Lesotho und Südafrika

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Lesotho


Die erste Nacht verbrachten wir unweit der Grenze auf fast 3000 müM. Auf der Wiese der Masoba-Soba Lodge konnten wir uns einrichten. Noch herrschte ein reger Betrieb, denn wir waren schon am frühen Nachmittag eingetroffen. Wir starteten gegen Abend ein Feuer um zu grillen. Aber schon zum Essen war es empfindlich kalt geworden.
Wir starteten früh, denn wir hatten eine recht lange Fahrt vor uns. Kaum unterwegs stellte sich uns der erste hohe Pass in den Weg. Über 3200 m hoch war er und der Landcruiser keuchte im zweiten Gang bergan. Bald erkannten wir, dass reisen in Lesotho vor allem aus einem stetigen auf und ab besteht. Hoch hinauf uns wieder runter. Die Strassen waren von erstaunlich guter Qualität, aber die Steigungen waren zum Teil enorm. Und im zweiten Gang hoch, heisst im selben Gang auch wieder hinunter um ein überhitzen der Bremsen zu vermeiden. Bis hoch hinauf trafen wir immer wieder auf kleine Dörfer, meist mit bescheidenen Rundhäusern. In der Gegend wurde vor allem Mais angebaut. Entlang der Strasse gingen häufig Leute, oft fragten wir uns woher sie kamen und was ihr Ziel sein mochte.

 

Die Landschaft war abwechslungsreich und eindrücklich. Bei Butha-Buthe trafen wir auf ein Verkehrschaos. Die Stadt war vollkommen verstopft und es ging nur langsam vorwärts. Eben noch war das kreuzen eines Fahrzeugs ein Ereignis gewesen und nun dies. Nach etwa einer halben Stunde waren wir durch die Stadt durch, aber der Verkehr Richtung der Hauptstadt Maseru hatte markant zugenommen. Die Höhenlage an der südafrikanischen Nordwestgrenze liegt einiges unter 2000 müM und ist deshalb auch fruchtbarer und nicht ganz so bergig. Etwa die Hälfte der 1.3 Millionen Einwohner leben in dieser Region. Wir bogen von der Hauptstrasse in ein Seitental ab, um den Tsehlanyane Nationalpark zu erreichen. Wir richteten uns im Camp ein und machten uns auf eine kurze Wanderung dem Fluss entlang aufwärts. Weder der Campingplatz noch der Nationalpark begeisterten uns wirklich. 


Wir mussten wieder zurückfahren bis zur A1, der Hauptstrassen Richtung Maseru. Zu Beginn war die Gegend stark besiedelt und sehr grün und gespickt von schönen Sandsteinformationen. Aber schon bald schlichen wir die steilen Passstrassen hoch und die Landschaft wurde karger. Noch immer weideten, Mohair Ziegen, Schafe und Rinder. Aber auch Pferde und Esel, wichtige Transportmittel in den Bergen waren am Knabbern des spärlichen Grasbewuchs. Der Mafika-Lisiu Pass, 3090 m hoch, machte unserem Landcruiser richtig zu schaffen. Auf 12 Km steigt die Strasse von unter 2000 müM stetig an. Ohne Pause rackerte sich unser Auto im zweiten Gang den Berg hoch, ohne einmal auszuruhen, als uns die Strecke schliesslich sogar in den ersten Gang zwang, begann die Kühlwassertemperatur zu steigen und zwang uns schliesslich kurz vor der Passhöhe einen Zwangshalt auf. Im Leerlauf kam die Temperatur auch schnell wieder herunter und die letzten paar Hundert Meter wurde im ersten Gang bewältigt. Etwa 20 km vor dem Katse Staudamm fanden wir ein ruhiges Plätzchen zwischen einem kleinen See und einem Fluss. Im See wimmelte es von verschieden Entenarten, aber sie waren scheu. Einige Jungs liefen immer wieder an unserm Auto vorbei in der Hoffnung, einen Blick ins Innere zu erhaschen. Als es dunkel wurde verschwanden sie aber plötzlich und wir hatten eine ruhige Nacht.

Früh schon erreichten wir die Staumauer des Katse Stausees. Einmal mehr wurden wir an einer Barriere angehalten und unser Daten wurden in eine Liste eingetragen, dann erst durften wir die 165 m hohe und 700 m lange Staumauer befahren. Im Stausee hat es mehrere Forellenzuchten und wir hatten uns darauf gefreut hier frische Fische zu erstehen. Da aber Ostermontag war, hatte der Fabrikladen leider geschlossen. Im Visitor Center des Stauseebetreibers machten wir einen halt. Die Ausstellung war aber nicht sehr aufschlussreich und nur teilweise fertiggestellt.
Nachdem wir bisher immer nur gut ausgebaute Teerstrassen genossen hatten, änderte sich das drastisch. Für die folgenden 50 Km benötigten wir fast drei Stunden. Zwar waren keine grossen Pässer zu bewältigen, aber die Piste war in einem erbärmlichen Zustand. Vor allem die querverlaufenden Auswaschungen zwangen uns immer wieder auf Schritttempo zu reduzieren. Alle paar hundert Meter querten wir ein weiteres kleines Dorf. Die Bewohner leben hier in einfachsten Verhältnissen, winkten uns aber immer fröhlich zu.
Bei Thaba-Tseka trafen wir wieder auf eine gute Teerstrasse aber nun begann auch wieder das Achterbahn fahren. Hoch hinauf und tief hinunter, hatten wir eben noch 20 Km/h geschafft, stieg unser Durchschnitt nun wieder auf etwa 40 Km/h. Herrliche Aussichten belohnten uns aber für die anstrengende Fahrt. Auch in grossen Höhen weideten die Hirten ihre Tiere und leben dabei in primitiven, winzigen Grashütten, zu weit ist der Weg ins nächste Dorf. Erst als wir wieder zu den hohen Bergen hinaus waren, ging es wieder zügiger voran, aber nun kämpften wir wieder mit den vielen Speedbumps. Bevor wir unser Ziel erreichten, wurde unser Geduld ein letztes Mal auf die Probe gestellt: Drei lange Strassenbaustellen führten zu längeren Wartezeiten. Aber schliesslich hatten wir es geschafft und wir genossen im Restaurant ein kühles Bier bei bester Aussicht über das Tal. Auch das Nachtessen nahmen wir dort ein, denn unser Übernachtungsort war der Parkplatz der Lodge.

Wieder auf dem Weg Südwärts in die hohen Berge hinein, erfreuten wir uns an einer abwechslungsreichen Landschaft. Erst noch unter 2000 m stieg die Strecke aber stetig an, hoch und runter, wie gehabt. In Semonkong hatten wir geplant einen Abstecher zu einer Schlucht mit einem schönen Wasserfall zu machen. Kurz vor dem Ziel erreichten wir wieder einmal eine Schranke, wo wir Eintritt bezahlen sollten. Einheimische bezahlen 70 Maloti, etwa 3.5 CHF, von uns Ausländer wollten sie das Zweieinhalbfache. Das um einen Wasserfall aus der Ferne betrachten zu können, betrachteten wir als Abriss. Wir versuchten noch den Einheimischen Preis zu bekommen, ohne Erfolg, lieber verdienen sie nichts, als etwas weniger. Dabei geht es ja nicht primär darum, dass wir uns das nicht hätten leisten können, sondern darum, für das Geld eine angemessene Gegenleistung zu erhalten. Wir verzichteten und fuhren die 7 Km Rumpelpiste wieder zurück:
Von einem Aussichtspunkt an der Hauptstrasse konnten wir dann doch noch einen Blick in die Schlucht und einen weiteren Wasserfall werfen. Wir folgten nun immer wieder dem Sequ Fluss, mussten aber auch immer wieder steile Uferhänge umfahren. An diesem richtenten wir uns später zum Übernachten ein. Zwischen schattigen Büschen parkten wir unseren Camper und machtes es uns gemütlich. Da wir aber grillen wollten und auch ein Brot zu backen war, mussten wir erst Holz sammeln und Ueli eine Feuerstelle graben. Da wir auf nur gerade 1600 müM weilten, war die Temperatur über 25 Grad gestiegen und wir waren froh im Schatten zu stehen. Das Entrecote Double gelang genauso gut wir das Brot im Gusstopf. Da die Nacht sternenklar war, nutzte Ueli die Gelegenheit, mit der neuen Nikon Z6 III einige Astrobilder zu schiessen. Die Milchstrasse lag im Osten und auch nach Westen zeigten sich einige herrliche Sternzeichen inklusiv Uelis Lieblingsstern, der Rigel.

Sehlabathebe National Park

Die Nacht war ruhig auch wenn wir nicht weit unterhalb der Strasse geschlafen hatten. Bis zum Tagesziel, dem Sellabathebe National, ganz im Südosten des Landes waren es nur 130 Km und richtig hohe Pässe lagen nicht am Weg. Lange folgten wir dem Sequ Fluss und erst kurz von Qacha’s Nek bogen wir nach Osten ab und die Berg- und Talfahrt ging wieder los, allerdings auf exzellenter Strasse, von Chinesen gebaut. Noch vor dem Mittag erreichten wir den Nationalpark. Nachdem wir den Eintritt beim Hauptquartier bezahlt hatten, rumpelten wir 8 Km Piste zum Campingplatz. Auf dem Weg dorthin sahen wir einige Antilopen am Weg und über uns kreiste ein grosser Bussard. Der Campingplatz bietet keine Infrastruktur mehr, dieser und die nahe Lodge waren vor Jahren aufgegeben worden. Aber die Lage ist herrlich und wir machten vom Camp aus, eine schöne Wanderung. Mitten durch interessante Felsformationen und vorbei an kleinen Seen gelangten wir an die Landesgrenze von wo aus man einen weiten Ausblick in den südafrikanischen Drakensberge Nationalpark hat. Auf dem Rückweg begegnete uns dann auch eine berittene Grenzpatrouille. Steinbögen und weiter Formationen säumten den kaum erkennbaren Weg. Ganz in der Nähe unseres Übernachtungsplatzes besichtigten wir noch einen Rock Pool, wunderschön angeordnet unter einem farbenfrohen Felsüberhang. Wie erwartet, machte das bis anhin sonnige Wetter immer mehr zu und schliesslich begann es sogar kurz zu tröpfeln.


Südafrika


Südliche Drakensberge

Wir verliessen den wunderschönen Sehlabathebe Nationalpark und fuhren bis nach Ramatseliso zurück. Hier kann man die Grenze nach Südafrika zurück ebenfalls überqueren und muss nicht bis Qacha’s Nek zurückfahren. Ueli erkundigte sich bei einem Taxifahrer nach Zustand und Zeitbedarf der Piste hinunter nach Maluti. Er befahre sie selber mit dem kleinen Toyota und brauche etwa 2 h. Das war gut genug für uns und wir liessen unsere Pässe aus- und hundert Meter weiter bei der südafrikanischen Grenzstation wieder einstempeln. Dauer: keine zehn Minuten, easy.
Die Piste war tatsächlich gut zu befahren und landschaftlich sehr schön. Erst nach Erreichen der ersten kleinen Dörfer auf etwa 1500 müM verschlechterte sich der Zustand. Aber blieb gut befahrbar für uns. Maluti ist eine recht grosse Ortschaft, vor allem weil die Häuser auf einer riesigen Fläche verstreut gebaut sind. An Matatiele, viel kleiner, aber dafür mit vielen Geschäften und Einkaufsmöglichkeiten, füllten wir unsere Lebensmittelvorräte und etwas Diesel auf. Da es noch nicht einmal Mittag war und die folgenden Etappen eher lang, beschlossen wir noch ein gutes Stück weiterzufahren. Viele Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich nicht an und auch wildcampen ist schwierig, da die Gegend gut besiedelt und meist eingezäuntes Agrarland vorherrscht. Der Plan war bis fast an den Beginn des Naude’s Nek Pass zu fahren und auf einer Schafffarm zu Campen. 80 Km Teerstrasse waren bald geschafft, aber für die Piste in die Berge mussten wir die Geschwindigkeit natürlich massiv senken. Die Landschaft war noch immer geprägt von Viehzucht und Ackerbau, mehrheitlich grosse, von Weissen geführte Betriebe.
Kurz vor dem Erreichen des Tagesziels sahen wir in den Feldern Kraniche. Die grossen, farbenfrohen Vögel sind sehr eindrücklich und wunderschön. Auf der Vrederus Farm wurden wir herzlich willkommen geheissen und wir konnten uns neben einem Ferienhäuschen einrichten und dessen Infrastruktur benutzen. Die ganze Anlage ist sehr schön gebaut und liegt an einem künstlichen See. Dieser wird rege von Fischern genutzt, Neben der Zucht von Merinoschafen ist die Betreuung und Unterbringung von Forellenfischern ein zweites Standbein.
Das Wetter war uns weiterhin wohlgesinnt und wir starteten den Anstieg zu einem der höchsten Pässe Südafrikas bei strahlendem Wetter. Die Piste war gut zu befahren und die Landschaft weiterhin eindrücklich. Bis auf 2500 m hinauf führt die Route und von dort hinunter bis nach Rhodes, einer kleinen Ortschaft mit ein wenig Wildwest Charakter.
Wir folgten der R393 durch ein fruchtbares Tal und erreichten am Ende den Barkley Pass. Kurz vor der Teerstrasse war die Piste durch einen grossen LKW blockiert. Ein Mann war dabei die einzelnen Räder, und deren waren viele, zu desinfizieren. Bevor fremde Fahrzeuge auf die Rinderfarmen fahren dürfen müssen sie sich dieser Prozedur unterziehen um das weiterverbreiten der Maul- und Klauenseuche einzuschränken. Unterhalb des Passes richteten wir uns auf einer weiteren Farm auf deren Campingplatz ein. Dort lernten wir Kelly und Charly aus England kennen, die einzigen anderen Gäste. Sie waren vor einem Monat in Kapstadt angekommen und auf dem Weg zurück nach Europa über die Westküste Afrikas.


Morgan Bay

Unser nächstes Ziel war die Wild Coast am Indischen Ozean. Die Fahrt war ereignislos, die Landschaft noch immer geprägt von Viehwirtschaft. Uns fielen die vielen Streusiedlungen auf. Wohin man schaut liegen kleine und grössere Siedlungen und deren Häuser leuchten in allen Farben. Ein Zentrum haben diese Ortschaften nicht und auch wenig Infrastruktur.

Unser Ziel war die Morgan Bay. Da wir von Norden über Nebenstrassen anreisten mussten wir auf einer kleinen Fähre das Kei Mouth überqueren. Am Ankunftstag hatte Myrta Geburtstag und es passte gut, dass im Morgan Bay Hotel ein gutes Restaurant angesiedelt ist. Wir konnten daher ein gediegenes Nachtessen geniessen und Ueli hatte im Vorfeld die Managerin gebeten eine kleine Überraschung vorzubereiten. Die gelang dann auch als auf einmal über Lautsprecher die «Happy Birthday» Melodie erklang und das Personal singend ein kleines Destert mit brennender Wunderkerze an den Tisch brachten.

Das Wetter war etwas trübe, aber der Wetterbericht versprach trockene Stunden. So konnten wir an der Steilküste entlang eine kleine Wanderung unternehmen. Diese bot schöne Aussichten auf die Felsen und das tobende Meer darunter. Bei den Morgan Bay Cliffs entdeckten wir eine gross Klippschliefer Kolonie. Die Tiere flüchteten zwar sobald wir in die Nähe kamen, aber nach ein paar Minuten Geduld tauchten sie auch schon wieder auf.

 

Im Camping zurück mussten wir mitansehen wie ein freilaufender Hund sich das aus dem Nest gefallene Taubenküken schnappte. Die Mutter hatte das Jungtier seit dem Vortag immer wieder besucht und gewärmt in der Hoffnung, das flugunfähige Küken möge überleben.


Old Thomas River Village

Auf dem Weg zum nächsten Tagesziel machten wir einen Abstecher zu einem alten, unterdessen kaum noch bewohnten Dorf etwas abseits der Hauptstrasse. Old Thomas River ist heute eine Art Museumsdorf, bietet aber eigentlich nicht viel ausser ein paar alten Häusern und in den Vorgärten einige Artefakte aus der guten alten Zeit. Ausserhalb der Saison und auch noch an einem Werktag, war grad gar nicht los und die paar wenigen Geschäft und das Dorfmuseum waren geschlossen. Wir wollten von dort über eine nordwärts führende Piste auf die Hauptstrasse zurückfahren. Direkt an dieser war dann aber ein geschlossenes Tor und wir mussten die ganze Strecke wieder zurück. Hier, wie in vielen Gegenden durch die wir kamen, werden die Fahrzeugreifen an den Zufahrten zu Viehfarmen wegen der Maul- und Klauenseuche desinfiziert, so auch bei der Abzweigung nach Thomasriver. Von Norden ist die Zufahrt nicht dafür eingerichtet, deshalb gesperrt. 


Roydon Reserve

In der Roydon Reserve, ein paar Kilometer südlich von Queenstown, blieben wir über Nacht. Das Naturschutzgebiet ist nicht sehr gross, aber dafür geschichtsträchtig alt. Schon im 19. Jahrhundert wurde es von Queen Victoria gegründet. Unterdessen wird es erst unter dem dritten Besitzer betrieben. Gamedrives sind keine gross ausgeschildert, der Manager sagte nur, wo Spuren sind darf man fahren, wenn es zu sumpfig werden sollte, dreht man um. Wir kurvten in der Folge kreuz und quer durch die Landschaft. Auf viele Tiere trafen wir nicht, aber es war ein kleines Abenteuer, dass wir wieder einmal nur erleben konnten, da wir mit einem Geländefahrzeug unterwegs sind. Was übrigens speziell ist in diesem Naturschutzgebiet ist die dunkle Subspezie der Springböcke. Wir nehmen an, dass einzelne Tiere irgendeinmal angesiedelt wurden und diese sich immer wieder vereinzelt reproduzieren, siehe Bilder.
Da es kein eigentlicher Campingplatz ist, parkten wir neben einem der kleinen Häuschen und konnten dessen Infrastruktur nutzen. Im Restaurant wird auch Nachtessen angeboten, wir hingegen genossen wir einen Drink zum Feierabend.


Mountain Zebra Nationalpark

Es war nun nicht mehr weit bis zum Nationalpark, welchen wir noch vor Mittag erreichten. Das liess uns viel Zeit den Park zu erkunden. In der Ebene nach dem Eingangstor war noch nicht viel los, aber als wir die steile Auffahrt zum Hochplateau erklommen hatten, sahen wir viele Antilopen und natürlich auch die namensgebenden Mountain Zebras. Diese unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre viel breiteren Streifenmuster am Hinterteil von anderen Arten.
Schliesslich erreichten wir den überraschend gut ausgestatteten Campingplatz. Von dort aus kann man innerhalb des Zauns eine 2.5 Km lange Wanderung unternehmen. Da es auch Katzen im Park geben soll, darf man ausserhalb des eingezäunten Camps das Auto nicht verlassen. Der steinige Weg führte auf eine Felskuppe von wo aus man eine schöne Aussicht auf die Umgebung hat. Die Landschaft ist generell sehr hübsch und unterteilt den Nationalpark in drei typische Habitate.
Bevor wir anderntags den Park wieder verliessen, erkundeten wir noch den südlichen Teil. Nur wenige Kilometer unterwegs, tauchten aus dem nicht drei Spitzmaulnashörner auf. Darauf waren wir nicht gefasst, denn sie wurden, wie immer in Nationalparks, kaum erwähnt um nicht Wilderer anzuziehen. Alle drei hatten ihre Hörner noch, was aus selbigem Grund, nicht mehr überall der Fall ist. Die Piste steigt schliesslich auch zum Hochplateau auf, wo wir wieder vermehrt auf Tiere stiessen.


Camdeboo Nationalpark

Bis zu diesem, weniger bekannten, Nationalpark waren es gute zwei Stunden Fahrzeit durch typische Karoo Landschaften, kaum besiedelt, grosse Grasebenen und immer wieder Gebirgszüge und Einzelberge.
Wir checkten erst mal im Camping ein und machten uns danach auf zum Highlight des Nationalparks, dem Valley of Desolation. Eine schmal, steil Bergstrasse führt hoch zu einem Aussichtspunkt von wo man auf Graaf Reinet und den Nqueba Stausee hinuntersieht. Am Ende der Strasse, nicht viel weiter, führt ein steiniger Pfad an die Abbruchkante des Bergen von wo man direkt ins Valley of Desolation hineinsieht. Dabei handelt es sich um einen Canyon mit roten Felstürmen, eine eindrückliche Landschaft. Im Nordteil des Camdeboo Nationalparks könnte man in einem kleinen Gebiet eine Pirschfahrt unternehmen. Leider waren auch hier die Pisten nach starken Regenfällen gesperrt und deshalb nicht zugänglich. In der Stadt machten wir einige Einkäufe und entdeckten einmal mehr eine hervorragende Bäckerei, „The Bakery“, mit feinem Brot und Süssgebäck. Nebenbei organisierten wir einen Mechaniker, der die Handbremse, einmal mehr, einstellen kann. Wir fragten an einer Tankstelle und 5 Minuten später tauchte Willie, der empfohlene Mechaniker, bei uns auf uns wir verabredeten einen Termin am nächsten Tag. 
Das klappte dann auch vorzüglich und nach einer guten Stunde war Ueli wieder unterwegs zum Campingplatz.

Am Nachmittag machten wir noch einen kleinen Ausflug um die Gegend um den Stausee zu erkunden. Nicht erstaunlich, war nicht viel Betrieb in der Natur. Zu klein ist der Park um eine grössere Tierpopulation zu tragen und zu viele Verstecke in den Büschen haben die Tiere um sich zurückzuziehen.


Addo Elephant Nationalpark

Uns stand eine lange Fahrt bevor.- Es waren zwar nur etwas über zweihundertfünfzig Kilometer und für die ersten 150 Km benötigten wir nicht einmal zwei Stunden. Von Sommerset East waren es dann noch über 100 Km Piste. Auf dem ersten Teil schafften wir noch etwa 40 Km/h. Die Anfahrt und Querung des Zuurbergpasses und die Piste durch den Nationalpark war dann aber recht ruppig und entsprechend langsam. An der Rezeption erfuhren wir dann, dass der Campingplatz im Nationalpark ausgebucht war. Wir hatten das bereits befürchtet, denn wir trafen wieder einmal das Wochenende. Etwa 10 Km entfernt kamen wir aber in einem wunderschönen Campingplatz auf einer Farm unter.
Am Morgen machten wir uns früh auf um halt als Tagesbesucher einen ausgedehnten Gamedrive zu unternehmen. Bereits um halb Acht Uhr waren wir an der Rezeption und bezogen unseren Tagespermit. Im Zentrum des Parks hatten wir wenig Glück, denn beidseits der Strasse wachsen hohe und dichte Sträucher, so dass man keinen Meter in das Dickicht hineinsehen kann. Nach dem Frühstück in der einzigen eingezäunten Pic Nic Stelle des Parks machten wir uns in den Süden auf. Dort hat es vermehrt auch offenes Wiesland und Savanne, wo wir dann auch immer wieder Antilopen und Zebras entdeckten. Beim wieder Hochfahren trafen wir dann auf zwei grosse Gruppen von Elefanten. Ein Abstecher in den Nordosten, lohnte sich für uns auch. Nebst den bereits gesichteten Antilopen und Zebras kam uns ein Sekretär vor die Linse und wir konnten zwei gelbe Mangusten aus nächster Nähe beim jagen zuschauen.

 

Nach über hundert Kilometer Langsamfahrt verliessen wir den Park und fuhren noch bis hinter Kirkwood um an einem Fluss zu Campen. Wie der Zufall so speilt waren unsere Nachbarn wieder einmal Schweizer. Während wir sie nicht erkannten, stelle sich heraus, dass Peter vor dem Umbau unseres Landcruiser den Dachträger von Ueli abgekauft hatte und er sich sehr wohl an uns erinnerte. Eine kleine Welt!


Baavianskloof

Baavianskloof ist eine beliebte 4x4 Strecke durch ein über hundert Kilometer langes Tal zwischen zwei Bergmassiven. Ein Grossteil der Piste ist auch für normale Fahrzeuge möglich, allerdings nur von der Westseite her. Der anspruchsvollste Abschnitt liegt nahe dem Ostende, dem Holgat Pass. Vor allem der Beginn und das Ende sind landschaftlich sehr eindrücklich. Ausserhalb des Naturreservats wird nach wie vor Viehwirtschaft betrieben, Rinder, Schafe und vor allem Mohair Ziegen werden gezüchtet. Entlang der Route gibt es viele einfache Übernachtungsmöglichkeiten.

Die ersten 30 km führen noch auf breiten Pisten bis zum eigentlichen Beginn der Route. Dieser ist spektäkulär, führt doch die Piste durch eine enge Schlucht umrahmt von roten Felsformationen. Dann öffnet sich das Gelände und man durchfährt abwechslungsreich gestaltetes Landwirtschaftsgebiet. Je weiter man in das weite Tal vordringt, um so abgelegener leben die wenigen Farmer. Bei der Doorigskloof Farm planten wir unsere Übernachtung. Der einfache Campingplatz liegt abseits der Piste an einem kleinen See. Unsere Nachbarn waren ein holländisches Paar welches ihre Reise zurück nach Europe erst gerade begonnen hatte. In der Nacht brach ein heftiges Gewitter über uns herein und wir waren froh in ein einem wetterfesten Camper schlafen zu können, im Gegensatz zu den Nachbarn, welche im Dachzelt nächtigten.

Bald erreichten wir die Westgrenze des Naturreservats wo wir auch die Eintrittsgebühren bezahlten. Ein kleiner Pass zeigte uns ein erstes Mal, dass die Piste auch etwas anspruchsvoller sein kann, den Geländegang benötigten wir aber noch nicht. Das änderte sich beim Anstieg zum Holgat Pass. Hier war die Strecke zum Teil sehr steil und daher auch entsprechend ausgewaschen. In der Geländeuntersetzten zuckelten wir langsam bergan und erreichten ein Hochplateau. Dort trafen wir dann auch auf den Porsche Cayenne, welchen uns entgegenkommende Motorradfahrer angekündigt hatten. Wir dachten erst, wenn er da hochgekommen ist, wird der Rest wohl auch machbar sein. Ein Trugschluss, denn die Ostrampe war viel einfacher zu befahren als die ihm noch bevorstehende Westseite es Passes. Ein kurzer Weg führt dort zu einer alten Seilbahn, welche aber schon lange ausser Betrieb ist. Eine 700 m lange horizontale Bahn war gebaut worden um eine Farm auf der anderen Seite einer tiefen Schlucht an die Strasse anzubinden. Scheinbar die einzige rein private Seilbahn auf dem afrikanischen Kontinent. Damit konnte der Abtransport der Farmprodukte, inklusive Lebendvieh in 12 Minuten an die Strasse Transportiert werden, ohne Seilbahn war es eine 3 ½ h Reise gewesen.

Entlang eînes langen Flusstals erreichten wir die Zivilisation wieder. Durch grosse Zitrusplantagen und noch einmal eine lange Rumpelpiste erreichten wir schliesslich gut geschüttelt Jeffreys Bay an der Küste.


Cape St. Francis

Am Morgen konnten wir wieder einmal in unserem Lieblingssupermarkt, einem Foodlovers Market, einkaufen. Diese Kette ist leider nur in grösseren Städten vertreten und bietet eine grössere Auswahl, vor allem von höherwertigen Lebensmitteln.
Zum Kap waren es nur noch etwa 30 Km. Wir parkten das Auto und spazierten an der eindrücklichen Küste entlang zum Leuchtturm. Die Brandung war gigantisch, auch wenn es gar nicht starken Wind hatte. Überall trafen wir auf kleine, aber interessante Details, vor allem Pflanzen und Felsformationen. In der nahen St. Francis Bay beobachteten wir unerschrockene Wellensurfer, die Gegend ist ein weltbekannter Surfhotspot.


Garden Route Nationalpark

Zwei Fahrstunden weiter westlich besuchten wir die „Big Trees“ in einem kleinen Sektor des Tsitsikamma Teils des Nationalparks. Einige wenige, riesige „Yellowwood“ Bäume haben das Abholzen in diesem kleinen Waldstück überlebt. Der grösste ist über 1000 Jahre alt und misst mehrere Meter im Durchmesser. Wir erweiterten den kurzen Weg zu diesem Giganten und machten eine grössere Runde durch den unberührten Urwald.

Danach fuhren wir hinunter zum Storm River Mouth wo wir am Vortag einen Stellplatz reserviert hatten. Das Camp liegt direkt am Meer, die gewaltigen Wellen brechen an den ufernahen Felsen. Aber auch der Wind war entsprechend stark und wir positionierten uns in den hinteren Reihen und stellten das Auto quer zum Wind. Das Kochen stellte sich als nicht ganz einfach heraus, denn auch im Windschutz war es alles andere als windstill. Aber rechtzeitig bevor es auch noch zu regnen anfing konnten wir uns in unser Häuschen zurückziehen. Später mussten wir gar das Dach zwischenzeitlich schliessen, zu stark war der Wind und das Auto stand nicht mit der Nase im Wind.

Die Nacht war entsprechend unruhig und am Morgen türmten sich die Wellen noch bedeutend höher. Bis gegen Mittag regnete es immer wieder ein wenig und das Wetter blieb trüb. Dann aber flaute der Wind ab und es klarte zunehmend auf. Wir machten eine Wanderung zur Mündung des Storms River. Ent lang des Weges wohnte eine ganze Meute von Klippspringer und im Gegensatz zu allen anderen Begegnungen, waren diese hier erstaunlich zutraulich, vermutlich sind sie die vielen Besucher gewohnt. Die neue Hängebrücke über den Fluss war noch immer Bau, sodass uns der Blick in die eindrückliche Schlucht leider verwehrt blieb.

Unsere Reise führte nun der Garden Route entlang westwärts, der Küste entlang. Ein erster Abstecher führte hinunter nach Nature’s Valley. Eine Lagune hinter einem breiten Sandstrand trennt das Meer von der Flussmündung. Hier war die Küste noch nicht verbaut und da es sich um einen Nationalpark handelt, bleibt das hoffentlich auch so.

Danach machten wir einen Halt in Keurboomstrand um von dort zum „Rock Arch“ zu wandern. Vom Ort aus geht man dem Strand entlang etwas mehr als einen Kilometer nach Osten. Da offensichtlich gerade Flut herrschte, mussten wir an schmalen Stellen des Strandes immer wieder den anrollenden Wellen ausweichen. Vor allem eine Stelle war heikel, denn hohe Wellen brauchten so viel Zeit zum Ablaufen, dass die nächste bereits heranrollte bevor das Wasser sinken konnte. Mit etwas Geduld erwischten wir aber einen günstigen Moment um die Felsklippen trockenen Fusses zu umlaufen.

Dann standen wir vor dem eindrücklichen Steinbogen. 


Robberg Nature Reserve

Zurück beim Auto fuhren über Plettenberg Bay hinaus zur Robberg Nature Reserve. Da wir erst um Mittag eintrafen, war der Parkplatz bereits voll belegt und wir mussten ausserhalb parken. Die Rundwanderung zum „The Point“ entlang der Nordseite zurück über die Südküste ist nur etwa 9 Km lang. Der Weg ist aber an einigen Stellen ausgesetzt und oft muss man auch über Felsen kraxeln, sodass man genügend Zeit einplanen sollte. Immer wieder konnten wir von hoch ober auf Seehundkolonien hinunterschauen und sie in grossen Schwärmen im Wasser beobachten. An der Spitze der Halbinsel angekommen, wurde der Wind markant stärker und in exponierten Lagen musste man sich richtiggehend dagegenstellen. Um die Spitze herum führt der Weg eine längere Strecke durch grosse Felsbrocken und man musste sich konzentrieren. Eine grosse Kolonie Kormorane hat sich in der Gegend eingenistet. Da dieser Küstenabschnitt dem offenen Ozean zugewandt ist, donnerten einmal mehr grosse Brecher in die Felsen, ein Riesenspektakel. Nun ging es immer wieder hoch und runter dem Ufer entlang. Über eine breite Sandzunge führt der Wanderweg an einer Insel vorbei und bald hoch zum Parkplatz und weiter zum Eingangstor, weitere 500 m entfernt.

 

Noch 35 Km trennten uns nun vom Tagesziel, einem Campingplatz in der Nähe von Knysna.     


Knysna und Umgebung

Wir waren im Woodbourne Resort, ein paar Kilometer ausserhalb von Knysna bestens aufgehoben. Hier lernten wir auch Eric und Gabi aus dem Kanton Zürich kennen, sie reisen im Landy durch Afrika.

Kurz nach Mittag machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Vor her fuhren wir aber noch hoch zum Aussichtspunkt über die Knysna Passage, dem schmalen Durchgang vom Meer in die gross, flache Lagune von Knysna.
Als erstes fuhren wir auf das Thesen Island hinaus um in einer empfohlenen Bäckerei einmal mehr ein richtig feines Brot zu kaufen. Die Insel wird von besser gestellten Leuten bewohnt und hat eine kleine Einkaufsstrasse wo entsprechende Angebote verfügbar sind.
Wir parkten ausserhalb der Waterfront, dem Ort wo der Tourismus in Knysna brummt. Am Jachthafen besteht ein grosses Angebot von Souvenirläden und Restaurants, was halt der Besucher so braucht. Wir liessen uns für einmal mittreiben, nahmen den Aperitif in der Pitratenbar ein und genossen anschliessend ein hervorragendes Dinner mit einem „Seafood Platter for Two“. Schon die Vorspeise hätte fasst gereicht, das Hauptgericht war dann aber mehr als genug, aber auch sehr fein.

Am Folgetag machten wir uns auf, die „7 Passes Road“ zu befahren. Die Route startet einige Kilometer westlich von Knysna und führt, meist auf eine Piste, bis nach George. Die Pässe sind aber kaum zu bemerken, keine ist über 300 m hoch. Die Landschaft ist geprägt von Baumplantagen und Landwirtschaft, nur vereinzelt fährt man durch Naturlandschaften.
Bei einem weiteren „Big Tree“, in einem weiteren Teil des Garden Route Nationalparks machten wir ein stündige Rundwanderung. Ein Abstecher brachte uns zu einem Aussichtspunkt von welchem aus man die „Map of Africa“ bestaunen kann. Zwei Flussläufe verlaufen so, dass sie der Kontur des Südteils des afrikanischen Kontinents bilden. Mit etwas Fantasie lässt sich der Rest des Kontinents erahnen.

Danach führt die Strasse steil hinunter an die Küste. Vom Ebb and Flow Camping machten wir eine weitere Wanderung dem Flusslauf entlang landeinwärts. Wir hofften leider vergebens einen der Eisvogelarten welche in der Region ansässig sind zu entdecken. Aber auch so war es ein interessanter Abstecher.
Zurück in Knysna wollten wir in der Deutschen Metzgerei Wurst und Fleisch für die nächsten Tage einkaufen. Der Laden war aber samstags leider geschlossen. Gleich nebenan bot ein Foodlovers Market aber ein ähnlich gutes Angebot.

 

Etwas über 20 Km führte uns eine Piste in einen weiteren Teil des Nationalparks. Auch hier hätte es einige sehr schöne Wanderungen durch den Naturwald. Wir checkten im Diepwell Camping ein. Nach einigen Missverständnissen war klar dieses Camp ist eher für Zelte als für Fahrzeuge geeignet. Zum Glück liess und die Rezeptionistin schliesslich im PicNic Platz übernachten, denn der Parkplatz für die Zeltler war so uneben, dass er für uns unbrauchbar war.


Oudtshoorn

Sobald man den Nationalpark hinter sich lässt, fährt man wieder durch Baumplantagen, hier meist Föhren. Bei De Vlugt bogen wir auf eine Nebenpiste ab und schon vor Mittag waren wir in Outhoorn.

Wir besuchten die „Safari Ostrich Farm“. Dort kann man einiges über die Straussenzucht lernen. Über 200 Farmen gibt es noch immer in der Region, die Safari Farm besitzt etwa 2500 Tiere. Wir hatten nicht gewusst, dass es drei Arten Strausse n Afrika gibt: der simbabwische ist mit 2.4 m der grösste, der Kenianische und schliesslich der kleinste, der südafrikanische. Es wurde erklärt wie der Strauss zu überlisten ist, damit er mehr Eier legt als die Natur vorsieht. Wenn man weiss, dass der Laufvogel ein Gehirn hat welches gerade Mal 40 g wiegt, das Auge ist mit 60 g bedeutend grösser, wundert es einem nicht, dass das einfach möglich ist. 


Five Shy Meercats Adventure

Meercats, auf Deutsch Erdmännchen, sind in der wilden Natur nur schwer zu beobachten. Einige Kilometer westlich von Oudtshoorn bietet ein Team den Besuch von Erdmännchen Kolonien an. Das sind wildlebende Gruppen, die immer wieder an anderen Orten in der Umgebung zu finden sind. Das Team begibt sich am Vorabend zu den bekannten Lokalitäten um herauszufinden, wo die Gruppe übernachtet. Ist das klar, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie bei den ersten Sonnenstrahlen aus ihren unterirdischen Tunneln auftauchen um sich in der Sonne zu wärmen. Das heisst aber auch, dass sie bei Regenwetter nicht auftauchen werden. So kann es sein, dass die Tour kurzfristig abgesagt wird.
Wir mussten früh aus den Federn und trafen uns bereits um halb acht Uhr an einem zuvor kommunizierten Treffpunkt. Von dort aus fuhren wir hinter dem Guide einige Kilometer zu einer Stelle im Farmland wo es einen Bau hat. Wir parkten, fassten einen Campingstuhl und gingen ein paar hundert Meter zu einem zuvor erkundeten Bau. Dort reihten sich die Besucher im Halbkreis auf und das Warten begann. Es kann ein paar Minuten aber auch mehrere Stunden dauern, bis sich die Tiere zeigen. Das Team hatte die Tiere über Monate daran gewöhnt, dass wenn sie aus ihrem Bau kamen, ganz in der Nähe Menschen sitzen, die aber keine Gefahr darstellen.
Wir musste etwa eine habe Stunde Geduld haben, bis das erste Erdmännchen an der Oberfläche auftauchte. Und dann ging es Schlag auf Schlag bis die ganze Kolonie aufgetaucht war. Wir konnten die Tiere aus kurzer Distanz beobachten ohne dass diese sich gestresst fühlten. Nach etwa einer Stunde packten wir zusammen und fuhren zurück in die nahe Stadt.


Cango Caves und Gamkaskloof

Nur eine halbe Stunde nördlich, am Fusse des Swartberg Passes, liegt die Cango Höhle. Wir hatten zwar schon einige Höhlen besichtigt, wollten aber wieder einmal eine Grotte besichtigen. Nach einer halben Stunde Wartezeit startete die nächste Tour. Die Standardroute umfasst die ersten drei grossen Säle. Auch wenn die Gruppe recht gross war, konnten wir die wirklich eindrücklichen Strukturen bewundern. Bis zu 9 m hohe Tropfsteinsäulen, steinerne Wasserfälle und natürlich Stalaktiten und -miten überall. Im Nachhinein können wir konstatieren, dass es sich um eine der eindrücklichsten Höhlen handelt die wir bis anhin besucht haben. Jeder Saal hatte seine Eigenheiten, aber immer ein sehr harmonisches und doch komplexes Erscheinungsbild.

Die Swartberg Passstrasse wurde bald zur Piste und die umliegenden Berggipfel, zum Teil über 2000 m hoch, waren in Nebel gehüllt. Im Bereich der Passhöhe verschwand auch die Strasse im dichten Nebel, die Aussicht war gleich Null. Hinter dem höchsten Punkt dann der Abzweiger in die Gamkaskloof, auch als De Hel (die Hölle) bezeichnet. Zwei Stunden Fahrzeit für die 40 Km wurde man auf einer Infotafel gewarnt. Anfangs war die Piste zwar recht steinig und ruppig, aber hatte keine nennenswerten Steigungen. Die Landschaft war eindrücklich und die Piste wie angekündigt, erlaubte keine grossen Geschwindigkeiten. Etwa 10 Km vor unserem Tagesziel, führte die Piste in mehreren Spitzkehren steil hinunter. An einer Klippspringer Kolonie vorbei zuckelten wir langsam talwärts. Die Piste ist zum Teil etwas exponiert, aber technisch keine alzu grosse Herausforderung. Wir beschlossen bereits bei der ersten Gelegenheit zu campen und nicht noch bis zum Ende der Strecke zu fahren. Der Campingplatz ist zwar sehr rustikal aber sehr naturverbunden angelegt. Die Nacht versprach kalt zu v^werden und der Wetterbericht war korrekt. Am Morgen hatten wir gerade mal 2 Grad Celsius, und einen guten Grund unsere Standheizung wieder einmal in Betrieb zunehmen. Da das Gamkaskloof eine Sackgasse ist, mussten wir denselben Weg zurück, nun aber bei perfekten Wetterbedingungen. Es war zwar wie bereits erwähnt kalt, aber sonnig. Wir sahen erneut einige Klippspringer an der Strecke und auch einige Vögel. Anstatt wie geplant noch eine grössere Runde durch die Karoo zu machen, hatten wir beschlossen, denselben Weg zurück nach Oudtshoorn zu fahren und danach auf direktem Weg nach George. Mit ein Grund war, dass unsere Brauchwasserpumpe den Geist aufgegeben hatte. Ueli hatte sie gegen die Trinkwasserpumpe ausgetauscht, damit wir das wichtigere Brauchwasser wieder nutzen konnten. In George gelang es uns dann auch eine Ersatzpunpe zu beschaffen.

 

Nördlich von Mossel Bay übernachteten wir in einem der ATKV-Campingplätze direkt am Meer mit entsprechender Geräuschkulisse. Auf der Hauptstrasse ging es anderntags weiter bis nach Heidelberg. Dort bogen wir auf Nebenstrassen ab und überquerten den attraktiven Tradou Pass um durch Farmland und hügelige Landschaft nach Montagu zu gelangen. Von dort war es nicht mehr weit nach Robertson.


Robertson

Diesem Umweg haben wir gewählt um das Weingut zu besuchen, dessen Shiraz seit Namibia unser Standard Hauswein geworden war. Im Weingut degustierten wir einige ihrer Spitzenweine und man erklärte uns, dass der Boxwein den wir immer wieder kauften identisch ist mit dem Flaschenwein, den wir nun auch probieren konnten. Frischgebackene Panini und etwas Salami begleitete unsere Weinprobe.- Natürlich kauften wir ein paar Flaschen, gross ist unser Weinkellen aber halt nicht um gross Vorräte anzulegen.
Im gutbesuchten Silverstrand Caravanpark blieben wir eine Nacht.


Bontebok Nationalpark

Eine gute Fahrstunde entfernt besuchten wir den Bontebok Nationalpark. Eigentlich hatten wir dort übernachten wollen, aber der Campingplatz war wegen des 1. Mai Weekends auf der Website ausgebucht gewesen. Beim Empfang war man dann verwundert, denn der Camping war nur zur Hälfte belegt, hmmm. Nun, dann machten wir halt einen Tagesbesuch, denn wir hatten unterdessen eine Buchung in einem anderen Campingplatz gemacht. Erst fuhren wir eine Runde durch den kleinen Nationalpark. Allerdings war die „Ausbeute“ bescheiden. Einige Bonteboks, die Namensgeber des Parks, dazu ein paar Zebras in der Ferne sowie einige Kuhantilopen bekamen wir vor die Linse. Eine kurze Wanderung durch den Busch entlang des Breede Rivers offenbarte vor allem einige blühende Pflanzen. Vögel hatte es zwar auch, aber zu sehen bekamen wir aufgrund der dichten Vegetation nur wenige.

Eine Stunde südlich, mitten im hügligen Farmland, führt eine steile Piste hinunter an den Breede River wo wir wegen des 1. Mai Weekends sicherheitshalber einen Übernachtungsplatz reserviert hatten. Der Platz war einmal mehr sehr rustikal aber doch sehr ansprechend angelegt.


De Hoop Nature Reserve

Eine weitere Fahrstunde brachte uns in die De Hoop Natural Reserve. Hier wieder dasselbe Theater! Eine Buchung war zuvor nicht möglich gewesen, da der Platz angeblich ausgebucht war. Vor Ort dann aber hatte es wohl keine Campsite mehr verfügbar, aber die Caravan Sites waren leer, hmmm.
So buchten wir doch noch einen Platz, halt eine Caravan Site ohne Strom anstatt einer Camping Site.
Wir fuhren danach ans Meer hinunter und spazierten der Küste entlang. Felsformationen, Sandstrände und Gezeitenpools sorgten für Abwechslung. Hier sahen wir dann auch erst zum zweiten Mal, Eland Antilopen, die grösste Antilopenart überhaupt.
Zurück im Camp parkten wir das Auto und machten eine kleine Wanderung von dort aus. Dem Meeresarm entlang sahen wir immer wieder rosa Pelikane, unter anderem eine grosse Kolonie am gegenüberliegenden Ufer. Auf dem Rückweg durch die Buschlandschaft und entlang von offenen Wiesen dann mehrere Antilopenarten und vor allem viele Strausse.
Dann die grosse Überraschung: Zum zweiten Mal waren Peter und Michelle unsere Nachbarn. Mit ihnen hatten wir nun wirklich nicht mehr gerechnet. Sie hatten aber wegen des schlechten Wetters im Norden ihre Route umgeplant und weil es ihnen in De Hoop so gut gefallen hatten noch einmal dort einen Zwischenstopp eingelegt.
Wir gönnten uns einen Aperitif einen eindrücklichen Sonnenuntergang und ein feines drei Gang Menu zum Nachtessen im nahen Gourmetrestaurant. 


Cape Aghulas Nationalpark

Nach knapp zwei Stunden erreichten wir Struisbaai und fuhren vor dort zum südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Ein kurzes Stück dahinter machten wir eine Wanderung der Küsten entlang und über einen aussichtreichen Hügelzug zurück zum Auto. Unglaublich war an dieser Küste so alles angeschwemmt wird. Mehre Arten Schwämme, grosse Seetang Bestandteile und viele Muscheln und grosse Schneckengehäuse. Letztere waren aber zumeist stark beschädigt da das Ufer aus Felsen und grossen Kieselsteinen besteht.

Auf dem Rückweg machten wir dann noch Halt beim Monument am eigentlichen Kap Aghulas. Eine grosse Reliefkarte des Kontinents und eine Informationstafel zeigten auf wo man sich befindet. Nachdem wir den nördlichsten und südlichsten Punkt des amerikanischen Doppelkontinents, sowie das Nordkap in Europa besucht haben, nun also den südlichsten Punkt Afrikas.

Am Abend eines warmen und windschwachen Tages kam erst ein kräftiger Wind auf. Der wurde schliesslich in der Nacht noch einmal stärker und begleitet von kräftigen Regenschauern.


Elim

Elim ist ein spezielles Dorf mitten in einem Landwirtschaftsgebiet, weit entfernt von der nächsten Ortschaft. In den 1820er Jahren als Missionsstation gegründet, zog es in der Folge erstaunlich viele Leute an und es entstand ein mittelgrosses Dorf nach dem Muster ihrer Deutschen Heimat. Auch heute ist es kein eigentliches Dorf, sondern eine um das Missionszentrum herum entstandene Kommune. Das heisst, die Gemeinschaft wird nach wie vor von den Besitzern der Mission geführt, sie ist es auch die das ganze Land nach wie vor besitzt. Unterdessen haben aber auch viele Einwohner die Gemeinde verlassen und der Ort ist in einen Dornröschen Schlaf verfallen.

 

Beim Durchstreifen des Ortskerns wurden wir von einem Einwohner angesprochen und er erzählte uns einiges über die Geschichte. Eine alte Mühle mit Wasserrad wurde restauriert und wäre auch funktionsfähig, aber genutzt wird sie nicht mehr.


Südküste bis Kapstadt

Nicht weit war es Morgen zum Stoney Point ausserhalb von Betty’s Bay. Dort ist eine kleine und weniger stark besuchte Pinguin Kolonie. Da wir schon um neun Uhr dort eintrafen, waren wir alleine. Die Mehrzahl der Pinguine war allerdings bereits unterwegs im Meer um Nahrung zu finden. Idealerweise besucht man die Pinguine gegen Abend, wenn sie in der Regel wieder zurück am Strand sind. Aber einzelne und kleine Gruppen konnten wir trotzdem beobachten. Zudem haben sich auch etliche Wasservögel im kleinen Naturreservat eingenistet. Verschiedene Möwen und Kormorane leben im Frieden neben den Pinguinen.

Bis nach Gordon’s Bay war die Küstenstrasse landschaftlich ansprechend, dann aber tauchten wir in die grosse Agglomeration Kapstadt’s ein.

 

Der Tag war vor allem auch ein Shopping Tag, denn wir mussten einige Dinge erledigen und besorgen. Einerseits neue Anschlüsse am Wasserfilter, denn beim Wechseln der Pumpe war einer der Plastikkupplungen abgebrochen. Beim ersten Händler wurden wir nicht fündig aber er verwies uns zu einem Geschäft wo sie das Gesuchte in Chromstahl an Lager hatten.
Weniger Glück hatten wir bei der Suche nach robusten Sitzbezügen für unsere Recaro Sitze. Selbst bei einem Hersteller konnte man uns nicht helfen, einfach weil kein Schnittmuster verfügbar war für unsere Schalensitze, schade. 
Zu guter Letzt besuchten wir eine Autowerkstatt um dem immer wieder und nach wie vor auftretenden Überhitzung des Motors auf den Grund zu gehen. Nun hatten wir nämlich alles im Kühlkreislauf getauscht: Die Viscokupplung am Kühlerpropeller, den Propeller, Thermostat und Kühler nach dem Missgeschick im Moremi Nationalpark. Was jetzt noch blieb war die Wasserpumpe die unterdessen auch schon weit über 200'000 Km auf dem Buckel hatte.
Am nächsten Morgen hatten wir einen Termin und die Jungs machten sich an die Arbeit. Vier Stunden und 350 CHF später war die Sache erledigt und wir fuhren zurück zum Campingplatz.
Dort trafen wir unsere Campnachbarn aus China an. Sie sind mit einem Pick-Up Ford und Off-Roadanhänger zu dritt unterwegs. Sie waren von China auf dem Landweg nach Europa gereist und von dort weiter Richtung Afrika. Ihr fünfjähriger Sohn Martin hat auf der Reise Englisch gelernt und spricht es unterdessen fliessend und akzentfrei. Auch sonst ist es ein cleveres Bürschchen.



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Kommentare: 1
  • #1

    Jeannette Mayer (Freitag, 24 April 2026 18:14)

    Wunderschöne Bilder. Natur pur und vor allem sehr eindrückliche Tierbilder. Weiterhin viel Vergnügen