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Den Chobe Riverfront Nationalpark durchfuhren wir auf der Transitstrasse bis nach Kasane. Auf die geplante Übernachtung bei der Chobe Safari Lodge verzichteten wir. Im Gegensatz zur Lodge selber war der Campingplatz staubig, eng, die angebotenen Stellplätze ungünstig gelegen und zudem überteuert. Nachdem wir einige Besorgungen erledigt hatten, richteten wir uns im etwas ausserhalb der Stadt gelegenen Camping der Kwalape Safari Lodge ein.
Am folgenden Morgen machten wir uns auf, die Riverfront des Chobe Nationalparks auf eigene Faust zu erkunden. Die Informationen, dass Overlander erst um acht oder gar neun Uhr zur Tour starten können, stellten sich als falsch heraus. Auch wir hätten bereits um 5.30 Uhr beim Sedudu Gate einfahren können. Nachdem wir die Eintrittsgebühr bezahlt hatten, befuhren wir die verschiedenen Pisten von Ost nach West, immer auf der Ausschau nach Wildtieren. Diese liessen auch nicht lange auf sich warten. In den lichten Wäldern sahen wir verschiedene Antilopenarten und in Ufernähe vor allem Elefanten und unzählige Vogelarten. Höhepunkt unserer Pirschfahrt war definitiv die Sichtung einer Löwenfamilie. Die Muttertiere und ihre halbwüchsigen Jungen hatten es sich im Schatten eines Baumes, direkt an der Piste, gemütlich gemacht und liessen sich durch die neugierigen Besucher nicht aus der Ruhe bringen. Plötzlich kam aber Bewegung in die Gruppe, vier der männlichen Junglöwen schossen unter dem Baum hervor und jagten einer ausgewachsenen Pferdeantilope nach, welche sich in die Nähe getraut hatte. Die Jäger merkten schnell, dass sie im offenen Gelände keine Chance hatten, liessen von der vermeintlichen Beute ab und der Bock machte sich ziemlich ungestresst davon.
Für den Nachmittag hatten wir eine Bootstour gebucht, um die Fauna vom Wasser aus beobachten zu können. Wir nahmen in einem vergleichsweise kleinen, offenen Boot Platz, wo uns die besten, vordersten Plätze angeboten wurden. Auf unserer Tour wurden zwar weder Aperitif noch Snacks angeboten wie auf den grossen Booten, aber wir waren ja an der Tierwelt interessiert und nicht am Essen und Trinken. Unser Käpt’n stellte sich als fachkundiger und witziger Guide heraus und hatte Augen wie ein Adler. Er führte uns immer wieder zu Tieren, die wir selber nie entdeckt hätten. Das kleine, wendige Boot war bestens geeignet, um sich den Tieren zu nähern. Krokodile und Vögel konnten wir so aus kürzester Distanz fotografieren. Wir hatten genügend Zeit, um eine Elefantenfamilie beim Durchschwimmen eines Flussarms zu beobachten. Einzig an die Flusspferde und Wasserbüffel kamen wir nicht ganz nahe heran, da diese auf den Flussinseln am grasen waren. Die Sonne war bereits untergegangen, als wir die Liegestelle wieder erreichten.
Tebby von der Agentur Deep Africa hatte nicht nur den Bootstrip für uns organisiert, sie war uns auch behilflich, Campingplätze im Chobe und Moremi
Nationalpark zu buchen. Diese sind normalerweise Monate im voraus ausgebucht, Agenturen haben jedoch meist die Möglichkeit, auch kurzfristig noch etwas zu finden. Einzig in Savuti
konnte auch Tebby keinen Platz organisieren, buchte für uns aber eine Nacht in der Thobolo’s Bushlodge, etwas ausserhalb des Parks. Da wir so keine allzu weite Fahrt vor uns
hatten, konnten wir den Vormittag nutzen, um unsere Lebensmittel- und Getränkevorräte aufzustocken. Zudem mussten wir zusätzliches Bargeld
organisieren, da in den abgelegenen Gegenden, die vor uns lagen, kaum noch mit Kreditkartenzahlung zu rechnen war. Die Alkoholläden öffnen in Botsuana nach Gesetz erst um 10.00 Uhr,
sodass wir gegen halb elf, nachdem auch diese Einkäufe erledigt waren, starten konnten. Der Grossteil der Anreise erfolgte über die Teerstrasse, lediglich die letzten 20 Kilometer
waren Piste. So erreichten wir das Camp bereits am frühen Nachmittag.
Das Wetter war den ganzen Vormittag stark bewölkt und im Tagesverlauf entwickelte sich daraus sogar ein Gewitter mit etwas Niederschlag. Wir genossen den daraus resultierenden,
merklichen, Temperaturrückgang. Das Wasserloch am Rand der Anlage, lockte die unterschiedlichsten Tiere an, um ihren Durst zu löschen. Eine grosse Elefantengruppe entschloss sich,
den Rückweg in den Busch mitten durch unser Camp einzuschlagen. Auch an dieser Tränke war es interessant zu beobachten, in welcher Reihenfolge die Tierarten auftauchten. Nach den Elefanten
kam eine grössere Gruppe Wasserbüffel vorbei, danach wieder Antilopen und später zeigten sich einige Giraffen.
Wir starteten früh am nächsten Morgen, denn wir mussten den Chobe Park komplett durchfahren, da wir innerhalb, im einzigen Campingplatz in Savuti, keine Bleibe gefunden hatten. Die Strecke bis zum Ghoha Gate war ziemlich mühsam. Die sandige Piste war total ausgefahren und so wellig, dass wir oft nur im Schritttempo fahren konnten, wollten wir nicht komplett durchgeschüttelt werden. Kurz nach dem Gate trafen wir auf eine Gruppe von Büffeln, welche direkt an der Strasse grasten, die restliche Strecke bis Savuti bot hingegen ausser ein paar wenigen Antilopen tiermässig nicht viel. In Savuti erkundigten wir uns über die Pistenverhältnisse und wurden davor gewarnt, nach dem gestrigen Regen die Marsh Road zu befahren. Diese Route tangiert mehrere Salzpfannen, welche im nassen Zustand schwierig zu durchqueren sind. Die Ranger vor Ort empfahlen uns, besser die Sandridge Road zu nutzen. Leider stellte sich heraus, dass diese Strecke landschaftlich wenig bot und neben den üblichen Antilopen und ein paar Vögeln auch wenige Tiere zu sehen waren. Die Gegend um Savuti gilt eigentlich als sehr tierreich, aber ohne Übernachtung im dortigen Camp bleibt einfach nicht genügend Zeit, um auf ausgedehnte Pirsch zu gehen. Ärgerlich war zudem , dass wir am Mababe Gate auf Nachfrage informiert wurden, dass seit dem Regen mehrere Fahrzeuge ohne Probleme über die Marsh Road angekommen waren.. wie heisst es so schön: no Risk no Fun
Wir erreichten das Konzessionsgebiet Khwai und unseren dort gebuchten Campingplatz am späten Nachmittag. Auf den letzten 100 km der Strecke mussten wir immer wieder tiefe Wasserlöcher durchfahren. Der Regen des Vortages hatte eindeutig seine Spuren hinterlassen. Im sehr einfachen Campingplatz direkt am Mbudi River gelegen, waren und blieben wir die einzigen Gäste. Das Personal hier empfing uns ziemlich unmotiviert und war wenig hilfsbereit. Obwohl die Preise in all den vielen kleinen Campings in der Umgebung um einiges günstiger sind als jene im Nationalpark, sind sie, verglichen mit anderen Angeboten in ähnlichen Regionen grundsätzlich überteuert. Wir bezahlten im Trekker Dog Camp 600 Pula, fast 40 CHF, und bekamen dafür einen unebenen Platz zwischen den Bäumen und die Nutzung von Toilette und Dusche, wobei die Sanitäranlagen sehr improvisiert und zusammengebastelt wirkten. Wir erwarten und brauchen keinen Luxus, aber einen realistischen Gegenwert zum bezahlten Preis.
Am nächsten Morgen starteten wir mit dem Auto zu einer Tour durch die Umgebung. Die Khwai Community Conservancy ist ein Konzessionsgebiet, welches ausschliesslich von der einheimischen Bevölkerung touristisch genutzt werden darf und zwischen Chobe und Moremi NP liegt. Da keine Zäune die Tiere in den Nationalparks halten, sind die Chancen, hier Wildtieren zu begegnen, genauso gross. Viele der Strecken durch die Gegend führten aber entweder zu Lodges und Camps oder wir trafen auf Schilder, welche einen Privatbesitz anzeigten. Wir kamen aber trotzdem auf unsere Rechnung und sahen sogar die eine oder andere neue Tierart. Der Himmel war in den letzten Tagen oft bedeckt oder bewölkt gewesen und es gab immer wieder kurze Niederschläge, offensichtliche Anzeichen einer frühen Regenzeit.
Kurz nach dem Dorf Khwai trafen wir auf das North Gate der Moremi Game Reserve. Trotz der Abgeschiedenheit konnten wir den Eintritt mit Kreditkarte bezahlen. Für zwei Personen und ein Fahrzeug mit ausländischem Kontrollschild belaufen sich die Kosten auf 40 CHF pro Tag. Auf dem Weg zum gebuchten Campingplatz in Xakanaxa gibt es unzählige Routen, welche die Region zwischen der Zubringerstrasse und dem Khwai River erschliessen. Wir durchstreiften die Gegend kreuz und quer und waren begeistert, wie viele Tiere wir zu sehen bekamen. Auch landschaftlich boten die Strecken durch Wälder mit riesigen Bäumen und immer wieder vorbei an Tümpeln und Seen sehr viel Abwechslung. Neben einigen harmlosen Wasserstellen mussten wir ein etwas tieferes Wasserloch durchqueren, was auch ohne Probleme gelang. Kurz darauf bemerkte Ueli jedoch, dass die Kühlwassertemperatur immer weiter anstieg. Eine Überprüfung zeigte als Ursache ein grösseres Problem: Am Kühlerpropeller waren sämtliche Flügel bis auf kurze Stummel weg geflogen und die Plastikteile hatten mehre Löcher in den Kühler geschlagen. Der Grund dafür war wohl das Alter unseres ansonsten so zuverlässigen Land Cruisers. Der Kunststoff des Propellers musste in den nunmehr 26 Jahren Betrieb im heissen Motorraum so brüchig geworden sein, dass die Schaufeln bei der tiefen Wasserdurchfahrt abgeschert wurden. Wir hatten zuvor schon viele, auch tiefere Wasserdurchfahrten problemlos bewältigt, aber immer bei niedrigen Temperaturen, wo der Propeller nicht drehte. Da wir nur noch etwa 15 km vom Ziel entfernt waren, beschlossen wir, weiterzufahren und immer wieder Wasser nachzufüllen. So schafften wir es bis zur Rezeption des Campingplatzes. Dort angekommen, schilderten wir unser Problem und die Leute setzten alles in Bewegung, um eine Lösung zu finden. Nicki, die Managerin, und vor allem Tolley, einer der Nationalparkmitarbeiter beim Gate, setzten sich mit mehreren Leuten in Verbindung. Schliesslich konnten wir zusammen einen Mechaniker aus dem 150 km entfernten Maun organisieren, welcher anderntags mit einem Propeller und einem neuen Kühler zu uns hinausfahren würde, um den Schaden zu beheben.
Wir richteten uns erst mal im Campingplatz ein und hofften, dass alles gut werden würde.
Der Chef des Mechanikers hatte uns schon früh am Morgen per WhatsApp informiert, dass sein Mann bereits vor 5 Uhr gestartet sei. Und tatsächlich tauchte er zusammen mit Tolley kurz nach acht Uhr auf. Ueli hatte derweil schon die meisten Teile demontiert, sodass nach knapp zwei Stunden Arbeit der Motor wieder gestartet werden konnte. Myrta hatte zwischendurch Kaffee und ein kräftiges Frühstück mit Speck und Eiern für Edmore, den Mech, zubereitet, welcher ja in aller Herrgottsfrühe ohne Morgenessen losgefahren war.
Alles passte und funktionierte wieder bestens. Später erfuhren wir, dass der Land Cruiser von Edmore auf der Rückfahrt nach Maun kurz nach dem South Gate mit defekter Benzinpumpe liegengeblieben war.
Nachdem die Reparatur so zügig erledigt war, lag der Tag noch grösstenteils vor uns und wir wollten ihn nutzen, um mehr vom Moremi NP kennenzulernen. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, entsprechend stieg die Temperatur wieder bis auf 42 Grad an. Wir starteten unsere Rundfahrt mit den Paradise Pools nordöstlich von Xakanaxa, fuhren anschliessend Richtung 3rd Bridge und auf dem Rückweg zum Camp durch die nördlichen Gegenden des Parks. Dort trafen wir immer wieder auf grosse Seen, offene Steppen und Wälder mit grossen Bäumen. In dieser abwechslungsreichen Landschaft begegneten wir trotz mittäglicher Hitze recht vielen Tieren. Sogar ein einsames Flusspferd wagte sich zum Grasen aus dem Wasser. Einzig mit Katzen hatten wir auch hier kein Glück.
Da unser Stellplatz wenig Schatten bot, hatten wir uns bei Nicki erkundigt, ob sie uns in Anbetracht der grossen Hitze irgendwo am Schatten unterbringen könnte. Sie fand ein Plätzchen unter grossen Bäumen, wo wir uns einrichten konnten. Dort verbrachten wir den restlichen Nachmittag. Bald bekamen wir Besuch vom „Elefanten des Hauses“. Das Tier ist regelmässig im Campingplatz anzutreffen und stört sich nicht im geringsten an den Menschen. Er graste gemütlich am Flussufer, nur wenige Meter von uns entfernt. Später frass er sich immer weiter durch das hohe Gras, sodass man ihn irgendwann nicht mehr sehen, aber immer noch hören konnte. Auch ein Warzenschwein gehört zu den regelmässigen Gästen des Platzes. Obwohl diese Tiere zu den eher scheuen Arten zählen, liess sich auch der stattliche Eber bei seinen Rundgängen nicht stören. Als es bereits dunkel war, stapfte ein Flusspferd aus dem Wasser, um in unmittelbarer Nähe seinen Hunger zu stillen. Die Campingplätz in Botsuana sind generell nicht eingezäunt, sodass immer mit Wildtieren gerechnet werden muss. Entsprechend sollte man sich als Besucher darauf einstellen und sich bei allzu nahem Kontakt ins Auto verziehen. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn man nachts sich im Freien aufhält.
Auf dem Weg nach Maun durchquerten wir die Moremi Game Reserve via 3rd Bridge zum South Gate. Da die 4th Bridge gerade neu gebaut wurde, mussten wir diese über die alte, zusammengefallen Brücke umfahren. Wir hatten die Stelle schon fast passiert, als unser Gefährt mit beiden Achsen gleichzeitig in ein tiefes Loch fiel und auf den Blattfedern auflag. Ueli merkte sofort, dass wir uns nicht aus eigener Kraft und auf die Schnelle aus dieser Situation befreien konnten. Das einfachste war, auf ein Auto zu warten, welches uns herausziehen konnte. Ueli legte schon mal den Bergegurt bereit, als die Arbeiter von der Baustelle der neuen Brücke herüberkamen, um zu sehen, wie sie helfen könnten. Da noch immer kein Auto aufgetaucht war, beschloss man, mithilfe eines Hi Lift Jacks die Vorderachse anzuheben, um Holzstämme unterlegen zu können. Mit vereinten Kräften konnte das Auto befreit werden und wir waren wieder unterwegs. Nördlich des 3rd Bridge Camps fuhren wir eine Runde um das Mbomo Island. Obschon als tierreich bezeichnet, war die Fahrt in Bezug auf Tiersichtungen nicht sehr ergiebig, was uns angesichts der hohen Temperaturen nicht wirklich wunderte. Die Strecke schien auch eher selten befahren zu werden, denn frische Spuren sahen wir in den teils tiefsandigen Pisten nicht und in den Wäldern waren die Wege oft ziemlich zugewachsen. Zurück in der Nähe der 3rd Bridge, bogen wir auf die Hauptpiste Richtung South Gate ein. Auch diese Strecke hatte einige Weichsandabschnitte, die wir aber problemlos bewältigten. In diesem Teil waren wieder mehr Tiere unterwegs als zuvor.
Die Strecke Richtung Maun, vom South Gate bis zur Einmündung in die Transit Road, bot für uns eine Überraschung nach der anderen. Kurz nach Verlassen des Parks trafen wir auf das liegengebliebene Auto von Edmore, dem Automechaniker, welcher uns mit dem Kühler aus der Patsche geholfen hatte. Anschliessend wanderten hunderte von Elefanten in grossen Herden durch die Graslandschaft, begleitet von etlichen Giraffen, Zebraherden und unterschiedlichen Antilopenarten in grosser Zahl. Auf diesem Abschnitt haben wir wohl mehr Tiere gesichtet als in Chobe und Moremi zusammen. Die Strasse nach Maun war in einem traurigen Zustand. Wellblech und Tiefsand wechselten sich ab und selbst als wir 40 km vor Maun auf die Teerstrasse stiessen, war diese gespickt mit richtig tiefen Schlaglöchern. Wir waren jedenfalls froh, als wir unser Ziel erreicht zu hatten. Nach einem kurzen Einkauf im SPAR-Supermarkt suchten wir einen Übernachtungsort. Beim Hotel Sedia, etwas ausserhalb der Stadt, kamen wir unter und schätzten einmal mehr den schattigen Stellplatz, war doch die Temperatur wieder auf gute 40 Grad geklettert. Am Abend bescherte ein kurzes Gewitter etwas Abkühlung, so dass wenigstens für ein angenehmes Schlafklima gesorgt war.
Das Wetter blieb danach unbeständig. Immerhin liess der bedeckte Himmel und die kurzen Schauer die Temperatur auf unter 30 Grad fallen, was durchaus angenehm war. Auf der anderen Seite durchkreuzte die Witterung aber unsere Pläne. Den geplanten Flug über das Okavango Delta und eine Mokoro-, bzw. Bootstour in dieser Gegend liessen wir fallen, da die Bedingungen zu unsicher waren. So hatten wir Zeit, in Maun einige Besorgungen zu erledigen. Wäschewaschen war wieder einmal angesagt, die Webseite musste aktualisiert und ein paar weitere Dinge in Angriff genommen werden. Am Strassenrand bemerkten wir ein "Geschäft", eigentlich einen mit Planen überdeckten Stand, welcher Reparaturen von Polstern, Sitzen und Zelten anbot. Wir hatten schon lange nach einer Möglichkeit gesucht, um den Reissverschluss unseres Feldstecher Etuis reparieren zu lassen. In der Schweiz hatten wir niemanden gefunden, der diese Arbeit ausführen konnte oder wollte. Für den jungen Mann in dieser einfachen Werkstatt schien das kein Problem zu sein. Er begutachtete das Etui und bot uns an, den Reissverschluss über Nacht für etwa 4 Franken zu ersetzen. Wir legten noch zwei Franken darauf und er reparierte auch die Säcke unserer Campingstühle. Zuvor hatten wir in einer anderen Werkstatt zwei neue Nummernschilder herstellen lassen, nachdem wir eines verloren hatten. Damit wir diese anschrauben konnten, bohrte uns der willige junge Mann kurzerhand zwei Löcher in die Kunststofftafeln.
Wir besuchten ausserdem die Garage, deren Mechaniker uns in der Moremi Game Reserve so professionell und schnell aus der Patsche geholfen hatte. Vor allem wollten wir natürlich die offene Rechnung begleichen. Wir waren immer noch völlig überwältigt von der Hilfsbereitschaft dieser Menschen und mussten uns immer wieder vor Augen führen, wie zuverlässig alles funktioniert hatte. Mit Hilfe von Tolley an der Rezeption von Xakanaxa kam gegen 15 Uhr der Kontakt mit dem Garagisten zustande. Wenige Minuten später ging die Bestätigung ein, dass Edmore, der Mechaniker, sich früh am nächsten Morgen in Maun, 150 km und 4 h Fahrt entfernt von uns, mit den Ersatzteilen auf den Weg machen würde. Um 5 Uhr morgens eine kurze Nachricht vom Chef, dass sein Mann unterwegs sei. Um 8:15 Uhr traf Edmore ein und um zehn Uhr war das Auto wieder in Ordnung.
Nun waren wir gespannt und erneut überrascht über die Höhe der Rechnung, welche auf 13000 Pula, etwa 800 CHF, lautete. Darin waren die 300 km An- und Rückfahrt, die 2 Arbeitsstunden vor Ort und die Teile enthalten. Wir hatten vor Ort weder eine Anzahlung geleistet, noch hatte der Garagist von uns mehr als eine Handynummer. Wir bedankten uns ganz herzlich für das grosse Vertrauen, das uns entgegen gebracht wurde. Als Begründung antwortete der Chef, dass sie oft für Overlander arbeiten und bisher nie Probleme hatten mit der Bezahlung. Bevor wir die Garage verliessen, erwähnte Ueli, dass die Handbremse neu eingestellt werden sollte. Beim Wechseln der Beläge in Namibia wurde diese offenbar nicht in der Trommel, sondern nur am Bremshebel eingestellt und nun war kein Weg mehr verfügbar. Die Mechaniker hier sahen das Problem und korrigierten es. Geld wollte der Chef dafür nicht, er war zufrieden mit einem Trinkgeld für die Angestellten. Wir verabschiedeten uns herzlich von der sympathischen Mannschaft und verliessen Maun.
Wir bogen von der Hauptstrasse ab und folgten dem Boteti River auf einer Piste. Leider sieht man vom Fluss kaum etwas, von daher lohnte sich diese Strecke nicht wirklich. Die Piste selber wird offenbar vor allem vom Vieh genutzt und weniger von Motorfahrzeugen. Etwa 10 km vor Motopi wurden wir von einem gewaltigen Gewitter mit unglaublichem Niederschlag überrascht. Innert Sekunden war die Sicht aus dem Auto gleich Null und die Piste stand nach kürzester Zeit bis 20 cm unter Wasser. Wir hatten geplant, zu einem schönen Campingplatz auf einer Farm am Boteti fahren, um dort zu übernachten. Wir sahen jedoch, dass genau in diese Richtung der Himmel tiefschwarz war und Regensäulen unter den Wolken weitere Wassermassen versprachen. Wir beschlossen deshalb, die Gewitterfront zu durchqueren und bis Gweta durchzufahren. Auch auf der folgenden Teerstrasse wurden wir nochmals von einem mächtigen Schauer getroffen. Wir steuerten das Camp Planet Baobab an, wo wir herzlich empfangen wurden. Den Regen hatten wir inzwischen hinter uns gelassen, so dass wir uns im sehr ansprechend und fantasievoll angelegten Campingplatz ausgiebig umsehen konnten. Im ganzen Areal wachsen mehrere mächtige Baobab Bäume, welche dem Ort den Namen gaben. Die Stellplätze sind grosszügig und die Sanitäranlagen wirklich schön und sehr sauber.
Bevor wir unsere Fahrt fortsetzten, erkundigten wir uns, ob die Routen nach Kubu Island über die Salzseen passierbar sind. Da die Leute vom Camping keine aktuellen Informationen hatten, setzten wir uns direkt mit dem Campingplatz dort in Verbindung. Nach einigem Hin und Her kristallisierte sich heraus, dass nur die Route ausserhalb der berühmten Salzpfannen wirklich empfehlenswert war, genaueres konnten wir aber auch dort nicht in Erfahrung bringen. Nachdem der Wetterbericht in der Nacht noch einmal Niederschläge voraussah und auch am folgenden Tag damit zu rechnen war, beschlossen wir schweren Herzens auf das Abenteuer zu verzichten.
Wir umfuhren deshalb die Gegend auf der Ostseite und beschlossen, in der Nähe von Francistown im Woodland Campingplatz einen Zwischenhalt einzulegen.
Unser nächstes Ziel war das Khama Rhino Sanctuary. In diesem kleinen Wildreservat wurden vor ein paar Jahren einige der vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashörner ausgewildert. Der Bestand hat sich inzwischen auf über dreissig Tiere erhöht, womit ein wichtiger Beitrag geleistet wird, um diese Art zu erhalten. Zum Schutz der Nashörner vor Wilderern ist das ganze Areal eingezäunt und wird von bewaffneten Rangern kontrolliert. Kurz nach Mittag trafen wir beim Reservat ein und richteten uns erst mal im Campingplatz ein. Auch hier konnten wir wieder eine grosse Vielfalt an Vogelarten beobachten, die für Abwechslung und Unterhaltung sorgten. Am späteren Nachmittag machten wir uns auf, das Reservat zu erkunden, in der Hoffnung, einige der Nashörner beobachten zu können. Tatsächlich entdeckten wir schon nach Kurzem, am ersten Wasserloch, zwei der eindrücklichen Tiere. In einem grossen Misthaufen am Pistenrand tummelten sich Dutzende fetter, schwarzer Käfer. Auch wenn der Anblick dieser Krabbeltiere eher unappetitlich war, ist es immer wieder faszinierend zu sehen, welche Symbiosen die Natur bereithält. Wir setzten unsere Fahrt entlang der Ostgrenze, weiter nach Norden fort. Dabei trafen vor allem auf Antilopen und grössere Gruppen von Zebras. Auch Nashörner zeigten sich, hielten sich aber meist in mehreren hundert Metern Distanz auf. Auf einer Piste, welche nach Südwesten zurückführte, trafen wir dafür unvermittelt auf zwei Tiere direkt am Wegrand. Diese liessen sich durch uns nicht stören und posierten geduldig für unsere Bilder. Auf dem Rückweg ins Camp legten wir bei einer Vogelbeobachtungsstation einen Zwischenhalt ein. Aus dem Versteck konnten wir am davor liegenden Tümpel unzählige Arten und sogar Wasserschildkröten beobachten. Am eindrücklichsten waren auch hier die farbigen Eisvögel, welche in einer sandigen Wand mit dem Nestbau beschäftigt waren. Mehrere hühnerartige Vögel trafen wir auch ausserhalb des Beobachtungspostens an. Diese waren so sehr mit scharren und Futter suchen beschäftigt, dass sie aus nächster Nähe abgelichtet werden konnten.
Zurück im Camp heizte Ueli die Feuerstelle ein, denn wir wollten grillen und backen. Das fertige, gut gelungene Brot duftete herrlich, so dass wir uns freuten bereits auf das Frühstück freuten.
Nach dem Besuch des Nashorn-Reservates blieben noch etwa 200 km bis zur Grenze nach Südafrika.
Dort angekommen, erwartete uns erst mal ein Lastwagen Chaos. Die Ausreise aus Botsuana ging trotz allem recht zügig vonstatten und wir konnten nach wenigen Minuten den Limpopo Fluss zur südafrikanischen Grenzstation überqueren. Auch dort war der Reisepass rasch gestempelt, als wir jedoch das Carnet de Passage beim Zoll präsentierten, brauchte es den Einsatz von drei Damen, bis alles korrekt ausgefüllt und mit den nötigen Stempeln versehen war. Dank Ueli's Aufmerksamkeit konnte die Zöllnerin im letzten Moment davon abgehalten werden, auch gleich das Ausreiseformular aus dem Carnet herauszureissen. Wieder in der LKW Kolonne eingereiht, wollte ein Polizist unsere Immatrikulationsvignette sehen. Diese ist bei allen Fahrzeugen im südlichen Afrika der Nachweis, dass dieses ordnungsgemäss zugelassen ist. Da wir mit Schweizer Kontrollschilder unterwegs sind, brauchten wir keine sog. Disc. Der Mann wollte das nicht glauben und erklärte, dass in seiner fünfzehnjährigen Dienstzeit noch nie ein Auto ohne diesen Aufkleber eingereist sei. Um der Diskussion ein Ende zu setzen, fragte ihn Ueli schliesslich, wo er den Kleber denn besorgen könne. Offenbar wusste er darauf keine Antwort, denn plötzlich liess er uns weiterfahren. Sogar auf die sonst übliche Fahrzeugvisitation verzichtete er. Willkommen in Südafrika…
Grenzformalitäten
Personen aus westeuropäischen Ländern erhalten normalerweis bei der Einreise eine Aufenthaltsberechtigung für 90 Tage, ohne Kosten. Auf jeden Fall sollte man sich vorgängig schlaumachen, was für die eigene Staatsangehörigkeit gilt und wie sich die Regeln allenfalls verändern.
Ist man pensioniert und will oft und länger in Südafrika reisen, lohnt es sich unter Umständen, auf der südafrikanischen Botschaft in der Heimat ein „Pensioner Visum“ zu beantragen. Mit diesem Visum ist man gleichberechtigt mit einer Person, welche in Südafrika resident ist. Das hat auch den Vorteil, dass man von den viel günstigeren Preisen für Einheimische, z. B. in Nationalparks, profitieren kann. Und das nicht nur in Südafrika selbst, sondern als „SADC-Resident“ auch in Botsuana und Namibia. Details siehe auf der Südafrika Seite.
Bei JEDER Einreise mit einem im Ausland zugelassenen Fahrzeug, muss eine Strassenbenützungsgebühr entrichtet werden. Diese beträgt etwa 40 CHF und ist drei Monate gültig.
Camping
Im Vergleich mit Europa sind die Campingplätze günstiger und oft sogar luxuriös eingerichtet. Das heisst nicht unbedingt, dass grosse Rahmenprogramme und
Unterhaltung geboten wird. Der Luxus ist eher darin zu finden, dass die Stellplätzte gross und oft weit verteilt sind, Einrichtungen sind aber auch oft einfach, wenn auch meist sauber. Gutes
Internet ist die Ausnahme, da sollte man sich selber helfen können (siehe Kapitel Telefon und Internet)
In den touristischen Regionen sind Campingplätze einfach zu finden. In der Regel bekommt man einen Stellplatz ab ca. 150 Pula (10CHF) pro Person, im Durchschnitt etwa 250 Pula. Zum Teil
werden Stellplätze mit privatem WC/Dusche und Stromanschluss angeboten und auch diese Plätze müssen nicht zwangsweise teuer sein. Anders sieht es in Nationalparks und privaten Lodges aus. Diese
Campingplätze sind mit bis 40 CHF pro Person sehr teuer, und nicht etwa gut ausgestattet. Zudem sind die beliebten Plätze auf Monate hinaus ausgebucht. Kurzfristig sieht es oft besser aus, weil
ungenutzte Kontingente von Reiseagenturen frei werden. Es ist auch möglich, über eine seriöse Agentur in Maun oder Kasane zu versuchen, einen Platz zu bekommen. Dabei werden aber mehr oder
weniger grosse Bearbeitungsgebühren draufgeschlagen.
Wildcampen ist grundsätzlich möglich in Botsuana (nicht in Nationalparks und Konzessionsgebieten). Meist ist es aber schwierig, sei es, weil viele der Strassen beidseitig eingezäunt sind oder aber abgehende, kleine Pisten zwangsläufig auf Privatgrund führen. In Wüstenregionen ist es eher möglich, ein passendes Buschcamp zu finden.
Um Camping Optionen zu finden ist die iOverlander App am besten geeignet
Nationalparks
Die Eintrittsgebühren sind ziemlich teuer, etwa 30 CHF pro Person und Tag. Übernachtet man im Park, muss man daher zwei Tage bezahlen, unabhängig davon wann man ein- und ausreist. Das gilt vornehmlich für den Chobe Nationalpark und die Moremi Game Reserve, andere Parks sind merklich günstiger.
Telefon und Internet
Am kostengünstigsten ist es, eine lokale SIM-Karte zu besorgen. Eine solche kann man fast überall leicht erstehen und einrichten. Alternativ kann auch eine
internationale eSIM dienen. Der Vorteil ist, dass man sie bereits im Vorfeld online kaufen kann. Je nach Anbieter kann die eSIM für mehrere Länder verwendet werden. Allerdings sind die Kosten
höher, aber immer noch günstiger als Roaming mit der Heim-SIM.
In Botsuana funktioniert übrigens Starlink, es kann dort auch gekauft und angemeldet werden (Stand 2025).
Treibstoff
Tankstellen sind in bewohnten Regionen meist in kurzen Abständen zu finden. In den nördlichen Nationalparks muss man gut planen, da der Verbrauch markant höher ist auf den sandigen und schlechten Pisten. Gleiches gilt für die abgelegenen und weitläufigen Nationalparks in der Wüste und die Salzseen. Diesel und Benzin ist in der Regel verfügbar, Diesel (ca. 1.1 CHF im 2025) ist etwas teurer als Benzin und die Preise sind staatlich festgelegt, sodass es keine Rolle spielt, wo man tankt.
Lebensmittel
In jeder Ortschaft über ein paar Tausend Einwohnern finden sich meist mehrere Supermärkte. Die verbreitetsten sind: SPAR, Shoprite, Choppies, Checkers. Das Warenangebot passt sich der jeweiligen Umgebung an. Je nach Kaufkraft sind Lebensmittel eher kostengünstig und in Grosspackungen verfügbar. Teurere Fleischstücke, Milchprodukte, Brot und Aufschnitt (Schinken, Salami, etc.) sind, wenn überhaupt, nur begrenzt im Angebot. Brot ist generell nur als Industrie „Schaumstoffbrot“ erhältlich und auch wenn eine Hausbäckerei vorhanden ist, sind „europäische Brotsorten“ kaum zu erwarten. Auf dem Land, in kleinen Dörfern, ist es schwieriger ein umfassendes Lebensmittelangebot zu finden. Insbesondere das Angebot an Frischwaren ist bescheiden.

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