Südafrika I

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Bis zu unserem Ziel Polokwane waren weitere fast 200 km zurück zu legen. In der mittelgrossen Hauptstadt der Provinz Limpopo besuchten wir ein modernes und riesiges Einkaufszentrum, um in einem Buchladen einen Führer für den Krüger Nationalpark und zwei Bücher mit Vögeln und Säugetieren Südafrikas zu kaufen. Ein paar Kilometer nördlich der Stadt quartierten wir uns in einem Camping ein.

Blyde River Canyon und Panorama Route

Auf dem Weg zum Blyde Canyon bot die Landschaft viel Abwechslung. Wir genossen es sehr, endlich wieder einmal Berge zu sehen, nachdem wir zwei Monate in meist topfebenen und oft trockenen Landschaften unterwegs waren. Nun fuhren wir über Bergpässe, durch Regenwald und Bananenplantagen. Ebenfalls ungewohnt war die dichte Besiedlung der Gegend, die vielen Menschen und der rege Verkehr in den Städten. Die vielen Eindrücke und das Gewirr überall überforderten uns fast ein wenig, und wir waren froh, dass wir diesen Trubel hinter uns lassen konnten, je näher wir unserem Ziel kamen. Positiv waren jedoch die vielen Stände am Strassenrand, wo wir Mangos und Papayas erstehen konnten. Nach zwei Monaten mit wenig frischen Lebensmitteln genossen wir diese herrlichen, exotischen Früchte umso mehr.

Im Blyde River Resort suchten wir uns einen Stellplatz aus und besuchten anschliessend den Upper Viewpoint, welcher eine herrliche Aussicht auf den Blyde Canyon bot. Danach unternahmen wir eine kurze Wanderung, um unsere Beinmuskulatur wieder einmal einsetzten zu können. Der markierte, schmale Pfad schlängelte sich durch dichten Wald einem Bach entlang. Die üppige Vegetation, einige Tümpel und kleine Wasserfälle sorgten für willkommene Abwechslung.

Wenige Kilometer von unserem Übernachtungsplatz konnten wir einen Aussichtspunkt mit herrlicher Sicht über den Canyon anfahren. Viele der Ausblicke und Wasserfälle entlang der Route sind kostenpflichtig. Immerhin gewährte man uns meist einen Seniorenrabatt. Der weitere Verlauf entlang der Panoramaroute führt mehrheitlich durch angepflanzten Nutzwald mit Föhren oder Eukalyptus. Einen weiteren Zwischenhalt legten wir bei den Bourk’s Luck Potholes ein. Beim Zusammenfluss von Treur River und Blyde River entstanden über die Jahrhunderte eindrückliche Auswaschungen und Strudellöcher im Fels. Leider waren kurz vor unserer Ankunft ein paar Bussladungen Touristen angekommen, so dass viel Betrieb war und überall die unvermeidlichen Selfies geschossen wurden. Auf der Weiterfahrt gerieten wir in dichten Nebel, sodass wir gar nicht versuchten, weitere Aussichtspunkte anzufahren. Auch die kostenpflichtigen Wasserfälle Berlin und Lisbon liessen wir aus, da wir diese anhand der Bilder beim Eingang als nicht wahnsinnig spektakulär einstuften.

Da die Fahrt bisher eher kurz war, liessen wir den Plan, in Graskop zu übernachten, sausen und fuhren bis Hazyview weiter. Dort fanden wir Unterkunft im kleinen, von zwei Damen hervorragend geführten Kiaat Caravan Park.

Am nächsten Morgen deckten wir uns in den bestens ausgestatteten Supermärkten von Hazyview mit Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Laut Informationen bieten die kleinen Läden in den Campingplätzen des Krüger Nationalparks eher eine bescheidene Auswahl an. Für unseren Stromanschluss suchten wir zudem einen Adapter. Wir hatten festgestellt, dass alle bisherigen Campingplätze ausschliesslich mit den in Europa verbreiteten CEE Steckdosen ausgerüstet waren. Da wir damit nicht gerechnet hatten, blieb unser Adapter, der perfekt gepasst hätte, zu Hause. Wir klapperten erfolglos einige einschlägige Geschäfte ab, niemand konnte uns diesbezüglich helfen. Später fanden wir den passenden Adapter problemlos im ersten Campladen im Krüger Park.


Krüger Nationalpark

Der Krüger Nationalpark umfasst eine Fläche von über 20'000 km2, ist also halb so gross wie die Schweiz. Ausser in den Lodges und Camps leben keine Menschen in diesem Gebiet. Die Hauptstrassen sind durchgehend geteert und meist in guten Zustand. Auch die Pisten sind in der Regel mit allen Fahrzeugtypen befahrbar. Allerdings werden diese nach heftigen Regenfällen gesperrt, damit die aufgeweichten Strassen keinen zu grossen Schaden nehmen. Nach ein, zwei trockenen Tagen sind auch diese meist wieder befahrbar.

Wir haben in den zwei Wochen auf den Strassen und Pisten im Park fast 2000 km zurückgelegt, denn je öfter und länger man auf die Pirsch geht, desto grösser sind die Chancen, auch seltenere Tiere zu sichten oder auf spannende Situationen zu treffen. Bleibt man nur wenige Tage im Park, reduzieren sich die Möglichkeiten und man benötigt entsprechend mehr Glück.

Eintrittskosten

Den Eintritt bezahlt man pro Tag und Person, unabhängig davon, ob und wo man übernachtet. Internationale Besucher zahlen R602 (ca. 30 CHF) pro Erwachsene Person. Bürger und Einwohner Südafrikas bezahlen R134 pro Erwachsene Person. Plant man, mehr als eine Woche den Krüger und allenfalls noch weitere Nationalparks zu besuchen, lohnt sich der Kauf einer Wildcard. Diese Jahreskarte kostet für ein Paar etwa 8000 R. Diese ermöglicht für ein Jahr den uneingeschränkten Eintritt in alle Nationalparks von Südafrika sowie viele weitere Parks und Reservate. Details zu den aktuellsten Eintrittskosten findest Du hier >LINK<

Übernachten

Am kostengünstigsten ist es, die gut eingerichteten Campingplätze zu nutzen. Für etwa 500 R (25 CHF) können zwei Personen pro Tag campen. Auch für Besucher, die nicht zum Campen eingerichtet sind, bieten sich mehrere Übernachtungsmöglichkeiten. Die Angebote reichen von einfachen Hütten bis hin zu komfortablen Lodges. Das Preisniveau der staatlichen Einrichtungen liegt dabei weit unter dem von Botsuana und Namibia. Die Preise bewegen sich ab 800 R (Safari Tent) bis mehrere Tausend Rand für komfortable und grössere Häuschen und Chalets. Detaillierte Informationen und Buchungsmöglichkeiten findet man auf der Sanparks Webseite und der entsprechenden APP.

Verpflegung und Tanken

Fast alle Rest-Camps verfügen über Tankstelle, Restaurant und einen kleinen Laden. Das Warenangebot ist nicht riesig, das Sortiment ist jedoch recht gut auf die Bedürfnisse von Reisenden abgestimmt. Das Preisniveau ist nicht viel höher als in Supermärkten ausserhalb.

 


WICHTIG:

 Der Krüger Nationalpark ist der beliebteste aller Parks in Südafrika und während der Hauptsaison von Mitte Dezember bis Anfang Februar sind alle Übernachtungsmöglichkeit SEHR früh ausgebucht. Während der Nebensaison ist es, etwas Flexibilität vorausgesetzt, meistens möglich, auch kurzfristig etwas zu finden. Die einzelnen Rest-Camps sind unterschiedlich beliebt, liegen aber meist nur ein, zwei Fahrstunden auseinander. Im Notfall kann auch ausserhalb des Parks übernachtet und die Randregionen als Tagesausflüge besuchet werden.

Game Drives

In den einzelnen Camps können geführte Pirschfahrten gebucht werden. Auch hier gilt es, während der Hauptsaison schon im Voraus zu reservieren. Der Nationalpark kann aber auch problemlos mit dem eigenen Fahrzeug erkundet werden. Früh aufstehen kann sich lohnen, da vor allem Katzen tagsüber vorwiegend im Schatten liegen, ohne sich zu bewegen und entsprechend schwierig zu entdecken sind. Im Südsommer öffnen die Tore bereits sehr früh, die entsprechenden Zeiten sind bei den Eingängen zum Camp angeschrieben. Wir selber sowohl tagsüber als auch in frühen Morgenstunden ähnlich gute Erfahrungen gemacht.

Es lohnt sich, in sehr gemütlichem Tempo unterwegs zu sein, die Chancen, auch seltenere Tiere zu sichten, sind grösser. Es braucht auf jeden Fall viel Geduld und vor allem auch Glück.
Auf den fast 2000 km, die wir in zwei Wochen zurückgelegt haben, bekamen wir die berühmten "Big Five" teilweise mehrfach zu sehen. Es wäre aber schade, sein Augenmerk nur auf Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard und Löwen zu richten. Genau so spannend können alle übrigen Tiere sein, wobei uns vor allem die unglaublich vielfältige Vogelwelt fasziniert hat. Diese sind zwar schwieriger zu entdecken und zu fotografieren, dafür findet man sie sind überall, sogar in den Camps!

Fotografieren

Viele Tiere sieht man aus so kurzer Distanz, dass sie selbst mit einem guten Mobiltelefon abgelichtet werden können. Hat man jedoch höhere Ansprüche und möchte auch kleinere Kreaturen oder Tiere in grösserer Entfernung fotografieren, wird man um eine leistungsfähigere Kamera und vor allem um ein Teleobjektiv mit mindestens 400 mm Brennweite (Vollformatsensor) nicht herumkommen. Ueli hat seine Bilder mit einer Nikon Z7 und einem 80–400 mm Objektiv geschossen. Auch mit dieser Ausrüstung war es nötig, von vielen Fotos Ausschnitte zu machen. Vögel mit bis zu 50 Metern Entfernung und grössere Tiere auf noch weitere Distanz bedürfen zudem eines Kamerasensors mit mindestens 25 Megapixel, damit noch einigermassen gute Bildausschnitte entstehen können.


Tag 1: Pretoriuskop Camp I

Wir fuhren über das Phabeni Gate in den Krüger Nationalpark ein. Den Eintritt hatten wir bereits mit unserer Wildcard, der Jahreskarte, welche unbeschränkten und kostenlosen Eintritt in alle südafrikanischen Nationalparks erlaubt, bezahlt. Im Pretoriuskop Camp trafen wir Thomas, den Schweizer, den wir im Urban Camp in Windhoek kennengelernt hatten. Als wir damals unsere Pläne diskutierten, stellten wir fest, dass er etwa zur selben Zeit im Krüger sein würde wie wir. Im Gegensatz zu uns hatte er sämtliche Camps im Nationalpark bereits lange im Voraus gebucht. Er bot uns an, dass wir uns zu seiner Reservation dazu buchen könnten, da pro Platz jeweils 2 Fahrzeuge stehen können. Wir nahmen das Angebot gerne an, da es schwierig geworden wäre, kurzfristig einen Platz zu erhalten. Bevor wir uns im Camp einrichteten, nutzten wir den Nachmittag, um eine grosse Schlaufe dem Sabie River entlang zu fahren, in der Hoffnung bereits ein paar Tiersichtungen verbuchen zu können. Viel Spektakuläres gab es zwar nicht zu entdecken, aber wir erlangten einen ersten Eindruck über die Grösse des Nationalparks. Zurück im Camp mussten wir beim Einchecken nur die Reservationsnummer von Thomas bekannt geben und eine Person nachzahlen, da er als Alleinreisender jeweils für zwei bezahlt. Die Campings im Nationalpark sind meist einfach, bieten aber immer Strom, Wasser, WC und Duschen und natürlich einen Grill. Zudem steht meist eine Tankstelle, ein Laden und ein Restaurant zur Verfügung und oft sogar ein Pool.

Nachdem wir Thomas länger nicht gesehen hatten, gab es viel zu erzählen und es wurde für ein


Tag 2: Berg en Dal Camp

Das Berg en Dal Camp liegt am südwestlichen Rand des Krüger Parks. Für den Weg dorthin, folgten wir der Teerstrasse, welche in der Regel gute Sichtungen verspricht. Bereits nach wenigen Kilometern standen einige Fahrzeuge am Strassenrand, ein sicher Zeichen, dass etwas Spezielles zu sehen ist. Tatsächlich konnten wir direkt neben der Strasse eine Hyänen Mutter mit drei Jungen beobachten. Trotz unserer Nähe blickten die Welpen neugierig zu den Autos hoch, die Mutter blieb völlig entspannt und liess eines der Jungen säugen.

 

Beim Transport Dam, einem Wasserloch, stillten einige der herrlichen Wasserböcke und ein paar Elefanten ihren Durst. Unterwegs trafen wir vor allem auf verschiedene Antilopen und immer wieder auf Giraffen.
Während der Fahrt hatte die Klimaanlage unseres Land Cruisers den Geist aufgegeben und produzierte nur noch warme Luft.

Das Städtchen Malelane liegt nicht weit von der Parkgrenze entfernt, dort wollten wir versuchen, das Problem beheben zu lassen und verliessen deshalb den Park. Wir fanden eine Garage, wo sich ein Angestellter sofort um uns kümmerte. Er stellte fest, dass kein Gas mehr im Kühlsystem war und füllte dieses auf, gleichzeitig untersuchte er die Leitungen auf Lecks, ohne ein Problem zu entdecken. Angesichts der hohen Temperaturen waren wir froh, wieder kühlen zu können und fuhren zurück ins Camp. Thomas war inzwischen auch dort eingetroffen. Wir beschlossen, gegen Abend nochmals auf die Pirsch zu gehen. Höhepunkt dieses „Game Drives“ war die Sichtung einer grösseren Wildhundemeute. Direkt vor uns überquerten diese die Piste und verschwanden rasch wieder in den Büschen. Wir hatten grosses Glück, zum richtigen Zeitpunkt dort zu sein, denn diese scheuen Tiere sind selten anzutreffen. 


Tag 3: Pretoriuskop Camp II

Da die Camps im Krüger immer stark gebucht sind, heisst es manchmal, flexibel zu sein. Für den folgenden Tag hatten wir deshalb wieder eine Buchung im selben Camp wie zwei Tage zuvor. Es kann jedoch durchaus ein Vorteil sein, die selben Strecken mehrfach zu befahren, da sich so die Chancen auf Sichtungen erhöhen. Wir starteten früh, stellten aber fest, dass Thomas sogar noch eher weggefahren war. Auf der Abendtour am Vortag wollte uns Thomas ein Nashorn zeigen, aber wir konnten das Tier nicht entdecken. Nun wollten wir die selbe Strecke nochmals fahren, in der Hoffnung, erfolgreicher zu sein. Tatsächlich erblickten wir das Nashorn diesmal im sandigen Flussbett. Weiter südlich Teil fuhren wir einige Zusatzschlaufen über Pisten, bevor wir auf dem Parkplatz des Afsaal Picknickplatzes unser Frühstück einnahmen. Das frühe Aufstehen hatte sich tiermässig für uns nur bedingt gelohnt. Wir sahen natürlich viele der verbreiteten Tierarten, wollten aber vor allem gerne endlich wieder eine der eher seltenen und schwierig zu beobachtenden Katzen sehen. Kaum waren wir nach dem Frühstück wieder unterwegs, standen einmal mehr einige Fahrzeuge am Strassenrand. Diesmal hatten wir Glück, die Leute hatten Löwen entdeckt. Etwa fünf Tiere hatten es sich unter einem schattigen Busch bequem gemacht, um der Hitze zu entfliehen.

Während der Fahrt bemerkten wir, dass die Klimaanlage wieder nicht richtig funktionierte, es musste doch ein anderes Problem vorliegen. Wir beschlossen deshalb, nochmals bei der Garage vorbeizufahren.

Um die Reservierung im Pretoriuskop Camp nicht zu verpassen, verschoben wir den Werkstattbesuch auf den folgenden Tag.


Malelane  

Am folgenden Morgen fuhren wir also noch einmal zur Garage. Diesmal entdeckte der Mechaniker im untersten Teil des Kondensors eine durchgescheuerte Stelle, verursacht durch eine zu nahe verlegte Leitung. Es stellte sich heraus, dass von diesem Kondensor fünf Varianten existieren, aber keine davon zu unserem Auto passte. Es blieb also nichts anderes übrig, als das Teil auszubauen und zu reparieren. Dadurch verzögerte sich der Einbau auf den nächsten Tag. Da wir ohnehin warten mussten, erkundigte sich Ueli, ob gleichzeitig die immer noch nicht funktionsfähige Winde in Ordnung gebracht werden könnte. Eine schnelle Diagnose zeigte,  dass nur ein Solenoid ersetzt werden müsste, welcher ebenfalls über Nacht beschafft werden könne.

 

Wir quartierten uns im Malelane Golf Club Camping ein, um am folgenden Morgen in aller Frühe wieder bei der Garage sein zu können.


Tag 4: Crocodile Bridge Camp I

Um halb acht am nächsten Tag standen wir vor dem Werkstatttor, so dass die Mechaniker sich wieder an die Arbeit machen konnten. Der Kondensor war bereits repariert und sollte wieder dicht sein, wurde uns gesagt. Der Einbau ging schnell vonstatten und die Klimaanlage konnte erfolgreich getestet werden. Die Winde machte den Leuten mehr Kopfzerbrechen als gedacht. Bei der genaueren Überprüfung wurde festgestellt, dass drei der vier Solenoide defekt waren, also entschied man, alle vier zu ersetzen. Zudem machte die Verdrahtung der Fernbedienung grössere Schwierigkeiten. So verbrachten wir den ganzen Vormittag in der Werkstatt bis alles in Ordnung war. Kurz nach Mittag konnten wir endlich weiter und die geplanten Lebensmitteleinkäufe tätigen. In den nächsten Tage entfernen wir uns weiter von der Parkgrenze, so dass wir weniger Gelegenheit haben werden, mal kurz rauszufahren. Nachdem auch dies erledigt war, fuhren wir am Malelane Gate wieder in den Park. Eine ruppige Piste folgte mehr oder weniger dem Crocodile River und führte schliesslich zum Crocodile Bridge Camp. Unterwegs hatten wir erneut Glück, eine Wildhundemeute zu sehen. Über zehn Tiere lagen gut getarnt im Schatten von Büschen. Bevor wir unser Tagesziel erreichten, trafen wir auf unzählige Giraffen, welche sich meist in Gruppen von drei bis fünf Tieren bewegten.

 

Als wir eintrafen, hatte Thomas bereits eingecheckt und einen passenden Stellplatz gefunden. Wir richteten uns neben ihm ein und bereiteten den für uns traditionellen Aperitif zu. Um uns für die Gastfreundschaft bei Thomas zu revanchieren, luden wir ihn auch diesmal zum Nachtessen ein.


Tag 5: Crocodile Bridge Camp II

 

So früh wie Thomas schafften wir den Start auch an diesem Morgen nicht, sahen dies aber nicht als grossen Nachteil. Schon bald zeigte sich, dass uns ein heisser Tag erwartete, so dass wir froh waren über die wieder einwandfrei kühlende Klimaanlage. Wir waren noch nicht lange unterwegs, als wir auf eine Ansammlung von Autos trafen, immer ein Zeichen für eine spezielle Sichtung. Diesmal lag ein Leopard auf einem dicken Ast, hoch oben in einer schattigen Baumkrone. Ein riesiges Glück für uns, denn viele Besucher reisen mehrmals in den Park, bis sie eines dieser Tiere vor die Kamera bekommen.

Wir fuhren eine Schlaufe westlich der Hauptstrasse, welche sich tiermässig erst mal nicht sehr ergiebig zeigte. Erst an der S102 trafen wir auf eine riesige Herde Wasserbüffel. Sicher über hundert Tiere, darunter auch viele sehr junge Kälber, bahnten sich ihren Weg durch den Busch und kreuzten unseren Weg. Am Mpondo Dam, den wir kurz danach erreichten, war eine weitere Herde am Wasser. Angesichts der hohen Temperaturen war sonst nicht viel Betrieb am Wasserloch, einzig  beim Wegfahren entdeckten wir zwei am Ufer liegende Krokodile und einige Wasserböcke.
Auf dem Rückweg zum Camp, an der S28, bekamen wir dafür zwei Löwen zu sehen, welche es sich im Schatten eines Busches gemütlich machten. Wir selber hätten die beiden wohl nicht entdeckt, wurden aber durch zwei andere Autofahrer darauf aufmerksam gemacht. Die Löwen lagen etwa hundert Meter von der Strasse entfernt, und waren von Büschen und Gras gut getarnt.
Wir waren früh zurück im Camp und hatten später keine Lust mehr, noch einmal hinauszufahren, es war einfach zu heiss.


Tag 6: Lower Sabie Camp I

 

Die Wetterprognose hatte angekündigt, dass in der Nacht grössere Regenfälle einsetzen würden. Wir hatten deshalb schon vorbeugend alles zusammengepackt und weggeräumt. War die Temperatur am Vortag auf 38 Grad gestiegen, sollten es nun nur noch knapp 20 Grad warm werden. Da bei diesem Wetter kaum mit grossen Sichtungen zu rechnen war, schliefen wir aus und starteten erst gegen neun Uhr. Unser Ziel war, auf direktem Weg zum etwa 40 km entfernten Lower Sabie Camp zu fahren. Grosse Abstecher auf den vom Regen schlammig gewordenen Pisten wollten wir nicht machen. Unterwegs trafen wir auf einen Elefanten,  welcher am Strassenrand Bäume umwarf und damit die halbe Strecke blockierte. Da niemand den Mut hatte, sich am grauen Riesen vorbei zu drängen, konnten wir sein Treiben in aller Ruhe beobachten. Erst als dieser der Strasse entlang weiter ging und sich schliesslich seitlich in die Büsche schlug, kam der Verkehr wieder in Fluss. Von der Brücke kurz vor Lower Sabie aus entdeckten wir später zwei Flusspferde am sandigen Ufer. Bei nassem und kühlem Wetter fühlen sich diese auch tagsüber an Land wohl. Nicht weit von den Hippos entfernt stand ein Goliath Reiher, die grösste Reiherart Afrikas, im Flussbett. Als wir im Camp ankamen, fanden wir Thomas bereits beim Werkeln an seinem Auto. Wir stellten uns dazu und machten einen Plan, wie wir diesen regnerischen Tag sinnvoll verbringen konnten.


Tag 7: Lower Sabie Camp II

 

Der nächste Morgen zeigte sich weiterhin grau und brachte immer wieder Nieselregen. Immerhin regnete es nicht mehr so stark wie tags zuvor. Aufgrund der Regenfälle waren inzwischen sämtliche Pisten geschlossen worden, so dass wir nur auf den Teerstrassen auf Entdeckung gehen konnten. Wir beschlossen deshalb, das von Lower Sabie aus startende sog. „Goldene Dreieck“ abzufahren. Wir überquerten den Sabie River und folgten der H 10 nordwärts. Viele Tiere zeigten sich allerdings nicht, auch sie schienen sich vor dem Regen in Sicherheit gebracht zu haben. Trotz allem entdeckten wir auch diesmal einige für uns neue Arten, vor allem Vögel, welche in Südafrika in einer unglaublichen Vielfalt anzutreffen sind.  

 

An einem weitgehend ausgetrockneten Wasserloch beobachteten wir mehrere Enten- und Gänsearten, welche sich in den Tümpeln das Gefieder reinigten, Geier, welche ihr nasses Gefieder im Wind trockneten oder Bienenfresser, die ihr farbiges Federkleid zur Schau stellten. Auch bei bedecktem Himmel zeigt sich die Tierwelt in aller Vielfalt. Ein Flusspferd, welches wir am Ufer des Flusses gesehen hatten, kreuzte wenige Minuten später unseren Weg und schlug sich bald in die Büsche, um die saftigen Blätter zu verspeisen. Selbst die eher seltenen Nyala Antilopen liessen sich aus der Nähe ablichten.


Tag 8: Skukuza Rest Camp

Wie schon tags zuvor waren weiterhin alle Pisten gesperrt, um Beschädigungen vorzubeugen. Deshalb mussten wir uns auch heute an die Teerstrassen halten. Nur wenige Kilometer vom Übernachtungsplatz entfernt liegt ein recht grosser See. Am und im Wasser tummelten sich Flusspferde und Krokodile und am Ufer zeigte sich auch hier eine vielfältige Vogelwelt. In einem der Bäume hatte sich eine grosse Webervogelkolonie ihr riesiges Nest errichtet und eine Nilgans Mutter führte ihre Jungen aus und watschelte unbekümmert zwischen den Autos hindurch. Die Flusspferde kommunizierten mit ihren tieffrequenten Grunzlauten, welche kilometerweit zu hören sind.

Thomas hatte uns via WhatsApp eine Löwensichtung gemeldet und die entsprechenden Koordinaten durchgegeben. Als wir vor Ort eintrafen, lagen die Löwen tatsächlich noch immer im sandigen Flussbett.

Wir erreichten Skukuza frühzeitig und konnten uns so ein paar Stunden Ruhe gönnen. Die langen Fahrten und das stetige Ausschau halten können recht anstrengend werden und auch das frühe Aufstehen am Morgen spürt man mit der Zeit.

Skukuza ist vor allem bekannt durch sein von weither sichtbares Eisenbahnhotel. Als seinerzeit die Bahnlinie durch den Nationalpark aufgegeben wurde, liess man die grosse Brücke stehen, einer der alten Züge wurde in ein Hotel umgebaut und dort geparkt. Im ehemaligen Bahnhof kann man heute gediegen Speisen oder einen Drink geniessen.

Gegen Abend machten wir uns zusammen mit Thomas nochmals zu einer Pirschfahrt auf. Da wir noch Brot backen wollten, fuhren wir nicht die ganze Strecke mit, sondern kehrten etwas früher ins Camp zurück.

 

Jedes der Camps im Nationalpark hat sozusagen seine „Haustiere“, sei es eine zahme Antilope oder eine freche Affenbande. Diesmal waren es ein Honigdachs und eine Hyäne. Ersterer hatte in der Nacht zuvor einem unserer Nachbarn die Kühlbox geknackt und ein Chaos im Zelt hinterlassen. Ein anderer Nachbar berichtete, dass er nachts die Hyäne an seinem Zelt herumschnüffeln hörte. Obwohl die Campingplätze eingezäunt sind, gelingt es offensichtlich immer wieder einzelnen Tieren sich Zutritt zu verschaffen.


Tag 9: Satara Rest Camp

Das Wetter hatte sich wieder beruhigt, entsprechend stiegen die Temperaturen bald wieder auf über 30 Grad. Wir waren froh, dass die Klimaanlage ihre Arbeit wieder bestens verrichtete. Inzwischen waren auch die Pisten wieder freigegeben worden, so konnten wir nun die S20 befahren, eine Piste, welche für gute Tiersichtungen bekannt ist. Wir sollten nicht enttäuscht werden, denn nach einigen Kilometern kamen uns zwei junge Löwinnen auf der Strasse entgegen. Ueli hielt den Wagen an und stellte den Motor ab. Die Tiere näherten sich und wanderten schliesslich geräuschlos, nur einen Meter entfernt, an uns vorbei ohne uns auch nur eines Blickes zu würdigen. Welch ein wunderbares Erlebnis !

Auch sonst war wieder viel mehr los unterwegs. Während wir im Regen keinen einzigen Elefanten gesehen hatten, zeigten sich nun auf wenigen Kilometern gleich mehrere Grossfamilien mit insgesamt sicher gegen hundert Tieren. Auch die Warzenschweine, Antilopen und Giraffen waren wieder anzutreffen.

Selbst als wir uns in Satara eingerichtet hatten, wurde uns von den vielen Vögeln rege Unterhaltung geboten. Ein Taubenmännchen bezirzte vor unseren Augen seine Braut. Gemeinsam umflatterten sie sich im Liebestaumel. 


Tag 10: Balule Camp

Schon während dem Frühstück musste Ueli die Kamera zücken, um die Vogelwelt, um uns herum abzulichten. Bevor wir uns danach Richtung Norden aufmachten, fuhren wir eine Runde im Osten von Satara. Diese Gegend soll bekannt sein für Leoparden- und Löwensichtungen. Wir hatten leider kein Glück an diesem Morgen, dafür war die Strecke S39 landschaftlich sehr abwechslungsreich. Mal fuhren wir durch offene Savanne, dann wieder durch Mopane Wälder und immer wieder an Flüssen entlang, wo mächtige Bäume wachsen. Als wir unser Tagesziel, das Balule Camp, erreichten, war Thomas bereits dort und hatte einen Stellplatz gefunden. Balule ist ein kleiner, einfacher Campingplatz, ohne Strom und die sonst üblichen Annehmlichkeiten. Gerade deshalb ist er nicht überlaufen und zieht eine etwas andere Klientel an. Um einzuchecken und die Übernachtungsgebühr zu bezahlen, mussten ins 10 km entfernte Olifants Rest Camp fahren, da es vor Ort keine Rezeption gibt. Dieses Camp liegt hoch über dem Olifant River und bietet eine entsprechend grandiose Aussicht über die Flusslandschaft.


Tag 11: Letaba Camp

Kaum aufgebrochen am folgenden Morgen, beobachteten wir Impalas, welche wie panisch durch die Gegend rannten und dabei akrobatische Sprünge zeigten. Erst glaubten wir, dass ein Angriff durch eine Raubkatze bevorstand. Bald stellte sich aber heraus, dass das Getue nur dazu diente, die Weibchen zu beeindrucken.

Von Olifant aus folgten wir dem Letaba River stromaufwärts. Wir sahen vor allem viele Giraffen und Elefanten, aber auch immer wieder Vögel. Als wir an einem riesigen Baobab vorbeifuhren, sah Myrta einen leuchtend roten Fleck im Geäst und wunderte sich im ersten Moment über die rote „Blüte“. Bei genauerem Hinsehen, entpuppte sich der Fleck als Scharlach-Webervogel, welcher in der Krone sein Nest errichtete. An der Strecke Richtung Letaba Camp liegen mehrere Stichtrassen, die zum Fluss hinunter führen. Neben schönen Ausblicken auf den Fluss gab es dort vor allem viele Vögel, wie Enten, Gänse und Störche zu beobachten. Am Nachmittag besuchten wir im Camp das sehenswerte Elefantenmuseum. Anhand eindrücklicher Bilder und Erklärungen erfährt man viel Wissenswertes über die mächtigen Tiere. An den Wänden hängen, im Original, einige der grössten bisher gefundenen Stosszähne, inkl. Fotos und der Geschichte des einstigen Trägers. Die schwersten Exemplare wiegen dabei über 70 kg! Im Restaurant liessen wir uns einen Apero servieren und genossen die Aussicht auf den Letaba Fluss und die in der Ferne umherstreifenden Tiere.
Beim Einchecken waren wir informiert worden, dass der Ort von einer Zikaden Invasion von ungeheurem Ausmass heimgesucht worden war. Tatsächlich sahen wir hunderte der zurückgelassenen Hüllen, die nach der Häutung an den Baumstämmen hängen blieben. Vor allem in den hohen Bäumen in der Nähe der Sanitäranlagen hatten sich offenbar tausende der Insekten versammelt. Ihr Konzert war  ohrenbetäubend. Wir hatten uns zum Glück in einem Sektor einquartiert, wo der Lärm einigermassen erträglich war. Als wir später, nach dem Nachtessen im Restaurant, zurückkamen, sahen wir Schwärme von Zikaden, die um die Lichtquellen bei den WC Anlagen schwirrten und krabbelten - ein gruseliger Anblick, der an einen Horrorfilm erinnerte.


Tag 12: Shingwedzi Rest Camp

In den nördlicheren Gegenden des Krüger Nationalparks werden Tiersichtungen erheblich schwieriger und spärlicher. Einerseits ist die Vegetation oft sehr dicht, sodass die Tiere schon wenige Meter von der Strasse entfernt nicht mehr sichtbar sind. Andererseits sind die Lebensbedingungen für einige Arten weniger vorteilhaft als im Süden, weshalb nicht alle Arten hier zu finden sind.
Unsere Fahrt ging auf der geteerten Hauptstrasse weiter nach Norden und blieb relativ unergiebig was die Tiere anbelangte. Bevor wir unser Tagesziel erreichten, fuhren wir den Shingwedzi Loop im Westen Camps, was sich als Highlight des Tages entpuppte. Die Rundtour bot einen guten Mix aus schöner Landschaft und Tiersichtungen. Rote Felsen, grüne, von grossen Bäumen gesäumte Flussbette und ein Aussichtspunkt am westlichsten Punkt der Strecke sorgten für viel Abwechslung. Wir erfreuten uns an den vielen Giraffen, Elefanten und wie üblichen unzähligen Antilopen. 


Tag 13: Punda Maria Rest Camp

Beim Einchecken waren wir vor den frechen Affen, die den Campingplatz besiedeln, gewarnt worden. Wie frech diese wirklich sind, mussten wir aber erst selbst erleben. Ueli drehte sich nur kurz vom Tisch weg, um im Auto etwas zu holen und schon hatte einer der flinken Kerle mit einem Sprung auf den Frühstückstisch unsere kleine Zuckerdose geschnappt. Wie der Blitz verschwand er damit auf dem nächsten Baum. Nur wenige Sekunden später fiel erst der Deckel vor unsere Füsse, kurz darauf folgte das  fein säuberlich ausgeleckte Tuppergefäss. Die Vervet Äffchen oder grünen Meerkatzen waren nicht die einzigen Tiere, die während  dem Frühstück für Unterhaltung sorgten. Auch Baumhörnchen flitzten durch die Gegend und natürlich alle Arten von Vögeln. Im Baum über uns entdeckten wir, dass ein Glanzstar sein Nest in einem Loch eingerichtet hatte. Ueli gelang ein herrliches Bild, als der Vogel aus seinem Bau heraus startete. 

Nachdem wir zwei Wochen zusammen verbracht hatten, war der Zeitpunkt gekommen, uns von Thomas zu verabschieden. Wir drei hatten die gemeinsamen Abende genossen. Wir bedankten uns nochmals bei Thomas, dass er uns Gelegenheit geboten hatte, von seinen weit im Voraus gebuchten Camps zu profitieren.

Da auch er in einigen Woche für ein paar Monate in die Schweiz zurückreisen wird, vereinbarten wir, uns möglichst bald zu Hause zu treffen.     

Unser heutiges Tagesziel war das Punda Maria Camp, der nördlichste der Krüger Campingplätze. Erst folgten wir der Teerstrasse nordwärts, bogen aber bald auf die S56 ab, eine Piste, welche parallel zur Hauptstrasse verläuft. Auch diese Strecke ist eigentlich bekannt dafür, dass sie gute Chancen für Tierbeobachtungen bietet, da diese auf weiten Teilen einem Flussbett folgt, wo auch in der Trockenzeit oft noch Wasserlöcher anzutreffen sind. Die Landschaft mit den herrlichen Bäumen war wunderschön, aber in Bezug auf Tiersichtungen hatten wir, bis auf die überall verbreiteten Impalas, nicht viel Glück.  

Kaum kehrten wir auf die Teerstrasse zurück, waren sie plötzlich alle da...  Zebraherden, Elefanten, Giraffen und Wasserbüffel zeigten sich zu unserer grossen Freude. Wir beschlossen, bis an die Grenze zu Moçambique zu fahren und den Crooks Corner zu besuchen. Dieser liegt im Dreiländereck am mächtigen Limpopo Fluss, welcher schon sehr früh in der Regenzeit ziemlich viel Wasser führte. Wir blickten, in Südafrika stehend, auf die gegenüber liegenden Ufer von Zimbabwe und Moçambique. In den grossen Bäumen, welche den Parkplatz säumten, zwitscherten einmal mehr unzählige Vögel, u.a. mehrere Eisvögel, die auf Ästen nach Fischen Ausschau hielten. Auf einer Piste, die parallel zum kleineren Luvuvhu River führte, setzen wir die Fahrt Richtung Westen fort. Mehrere Abstecher boten Gelegenheit, ans Flussufer zu fahren. Auch hier gab es vor allem Vögel zu beobachten, darunter allein drei Arten von Bienenfressern. In der Parfuri Picnic Site legten wir eine kurze Mittagspause ein, wo ebenfalls Hochbetrieb herrschte in den Bäumen über uns. Danach wollten wir die in der Karte eingetragene archäologische Stätte von Thulamela besuchen, mussten aber vor Ort feststellen, dass diese nur im Rahmen einer geführten Tour besucht werden können. Wir wurden dafür mit dem Anblick herrlicher Baobabs und anderer riesiger Bäumen entschädigt.

Wir hatten von anderen Fahrern gehört, dass beim in der Nähe gelegenen Klopperfontein Damm am Morgen Wildhunde gesichtet worden waren. Diese waren inzwischen aber offenbar weitergezogen, lediglich ein einzelner Elefant und eine Herde Zebras kamen zum Wasser, um sich zu erfrischen. 

 

Das Punda Maria Camp entpuppte sich als einfacher, aber gemütlicher Ort, der sogar mit einen Swimmingpool ausgestattet war.


Tag 14: Punda Maria Gate 

Noch einmal liessen wir uns von den frechen Affen überlisten. Auch diesmal wollte Ueli nach dem Brotschneiden nur kurz etwas aus dem Auto holen und schon war eine grosse Brotscheibe und das Tuppergeschirr mit der Butter auf dem Weg in die Bäume. Der Affe liess sich von unseren erbosten Rufen und Steinwürfen nicht beeindrucken, sondern kletterte einfach noch etwas höher in den Baum. Immerhin erhielten wir wiederum das Gefäss samt Deckel  zurück, nachdem dieses fein säuberlich ausgeleckt war. 

Wir packten auch heute unsere sieben Sachen und machten uns auf, noch eine letzte Runde durch diesen Teil des Parks zu fahren. Eine grosse Büffelherde kreuzte unseren Weg und ein Abstecher zu einem Wasserloch belohnte uns mit einer Grossfamilie Elefanten. Eines der  jungen Tiere wälzte sich vergnügt in einem schlammigen Tümpel, die anderen waren mit Fressen beschäftigt. Auch eine Landschildkröte konnten wir aus nächster Nähe beobachten. Unser letzte Sichtung im Krüger, war schliesslich eine grosse Herde Zebras.

Am Punda Maria Gate verliessen wir nach zwei Wochen den Nationalpark. Bei der Ausreise wurde eingehend überprüft, dass mit unseren Permits alles in Ordnung war und überraschenderweise wurde sogar eine Kontrolle durch Zollpersonal durchgeführt. Dieses wollten unser Carnet de Passage sehen. Nun waren wir froh, dass wir dieses bei der Einreise nach Südafrika hatten abstempeln lassen. Nachdem die sehr freundlichen und höflichen Beamten zufrieden waren, konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.


Dem Ende entgegen

Wir hatten noch einige Tage, bevor war in die Schweiz zurückfliegen würden. Touristisch bietet die Gegend westlich des Krüger Nationalparks nicht besonders viel. Unser Plan war, die verbleibende Zeit zu nutzen, um nach Johannesburg zu fahren, wo wir bei der Overlander Storage unser Auto unterstellen wollten, bis wir im Nord-Frühling wieder anreisen würden.

Einmal mehr fanden wir in der iOverlander App auch in dieser nicht sehr touristischen Gegend, wo es nur wenige Angebote gibt, einen passenden Campingplatz. Bevor wir diesen aufsuchten, mussten wir aber nach dem langen Aufenthalt im Krüger Nationalpark unsere Lebensmittelvorräte wieder ergänzen. Wir waren inzwischen wieder in einer Gegend mit vielen Fruchtplantagen unterwegs, so konnten wir uns an Strassenständen mit frischen Mangos und Avocados eindecken. Für die übrigen Einkäufe besuchten wir einen grossen SPAR Supermarkt.

Das ausgesuchte Camp im ATKV Eiland Spa Resort entpuppte sich als hervorragend ausgestattete, riesige Anlage. Zum Glück war jetzt, in der Nebensaison, nur ein kleiner Teil der Plätze besetzt. Während der Saison im Südwinter ist laut Auskunft an der Rezeption die Anlage über drei Monate komplett ausgebucht. Hunderte von Rentnern aus den kälteren Regionen des Landes verbringen hier gerne Wochen oder Monate im milderen Klima.

Über Nacht erreichte uns eine weitere Regenfront, welche laut Wetterprognose den ganzen Tag Dauerregen bringen sollte. Wir beschlossen, einen weiteren Tag zu bleiben, um die Störung „abzuwettern“. Waren wir am Ankunftstag noch freudig in den Pool gesprungen, hatten wir nun bei unter 20 Grad keine Lust mehr dazu. Dank der exzellenten Infrastruktur, nicht zuletzt einem guten Internet, konnten wir den Tag auch so sinnvoll ausfüllen.

Der nächste Tag begann bereits wieder freundlicher, so dass wir unsere Reise fortsetzen konnten. Das heutige Tagesziel war Graskop, an der Panoramaroute gelegen, welche wir ein paar Wochen zuvor bei mässigem Wetter befahren hatten. Damals hatten wir auf die Übernachtung in Graskop selber verzichtet, nun aber passte es. Um den zum Camping gehörenden Infinity-Pool mit grandioser Aussicht auf die Felswände und die Ebene darunter zu nutzen, war es uns auf 1700 müM zu kühl, wir genossen lediglich den Ausblick. Im angeschlossenen Restaurant liessen wir uns ein hervorragendes Nachtessen schmecken.

Die nächste Etappe brachte uns in die Nähe des Ortes, wo unser Camper den Südsommer verbringen würde. Das Wetter versprach eine aussichtsreiche Fahrt über mehrere Pässe, wobei der höchste bis auf 2200 m führte. Leider tauchten aber nach kurzer Zeit am Horizont schwarze Wolken auf und es dauerte nicht lange und wir mussten uns durch heftigen Extremregen kämpfen. Blitze waren im Sekundentakt zu sehen und den Donner hörten wir trotz dem Lärm des Regens im Auto. An schöne Aussichten war so nicht mehr zu denken, deshalb wechselten wir bei nächster Gelegenheit auf die Schnellstrasse.

Am Etappenziel angekommen, hatte sich das Wetter zum Glück bereits wieder etwas beruhigt. Die Prognosen versprachen jedoch für die kommenden Tage nichts Gutes. Zum Glück täuschten sich die Wetterpropheten diesmal zu unseren Gunsten. Dies erlaubte uns, unseren Camper bei sonnigem Wetter zu putzen, unsere Siebensachen zu sortieren, zu reinigen und schliesslich zu packen, was wir nach Hause mitnehmen mussten. Isabelle eine langjährige Freundin aus der Schweiz, welche uns Overlander Storage als Lagerort für den Land Cruiser empfohlen hatte, hatte ihr eigenes Auto am Vortag wieder abgeholt. Wir hatten vereinbart, dass sie uns auf dem Campingplatz besucht, bevor sie eine weitere Reise im südlichen Afrika startete. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen bei herrlichem Sommerwetter. Nachdem sie auf der Nachbarparzelle die Nacht verbracht hatte, machte sie sich nach einem gemeinsamen Frühstück auf den Weg. Gut möglich, dass wir sie bei unserer Rückkehr noch einmal treffen können.

Am Abreisetag brachten wir den Land Cruiser zum Einlagern und besprachen die letzten Details. Neben dem Lagern von Fahrzeugen bietet der Betrieb auch eine bestens ausgestattete Werkstatt. Im Gespräch stellten wir fest, dass Joris, der Inhaber, so ziemlich alles bauen, reparieren und besorgen kann, was an einem Overlanderfahrzeug zu erledigen ist. Seine Frau, Caroline, kümmert sich um die Administration und die Kundenkontakte. Ihr Service beinhaltete auch, uns zum Flughafen zu fahren.

Wir trafen recht früh am Airport ein, so dass wir einige Stunden totschlagen mussten, bis wir einchecken konnten. Ein langer Flug über Istanbul nach Basel lag vor uns, etwas das uns beiden keinen grossen Spass macht, den wir aber auch diesmal ohne bleibende Schäden überstanden. Wir waren aber wirklich froh und dankbar, dass Jan, Myrta’s Sohn, es an diesem Dienstagmorgen einrichten konnte, uns abzuholen und nach Hause zu fahren.


Tipps und Informationen zu Südafrika

Grenzformalitäten

Verschifft man das eigene Fahrzeug nach Südafrika (oder auch Namibia), benötigt man ein „Carnet de Passage“ welches beim TCS, oder beim Nationalen Automobilclub beschafft werden kann. Das Verschiffen lohnt sich für Reisen ab ca. 3 Monaten.

Personen aus westeuropäischen Ländern erhalten normalerweise bei der ersten Einreise eine Aufenthaltsberechtigung für 90 Tage. ACHTUNG: Die 90 Tage werden NICHT unterbrochen, wenn man zwischenzeitlich das Land verlässt. Die Aufenthaltsbewilligung wird in der Regel nur erneuert, wenn man dazwischen in ein Land ausreist, welches nicht an Südafrika grenzt. Nach einem Heimaturlaub bekommt man die 90 Tage  in der Regel wieder. Alternativ reist man bis Sambia oder Angola, oder fliegt in ein weiteres Land. Auf jeden Fall sollte man sich vorgängig schlau machen, welche Regeln für die eigene Staatsangehörigkeit gelten und wie sich diese allenfalls verändern.

Ist man pensioniert und will oft und länger in Südafrika reisen, lohnt es sich unter Umständen, ein „Pensionär Visum“ zu beantragen. Dazu muss nachgewiesen werden, dass man in Pension ist, dass ein Renteneinkommen von mindestens etwa 2500 CHF und ein Vermögen von einigen tausend Franken gesichert sind. Zudem ist ein Besuch auf der südafrikanischen Botschaft erforderlich, um den Prozess abzuschliessen. Das Visum hat eine Gültigkeit von vier Jahren, ist verlängerbar, und bedarf nicht einmal einen Wohnsitz im Land. Die Kosten betragen 35 CHF. Mit diesem Visum ist man gleichberechtigt mit einer Person, welche in Südafrika resident ist. Das hat auch den Vorteil, dass man von den viel günstigeren Preisen für Einheimische, z. B. in Nationalparks, profitieren kann. Und das nicht nur in Südafrika selbst, sondern auch als „SADC-Resident“ auch in Botsuana und Namibia.

 

Camping

Im Vergleich mit Europa sind die Campingplätze viel günstiger und oft sogar luxuriös eingerichtet. Das heisst nicht unbedingt, dass grosse Rahmenprogramme und Unterhaltung geboten werden. Der Luxus ist eher darin zu finden, dass die Stellplätzte grosszügig und oft weit verteilt sind. Grosse Anlagen sind eher selten, solche mit wenigen Plätzen dafür die Regel. Einzig gutes Internet ist die Ausnahme, da sollte man sich selbst behelfen können (siehe Kapitel Telefon und Internet)
In den meisten Regionen sind Campingplätze einfach zu finden. In touristischen Gegenden ist das Angebot grösser, wenn auch etwas teurer. In der Regel bekommt man einen Stellplatz ab ca. 100R (5 CHF) pro Person, der Durchschnitt liegt bei 200R. Oft werden Stellplätzte mit privatem WC/Dusche und Stromanschluss angeboten, wobei auch diese Plätze nicht zwangsläufig teuer sein müssen.

Wildcampen ist meist eher schwierig, sei es, weil die meisten Strassen beidseitig eingezäunt sind, oder aber abgehende, kleine Pisten oft auf Privatgrund führen. Zudem sind viele Gebiete dicht besiedelt, sodass es generell schwierig ist, sich zu „verschlaufen“. Je nach Gebiet, sollte man auch die Sicherheitslage vorgängig prüfen, bevor man sich abseits von allem einrichtet. In Wüstenregionen ist es eher möglich, ein passendes Buschcamp zu finden.

Um Campingoptionen zu finden, ist die iOverlander App am besten geeignet

 

Nationalparks

Die Eintrittsgebühren sind abhängig davon, welchen Park man besuchen will. Die beliebtesten sind dabei ziemlich teuer, etwa 30 CHF pro Person und Tag. Übernachtet man im Park, bezahlt man für zwei Tage, unabhängig davon, um welche Uhrzeit man ein- und ausreist.

Plant man mehr als eine Woche in Nationalparks zu verbringen, lohnt sich der Kauf der „Wildcard“. 

 

Telefon und Internet

Am kostengünstigsten ist es, eine lokale SIM-Karte zu besorgen. Eine solche kann man fast überall leicht erstehen und einrichten. Alternativ kann auch eine internationale eSIM dienen. Der Vorteil ist, dass man sie bereits im Vorfeld online kaufen kann. Je nach Anbieter kann die eSIM für mehrere Länder verwendet werden. Allerdings sind die Kosten höher, aber sicher immer noch günstiger als Roaming mit der Heim-SIM.
In Südafrika funktioniert auch Starlink, obwohl man es im Land selber (noch) nicht kaufen und registrieren kann. Wir reisen mit einem Starlink Mini, in der Schweiz angemeldet, mit einem Reiseplan 100 GB pro Monat. Dieses Abo ist jedoch auf zwei Monate am Stück limitiert. Wir werden beobachten müssen, ob man uns das Internet nach Ablauf dieser Zeit abschaltet.

 

Treibstoff

Tankstellen sind meist in kurzen Abständen zu finden. Diesel und Benzin sind in der Regel verfügbar, Diesel (ca. 1.1 CHF im 2025) ist etwas teurer als Benzin und die Preise zwischen den Tankstellen und Marken variieren wenig.

 

Lebensmittel

In jeder Ortschaft mit über ein paar Tausend Einwohnern finden sich oft mehrere Supermärkte. Die verbreitetsten sind: SPAR, Shoprite, Choppies und Checkers. Das «europäischste» Angebot bietet Food Lovers, leider nur in grösseren Orten zu finden. Das Warenangebot ist der Umgebung angepasst. Entsprechend der Kaufkraft der Bevölkerung sind eher kostengünstige Waren, diese vor allem in Grosspackungen verfügbar. Teurere Fleischstücke, Milchprodukte, Brot und Aufschnitt (Schinken, Salami, etc.) sind, wenn überhaupt, nur wenig im Angebot. Brot ist überwiegend nur als Industrie „Schaumstoffbrot“ erhältlich. Auch wenn eine Hausbäckerei vorhanden ist, sind „europäische Brotsorten“ kaum zu erwarten. Auf dem Land, in kleinen Dörfern, ist es schwieriger, ein umfassendes Lebensmittelangebot zu finden. Insbesondere das Angebot an Frischwaren ist bescheiden. Oft gibt es für Gemüse und Früchte gute, saisonale Strassenstände. Dort kauft man für wenig Geld hervorragende Produkte.



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