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Patagonien ist ja eigentlich kein Land sondern eine grenzüberschreitende Region, der Südzipfel Südamerikas. Normalerweise haben wir die einzelnen Seiten nach Ländern gegliedert, aber hier schien es uns sinnvoller der Region eine Seite zu widmen, da wir immer wieder zwischen Argentinien und Chile wechseln.

Beim Recherchieren sind wir darauf gestossen, dass es tatsächlich einmal den Versuch gegeben hat, das heute chilenische und argentinische Patagonien zu einem eigenständigen Staat zu formen. Hier die Geschichte >LINK<. Wir haben uns erlaubt die damalige Flagge für die Region zu verwenden

San Martin de los Andes

San Martin de los Andes gehört bereits zu Nordpatagonien darum berichten wir nun weiter auf der Patagonienseite. Es ist ein quirliges Touristenzentrum wunderschön am Lago Lacar in der Bergwelt gelegen. Jetzt Anfang Dezember noch recht ruhig, wird in ein paar Wochen hier die Post abgehen.

Schon am ersten Abend bei Edgardo löste er sein Versprechen von Arequipe ein „wenn ihr mich besuchen kommt, machen wir eine typisch argentinische „Parillada“ „ hatte er damals gesagt. Auch typisch für Argentinien war dann, dass man erst gegen 10 Uhr abends so richtig ans Essen denkt. Aber wir hatten uns ja viel zu erzählen und natürlich gab es auch das eine oder andere Bier damit die Kehle nicht austrocknete. Als das Feuer schon brannte, kamen noch zwei weitere Gäste zum Nachtessen, Rosana und Marcelo, gute Freunde unserer Gastgeber. Der Grill ist übrigens in der Küche, ähnlich einem Cheminee, in die Wand eingebaut, nur dass er etwas höher angebracht ist um bequem grillieren zu können. Auch bei Edgardo bewunderten wir seine Geduld und Passion beim Grillieren.

So wurde es (für uns zumindest) ziemlich spät bis das Fleisch zur Perfektion gegart auf den Tisch kam und noch viel später bis wir dann mit vollem Bauch todmüde ins Bett fielen.

Anderntags waren wir dann alle Gäste bei Marcelo und er bewies uns natürlich, dass auch er das Grillen beherrscht, es scheint einfach in den Genen der Argentinier zu liegen. Einmal mehr zeigte sich, dass Argentinien definitiv nicht ein Land für Vegetarier und Antialkoholiker ist.

Am Sonntag machten wir mit Christina und Edgardo einen Ausflug zum nahen Lago Melinquina. Dort verbrachten wir einen netten Nachmittag zusammen. Wir merkten immer erst spätabends wie anstrengend es für uns war, den ganzen Tag mit unseren Freunden spanisch zu sprechen. Unterdessen ist unser Spanisch schon recht gut, aber wenn die Themen etwas tiefer greifen offenbaren sich unsere Mängel doch immer noch deutlich. Das Gute aber war, dass wir in diesen wenigen Tagen weitere Fortschritte erzielten.


Die Ruta de Siete Lagos und zurück nach Chile

Weiter nach Süden durchquert die Ruta 40 ein herrliches Gebiet, geprägt von vielen kleinen und grossen Seen und kristallklaren Flüssen. Leider hatte das Wetter umgeschlagen und so waren die Berge oft nebelverhangen und die Frühlingsfarben gedämpft. Wir hatten beschlossen noch nicht bis nach Bariloche zu fahren, sondern über den Paso Cardenal Antonio Samoré zurück nach Chile zu wechseln.
An der Grenze wurden wir von einer grösseren Autokolonne überrascht. Das war nur der erste Grenzübergang wo sich der Verkehr konzentrierte. Trotz der vielen Leute und Fahrzeuge ging es aber recht flott voran. Die eigentlichen Formalitäten sind ja dann auch in ein paar Minuten erledigt: Zuerst der Ausreisestempel bei der „Imigration“ abholen und dann den TIP des Autos beim „Aduana“ abgeben und schon war alles erledigt. Nur hatten wir halt beim Zoll eine ¾ h anstehen müssen bis wir drankamen.

Der Chilenische Grenzposten liegt fast 40 km hinter der eigentlichen Grenze. Auch dort stauten sich die Autos natürlich, aber alles in allem ging es doch recht gut voran. Einreisestempel bei der „Imigration“, dann der neue TIP beim Zoll, aller locker ohne Formulare ausfüllen und irgendwelchen Gebühren. Einzig eine Deklaration für die Lebensmittelkontrolle musste ausgefüllt werden, die eigentliche Kontrolle durch den Beamten war dann aber sehr schnell und oberflächlich. Unterdessen hatte Ueli auch entsprechende Erfahrungen gesammelt wie man am besten wegkommt. Immer etwas zum „Abgeben“ deklarieren, hier war es eine halbe Zwiebel, dann einige Dinge aufzählen welche man ohne Probleme einführen darf, so dass der Beamte gar nicht erst selber konkrete Fragen stellen kann.

 

Hinter der Grenze hatten wir einmal mehr ein nettes Beispiel der Südamerikanischen Grosszügigkeit. Wir fuhren an einer Mineralquelle vorbei, wo Mineralwasser in Flaschen abgefüllt wird. Da wir unseren Trinkwassertank wieder mal füllen mussten drehten wir um zu fragen ob wir diesen füllen könnten. Ein Mitarbeiter holte kurzerhand den Chef und dieser dirigierte unser Auto über den Rasen zur Abfüllanlage. Dort brachte er einen Schlauch heraus und wir füllten die 40 Liter direkt ab der Abfüllstrasse. Wir hatten noch eine angeregte Diskussion über die Fabrik, die chilenische Politik und vieles mehr. Der Chef erklärte unter Anderem, dass das Wasser bereits heute in einige Länder exportiert werde und auch Europa werde als Markt angepeilt. Wer weiss vielleicht können wir nach unserer Rückkehr in die Schweiz mal wieder Puyehué Wasser kaufen und in Erinnerungen schwelgen. Übrigens ausser ein paar Manometern hat es in der ganzen Fabrik keine Messgeräte, alles läuft manuell nicht zuletzt, so wurde uns gesagt, um bei Stromausfällen trotzdem die Kontrolle zu halten.  Dann drückte man uns noch ein paar Flaschen in die Hand und erklärte uns dass die paar Liter Wasser nun wirklich nichts kosten. Nun, kauft man dieselbe Menge in kleine Flaschen abgefüllt, im Laden wären immerhin weit über 100 CHF fällig. www.aguamineralpuyehue.cl


Valdivia und Umgebung

Auf Grund des schlechten Wetters, die Wolken hingen an den Hängen der Anden und regneten fleissig ab, zogen wir durch und fuhren bis an die Küste bei Valdivia denn dort war das Wetter deutlich besser. Allerdings erwachten wir am nächsten Morgen durch Orkanböen welche an unserem Camper rüttelten. Wir mussten sogar das Dach schliessen so stark blies es. Gegen Mittag beruhigte sich das Wetter aber und wir erkundeten die Halbinsel nordwestlich der Stadt. Die Pazifikküste bietet abwechselnd Strände und Steilküsten. Eine rumplige Piste führt daran entlang immer mit Meerblich. In Los Molinos, bekannt für seine Fischrestaurants, hielten wir an und kauften einen Sack voller Muscheln für unser geplantes Nachtessen.

Die Brauerei Kustmann, offensichtlich von einem Deutschen gegründet, war uns dann zu touristisch und zu überlaufen. Eigentlich hätten wir gerne ein Bier getrunken und was Kleines gegessen, aber erstens war das Angebot alles andere als typisch Deutsch und zudem völlig überteuert und knallvoll.

Auf dem Fischmarkt von Valdivia sollen wir keinen Fisch kaufen, wurde uns empfohlen, aber der Besuch selber lohnte sich. Nebst allerlei Meeresgetier bietet man dort auch sehr frisches Gemüse und Früchte an. Speziell waren die fetten Seelöwen welche unterhalb der Fischstände auf ihren Teil warteten. Dem Gewicht nach muss es den Viechern äusserst gut gehen.

Mit einer Fähre setzten wir von Niebla über nach Corall. Von dort folgten wir der Küste auf einer gutausgebauten Teerstrasse. Immer wieder hatten wir Ausblicke auf Meer und die Küste. Hinter Chaihuin änderte sich das dann aber schlag artig. Eine schmale Piste führte nun landeinwärts. Steil ging es hoch und runter und die Piste wurde zunehmend schlechter. An den steilen Stellen war sie tief ausgewaschen und bald fuhren wir im Schritttempo und in den Geländegängen. Immer mehr war der Weg auch zugewachsen, offesichtlich, dass es hier wenig Verkehr gibt. Auf den letzten Kilometern hinunter nach Hueicolle wurde die Piste wieder etwas besser wenn auch nach wie vor zu gewachsen. Als Krönung mussten wir vor Erreichen der Strasse nach La Union noch einen breiten Fluss durchqueren. Dieser ist zwar nicht tief und hat einen kiesigen Grund aber er war doch sicher 50 m breit.

Am Strand von Hueicolla picknickten wir und fuhren wieder landeinwärts. Eigentlich hatten wir erwartet dass die Piste nun einiges besser sei. Das traf grundsätzlich auch zu nur als die Strasse anstieg mussten wir bald wieder den Allradantrieb zuschalten denn die lehmige Piste war durch den kürzlichen Regen aufgeweicht und es hatten sich tiefe Fahrspuren gebildet. Bald schlossen wir auch einen einheimischen Toyota Hilux auf der stecken geblieben war und nun Ketten montierte. Das konnte ja heiter werden. Als die Piste wieder frei war, fuhr unser Landcruiser aber ohne Probleme in der Steigung an und kämpfte sich tapfer den Berg hoch. Zum Glück hatten wir jetzt neue Reifen drauf.

 Auf fast tausend Meter über Meer suchten wir uns einen Übernachtungsplatz. Mitten in einem offenen Wald, vor 80 Jahren hatte ein Waldbrand die alten Bäume zerstört, fanden wir einen ebenen, sonnigen Platz. Wie Skelette ragten die silbernen Baumstämme nackt in die Höhe. Der Wind wehte kräftig und auch die Temperatur war markant gefallen. Wir hatten Mühe unseren Coleman Backofen auf Temperatur zu bringen, aber schliesslich klappte es und wir genossen eine feine Moussaka.

 

Die Nacht war kalt gewesen, knapp nur über dem Nullpunkt, und die Sonne wärmte die Luft nur zögerlich. Wir hatten ausserhalb des Naturreservats campiert und fuhren nur zum Besucherzentrum. Von dort aus Startet ein Wanderweg zu einer der ältesten Alcere, einer nun seltenen Baumart, welche in dieser Region aber noch vorkommt. Nach etwa ¾ h über Stock und Stein erreichten wir den mächtigen Baum. 4 m Durchmesser weist er aus, oben sind nur noch wenige Äste grün. Über 3500 Jahre alt soll er sein, ein wahrer Methusalem. 


Lago Llanquihue

Zurück in der Zivilisation fuhren wir nach Frutillar (Erdbeerhausen) am Lago Llanguihue. Wie viele Ortschaften in dieser Region ist der Ort von Deutschen Einwanderern gegründet worden. Allerdings sieht man ausser ein paar Häusern mit europäischem Einschlag nicht viel davon. Beachtet man hingegen die Schilder der Hotel, Restaurants und Geschäfte erkennt man immer wieder Spuren der alten Zeit. Wir profitierten vor allem auch davon, dass in einer Bäckerei ein feines Brot angeboten wurde.

Wir fuhren weiter an das Ostufer des Sees und quartierten uns dort direkt unterhalb des mächtigen Vulkans Osorno ein. Dieser gehört zu den schönsten seiner Art, das vor allem wegen seiner typischen Kegelform und der vergletscherten Kuppe.

Ein Tagesausflug brachte uns in den National Park Vicente Perez Rosales. Wir wollten uns als erstes den Wasserfall Petrohue anschauen. Leider ist dies obschon eigentlich Teil des Nationalparks erst mal ein gutes Geschäft. Als erstes bezahlt man für den Parkplatz, dann muss man sich den Weg zum Wasserfall durch unzählige Souvernirshops und Restaurants erkämpfen und schliesslich erreicht man den Eingang wo man als Ausländer 4000 COP, immerhin 7 CHF pro Person im Gegensatz zu den Einheimischen welche nur 1000 COP bezahlen. Nun, das vermieste uns die Stimmung weiter bis zum Entschluss, auf den Besuch zu verzichten.

Auf einer Piste fuhren wir hoch an den Lago Todos Santos. Eigentlich wären wir gerne etwas wandern gegangen, aber es gibt nicht viele Optionen, denn das Seeufer ist in privater Hand und deshalb nicht erschlossen und die einzigen Wanderwege sind one way und der Rücktransport schwierig.

So fuhren wir halt wieder zurück und machten einen kurzen Spaziergang um die nahe Laguna Verde.

Der Morgen versprach wettermässig nichts Gutes! Nach zwei sonnigen Tagen, war der Himmel nebelverhangen und es regnete zum Teil kräftig. Erst als wir schon fast in Puerto Montt waren, klarte der Himmel auf. Ausser guten Einkaufsmöglichkeiten bot uns die Stadt nichts Besonderes. Im nahen Angelmo besuchten wir den Fischmarkt und genossen in einem der darüber liegenden Restaurants ein feines Mittagessen. Dieses fiel so üppig aus, dass wir das Nachtessen schliesslich ausfallen liessen.


Die Insel Chiloe

Mit einer der vielen Fähren setzten wir in 30 Minuten über auf die Insel Chiloe. Diese ist vor allem bekannt für die vielen Holzkirchen, welche auch ein UNESCO Weltkulturerbe sind. Die Landschaft ist geprägt durch Landwirtschaft und erinnerte uns immer wieder an das Schweizer Mittelland. Auf unserer Fahrt über die Insel besuchten wir einige der kleinen Fischerorte in welchen auch immer mindestens eine der Kirchen steht. Das Wetter war, für diese Region nicht unüblich, sehr wechselhaft und zwar so krasss dass wir bei Regen nur mal kurz im Auto sitzenbleiben mussten und schon schien die Sonne wieder.

Castro, der grösste Ort auf der Insel, ist bekannt für seine Stelzenhäuser. Viele sind allerdings nicht mehr sehr gut im Schuss andere wurden dafür liebevoll restauriert und  oft in Herbergen und Restaurants umgewandelt.

In Quellon erreichten wir nicht nur das Südende der Insel, sondern auch das Ende, oder je nach Sichtweise, den Beginn des Panamerica Highways. Wir hatten nicht gewusst, dass dieser per Definition nämlich „nur“ von Anchorage in Alaska bis eben hierher führt.

Bei unsere Ankunft in Quellon kümmerten wir uns als ersten um die Fährpassage nach Chaiten auf dem Festland. Problemlos konnten wir für die nächste Überfahrt, zwei Tage später, einen Platz buchen. Da zur Zeit unseres Besuches die Carratera Austral südlich von Chaiten durch eine gewaltige Schlammlawine unterbrochen war, hätten wir nicht nach Süden weiterfahren können. Als Notlösung hat aber der Staat eine Bypassfährverbindung eingerichtet. Diese konnten wir gleich mitbuchen und waren überrascht, dass diese uns nicht mal etwas kosten sollte.


Naturpark Pumalin

Wir wurden weiterhin vom Wetterglück verschont. Die Fähre erreichte Chaiten gegen Mitternacht bei Regen. Wir fuhren nur gerade ab dem Schiff und quartierten uns etwas nördlich am Strand ein. Wir konnten kaum sehen wo wir gelandet sind und auch am Morgen war das Wetter trüb und regnerisch.

Wir fuhren trotzdem die Carratera Austral nach Norden bis zum Fähranleger in Galeta Conzalo. Das ganze Gebiet von hier bis weit hinter Chaiten gehört zum privaten Naturpark Pumalin. Der nun verstorbene Besitzer der Marke North Face hatte vor Jahren begonnen grosse Landstriche zu kaufen und hat anschliessend das Ganze in einen Naturpark umgewandelt. Hervorragende Infrastruktur zum Wandern, Übernachten und Campen sind vorhanden und laden zum Verbleiben ein. Nur eben, wenn das Wetter dann so trüb ist lohnt es halt nicht zu einem Aussichtspunkt hoch zulaufen. Wir unternahmen eine kleine Wanderung durch den Regenwald, er machte seinem Namen Ehre, zu einem Waldstück wo es eine Gruppe mächtiger und uralter Alercen zu sehen gibt. Auch wenn die Wanderung nur kurz war, reichte es bis auf die Unterwäsche nass zu werden auch wenn uns die Regenjacken oben heraus trocken hielten.

Am nächsten Tag fuhren wir ins Tal des Rio Amarillo, im Ostteil des Parks, bei etwas besseren Bedingungen.  Riesige rhabarberähnliche Nalcas säumen die Piste und am Ende de s Tales hat man einen Blick auf die Gletscherwelt der Berge. Die Piste ist nur für kleinere Fahrzeuge mit Allradantrieb empfohlen, da sie ein paar heftige Steigungen hat.

Am Nachmittag waren wir zurück in Chaiten und genossen seit einigen Tagen das erste Mal wieder ein paar Sonnenstunden am Strand bevor wir nachts dann auf die Bypassfähre fuhren, welche und über Nacht nach Raul Marin brachte. Wie schon erwähnt hatte eine gewaltige Schlammlawine ein halbes Dorf und ein gutes Stück der Carratera Austral verschüttet. Da die Strasse für bis zu vier Monaten unpassierbar bleiben soll, hat man eine Fähre zum Umfahren dieses Abschnitts eingerichtet.


Carratera Austral Nordteil  

Die Carratera Austral ist einer der Höhepunkte einer Patagonienreise. Sie führt von Puerto Montt über 1000 Km nach Süden bis nach Villa O’Higgins. Sie ist zwar zunehmend geteert, aber noch sind viele Abschnitte Piste. Es ist die einzige Strasse welche den Süden des chilenischen Patagoniens erschliesst und ist auch gar noch nicht so alt. Erst in den 1970er Jahren begann man mit dem Bau von Norden her und Villa O’Higgins wurde erst 1994 erschlossen.

Da die Fähre nach sechs Stunden Nachtfahrt morgens um fünf bei Dunkelheit ankam, legten wir uns ganz in der Nähe des Anlegers noch einmal ein paar Stunden aufs Ohr. Auch bei weiterhin trübem Wetter sahen wir am Morgen an welch schönem Ort wir gelandet waren. Weitgehend unberührte Stände und Wälder soweit man schaut. Auch die Strasse welche uns bei La Junta zurück auf die Carratera Austral brachte führt vor allem anfangs durch unberührte Wildnis. Näher an der Hauptstrasse dominiert dann wieder Landwirtschaft. Wie wenig erschlossen die Gegend wirklich ist, merkten wir als wir im Ort ein paar Dinge einkaufen wollten. Sogar einfache Vollmilch war erst im dritten Minimarkt erhältlich, wo wir die letzten beiden ¼ Liter Packungen kaufen konnten. Da wir bei Chaiten unseren fünften Platten gefahren hatten, musste der Reifen geflickt werden. Diese Dienstleistung ist in der Gegend wiederum leicht verfügbar und er war offensichtlich, dass der Mann diesen Job schon oft gemacht hat.

Am Meeresarm Puyuhuapi war die Carratera wegen Bauarbeiten voll gesperrt. Aber auch hier war kurzerhand eine Umfahrungsfähre eingerichtet worden auf welcher man die Baustelle umschiffte. Auf Grund der starken Regenfälle stürzten von allen Berghängen Wasserfälle herunter und die Flüsse führten alle Hochwasser, eine andere, nicht weniger eindrückliche Landschaft.

Im schönen Campingplatz Las Torres del Simpson hatten wir einen netten Abend. Der Besitzer des Platzes lud zum Mate Tee ein und gab uns einen interessanten Abriss über die Geschichte und die Rituale des Mate, das Standardgetränk aller Gauchos und vieler Patagonier. Später spielte er mit seiner Frau und Freunden Gitarre und sang patagonische Volkslieder.

Bei Coyhaique klarte das Wetter dann endlich auf. Die Stadt selber ist ein wichtiges Versorgungszentrum und bietet die beste und günstigste Gelegenheit die Lebensmittel- und Treibstoffvorräte nochmal aufzufüllen bevor es dann auf den einsamsten Teil der Carratera Austral nach Süden geht. Durch die Berge des Nationalpark Cerro Castillo hingen die Wolken nochmal tief und versperrten uns die Aussicht.

Wer machten einen sehr lohnenswerten Abstecher nach Puerto Ingeniero Ibaniez. Nicht dass der Ort selber viel bietet, aber die nahen Wasserfälle des Rio Ibanez waren nicht zuletzt wegen dem hohen Wasservolumen schon sehr eindrücklich. Wir übernachteten am Ende der Strasse nach Puerto Levican direkt am Lago General Carrera, dem grössten aller chilenischen Seen. Der Wind tobte zwar gewaltig aber der Übernachtungsplatz war doch etwas geschützt. Für die Rückfahrt zur Route 7, der Carratera Austral, hatten wir die Parallelpiste gewählt und es stellte sich heraus, dass die Landschaft, verglichen mit der Hauptstrasse, komplett anders und vor allem viel abwechslungsreicher war. Durch einen tiefen, engen Canyon, vorbei an mehreren Seen erreichten wir die Hauptstrecke schliesslich wieder. Wir fuhren ein paar Kilometer zurück um die nahen Manos de Cerro Castillo zu besichtigen. Unter einem Felsüberhang hatten die Ureinwohner vor etwa 8 bis 10 Tausend Jahren Handabdrücke an die Felsen gemalt. Viele sind es nicht und die meisten nur noch wage zu erkennen, aber es ist eines der wenigen Zeugnisse der vorkulumbianischen Kulturen.

Ab Villa Cerro Castillo ist die Carratera dann wieder ungeteert, anfangs zwar breit, aber mit grobem Schotter. Für uns kein Problem, aber wenn man die vielen Velofahrer kämpfen sieht, können sie einem schon fast leid tun. An der Strecke hatte es nun kaum mehr Behausungen und wenn, waren sie meist verfallene Hütten, schon lange ungewohnt. Kurz vor Puerto Rio Trancilo trafen wir wieder auf den Lago General Carrera an dem wir am Morgen aufgebrochen waren.


Die Marmorkathedralen     

Von Puerto Rio Trancilo kann man eine Bootsfahrt zu den Marmorkathedralen unternehmen. In einer halben Stunde fährt man dem Ufer

entlang zu den eindrücklichen Felsformationen. Tiefe Höhlen hat das Wasser aus den Marmorfelsen geschliffen, einige gross genug um mit dem Boot hineinzufahren. In allem Farben und Formen zeigen sich die Höhlen im türkisfarbenen Wasser des Sees. Wir waren mit der Agentur „El Condor“ unterwegs gewesen und, Nomen est Omen,  tatsächlich sahen wir nach langer Zeit wieder einmal einen Kondor über uns kreisen. Die Rückfahrt in den Hafen war dann „Rock’n Roll“. Der Wind hatte einmal mehr aufgefrischt und das Boot kämpfte sich durch die meter hohen Wellen. Stunden später hörten wir dann die Sirene heulen, das Zeichen dass die Bootstouren wegen zu starkem eingestellt worden sind.  


Der südlichste Teil der Carratera Austral

Die Piste führt weiter südwärts. Vorbei an gletscherblauen Seen und kristallklaren Flüssen. Am Rio Baker übernachteten wir wieder einmal so richtig mit schönem Stellplatz und Feuerstelle, so dass wir das Rindsfilet endlich auf der Glut braten konnten.

Dann aber schlug das Wetter wieder um und die Landschaft verlor sich im tristen Grau. Cochrane ist die letzte grössere Ortschaft an der Carratera. Dort besorgten wir uns noch ein paar Kleinigkeiten und fuhren nach Caleta Tortel weiter. Der Ort ist deshalb recht einzigartig, weil es anstelle von Strassen nur Laufstege aus Holz gibt. Kilometer lange Wege führen durch das Dorf, einfache Holzhäuser und minimale Infrastruktur für den Tourismus prägen das Bild. Und schon begann es wieder zu regnen….

Um weiter nach Süden zu kommen, muss man einmal mehr eine Fähre nutzen. In einer knappen Stunde bringt sie einem nach Rio Bravo. Kosten tut sie für einmal nichts, sie ist Teil des Strassensystems. Wir übernachteten am Strand des Rio Bravo und staunten am Morgen nicht schlecht als wir feststellen mussten, dass unser Auto im Wasser stand. Aufgrund  der starken Regenfälle war der Fluss über Nacht etwa einen halben Meter angestiegen. Die Fahrt bis zum Endpunkt der Carratera Austral versank wieder einmal im Regen. Erst in Villa O’Higgins zeigte sich der blaue Himmel für ein paar Stunden. Kurz nach dem kleinen Ort endet die Strasse an einer Bucht.

Auch die Rückfahrt nach Norden verlief im Starkregen, in der Gegend hatten wir nun wirklich kein Wetterglück. Dafür bemerkten wir kurz vor der Fähre Dela und Mark in ihrem Landcruiser auf einem Stellplatz am Fluss. Wir hatten die Beiden im Norden Ecuadors kennengelernt. Da wir früh dran waren, reichte es für einen Schwatz. Wir haben gute Chancen sie weiter im Süden wiederzusehen. Vor Cochrane klarte es endlich auf und wir verbrachten einen sonnigen Nachmittag an der Laguna Esmeralda an einem herrlichen Stellplatz


Patagonia Park

Auch der Patagonia Park ist ein Projekt des North Face Besitzers. Neben dem Pumalin Park hatte er auch hier grosse Ländereien erstanden und zu einem Naturpark erklärt. Nahe des Besucherzentrums liegt auf einer Terrasse gelegen die Villa der Tomkins und seine Frau, er selber ist in der Nähe begraben, komme noch immer regelmässig hierher. Die ganzen Gebäude sind aus hochwertigen, natürlichen Materialien gebaut, sei es das Besucherzentrum oder das Restaurant wie auch die verstreut liegenden Gästehäuser ringsherum. Alles sehr gediegen. Allerdings scheint der Architekt oder Planer der drei Campingplätze nicht viel Ahnung vom Campen zu haben. In zweien kann man leider nicht mit einem Camper reinfahren und die ganzen Anlagen sind so riesig dimensioniert, dass man sich verlieren kann und weite Wege zu den Sanitärgebäuden in Kauf nehmen muss. Auch die Preise sind gesalzen, auch wenn die Einrichtung zugegeben auch hier sehr hochwertig sind. Vielleicht auch deshalb hatte es kaum Gäste auf den Plätzen.

Nun wir machten eine schöne Wanderung in der Gegend des Besucherzentrums. Im Tal kann an unzählige Guanacos aus nächster Nähe beobachten. Anschliessend fuhren wir dem Paso Roballo entgegen. Durch ein schönes Tal führt die Wellblechpiste vorbei an verschiedenen Seen, einer gar mit ein paar Flamingos drauf. Die Landschaft ist erstaunlich trocken und karg nach den üppig grünen Wäldern an der Carratera Austral. Eigentlich wollten wir im Camping Casa Piedra übernachten. Man muss aber dort rund zweihundert Meter von den WC Anlagen entfernt auf dem allgemeinen, recht engen Parkplatz stehen. Das hätten wir auch ohne weiteres in Kauf genommen, denn wir sind ja eigentlich autonom. Als der Parkranger dann aber gegen 22 Uhr vorbei kam und die vollen 16000 Pesos einziehen wollte, fanden wir das dann doch etwas übertrieben und zogen es vor 1 km weiter in einer Wiese am Fluss zu übernachten.

Über Nacht schlug dann das Wetter um und der Himmel war bedeckt, die Berge verhangen. Wir verzichteten auf die geplante Wanderung und fuhren hoch zur Grenze.


Über den Grenzübergang Paso Roballo von Chile nach Argentinien   

Ausreise Chile
Die Grenzstation wird einzig von einem, wohl ziemlich einsamen, „Carabinero de Chile“ betrieben. Innert ein paar wenigen Minuten hatte er unser Pässe mit dem Ausreisestempel versehen und die TIP (temporärer Import Permit) fürs Auto gestempelt. Wir erhielten das Original und er machte sich eine Kopie, erledigt

 

Einreise Argentinien
Nach ein paar Kilometern Niemandsland erreicht man an der eigentlichen Grenze den Argentinischen Grenzposten. Auch hier eine Einmannshow, hier erledigt das die „Gendarmeria National“. Da ein argentinisches Paar mit Auto gerade die Ausreiseformalitäten erledigte, verzögert sich unsere Abfertigung ein paar Minuten. Da man an kein Computersystem angeschlossen ist, werden die Daten in ein grosses Buch eingetragen. Eine neue TIP bekommt man hier auch nicht, sondern der Beamte verwendete einfach das chilenische Dokument wieder indem er in ein noch freies Feld das Datum und den Stempel knallte. Ein kleines Formular pro Person ausgefüllt, das erste Mal in Argentinien, und dann noch den Einreisestempel in die Pässe. Die Kontrolle des Autos war in 10 Sekunden auch erledigt, er schaute sich kurz um, keine Frage nach Lebensmittel oder ähnlichem, und schon verabschiedete er sich von uns . 


Lago Posadas

Nachdem wir die Grenze passiert hatten fuhren wir hinunter zum Lago Posadas. Die Gegend wurde nun auf der Ostseite der Anden zunehmend trockener. Die Landschaft erinnerte uns oft an den Südwesten der USA oder auch Gegenden in Mexico. Im kleinen Ort Lago Posadas wollten wir noch frisches Fleisch kaufen. Man verwies uns auf Nachfrage zu einem kleinen Laden im Dorfzentrum. Wir staunten nicht schlecht als uns der Besitzer, welcher alleine den Laden schmiss, erklärte, dass er blind sei. Das hinderte ihn aber nicht auf unseren Wunsch hin aus einem halben Lamm die Schulter fachgerecht herauszulösen. Beim Zahlen mussten wir ihm helfen die Banknoten zu identifizieren und an der Waage fragte er uns welcher Preis wir ablesen würden. Unglaublich, aber alle Kunden scheinen ehrlich und gerne bereit zu sein ihm zu helfen.

Dann fuhren wir zum See hinaus und besuchten den „Arco“, einem eindrücklichen Steinbogen auf einer kleinen Felseninsel im See. Schliesslich fanden wir am frühen Nachmittag ganz in der Nähe einen wunderschönen Stellplatz. Da der Wind einmal mehr heftig wehte, schätzten wir, das der Platz etwas geschützt lag. Zwanzig Meter unterhalb des Platzes liegt eine schöne Bucht mit Sandstrand und am einem Ende desselben eine windgeschützte Feuerstelle. Da die vorherigen Besucher einen guten Stoss Hartholz hinterlassen hatten, entschlossen wir uns die Gelegenheit zu nutzen. Erst buken wir einen Dreikönigskuchen in unserem Gusstopf. Die Lammschulter lösten wir nicht aus um ein Tajine zu kochen, sondern Ueli briet sie am Stück für zwei Stunden über schwacher Glut, "Poco calor, mucho tiempo" (wenig Hitze, viel Zeit). Währenddessen genossen wir eine warme Dusche, mit Wasser aus dem See und am Feuer erwärmt.

Auch den Apero genossen wir an diesem herrlichen Ort direkt am Strand. Sogar das Wetter spielte mit, denn je länger der Tag dauerte umso sonniger und wärmer wurde es.


Nationalpark „Los Glaciares“

Eine landschaftlich wenig eindrückliche Fahrt durch die patagonische Pampa brachte uns in den Nordteil des Nationalparks „Los Glaciares“. Im kleinen Kaff El Chaten quartierten wir uns auf einem dafür vorgesehenen Parkplatz ein. Wir waren das fünfte Schweizer Fahrzeug auf dem Platz. Unter anderen trafen wir Carla und Boris in ihrem Landcruiser wieder. Die Beiden hatten wir bei einem Weekendausflug ins Apenzellerland vor  etwa drei Jahren kennengelernt. Die Welt ist schon klein, mussten wir einmal mehr feststellen.

Wir machten noch einen Abstecher zum Lago los Desiertos, noch 35 km hinter El Chalten. Noch war der Himmel etwas verhangen und die Berge waren nur immer für kurze Momente sichtbar. Am See angekommen hatte sich das Wetter aber schon recht gebessert und wir genossen die Aussicht auf die umliegenden Gletscher. Auf dem Rückweg besuchten wir den Wasserfall „Chorillo del Salto“ einen mächtigen Wasserfall der zur Zeit unseres Besuchs viel Wasser führte.

Für die folgenden Tage war die Wetterprognose gut und so planten wir zwei Wanderungen. Am ersten Tag gingen wir zur „Laguna Torre“ von wo aus man einen freien Blick auf die Nadel des „Cerro Torre“ hat. Wie man auf diese ringsherum vertikale Felsnadel steigen kann ist uns schleierhaft. Die Landschaft ändert sich permanent je weiter man ins Tal hinein geht. Erst noch recht trocken, fast wüstenhaft, verläuft der Weg dann immer mehr im Südbuchenwald. Über die ehemalige Endmoräne des Gletschers erreicht man schliesslich das Ufer der Lagune. Gegenüber ergiesst sich ein mächtiger Gletscher in den See.

Der nächste Morgen startete wolkenlos und als wir den „Mirador Fitzroy“ erreichten war der Gipfel des Fitzroy wolkenlos. Eine unglaubliche Landschaft, selbst für uns bergverwöhnte Schweizer. Das zieht natürlich auch viele andere Besucher an und so ist zur Hauptsaison einiges los auf den Wanderwegen. Sehr viele gehen auch auf mehrtägige Touren, so sieht man dann unzählige Leute mit zum Teil gigantischen Rücksäcken den Berg hoch keuchen.

Gut 250 Km weiter südlich erreichten wir den Südteil des „Parque National Los Glaciares“. Im Gegensatz zum Nordteil kostet dieser Eintritt und das nicht zu knapp. Ausländer zahlen, wie so oft in Südamerika, höhere Eintrittspreise, hier  etwa 30 CHF pro Person. Tun kann man eigentlich nicht viel in diesem Sektor, aber die Hauptattraktion, der Gletscher Perito Moreno, ist halt schon etwas sehr spezielles. Der gewaltige Gletscher ergiesst sich auf einer Breit von mehreren Kilometern in den Lago Argentina. Die Eiswände sind 40 – 70 m hoch und fallen senkrecht ins blaugraue Wasser ab. Auf Metallstegen kann man auf verschiedenen Niveaus dem Gletscher entlang gehen und die Eiswelt bewundern. Immer wieder knallt und kracht es im Eis. Mit etwas Geduld und einer guten Portion Glück  kann man das Kalben des Gletschers beobachten. Wir hatten an einer Stelle beobachtet, dass immer wieder kleine Eisbrocken in die Tiefe stürzten. Die ganzen Eistürme schauten auch ziemlich unstabil aus und so harrten wir der Dinge die da hoffentlich kamen. Und tatsächlich nach nicht mal einer halben Stunde krachte es einmal mehr und ein sicher 20 m hoher Eisturm kippte nach vorne und fiel in sich zusammen ins Wasser. Ueli war darauf gefasst gewesen und hat das Spektakel in mehreren Bildern festgehalten. Nach diesem Naturschauspiel und auch weil die Sonne sich immer rarer machte gingen wir der Küste entlang zum Auto zurück.

Mit etwas Geduld und viel Glück kann man, wie wir, am Perito Moreno Gletscher einen grossen Abbruch erleben. Unten im Video live geschossene Bilder davon


Feuerland

Weiter ging es, immer südwärts. In Punta Arenas, der grössten Stadt im Süden Chiles, bietet sich noch einmal an gross einzukaufen. Frische Lebensmittel, insbesondere Früchte und Gemüse, werden in kleineren Läden immer rarer, teurer und sind vor allem weniger frisch. So genossen wir den logistischen Vorteil der grossen Supermärkte und kauften zu vernünftigen Preisen gutes Gemüse und Früchte.

Um direkt nach Feuerland zu gelangen, mussten wir einmal mehr auf die Dienste einer Fähre zurückgreifen. Da die Fähre erst am nächsten Morgen ablegen würde, machten wir uns auf das Stadtzentrum Punta Arenas zu  erkunden. Gut, sehr viel gibt es nicht zu sehen, aber trotzdem fanden wir diese Stadt recht sympathisch. Alles wichtige und sehenswerte ist wie überall in Lateinamerika um den Hauptplatz angesiedelt.

Wir übernachteten gleich am Fährhafen und so konnten wir als erste am Morgen die Tickets kaufen. Wir hatten keine Reservation gehabt, aber es hat immer freie Plätze auf den Fähren, nur muss man halt dann schon früh am Schalter sein um noch einen Platz zu kriegen. Die Überfahrt nach Porvenir dauert etwa 2h und kostet mit einem kleinen Fahrzeug etwa 80 CHF.

Porvenir ist der Hauptort im chilenischen Feierland und gleichzeitig die einzige grössere Siedlung in dieser Region. Die Landschaft ist karg und recht flach. Die Piste verläuft anfangs der Magellan Strasse entlang. Die ganze Gegend ist sehr spärlich besiedelt und man begegnet kaum anderen Fahrzeugen. Auf Empfehlung hin übernachteten wir am Lago Blanco, einem abgelegenen, recht grossen See. Ausser uns waren nur noch zwei andere Camper dort. Wie so oft kam gegen Abend ein kräftiger Wind auf und wir mussten uns nach einem Apero an der Sonne bald in unser Schneckenhaus zurückziehen.

Am Morgen war es dann nicht weit an die Grenze. Hier am Paso Bellavista kommen pro Tag nur eine Handvoll Fahrzeuge vorbei. Entsprechend locker waren die Formalitäten und auch der Zeitbedarf hielt sich im Bereich von ein paar Minuten auf beiden Seiten. Die Argentinier fragten schon nicht mal nach Lebensmitteln und keiner wollte auch nur einen Blick ins Auto werfen.

Nach einem Tag in Rio Grande, wir hatten wieder einmal eine warme Dusche nötig und nach Tagen ohne Internet wollten wir uns auch mal wieder darüber informieren was so läuft, nahmen wir die letzte Etappe ans das „Fin del Mundo“, dem Ende der Welt, unter die Räder. Ziemlich genau eineinhalb Jahre nachdem wir am nördlichsten Punkt unserer südwärts gestartet waren hatten wir nun in Ushuaia den südlichsten Punkt erreicht. Die kleine, aber doch wichtige Stadt, ist voll von Touristen, aber wir wunderten uns darüber wie wenig Overlander wie wir anzutreffen waren. Die meisten Besucher kommen mit dem Flugzeug oder mit einem Mietwagen hierher, viele davon auf dem Sprung in die Antarktis. Das war ja auch unser Ziel und so erledigten wir die noch offenen Punkte für unser nächstes grosses Abenteuer. Darüber berichten wir dann weiter unten ausführlich.


Der Nationalpark „Tierra del Fuego“

Da wir bis zu unserer Schiffsreise in die Antarktis noch ein paar Tage Zeit hatten, fuhren wir für drei Tage in den nahen Nationalpark. Der Eintritt ist mit 20 CHF pro Person recht teuer, vor allem wenn man bedenkt, dass man ausser ein paar kleinen Wanderungen nicht viel erleben kann. Dafür darf man aber kostenlos zwei Nächte auf einem der einfachen Campingplätze übernachten. Da es unterdessen in Ushuaia keinen gescheiten Campingplatz mehr gibt war das für uns eine angenehme Alternative in der Natur. Wir lernten auf dem Platz auch einige nette Leute kennen und trafen zum dritten Mal auf Hanni und Mathis mit ihrem Landy Azalai.

Wir unternahmen einige kurze Wanderungen am Ende der Ruta 3 welche von Buenas Aires kommend nach über 3000 Km hier ihr Ende findet. Am Meeresarm entlang gibt es auch noch eine schöne Wanderung die wir unter die Füsse nahmen. Um zum Start zu gelangen machten wir Autostopp und mussten überrascht feststellen, dass wir von einem jungen Paar aus der Schweiz mitgenommen wurden. Nochmal vielen Dank für den Lift!!

Zurück in Ushuaia, hatten wir eine Einladung von Nati und Marcelo bei ihnen eine warme Dusche zu nehmen. Sie wohnen in einem kleinen Appartement welches kein Platz für Gäste bietet. Das Problem lösten wir indem wir auf dem nachbarlichen Grundstück unseren Camper stellen konnten und die Nacht dort verbrachten. Witzig war, dass das Grundstück von der neuen Partei welche nun den Präsidenten stellt, dort ihr neues Stadtbüro am Einrichten ist. Ueli fragte ob wir dort über Nacht stehen dürften und die Erlaubnis kam postwendend. 



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