Afrika's Süden II

Drei Monate hatten wir zu Hause verbracht und auch unserem Camper eine wohlverdiente Pause gegönnt. Für Anfang März hatten wir den Flug zurück nach Johannesburg gebucht und unsere Vorbereiteung waren weitgehend abgeschlossen. Und dann, eine Woche bevor es losgehen sollte, begann der Krieg gegen den Iran und alles wurde durcheinander gewürfelt. Bald erhielten wir von Qatar Airlines Post: Alle Flüge bis mindestens zum 6. März gestrichen. Dazu zwei Optionen, entweder auf später umbuchen oder Geld zurück. Da das Ende dieses Konflikts nicht absehbar war, wollten wir kein Risiko eingehen und buchten für eine Woche später einen neuen Flug mit Ehiopean Airlines via Addis Ababa. Die Flugroute verläuft bedeutend weiter westlich und sollte vom Konflikt nicht tangiert werden.

Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.


Südafrika


Die Anreise

Nun waren wir also wieder „underway“. Mit dem Zug gelangten wir zum Flughafen in Zürich und konnten beim Einchecken erfolgreich für den ersten und langen Nachtflug günstig auf Businessclass upgraden. Wir nahmen in der Business Lounge der Swiss einen Drink und Snack ein und mussten uns dann schon fast beeilen an Bord zu kommen.

Der Flug verlief ereignislos und wir genossen den Service und die Ruhe, vor allem aber den zum Bett ausziehbaren Sitz.

In Johannesburg wurden wir von Caroline abgeholt und zu unserem Auto gefahren. Alles war in bester Ordnung und wir waren unterwegs. Bevor wir in den Camping fuhren besorgten wir uns erst noch etwas zum Nachtessen und Frühstück.


Sabie und Umgebung

Unsere Route führte uns am ersten Tag nach Sabie, eine recht lange Etappe aber zu einem guten Teil auf Schnellstrassen. Diese verliessen wir nur um in einem grossen Food Lovers Supermarkt für die nächsten Tage einzukaufen.
Nach dem Verlassen der Autobahn gings auf Landstrassen weiter. Die flache Landschaft wurde zunehmend bergiger und schliesslich erklommen wir einen Pass über 2000 m um nach Sabie zu gelangen.
Am Folgetag blieben wir noch einmal im Merry Pebble Camping, übrigens durchaus empfehlenswert. Wir streiften durch die nähere Umgebung und besuchten einige Wasserfälle. Es war geplant gewesen noch eine kleine Rundwanderung zu machen, aber das klappte aus zwei Gründen nicht: Erstens war der Wanderweg gesperrt und zweitens öffnete der Himmel seine Schleusen.


Auf in der Krüger Nationalpark zum Zweiten

Bis zum Phabeni Gate war es nur eine gute Stunde zu fahren. Mit unserer Wildcard und einer Reservation im Skukuza Rest Camp waren wir innert Minuten im Krüger Nationalpark unterwegs. Viele Pisten waren noch immer wegen den schweren Überschwemmungen in den vorangegangenen Wochen gesperrt. Aber wir konnten trotzdem eine schöne Runde, erst Richtung Pistoriuskop, fahren. Die Vegetation hatte sich in den drei Monaten massiv verändert. Wo noch weitgehend gelbes Gras und spärliche Vegetation vorgeherrscht hatte, war nun alles grün und im mannshohen Gras und hinter dichten Büschen konnte man nur schwierig überhaupt Tiere ausmachen.

Wir checkten in Skukuza ein und suchten uns einen Stellplatz. Das Wetter war unterdessen recht instabil geworden und es regnete auch immer wieder. Trotzdem unternahmen wir anderntags eine ausgedehnte Pirschfahrt Pirschfahrt, halt ausschliesslich auf Teerstrassen da in dieser Region quasi alle Pisten noch geschlossen waren. Leider gab es nach wioe vor nicht viele Tiere zu sehen, der hufige Regen half dabei natürlich auch nichts. Schön war hingegen auch in dieser Region die üppige Vegetation. Generell war der Park landschaftlich bedeutend attraktiver wie unmittelbar vor der Regenzeit.

Als wir beim Apero sassen wurden wir von Giusep und Cornelia überrascht. Die beiden Schweizer fahren ebenfalls einen Azalai Camper, früher auf Landrover Basis, unterdessen mit der grossen Kabine auf einem Iveco. Wir beschlossen zusammen im Restaurant „Bahnhof“ das Nachtessen einzunehmen. Ueli hatte schon länger eine Verbindung zu Giusep auf den sozialen Medien unterhalten und nun lernten wir die Beiden endlich in der realen Welt kennen, Wir verbrachten einen unterhaltsamen Abend zusammen und erfreuten uns einem feinen Nachtessen.

Schon am nächsten Tag hiess es leider schon wieder Abschied zu nehmen, denn während wir südwärts ziehen wollten, ging es bei ihnen in die Gegenrichtung. Auf Pisten waren wir dann unterwegs zu unserem nächsten Übernachtungsort, dem Berg-en-Dal Rest Camp. Das Wetter war etwas freundlicher, aber noch immer war der Himmel bedeckt. Die geplante Route, es war bestätigt worden, dass sie offen sei, konnten wir dann aber doch nicht fahren. Wir waren gezwungen einen Umweg über Crocodile Bridge zu fahren und von dort gab es zwei Optionen um ans TAgeszziel zu gelangen: Einen Riesenumweg zurück nach Skukuza und den Park verlassen und beim Malalane wieder einzufahren. Wir nahmen die zweite Option unter die Räder.

Am Morgen wurden wir beim Frühstücken wieder Opfer eines Affenangriffs auf unsere Lebensmittel. Erst stürmte einer unter unserm Auto hervor und holte sich ein Stück Brot vom gedeckten Tisch, während wir am Tisch sassen. Wir hatten wohlweislich die Türe zum Camper konsequent geschlossen gehalten. Aber auf einmal bemerkten wir, dass sich zwei der schlauen Tiere im Auto befanden. Wir hatten nämlich die Fenster, notabene 1.5 m über Grund, offengelassen um zu lüften. Einer holte sich in der Konsole zwischen den Vordersitzen ein ganzes Pack Cracker und machte sich damit aus dem Staub. Hmmmm…

Eine Geschichte verdient eine separate Bildgalerie!

Im Berg-en-Dal Camp eingecheckt spazierten wir zum nahen Damm und erlebten dort einen Höhepunkt. Wir konnten nämlich beobachten wie ein jüngeres Flusspferd nacheinander zwei Krokodile vom Sandstrand vertrieb indem es unbekümmert die Reptilien in den Schwanz biss und sie bedrängte bis sie sich ins Wasser zurückzogen. Aber das war dem Viech dann noch nicht genug, stürmisch hetzte es nämlich den Krokodilen ins Wasser nach und trieb sie vor sich her.


Eswatini (Swaziland)


Bevor wir uns in die Berge an die Grenze nach Eswatini aufmachten, kauften wir noch einmal ein und füllten etwas Diesel nach. Durch ein geologisch sehr interessantes Gebiet erreichten wir den kleinen Grenzübergang Josefsdal. Wir mussten unser Carnet de Passage ausstempeln lassen. Aber der kleine Übergang hat gar keinen Zoll sondern nur die Einwanderungsbehörde dort. Ein hilfsbereites Grenzpolizist liess das Dokument kurzerhand von seinem Commander abstempeln und ausfüllen und nach dem Ausreisestempel in unseren Pässen alles war erledigt. 

Die Leute an der Grenzstelle erzählten uns schmunzelnd, dass der König vor einigen Jahren den Landesnamen auf Eswatini ändern liess, weil Swaziland zu oft mit Switzerland verwechselt worden war. Aber eben, das ist nur eine witzige Erklärung, in Realität ging es darum den alten Namen loszuwerden, weil dieser von den europäischen Kolonialmächten festgelegt worden war.

Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt, eine Fahrzeugkontrolle wurde nicht durchgeführt. Die Piste bis zur geteerten Hauptstrasse war recht abenteuerlich und wir waren einmal mehr froh in einem leistungsfähigen Geländewagen unterwegs zu sein. Regen hatte die lehmige Piste aufgeweicht und die Holztransport hatten diese dann gehörig kaputtgefahren und tiefe Fahrspuren hinterlassen. Wir kamen ohne Problem durch, mussten aber zwischendurch die Geländeuntersetzungen einsetzten um die rutschigen Steilauffahrten zu bewältigen.

Wir machten einen Abstecher zu den Nsangwini Felsmalereien. Ein junger Mann führte uns einen steilen Pfad hinunter zu einem Felsüberhang. Dort befinden sich einige gut erhaltene, etwa 2000 Jahre alte Zeichnungen. Wie häufig hatten die damaligen Bewohner Tierzeichnungen in Ockerfarbe hinterlassen. Der Wiederaufstieg brachte und ganz schön ins Schwitzen.

Im einfachen, aber liebevoll ausgebauten Campingplatz des Malalotja Naturschutzgebietes kamen wir unter. Ringsherum konnten wir verschieden Antilopenarten, darunter die seltene Eland Antilope beobachten. Die Tiere waren aber generell sehr scheu, ein Zeichen, dass sie nicht an Menschen in der Nähe gewohnt sind. Auf 1500 m Höhe waren die Temperaturen nun doch bedeutend kühlen als in den Tagen zuvor. Nicht zuletzt deshalb konnten wir herrlich schlafen.

Am Morgen konnte Ueli noch einige Bilder der Klippschliefer Kolonie schiessen. Aus diese Tiere waren sehr scheu und liessen ihn auf nur etwa 50 m herankommen bevor sie flüchteten.

Im selben Naturschutzgebiet, aber ganz im Süden besuchten wir noch die älteste Eisenerzgrube der Welt. Sie würde nachweislich vor etwa 43000 Jahren erstmals ausgebeutet und noch heute versucht es immer wieder mal ein neuer Besitzer etwas Geld damit zu verdienen.

Viel zu sehen gibt es leiden nicht und ach das Museum ist vor ein paar Jahren vollständig abgebrannt.

Mantenga Cultural Center und Milwane Game Reserve

Auf der Hauptstrasse erreichten wir das Mantenga Cultural Center, wo den Besuchern die Lebensumstände und die traditionellen Gesellschaftsregeln erklärt werden. Es war ganz interessant zu hören wir die Grossfamilien früher mit drei Generationen zusammen lebten. Jede Familiengeneration hatte jeweils drei Stroh Iglus. Eines zum Schlafen, eines zum Kochen und ein Haus wo man sich trifft. Die Grossmutter spielte dabei eine dominante Rolle und bildete das Oberhaupt der Familie, auch sie mit drei eigenen Häusern.

In der nahen Milwane Game Reserve kamen wir in einem schönen Camping unter. Wie schon tags zuvor waren wir die einzigen Camper. Das Reservat ist nicht gross, aber auch hier lernten wir eine neue Tierart kennen, nämlich die Rowen Antilopen. Wir konnten die männlichen Tiere dabei beobachten wie sie ihre Kräfte massen. Jeweils zwei Tiere umkreisten sich in einem langsamen Tank und stiessen dann immer wieder ihre Hörner zusammen. Die recht grosse Art ist wunderschön gezeichnet.

Hlane Royal Nationalpark

Dann fuhren wir zu Hlane Royal Nationalpark, etwa zwei Fahrstunden entfernt. Am Eingang wurde unser Auto von Soldaten kontrolliert, der Unterboden mit Spiegeln inspiziert. Es stellte sich heraus, dass der König erwartet wurde und deshalb ein riesiger Tross an Sicherheitspersonal, Polizeieinheiten und Armeeangehörige vor Ort waren. Sogar zwei gepanzerte Einsatzfahrzeuge eine Polizeisondereinheit tauchte auf. Sicher um die 100 Fahrzeuge aller Grössen belagerten den Campingplatz und liessen uns „Kunden“ kaum Platz übrig.

Auch hier waren die meisten Pisten für Selbstfahrer wegen der vorangegangenen Regenfälle gesperrt. Wir buchten einen Game Drive, welcher keine entsprechenden Einschränkungen unterlag .

Unterdessen war der König mit seiner Entourage eingetroffen. Der Grund seines Besuchs war, das er wieder einmal einen Game Drive unternehmen wollte. Unsere Tour stand länger auf der Kippe weil niemand sollte dem König im Wege stehen, wenn er dann auf die Pirsch ging. Dann aber war klar, dass wir vorneweg fahren durften, aber der Fahrer musste sicherstellen, dass wir und nicht begegneten. Bald trafen wir auf zwei schöne Löwen und konnten diese zu viert in aller Ruhe beobachten. Über Funk wurde dem „Königsfahrer“ mitgeteilt wo die Löwen zu finden sind. Dann mussten wir weiter. Allzu viel gab es auch hier nicht zu sehen. Speziell war dann aber doch einem Water Monitor (eine riesige Leguan Art) dabei zu beobachten, wie er eine junge Python Schlange verspeiste. Einige Vögel und immer wieder Antilopenkamen aber dann doch auch vor die Linse. Nashörner hingegen fanden wir keine. Bei einer Lichtung auf welcher eine grosse Giraffengruppe am äsen war, machte wir einen kurzen Halt um einen Aperitif zu geniessen. Es war schon ziemlich dunlkel als wir ins Camp zurückkehrten.

Bis zur Grenze nach Mosambik war es nicht allzu weit. Die Ausreiseformaltäten waren in Minuten erledigt.


Mosambik


Die Einreise verzögerte sich dann aber etwas. Wir hatten nämlich nicht bedacht, dass man bei der Einreise eine Reservation für eine Unterkunft vorweisen muss. Da auch dieser Übergang kaum frequentiert wird und wir sowieso die einzigen Touristen waren, half uns einer der Immigrationsoffiziere weiter. Erst suchte er eine Lodge im Maputo Nationalpark und kontaktierte diese. Nachdem er per WhatsApp die Fotos unserer Reisepässe geschickt hatte, kam auch umgehend eine Reservationsbestätigung zurück. Diese wurde ausgedruckt und alles war gut. Für das Auto gab es einen kostenlosen TIP, das Carnet wurde nicht benötigt. Mosambik scheint für seine monströse Bürokratie bekannt zu sein, aber mit den hilfsbereiten und flexiblen Beamten ging alles einfach über die Bühne.

Maputo Nationalpark

Über zum Teil üble Pisten auf dem direkten Weg zum Maputo Nationalpark Gate erreichten wir ein gute Teerstrasse. Auf der eigentlichen Hauptstrasse mussten wir dann sogar Strassenmaut bezahlen, aber die Gebühren sind bescheiden und bezahlen konnten wir mit Visa. Wir hatten Tage zuvor mit Isabelle Kontakt gehabt und hier im Nationalpark heute abgemacht. Am Gate wurden wir informiert, dass sie bereits angekommen sei, aber noch einen kleinen Umweg zum Xinguti Camp machen wollte. So erreichten wir den Campingplatz sogar noch vor ihr. Im dichten Wald an der gleichnamigen Lagune sind wunderbar schattige Stellplätze eingerichtet und mit einfachen aber auch sehr stilvollen, privaten Sanitärräumen ausgestattet.
Bald darauf traf auch Isa ein und schon bald sassen wir beim Apero.

Unser Tagesziel war Santa Maria, ganz an der Spitze der der langen Halbinsel gelegen. Sie Fahrt durch den Nationalpark war landschaftlich sehr abwechslungsreich. Dichter Wald, offenen Sumpf- und Graslandschaften und immer wieder kleine Seen sorgten für Abwechslung. Die Tierwelt zeigte sich etwas spärlicher aber immer wieder trafen wir auf verschiedene Antilopenarten und Giraffen, Zebras und in der Ferne Elefanten konnten wir entdecken. Die 60 km Fahrt auf einer sandigen Piste dauerte gut drei Stunden. Am Ende erwartete uns ein kleines Paradies. Im dichten Dschungel haben die Besitzer des Bemugis Restaurant drei Stellplätze eingerichtet. Beim Restaurant hat es einen erfrischenden Pool und zum Strand, mit Bar, sind es kaum 200 m. Wir genossen den schatten denn es war wieder schwül und heiss. Währen wir in der Strandbar einen Drink genossen, stieg das Wasser mit der Flut zusehends und schliesslich war der Weg zurück 50 cm unter Wasser. Das Nachtessen nahmen wir im Restaurant ein, direkt am Pool von Palmen gesäumt.

Wie angekündigt erreichte uns am frühen Morgen eine Regenfront, aber gegen Mittag hörte es bereits wieder auf und gegen Abend zeigten sich die ersten blauen Flecken am Himmel. Dank Internet konnten wir einiges erledigen und Ueli sich um die Webinhalte kümmern, langweilig wurde uns auf jeden Fall nicht.

 

Wir machten uns am nächsten Tag wieder auf die Socken, während Isa noch mindestens eine Nacht bleiben wollte. Auf derselben Piste ging es nun zurück. Der Regen hatte dazu geführt, dass der Sand noch tragfähiger geworden war und so keine Schwierigkeiten bot. Allerdings hatte es nun bedeutend mehr und tiefere Wasserlachen auf der Strecke. Nach gut drei Stunden standen wir am Eingang und erreichten kurz darauf die Grenze zu Südafrika wieder. Die Ausreiseformalitäten waren innert Minuten erledigt und die südafrikanische Bürokratie dauerte kaum länger.


Südafrika

Kosi River Mouth

Kaum einen Kilometer nach der Grenze bogen wir Richtung Küste ab. Wir besorgten uns im Utshwayelo Camp, dem geplanten Übernachtungsort, der Permit um den Kosi River Mouth besuchen zu können. Auf einer Piste erreichten wir den Strand. Im ganzen, seichten Mündungsbereich wurden einfache Fischfallen installiert. Das einfache Prinzip beruht darauf, dass mit engstehenden Strecken ein Labyrinth gebaut wird and dessen Ende die Fische den Ausgang nicht mehr finden und dadurch dort entnommen werden können. Das Auto liessen wir auf dem Parkplatz zurück und folgten zu Fuss dem breiten, sandigen Flussbett bis zum Meer. Hinter des Sandbarriere donnerten die Wellen des Indischen Ozeans, auf der Flussseite strömt der Kosi langsam und ruhig dem Meer entgegen.
Die Landschaft ist geprägt von vielen Sandbänken und mäandernden Flussarmen. Am Ufer liegen dekorative Baumskelette. Einige Einheimische versuchten sich mit fischen, am Fluss mit Speeren, am Strand mit Ruten.


Wir zogen weiter Richtung Santa Lucia, eine gute Tagesetappe südlich. Dort wollten wir den iSangaliso Wetland Park erkundigen. Aber erstens war der Campingplatz seit etwa einem Monat geschlossen und niemand wusste wann er wieder aufgehen würde. Zwar hätten wir eine Alternative bei einem Guesthouse gefunden, aber zweitens dazu kam, dass für die Nacht eine schwere Gewitterfront prognostiziert war und der folgende Tag sollte weitere Starkniederschläge bringen. Keine guten Bedingungen um eine Bootstour oder auch nur einen Ausflug mit dem Auto zu unternehmen. 

Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark

Wir beschlossen bis zur Nyalazi Campsite direkt an der Grenze zum Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark zu fahren, eine knappe Fahrstunde im Landesinneren. Sollte sich das Wetter zu Guten wenden, wären wir schnell wieder in Santa Lucia zurück.

 

Wir verbrachten eine ruhige, und Dank dem Regen wieder einmal angenehmeren Temperaturen, Nacht. Früh waren wir im Nationalpark unterwegs. Zuerst kurvten wir durch den nördlichen Teil, dem Hluhluwe Park. Zum Glück hatte der Regen in der Nacht aufgehört, nur war der Himmel noch immer grau bedeckt. Landschaftlich ist der Park sehr schön. Offene Savanne wechseln sich mit Wäldern ab. Die Topografie ist sehr hügelig, die Strassen gleichen deshalb einer Achterbahn. Immer wieder sahen wir die üblichen Tiere Südafrikas, einzig die Katzen und Nashörner hielten sich bedeckt.
Als wir am Nachmittag den südlichen Teil erkunden wollten, wurde und uns dies durch Nieselregen und tiefhängende, graue Wolken vermiest. Als sich schliesslich auch die Pisten in miesem Zustand zeigten und sich die Tiere auch weitgehend zurückgezogen hatten, beschlossen wir die Übung abzubrechen und ins Camp zurückzukehren.


Ithala Game Reserve

Nur 180 Km trennten uns von unserem nächsten Tagesziel, der Ihala Game Reserve. Aber die Strecke war sehr mühsam zu befahren und am Ende brauchten wir mehrere Stundn für die Strecke. Erst hatte es alle paar hundert Meter die vermaledeiten Speedbumps, dann musste man permanent auf der Hut vor massiven Schlaglöchern sein und zu guter letzt hatte es auch noch mehrere Kilometer lange Baustellen.

In Louwsburg, unmittelbar vor der Game Reserve, kauften wir im lokalen Spar noch einige Lebensmittel ein. Das Angebot war wie üblich in ländlichen Regionen auf die lokale, wenig kaufkräftige Kundschaft ausgerichtet. Die Metzgerei bot demzufolge vor allem Innereien, Würste und Hühnerfüsse in Grosspackungen an. Allerdings, wenn man den Metzger direkt kontaktierte, brachte er unter anderem wunderbare T-Bone Stücke aus dem Kühlraum und schnitt uns ein dickes Stück nach Wunsch ab. Auch mageres und feiner geschnittenes Hackfleisch bereitete er für uns zu.

 

Vom Gate bis zum Doornkraal Camping, an der Ostgrenze des Reservats, waren es etwa 20 km Piste. Und einmal mehr waren wir ganz allein, abgesehen von einigen Impalas. Das Camp ist einfach aber funktionell eingerichtet, aber dafür herrlich an einem Fluss gelegen. Es war für einmal nicht sehr heiss und vor allem nicht feucht, sodass wir unsere Bettwaren wieder einmal schön trocknen konnten.
Viele Tiere sahen wir auf dem Weg nicht, aber es fiel uns auf wie viele Zebras schon an der Strecke entlang grasten. Auf dem Weg zum Gate zurück machten wir noch einige Abstecher, aber weder Nashörner noch Elefanten haben wir gesichtet.


The Battlefields

Und wieder stand eine Überführungsetappe auf dem Programm, diesmal südwärts Richtung Drakensberge. In dieser Region trafen die Buren auf der Suche nach neuem Land um zu siedeln immer wieder auf Zulus und machten diesen ihr angestammtes Land streitig. Oft endeten die Zusammentreffen in blutigen Schlachten. Eine der hässlichsten fand in der Nähe von Dundee statt.
Um die Fahrt zu unterbrechen fuhren wir von der Hauptroute 25 Km auf Landwirtschaftspisten zum Bloed River Monument. Hier fochten 1838 die vor den Engländern ins Landesinnere vertriebenen Buren, die sogenannten Vortrekker, eine schreckliche Schlacht gegen die lokal ansässigen Zulus. Die 150 Buren standen mehreren tausend Zulu Kriegern gegenüber. Aus ihrer Wagenburg heraus schossen sie die nur mit Speeren bewaffneten Zulus mit Gewehren und Kanonen zusammen. Nach mehreren Angriffen blieben etwa 3000 Zulus auf dem Schlachtfeld zurück, die Buren verloren 4 Männer und hatten einige Verletzte. Die ganze Geschichte wurde mit einem Video heroisch so dargestellt, dass die armen Buren sich gegen die bösen Zulus wehren mussten. Dass sie aber den Zulus ihre Heimat streitig machten und diese sich eigentlich nur dagegen wehrten, wurde nicht erwähnt. Auch die heutigen Nachfahren dieser Vortrekker sind mächtig stolz auf deren Geschichte.

 

Wir fuhren noch etwa eine Stunde und quartierten uns im sehr schönen Kwa Rie Camping ein. Mitten im Campingplatz liegt ein grosser, von Seerosen bewachsener See. Wir campten direkt am Ufer und konnten die unzähligen Vogelarten beobachten. Unsere Nachbarn waren eine Familie aus der Romandie. Sie sind in den letzten zwei Jahren von der Schweiz der Westküste Afrikas entlang bis nach Südafrika gereist. 


Golden Gate Nationalpark

Der nördlichste aller Nationalparks und Reservate in den Drakensbergen, ist der Golden Gate Nationalpark. Im Camping kamen wir leider nur für eine Nacht unter, danach war er ausgebucht, die Osterferien hatten begonnen. Am Abend ging ein Gewitter nieder, aber am Morgen war der Spuk vorbei. Wir machten noch eine kurze Wanderung, direkt vom Camping aus. Unterhalb der imposanten Sandsteinfelsen wanderten wir zum „Mushroom Rock“, einem Felsturm der einen überhängenden Hut wie ein Pilz aufweist.


Clarens

Nur etwa 20 Km westlich des Golden Gate Parks liegt das Städtchen Clarens. Eine Gemeinschaft aus Künstlern und wohlhabenden Einwohnern haben einen bekannten Touristenhotspot aus dem Ort gemacht. Wir tankten nochmals auf, sodass wir nun wieder die vollen 270 Liter, das reicht für fast 2000 Km, an Bord hatten. Neben der Tankstelle sahen wir das Plakat einer Bäckerei und tatsächlich fanden wir dort wieder einmal ein feines Roggenbrot, fast wie wir es von zuhause gewohnt sind.Wir kamen bei Lothar, einem deutschstämmigen Campingbetreiber, unter. Der Camping liegt nur gerade 200 m vom Ortszentrum entfernt, sodass wir zu Fuss zum Aperitif und Nachtessen gehen konnten.
Uns gefiel es sehr gut und wir beschlossen einen weiteren Tag zu bleiben, nicht zuletzt auch weil wir hier auch gleich unsere Wäsche waschen konnten.

 

Um den Ort bietet sich das Naturreservat gute Wandermöglichkeiten die wir bei bestem Wetter gerne nutzten. Wir machten eine schöne Rundwanderung und waren erstaunt, wie gut die Wege gebaut und unterhalten waren. Lothar, selbst Teil der Stiftung, erklärte, dass genau das dazu führte, immer mehr Besucher anzulocken.
Am Abend genossen wir mit Lothar und den zwei Campnachbarn ein typisches „Braai“, das südafrikanische Wort für BBQ. Alle steuerten etwas bei und zu guter Letzt war es dann halt auch mehr als grosszügig ausgefallen.


Royal Natal Nationalpark.

Nur etwa zwei Fahrstunden entfernt lag unser nächstes Ziel. Am Sterkfontein Stausee vorbei kamen wir auf den Landstrassen gut voran. Obschon auch der dortige Campingplatz gut besucht war, fanden wir problemlos noch einen Stellplatz. Da wir früh angereist waren, blieb noch genügend Zeit eine Rundwanderung zu den „Tiger Falls“ zu machen. Zwar drohten im Laufe des Nachmittags immer mehr dunkle Gewitterwolken, aber wir brachten die Wanderung im Trockenen zu Ende. Erst stiegen wir über eine sonnenexponierte Bergflanke hoch um dann bei den Wasserfällen in einen dunklen Dschungel einzutauchen. Der Rückweg war dann einiges kürzer aber entsprechend steil. Ein guter Teil des Weges verläuft im schattigen Wald, vor bei an einem gutbesuchten Badetümpel.

 

Anderntags unternahmen wir eine bedeutend anstrengendere Wanderung zur Tukhela Gorge. Die Strecke ist hin und zurück zwar nur 13 Km mit etwa 400 Höhenmetern, aber der Weg ist oft steinig und sumpfig.
Der Weg folgt den Tukhela Fluss, welcher aus einem der weltweit höchsten Wasserfälle entspringt. Auf fast 3000 müM fällt das Wasser in einem ersten Schritt fast 600 m in die Tiefe. In mehreren weiteren Fällen überwindet er fast 1500 m.
Die Strecke ist recht abwechslungsreich und vermittelt immer wieder neue Ausblicke auf die mächtigen Felswände der Drakensberge, wobei die Gipfel oft über 3200 m hoch sind. An einem Hang oberhalb des Wanderwegs erblickten wir eine kleine Herde von Rowan Antilopen. Schliesslich erreichten wir durch einen dichten Urwald den Ausgang der eigentlichen Schlucht. Für uns reichte das erst mal, auch wenn man noch etwa einen Kilometer durch die Schlucht hochsteigen könnte.   


Giants Castle Game Reserve

Wieder machten wir einen Sprung den Drakensbergen entlang südwärts. Die Distanzen zwischen den Destinationen sind nicht gross, ein, zwei Stunden Fahrt bringen einem in einen weiteren Bereich. Bei der Anfahrt zu unserem Tagesziel hatten wir doppelt Glück. Zuerst fanden wir schon wieder eine Bäckerei welche nicht nur feines Brot anbot, sondern auch regional produziertes Mehl in vielen Sorten. Nur ein paar Kilometer weiter dann ein Käseladen. Nicht gerade ein europäisches Sortiment, aber sicher mehr und bessere Sorten als im Supermarkt.
Wir quartierten und im Monks Cowl Camping ein und wunderten uns, dass dieser sich fast leer zeigte. Aber am Wochenende wir er ausgebucht sein.

Myrta hatte vom Vortag noch etwas schwere Beine und beschloss einen Ruhetag einzulegen. Ueli machte sich auf eine Rundwanderung direkt von Campingplatz aus. Erst ging es hinunter zu den „Sterkspruit Falls“ um dann dem Fluss aufwärts zu folgen. Nach einem Abstecher zu den „Nandi Falls“ ging es zurück ins Camp. Ein guter Teil des Wegs verläuft in der Sonne, welche einen ganz schön ins Schwitzen bringt. Zum Glück quert man immer wieder kleine Bäche, wo man den Kopf kühlen kann.

 

Heute warfen wir einmal mehr ein feines Steak auf den Grill. Dazu gab es einen Blumenkohlsalat und Knoblauchbrot.


Weenen Nature Reserve

Knapp 100 Km östlich, weg von den hohen Bergen, besuchten wir das kleine Naturreservat Weenen. Auch hier klappte es mit einem Stellplatz, nicht zuletzt, weil wir bereits um zehn Uhr morgens eintrafen. Wir besetzten einen Platz und machten uns auf das Reservat zu erkunden. Etwa 30 Km, zum Teil recht ruppige Piste erschliesst den Park. Hier sollten wir noch einmal gute Chancen haben Nashörner zu sehen. Das Einzige das wir sahen, zeigte uns das Hinterteil und verschwand im dichten Busch. Generell hatten wir wenig Glück, eine Giraffe und ein paar Antilopen waren die einzigen Säugetiere die wir sahen. An den Wasserlöchern noch einige Vögel und Wasserschildkröten, das wars.

Ein herrliches Spektakel erlebten wir dann noch kurz nach Sonnenuntergang: Der Vollmond ging im Osten auf und schenkte uns einige schöne Augenblicke.


Auf nach Lesotho

Auf demselben Weg fuhren wir zurück nach Escourt, wo wir noch einige Einkäufe tätigten, in Südafrika ist der Karfreitag kein Feiertag. Danach nutzten wir wieder einmal eine Mautstrasse da die Landstrassen in strak besiedelten Gebiete ziemlich mühsam zu befahren sind, bei jeder Häuseransammlung trifft man dort auf die Speedhumps.

Die Landstrasse Richtung Lesotho war ohne Verkehr aber die letzten 60 Km waren eine Achterbahnfahrt auf einer oft ruppigen Piste. In Himeville füllten wir einmal mehr unsere Tanks, wir hatten gelesen, dass der Dieselpreis auch in Lesotho massiv erhöht worden war. Zudem wird das Land von Südafrika aus mit Treibstoffen beliefert und es wurde befürchtet, dass es zu Engpässen kommen könnte. Nun, mit vollen Tanks können wir Lesotho ohne nachtanken bereisen.

Auf dem Weg zum Sani Pass ist die Strasse bis zum südafrikanischen Zoll eine bestens ausgebaut Teerstrasse. Aber schon die Einfahrt zur Grenzstation war eine Kostprobe was auf uns wartete. Die Formalitäten waren in Minuten erledigt, einzig die Reisepässe bekamen einen Ausreisestempel. Das Carnet de Passage wurde nicht ausgestempelt.

Die Piste hoch zum Sani Pass ist nur 8 Km aber auf dieser kurzen Strecke müssen etwa 1000 Höhenmeter überwunden werden. Die Piste ist sehr steinig und an vielen Stellen sehr steil. Wir fuhren im 4x4 und nutzten die Untersetzungen um so immer genug Leistung zu haben und dadurch die schwierigen Stellen dosiert überwinden zu können. Um so erstaunlicher war es, dass immer wieder ganz normale Minibusse entgegenkamen.  Immer wioeder genossen wir die grandiose Aussicht hinunter ins Tal. Kurz vor der Passhöhe stand uns einer der Vans im Weg. Er hatte in einem Steilstück wegen Gegenverkehr anhalten müssen und konnte anschliessend nicht wieder anfahren. Kurzerhand wurden die Passagiere ausgeladen um leichter zu werden und schon ging es weiter.

Auf der Passhöhe, ziemlich genau auf 3000 müM, war das auch die lesothische Grenzstation. Auch hier waren die Formalitäten schnell erledigt. Pro Peron zahlten wir noch eine Gebühr von 100 Maloti bezahlen, das Auto kostete 120. 

Hier noch ein kuzes Video von der Fahrt hinauf zum Sani Pass



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Kommentare: 1
  • #1

    Rick Alston (Montag, 27 April 2026 17:42)

    I've just spent a very enjoyable hour or so watching your latest trip unfold, great photographs and accompanying text.