Die Karte kann beliebig gezoomt werden, so dass die Details besser ersichtlich sind.

KARTE FOLGT IN KÜRZE


Über die Grenze nach Brasilien, unserem 13. Land auf dieser Reise

Um dem starken Grenzverkehr bei Ciudad del Este / Foz de Iguacu auszuweichen, hatte uns Rene empfohlen den Umweg über Guaira in Kauf zu nehmen.

Es stellte sich dann aber heraus, dass wir sicher keine Zeit sparten, denn die Grenzformalitäten an diesem Übergang sind weit verstreut und mühsam zu finden. Zudem sind die Öffnungszeiten nicht sehr „kundenfreundlich“.

Den Ausreisestempel für Paraguay holten wir im Stadtzentrum, nahe der ehemaligen Fähranlegestelle. Die Fahrzeugpapiere wurden wir kurz vor der Grenze los. Auf der anderen Strassenseite nimmt einem der Aduana das Papier entgegen.

Noch bevor man auf die Brücke über den Rio Parana fährt kommt man an einem Kontrollpunkt vorbei. Dort fragten wir uns durch wo wir die brasilianische Einfuhrbewilligung bekommen können. Fünf vor fünf, grad noch vor Feierabend, wurde das Papier noch ausgestellt. Der Beamte leistete für uns sogar noch eine halbe Stunde extra Arbeit, vielen Dank dafür.

Für den Einreisestempel mussten wir anderntags nochmal ins Stadtzentrum von Guari, denn auch dieses Büro ist nur bis sechs Uhr, brasilianische Zeit, offen. Nach etwas warten hatten wir aber auch diesen Stempel im Pass. Nun konnten wir für 90 Tage das riesige Land Brasilien bereisen.

Geld konnten wir übrigens tatsächlich erst bei der Banco do Brasil in Foz de Iguacu beziehen.


Iguazu Wasserfälle

Eine Südamerikareise ohne diese gigantischen Wasserfälle gesehen zu haben ist wie eine Schweizerreise ohne Matterhorn Besuch…

Wir hatten uns entschieden die Wasserfälle von der Brasilianischen Seite aus zu besuchen. Wir quartierten uns unweit des Nationalparkeingangs im Camping Paudimar ein und fuhren am anderen Morgen mit dem Stadtbus zum Park. In der Eingangshalle konnten wir die Tickets mit der Kreditkarte an einem Automaten kaufen und so das Schlange stehen vermeiden. Allerdings hatte es verhältnismässig wenig Besucher und wir konnten den ersten in den Park hinein Bus besteigen. Was da an Ostern los gewesen sein musste….

Beim Hotel das Cataratas stiegen wir aus um dem Fussweg entlang der Schlucht bis hin zum „Teufelsschlund“ zu folgen. So kommt man an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei und erhält einen ersten Eindruck der mächtigen Wasserfälle. Unzählige Coatis, kleine, niedliche Tiere mit einem buschigen Schwanz, tummeln sich am Weg, angezogen von den Besuchern welche es halt nicht immer lassen können die Tiere zu füttern. Der Höhepunkt ist dann aber schon am Ende des Trails, dort wo ein Grossteil der Wassermenge in einen Kessel stürzt. Auf dem Steg werden dann alle welche ohne Regenschutz unterwegs sind bis auf die Unterwäsche nass.

Auf die zusätzliche Bootsfahrt zum Fuss der Wasserfälle verzichteten wir, als wir gesehen haben wie nah die Schiffe an die Fälle heranfahren. Man konnte nur ahnen, wie die Passagiere eine Volldusche abbekommen. Zu sehen ist in diesem Wassernebel wohl kaum mehr als von oben und fotografieren geht schon gar nicht.

Der Bus fuhr uns danach wieder zum Ausgangspunkt zurück von wo aus wir den nahen Vogelpark noch besuchten. Der grosszügig angelegte Zoo wurde in einem natürlichen Dschungel angelegt und zeigt eine Vielzahl von Vögeln, meist in grossen, begehbaren Volieren. Noch hoffen wir natürlich, dass wir möglichst viele dieser Vögel auch noch in der Natur zu Gesicht bekommen.  

Am anderen Morgen liessen wir uns vom Camping eigenen Van auf die argentinische Seite chauffieren. Schon am Eingang merkten wir, dass die Brasilianer einiges besser organisiert sind. Nur gerade einer von 6 Ticketschaltern war offen und ein Selbstbedienungsautomat steht nicht zur Verfügung. Wenigstens kann man unterdessen mit der Kreditkarte den saftigen Eintrittspreis von 500 ARS, etwa 25 CHF begleichen.

Vom Eingang marschierten wir erst mal zur Bahnstation Cataratas. Dort starten zwei Wege, einer der die Fälle von unten erleben lässt, der andere hingegen verläuft oberhalb. Beide haben ihren Reiz denn es bieten sich völlig unterschiedliche Perspektiven. Im Gegensatz zur brasilianischen Seite muss man sich hier die Aussichten „erlaufen“. Nebst den Wasserfällen hat man hier auch viel mehr Möglichkeiten die Tier- und Pflanzenwelt etwas näher zu betrachten.  Insgesamt legten wir sicher etwa 6 km zurück auch wenn wir zum Ausgangspunkt für den „Gargata del Diabolo“ die Schmalspurbahn nutzten. Auch von dort führt ein etwa 1 km langer Steg über den breiten, flachen Oberlauf des Rio Iguazu. Schliesslich standen wir am „Höllenschlund“ in welchen sich tausende von Kubikmeter Wasser pro Sekunde stürzen. Auch hier war ein Regenschutz angesagt will man nicht bis auf die Unterwäsche nass werden. Erschreckend war die Information, dass noch vor 40 Jahren das Wasser des Flusses kristallklar geflossen ist. Das grossflächige Abholzen im Quellgebiet hat die Erosion so gefördert, dass das Wasser heute die Farbe von Schokolade hat. Im Laufe des Tages sahen wir immer mehr Schmetterlinge. Sie flatterten überall herum und setzten sich auch gerne auf den Besuchern ab. Sicher mehr als ein Dutzend Arten zählten wir, von winzig kleinen bis über 10 cm grossen Exemplaren.

Um vier Uhr wurden wir am Eingang wieder abgeholt und über die Grenze zurück in den Campingplatz gefahren.

 

 

Unser Fazit und Tip:

 Auf jeden Fall beide Seiten des Parks besuchen, zu unterschiedlich sind die Aussichten und beide Orte lohnenswert.

 

In Brasilien ist der Morgen wegen des Lichts sicher besser, die Argentinische Seite eher der Nachmittag. Wir hatten den Eindruck, dass am Nachmittag weniger Leute anzutreffen waren als am Morgen, aber generell hatten wir das Glück auf nicht übermässig viele Besucher zu treffen. Da der Fluss zudem für die Saison aussergewöhnlich viel Wasser führte waren die Fälle sehr eindrücklich. 


In Richtung der Südküste Brasiliens

Da wir nicht geplant hatten den Süden Brasiliens später zu besuchen machten wir uns nun auf Richtung Küste. Weiterhin wurden wir begleitet von landwirtschaftlich genutzten Flächen, in erster Linie Mais und Soja. Hunderte von Kilometer hüglige Landschaft auf angenehmen 600 bis 100 müM. Immer wieder durchquert oder umfährt man kleine bis mittelgrosse Orte. Irgendwie kam uns die Gegend vor wie in Europa ausser dass es hier Vegetationsformen gibt welche man halt in Europa nicht findet.

Treze Tilias, dreizehn Linden, ist eine kleine Stadt welche von einem Österreicher gegründet worden ist. Noch immer wird im Ort die traditionell österreichische Architektur gepflegt. So hat man den Eindruck man befinde sich irgendwo im Tirol. Wir besuchten das Städtchen zufällig an einem Sonntag und wurden damit überrascht, dass fast alles geschlossen war und kaum Leute anzutreffen waren. So blieb es bei einem kurzen Rundgang durch das Zentrum. Die Landschaft in der Region erinnerte uns stark ans Schweizer Mittelland


Zufällig wählten wir einen Campingplatz zum Übernachten welcher sich direkt unter dem „Viaducto 13“ befindet. Als der Viadukt 1978 gebaut worden ist, war es zweithöchste Eisenbahnbrücke der Welt. 143 m hoch und 500 m lang quert das filigrane Bauwerk ein Tal. Gebaut wurde die Bahnstrecke von Militäreinheiten um die Getreideernte aus dem Hinterland in die Häfen zu transportieren. Schon lange wurde aber der Verkehr eingestellt.

Auf der Karte hatten wir mehrere Themenstrassen gesehen, die Weinstrasse, die Romantische Strasse und schliesslich noch die Sinfonie der Natur Strasse. Das schien uns einen Umweg wert. Am Ende mussten wir aber einsehen, dass es sich dabei vermutlich einzig um einen Marketinggag der lokalen Tourismusindustrie handelt. Klar kamen wir an ein paar Weingütern vorbei, aber von der Romantik bekamen wir nichts mit. Das hochgelobte Gramado ist wohl ein touristischer Hotspot welcher allesmögliche zur Unterhaltung der Gäste bereithält, für unseren Geschmack war allerdings nichts dabei was uns hätte begeistern können.


Die Canyons Fortaleza und Itaimbezinho

Noch auf dem Plateau auf fast 1000 müM besuchten wir zwei eindrückliche Canyons. Den „Canion de Fortaleza erreicht man über eine Stickstrasse von Cambara do Sul aus. Am Ende der Piste kann man ein paar Hundert Meter weiter gehen und blick dann in den grössten Canyon Brasiliens. Mehrere Hundert Meter fällt das Gelände fast senkrecht ab zum Grund der Schlucht. Wasserfälle stürzen sich in die Tiefe. Erstaunlich ist die Vegetationauf der Hochebene: Grasbewuchs mit struppigem Gras dominieren das Bild. In Talsenken erstreck sich Urwald und bietet damit vielen Tieren ein Habitat.

Etwas zurück, führt eine kurze Wanderung an einem eindrücklichen Wasserfall vorbei zum Canyonrand. Noch einmal hat man die eindrückliche Aussicht hinunter in die Tiefe.


Wiedersehen mit Freunden.

Angie und Chris sind seit Anfang 2018 mit ihrem Steyr Lastwagencamper ebenfalls in Südamerika unterwegs. Wir waren immer in Kontakt geblieben und konnten nun einen Treffpunkt mit ihnen abmachen. Bei strömendem Regen trafen wir uns schliesslich an der „Barra do Ibaraquera“. Wir verbrachten dort einige Tage zusammen und genossen es wieder einmal mit Altbekannten zusammen zu sein, über vergangenes und zukünftiges zu diskutieren, zusammen zu kochen, gemeinsame Spaziergänge zu machen. Kurz, Ferien von der Reise mit Freunden.

Nach ein paar Tagen fuhren wir zusammen wieder südwärts. In kurzen Etappen reisten wir der Küste entlang. Die Beiden reisen generell viel langsamer und gemütlicher als wir, aber es tat auch uns gut, mal wieder nicht so viel zu fahren. An Stränden kennen sie schöne Übernachtungsplätze wo wir weitere Tage zusammen blieben.

Der Besuch des "Pedra do Frade" an der Küste, nur ein paar Kilometer nördlich von Laguna, lohnt sich. Wie der riesige Stein in seiner Form und an dieser Stelle entstanden sein mag, kann man sich kaum vorstellen. Wie in der Luft schwebend steht der mächtige Felsbrocken am Ufer auf einer glatten Granitfläche.


Die Fischer von Laguna

Bei der Stadt Laguna ergiesst sich ein Fluss ins Meer. Dessen Nordufer ist bekannt bei den lokalen Fischern. Sie gehen mit Wurfnetzen auf die Jagd und stehen knietief im seichten Wasser. Das Spezielle ist aber, dass sie beim Fischen von grossen Delfinen unterstützt werden. Die Tiere patrouillieren dem Ufer entlang und treiben den Fischern die Fische vor die Füsse. So kommt es, dass wenn ein Delfin unmittelbar vor den Männern auftaucht, diese wissen, dass sie nun eine gute Chance haben einen Fisch ins Netz zu bekommen. SO werfen sie dann auch synchron ihre Netze ins Wasser und tatsächlich ist der Erfolg einiges grösser als ohne Mithilfe des Delfins. Was wir nicht in Erfahrung bringen konnten, ist warum die Delfine diese Hilfestellung bieten. Ob es reiner Spieltrieb ist, oder sie selbst auch davon profitieren, blieb uns verschlossen. 

Im Übrigen ist auch das historische Zentrum von Laguna durchaus sehenswert. Es stehen noch viele alte Gebäude, meist liebevoll und in bunten Farben restauriert



Kommentar schreiben

Kommentare: 0