aduana alle konfisziert. Die Besitzer der Autos kämpfen mit Advokaten, die Autos zurückzubekommen! Man darf das Land nicht ohne Auto verlassen!!! Obwohl dies seit 10 Jahre dauert und dies nirgends steht!
    Falls Ihr naechstes Jahr wieder nach Hause wollt, erkundigt Euch gut. Es scheint offiziell in allen Ländern, aber alle machen es trotzdem!
    Herzliche Grüsse
    Cornelia u. JF

  • #2

    Steven McRoomli (Donnerstag, 12 Oktober 2017 11:34)

    Super Eure Reiseinfos + Fotos (vielen Dank!). Bin gespannt auf die gebundene Ausführung mit ISBN-Nummer!
    Bin gerade aus Hamburg zurück. Der Sturm Xavier hat ein bisschen Wind (in grösserem Ausmass) mitgebracht, stündlich hat das Wetter geändert, aber dank den vielen Kaffeehäusern war das "Überleben" mehr als gesichert.
    Herzliche Grüsse aus der Region Flowtec
    Steven McRoomli

  • #3

    Singer Josef (Samstag, 17 März 2018 16:39)

    Super Euro Infos und Fotos - sind gerade in diese Richtung unterwegs. Eure Infos helfen uns gut weiter.
    Danke und weiterhin viel Spaß

  • #4

    Singer Josef (Samstag, 17 März 2018 16:43)

    zum 1. Eintrag - in Uruguay ist es schon noch möglich. Nach unseren Infos (aus Uruguay direkt) betraf es bestimmte Fahrzeuge, wobei sich angeblich der Platzbesitzer weigerte Dokumente der abgestellten Fahrzeuge herauszugeben und einige länger als ein Jahr standen. Zudem wurden in einem Fahrzeug Drogen gefunden.