Schottland und Shetland

In Schottland angekommen

Bevor wir die eigentliche Grenze zu Schottland erreichten, folgten wir noch ein Stück dem Hadrian Wall. Wir machten eine kurze Wanderung zum "Sycamore Gap", einen fotogenen Durchbruch im Hadrian Wall. Die Szene ist bekannt aus einem der neueren Robin Hood Flme und zieht entsprechend viele Leute an. Aber auch der Fernwanderweg entlang dem Hadrian Wall erfreut sich grosser Beliebtheit. So sieht man immer wieder einzelne oder gar ganze Gruppen von Wanderern mit schweren Rücksäcken unterwegs. Immer wieder waren Mauerresten und Fundamente von Forts und Wachtürmen zu sehen. Dann drehten wir nach Norden mit dem Tagesziel Edinburgh. An der Grenze zu Schottland, sie liegt auf einem Pass, ist eine Raststätte eingerichtet. Aus dem Augenwinkel bemerkten wir einen Schotten in Vollmontur und zudem war er dabei, seinen Dudelsack startklar zu machen. Wie gingen zu ihm hin und kamen mit ihm ins Gespräch. Amish, bekannt als der Borderpiper, kommt schon seit 23 Jahren fast täglich an die Grenze und heisst die Besucher in gut schottischer Tradition willkommen. Es ist ein echt witziger Geselle nur hatten wir anfangs noch etwas Mühe seinen Dialekt zu verstehen. Aus dem Kofferraum seines Autos bietet er die üblichen Souvenirs an und zudem typische schottische Süssigkeiten aus einer kleinen Manufaktur. Wir hatten ein Riesengaudi mit ihm und er trug sehr viel dazu bei das wir, wie auch die anderen Anwesenden sicher mit einem sehr positiven Eindruck nach Schottland einreisten.

 

Wir folgten der A68 und machten in Jedburgh einen kurzen halt um die prächtigen Ruinen einer Kathedrale zu besichtigen. Das Ortzentrum mit den grauen Gebäuden machte auf uns einen düsteren Eindruck und sowieso waren nur wenige alte Gebäude gut erhalten. Aber viele Häuser waren eingerüstet und wurden renoviert. Ein kleiner Abstecher führte und nach Kelso, berühmt für den grössten Marktplatz Grossbritanniens. Da dieser aber heutzutage als Parkplatz verwendet wird, leidet das Stadtbild natürlicher. Die Lage am Fluss Tweed ist aber hübsch und auch fotogen. Auch in dieser Stadt sind die Überreste einer Kirche geblieben. Unzählige Gotteshäuser liegen heute in Ruinen, eine der Eindrücklichsten ist jene von Melrose, welche nur etwas abseits unserer Route lag.

Im Camping, etwas ausserhalb von Edinburgh, trafen wir wieder auf Matthias und Hanni, welche uns einen Stellplatz gleich neben ihnen reserviert hatten. Bei unserer Ankunft waren sie schon in die Stadt gefahren und noch nicht wieder zurück. Wir wollten am nächsten Tag ins Zentrum fahren.

Edinburgh

Direkt am Campingplatz liegt eine Bushaltstelle und in eine guten halben Stunde erreichten wir das Zentrum. Das Wetter war etwas durchzogen, aber zum Glück regnete es nicht und die Sonne zeigte sich auch immer wieder kurz. Als erstes spazierten wir zur „Royal Mile“. An dieser Strasse liegen die meisten historischen Gebäude der Altstadt und am Ende der Strasse gelangt man zum „Edinburgh Castle“. Wie viele Schlösser und andere Sehenswürdigkeiten müssen die Tickets Online  vorgestellt werden. Ein kurzer Blick im Internet zeigte auf, dass wir in etwa eineinhalb Stunden noch Ticket buchen konnten. Aufgrund unserer Mitgliedschaft bei der „English Heritage“ war der Eintritt zwar kostenlos, aber ein Ticket mussten wir trotzdem buchen. Die Zeit überbrückten wir mit dem Besuch der „Princess Street Gardens“ und einem Mittagessen in einem der vielen traditionsreichen Pubs. Wir waren schliesslich zeitig zurück beim Schloss und konnten dieses besichtigen. Es hatte auffallend viele Besucher, vor allem auch ausländische Reisegruppen. Wir erlebten die 13 Uhr Kanone, mit welcher täglich um diese Zeit geschossen wird. Hunderte von Besuchern hatten sich eingefunden um dem Spektakel beizuwohnen. Eine Räume des riesigen Gebäudekomplexes sind stilgerecht eingerichtet und zeigen eindrücklich wie anno dazumal hier gelebt wurde. Zum Abschluss unserer Stadtbesichtigung fuhren wir mit dem Bus zum botanischen Garten und spazierten durch die wunderschöne Anlage. Noch waren nicht viele Pflanzen am Blühen aber für die Rhododendren und Azaleen war gerade die perfekte Saison. Wie üblich sind auch diese Gärten herrlich gestaltet und perfekt gepflegt. Nach einigen Kilometern zu Fuss liessen wir und wieder zum Campingplatz zurück chauffieren.

Nach Stirling

Auf dem Weg nach Stirling lohnt sich der Besuch von „The Kelpies“. Die mächtigen, fast 30 m hohen Pferdekopfskulpturen sollen die tausenden von Pferden ehren, welche in der Vergangenheit unzählige Kanalboote zuverlässig über tausende von Kilometer durch ganz Grossbritannien gezogen haben. Das Kanalnetz ist auch heute noch weitgehend erhalten, wenn auch die Bedeutung als Transportweg verloren gegangen ist. Unweit kann man dann auch noch die Schiffshebevorrichtung, das „Falkirk Wheel“ bestaunen. Das moderne Bauwerk kann Kanalschiffe wie ein Riesenrad 24 m vom einen zum anderen Kanal hochheben. Die beiden Tröge sind dabei so austariert, dass nur eine minimale Kraft benötigt wird, um die grosse Last zu heben.

 

Das „Stirling Castle“ ist ähnlich gebaut wie das in Edinburgh. Hier konnten wir aber auch ohne Reservation unsere Besichtigung starten. In vielen Teilen ist die Anlage und die Einrichtung vergleichbar, aber hier hat man kostümierte Darsteller in den Räumen platziert, welche den Besuchern die Geschichte und Bedeutung der einzelnen Säle näherbringen.

Auf dem Weg nach Inverness

Wir wollten noch ein paar Kilometer hinter uns bringen und wählten eine Nebenstrecke, welche uns durch eine landschaftlich abwechslungsreiche Gegend führte. Das Wetter war zwar etwas wechselhaft, aber wir genossen die Fahrt über kleine Nebenstrassen. Da es in der Gegend nicht allzu viele Übernachtungsmöglichkeiten zu geben schien, entschlossen wir uns zu einem Buschcamp an einem Stausee. War das Wetter erst noch einigermassen freundlich, begann es bald nach unserer Ankunft zu regnen und ein kräftiger Wind rüttelte an unserem Fahrzeug. So konnten wir das Camp nur im Auto drin geniessen.

Anderen Tags überquerten wir den Pass und folgten nach dem Abstieg dem Tal des Flusses Lyon. Kurz nach der Öffnung erreichten wir das Blair Castle. Eine Dudelsackpfeiferin empfing uns am Eingang und sorgte für „schottische Einstimmung“. Eine grosse Anzahl der zum Teil prachtvollen Räume sind möbiliert und können in einem Rundgang besichtigt werden. Auch die Gartenanlage unweit des Schlosses ist zugänglich, aber nicht ganz so eindrücklich wie andere.

 

Auf der weiteren Route zum Cairngorm Nationalpark kamen wir am Highland Folk Museum vorbei, ein von Freiwilligen aufgebauten und betriebenes Freiluftmuseum, welches einem die Lebensweise der Highlander der Vergangenheit etwas näher bringt. Noch ist viel Potenzial zum Ausbau und zur Restaurierung der wiederaufgebauten Gebäude aus der Region, aber man bekommt einen guten Eindruck der früheren Lebensart der Leute.

Cairngorm Nationalpark

In einem schönen Campingplatz am „Loch Morlich“ richteten wir uns ein und genossen das sonnige und warme Wetter. Bevor wir am Morgen weiterfuhren, unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zum „Lochan Ueine“, dem grünen See. Nachdem man das kleine Dorf Glenmore hinter sich gelassen hat, steigt man erst auf einer Waldstrasse auf und gelangt auf einem schönen Pfad zum kleinen Bergsee. Ein paarmal erhascht man auch einen Blick auf die höchsten Gipfel der Grampian Mountains, an welchen im Winter ein Skigebiet betrieben wird. Das Wetter machte zunehmend zu und kurz nachdem wir gepackt hatten und weitergefahren waren, begann es zu regnen. Der Himmel war grau verhangen und es nieselte immer wieder, zum Teil auch recht ergiebig. 

Die nordwestlichen Highlands

In Inverness füllten wir der Dieseltank und die Lebensmittelvorräte auf und fuhren weiter westwärts um in den „NC500“ einzufädeln. Die Route ist durchgehend gut signalisiert und führt einmal um Schottland herum. Der interessanteste und landschaftlich schönste Teil der Strecke führt der Westküste entlang. Je näher wir der Küste kamen, umso besser wurde das Wetter. Als wir schliesslich in Gairloch einen Campingplatz anfuhren, war es nur noch leicht bewölkt, aber recht windig. Da der Platz direkt neben einem Pub liegt, gingen wir nach dem Nachtessen hinüber um uns ein Bier zu genehmigen. Der Pub war gut besucht und wir setzten uns zu zwei Männern an einem Bartisch dazu. Der eine war ein brummiger, aber freundlicher Fischer aus dem Ort, der andere wie wir ein Reisender vom Campingplatz. Wir hatten eine angeregte Unterhaltung mit den Beiden, aber mussten uns schwer konzentrieren den schottischen Dialekt zu verstehen. Der Fischer verschwand irgendwann, ohne sich zu verabschieden, die Barfrau meinte dazu lachend, das mache er immer so, wenn er genug getrunken habe. Gorden, der andere Gast, bestand darauf, uns den umfassenden Reiseführer über die „NC500“ zu schenken. Er sei schon so oft in der Region unterwegs gewesen, er brauche das Buch eh nicht mehr.

Die Strassen wurden zunehmend schmaler und die kleinen Orte lagen immer weiter auseinander. Die Küstenlandschaft ist tatsächlich eindrücklich, aber halt vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Wir hatten Glück, auch wenn es immer wieder etwas regnerisch war. Uns war beim Kaffeekochen das Gas ausgegangen und da wir nur mit einer Flasche unterwegs waren, mussten wir Ersatz beschaffen. Mithilfe der Campingplatzmanagerin gelang es uns nur ein paar Kilometer weiter eine neue Flasche zu beschaffen, Glück gehabt in dieser dünnbesiedelten Gegend. 

An der Strecke liegt die "Corrieshalloch Gorge", eine gute Gelegenheit sich die Füsse zu vertreten. Ein schmaler, recht tiefer Canyon hat sich in die Landschaft gefressen und lässt nur an wenigen Stellen überhaupt den Blick auf den Bach frei. Eine interessante Vegetation mit spriessenden Farnen und vereinzelten Blumen sind ebenfalls erwähnenswert.   

Ullapool war dann auf der Tagesstrecke der einzig nennenswerte Ort. Vom Städtchen kann man mit einer Fähre auf die äusseren Hebriden gelangen. Uns zog es aber erstmal weiter nach Norden. Am "Loch Assynt" besichtigten wir die Ruinen des alten Schlosses, welches auf einer Ufernahen Insel steht. Allzu viel ist von dem bescheidenen Gebäude nicht mehr übrig, aber es ist ein nettes Fotosujet. Bei dem zunehmend sonnigen Wetter wollten wir einen kurzen Fahrtag machen und hatten ein Buschcamp oberhalb des Stoer Leuchtturm angepeilt. Wir fuhren die steile, steinige Rampe vom Parkplatz hoch und folgten der Piste etwa zwei Kilometer. Dort fanden wir einen schönen Platz umgeben vom einem Moor und einigen weidenden Kühen. Wir verbrachten den Rest des Tages dort und genossen die Einsamkeit, die Ruhe und die Aussicht in alle Richtungen.

In der Nacht stellte das Wetter um, und so richtig. Stürmischer Wind und zum Teil heftige Regenschauer machten unseren exponierten Platz ungemütlich. Nicht zuletzt deshalb waren wir früh unterwegs. Das Wetter beruhigte sich dann zu Glück bald und wir konnten die Fahrt durch die wilde Landschaft wieder geniessen.

Bei Durness, an der Nordwestküste gelegen, besuchten wir die „Smoo Cave“, eine riesige Höhle an der Steilküste. Ein Bach verschwindet oberhalb des Strands in einem Loch und bahnt sich den Weg durch die Höhle ans Meer. Man kann von ober beobachten wie der Bach in ein schwarzes Loch stürzt und wenn man von unten die Höhle betritt kann man sehen wohin er fällt. Auch die Küste im weiteren Verlauf ist sehr eindrucksvoll. Immer wieder öffnet sich der Blick auf schöne Buchten mit hellgelben Sandstränden. Beim „Loch Eriboll“, kein See, sondern ein weit ins landerinnere reichender Meeresarm, muss man weit von der Küste abweichen um diesen zu umfahren. Wieder einmal zog eine Schauerzelle vorbei und verschleierte den Blick auf den Meeresarm. Aber so schnell sie gekommen war, so schnell war sie auch wieder verschwunden. Nachdem wir einen weiteren Meeresarm über einen Damm gequert hatten folgt die Strasse durch das hügelige Landesinnere und man trifft erst kurz vor Thurso wieder auf die Küste. Da unsere Fähre auf die „Orkney Isles“ am nächsten Morgen recht früh ablegte, übernachteten wir im hafennahen Campingplatz.

Über die Orkney Inseln nach Shetland

Die Fähre legte pünktlich ab und erreichte die „Orkneys“ nach etwa 2h 30 in Stromness. Da unsere Weiterfahrt auf die „Shetland Isles“ erst am späten Abend weiterging, hatten wir den ganzen Tag um die Hauptinsel zu erkunden. Nachdem wir von Bord waren, fuhren wir zur ausgegrabenen, jungsteinzeitlichen Siedlung an der Westküste. Die Stätte gilt als der besterhalte Zeitzeuge der Epoche und ist etwa 2500 bis 3100 vor unserer Zeitrechnung entstanden. Ein Gebäude hat man nach bestem Wissen nachgebaut. Die verwinkelten Tunnel und die dunklen, kleinen Räume geben einem einen Eindruck wir die Leute damals gelebt haben müssen. Das Haus des Entdeckers der Anlage, das „Skaill House“, kann ebenfalls besichtigt werden. Die ganze Anlage wird unterdessen vom schottischen Äquivalent des „English Heritage“ betrieben und da wir dort Mitglied sind war der Eintritt einmal mehr kostenlos. Weiter nördlich liegt die Ruine des „Birsay Earl’s Palace“. Auch wenn nur noch Teil davon stehen kann man sich die ursprüngliche Grösse gut vorstellen. Ein weiterer Halt galt einem der vielen Steinkreise aus der keltischen Kulter, dem „Ring of Brodgar“. Dieser ist zwar nicht ganz so eindrücklich wie „Stonehenge“, aber auch nicht von so vielen Leuten besucht.             
Wir erreichten schliesslich Kirkwall, den Fährhafen, um auf die „Shetland Isles" zu gelangen. Wir parkten und schlenderten durch das Städtchen. Allzu viel gibt es nicht zu sehen, aber die Architektur der Kathedrale ist durchaus sehenswert. Das Nachtessen nahmen wir in einem chinesischen Restaurant ein und fuhren danach zum Hafen, um die Ankunft der Fähre aus Aberdeen abzuwarten. Kurz vor Mitternacht waren wir unterwegs und machten es uns, so gut es halt ging, in Schlafsesseln gemütlich, den die Kabinen waren alle bereits ausgebucht gewesen. 

Pünktlich erreichten wir Lerwick, die grösste und wichtigste Stadt auf Shetland. Wir suchten uns als Erstes ein Restaurant, um das Frühstück nachzuholen. Viel Auswahl hatten wir nicht, denn die meisten Cafes und Restaurants waren noch geschlossen. Im New Harbour Kaffee kamen wir aber schliesslich auf unsere Rechnung. Wir bestellten ein kleines „cooked English Breakfast“ mit Kaffee. Das Essen war ganz OK aber der Kaffee war ein Schwachstromgetränk mit löslichem Kaffee angerührt. Es stellte sich heraus, dass unsere Tischnachbarn zwei Schweizer waren, welche die Shetland Inseln von Bergen her kommend mit dem Segelboot erreicht hatten. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Tingwall Airport hinaus um zu erfahren, dass aufgrund der Windbedingungen auf Foula der Flug sicher nicht von zwölf Uhr starten könne. Also hiess es erst mal geduldig zu warten….

Abenteuer Foula

Foula ist die westlichste und eine der abgelegensten Inseln der nördlich von Schottland liegenden Shetland Inselgruppe. Ueli hatte in Australien mit Kenny zusammengearbeitet und dieser war nach Jahren des Lebens im Ausland mit seiner Familie in seine Heimat zurückgekehrt. Schon seit Jahren bestand eine Einladung, ihn mal zu besuchen. Nun, es ist nicht ganz so einfach zu diesem abgelegenen Eiland zu gelangen und auch wenn alle Flüge gebucht sind, bestimmt das Wetter, ob die Insel auch tatsächlich am Wunschtermin angeflogen wird oder die Fähre auslaufen kann. Jetzt, wo wir pensioniert sind, ist der Fahrplan weniger relevant und da wir mit dem Auto bis nach Shetland anreisen konnten, war nur die letzte Etappe unbestimmt.

Das Wetter meinte es aber gut mit uns und wir hoben mit nur zwei Stunden Verspätung, der Wind auf Foula war am frühen Morgen noch zu stark gewesen, vom Flughafen Tingwall ab. Nur gerade 200 m über dem Meer brauste das sechsplätzige Flugzeug in nur 20 Minuten hinüber auf die kleine Insel, die kleine Fähre fährt drei Mal die Woche in etwa 2 ½ h hinüber.

Nur gerade 28 Leute wohnen auf Foula, 4 Kinder füllen die Primarschule. Am Flugfeld wurden wir von der Gear Familie erwartet und es gab ein freudiges Wiedersehen zwischen Ueli und Kenny und ein kennenlernen der restlichen Familie und Myrta. Da das Wetter sehr freundlich, wenn auch windig und kühl, war, beschloss Kenny uns einen ersten Überblick der Insel erst mal vom Auto aus zu verschaffen. Die Insel ist nur gerade mal etwa 5 km lang und etwas weniger breit. Die wenigen Häuser liegen alle im östlichen Teil, etwas windgeschützt von der über 300 m hohen Steilküste im Westen. Unsere Unterkunft lag an der Nordspitze der Insel, während die Familie im Süden wohnt. So kommt es, dass ein Auto durchaus Sinn macht um hin und her zu kommen, zu Fuss benötigt man eine gute Stunde. Das Ristie Gästehaus liegt in einer windgeschützten Mulde, unmittelbar vor einem der Wahrzeichen der Insel, dem "Gaada Stack", einem etwa 40 m hohen Felsturm mit zwei Bögen. Kenny hatte uns seinen 4x4 überlassen, sodass wir unabhängig hin und her fahren konnten. Zum Nachtessen fuhren wir zur Familie und Mai kochte uns ihre bekannten Chili-Krabben, natürlich aus den Gewässern um die Insel. Es gab natürlich viel zu berichten und zu erzählen, zu lange hatte man sich nicht persönlich getroffen.

Der nächste Tag brachte starken Wind und der Himmel zeigte sich bedeckt, regnen tat es aber zum Glück nicht. Kenny führte uns an alle der wenigen Einrichtungen der Insel. Im Süden besuchten wir die zwei kleinen Windturbinen die neben einer Solaranlage beim Schulhaus und einem kleinen Wasserkraftwerk die Bewohner mit nachhaltigem Strom versorgt. Noch immer wird aber der Dieselgenerator benötigt, zu unzuverlässig sind Wind und Sonne.

Ganz in der Nähe steht auch der kleine Leuchtturm, welcher die Schiffe vor den Felsen bei der Südspitze warnt. Beim Schulhaus hat die Bevölkerung ein kleines Treibhaus aufgebaut. Einerseits sollen die Schüler schon früh den Bezug zum Gemüseanbau kennenlernen, zum anderen können aber auch die Bewohner etwas anpflanzen. Mai und ihre Tochter Elma habe einen Apfelbaum gepflanzt welcher bereits eine beachtliche Zahl Früchte trug. Zum Nachtessen verköstigte uns Mai mit einem feinen, langsam gekochten Lammbraten, Fleisch aus eigener Zucht. Das zarte Fleisch war sehr geschmackvoll und fiel vom Knochen. Zehn Stunden hatte es langsam im Holzofen gegart.

Am Sonntag war das Wetter nicht viel besser, aber am Nachmittag liessen wir uns von Elma und Davie, sowie einem Nachbarmädchen zum „Sneck o’da Smallie“ führen. Vom Haus der Gear’s folgten wir dem flachen Tal nach Westen. Wir blieben immer entlang des Hangs, da der Talboden meist zu sumpfig ist um dort zu gehen. Immer wieder versuchten Skuas, recht grosse Seevögel, uns durch Scheinangriffe von ihrem Nistplatz fernzuhalten. Nach knapp einer Stunde erreichten wir die Steilküste. Der „Sneck“ ist ein schmaler, etwas 300 m tiefer Riss in der Felsformation, welcher sich bis zum Strand hinunter fortsetzt. Durch Farne begrünt und feine Wasserfälle ist es ein eindrücklicher Slotcanyon. Man kann auch in den Spalt hinunter steigen, da aber die Kinder dabei waren und wir nicht genau wussten wo und wie der Abstieg erfolgen kann, verzichteten wir. Eigentlich hätte es in den Klippen auch noch Papageientaucher haben sollen, aber gesehen haben wir keine. Vielleicht war es das Wetter oder aber sie waren auf dem Meer draussen am Fischen.
Kenny wollte mit uns alle Strassen der Insel gefahren sein. Nicht das s das sehr viele wären, aber immerhin kommen doch fast 8 km zusammen. Wir besuchten den Südzipfel der Insel unweit des Hauses der Gear's. Tanken muss man zu Hause, eine Tankstelle gibt es logischerweise auf Foula auch nicht. In 200 l Fässer wird der Treibstoff per Fähre angeliefert. Auf den Weiden begegneten wir einigen Shetland Poneys, welche sich als sehr zutraulich zeigten. Auch im Hafen herrschte Hochbetrieb. Sicher dreissig Seehunde haben sich da , vom Wind und Wetter geschützt niedergelassen.

Zum Nachtessen waren unsere Gastgeber unsere Gäste. Wir hatten ein Käse Fondue von der Schweiz mitgebraucht und auch den passenden Weisswein mitgebraucht. Wir genossen das gemütliche Beisammensein, nur Davie konnte sich mit der Schweizer Spezialität nicht anfreunden.

Der Folgetag war dann wieder sonnig und der Wind hatte stark nachgelassen. Perfekte Bedingungen um auf den höchsten Berg der Insel, den 418 m hohen „Da Sneug“, zu wandern. Von unserer Unterkunft aus stiegen zur North Bank hoch. Überall weideten die scheuen Foula Schafe mit ihren Lämmern. Hier erhaschten wir einen ersten Blick auf die Klippen welche die Westseite der Insel umschliessen. Ein Gruppe Shetlandponys näherten sich uns neugierig und wollten gekrault werden.

Nun ging es für uns ans Eingemachte. Steil ging es weglos hoch zum Sattel zwischen dem „Da Kame“ und dem „Da Sneug“. Einige Stellen waren recht heikel und wir waren froh, dass das Gras im steilen Hang nicht rutschig war. Nach einigem schwitzen erreichten wir den Grat und stiegen weiter auf zum „Da Sneug“. Ober angekommen, genossen wir ein 360° Panorama. Im Osten die Hauptinseln der Shetlands und im Westen der Weite Atlantik, nächster Halt: Amerika. Unter uns lag der besiedelte Osten der Insel und die vielen kleinen Seen sahen aus wie blaue Farbflecken. Der Abstieg war dann locker, auch wenn es noch ein paar kleine Zwischenanstiege gab. Schliesslich landeten wir vor dem Haus der Gear’s. Da sie an dem Tag beschäftigt waren, das Gästehaus von Kenny’s Bruder herzurichten, waren beide Autos weg. Deshalb wanderten wir der Strasse entlang zu unserer Unterkunft und meldeten uns bei Mai, welche beim Putzen war, zurück. Schliesslich kamen gut 12 km und über 500 Höhenmeter zusammen. Wir genossen die warme Dusche und freuten uns auf das Nachtessen. Wir brachten einen guten Appetit mit zum Nachtessen. Auf dem Menüplan waren heute, „Tatties and Mince“, eine schottische Spezialität. Auf Deutsch sind das Salzkartoffeln mit einer würzigen Lammhackfleischsauce. Um uns zu testen und dem Ganzen noch einen darauf zu setzen, hatte Mai zudem noch zwei kleine „Haggies“ mitgekocht. Auch wenn diese schottische Spezialität bei vielen Leuten auf Ablehnung stösst, wir fanden ihn sehr fein.

An unserem letzten Tag hatte Kenny mit seinem Freund vereinbart, uns mit auf die Bootstour rund um die Insel mitzunehmen. Das Boot kam von der Hauptinsel herüber und holte uns am Hafen ab. Für die Gears hatte es noch eine Ladung Lebensmittel mitgebracht, welche erst noch schnell ins Haus gebracht werden mussten. Kenny begleitete uns und sein Bruder Magnus kam auch an Bord und übernahm das Steuern des Botts. Er kennt sich als Fischer natürlich in den Gewässern perfekt aus und weiss wo die unsichtbaren Felsenriffe unter der Oberfläche lauern. Im Uhrzeigersinn umrundeten wir Foula. Den „Sneck o’da Smallie“ konnten wir so auch noch vom Meer her besichtigen. Am eindrücklichsten waren dann aber die hohen Klippen der Westküste. Tausende von Seevögeln nisteten in den Felsnischen und auf den unzähligen Simsen. Vor allem die eleganten Tölpel waren sehr zahlreich vertreten. Aber auch Möwen und Papageientaucher, wie auch Kormorane bekamen wir zusehen. Die höchste Klippe ist weit über dreihundert Meter hoch und ist damit die zweithöchste in Grossbritannien. Auch den „Gaada Stack“ konnten wir nun von „aussen“ bewundern, obschon, er ist vom Ufer aus betrachtet eindrücklicher.

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten, begleiteten wir die zwei Gäste, die von der Hauptinsel nach Foula gebracht worden waren zum „Sneck o’da Smallie“. Bei schönem Wetter und Windstille wollten auch wir nochmal hin und vor allem schauen ob wir nicht doch noch Papageientaucher antreffen würden. Und tatsächlich waren nun hunderte der putzigen Vögel eingetroffen und schwirrten den Felsen entlang oder sassen in Gruppen auf den Grasbuckeln und den Felsnischen.

Um halb fünf waren wir am „Flughafen“. Die Feuerwehr, heute hatte Mai Dienst, scheuchte erst mal die Ponys und die Schafe von der Piste weg und bezog dann Stellung am Pistenrand. Es ist dann auch die Feuerwehr, welche den Passagieren beim Ein- und Aussteigen behilflich ist. Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden und bald hob das Flugzeug ab und brummte Richtung Shetland. Am kleinen Flugplatz angekommen, wurden wir von einem der Angestellten ganz aufgeregt informiert, dass offensichtlich ein Vogel im Motorraum unseres Toyotas am Bauen eines Vogelnests sei. Nach öffnen der Motorhaube stellte sich heraus, dass tatsächlich in den nur fünf Tagen ein Vogel ein grosses Nest gebaut hatte. Ueli entfernte das Nest, nicht ohne auch etwas Mitleid zu haben. Die Angestellten erzählten, dass das bei weitem nicht das erste Mal passiert sei.

Infos zu Foula

Auf der Insel gibt es kein Hotel, keinen Laden und auch keinen Pub. Nur gerade drei Unterkünfte werden angeboten und das Essen muss man selber mitbringen. Einzig bei Kenny und Mai kann man auch Essen oder sich das Essen zur Unterkunft bringen lassen. Über sie kann man sich auch Lebensmittel zum Selberkochen auf die Insel bringen lassen.

Von Walls aus bedient Dienstag und Donnerstag auf Verlangen eine kleine Personenfähre Foula, 12 Passagiere haben max. Platz. Man kann aber auch mit „Sea Adventures“ die Überfahrt organisieren. Da der Skipper auch einen Lebensmittelladen betreibt, kann man über ihn die Lebensmittel liefern lassen.

Alternativ fliegt man täglich, ausser Sonntag, vom Tingwall Airport zur Insel. Zum Teil fliegen sie morgens um 10 Uhr und nachmittags um 16:30 Uhr zurück. So ist es möglich, einen Tagesausflug zu machen. Gleiches bietet „Sea Aventures“ ab Burra westlich von Scallloway. Mit ihnen hat man rund 6h auf der Insel Aufenthalt.

Wir hatten das Privileg auf der Insel Freunde zu haben und mussten uns nur um den Flug auf die Insel und zurück kümmern. Wenn man aber ein exklusives Erlebnis geniessen möchte, ist es empfehlenswert ein paar Tage zu bleiben und sich von den Gears verwöhnen zu lassen.

Wieder südwärts durch Schottland

Da wir erst gegen Abend wieder auf der Hauptinsel angekommen waren, gingen wir noch das wichtigste an Esswaren einkaufen und suchten uns einen Platz zum Übernachten. Wir wurden am „St. Ninians Beach“ fündig. Am Parkplatz hatten sich schon einige Camper eingerichtet aber Ueli sah, dass unterhalb ein sandiger Weg weiterführte. Eine kurze Besichtigung zeigte, dass wir mit unserem Geländewagen ohne Probleme weiter hinunterfahren und uns dort ganz für uns alleine einrichten konnten. Das Wetter war nach wie vor auf unserer Seite und wir genossen einen Apéro draussen in unseren bequemen Stühlen. Erst nach dem Nachtessen, als wir noch den Sonnenuntergang geniessen wollten, wurde es langsam kühl, nicht zuletzt wegen des frischen Windes.

Wir hatten fast einen ganzen Tag um uns auf der Hauptinsel Shetlands noch etwas umzusehen. Da wir bereits weit im Süden übernachtet hatten, fuhren wir als erstes noch weiter südwärts. Dort, ganz in der Nähe des Flugplatzes wurde ein weiteres vorgeschichtliches Dorf freigelegt und ist nur für Besucher zugänglich. Überraschenderweise war das Visitorcenter aber geschlossen, aber der Zugang zum Freigelände war trotzdem zugänglich. Interessant an dieser Ausgrabung sind die Überbleibsel der verschiedenen Epochen. So sind Gebäudeüberreste aus der Bronze- und Eisenzeit zu entdecken, aber auch die Vikinger hinterliessen ihre Spuren und zu guter Letzt sind auch die Ruinen eines Herrenhauses aus dem 17. Jh. erhalten geblieben.

Wir fuhren wieder nordwärts um in Scalloway einen Zwischenhalt einzulegen. Das kleine Dorf an der Westküste bietet zwar auch nicht allzu viel, aber die Häuserreihe am Ufer entlang und die Ruinen eines Schlosses sind recht hübsch.

In Lerwick, dem Hauptort der Shetlands, spazierten wir durch das Städtchen und besuchten den alten Hafen. Jedes Haus war früher vom Meer her zugänglich gewesen um ankommende Waren in ihren Lagerhäusern unterzubringen. Das ganze Quartier ist gut erhalten, aber auch weitere Teile der Ortes laden zur Besichtigung ein.

Am späten Nachmittag verluden wir unser Auto einmal mehr auf die Fähre, welche dann auch überpünktlich ablegte. Auch die Überfahrt auf die Orkneys war aufgrund des ruhigen Wetters eine Stunde kürzer als der Fahrplan. Die Überfahrt war dann auch ruhig und kurzweilig. Noch vor elf Uhr abends erreichten wir Kirkwall und wir fuhren zu einem recht ruhig gelegenen Parkplatz um dort die Nacht zu verbringen.

Für die Rückfahrt nach Schottland hatten wir die zweite mögliche Fährverbindung gebucht. Wir fuhren deshalb in den Südzipfel der Hauptinsel, nach St. Margerets Hope. Im kleinen Küstendorf war nicht viel los, aber ein Spazuergang durch den Ort offenbarte einen guterhaltenen, alten Ortskern. Bald schon fanden wir uns am Fährhafen etwas ausserhalb des Ortes ein. Der schnelle Katamaran war schnell beladen und schon bald legte das Schiff ab. Die Überfahrt dauert nur etwa halb so lang wie nach Scrabster. Interessant war aber vor allem, dass der Kapitän auf dem Weg mehrmals extrem nahe an die Inseln heranfuhr, so dass man sogar die Seevogelkolonien mit blossem Auge beobachten konnte. Auf der einstmals bewohnten Insel Stroma weiden wohl noch Schafe aber die weit verstreuten Gebäude sind verlassen und am verfallen.

 

In Schottland wieder angekommen besuchten wir das nahe John o’Groats, dem nördlichsten Ort der Britischen Hauptinsel. Der Trubel war riesig und die Parkplätze gut gefüllt, das scheint für viele eine interessante Destination zu sein. Viel zu sehen gibt es nicht, ein Hotel ein paar Souvenirshops und Fastfoodbuden, das war es schon. Halt, da ist ja noch der Wegweiser, welcher die Distanzen zu verschiedenen Orten Britanniens aufzeigt, ein exzellenter Ort um ein Selfie zu schiessen. Und so standen die Leute geduldig Schlange bis sie mit Fahrrad, Motorrad, Kind und Hund abgelichtet werden konnten.

Die Ostküste bis nach Inverness bietet landschaftlich nicht sehr viel und ist im Vergleich zur Westküste unbedeutend. Wir fuhren bei Wick an die Küste um dem Castle Sincleir einen Besuch abzustatten. Auch dieses Schloss ist, wie viele andere, nur noch eine Ruine. Allerdings ist die Lage sehr eindrücklich und man kann sich auch lebhaft vorstellen, wie die Gebäude in der Hochblüte ausgesehen haben könnten.

Wir übernachteten in einem sehr weitläufigen, einfachen Campingplatz an der Küste. Das Wetter hielt sich gut und lud zu einem Strandspaziergang ein.

Bei der Weiterfahrt wollten wir das Dunrobin Castle besichtigen. Dafür waren wir leider etwas früh dran und so mussten wir uns auf einen Blick von aussen beschränken. Die Lage des Schlosses ist exquisit und die Gärten wären sicher auch einen Besuch wert gewesen.

Wir machten einen Abstecher in Landesinnere und umfuhren so die Region Inverness. Die Landschaft war hügelig und sehr grün, nach dem eher kahlen Norden Schottlands eine Wohltat für das Auge. Wir peilten das Loch Ness an. Der lange See lebt vor allem vom Mythos des Nessies, ansonsten ist es auch nur ein weiteres schottisches Loch. Der Verkehr hatte aber auf jeden Fall markant zugenommen und die Park- und Ausstellplätze waren voll. Gutes Marketing, denn von Nessie haben wir leider nichts gesehen.

Insel Skye

Die Strecke hinunter an die Westküste und weiter auf die Insel Skye führt durch eine herrliche Landschaft. Wir hatten erwartet, dass die Campingplätze auf der Insel gut besucht sein würden und hielten deshalb bereits einige Kilometer vorher an um einen Platz zum Übernachten zu sichern. Der Camping erschien leer, aber der Besitzer erklärte, dass die Platz seit anfangs Mai jeden Tag ausgebucht gewesen war und dass alle Stellplätze seit langen reserviert seien. Er schickte uns auf die Insel zu einem der grösseren Campingplätze. Es stellte sich aber heraus, dass auch dieser, und laut Managerin, alle anderen auf der Insel voll seien. Für eine Gebühr nahmen wir danach eine Dusche und fuhren dann zu einem der ganz wenigen, wilden Camps welches nicht an der Strasse liegt. Es stellte sich heraus, dass das genau das richtige für uns war. In einer Sackgasse am Ende einer Rumpelstrasse kommt man an die Küste und dort hat es einen Parkplatz und etwas weiter einer Piste entlang zudem noch zwei schöne Stellplätze welche für normale Wohnmobile kaum zugänglich sind. Wir verbrachten einen wunderbar ruhigen und auch sonnigen Abend ganz für uns allein.

Am Folgetag machten wir eine Rundfahrt auf Skye. Portree stellte sich als hübsches Hafenstädtchen heraus. Zudem ist es der einzig grössere Ort auf der Insel. Der Nordküste entlang kommt man immer wieder an Aussichtspunkten vorbei, von wo man Ausblicke auf die Steilküste geniesst. Am eindrücklichsten ist der Kilt Rock Wasserfall. Aus einem See, direkt an der Klippe gelegen, entleert sich der Ausfluss senkrecht hinunter ins Meer. Hinter Staffin schnitten wir den nördlichsten Zipfel Skye’s ab und fuhren auf einer sehr schmalen Strasse hinauf zu den Quiring. Die Passtrasse eröffnet herrliche Ausblicke auf die Küste, aber vor allem auch auf die umliegenden Felsformationen. Auch hier zeigte sich einmal mehr wie wanderlustig die Briten sind. Die recht grossen Parkplätze waren voll und auf den umliegenden Bergrücken sah man überall farbige Punkte in der Landschaft. Zu hunderten waren die Wanderer unterwegs, sei es ein kurzer Spaziergang zu einem Aussichtspunkt oder auch mehrtägige Unternehmungen. Bei Uig lohnt sich der Abstecher ins „Fairy Glen“. Ein kleines Tal offenbart auf kleinem Raum eine hübsche Landschaft, mit Felstürmen und schmalen Wegen um sie zu entdecken.

Das Dunegan Castle liegt am gleichnamigen Meeresarm. Vor allem die Gartenanlagen sind sehr schön angelegt aber auch die Räumlichkeiten lohnen den Besuch. Es ist der traditionelle Sitz der McLoads, einem der grossen schottischen Clans.              

Der Abstecher zu den „Fairy Pools“, etwas weiter der Westküste hinunter endete in einem Flop. Erstens war der Tag bereits recht forgeschritten und es stellte sich heraus, dass wir in der Umgebung nicht wie geplant ein Buschcamp finden konnten und der Campingplatz an der nahen Küste war total überfüllt. Auch die Parkplätze an den Pools waren voll und so entschieden wir uns wieder an denselben Ort zurückzufahren, wo wir letzte Nacht schon gewesen waren. „Unser“ Platz war leider schon besetzt und zwar von der Bayern Moni und Thomas, welchen wir an Tag zuvor diesen Platz geschnappt hatten. Wir fanden aber auch so einen schönen Platz und wurden später von den Beiden ans Lagerfeuer eingeladen. Allzulange bleiben wir aber auch so nicht draussen, denn der Wind hatte im Laufe des Abends stark aufgefrischt.

Wir hatten für den Sonntag die frühestmögliche Fähre nach Mallaig gebucht, waren aber schon zwei Stunden vorher am Hafen. Wir konnten aber als allerletztes Fahrzeug noch auf die gerade ablegende Fähre fahren und schon waren wir unterwegs.

Zur Fähre nach Nordirland

Der Küste entlang fuhren wir nach Fort Williams. Die Landschaft ist sehr schön in dieser Gegend und ein Zwischenhalt um den aus den Harry Potter Filmen so berühmten Eisenbahnviadukt bei Glenfinnan und die Schleusenanlagen „Neptuns Stairway“ zu besichtigen unterbrachen die Fahrt.

Nach dem Einkaufen im Supermarkt fuhren wir hinaus zu einem nahen Campingplatz und nutzten die guten Einrichtungen um uns selber und vor allem die Wäsche zu waschen. Das sonnige, warme Wetter erlaubte UNS das erste Mal in Shorts und T-Shirt herumzulaufen. An der Sonne wurde es uns sogar schon fast zu heiss.

Der nächste Tag war dann bei weitem nicht mehr so freundlich. Zum Teil war es zwar noch immer wieder etwas sonnig, aber auch einzelne Schauer gehörten dazu. Nicht zuletzt deshalb wurde es vor allem eine lange Fahrt durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Den Abstecher in das im Reiseführer hochgelobte „Glen Etiva“ brachen wir auf halbem Weg ab, denn die Landschaft war nicht so anders als was wir bereits erlebt hatten. Aber ansonsten lud die Strecke Richtung Glasgow immer wieder zu Fotohalten ein. Vor allem auch die Fahrt entlang des Loch Lomond ist sehr eindrücklich wenn auch der Fahrer kaum Zeit hat die Aussicht zu geniessen denn die Strasse ist kurvenreich und oft auch schmal. Glasgow umfuhren wir und begannen uns nach einem Bernachtungsplatz umzusehen. Da es nichts Gescheites zu finden gab, landeten wir schliesslich am Fährhafen. Zwei Linien bedienen die Überfahrt nach Nordirland von hier, die Stena und die P&O. Da beide noch am Nachmittag eine Verbindung anboten, wollten wir schauen, ob wir noch unterkommen könnten. Bei P&O waren die Angestellten am Eingang zum Hafen am Demonstrieren und die Polizei hatte den abgesperrt. Also fuhren wir zurück zur Stena Line um festzustellen, dass sie bald auslaufende Fähre voll war. Wir hatten uns bereits darauf eingestellt, nochmal in Schottland zu übernachten und am nächsten Morgen zu fahren. Bei der Vorbeifahrt bei der P&O hatte sich die Demo aufgelöst und die Zufahrt war wieder frei. Wir konnten ein Ticket kaufen und waren eine Viertelstunde später an Bord nach Laire.



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