Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Allgemeine Galapagos Planungstips

Will man die Galapagos Inseln besuchen, gibt es grundsätzlich zwei Varianten:

Inselhopping

Das bedeutet man fliegt vom Festland zu den Inseln hinaus, Kostenpunkt ca. 500 USD, in der Nebensaison oder früh gebucht auch günstiger, und quartiert sich normalerweise in Puerto Ayora auf Santa Cruz ein. Von dort kann man landbasierte Tagestouren unternehmen oder aber auch Tagesausflüge mit Schnellbooten (60-160 USD/P)  buchen. Es ist auch möglich auf andere Inseln weiterzureisen (30 USD/P)um von dort aus wiederum die Umgebung zu erkunden. Die kleineren Schnellboote haben keine Schlauchboote mit an Bord. Das heisst sie sind auch nicht in der Lage eine „Wetlanding“ am Strand zu machen oder an den schmalen Landestegen anzulegen. Das heisst auch, dass beim Schnorcheln kein Boot in der Nähe für Sicherheit sorgen kann, ein Standard auf allen Tourbooten.

 

Bootstour

Bootstouren kann man in der Nebensaison ohne Probleme sehr kurzfristig buchen. Man kann gar zuwarten und die Tour auch erst auf Galapagos selber buchen, muss dann aber unter Umständen einige Tage im relativ teuren Puerto Ayora abwarten oder aber ein Boot nehmen was gerade ausläuft. Angeboten werden Touren zwischen 3 und 15 Tagen. Wir haben eine 8 Tagestour auf der Südostroute gebucht. Der erste und letzte Reisetag beinhaltet vor allem die An- bzw. Rückreise und einen kurzen Ausflug. Dies gilt natürlich auch für die kürzeren Routen, so dass man eigentlich von 4 Tagen schliesslich nur zwei volle Tage geniesst.

Wir hatten nach der Ankunft in Quito Infos gesammelt und schliesslich bei der Vertretung der Nemo Flotte auf der Nemo II eine 8 Tagestour gebucht. Die drei Nemo Boote sind alle Segelkatamarane. Dadurch ist recht viel Platz auf dem Schiff und diese liegen auch sehr stabil im Wasser, ein Vorteil wenn man im Spätsommer/Herbst reist, da in dieser Jahreszeit die See zwischen den Inseln etwas rau  sein kann. Bucht man über ein Reisebüro, bietet dieses meistens auch nur eine kleine Auswahl an Booten an, so dass es sich lohnt mehrere Agenturen zu besuchen. Buchungen direkt beim Bootseigner lassen oft mehr Spielraum bei Preisverhandlungen. Kurzfristig gebuchte Touren kosten in der Regel etwa die Hälfte des regulären Preises (8 Tage zwischen 1600 und 3000 USD/P, je nach Bootsklasse). Sehr günstige Boote haben meist nur Stockbetten und generell geht es ziemlich eng zu und her. Grosse Boote, mit mehr als den üblichen 16 Passagieren mögen mehr Komfort bieten aber dafür sind dann sehr viele Leute auf den Landausflügen dabei.

Wie es sich herausstellte hatten wir eine gute Wahl getroffen. Sowohl das Boot selber wie auch die Crew und vor allem auch der Guide Jairo waren hervorragend. Die Verpflegung können wir auch loben.

 

Die Routen

Grundsätzlich werden die Galapagos Inseln in zwei besuchte Zonen eingeteilt:

Der Südosten

Es werden mehrere Inseln angefahren und jede hat seine speziellen Tierarten und deren Unterspezies zu bieten. Landschaftlich sind alle ähnlich und nur Santiago ist mit den vulkanischen Landschaften stark unterschiedlich. Wer eher an der Tierwelt interessiert ist, sollte diese Route wählen.

Nordwesten

Diese Touren starten auch auf Santa Cruz führen dann aber vor allen in die westlichen Inseln. Dort sieht man zwar auch viele Tiere aber es sind vor allem auch die vulkanischen Landschaften die dort interessant sind. Nur die flugunfähigen Kormorane sind ausschliesslich auf dieser Route zu sehen.

Jedes Schiff darf innerhalb von zwei Wochen jeden Besucherstandort höchstens einmal anlaufen. Das führt dazu, dass jedes Boot abwechselnd die Nord und die Süd Route befährt. Will man also auf einem bestimmten Schiff eine bestimmte Route buchen, muss man unter Umständen zwei Wochen warten

 

Saison

Grundsätzlich kann man die Galapagos Inseln ganzjährig problemlos besuchen. Zu beachten ist aber, dass im Sommer das Wetter eher bewölkt ist und die Wassertemperaturen kühler sind. Auch ist die See zwischen den Inseln eher unruhiger, das heisst Seekrankheit ist wahrscheinlicher. Man sollte entsprechende Medikamente unbedingt mitbringen, denn es ist nicht sicher, dass es auf dem Boot solche vorrätig hat. In Ecuador gibt es die 100er Packung  ANAUTIN für 4 USD in vielen Apotheken zu kaufen. Im September/Oktober ist das Wasser mit bis 16°C am kältesten. In der Regensaison, Januar bis Juni, ist der Himmel bis auf kurze, heftige Schauer, mehrheitlich blau, die Wassertemperaturen mit bis 26°C angenehm.

Das ist aber dann auch die Hauptsaison und die Boote und Flüge sind entsprechend gut gebucht und teuer.

 

Guide

Der Guide ist verantwortlich für die lokale Planung und Durchführung der Exkursionen. Sein Organisationstalent, sein Wissen, seine Sprachkenntnisse und seine Art und Weise mit den Gästen umzugehen trägt massgeblich zum Erfolg oder eben auch Misserfolg der Tour bei. Es ist daher sicher ratsam zu versuchen die Erfahrungen anderer Reisender einzuholen. Die Agentur weiss auf jeden Fall im Voraus schon wer die Tour begleiten wird.   

 

Unsere Empfehlung

Wir können die Nemo II oder auch die Nemo III bestens empfehlen. (Die Nemo I ist etwas weniger komfortabel ausgestattet). Auf beiden Booten sollte man versuchen die Kabine 1 oder 2 zu bekommen, sie sind allerdings mit ihren bequemen Doppelbetten Paaren vorbehalten. Sie liegen auf dem Hauptdeck in der Mitte des Boots und sind daher bequem zugänglich und dem Seegang weniger ausgesetzt. Einzigen Nachteil, die Ankerwinde ist in nächster Nähe, so dass diese einem auch mal aus dem Schlaf reissen kann, wenn man nachts vor Anker geht oder diesen einholt. Die Kabinen ganz hinten sind nah an den Motoren und können während den Überfahrten nachts etwas laut sein.

Mit Jairo hatten wir einen sehr kompetenten Guide, welcher es immer wieder schaffte, unsere Ausflüge so zu planen dass wir oft allein waren beim Schnorcheln und Wandern.

Buchen kann man hier:

monica@galapagos-tours.com (Monica Ortiz spricht sehr gut Englisch)

Adresse:            Diego de Almagro N26 – 205 & La Nina

                            Quito

Telefon:             (593-2) 2 508 811 Ext 101

Impressionen von der Nemo II


Tag 1 - Isla Santa Cruz: Playa de las Bachas

Auf  05:45 hatten wir das Taxi bestellt und fuhren zum Flughafen. Da Sonntag früh war, erreichten wir diesen in einer guten halben Stunde. Ein Vertreter der Agentur erwartete und half durch den Check-in und die Formalitäten zu erledigen. Die obligatorischen Tranferkarte, sie kostet 20 USD/P hatten wir schon im Vorfeld bezahlt und diese wurde uns mit den Dokumenten überreicht. Wir hatten dann auch gut Zeit dort noch zu Frühstücken. Der halbstündige Flug brachte uns erst mal nach Guayacil. Es stiegen noch einige Passagiere zu und bald ging es weiter nach Galapagos. Wir landeten pünktlich auf dem Baltra Island, dem Hauptflughafen des Archipels.

Jairo unser Guide erwarte uns und geleitete die angesammelte Gruppe zum Bus welcher uns in ein paar Minuten zum Pier fuhr. Dort wurden wir mit dem Beiboot der Nemo II zum Schiff gebracht, wo wir nach dem Einchecken in die Kabine auch schon das erste Mal in den Genuss der Bordküche kamen.

Eine kurze Fahrt brachte uns vor den Playa de las Bachas. Das Schlauchboot brachte uns an Land, eine sogenannte „nasse Landung“, das heisst man steigt am Strand ins seichte Wasser aus. Ein Spaziergang am Strand entlang brachte uns einen ersten Kontakt zu den berühmt zahmen Seelöwen. Diese lassen sich von den Besuchern überhaupt nicht stören und liegen faul in der Sonne. Hinter dem Strand liegen Brackwasserlagunen in welchen vereinzelte Flamingos zu beobachten sind. Vom Strand aus konnten wir das erste Mal unsere Schnorchelausrüstung zum Einsatz bringen. Wegen dem Sandstrand war die Sicht allerdings in Ufernähe nicht sehr gut und wir mussten uns auch schon mal an das kühle Wasser gewöhnen. Trotzdem sahen wir schon ein paar Fische. Am Strand hatten sich auch ein paar Seelöwen eingefunden, wir stellten auch bald fest, dass diese omnipräsent sind auf Galapagos.

 

Zum Übernachten fuhr die Nemo in den Kanal zwischen Baltra und Santa Cruz Island wo wir in ruhigem Wasser das Nachtessen und den Abend genossen.

Die roten Klippenkrabben sieht man in der Felsen am Ufer und fast an jedem Strand auf den Galapagos Inseln. Jungtiere sind schwarz und daher kaum zu sehen in den Lavafelsen. Als Erwachsene werden sie erst rotbraun dann leuchtend Rot mit blauem Bauch. Die Farbe soll mögliche Fressfeinde warnen und so abschrecken


Tag 2 – Sanat Cruz und Santa Fe: Plaza Sur – Bucht auf Santa Fe

Um fünf Uhr wurde der Anker eingezogen und bis zum Frühstück waren wir bereits vor der Insel Plaza Sur vor Anker. Wir besuchten die schmale Insel nach dem Frühstück. Am Steg wartete das Empfangskomitee, sprich eine Gruppe Seelöwen bereits auf uns. Die Hänge nach Norden sind dicht mit den jetzt knallroten Korallenbüschen bewachsen. Dazwischen wachsen mächtige Kakteenbäume. Die Südküste der Insel bildet eine hohe Felsklippe von wo aus wir in der Ferne einige Buckelwale sehen können. Viele Seevögel segelten auf unserer Höhe den Felsen entlang. Überall enddeckten wir hier auch Landleguane, gut getarnt zwischen den Felsen. Seelöwen spielten im Wasser zwischen den beiden bananenförmigen Inseln oder sonnten sich in den Felsen. Nach gut zwei Stunden ging es zurück an Board und bald waren wir unterwegs nach Santa Fe Island.

In einer geschützten Bucht ankerten wir erneut und genossen das Mittagessen. Die Boote der Tagestouristen verschwanden alsbald und als wir von Schlauchboot aus zum Schnorcheln starteten waren wir allein in der Bucht. Immer wieder tauchten überraschend junge Seelöwen auf welche verspielt um uns herumschwammen, zum Teil so nah dass sie uns berührten und das obschon doch ein Abstand von mindestens 2 m von den Tieren vorgeschrieben ist.

 

Nach einer warmen Dusche und einer Pause ging es noch an Land um einen kurze Wanderung zu machen. Von einem Strand zum Anderen führt ein kurzer Weg durch die dichten Büsche, vorbei an mächtigen Kakteen und einigen Leguankolonien. Die Leguane hier sind endemisch, kommen also nur gerade hier vor. Vom höchsten Punkt genossen wir die Aussicht auf die türkisfarbene Bucht mit der Nemo II vor Anker. Den Weg zum Boot am Strand mussten wir zwischen unzähligen Seelöwen suchen. Diese liessen sich in keiner Weise von uns stören, öffneten oft noch nicht mal ihre Augen.

Schnorcheln mit Seelöwen auf der Isla Santa Fe


Tag 3 – Isla San Cristobal: Kicker Rock – Cerro Brujos – Isla Lobos

Noch in der Nacht hat unser Boot die Strecke von Santa Fe zur Nordküste von San Cristobal zurückgelegt. In einer geschützten Bucht lagen wir vor Anker, in Sichtweite der Felsinsel  „Leon Dormido“, auch „Kicker Rock“ genannt. Dies war denn auch unsere erste Destination des Tages und zwar noch vor dem Frühstück um 7 Uhr!! Grund dafür war, dass wir so die Tagesausflügler welche erst später ankommen vermeiden konnten. Es brauchte schon etwas Überwindung auf nüchternen Magen direkt aus dem Bett ins kalte Wasser zu springen. Allerdings entschädigte die Unterwasserlandschaft voll und ganz. Zwar war die Sicht nicht super gut und daher konnten wir die im schmalen Kanal schlafenden Haie leider nicht sehen, aber an den steilen Felswänden unter Wasser konnte man aus nächster Nähe das Leben der vielen farbigen Fische in den Korallen bestaunen. Myrta hatte auf das Vergnügen verzichtet und noch eine Stunde ausgeschlafen und ich hatte nach einer halben Stunde auch langsam kalte Hände und brach den Schnorchelgang ab.

Nach einer warmen Dusche gabs Frühstück und das Schiff zum „Cerro Brujos“. Vom weissen Strand aus konnten wir in den schwarzen Lavafelsen Meerleguane beim „Abgrasen“ der Pflanzen und beim Schwimmen beobachten. Vereinzelt sahen wir auch Meeresschildkröten im seichten Wasser schwimmen. Hinter dem Strand liegt zudem eine Lagune, allerdings war nicht viel los dort.

Zum Mittagessen gingen wir an Bord zurück und während wir assen ging es auch schon weiter zur Insel „Lobos“. Wir begannen unseren Besuch mit einem Schnorchelgang der Küste entlang. Wieder kamen uns die jungen Seelöwen sehr nah. Verspielt schossen sie um uns herum, liessen Luftblasen entweichen und berührten uns auch immer wieder. Bei einem unserer Reisepartner bissen sie gar verspielt in die Flossen. Beim anschliessenden Landausflug kamen wir den brütenden Fregattvögel ganz nah. Die Männchen welche noch keine Partnerin gefunden hatten, imponierten den nahen Weibchen indem sie ihre knallroten Halsbeutel gross aufbliesen. Aber auch Blaufusstölpel bekamen wir zusehen und die Seelöwenweibchen in der Kolonie hatten viele ganz junge Nachkommen dabei.

Bis zur Südwestspitze der Insel San Cristobal fuhren wir unter Segel, denn der Wind war kräftig und die Richtung ideal. Neben einem grossen, chinesischen Fischerschiff ankerten wir im ruhigen Wasser um das Nachtessen zu geniessen. Das Schiff war beim illegalen Fischen im Bereich des Naturschutzgebiets erwischt worden. Über 6000 Haie waren an Bord gefunden worden. Der Mannschaft droht eine mehrjährige Haftstrafe und unter Umständen wird auch das Schiff noch konfisziert. Nach dem Nachtessen und dem anschliessenden Briefing für den Folgetag wurden die Motoren wieder angeworfen und alle gingen auch schon bald zu Bett. Während wir schliefen wurden wir zur „Isla Espanola“ kutschiert.


Tag 4   Isla Espanola: Punta Suarez – Bahia Gardner

Unser Ankerplatz lag wieder direkt vor der „Punta Suarez“, dem ersten Tagesziel. Das erste Mal lagen nun weitere Tourboote in der Nähe und schickten ihre Gruppen per Schlauchboot an Land. Wir verzögerten unseren Landgang etwas, so dass wir in Ruhe hinter den anderen Gruppen den Spaziergang geniessen konnten. Schon am Landesteg mussten aufpassen um nicht einem der vielen Meerleguanen auf den Schwanz zu treten. Durch dichtebewachsenes Buschland gelangten wir an die Steilküste. Auch hier konnten wir viele verschiedene Seevögel beim Werben, Brüten oder auch in der Luft bewundern. In dieser Region konnten wir vor allem auch Albatrosse beobachten. Diese brüteten im Gras unweit des Weges. Zum Teil waren die Küken auch schon geschlüpft, braune, flauschige Knäuel die darauf warteten dass die Eltern Futter zurückbrachten. Das „Blowhole“ wollte nicht so richtig blasen als wir dort waren, die Gezeiten waren nicht ideal und der Wellengang bescheiden.

Am Nachmittag besuchten wir die „Bahia Garder“ eine weiter Bucht mit weissem Sand. Hier hatten wir die Wahl den Strand zu erkunden oder aber auch vom Ufer aus schnorchel zu gehen. Da die Sicht nicht optimal war, verzichteten wir für einmal darauf und sahen den verspielten Seelöwen beim Spielen zu. Unglaublich wie zutraulich die Tiere überall sind, so kam es, dass sich zwei der Seelöwen keinen Meter von Heather, einer unsere Reisegefährten in die Sonne legten. Es hätte mehr als genug Platz am Strand gehabt, aber offenbar geniessen die Tiere die Nähe zu den Besuchern.

Kurz nach 4 Uhr nahmen wir Kurs auf die „Isla Santa Cruz“. Das Wetter war verhangen und etwas Nieselregen fiel. Auf dieser Strecke hätten wir mit Glück auch Wale sichten können, aber das blieb uns vergönnte. Mit Unterstützung von zwei Segeln erreichte die Nemo II 11 Knoten. Wir waren schon im Bett als das Boot in der Bucht von Puerto Ayora vor Anker ging. Eigentlich war die Fahrt so geplant gewesen, dass man noch in den Ausgang hätte gehen können, aber alle waren lieber schon früh zu Bett gegangen.


Tag 5 – Isla Santa Cruz: El Chato Ranch – Darwin Research Station

In Puerto Ayora verliessen uns die beiden Familien, sie hatten beide nur die 5 Tagestourgebucht, im Laufe des Tages stiessen Deborah aus Hamburg und Vincente, ein Chinese. Zudem quartierte sich der Besitzer der drei Nemo Boote mit vier Kids ein.

Wir aber starteten den Tag mit dem Besuch der El Chato Ranch in den Bergen. Dort bekamen wir einige der berühmten Galapagos Riesenschildkröten zu sehen. Von ihrem Geburtsort nahe der Südküste wandern diese Reptilien über bis zu dreissig Jahren langsam bergwärts um dann dort gute Futterbedingungen vorzufinden. Deshalb sieht man in dieser Gegend auch nur grosse Tiere. Die Gegend wird zwar landwirtschaftlich genutzt, aber die Schildkröten können sich frei bewegen und führen ein weitgehend ungestörtes Leben.

Auf demselben Gelände befindet sich auch noch ein Lavatunnel, ein Überbleibsel aus der Zeit als die Vulkane der Inseln noch ausgiebige Lavaströme erzeugten. Beim Abkühlen des erschöpften Ausbruchs floss die im Innern noch flüssige Lava ab und da kein weiteres Material nachfloss hinterliess es einen grossen, hier fast zwei Kilometer langen Tunnel.

Zum Mittagessen gingen wir zurück an Bord um am Nachmittag die „Darwin Research Station“ zu besuchen. Diese liegt etwas ausserhalb der Stadt bereits wieder im Nationalpark. In verschiedenen Gehegen werden primär Landschildkröten von den verschiedenen Inseln gezüchtet um dann in ihrem ursprünglichen Habitat wieder ausgesetzt zu werden. So ist es gelungen schon fast ausgestorbene Arten erfolgreich zu vermehren und wieder eine gesunde Population in der Natur aufzubauen.

Auf dem Weg zurück zum Boot hatten wir Gelegenheit die Stadt zu besuchen. Ausser den vielen Restaurants, Souvenirläden und Reisebüros gibt es allerdings nicht viel zu sehen. An einem kleinen Fischmarkt beobachteten wir einen Seelöwen der zwischen den Beinen der Verkäufer unter dem Verkaufstisch an einem Thunfisch knabberte. Er liess sich durch die Leute um ihn herum nicht stören und auch den Verkäufern schien der Dieb ziemlich gleichgültig zu sein. Auf einer Terrasse genossen wir einen Cocktail und schauten dem Treiben in den Strassen zu. Wir bemerkten dass das hektische Treiben nach Tagen auf dem Boot und an einsamen Stränden für uns schon ziemlich ungewohnt war.

Die Abfahrt Richtung „Isla Floreana“ war bis Mitternacht hinausgezögert worden. Einserseits damit wir Gäste noch einmal Gelegenheit hatten in die Stadt zu gehen, aber auch dass die Mannschaft, welche allesamt in Puerto Ayora zu Hause sind, einen kurzen Besuch bei Familie und Freunden zu ermöglichen. Die Mannschaft ist ansonsten immer 6 Wochen ununterbrochen unterwegs um dann drei Wochen frei zu haben. Alle Gäste waren aber wieder früh schlafen gegangen, die ausgefüllten Tage machten müde. So erwachten wir aber noch einmal als der Anker mit lautem Rattern eingezogen wurde, schliefen beim monotonen Motorenlärm aber bald wieder ein.


Tag 6 – Isla Floreana: Puto Cormorant – Isla Champion – Post Officebay

Neuer Tag, neue Insel. Wir hatten vor dem „Punto Cormorant“ geankert und schon bald flitzten wir im Schlauchboot an Land. Der Strand war hier mal nicht weiss, sondern hatte eine grünliche Färbung. Unser Spaziergang führte uns erst mal eine grosse Brackwasserlagune. Dort sahen wir einmal mehr ein paar wenige Flamingos. Neben einigen ausgewachsenen Vögeln wateten auch ein paar Jungvögel durch das seichte Wasser. Diese hatten noch nicht die rosarote Färbung da sich diese erst durch den Verzehr Karotin haltiger Nahrung einstellt.

Durch die Hügel gelangten wir auf der anderen Seite der Halbinsel an einen weissen Strand. Wie fast an allen Stränden wurden wir von ein paar Seelöwen erwartet.

Auf einer kurzen Fahrt brachte uns die Nemo II an die Südspitze der „Isla Champion“. Wir gingen vom Schlauchboot aus ins Wasser. Direkt an der Spitze hatte es, wie uns Jairo vorausgesagt hatte, unzählige Fische, da hier auf Grund der starken Strömung viel Futter angetrieben wird. Wir liessen und von dieser dann treiben. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit schwebten wir den Felsen entlang und bestaunten das vielfältige Unterwasserleben. Danach wurde die Strömung schwächer und das Wasser war weniger tief. Dadurch änderten sich auch die Arten der Fische.

Nach dem Mittagessen setzten wir zur „Postoffice Bay“ über. Unweit des Strandes befindet sich seit 1791 ein Briefkasten in welchem die Segler der damaligen Zeit ihre Post hinterlegten und dabei auch nachschauten ob Post für ihre Reiserichtung auf die Mitnahme wartete. Diese Tradition wurde bis heute aufrechterhalten und so konnten wir einerseits unsere eigenen Postkarten einlegen und schauen ob wir allenfalls etwas mitnehmen könnten um dann persönlich abzuliefern. Da wir aber nicht so bald wieder in die Schweiz zurückkehren werden, überliessen wir die eine Karte an eine Adresse in Binningen der Hoffnung dass bald wieder ein Basler vorbeischauen würde.  

Am Strand zurück machten wir uns zum Schnorcheln bereit. Den Felsen entlang schwammen wir zur Bucht hinaus. Bald sahen wir eine erste Meeresschildkröte von ganz nah. Es sollte aber nur eine von vielen sein die wir hier zu sehen bekamen. Etwa 20 der anmutigen Tiere waren in dieser Gegend am „grasen“. Überraschend sahen war später vom Ufer aus einen der seltenen Galapagos Pinguine. Wie der Blitz schoss das kleine Tier nah am Ufer entlang auf der Jagd nach etwas fressbarem.

Zum Abschluss des ereignisreichen Tages unternahmen wir kurz vor Sonnenuntergang noch eine Schlauchbootfahrt in der Umgebung in der Hoffnung noch weitere Pinguine zu sehen. Leider war aber nichts. So begnügten wir uns mit der Beobachtung von Vögeln  und Seelöwen und genossen die schöne Abendstimmung. Da die Überfahrt zur „Isla Santiago“ 7 h dauerte startete der Kapitän kurz nach dem Nachtessen die Motoren.


Tag 7 Isla Santiago: Sombrero Chino – Isla Bartolomeo

 Unsere Aussicht am Morgen war auf den „Smobrero Chino“, den Chinesenhut, einer kleinen Felseninsel. Bevor wir dort an Land gingen um einen kurze Wanderung zu unternehmen, fuhren wir im Schlauchboot der Küste der Hauptinsel entlang. Nebst der wilden Vulkanlandschaft mit nur karger Vegetation sahen wir immer wieder Seevögel in den Klippen ruhen.

An einem kleinen Sandstrand gingen wir schliesslich an Land, auch hier begrüsst von einer Gruppe Seelöwen. Bald entdeckten wir in der Ferne einen Galapagos Falken. Erstaunt waren wir aber, als der Vogel auch nicht flüchtete als wir nur noch ein paar Meter entfernt waren. Das Jungtier war so neugierig, dass es uns sogar immer wieder folgte und in der Nähe landete. Auch auf dieser Insel hatten viele Seelöwenweibchen kürzlich Nachwuchs bekommen. Wir konnten dann auch die ersten Erziehungsversuche beobachten. Die Mutter drängte ihr Junges nicht immer sehr sanft in die gewünschte Richtung wenn es sich aus dem Staub machen wollte.

Eine kleine Gruppe Meerleguane posierten schliesslich für die Kamera in verschiedensten zum Teil witzigen Stellungen. Die kleinen „Drachen“ sind immer gut für ein paar schöne Bilder. Den anschliessenden Schnorcheltrip liessen wir aus, obschon die Anderen uns nach ihrer Rückkehr informierten, dass das Wasser an dieser Stelle bedeutend wärmer gewesen war, hatten wir nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben.

Das Boot machte sich auf zu unserem nächsten Zwischenhalt, der kleinen „Isla Batolomeo“.  Dort gingen wir nach dem Mittagessen und einer ausgiebigen Pause dann auch noch mit Schnorcheln. Leider hatte es für einmal ziemlich viele Schnorchler von Tagesausflugsbooten, denn Santa Cruz liegt nur gerade eine Schnellbootstunde entfernt. Trotzdem war es ein sehr lohnenswerter Trip denn wir sahen nicht nur viele schöne Fische in den vielen Felscanyons unter Wasser sondern bekamen sogar einen Pinguin zu Gesicht welcher sich von einem Felsen direkt vor uns ins Wasser stürzte. Im zu folgen war dann aber unmöglich, zu schnell konnte der kleine Kerl schwimmen. Auch hier war das Wasser bedeutend wärmer, so dass man es gut eine halbe Stunde im Wasser aushilet.

Nach einer Pause an Bord brachte uns das Panga ein einen nahen Landesteg von wo aus wir den Vulkankegel bestiegen. Über 365 Treppenstufen gelangten wir mit vielen Stopps und Erklärungen zur Geologie und Vegetation durch unseren Guide auf den Gipfel. Eine grossartige Aussicht auf die unter uns liegende Insel Bartolomeo und dahinter Santiago  belohnte uns für den Aufstieg. Bis hinüber zur „Isla Santa Cruz „ konnte man sehen. Die Überfahrt dahin war anfangs, da noch im Windschatten, recht ruhig. Im offenen Wasser schüttelte es unser Boot dann aber gehörig durch. Aber kurz nach dem Farewelldrink gelangten wir wieder in ruhige Gewässer und unser letztes Nachtessen genossen wir in Ruhe. Wir ankerten schliesslich direkt vor der „Caleta Turtuga Negra“ denn am nächsten Morgen wollte uns Jairo schon um 6 Uhr dahin führen.


Tag 8 - Isla Santa Cruz: Caleta Tortuga Negra

Wie angedroht waren wir um 6 Uhr bereits in Schwimmwesten gekleidet bereit für unsere letzte Exkursion. Mit dem Schlauchboot fuhren wir durch einen schmalen Eingang in die von Mangroven eingefasste, verwinkelte Bucht. Diese ist bekannt, da hier viele Tiere ihre Jungen bekommen. So dauerte es nicht lange und wir sahen im klaren Wasser Schwarzspitzenriffhaie und schön gemusterte Rochen, Meeresschildkröten und als Krönung sogar noch mehrere Hammerhaie. Durch einen Tunnel aus Mangroven fuhr uns Diego in abgetrennte, kleine Kanäle wo kein Wind die Oberfläche trübte. In der Morgenstimmung mit dem warmen Licht ein besonderes Erlebnis und durchaus krönender Abschluss unserer ereignisreichen Bootstour durch die Galapagos Inseln.

Auf dem Schiff gab es noch einmal ein ausgiebiges Frühstück, dann hiess es packen und von der Mannschaft Abschied nehmen. Ein letztes Mal brachte uns das Schlauchboot an Land und mit dem Bus ging es zum nahen Flughafen. Stunden später landeten wir wieder auf 2900 müM in der Grossstadt Quito. Eine grossartige Woche mit unzähligen wunderbaren Tierbegegnungen und vielen neuen Freunden ging zu Ende.



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