China Rundreise 2014

HINWEIS:

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Da mein Landcruiser dieses Jahr wegen Umbauarbeiten nicht zur Verfügung stand für die Ferien, mussten wir Alternativen prüfen. Da Myrta seit Jahren Chinesisch lernt und auch mich das Land schon immer interessiert hatte, kristallisierte sich ein Plan heraus, eine Reise nach China zu planen. Als ideale Reisezeit für den Osten Chinas war der frühe Herbst gut geeignet. Erst wollten wir sicherstellen, vor dem Chinesischen Nationalfeiertag wieder ausser Landes zu sein, da zu dieser Zeit sehr viele Chinesen selber Ferien machen. Da Myrta aber die Ferien um zwei Wochen schieben musste, vielen unsere Ferien dann doch in diese Zeit. Es stellte sich am Ende aber heraus, dass bis auf ein paar wenige Hotspots keine grossen Schwierigkeiten entstanden.

Wichtig waren nur Inlandflüge und Hotels möglichst früh zu buchen.

Wir beschlossen die Reiseroute in Beijing zu starten und in Schritten nach Süden zu reisen um von Hing Kong aus zurückzufliegen. Da machte vom Klima her Sinn hatte aber den Nachteil dass wir die beliebten Urlaubsziele Lijiang und Guilin im Bereich der chinesischen Ferien besuchten.

Peking


Samstag 13.09.                                                              Flug Zürich nach Peking                                                                            Bedeckt, kühl

 

Eigentlich hätten wir ausschlafen können, denn wir mussten erst um 10 Uhr auf den Bus. Aber wie das so ist unmittelbar vor einer grösseren Reise, ein bisschen angespannt ist man halt doch. Aber wir frühstückten noch gemütlich und versuchten den Kühlschrank noch möglichst leer zu essen. Dann wurde das Licht gelöscht und wir machten uns auf den langen Weg ins Reich der Mitte.

Wir waren frühzeitig am Flughafen aber mit all den Kontrollen und Transfers kamen wir kurz vor dem Einsteigen ans Gate. Erst hatte man den Eindruck, dass der Flieger nicht sehr voll werden würde, aber je näher das Einsteigen rückte, desto mehr Passagiere tauchten doch noch auf. Am Ende war das Flugzeug doch ganz gut besetzt. Die Sitzabstände fielen einmal mehr negativ auf bei Swiss, aber wir haben ja Beide eher kurze Beine.

Kaum in der Luft wurde auch schon das Mittagessen serviert. Danach hätte man eigentlich schlafen können und sollen, aber eben in der Holzklasse nicht ganz einfach wenn man gewohnt ist die Beine zu strecken und auf der Seite zu liegen....

Sonntag 14.09 Beijing Hotel Jing Shan Garden Hotel Bedeckt, warm

Um 3 Uhr China Zeit wurden wir für das Frühstück geweckt. Dadurch verging die Zeit zumindest für den Moment etwas schneller. Pünktlich landete der Flieger und bald standen wir an der Passkontrolle welche zügig und ohne grosse Bürokratie von Statten ging. Um in die Stadt zu gelangen nahmen wir uns einfachheitshalber ein Taxi. Der Fahrer hatte aber trotz vorliegender chinesischer Adresse erst mal keine Ahnung wohin wir wollten, und das obschon das Hotel nur gerade 500 m von der verbotenen Stadt und gegenüber dem Jing Shan Park liegt. Nachdem er sich aber schlau gemacht hatte ging es dann aber los Richtung Stadtzentrum.

Am Sonntagmorgen um 6 Uhr ist auch in Beijing noch nicht so viel los, so dass wir, nach erneutem nachfragen in der Nähe des Hotels, am Ziel ankamen. Ich hatte noch angefragt ob wir früher einchecken könnten und das wurde uns auch bestätigt unter der Voraussetzung, dass halt ein Zimmer frei wäre. Das dies aber leider nicht der Fall war konnten wir zwar das Gepäck deponieren uns aber erst mal anderweitig vertun. Es war noch nicht mal 7 Uhr als wir in den in der Nähe liegende Jing Shan Park gingen. Es hat wirklich noch nicht viele Leute dort, aber alleine waren wir nicht. Für uns ungewohnt sahen wir meist älteren Leuten beim Thai Chi zu, hörten Musikanten und Sänger, alle waren höchst aktiv und mit Begeisterung bei der Sache. Auf einem Hügel im Park, der einzige weit und breit, steht ein überaller Pavillon und man geniesst die Aussicht auf den Park selber und die südlich anschliessende verboten Stadt.

Nach einem kurzen Abstecher in eines der Hutongs spazierten wir an der riesigen Stadtmauer und dem gigantischen Wassergraben entlang um die Anlage herum zum Zhong Hai Park. Am gleichnamigen See entlang konnte man der zunehmenden Besuchermasse bei ihren vielfachen Aktivitäten zuschauen. Tänzer, Musikgruppen verschiedenster Ethnien, Badmintonspieler und viele mehr gaben sich ein Stelldichein und produzierten sich mit Innbrunst.

Gegen zehn Uhr gingen wir zum Hotel zurück und konnten nun das Zimmer beziehen. Nach der kurzen Nacht waren wir ziemlich geschafft und freuten uns darauf ein paar Stunden hinzu liegen. So dösten wir mehr als dass wir tief schliefen bis in den Nachmittag hinein. Neugier und Hunger trieben und wieder auf die Strassen. Im Hotelhof trafen wir Ann und Chuck, ein Paar aus Adelaide. Wir plauderten mit ihnen über bereits erlebtes und noch geplanten gingen dann aber im nahen Hutong ein Restaurant suchen um unser Nachtessen zu geniessen. Unter den vielen kleinen Restaurants war eines auffällig gut besucht und zwar ausschliesslich von Chinesen, in der Regel kein schlechtes Zeichen. Es stellte sich dann auch heraus, dass das Essen wirklich gut war. Dass das eine Gericht zu einem Grossteil aus Koriander bestand konnten wir ja nicht wissen, aber da dies überhaupt nicht Myrtas Geschmack traf, wurde die Freude etwas geschmälert, wenigstens auf der einen Seite ich selber habe ja Koriander recht gern. Zusammen mit einer grossen Flasche Bier und Reis belief sich die Rechnung schliesslich auf 80 Yuan, etwa 13 CHF.

Unterdessen waren wir ziemlich müde und gingen schon früh ins Hotel zurück

 

Montag 15.09                                                                  Beijing, Hotel Jing Shan Garden                                                                 Schön, warm

 

Wir wollten Heute als erstes die verbotene Stadt besichtigen. Vom nördlichen Ausgang nahmen wir den Bus welcher uns am Tien An Men absetzte. Noch hatte es nicht sehr viele Leute. Schon hier werden die Besucher wie am Flughafen gescannt und durchsucht, es sollte nicht das letzte Mal sein Heute. Der riesige Platz ist gesäumt von protzigen Regierungsgebäuden ansonsten bietet er kein speziellen Sehenswürdigkeiten. Die Attraktion liegt wohl mehr in der historischen Bedeutung und Symbolik. Auch Mao hat seine Ruhe hier gefunden und das Mausoleum kann besichtigt werde. Aber das hat wohl für die chinesischen Besucher eine grössere Bedeutung als für uns.

Als wir uns schliesslich bis zum eigentlichen Eingang der verbotenen Stadt vorgearbeitet hatten, mussten wir feststellen, dass die Sehenswürdigkeit am Montag geschlossen ist. So beschlossen wir wenigstens einen der seitlichen Parke zu besuchen, aber auch da war der Temple und weitere Attraktionen geschlossen. Aber auch sonst war es nicht wirklich ein Highlight.

Wir gingen zur nächst gelegenen U Bahn Station und angelten und durch bis im Nordwesten der Stadt gelegenen Sommer Palast. Eine Fahrt mit der Metro kostet 2 Yuan, etwa 30 Rappen und dafür kann man einmal quer durch die Stadt fahren. Das System ist auch für Ausländer gut verständlich und es ist kein Problem sich zurechtzufinden.

Vorher wollten wir uns aber noch stärken. Von der U Bahn Station zum Osteingang gelangt man an unzähligen Restaurants vorbei zum Osteingang. Erst gingen wir in ein Schickimicki Restaurant, welches wir aber ohne bestellt zu haben wieder verliessen. Nur ein Stück weiter fanden wir dann ein einfaches Strassenrestaurant in welchem wir unser Mittagessen einnahmen.

Am Eingang kauften wir uns das Komplettticket welches uns nicht nur Zugang zum Hauptbereich sicherte sondern auch zu allen weiteren Sehenswürdigkeiten. In einem der Gebäude konnte man einem kurzen Konzert mit traditioneller Musik beiwohnen. Auf einer grosszügig dekorierten Bühne spielte ein kleines Orchester inklusiv einem riesigen Glockenspiel. Wir erklommen einen Hügel von welchem man einen grosszügigen Ausblick auf den Kunming See geniesst. Die steilen Wege reichen bereits aus, um einen Grossteil der Besucher davon abzuhalten, sich dort hoch zu kämpfen. Auf der anderen Seite heruntergelangt man an das Seeufer hinunter. Ein Höhepunkt ist eine prunkvolle, an den Hang gebaute Tempelanlage. Auf steilen Treppen gelangt man in immer neue Tempel und von vielen Terrassen aus hat man einen Ausblick auf den See. Ganz im Norden der Anlage, kann man die ans Wasser gebaute Souzhou Street besichtigen. Lauter kleine Läden kleben richtiggehend am Ufer und nur ein schmaler Steinsteg führt vor den Gebäuden durch

Mit der Metro gelangten wir zum olympischen Park. Wir besichtigten das imposante National Stadium, das sogenannte Birdsnest nur von aussen. Es ist schon ein imposantes Bauwerk und es ist erstaunlich, dass man eine so komplexe Bauform überhaupt herstellen kann. Ein von Musik begleitetes Wasserspiel liess die Chinesen fast ausflippen auch wenn die Grösse und Umgebung nicht so imposant sind.

Mit Metro und Bus gelangten wir schliesslich zum Hotel zurück. Bevor wir uns im gemütlichen Innenhof ein Bier genehmigten, gingen wir nochmal kurz in den Jing Shan Park um vom Aussichtshügel nochmal ein paar Bilder von oben auf die Verbotene Stadt zu schiessen. Die Wetter und Sichtbedingungen waren bedeutend besser wie am Vortag.

Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht, kamen die Aussies Ann und Chook von ihrem Ausflug an die Grosse Mauer zurück. Bei ein paar Bier, Myrta musste zwischendurch mal in den Laden an der Ecke Nachschub holen gehen, teilten wir unsere Erfahrungen des Tages mit und füllten die Zeit mit spannenden Geschichten aus dem Alltag und von unseren Reisen. Wir beschlossen den Abend gemeinsam zu verbringen und nahmen uns ein Taxi zum nahegelegenen Night Market. Wie versprochen, werden dort die exotischsten Dinge zum Essen angeboten. Da konnte man, wenn man denn wollte, auch mal einen frittierten Skorpion oder einen Seeigel verspeisen. Auf sicher 300 m Länge reiht sich Stand an Stand. Zum Teil riecht es verführerisch gut, dann wieder abscheulich und penetrant. Da man dort nur Knabbereien welche im Stehen gegessen werden erhält, beschlossen wir das Nachtessen in einem nahen Restaurant einzunehmen. Wir bestellten vier verschiedenen Gänge und das reichte dann auch gut um satt zu werden. Ein Taxi für den Rückweg zu finden war dann nicht ganz einfach, aber schliesslich kamen wir wohlbehalten ins Hotel zurück. Dort sassen wir noch lange draussen und plauderten über Gott und die Welt.

 

Dienstag 16.09                                                              Beijing, Hotel Jing Shan Garden                                                              Bedeckt, warm

 

Wir machten uns heute etwas früher auf die Socken um möglichst bei Türöffnung am Eingang der Verbotenen Stadt zu sein. Unser Timing war gut, aber die Chinesen waren schon da. Tausende Besucher waren schon vor uns angekommen, die meisten in typischen Gruppen mit einem Fähnchen schwingenden aus lauten Lautsprecher plärrenden Führern. Nach kurzem Anstehen hatten wir unsere Tickets und liessen uns von den Menschenmassen mittreiben. Noch einmal gab es eine Sicherheitskontrolle bevor wir die Stätte durch ein imposantes Tor betreten durften. Riesige Plätze sind gesäumt von imposanten Gebäuden. Je weiter man in den Komplex vordringt desto eindrücklicher werden die Gebäude und desto näher rücken sie auch zusammen. Den nordöstlichen Teil kann man nur besuchen, wenn man noch einmal 10 Yuan extra berappt. In dem Bereich sind dann aber auch die eindrücklichsten Schätze und die schönsten Gartenanlagen zu sehen. Die meisten Besucher und vor allem auch viele Gruppen kommen gar nicht in diesen Bereich, so dass man wenigstens dort ziemlich ungestört ist.

Zurück im Maindrag ändert sich das schlagartig wieder. Der Strom an Besuchern wälzt sich durch die Anlagen bis er dann am Nordtor ausgespuckt wird. Von dort waren es für und nur gerade mal 10 Minuten Fussmarsch zum Hotel zurück.

Vorher gingen wir aber noch etwas essen, denn das Frühstück hatte sich auch heute wieder auf eine Banane beschränkt. Im Hotel zurück hatten wir grad noch die Gelegenheit uns von unseren australischen Nachbarn gebührend zu verabschieden. Nach einer ausgedehnten Mittagspause machten wir uns wieder auf den Weg. Mit Bus und U Bahn gelangten wir zum Lama Tempel, eine weitere „must see“ Attraktion in Beijing. Wir hatten einen Tempel erwartet, aber was wir antrafen ist eine riesige Anlage mit unzähligen Einzeltempeln. Diese sind viel grosszügiger ausgeschmückt als alle die wir bis anhin gesehen hatten. Entweder haben sie die Kulturrevolution unbeschadet überstanden oder aber sie wurden danach stilgerecht wieder aufgebaut. Hier trifft man dann auch auf viele aktive Mönche und auch unter den Besuchern hat es erstaunlich viele Leute die sich offen und ehrerbietend zur Religion bekennen.

Die Rückfahrt nach Dongsi verlief wiederum problemlos, aber als wir die U-Bahnstation über denselben Weg verlassen wollten wie wir gekommen sind war der Ausgang geschlossen und wir mussten auf einen anderen ausweichen. Als wir aber das Tageslicht wieder erblickten, konnten wir beim besten Willen und nach langen suchen die Strasse, in welcher unser Bus fahren würde, nicht wieder finden. Wohl oder Übel mussten wir ein Taxi nehmen und das gestaltete sich wieder nicht einfach, da einfach kein leeres Taxi bei uns vorbei kommen wollte. Dann aber klappte es doch noch und nach etwas Nachhilfeunterricht beim Navigieren landeten wir wo wir hin wollten.

Durch den Hutong, so werden die alten quartiere mit ihren engen Gasse und kleinen Häusern hier genannt, gelangten wir zur nahen Strasse in welcher sich das Geschäftsleben abspielt. Ein Restaurant war wieder gut mit chinesischen Gästen gefüllt, ein guter Grund es ihnen gleich zu tun. Es stellte sich heraus, dass das Restaurant spezialisiert ist auf Seafood und Fischgerichte und zudem auch für Dumplings, eine Art gedämpfte Ravioli mit unterschiedlichsten Füllungen. Wir bestellten eine Muschelsuppe und eine Portion Rindsravioli, beides war hervorragend und wurde mit einem Tsing Tao Bier herunter gespült. Mit vollem Magen aber nicht überfressen gingen wir ins Hotel zurück.

Morgen müssen wir früh raus aus den Federn, denn wir haben eine Tour zur Chinesischen Mauer gebucht. Hoffentlich klart das Wetter wieder auf, die Landschaft ist sicher noch viel spektakulärer anzusehen im Sonnenschein.

 

Mittwoch 17.09                                                          Beijing, Jing Shan Garden Hotel                        Hochnebel, kühl, dann sonnig, warm

 

Pünktlich standen wir an der Strasse, um auf den Tourbus zu warten. Eigentlich wollten wir uns an der Ecke noch Bananen zum Frühstück kaufen nur hatte der Laden welcher bis in alle Nacht offen hat noch geschlossen. So kauften wir und etwas weiter unten zwei teigige noch heisse Brote. Diese sind erstaunlicherweise gewürzt und nicht etwa süss. Aus unserem Hotel war noch ein junges Paar aus Australien mit von der Partie. Wir stiegen als fast letzte zu, nur noch eine Gruppe wurde abgeholt und dann ging es zur Stadt hinaus. Erst war der Verkehr noch recht zäh, nachdem wir aber den Flughafen passiert hatten wurde es weniger. Nun begann auch das ländliche China. Auf schmalen Strassen ging die Fahrt meist durch landwirtschaftlich genutztes Land. Erst kurz vor Mutianzu wurde das Gelände erst hügelig, dann bergig. Der Bus brachte uns bis in die Nähe der Gondelbahn welche den Höhenunterschied bis zur Mauer hoch überbrückt. Die Mauer folgt in der Regel einem Bergkamm, so dass man mehrere Hundert Höhenmeter aufsteigen müsste um nur schon an die Mauer zu gelangen. Oben angekommen gibt es zwei Möglichkeiten, entweder man folgt der weniger steilen Abschnitt nach rechts oder aber man folgt der Mauer nach links. Dort hat man aber einen sehr steilen Abschnitt zu überwinden. Zum Glück war es angenehm kühl, wenn auch die Sicht durch die Hochnebel artige Bewölkung eher trüb war. Das Bauwerk ist schon sehr eindrücklich. Alle paar Hundert Meter ist ein Wachturm eingebaut in welchem zu seiner Zeit eine Mannschaft Wache geschoben hatte. Nach einigem harmlosen auf und ab gelangten wir an den wirklich steilen Teil der Anlage. Die Mauer folgt grundsätzlich dem Gelände, immer der Kontur der Bergrücken folgend. Nach einigen schweisstreibenden Stufen gelangten wir ans Ende der restaurierten Zone. Die Mauer war zwar noch eindeutig zu erkennen und man könnte ihr auch weiter folgen. Nur war sie aber halb überwachsen und die gepflasterte Mauerkrone wich einem ziemlich wilden Pfad. Wir drehten an dieser Stelle dann auch um. Die Sicht wurde zwischendurch etwas besser, aber klar wurde es nie richtig. Bei der Bergstation der Gondelbahn zurück gingen wir noch ein Stück in die andere Richtung und genossen dort den Ausblick auf das gigantische Bauwerk. Wir hatten nur gerade 2 bis 3 km davon besucht, das ganze Bauwerk hat aber eine Länge von etwa 6700 km. Wenn man bedenkt das die ältesten Teile über 2000 Jahre alt sind und meist durch unwegsames Gelände führt ist es kaum vorstellbar wie dieses Projekt überhaut realisiert werden konnte. Der von uns besichtigte Teil gehört übrigens zum neusten Abschnitt welcher nur 700 Jahre alt ist. Nach etwa 3 h trafen wir uns wieder an der Talstation zum Mittagessen. Danach ging es auf demselben Weg zurück nach Beijing. In der Stadt fuhr der Bus von Hotel zu Hotel um die Gruppe wieder zu verteilen. So kurvten wir am Ende noch gut eine Stunde durch den zunehmend dichten Verkehr bevor auch wir wieder abgesetzt wurden.

Wie jeden Tag besorgten wir uns im Laden an der Ecke ein Bier, welches wir im Hotel Innenhof genossen, genauso wie die anschliessende Dusche. Zum Nachtessen suchten wir uns wieder eines der kleinen Restaurants im Quartier aus. Diesmal suchten wir gezielt nach einem mit Grill, denn wir hatten Beide Lust auf Fleisch. Die Lammribs waren zwar fein aber so schön fleischig und so viele wie auf dem Bild in der Speisekarte waren sie halt doch nicht. Am Ende wollte der Kellner den vollen Preis von 70 Yuan dafür verrechnen, aber nach einer Intervention kam er davon ab weil sie selber einsahen dass dies denn doch etwas zu teuer wäre. An Ende zahlten wir für einen Spinatsalat mit Erdnüssen, Spinatgemüse mit Ei und den kleinen Fleischstücken inklusive einem Bier 57 Yuan, also etwa 9 CHF.

Auf dem Heimweg hatten wir Lust auf etwas süsses, darum kehrten wir ein Kaffee auf dem Rückweg ein. Leider gab es nur einen Quarkkuchen, gerade den mag ich nicht besonders. Dafür gönnten wir uns einen sehr guten Kaffee bzw. Grüntee. Schon beim Eintreten wurden wir von den zwei Hauskatzen sehr stürmisch begrüsst. Die Eine kam Vollgas angerannt und sprang elegant auf den Tisch wo sie erst mal ihre Streicheleinheiten abholte. Die Katzen scheinen von Anfang an zum Kaffee zu gehören den es sind Bilder aufgehängt welche die Beiden als kleine Kätzchen zeigen.

Zurück im Hotel schauten wir uns erst mal den morgigen Tag an, denn wir werden um 7 Uhr zum Flugplatz fahren um nach Shanghai zu fliegen.

 

Mittwoch 18.09                                                   Shanghai, Grand Mercure Hotel                           BJ: Schön, warm; SHA: regnerisch kühl

 

Als wir an die Hauptstrasse vorgingen, stand das bestellte Taxi bereits da. Durch dichten Verkehr schlängelte sich der Fahrer zur Ringroad. Schon hier kamen wir nur langsam voran. Als er auf den Airport Expressway einbog ging es nur noch sehr langsam voran. Wie die Zeit so verstrich, merkten wir, dass es knapp werden würde. Erst kurz vor dem Flughaven konnte der Fahrer etwas Stoff geben. Um etwa 20 nach acht kamen wir schliesslich an, 40 Minuten vor dem Abflug. Das einchecken verzögerte sich etwas, weil bei Ausländern alle Passdaten manuell eingegeben werden, Big Brother is watching us. Nachdem das Gepäck aufgegeben war, wussten wir aber, dass wir mitfliegen würden. Die Sicherheitskontrolle war dann wieder ein Nadelöhr und obschon man uns durch die Express Lane schleuste rann die Zeit weiter davon. Schliesslich erreichten wir aber kurz vor 9 Uhr das Gate um herauszufinden dass das Boarding noch nicht begonnen hatte. Wir waren natürlich nicht die einzigen gewesen welche im Stau gesteckt hatten. Nach dem Einsteigen verstrich noch einmal fast eine halbe Stunde bis wir endlich starten konnten.

Unsere Sitze waren an ganz unterschiedlichen Stellen im Flieger und ich kam nebeneiner jungen Chinesin zu sitzen, welche auf einem Businesstrip zurück nach Shanghai war. Sie sprach gutes Englisch, so dass wir eine interessante Konversation führen konnten. Das servierte Frühstück bestand aus einem Joghurtdrink, einer faden Art Porridge und einem Schälchen rohes, eingelegtes Gemüse, alles in allem sehr fremd und für meinen Geschmack nicht geniessbar. Das beigelegte Brötchen sah schon von aussen komisch aus. Myrta hatte es probiert um festzustellen, dass es zudem mit einer gelben Pampe gefüllt war. Prädikat, auch ungeniessbar.

In Shanghai nahmen wir unser Gepäck weder in Empfang und machten uns zur U-Bahnstation auf. Mit der Metro gelangten wir zur Shanghai Railroad Station. Unser Hotel liegt in Sichtdistanz davon. Allerdings mussten wir uns durchfragen um es zu finden. Die Lage ist ausgezeichnet da direkt unter dem Hotel eine U-Bahnstation liegt und weil wir ja auch mit dem Zug noch Ausflügen machen wollen ist der Bahnhof auch gleich um die Ecke.

Wir bezogen ein elegantes Zimmer im 18. Stock, mit Aussicht auf den Bahnhofplatz. Das Hotel wirkt sehr gepflegt und bietet einen sehr guten Standard und das für 80 CHF inkl. Frühstücksbuffet. Nachdem wir uns eingerichtet hatten assen wir in einem nahegelegenen Restaurant eine Kleinigkeit. Im Gegensatz zu den Familien betriebenen Restaurant im nahen Quartier in Beijing sind es hier eher Ketten, welche zu unglaublich günstigen Preisen ein ganz passables Essen servieren.

Da es unterdessen wieder angefangen hatte zu regnen, kamen wir im nahen Shoppingcenter unter. Dabei handelt es sich um eine auf Elektronik und Brillen spezialisierte Mall. Dutzende von Läden bieten tausende von Handyhüllen und Kabel an. Ein Stockwerk ist mit Fotoläden bestückt, davon haben viele Secondhand Geräte und Objektive im Angebot.

Nach der Rückkehr im Hotel genehmigten wir uns in der Bar einen Drink. Auf einem Plakat hatte man eine Happy Hour mit 2 für 1 Drink angepriesen. Als der Kellner die Rechnung brachte waren aber beide berechnet. Als ich ihn darauf ansprach meinte er dass das Angebot nur für ausgewählte Drinks gelte, eigentlich nur Bier. Da dies aber nirgends ersichtlich war spendierte er uns schliesslich den 2. Drink sowieso. Da wir wieder mal Lust auf einen knackigen Salat hatten, nahmen wir das Nachtessen im hoteleigenen Restaurant ein. Der Cesar Salade war dann auch wirklich fein und genau das richtige für uns.

Zurück im Zimmer schauten wir noch eine spanische Dokumentation und einen deutschen Bericht über die Apfelindustrie bevor wir bald mal zu Bett gingen.


Shanghai

Freitag 19.09                                                                 Shanghai, Grand Mercure Hotel                                                             Regnerisch, kühl


Trüb und regnerisch begrüsste uns der Tag. Ein guter Grund sich nochmal im Bett umzudrehen und nicht überstürzt aufzustehen. Später gingen wir zum Frühstück. Das Buffet liess wenig Wünsche offen, es gab sowohl eine gute Auswahl an chinesischen Speisen wie auch international bekannte Frühstücksgerichte und Beilagen. Da das Wetter sich offensichtlich nicht absehbar bessern würde entschlossen wir uns, das Shanghai Museum zu besuchen. Mit der U Bahn gelangten wir in wenigen Minuten zum Peoples Square. Einmal der riesigen U-Bahnstation entronnen, kamen wir unmittelbar neben dem Museum wieder ans Tageslicht.

Der imposante und moderne Bau beherbergt auf 4 Etagen eine Vielzahl Ausstellungen über die chinesische Kultur. Nach Themen gegliedert, kann man sich informieren. Das Münzwesen, über 2000 Jahre alt, wird gezeigt genauso wir die bekannte Keramikkunst, JadeStücke von exklusiver Qualität bis hin zum Möbelbau. Ein halbes Stockwerk ist den vielen chinesischen Ethnien gewidmet. Die unterschiedlichen Kostüme lassen erahnen, dass China eben nicht einfach ein Land ist.

Beim Verlassen des Museums tröpfelte es zwar aber so richtig regnen tat es dann doch nicht. Wir marschierten Richtung Südwesten und gelangten schliesslich ins Xintiandi Quartier. Dort findet man vor allem westlich angehauchte Geschäfte und Restaurants. aus dem Hofbraeuhaus roch es stark nach Sauerkraut und es war offensichtlich wohin dieses Restaurant platziert werden muss. Im Untergeschoss eines der Shoppingcenter befindet sich ein spezieller Supermarkt welcher ausschliesslich Markenartikel aus allen Herren Länder anbietet. Myrta kaufte sich ein Päckli Riccola für ihren kratzigen Hals.

Da es zur French Concession zu Fuss doch etwas weit ist, nahmen wir wieder die U-Bahn für zwei Stationen. An der Oberfläche zurück, schlenderten wir durch das bekannte Quartier, wo es noch viele altmodische und auch nicht hohe Gebäude an den Platanenalleen entlang hat.

Im Hotel zurück machten wir und frisch und fuhren anschliessend zum Shanghai Stadium. Dort hatten wir mit drei Arbeitskollegen vom Buero Shanghai abgemacht. Wir trafen uns im Restaurant 9 Workshop. Jun und Jugang waren bereits vor uns eingetroffen und begrüssten uns herzlich am Eingang. Das Restaurant ist im Stil einer Fabrikhalle aus der Zeit vor der Kulturrevolution ausgestattet. An den Wänden hängen Politparolen aus dieser Zeit und überall stehen alte Werkzeugmaschinen herum. Das ganze Outfit ist bewusst etwas verlottert dargestellt, sogar das Emailgeschirr hat gefakte Abplatzungen und Beschädigungen, so dass man den Eindruck hat, das Ganze stammt noch aus Maos Zeiten.

Bald traf auf noch Liu Peng ein. Er war dann auch wirklich überrascht von Mytrta auf Chinesisch begrüsst zu werden, er war der einzige der sie nicht schon aus der Schweiz kannte. Jugang machte wie immer eine umfangreiche Bestellung mit sicher 15 Gerichten. Dabei durften die bei Chinesen so beliebten Hühnerfüsse genauso wenig wir die Frösche fehlen. Ich hatte das Vergnügen schon vor zwei Jahren gehabt, viele dieser Spezialitäten waren aber für Myrta neu. Da wir aber Beide exotischen Gerichten gegenüber sehr aufgeschlossen sind, genossen wir das Menu in grossen Zügen. Hervorragend waren auch die zwei Lebergerichte und ein in der Sauce gekochter Fisch. Wir hätten uns selber wohl nicht so schnell getraut, solche Dinge selber zu bestellen, so aber kamen wir in der speziellen Genuss. Während des Essens kam es im Restaurant zu einen hässlichen Streit da sich zwei junge Damen über den Tisch gezogen fühlten. Sie behaupteten steif und fest, dass sie einen grösseren Betrag bezahlt hätten, das Personal sah das jedoch anders. Die Damen verhielten sich in der Folge so laut und anstössig, dass die Polizei gerufen wurde. Danach war dann auch bald wieder Ruhe.

Liu Peng war mit dem Auto gekommen und verabschiedete sich vor dem Lokal von uns, die andern Beiden mussten wie wir zur U-Bahn. Ich werde alle drei anlässlich von Businessbesuchen bald in der Schweiz wieder begrüssen können.


Samstag 20.09                                                       Shanghai, Grand Mercure Hotel                                                           Leicht bewölkt, warm


Entgegen des Wetterberichts war es zwar früh morgens noch neblig aber es klarte bald einmal auf und wurde recht sonnig. Wir wollten daher unseren Plan umsetzen und mit dem Schnellzug nach Souzhou fahren. Erst mussten wir aber die Tickets besorgen. Da die Hinweistafel uns nach links schickte obschon der Schalter dann aber rechts zu finden ist verstrich einige Zeit bis es uns schliesslich gelang Billets zu kaufen. Die nächsten Züge waren aber bereits ausverkauft, so dass wir nochmal ins Hotel zurückgingen, bis dann eine gute Stunde später der gebuchte Zug startete. Im Stadtzentrum war die Geschwindigkeit noch recht moderat, aber kaum etwas ausserhalb gab der Lokführer Stoff. Mit fast 300 km/h brausten wir in einer guten halben Stunde nach Souzhou. Dort kauften wir erst mal das Rückfahrticket, so dass wir auch sicher Platz bekommen würden.

Mit einem Bus belangten wir in den Süden der Altstadt wo wir als erstes den Konfuzius Tempel besuchten. Dieser war zwar wegen Restaurationsarbeiten geschossen, dafür war auf dem Gelände ein riesiger Markt im Gange auf welchem in erster Linie Schmuck angeboten wurde. Dem nahen Kanal folgend, die ganze Stadt wird von unzähligen solcher Kanäle durchzogen, gelangten wir zu einem ersten von vielen Stadtgärten. Steinskulpturen und Pavillons sind in einem kunstvoll geplanten Garten angeordnet. Der Surging Wave Park gehört nicht zu den grossen der Stadt, aber dafür ist man fast alleine. Durch die Stadt streifend besuchten wir dann die Zwillingspagode. Die hübschen Türme sind in einem kleinen Park mit vielen alten Steininschriften angesiedelt. Nicht weit davon gelangt man an einen touristischen Hotspot, die Ping Jiang Road. Entlang eines weiteren Kanals schlendert man an unzähligen Kaffees, Restaurant und Souvenirläden vorbei. Eigentlich wäre die Zone ja verkehrsfrei, aber die Elektroscooter und Velos lassen sich nun einmal nicht so einfach fernhalten in China. Da Wochenende war, hatte es unzählige Besucher meist waren es aber Einheimische. Bei einer kurzen Pause auf einer Parkbank konnten wir wieder einmal Menschen beobachten. Speziell die jungen Damen zeigen einen sehr ausgefallenen, wenn nicht skurrilen, Modegeschmack. Muss ja auch nicht geschmackvoll, sondern vor allem nur auffällig sein. In der Nähe des Zoos entdeckten wir zufällig eine Markhalle. Nicht nur die sehr exotische Gerüche sind gewöhnungsbedürftig, sondern auch die vielen aus unserer Sicht sehr aussergewöhnlichen Lebensmittel. Was es da an Tieren, Insekten, aber auch vegetarischen Exoten zu kaufen gab, ist schon aussergewöhnlich, aus unserer Sicht nur natürlich.

Den grössten und auch sicherlich eindrucksvollsten Garten sparten wir uns für das Ende des Souzhou Besuchs auf. Der Garten des fleissigen Administrators repräsentiert die grosse Kunst des chinesischen Garten und Parkbaus. Das reflektierte sich auch im Besucherandrang. Tausende von Besuchern drängten sich in geführten Gruppen durch den Park. Die Guides plärrten einen riesen Schwall von Informationen auf die armen Touristen nieder. Die Chinesen mögen diese Art aber scheinbar, denn die wenigsten besuchten den Garten wie wir, ohne Begleitung. Auch wenn wir das letzte Stück zum Bahnhof zurück mit dem Bus zurücklegten, taten uns die Füsse ganz überall weh und wir waren froh, dass uns der Zug nur 200 m vom Hotel entfernt ausspuckte.

Nachdem wir uns etwas erholt hatten fuhren wir frisch geduscht zum Peoples Square. Etwas nördlich davon liegt die Huangthse Road. An dieser findet man unzählige Restaurants. Wir wählten eines in welchen Hotpot die Spezialität ist. Dies ist eine Art Fondue Chinoise. Man bekommt einen Gasbrenner und einen flachen Gusstopf auf den Tisch. Dieser ist mit Gemüse und Fleisch gefüllt und obendrauf kriegt man eine gehörige Portion würzige Sauce. Dazu bestellt man nach Lust und Hunger weitere Beilagen. Bald kochte das Ganze und nicht lange war die erste Portion auch schon gar. Nach und nach wird der Rest nach geschoben. Um den Brenner herum wird es natürlich ziemlich warm ,so dass einem bald mall der Schweiss runter läuft. Umso mehr schätzt man ein kühles Tsing Tao Bier dazu.

Nach dem Essen schlenderten wir der Nanjing Road entlang Richtung Bund. Die grellen und bunten Leuchtreklamen beleuchteten die vielen tausend Fussgänger. Permanent bimmelte sich einer dieser kitschigen Tourizüglein seinen Weg durch die Menge frei. Links und rechts nur Shoppingcenter bis zum abwinken. Ein ungeheurer Kommerz und die Chinesen fahren voll ab drauf. Am Flussufer angelangt genossen wir den spektakulären Blick nach Pudong hinüber. Nur in der Nacht wirklich eindrücklich. In den grellsten Farben werden die unzähligen Wolkenkratzer beleuchten. Fussballfeld grosse Leuchtwände zeigen Reklamen aus allen Branchen. Auf dem Fluss selber herrschte genauso Hochbetrieb. Restaurant und Ausflugsboote teilten sich das Fahrwasser mit Lastkähnen aller Grössen. Bevor wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machten, genossen wir noch ein Bier in der Bund Brewery. Diese kleine Hausbrauerei liegt in einer Seitenstrasse und macht ein feines Bier. Auch die Atmosphäre ist hervorragend.

Todmüde nach einem langen Tag kamen wir ins Hotel zurück. Hoffentlich hat sich der Wettermann auch morgen wieder getäuscht.


Sonntag 21.09                                                           Shanghai, Grand Mercure Hotel                                                        Leicht bewölkt, warm


Wir hatten den Wecker gestellt, denn unser Zug nach Hangzhou ging schon um halb Neun Uhr ab dem Hongqiao Bahnhof, beim Flughafen draussen. Mit der U-Bahn mussten wir daher erst mal dreiviertel Stunde dorthin fahren. Dieser Bahnhof hat gigantische Masse, über 20 Gleise führen zur Stadt hinaus. Nach dem üblichen Sicherheitscheck wurden wir nach einen Ticketcheck geordnet aus der Wartezone aufs Perron gelassen. Wir stellten fest, dass auf dem persönlichen Ticket sogar unsere Passnummer vermerkt worden war, ohne Pass kann man deshalb auch kein Ticket kaufen. So werden die Zugreisenden vom grossen Bruder permanent überwacht, nicht nur die Touristen, genau so die Chinesen. Nach zwei Zwischenstopps gelangten wir nach knapp einer Stunde zu unserem Tagesziel. Vom Bahnhof zum Westsee nahmen wir wieder den Bus. Das Verkehrschaos war aber dermassen gross, dass wir an der ersten Haltestelle wieder ausstiegen und zu Fuss gingen. Es sind ja auch nur etwa 20 Minuten bis zum Ufer. Dort kauften wir uns Tickets für die Ausflugsboote mit welchen wir den See überqueren wollten. Die erste Etappe führte zur Xiaoying Insel. Diese liegt mitten im See und bietet drei Lagunen welche über ein Wegenetz umrundet werden können. Wie schon Gestern hatte es sehr viele chinesischen Besucher. Wir durchquerten die Insel und gelangten mit einem kleineren Boot ans Westufer. Um dem riesigen Trubel etwas auszuweichen, spazierten wir durch die Baoshi Hügel. Ein gepflasterter Weg führt durch einen schönen Wald auf einen Hügel. Vor uns ertönte Operngesang und als wir dem Gesang näher kamen, standen da zwei alte Herren und sangen Lauthals und wunderschon westliche Opernlieder, wenn auch mit chinesischen Text. Als sie uns als Europäer wahrnahmen, stimmte einer sogar zu unseren Ehren Stille Nacht, Heilige Nacht an, notabene auch chinesisch. Diese Gesänge in freier Natur an einem Sonntag gehört mit zu den beliebten Beschäftigungen nicht weniger vor allem älterer Chinesen. Wir trafen noch mehr von ihnen auf unserer Wanderung. Bei einer kleinen Felsnischen ist eine religiöse Andachtstätte errichtet worden. Ein Altar und einige Gottheiten schmücken die Nische und auf dem Platz davor waren Familien und Freunde beim Kartenspielen. Wir mussten die Idealroute irgendwo verfehlt haben, denn wir kamen etwas zu weit westlich wieder in die Stadt hinunter, anstatt am Seeufer zu enden. Dadurch sahen wir aber einen weiteres Park, den des Gelben Drachen. Auch hielt unterhielten sich die Chinesen wieder selber mit Musik, Gesang und Tanzen. Zu guter Letzt erreichten wir aber das Seeufer doch noch und wurden alsbald von Chinesen auf Englisch angesprochen. Sie erklärten, dass sich eine Gruppe von Leuten jeweils am Sonntag treffen und sich dann irgendwelche westlichen Touristen schnappen um mit ihnen Englisch sprechen und so ihre Sprachkenntnisse aufbessern zu können. Kaum hatten wir und von ihnen verabschiedet wurden wir noch einmal, diesmal von einem 86 jährigen Bilderbuchchinesen abgefangen. Auch er wollte uns zu seinen Freunden bringen um mit uns zu plaudern. Es war eine lustige und kunterbunte Gruppe. Ein über 80 jährige Chemie Proffessorin gehörte genauso zur Gruppe wie Teenager und Familienväter mit ihren Kids. Wir hatten eine lustige Erfahrung und waren überrascht wie offen diese Leute mit uns und sich selber umgehen können. Man stelle sich vor, einige Baseler treffen sich am Sonntag an der Schifflände und passen chinesischen Touristen ab um mit ihnen das gelernte Chinesisch zu praktizieren.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof verspürte Myrta Lust auf eine Bouze, eine gedämpfte Hefeteigkugel mit Füllung. Wie der Zufall so spielt, kamen wir alsbald an einem Stand vorbei vor welchem einige Chinesen für genau solche Hefekugeln Schlange standen. Nun die konnten ja kaum schlecht sein und so stellten wir uns dazu und kauften uns auch welche. Für das letzte Stück nahmen wir wieder den Bus. Am Bahnhof herrschte ein riesiges Gedränge, aber das Konzept wie die Bahnreisenden gecheckt, Tickets geprüft und die Leute schliesslich zum Boarden organisiert werden bewährt sich gut. Bald sassen wir wieder im Zug auf reservierten Plätzen und flogen förmlich nach Shanghai zurück.

Wir duschten nur kurz und genossen noch einmal einen Cocktail in der Hotelbar. Da aber Sonntag war, war definitiv nix mit Happy Hour. Danach gingen in einem nahen Shoppingcenter essen. Im Zimmer zurück musste ich drei Tagebücher nachholen, den Gestern ist aus unerfindlichen Gründen ein Teil des Dokuments nicht gespeichert worden. Das hielt mich einige Zeit beschäftigt.

Xian

Montag 22.09                                                                         Xian, Green Forest Hotel                                                        Bedeckt, neblig, warm


Heute konnten wir wieder ausschlafen, denn wir mussten erst gegen 12 Uhr zum Flughafen los. Noch ein letztes Mal genossen wir das hervorragende Frühstück m Hotel. Wir packten unsere sieben Sachen einmal mehr und verbrachten den Rest des Morgens mit planen der nächsten Etappe.

Kurz vor zwölf Checkten wir aus und gingen zur U Bahnstation. Bis zum Peoples Square ging es mit der Nr 1, aber dort stiegen wir auf die 2 um. Dummerweise verpassten wir die Umsteigestelle auf den Tran Rapid. Die U Bahn Gesellschaft hat nur eine winzig kleine Info auf dem Streckenplan wie wir später erst sahen. Normalerweise werden Umsteigemöglichkeiten Englisch und Chinesisch angesagt.

Nun so zuckelten wir halt die ganze Strecke bis zum Pudong Airport mit der U Bahn. Dort angekommen waren wir erstaunt, wie wenig überall los war. Kein Gedränge, kein Anstehen, einfach nur durch schlendern bis hin zum Gate. Auch das Einsteigen verlief ruhig und gesittet und erst noch 15 Minuten vor der Zeit. Erst als es auf den Start zuging informierte der Käpt’n, dass es auf Grund grossem Verkehrsaufkommen zu einer Verspätung kommen würde. So starteten wir halt etwas später, aber wir waren ja nicht in Eile. Das Mittagessen war wieder gar kein Renner. Ein Beutelchen mit irgendwelchen getrockneten Beeren oder Nüssen und ein kalter Minihotdog, welcher schon künstlich und unappetitlich aussah.

Mit nur 15 Minuten Verspätung landeten wir in Xian. Allerdings warteten wir ziemlich lange auf das Gepäck. Für nur 26 Yuan kann man sich mit dem Flughafen Shuttlebus in die 40 Km entfernte Stadt fahren lassen, das Taxi kostet 100 bis 150. Bis an die Stadtgrenze kam der Bus gut voran, dann aber wurde der Verkehr wie immer in Städten zäher. Beim Bell Tower war Endstation, aber von dort gelangten wir in 10 Minuten mit der Metro bis nahe ans Hotel. Dieses befindet sich in einem Hochhaus, wo wir im 8. Stock ein Zimmer bezogen. Nicht mehr ganz so elegant wie noch in Shanghai ,aber ganz OK. Zudem kostet es ja auch nur 30 CHF.

Wir fuhren zurück in die Stadt zum Nachtessen. Im Muslemischen Viertel wurden wir fündig. In einer der belebten Touristengassen assen wir Nudelsuppe auf zwei Arten und dazu ein Gemüsegericht und Lammkoteletten vom Grill. Wieder einmal war es aber viel zu viel und wir mussten einiges zurückgeben. Aber es war hervorragend gewesen, wenn auch für Myrtas Geschmack in der einen Suppe übertrieben viel Koriander obenauf schwamm. Wir schlenderten durch die Gasse und genossen die Stimmung und das ganz andere Ambiente. Man merkt den Einfluss der Muslemischen Kultur schon, nicht zuletzt weil es zum Essen auch kein Bier gab. An einigen Ständen wurde mir einer ganz speziellen Technik Süssigkeiten hergestellt. Zum Einen klopften jeweils zwei Männer eine süsse Masse immer wieder flach und falteten den Teig vielfach wieder zusammen. Daraus wurden dann Flocken gezupft und so verkauft. Zum Andern wurde eine Zuckermasse immer wieder gestreckt bis, ähnlich wie die berühmten Nudeln von hier, lange Spaghetti entstanden. Die wurden dann noch in gemahlenen Nüssen paniert und so zum Verkauf angeboten.

Mit der U-Bahn waren wir in wenigen Minuten wieder zurück ins Hotel.


Dienstag 23.09                                                                  Xian, Green Forest Hotel                                                                       Kühl, regnerisch


Das Wetter versprach nicht allzu viel Gutes Heute, aber für den Besuch der Terra Cotta Armee war das zum Glück nicht so wichtig. Ohne Frühstück gingen wir zur Bushaltestelle und fuhren erst mal zum Bahnhof. Dort fragten wir uns durch um die Abfahrtstelle der Busse zu finden. Für 8 Yuan brachte uns dieser dann bis zum Museum. Da es sich um eine öffentliche Buslinie handelt, hielt der in der Stadt noch einige Male um weitere Passagiere aufzunehmen. Wir waren einmal mehr die einzigen Ausländer an Bord. Die meisten Touristen besuchen die Terra Cotta Armee mit einer Tourgruppe. Das kostet dann 350 Yuan, obschon der Eintritt von 150 Yuan dann schon dabei.

Vom Ticketoffice aus gelangt man durch einen netten Park schliesslich zum eigentlichen Eingang der Anlage. Wir besuchten die Halle 1 zuerst. Diese ist nicht nur die grösste sondern dort sind auch mit Abstand die meisten Krieger ausgegraben und restauriert worden. Der erste Eindruck ist schon sehr beeindruckend und das obschon auch dort erst ein kleiner Teil überhaupt freigelegt worden ist. Die Tonfiguren wurden damals in typischer Schlachtformation auf einem mit Tonplatten ausgelegten Boden aufgestellt. Danach wurde die ganze Armee mit Holzbohlen abgedeckt und die Grube schliesslich wieder aufgefüllt. Im Laufe der 2000 Jahre sind diese Holzdächer eingefallen und haben die Figuren darunter in Scherben gelegt. Beim Ausgraben müssen nun diese Fragmente freigelegt und zugeordnet werden. Danach wird jede einzelne Skulptur wieder zusammengefügt und wenn nötig restauriert. Danach kommen sie wieder an den ursprünglichen Platz zurück. In Anbetracht der noch tausenden weiteren Figuren eine Sisyphus Arbeit.

In den Hallen 2 und 3 sind die Arbeiten noch nicht so weit fortgeschritten. Erst sind mal die groben Erdmassen beseitigt und man hat sich bis zu den Figuren vorgetastet.

In einem Museum kann man einzelne restaurierte Krieger bewundern. Zudem werden auch zwei Modelle von Kriegswagen ausgestellt. 35 solchen Wagen zusammen mit den Pferden und Wagenführer sind ebenfalls bereits lokalisiert worden. Die gesamte Armee wie sie heute bekannt ist, umfasst mehrere Tausend Figuren. Keine ist dabei gleich wie die Andere.

Unterdessen hatte es zu regnen begonnen. Da die Ausstellung aber überdacht ist musste man nur zwischen den einzelnen Gebäuden raus. Als wir die Ausstellung gesehen hatten nahmen wir in einem der unzähligen umliegenden Restaurants das Mittagessen ein. Die bekannten handgemachten Nudeln durften natürlich nicht fehlen, sie sind die Spezialität der Region. Wieder waren die Portionen so gross, dass wir bei weitem nicht alles bewältigen konnten.

Mit dem Bus fuhren wir anschliessend nach Xian zurück. Wir hatten eine besonders geschäftstüchtige Crew erwischt. Auf der ganzen Rückfahrt wurden aktiv Fahrgäste an allen möglichen und unmöglichen Stellen aufgegabelt. Dabei war auch mal ein kleiner Umweg drin. Wenn es dann aber fuhr, kannte der Fahrer keine Hemmungen. Er kämpfte um jede Position im Verkehr und kaum hatte er wieder mal angehalten ging der Kampf wieder los, die schon mal überholten wieder einzuholen.

Im Hotel zurück starteten wir eine Maschine mit schmutziger Wäsche, denn wir hatten natürlich nicht Kleider für 4 Wochen dabei. In einem nahen Supermarkt kauften wir uns Bananen zum Frühstück und schauten uns mal um, was die Chinesen denn so im Angebot haben. Da scheint ziemlich viel Fertigfood dabei zu sein. Es scheint sowieso, dass die Chinesen zu Hause nicht so die grossen und begeisterten Köche sind.

Später fuhren wir mit der U-Bahn zum Südtor der Stadtmauer und schlenderten Richtung Zentrum zurück. Da gab es eine Strasse, welche auf beiden Seiten eine Bar nach der anderen anbietet, aber sonst war in dieser Gegend sehr wenig Interessantes zu entdecken. Wir landeten deshalb auch wieder im Moslem Viertel und durchstöberten dieses in alle Richtungen. Da gab es überdeckte Märkte grad wie im Orient. In einem der vielen kleinen Restaurants buken die Jungs Fladenbrote, welche an die Innenseite eines Kuppelofens geklebt gebacken wurden. Solch ein Brot musste Teil unseres Nachtessens werden und so bleiben wir in diesem Lokal hängen. Die Menükarte war dann aber eine Herausforderung: Keine Bilder und nebst Chinesisch wurde sie nur noch Arabisch angeboten. Aber ein bisschen auf Nachbartische deutend und etwas Zeichensprache und schon hatte wir was wir wollten. Das gebratene Reis mit Gewürzen und Gemüse war hervorragend und das Fladenbrot mit zwei Lammspiessen ergänzte das Nachtessen. Bier gab es halt bei den Moslems keines aber dafür kriegt man unaufgefordert einen feinen Gewürztee zum Trinken.

Im Hotel zurück genossen wir in der Bar noch ein Bier bei feiner Musik.


In Xian werden Süssigkeiten zum Teil noch sehr traditionell hergestellt. Die Zuckermasse wird immer wieder gestreckt , verschieden fabene Massen begefügt und zuletzt in Bonbons geschnitten

Eine weitere Spezialität die im Muslimviertel der Stadt hergestellt wird, ist eine Art Marzipan. Von Handwerden Nüsse mittels grosser Holzhammer immer wieder geklopft bis eine Masse entsteht. Diese wird in Stücke geschnitten verkauft.



Mittwoch 24.09                                                             Xian, Green Forest Hotel                                           Leicht bewölkt, z.T. neblig, warm


Da das Wetter bedeutend vielversprechender war, machten wir uns auf den Weg zum Hua Shan, den heiligen Bergen der Taoisten. Da der Verkehr sehr stockend war brachen wir den Versuch den Bus 266 zu nehmen erst mal ab und machten uns zu Fuss auf Richtung Bahnhof. Unterwegs stiegen wir doch noch in einen Bus. Am Bahnhof gingen wir an Bord eines der Busse welche in die Gegend des Hau Shan fahren. Wir mussten noch etwas warten bis der Bus voll war und dann ging’s los. Wieder quälten wir uns durch den Morgenverkehr bis wir nach fast einer Stunde auf die Autobahn wechselten. Nun konnte der Fahrer auf der fast leeren Autobahn laufen lassen. Die Autobahn scheint den Leuten offenbar einfach zu teuer zu sein. Nach etwas über 2 h war Endstation. In einem Restaurant wurden wir über die weiteren Möglichkeiten informiert, nur das wir nichts davon verstanden. Einer der Mitpassagiere sprach aber etwas Englisch und half uns die Tickets für die Gondelbahn zu kaufen. Mit ihm und seinem Freund zusammen nahmen wir ein Taxi, welches uns erst mal zum Shuttlebus brachte. Dort kauften wir ein Ticket für den Bus. Dieser fuhr uns an die Talstation der West Peak Gondelbahn, für 40 Yuan, mehr als dass der Bus von Xian gekostet hatte. Zudem berappten wir den Eintritt zum Hua Shan, nochmal 160 Yuan. Erst entlang der Berge und schliesslich in einem engen Tal immerzu steigend gelangten wir zu Gondelbahn. Diese führt erst mal über einen Bergrücken um dahinter wieder tief ins Tal abzusinken. Als wir über eben diesen Rücken kamen, sahen wir die Hua Shan Berge das erste Mal, unglaublich spektakuläre, kahle und senkrecht aufragende Granitgipfel. Die Gondelbahn stieg nun steil an den Felswänden entlang auf, um in der Bergstation, welche in den Berg gehauen worden ist, zu verschwinden. Durch einen Tunnel gelangt man auf die Ostseite des West Peaks. Auf Wegen, welche aus Granitbalken oder Holzstegen gebaut sind machten wir uns auf , Richtung North Peak. Am Anfang führte der Weg durch schönen Wald dem Berghang entlang. Als wir aber den Jinsuo Pass erreichten, änderte sich die Wegführung. Dort sah man zum ersten mal Hunderte, wenn nicht tausende von roten Wunschbändern und Vorhängeschlösser an den Geländern hängen. Das gab dem Ganzen einen farbigen aber auch mystischen Rahmen. Da der Weg nun des Öfteren etwas ausgesetzter war, hatte man immer wieder Aussichten auf die umliegenden Gipfel. Zwar war es zum Teil etwas neblig, aber wenn denn die Berge daraus hervorbrachen war das Erlebnis umso spektakulärer. Die Blue Dragon Ridge verpassten wir zwar, aber Myrta war glaube ich nicht unglücklich, dass wir auf dem neueren und auch weniger ausgesetzten Weg weiter gingen. Unterhalb trafen sich die beiden Wege bei einem Tempel wieder. Nun war es auch nicht mehr sehr weit bis zur North Peak Gondelbahn. Vorher kletterten wir aber noch auf den North Peak selber hoch. Auf einer Aussichtsterrasse breitete sich bei Myrta schlagartig Panik aus und sie brauchte ein paar Minuten um sich wieder zu fassen. Bis dahin hatte sie die ausgesetzten Pfade tapfer bezwungen, nun war aber scheinbar genug. Das Wetter änderte sich fast minütlich, so dass die Ausblicke mal recht klar dann aber auch wieder nebelverhangen waren. Schliesslich stiegen wir zur Bergstation er Gondelbahn ab und liessen uns bequem in einer Schweizer Gondel zu Tal fahren. Von der Bahn aus sah man auch immer wieder den Fussweg, welcher in hunderten von Stufen talwärts führt.

Unten Angekommen mussten wir feststellen, dass die 40 Yuan für den Shuttlebus nur einen Weg abdecken. Wir mussten für die Rückfahrt nochmals 20 Yuan extra zahlen. Alles in allem ist der Hua Sha ein unglaubliches Erlebnis, aber man lässt sich das auch mehr als grosszügig bezahlen. Von der ersten Haltestelle nahmen wir ein Taxi, welches uns wieder zur Haltestelle der Xian Busse brachte.

Im nächsten Bus waren nur noch wenige Plätze frei und damit wir zusammensitzen konnten, wurde kurzerhand eine Dame um platziert. Und dann ging es auch schon los Richtung Xian zurück. Obschon auch dieser Busfahrer alle Register zog um vorwärts zu kommen, dauerte die Fahrt über zweieinhalb Stunden. Das Wetter in der Stadt war wolkenlos nur ein Dunstschleier trübte die Sonne wie meist.

Im Hotel schauten wir erst mal nach unserer gewaschenen Wäsche und genossen anschliessend die Dusche. Heute beschlossen wir in der direkten Umgebung essen zu gehen. Vorher aber genossen wir bei Sonnenuntergang den Apéro in der Hotelbar. Gleich neben dem Hotel befindet sich ein einfaches, aber wie es sich herausstellte, trotzdem sehr passables Restaurant. Für gerade mal 45 Yuan gab es eine grosse Schüssel feinste Nudelsuppe mit Rindfleisch, je ein kleines Schälchen mit geschnittenem Siedfleisch und eines mit Gemüse. Dazu tranken wir eine grosse Flasche Tsing Tao Bier. Zum Dessert gingen wir zu einer Patisserie, auch gleich um die Ecke. Myrta wählte eine Art Cookie und ich einen Hefegipfel. Beides war sehr frisch und fein. Zum Frühstück Morgen kauften wir gleich nochmal zwei Hefegipfel.

Lijiang, Dali, Kunming

Donnerstag 25.09                                  Lijiang, Sectret Garden Guest House                            Xian: dunstig, warm; Lijiang: Regen, kühl


Um Acht machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Die erste Metro war so voll, dass nicht mal die Chinesen mehr einstiegen. In die nächste quetschten wir uns dann rein und waren froh, dass es nur zwei Stationen weit ging. Beim Drum Tower stellten wir uns in die lange Schlange mit Leuten die auch auf den Flughafenbus wollten. Da aber ein Bus nach dem andern kam waren wir doch recht schnell an Bord. Der Bus braucht nur gerade 45 Minuten zum Flughafen, die Hälfte nur im Vergleich zum Ankommen. Es war bedeutend mehr Betrieb am Flughafen aber wir kamen gut durchs Check-in und Security Check. Am Gate angekommen mussten wir dann aber feststellen, dass unser Flug auf unbestimmte Zeit verspätet war. Dies ist normalerweise kein gutes Zeichen. Nach etwa einer Stunde wurde informiert, dass es um drei Uhr also mit 4 h Verspätung losgehen soll. Daher schlenderten wir durch die Abflughalle und assen beim Burger King einen Whopper. Später kam eine Mitpassagierin vorbei und sagte uns, dass der Flug zum Bording bereit sei. Wir hatten nichts mitbekommen, denn weder wurde unser Flug noch auf den Anzeigetafeln weitergeführt, noch gab es eine Lautsprecherdurchsage. Als wir wieder am Gate auftauchten war der Warteraum leer und ein Bus mit wenigen Passagieren wartete auf uns. Es stellte sich aber heraus, dass wir nicht die einzigen waren, die nicht mitgekriegt hatten, dass es losgehen soll. Daher musste man noch gut eine Viertelstunde warten bis alle an Bord waren. Mit 3 h Verspätung startete die Maschine schliesslich. So schlecht unser erster Eindruck der Sichuan Airlines gewesen war, muss man zugeben, dass die Verpflegung OK war und wir gar ein Bier dazu bekamen. Auch der Flieger war ein Airbus, welcher gut in Schuss war.

Der Anflug auf Lijiang liess bereits vermuten, dass das Wetter nicht gerade einladend sein würde. Durch ein paar Löcher in den Wolken erhaschten wir zwar immer wieder einen Blick auf die grüne Berglandschaft und viele zum Teil grosse Flüsse. Im Landeanflug flogen wir aber durch starken Regen.

Der Airportbus brachte uns ins Stadtzentrum und von dort wollten wir eigentlich ein Taxi zum Hotel nehmen. Nur bei dem Regen wollten natürlich alle ein Taxi und so standen wir vergebens im Regen am Strassenrand. Myrta erkundigte sich ob wir einen Bus bin in die Nähe des Hotels nehmen könnten. Uns wurde gesagt, dass der 11er in der Nähe des Hotels vorbei komme. An Bord wurde das von Einheimischen bestätigt und sie zeigten uns an, wo wir aussteigen und wie weitergehen müssten. Wir folgten den vagen Instruktionen und landeten klitschnass am Ende einer Strasse. Wir fragten einen Polizisten welcher behauptete, dass wir zwar in der Richtung gut seien aber es noch 20 Minuten zu Fuss über einen Hügel wären zum Hotel. Ich fragte ihn ob er für uns im Hotel anrufen würde, um herauszufinden welches der einfachste Weg war. Helen vom Hotel erklärte ihm, dass er uns in einem Taxi zu einem bestimmten Hotel schicken solle, wo sie uns dann abholen würde. Er trat kurzerhand auf die Strasse und hielt das nächste Taxi an. Dieses war schon besetzt aber beim Zweiten klappte es. Tatsächlich tauchte Helen kurz nach unserem Eintreffen auf und begleitete uns in Guesthouse. Dort gab es erst mal einen feinen Tee, nach traditioneller Art zelebriert. Das Guestouse ist in einem der alten Häuser der berühmten Altstadt untergebracht und auch das Zimmer ist sehr nett hergerichtet. Da sie selber kein Kreditkartenleser hat, begleitete uns Helen zu zwei befreundeten Geschäften in der Hoffnung , dass wir dort mit der Karte bezahlen können. Leider klappte es nicht, so dass wir dann doch Cash zahlen mussten.

Im Zimmer zurück, hängten wir unser ganzes nasses Zeug auf und machten und zum Nachtessen fertig. In der Umgebung suchten wir uns was Nettes aus. Es war unterdessen neun Uhr geworden und viele Restaurants waren bereit am schliessen. Wir konnten dann aber doch noch was finden. Wie eigentlich alle Gebäude, war auch das Restaurant wunderschönl rustikal gebaut und eingerichtet. Da es ein offenes Gebäude ist, waren die Temperaturen auf der eher kühlen Seite. Aber schliesslich liegt Lijiang auf über 2000 m und wenn das Wetter halt regnerisch ist, sinken die Temperaturen bald empfindlich.

Bald waren wir wieder im Guesthouse zurück und machten uns für die Nacht bereit.


Freitag 26.09                Lijiang, Secret Garden Guest House             Morgens leicht bewölkt, kühl, zunehmend bewölkt und Regen


Das Wetter war Heute bedeutend freundlicher und wir wollten dies ausnützen. Gegen neun Uhr machten wir uns auf den Weg in die Altstadt. Den engen, mal breiten gepflasterten Strassen und Gassen folgend, gelangten wir auf den Market Square. Dort verdrückten wir unser Frühstück, Heute mal wieder nur eine Banane. Die Altstadt Lijings ist wunderbar erhalten, auch wenn unterdessen die Gebäude ausschliesslich Souvenirshops und Restaurants beherbergen. Mit den Leuten hielt es sich in Grenzen. Wenn man in den Reiseführern so liest, ist immer wieder von ungeheuren Menschenmassen die Rede. Auch hier schienen wir Glück zu haben. Am Nordende der Altstadt kann man ein Doppelwasserrad bewundern und auffallend waren auch die vielen Blumen welche der Saison entsprechend Dahlien und Chrysanthemen waren. Generell ist die Stadt unglaublich gepflegt. Da wir noch Zugtickets nach Dali brauchten, suchten wir ein Ticketverkäufer auf und erledigten das . Die zweistündige Bahnfahrt kostet pro Person nur gerate 6 CHF.

Immer wieder folgt man kleinen und grösseren Kanälen welche die Stadt von Nord nach Süd durchströmen. Um einen Platz angeordnet hat es unzählige Essenstände, von welchem man sich etwas kaufen und an den Tischen essen kann. Wir entschlossen uns für ein Pilzgericht. Verschiedene Arten frischer Pilze wurden zusammen mit Gemüse und Gewürzen auf einer grossen heissen Platte portionenweise frisch zubereitetet, sehr fein. Man hätte aber natürlich auch Maden und Käfer oder andere für uns eher ungewöhnliche Dinge auswählen können, aber wir wollten ja nicht übertreiben..

Nach der ersten grossen Runde stiegen wir vom Marktplatz zum Löwenhügel hoch von wo man einen guten Blick auf die Altstadt werfen kann. Am Südende der Altstadt trafen wir zufällig noch auf einen grossen Markt. Dort werden die unterschiedlichsten Gemüse und Früchte aber auch exotischere Dinge angepriesen. Wir staunten einmal mehr über die Grösse und Qualität des Gemüses. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel, es hatte unterdessen wir zu regnen begonnen, besuchten wir den White Horse Dragon Pool, ein dreistufiges Becken welche von einer ergiebigen Quelle gespeist wird. In einem nahen Park konnten wir alte Herren beobachten, welche ihre Singvögel im Käfig in die Bäume hängen und sich dann am Vogelgesang erfreuen. Als wir auf einer anderen Route wieder am Marktplatz vorbei kamen, brach ein Gewitter mit starkem Regen los. Wir flüchteten in eine Bar im 1. Stock eines Gebäudes. Von dort konnten wir das Wetterspektakel im Trockenen bei einem Tsing Tao Bier geniessen. Nachdem Myrta dem Livemusiker applaudiert hatte, kam dieser in der Pause zu uns an den Tisch, um etwas zu plaudern. Es war interessant zu erfahren was er so für Träume hat. Die Mutter möchte am liebsten, dass er eine Staatsstelle und damit Sicherheit findet und er möchte lieber Musik machen und das Leben geniessen.

Als der Regen nachliess, machten wir uns auf den Rückweg und bald schien auch die Sonne wieder. Zum Nachtessen gingen wir in ein Restaurant welches sich auf Hot Pot, dem eigentlichen Fondue Chinoise, spezialisiert hat. Wir wurden an einem Tisch geführt in dessen Mitte eine grosse Specksteinschale eingelassen ist. An deren Boden ist ein Ventil eingebaut, durch welches aus einer zentralen Versorgung Dampf eingeblasen werden kann. Als erstes wurde die Schale mit Dampf sterilisiert und einem sauberen Tuch ausgerieben. Danach brachte man in einer Schüssel Hühnerbrühe mit Poulet Stücken drin. Auf einem tragbaren Gestell wurden anschliessend die ganzen Zutaten an den Tisch gebracht. Wieder gab es eine grosse Auswahl von Pilzen, zudem noch mehr Fleisch und Gemüse. Erst wurde mal alles ausser den Gemüsen in den Sud geschmissen und eine Eieruhr auf 19 Minuten gestellt. Der Topf wurde mit einem geflochtenen Hut abgedeckt und der Dampfhahn aufgedreht. Nun hiess es Geduldig warten. Nachdem die Uhr sich gemeldet hatte, war das Essen bereit. Man fischte wahlweise Zutaten aus der Brühe oder schöpfte auch immer wieder Brühe in eine kleine Schale und trank diese ohne Löffel. Das schmeckte alles ausgezeichnet, aber die Menge war einmal mehr viel zu viel für uns. Als wir schon satt waren wurde noch eine Schüssel Reis aufgetischt, aber da ging schon nichts mehr. Schon während dem Essen hatte es immer wieder zum Teil kräftig geregnet. Nun wollten wir ein kurzes Nachlassen abwarten um dann ins Hotel zu eilen, welches zum Glück nur ein paar Minuten entfernt liegt.


Samstag 27.09                                        Lijiang, Secret Garden Guest House                           Leicht bewölkt, warm, dann bedeckt, kühl


Heute wollten wir zwei Orte ein paar Kilometer nördlich von Lijiang besuchen, Shuhe und Baisha. Nach Shuhe konnten wir den Bus Nr 11 nehmen. Der fährt bis etwa 1 km an die Altstadt heran. Das letzte Stück gingen wir zu Fuss. Shuhe gilt nebst Lijiang als die dchönste Altstadt in der Gegend. Auch hier ist die ganze Stadt von Kanälen durchzogen, welche nicht nur in der Vergangenheit sondern auch heute noch die Bewohner mit Wasser versorgen. Die Strassen sind hier bedeutend breiter ausgelegt, was der ganzen Stadt einen viel offeneren Charakter verleiht. Zwar hatte es auch hier überall Souvenirshops und Restaurants, aber auch viel mehr ganz normale, bewohnte Häuser. Nicht alle Quartiere waren konsequent alt erhalten, man sieht auch viele neuere aber dennoch einigermassen stilgerechte Gebäude. Durch einen kleinen Gemüsemarkt gelangten wir über den Fluss in ein aussenliegendes Quartier. Wir folgten dem Fluss aufwärts an einigen Kristall klaren Teichen vorbei, in welchen die unterschiedlichsten Fische sich tummeln. Zurück im alten Zentrum schlenderten wir durch die Gassen und liessen die Bilder auf uns wirken. Auch speziell hier waren die vielen Pferde, welche man zum Reiten mieten kann. Aber auch Pferdefuhrwerke, meist aber mit Touristen beladen, waren unterwegs. Da Beisha nur ein paar Kilometer weiter ist, wollten wir ein Taxi nehmen. Die Fahrer weigerten sich aber uns zu befördern, wohl weil es ein zu wenig lukrativer Auftrag war, oder aber sie wollten den Taxameter nicht einschalten sondern uns pauschal 50 Yuan abknöpfen. Wir verzichteten auf die werten Diente und gingen halt 500 m zur Busstation von wo wir für je 1 Yuan befördert wurden. Die Gegend war hier sehr ländlich, ringsherum sah man Felder, vorwiegend mit Mais bepflanzt. Die hohen Berge im Norden blieben uns vergönnt, denn Wolken verdeckten die Gipfel. Bis 5500 m hoch ragen die Berge hier, aber eben auch die Talsohle liegt schon auf 2300 m. Eigentlich erstaunlich, denn überall wachsen Granatäpfel und Pfirsiche. Vereinzelt sieht man sogar Bananenstauden.

In Baisha besichtigten wir erst die Tempelanlagen, welche unter anderem bekannt sind für die alten Fresken. Die ganze Anlage ist auch viel weniger aufgemotzt und erscheint deshalb viel authentischer als die überall restaurierten, farbigen Tempel die wir bis anhin besichtigt hatten. Am Ende der Besichtigung landet man automatisch im Dorf Baisha. Zur Zeit unseres Besuchs waren die meisten Strassen eine riesen Baustelle. Da wurde im ganzen Dorf der altmodische Pflasterstein wohl wieder eingebaut. In ein zwei Jahren wird das Dorf sich wohl ähnlich herausgeputzt präsentieren wie Shuhe. Der im Reiseführer erwähnte Kräuterdoktor Ho gab es tatsächlich auch noch. Der 92 jährige lebt vor allem noch von seinen Erinnerungen und die ganze Fassade seines Hauses ist mit Zeitungsausschnitten aus aller Welt geschmückt. Er popagierte seine Heilphilosophie, welche zwar auf Kräuterbasis beruht, aber eben auch einen grossen Teil auf einem gesunden Lebenswandel. Nun bei ihm funktioniert es offenbar gut.

Wir schauten auch noch in einer Stickereischule rein, wo junge Mädchen die traditionelle Seidenstickerei lernen können. Eine der Lehrerinnen zeigte uns die Technik und auch viele Werke. Unglaublich beeindruckend die Werke der Masterstickerinnen. Die eine, welche wir antrafen, hat bereits 37 Jahre Erfahrung. In einigen der Bilder stecken über 200 Arbeitstage, aber von den grössten Werken ist nicht einmal bekannt wie lange daran gearbeitet worden war. Aus der Distanz erscheinen die hochklassigen Werke wie dreidimensionale Fotos. Erst wenn man ganz nahe heran geht vermag man die einzelnen Stiche überhaupt erkennen. Uns wurde auch erklärt, das die normalen Seidenfäden zum Sticken weiter aufgeteilt werden. Während die Anfängerinnen den Faden nur halbieren, arbeiten Master mit einem 64stel Faden, viel dünner als ein Haar und von Auge kaum mehr zu erkennen. Die Besten können die Fäden in über 200 Einzelfäden aufteilen.

Zurück nach Lijiang nahmen wir wieder den Bus und liessen uns ein paar Hundert Meter vom Hotel entfernt absetzen. Auf dem Rückweg zum Zimmer nahmen wir noch eine Nudelsuppe ein. Einmal mehr staunten wir als wir für eine Suppe, die reichte wieder für Beide aus, und ein grosses Bier 22 Yuan, etwa 3.5 CHF, bezahlen mussten. Wie oftmals in China liegen riesige Unterschiede zwischen sehr ähnlichen Dingen. Taxi 5 km 50 Yuan, der Bus 1 Yuan. Feines Hot Pot Menü im feinen Restaurant 200 Yuan, einfaches Mittagessen im Strassenrestaurant 20 Yuan, beides aber schmackhaft und gut.

Nach einer Rast im Zimmer machten wir uns auf, etwas zu essen. Ganz in der Nähe tranken wir erst noch ein Bier und fanden dann nicht weit davon auch ein nettes Restaurant. Da wir in den letzten Tagen einiges an Pilzgerichten genossen hatten, wollten wir eine weitere Spezialität probieren, nämlich Yakfleisch. Dazu noch ein Gericht mit Poulet und etwas Reis. Alles war wiederum hervorragend gut. Zum Verdauen schlenderten wir weiter in die Altstadt Lijiangs hinein. Je näher wir dem Zentrum kamen umso dichter wurden die Menschenmassen. In der Dunkelheit gewinnt man einen komplett anderen Eindruck der Stadt. Nebst den zum Teil grellen Ladenbeleuchtungen sind die Gassen mit warmem Licht beleuchtet und keineswegs kitschig. Einzig als wir vom Wasserrad dem Kanal entlang gingen drehten wir fast durch. Auf einer langen Strecke befinden sich links und rechts Restaurants und Bars welche alle sehr laute Live Musik spielen und in vielen hat es Discobeleuchtung mit dem vollen Programm. Blitzende Lichter, grelle,,farbige Scheinwerfer und Lasershows inklusive Rauchmaschinen wohin man schaut. Der Lärm und das Gedränge war unglaublich. Und spielte in einem Lokal mal ein leiser Gitarrenspieler, war es leer. Die Chinesen scheinen den Trubel zu schätzen. Wir waren aber froh wieder in weniger laute Gassen eintauchen zu können. Heute wurden wir übrigens von Regen verschont. Auf dem Rückweg funkelten gar die Sterne am Himmel.


Sonntag 28.09                                                                              Dali, China Old Story Inn                                                                Schön, warm


Sicherheitshalber hatten wir den Wecker gestellt, denn wir mussten den Zug nach Dali erwischen. Zum Frühstück gab es eine feine Mango, welche wir Gestern auf dem Markt gekauft hatten. Am Rande der Fussgängerzone nahmen wir einen Minivan, welcher uns zum Bahnhof fuhr. Dieser ist sehr neu und sehr grosszügig gebaut, für die paar wenigen Züge die nach Lijiang und weiter nach Kunming verkehren. Von hier aus hatten wir auch das erste Mal den Blick auf die Schneeberge, welche sich nördlich der Stadt bis auf über 5000 m erheben. Eine halbe Stunde vor Abfahrt wurde der Zugang geöffnet und die Leute strömten auf das Perron und nahmen ihre Sitzplätze ein. Wir hatten Sitzplätze nebeneinander, aber mit dem Gang dazwischen. Da aber eine andere Gruppe auch auseinander gerissen sitzen musste, ergab sich, dass wir die Sitze so tauschen konnten, dass wir am Ende Beide einen Fensterplatz und neben uns die wohl einzigen unbesetzten Sitze hatten.

Pünktlich setzte sich der Zug langsam in Bewegung. Es dauerte seine Zeit bis er die Reisegeschwindigkeit erreicht hatte. Durch ländliche Gegenden mit kleinen Dörfern ging es südwärts. Immer wieder tauchte der Zug in Tunnels ein, nicht wenige waren mehrere Kilometer lang. Bis Dali mussten immerhin etwa 400 Höhenmeter abgebaut werden. Die letzten Kilometer führte die Strecke dem See entlang an welchem Dali auch liegt. Er ist über 40 Km lang und der 7. grösste Süsswassersee Chinas. Die Fahrt war recht kurzweilig und nach gut zwei Stunden erreichten wir unser Ziel.

Vor dem Bahnhof bot sich der Fahrer eines Minivans an, uns in die Altstadt Dali zu fahren, welche etwa 15 Km nördlich des Bahnhofs liegt. Für 60 Yuan, also etwa 9 CHF fuhr er uns hin. Die Neustadt ist sehr modern und geschäftig. Einige bemerkenswerte Gebäude, unter anderem auch erstaunlich hohe, moderne Wolkenkratzer prägen das Stadtbild. Nach einer halben Stunde waren wir fast am Ziel. Obschon wir dem Fahrer den Hotelnamen und die Adresse auf Chinesisch gezeigt hatten, fuhr er direkt zum Südtor der Altstadt. Ich wusste aber, dass das Hotel 300 m südlich davon liegen soll. Er hatte aber nur Südtor gelesen und 300 m und angenommen wir seien in der autofreien Altstadt untergebracht. Nachdem wir interveniert hatten, las er die Beschreibung doch noch genau und lachte dann über sich selbst, da er das Hotel sehr wohl kannte und auch direkt vor das Haus fahren konnte.

Beim Einchecken fragten wir ob wir um einen Tag verlängern könnten, da der E-Mail Verkehr in den Vortagen kein klares ja ergeben hatte. Nun klappte es doch und wir bekamen das Zimmer sogar für den selben, übrigens sehr günstigen Preis. Dieses Hotel erfüllte seine Versprechen nicht nur, sondern zu unserer Überraschung übergab man uns auch noch Frühstücksgutscheine. Das Zimmer stellte sich dann auch sauber und gut ausgestattet heraus, und das obschon wir nur gerade 23 CHF, das heisst die Hälfte wie das vorherige, mit den wir zudem nicht sehr zufrieden waren. Nachdem wir unser Zeugs verstaut hatten, gingen wir in die Altstadt. Das Südtor liegt nur etwa 300 m entfernt. Da wir unterdessen den Hotelaufenthalt in Kunming um einen Tag gekürzt hatten konnten wir nun auch die Bahntickets dahin kaufen. Die 7 stuendige Fahrt kostet 64 Yuan, im Schnellzug hatten wir keinen Platz gefunden.

Auch diese Altstadt ist zwar sehr touristisch aber trotzdem recht sympathisch. Den ganzen Nachmittag schlenderten wir kreuz und quer durch den Ort. Wie schon nördlicher wird die Stadt durch Wasserkanäle durchzogen und die ganze Stadt ist im Kern weitgehend Original verblieben, ausser halt, dass die Laden andere Produkte und Dienstleistung bieten als früher.

Auf dem Weg zurück ins Hotel kauften wir uns ein grosses Bier, welches wir im wunderschönen Innenhof des Hotels im Gartenpavillon genossen.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, gingen wir zurück in die Stadt zum Essen. In einem Restaurant, welches von einem Engländer geführt wird, gibt’s immer Sonntagabends einen englischen Rindsbraten mit all den typischen Beilagen. Nachdem wir nun zwei Wochen ausschliesslich chinesisch gegessen hatten, wollten wir die Gelegenheit packen. Es stellte sich heraus, dass das Menu tatsächlich sehr originalgetreu daher kam und zudem mit 45 Yuan inklusive einem grossen Bier oder einem Glas Wein sehr günstig war. Auf jeden Fall hat es gut geschmeckt und wir wurden sehr satt davon.


Montag 29.09                                                                        Dali, China Old Story Inn                                                                          Schön, warm


Das Frühstück war, wie zu erwarten, sehr chinesisch. Es gab primär Nudelsuppe und die war zudem ziemlich scharf für morgens früh. Interessant war, dass es keinen Tee sondern Kaffee gab. Dieser war zwar ziemlich schwach und mit Sojamilch gemischt, aber eigentlich ganz OK. Tee war übrigens gar nicht vorgesehen. Ganz in der Nähe des Hotels mieteten wir zwei Mountainbikes, denn wir wollten ein Stück dem See folgen. Entlang der Stadtmauer gelangten wir an die Strasse welche einige Kilometer zum See herunter führt. Wir besuchten erst die Anlegestelle, von welcher aus die Ausflugsboote ablegen, welche auf dem See Rundfahrten anboten. Danach ging es durch Reis- und Gemüsefelder nordwärts. Die Reisernte war in vollem Gange. Mit der Sichel wurde der Reis bündelweise geschnitten. Noch im Feld wurde er danach mit einer einfachen Maschine gedroschen. Das Stroh wurde zu hübschen Bündeln gebunden und an der Strasse entlang zum Trocken hingestellt. Auch der Reis selber wurde auf der Fahrbahn ausgelegt um zu trockenen. Bald folgte die Strasse direkt dem Seeufer. Ausser Fahrrädern, meist Touristen, hatte es kaum Verkehr, so dass man sehr entspannt fahren und die Landschaft geniessen konnte. Immer wieder kamen wir durch kleine Dörfer oder konnten den Bauern bei der Arbeit in den Feldern zuschauen. Eine ungewohnt ruhige und friedliche Atmosphäre nach all den Städten die wir besucht haben. Nach etwa 25 km drehten wir im Dorf Jiangshang wieder um. Obschon die Strasse ja eigentlich flach verläuft war der Rückweg etwas anstrengender, denn wir mussten zum Teil gegen den Wind ankommen. In einem der Dörfer machten wir Mittagsrast und assen ein Friedrice. Dabei brauchten wir aber keine Menükarte sondern man suchte sich die Zutaten einfach aus worauf diese in die Küche gelangten und gekocht wurden. Die Portionen waren wiederum reichlich, wie immer in China scheint mir.

Frisch gestärkt und etwas ausgeruht gingen wir die restlichen Kilometer an. Nach Dali ging dann die Strasse leicht bergan, aber nach fast 50 Km in den Beinen merkten wir das doch recht gut. Müde und durchgeschwitzt gaben wir die Velos wieder ab und gingen ins nahe Hotel zurück um uns frisch zu machen und etwas auszuruhen.

Das Nachtessen nahmen wir in unserem Quartier ein. Südlich des Südtors hat es einige einfache Restaurants welche uns einen guten Eindruck gemacht hatten. Zwar nicht so elegant, aber was Eindruck macht ist, dass Gemüse, Pilze aber auch Fische direkt vor dem Restaurant zur Schau gestellt wird, so dass man sich überzeugen kann, dass auch wirklich alles frisch ist. Wiederum lasen wir die Zutaten vorgängig aus. Wir entschlossen uns frischen Fisch aus dem See und Flusskrebse zu wählen. Beides war noch am Leben und wurde unmittelbar vor dem Kochen getötet und ausgenommen. Dazu suchten wir uns ein paar Gemüse, die kannten wir alle nicht wirklich, aus und schon wurde der Wok in der Minikueche angeheizt. Alles war natürlich super frisch und auch sehr aromatisch. Der Fisch wurde in einer Brühe am Stück gekocht und mit etwas Kräutern serviert. Die Krebse waren mit Frühlingszwiebeln gewokt, genauso wir die beiden Gemüsegerichte. Als es ums Zahlen ging bemerkte ich, dass ich vergessen hatte das Portemonnaie aufzufüllen. Ich musste deshalb nochmal ins zum Glück nahe Zimmer zurück um Geld nachzutanken.

Dann schlenderten wir durch die Altstadt auf der Suche nach einem Bäcker um dort noch ein Dessert zu kaufen. Bis dato waren wir noch nie enttäuscht worden und so war es auch Heute recht fein, nicht zu süss, frisch und aromatisch. Zum Ausklang des Abends gingen wir zum Bad Monkey zurück und wollten das selbstgebraute Bier probieren. Ich bestellte ein Amber Ale, aber es kam ein sehr dunkles Bier, dass scheusslich und sauer schmeckte. Da Amber normalerweise sowieso nicht so schwarz war fragte ich beim Kellner nach und er bestätigte, dass es sich um ein Schwarzbier handle. Er tauschte es gegen ein Amber um aber das war genau so sauer. Wir liessen das Bier stehen und gingen enttäuscht von dannen.


Dienstag 30.09                                                                     Dali, China Old Story Inn                                                          Leicht bewölkt, warm


Heute war wandern angesagt. Nach dem Frühstück marschierten wir zum West Gate mit dem Ziel zum Zhonge Tempel hochzulaufen und von dort der Jade Belt Road, einem Wanderweg welcher dem Bergzug Zhonge Shan folgt, entlang zu gehen. Früher gab es einen Sessellift der die Besucher hochbrachte, der war aber schon länger ausser Betrieb. Es soll aber einen Pfad geben der dem Sessellift entlang hochfuehrt. Wir merkten aber bald, dass das alles etwas vage Informationen waren und suchten schliesslich eine Alternative. Ein Tuk Tuk brachte uns zur Talstation einer Gondelbahn welche uns zum Quingbi Stream hochbringen konnte. Die gleichnamige Schlucht ist auch der Endpunkt der Jade Belt Road., von dort wollten wir dann zurück wandern. Nachdem wir oben angekommen waren, erforschten wir die nähere Umgebung der Bergstation. Über viele Stufen gelangten wir zu einer Aussichtsplattform von welcher aus man in die Schlucht blicken konnte. Der Weg führte dann auch hinunter und man konnte ein Stück weit in den Canyon hineingehen. Danach beschlossen wir, der Jade Belt Road ein paar Kilometer zu folgen und dann auf demselben Weg zurück und der Bahn hinunter zu fahren. Der gut zwei Meter breite Plattenweg führt immer auf derselben Höhe, wir waren ungefähr auf 2600 m u M, dem Hang entlang. Wann immer ein Bach einen tiefen Einschnitt in den Berg gegraben hatte, mussten wir weit in den Einschnitt hinein und auf der anderen Seite wieder an die Bergflanke vorgehen. Immer wieder hatte man schöne Ausblicke auf den Erhai See. Erst war die Sicht noch etwas dunstig, aber sie wurde zunehmend klarer. Nach etwa einer Stunde kamen wir unterhalb der Zwischenstation der neuesten Bahn vorbei. Diese führt in zwei Sektionen bis fast auf 4000 m hoch. Wir hatten auf dem Ticket für den Naturpark gesehen, dass es auf der Höhe von Dali einen offiziellen Abstieg geben soll. Eine Polizistin bestätigte dies und so änderten wir unseren Plan erneut und gingen weiter. Die Vegetation entlang des Wegs ist sehr vielfältig und erstaunlich viele Wildblumen blühten obschon ja schon Ende September war. Die Wegführung ist oft sehr spektakulär und zum Teil in die vertikalen Felswände geschlagen. Wir unterquerten die neue Gondelbahn und gelangten bald einmal zur ersten Abstiegsmöglichkeit. Die Polizistin hatte uns aber empfohlen noch etwas weiter zu gehen und erst die zweite Möglichkeit zu nutzen. Erst wollten wir aber noch eine signalisierte Höhle besichtigen. Nachdem wir aber fast 100 m Höhenmeter aufgestiegen waren und noch immer nichts in Sicht war, drehten wir wieder um, da auf keiner Info ersichtlich war, wie weit es denn wäre. Der zweite Abstieg ist nur noch 1.5 Km vom Zhonge Tempel entfernt. Man könnte als von dort den Tempel besuchen und zurückkommen um nicht auf dem Trampelpfad 600 Höhenmeter absteigen zu müssen. Wir gingen aber direkt hinunter in Tal. Die vielen Pilze am Weg erklärten warum in dieser Gegend zu jetzigen Jahreszeit so viele davon auf dem Markt und in den Restaurants angeboten werden. Wir kamen auch an vielen Grabmalen vorbei, welche einzeln und verstreut überall im Wald anzutreffen sind. Das eröffnete uns aber nur die Frage wo die Millionen andern Chinesen begraben sind. Hunderte von Treppenstufen später erreichten wir den Fuss des Berges bei der Talstation der neuen Gondelbahn. Den langen Weg durch die Stadt hinunter zu unserem Hotel sparten wir und nahmen wieder ein Tuk Tuk. Irgendwie hatte der aber nicht wirklich kapiert wohin wir wollten und wollte uns schon in der Nähe des West Tores loswerden. Nachdem wir ihn nicht dazu bewegen konnten zum Hotel zu fahren, zahlte ich ihm halt nur einen Teil des Preises und wir gingen den Rest zu Fuss.

Im selben Restaurant in welchem wir Gestern das Nachessen eingenommen hatten bestellten wir uns eine Portion Nudeln mit Fleisch und Gemüse. Dazu eine kaltes Dali Bier und wir machten uns frisch gestärkt auf die letzten 300 m zum Hotel wo wir bald mal unter der Dusche standen.

Gegen sechs Uhr machten wir uns auf um in der Altstadt noch ein paar Esswaren für die morgige Zugfahrt zu kaufen. In einer Bäckerei kauften wir Süssigkeiten, in einem Minisupermarkt Servietten und Knabbereien und an der Strasse noch Früchte. Danach gönnten wir uns einen Apéro um anschliessend ein Restaurant fürs Nachtessen zu suchen. Das war nicht weiter schwierig, denn in diesem Quartier ist eines neben dem anderen. Wiederum wurden wir nicht enttäuscht. Ein Gemüsegericht, eines mit Rind und eines mit Huhn hatten wir schon bestellt, als wir Lust bekamen, den aufgehängten Rohschinken zu probieren. Mit Händen und Füssen und zuletzt mit Hilfe eines Nachbarn der Englisch sprach, fanden wir heraus was wir bestellen mussten, damit der Schinken dabei ist. Überraschenderweise wurde er nämlich nicht kalt wie bei uns gegessen, sondern zusammen mit Ziegenfrischkäse und einem Gemüse in Lagen gedämpft serviert. Alles war wieder hervorragend einzig das Rindfleisch war etwas zäh. Da Fleisch aber generell immer sehr klein und fein geschnitten wird, war auch das ein kleines Problem. Beim bezahlen merkten wir, dass das nachbestellte Gericht nicht auf der Rechnung war und wir erinnerten die Kellnerin daran. Das Nachtessen hatte ohne das Gericht 92 Y gekostet. Da ich wusste dass das Schinkengericht 58 Y kostet, gab ich ihr 150 Y und wir gingen, während sie mit dem Handy noch am addieren war. Sie kam hinter uns hergelaufen und gab uns 35 Y Rückgeld. Keine Ahnung wer von uns Beiden nun falsch gerechnet hatte, auf jeden Fall beliessen wir es dabei und schlenderten gemütlich zum Hotel zurück.


Mittwoch 1.10                                                         Kunming, Enjoying International Hotel                                           Leicht bewölkt, warm


Heute mussten wir wieder etwas früher aus den Federn, denn wir mussten schon vor 9 Uhr am Bahnhof sein. Deshalb Wecker stellen und um halb acht Nudelsuppe fassen. Da das bestellte Taxi um 10 nach Acht noch immer nicht aufgetaucht war, brachte man uns mit einem Hotelvan zum South Gate wo immer Taxis zur Verfügung stehen. Der Fahrer kannte offenbar einige Schleichwege, denn wir kamen gut durch den morgendlichen Verkehr und erreichten den Bahnhof gut in der Zeit. Wir hatten unsere Sitzplätze in einem den vielen Schlafwagen. Jedes Abteil hat 6 Betten, jeweils drei übereinander, oder aber 8 Sitzplätze. Mit uns zusammen waren nur noch zwei Jungs, so dass wir bequem Platz hatten. Bald nach der Abfahrt zog ich mich in den ersten Stock zurück und machte es mir auf dem Bett liegend bequem. Es dauerte allerdings nicht lange bis mich die Schaffnerin wieder hinunter schickte. Offenbar darf man nicht liegen wenn man nicht liegen bezahlt hat. Zu Beginn zuckelte der Zug langsam durch die hügelige Landschaft und hielt auch schon bald das erste Mal an. Da die Schnellzüge alle schon ausgebucht gewesen waren mussten wir wohl oder übel einen Bummler nehmen. Mit dem dauert die Fahrt fast 7 anstatt gut 4 Stunden. Aber wir hatten es ja nicht eilig, denn der Tag war sowieso gelaufen. Ich verbrachte die meiste Zeit mit lesen während Myrta auch immer wieder die vorbeiziehende Landschaft genoss. Meist fuhren wir durch dünnbesiedeltes Gebiet, allenfalls mit kleinen, alten Dörfern um welche herum immer Landwirtschaft betrieben wird. Meist waren es Reis- oder Maisfelder aber auch Gemüse wird angebaut. Als wir in Chuxiong eintrafen warteten Hunderte von Passagieren auf den Zug. Überall in Einerkolonne vor dem jeweiligen Einstiegsort aufgestellt, warteten die Leute bis der Zug anhielt. Dann kam Leben in die Bude. Auch unser Abteil wurde nur voll besetzt, so dass wir uns nicht mehr breit machen konnten. Aber es waren unterdessen auch nur noch gut zwei Stunden bis zu unserem Ziel Kunming. Es war nun schon offensichtlich, dass sehr viele Chinesen auf Grund des Nationalfeiertags unterwegs waren. Im Bahnhof strömten auf jeden Fall tausende dem Ausgang entgegen. Obschon wir wussten, dass das Hotel nicht weit von Bahnhof liegt, wollten wir ein Taxi nehmen, da wir die genaue Lage nicht kannten. Die Taxis wollten uns aber nicht mitnehmen, warum haben wir nicht herausgefunden. Daher charterten wir wieder ein Tuk Tuk. Mit all unserem Gepäck zusammen war die Kiste ganz schön voll. Wir fuhren nur 200 oder 300 m und schon begann der Fahrer das Hotel zu suchen. Da es aber von der Strasse zurück lag ist er erst ein paar Mal daran vorbeigefahren.

Wir checkten ein und mussten dann feststellen, dass man uns ein Raucherzimmer gegeben hatte. Und genau so roch es auch. Wir versuchten noch ein anderes zu bekommen, aber scheinbar waren alle bereits belegt.

Um zu sehen wo wir gelandet waren, gingen wir in der Umgebung spazieren. Bald fiel auf, dass es hier das erste Mal seit wir in China sind überall etwas schmuddelig und unsauber war. Einmal um den grossen Block drehten wir wieder um und trafen zufällig auf ein nettes Restaurant welches uns sofort sympathisch war. Auf der Terrasse tranken wir erst mal ein Bier und versprachen zum Nachtessen wieder zu kommen.

Da die Speisekarte ausschliesslich in Chinesisch war und vom Personal auch niemand Englisch sprach nahmen wir eine Speisekarte mit ins Hotel um dort in Ruhe zu versuchen herauszufinden, was geboten wird. Das war dann aber gar nicht einfach und Myrta verstand auch nur die gängigen und allgemeinen Ausdrücke, nicht aber die Details.

So entschlossen wir uns, dass wir auf gut Glück einfach mal was bestellten. Dazu kreuzte man auf der Karte an was man wünschte und gab die Menükarte dem Kellner ab. Das Restaurant war unterdessen knall voll und wir waren deshalb an einen riesigen runden Tisch gesetzt worden. Als erstes wurde uns eine Brühe mit Schweinefleischstücken serviert. Die war eigentlich ganz gut, wenn auch ein bisschen zu wenig heiss. Dann kam eine Portion feingeschnittenes Rindfleisch mit Gemüse, ziemlich scharf und etwas säuerlich, aber auch gut. Serviert wurde es in einem Segment Riesenbambus welches der Länge nach halbiert worden war. Als drittes Gericht kamen noch gegrillte Schweinefüsschen, auch ganz fein wenn auch wenig Fleisch dran war. Wir hatten schon gesehen, dass das Begrüssungskommitee, zwei junge Frauen und ein junger Mann in der lokalen Tracht, an anderen Tischen ein Willkommensständchen gegeben hatten. Nun kamen sie auch zu uns und begrüssten und mit kräftiger und hoher Stimme nach lokaler Sitte und prosteten anschliessend mit uns. Eine sehr überraschende Geste für uns. Nach dem Essen genossen wir noch einmal ein Bier auf der Terrasse. Dabei konnten wir beobachten wie jeder Gast beim Verlassend es Lokals freundlich verabschiedet wurde. Ein wirklich empfehlenswertes Restaurant.


Guilin

Donnerstag 2.10.                                                                              Guilin, 68 Hotel                                                      Bedeckt, regnerisch, warm


Ein weiterer Transfertag stand uns bevor. Der Flug nach Guilin war allerdings erst am Nachmittag, so dass wir ausschlafen und den Morgen gemütlich abhängen konnten. In der Nacht hatte es geregnet und noch war der Himmel bedeckt. Irgendwie passte es bis jetzt meist, dass wenn das Wetter nicht so gut war, es gar nicht gross störte da unsere Pläne nicht darauf angewiesen waren. Zum Frühstück gab es den Rest unserer gestrigen Verpflegung für die Zugreise. Dazu brauten wir einen Tee. Den restlichen Teil des Morgens planten wir die nächsten Schritte, ich las und Myrta ging in der Umgebung Mitbringsel shoppen.

Kurz nach Eins packten wir die sieben Sachen, checkten aus und gingen die 200 m bis zum Bahnhof zurück. Von dort startet auch der Airport Bus. In einer guten halben Stunde brachte dieser uns an den Flughafen. Auch auf dieser Strecke war wieder offensichtlich wie extrem Kunming am wachsen war. Ganze Quartiere mit hohen Menschensilos waren im Bau oder erst kürzlich fertiggestellt worden. Wir trafen früh zeitig ein und bewunderten das Flughafen Gebäude. Mit eleganten Kurven und goldfarbenen Tragstrukturen ein imposantes Gebäude. Vor dem Terminal befindet sich zudem ein Wasserspiel, welches zu klassischer Musik seine vielen Düsen steuert. Funktionell konnte der Flughafen allerdings gar nicht glänzen. So mussten alle Passagiere welche ebenerdig ankamen, mit einem Lift auf die Abflugebene und auch sonst waren die Wege nicht immer optimal.

Wir erreichten das Gate etwa 30 Minuten vor der Einstiegszeit und stellten fest, dass weder der Flieger noch irgendwelches Personal zu sehen war. Kam dazu, dass das Zeitfenster in welchem unser Flug angezeigt werden sollte, auf der Anzeigetafel nie dargestellt wurde. Wir befürchteten schon wieder dasselbe wie schon in Xian zu erleben. Dann dockte aber eine Maschine an, Personal erschien und tatsächlich flogen wir schliesslich fast pünktlich los.

Schon im Landeanflug war klar dass das Wetter auch in Guilin nicht optimal war. Bedeckt und wolkenverhangen wie schon in Kunming. Man gewann aber schon beim Landen einen Eindruck von der berühmten Landschaft Guilins. Alles war grün und überall ragten Bergkegel aus der Ebene. Wir waren fast die letzten Passagiere an Bord des Busses, welcher uns in die Stadt fahren sollte. Im Zentrum angekommen wechselten wir auf einen Lokalbus. Dieser fuhr im Zick Zack durch die Stadt und immer mehr Passagiere drängten sich in den Doppeldecker. Unterdessen war es auch schon dunkel geworden und wir hatten Schwierigkeiten zu erkennen wann wir die beschriebene Station erreichen. Myrta sprach mit dem Chauffeur und nach einigen Diskussionen schien er begriffen zu haben wo wir raus mussten. Da wir direkt neben ihm standen war es dann einfach uns zu informieren und wir stiegen aus. Vom Hotel war aber weit und breit nichts zu sehen und als wir uns durchfragen wollten konnte uns niemand helfen. Ein Motorradtaxifahrer rief für uns im Hotel an und erklärte dann, dass wir etwa eine halbe Stunde zurücklaufen sollten um zum Hotel zu gelangen. Da nahmen wir uns aber lieber ein Taxi welches in zwei Minuten hin fuhr. Das Problem war gewesen, dass auf Grund einer Baustelle der Bus nicht die übliche Route fahren konnte und genau die Strecke an welches das Hotel liegt wurde umfahren. Nun schliesslich erreichten wir nach fast zwei ein halb Stunden seit der Landung das Hotel. Dieses liegt ein paar Kilometer nördlich des Zentrums in einer schmalen Seitengasse. Der Zugang war nicht sehr heimelig aber das Hotel selber ist OK. Die junge Frau an der Rezeption war auf jeden Fall freundlich und hilfsbereit und sprach ganz gut Englisch. Das Zimmer war klein aber sauber.

Nachdem wir ausgepackt hatten gingen wir in der Umgebung Nachtessen. Die Gegend ist überhaupt nicht touristisch und daher hatte es auch nur die typischen kleinen Strassenrestaurants. Auch wenn diese vielleicht nicht immer sehr schön aussehen, dass Essen war bis jetzt immer gut und daran änderte sich auch Heute Abend nichts. Danach fielen wir ziemlich müde ins Bett.


Freitag 3.10.                                                                    Guilin, 68 Hotel                 Morgen: bedeckt Nachmittag: zunehmend schön, heiss


Wir hatten gut geschlafen und das erste Mal seit wir in China sind waren wir froh um die Klimaanlage. Guilin liegt nur noch auf 400 m u M und zudem südlicher als alle anderen Orte die wir bis anhin besucht haben. Das Frühstück beschränkte sich wieder einmal auf ein paar kleine, aber heimische, Bananen welche viel aromatischer sind als die schönen, grossen Importdinger wie auch wir sie zu Hause essen müssen.

Mit dem 100er Bus gelangten wir ins Stadtzentrum zurück. Auch wenn diese Linie auf direktem Weg dorthin gelangt benötigte der Bus über eine halbe Stunde.

Wir umrundeten als erstes den östlichsten der vier Seen welche Guilin anbietet. Mitten drin stehen die Mond-und die Sonnenpagode. Dem Ufer entlang windet sich ein schmaler Weg durch eine schöne Grünanlage. Immer wieder hat man einen neuen Ausblick auf den See und die beiden Pagoden. Wir schlenderten immer dem Ufer entlang westwärts, vorbei an überallen Brücken, eine davon sogar aus Glas gefertigt. Bei einer Schleusenanlage, die weitere Seen liegen auf tieferem Niveau, überquerten wir das Gewässer und gingen zum Ausgangspunkt zurück. Von dort gelangten wir ins eigentliche Stadtzentrum und assen in einem Restaurant eine Kleinigkeit, dass heisst eine Portion Nudeln mit Fleisch und Gemüse drin und Beide waren gut satt.

Danach schwenkten wir ab um an den Li River zu gelangen. Auf dem Fluss herrschte reger Schiffsverkehr. Wie auf einem Faden aufgereiht tuckert ein Ausflugsboot nach dem andern flussauf- und -abwärts.

Nachdem wir den Fluss überquert hatten war es nicht mehr weit zum Seven Stars Park. Die Tickets hatten wir schon im Hotel gekauft, dort erhalten wir auf allen Ausflügen und Eintritten einen Rabatt, und mussten sie nun nur noch abholen. Beim Seven Stars Park handelt es sich um eine der ältesten touristischen Einrichtungen Chinas, welche lange bevor auch Ausländer das Land der Mitte besuchten, eingerichtet worden ist. Da nach wie vor Ferien um den Nationalfeiertag herum waren, hatte es ziemlich viele Leute. Der Park bietet nebst der landschaftlich schönen Lage vor allem auch viel Unterhaltung, allerdings eher auf Chinesen zugeschnitten. Für uns war vor allem das Beobachten der Besucher der Reiz des Besuchs Da das Wetter zunehmend sonniger wurde stieg auch die Temperatur auf über 30 C. Am Schatten mit etwas Wind war es noch recht angenehm, aber an der prallen Sonne wurde es doch schon sehr warm und wir waren uns schlicht und einfach noch nicht daran gewöhnt. So sehnten wir uns zunehmend nach einer erfrischenden Dusche. Die Busse waren wieder sehr gut besetzt und Klimaanlagen haben sie nicht oder sie kommen eh nicht gegen die Hitze an. So waren wir richtig schön durchgeschwitzt als wir das Hotel erreichten. Umso schöner war dann die Dusche.

Gegen sieben Uhr gingen wir mal in die andere Richtung um ein Restaurant zu finden. Aber wir wurden nicht fündig, so dass wir wieder ins selbe Strassenrestaurant gingen wie schon Gestern. Es war natürlich nicht schwierig wieder etwas feines auszuwählen und zu geniessen. Es ist schon erstaunlich was die Chinesischen Köche und Köchinnen mit einfachsten Einrichtungen und wenig Zutaten auf den Tisch zaubern. Wir bestellten nach dem Essen ein weiteres Bier und genossen es an diesem lauen Abend dem Treiben auf der Strasse und auf dem Trottoir zu beobachten.

Für Morgen haben wir einen Ausflug zu den nördlich gelegenen weltberühmten Reisterrassen gebucht. Mal schauen wie sich das angeht....


Samstag 4.10                                                              Guilin, 68 Hotel                

Morgens leicht bewölkt, warm, dann zunehmend wolkig und in den Bergen Regen, in Guilin schön, warm


Nun der Tag fing nicht wirklich gut an, um 10 vor sieben läutete das Telefon und wir wurden informiert, dass wir bereits um halb acht am Treffpunkt sein sollten. Innert 15 Minuten waren wir auf dem Weg und erreichten den Treffpunkt 10 Minuten vor der Zeit. Der Tourbus liess dann 40 Minuten auf sich warten. Mit uns zusammen an Bord waren auch 5 französische Studenten welche in Shanghai ein Jahr studieren und im selben Hotel wohnen.

Kaum waren wir eingestiegen laberte uns die Reiseleiterin auf Chinesisch mit Infos voll. Dass jemand so lange und ohne Unterbruch reden kann, habe ich bis jetzt noch nie erlebt. Nach gut eineinhalb Stunden erreichten wir das Touristenzentrum wo wir in einen kleineren Bus umsteigen mussten. Hier schlug der National Holiday der Chinesen das erstemal zu. Bis wir nur in den Bus umsteigen konnten, warteten wir eine geschlagen Stunde. Uns wurde zudem eröffnet, dass wir nicht wie geplant auf eigene Faust unterwegs sein können, sondern uns der Gruppe anschliessen müssten. Zudem wollte man uns noch Tickets für eine Folkloreshow andrehen. Daran hatten wir aber kein Interesse, aber das hiess dann, dass wir draussen warten mussten während sich die Andern die Show reinziehen. Zum Glück dauerte der Spass auch nur 30 Minuten und wir schauten uns in der Zwischenzeit im Dorf um. In dieser Region leben die Langhaarfrauen. So haben Haare, welche bis 150 cm lang wachsen und kunstvoll zu einer Frisur hochgesteckt sind. Es scheinen lebenslustige Menschen zu sein, denn auch wenn wir nichts von ihnen kauften waren die zumeist alten Damen durchaus auch für einen Spass aufgelegt.

Auf einer steilen schmalen Strasse fuhr uns der Bus Schliessich ins Dorf Ping‘an hoch. Da die PKW Parkplätze vor dem Dorf voll waren, kam es zu einem Rückstau in welchem auch unser Bus gefangen war. Schliesslich liess man uns aussteigen um den letzten Kilometer der Strasse entlang hochlaufen.

Wir hatten schon ziemlich Leute erwartet, aber schon im unteren Teil des Dorfes war das Gedränge schon ziemlich heftig. Die Reiseleiterin wollte noch immer dass wir bei ihr blieben und sie behauptete, dass sie nicht genau sagen könne wann der Bus zurückfahre, deshalb müssten wir bei der Gruppe bleiben. Als sie uns dann auch noch in ein bestimmtes Restaurant zum Essen, man kann fast sagen nötigen, wollte platzte mir der Kragen. Ich sagte ihr, dass wir um 4 Uhr am Eingang sein würden, genauso wie es uns versprochen worden war und gingen davon. Und auf einmal lenkte sie ein. Während sie nun mit den Anderen Mittag ass, und vermutlich Kommission kassierte, stiegen wir durchs Dorf hoch und waren froh sie los zu sein. Von oberhalb des Dorfes sieht man das erste Mal auf die unteren Terrassenfelder, ein wirklich sehr eindrucksvoller Anblick. Die Felder wurden vor etwa 700 Jahren angelegt und sind noch immer weitgehend unverändert in Gebrauch. Je höher wir gelangten, desto weniger Besucher trafen wir an und als wir vom höchsten Punkt auf gleicher Höhe bleibend durch die Felder streiften, waren wir fast alleine unterwegs. Das war dann das was wir uns eigentlich erhofft hatten. Danach stiegen wir über viele Treppenstufen ins Dorf hinunter wo wir auf einer ruhigen Terrasse ein Bierchen gönnten. Gegen vier Uhr trafen wir am Eingang, ein wo die Reiseleiterin ihre Gruppe sammeln wollte. Einige Chinesen waren dann halt etwas spät dran, aber vor allem war sie verschwunden und wir hatten keine Ahnung was läuft. Auf einmal kam sie ganz hecktisch zurück um uns abzuholen. Die blöde Kuh hatte uns schlicht vergessen mitzuteilen, dass die Busse nach wie vor wegen Stau nicht hochkommen konnten und wir deswegen wieder der Strasse nach runtergehen mussten um in den Bus einzusteigen.

Unten im Tal sahen wir dann, dass noch unzählige PKWs hochfahren wollten, aber unterdessen von der Polizei schon dort zurückbehalten wurden.

Wieder im grossen Bus gestaltete sich die Rückfahrt recht mühsam. Es hatte natürlich erst mal viel Verkehr, dann begann es auch noch zu Regnen. Der Hammer war dann aber, als die Reiseleiterin kurz vor Guilin noch eine lautstarke Verkaufsshow für Parfum abzog. Endlich in der Stadt angekommen hielt der Bus an und alle stiegen aus. Von hier aus könne jeder mit dem öffentlichen Bus in Hotel zurück befand unsere liebste Tourguidin.

Wir waren froh nach gut drei Stunden endlich aussteigen zu können und gingen ins nächst beste Restaurant um zu essen. Wir hatten ausser ein paar Bananen und Zwiebelweggli noch nichts gegessen. Das Essen war wieder OK wenn auch nicht berauschend. Danach sprangen wir auf den Bus auf und liessen uns ins Hotel kutschieren.


Sonntag 5.10.                                                                                        Guilin, 68 Hotel                                                             Leicht bewölkt, heiss


Auch Heute hatten wir eine Touritour gebucht, um die Flusslandschaft entlang des Li Rivers zu entdecken. Mit einem Van des Hotels wurden wir und einige andere Hotelgäste erst mal zu einem Sammelpunkt im Stadtzentrum gefahren, von wo aus wir mit einem grösseren Bus zum Yangdie Pier gefahren wurden. Zwar schwätzte die Reiseleiterin auch wieder viel zu viel aber wenigsten nicht ganz so laut und auch immer wieder übersetzend. Am Fluss angekommen wurden wir in vierer Gruppen auf pseudo Bambusboote verfrachtet. Diese bestehen aus einer Reihe von dicken PVC Rohren welchen eine Plattform bilden. Hinten ist ein kleiner Motor mit einer Schraube an einem langen Schaft eingebaut. Auf diesem Boot ging es erst mal Fluss abwärts. Da waren hunderte von solchen Booten unterwegs, aber auch immer wieder kamen grössere Ausflugsboote von Guilin kommend den Fluss herunter. Da das Wasser oft nur einen halben Meter tief war, mussten auch die Ausflugsboote speziell konstruiert sein. Einerseits haben sie einen absolut flachen Boden und andererseits einen Jetantrieb welcher Wasser am Bauch ansaugt und hinten als kräftigen Strahl ausstösst.

Die Landschaft ist trotz dem Gewusel auf dem Wasser unbeschreiblich schöne und sehr eindrücklich. Links und rechts türmen sich bewachsene Felskegel auf und formen eine Landschaft die so wohl einmalig ist auf der Welt ist. Nach fast einer Stunde drehten wir wieder um und gelangten an den Ausgangspunkt zurück.

Von dort wurden wir in ein Dorf am Yulong River gefahren. Von dort hätte man uns nach Yangshuo gebracht wo die Tour offizielle zu Ende gewesen wäre und man mit dem öffentlichen Bus nach Guilin zurück gelangt wäre. Es wurde uns aber unterwegs eine Erweiterung der gebuchten Tour angeboten, welche für uns auch Sinn machte. So konnten wir nach einem kurzen Mittagessen noch einmal auf eine Bootsfahrt freuen. Diesmal waren es aber wirklich Bambusboote auf welchen jeweils nur zwei Personen Platz finden. Gemütlich stakte unser Bootsführer flussaufwärts wo wir einer Demonstration der für diese Gegend bekannten Kormoranfischerei beiwohnten. Die Fischer richten die Vögel in drei Jahren dazu ab, für sie zu fischen. Damit sie die Beute nicht gleich selber schlucken, wird ihnen am Hals eine Schnur umgebunden. Der Fischer schmiss einen Fisch ins Wasser worauf der Kormoran ein paar Sekunden untertauchte und die Beute an die Oberfläche brachte. Bis 50 Kilogramm Fisch soll ein guter Vogel am Tag fangen, wurde uns gesagt.

Unter der über 600 Jahre alten Drachen Brücke durch ging die Fahrt nun flussabwärts. Das schmale, kippelige Boot überwand dabei auch zwei kleine Staustufen, was, wenn man die Füsse nicht rechtzeitig anhob, nasse Schuhe gab. An dieser Stelle wurden dann auch alle Touris fotografiert und die Bilder konnte man sich auch gleich ausdrucken lassen und dann kaufen.

Auch hier war die umgebende Landschaft sehr schön auch wenn man nicht mehr so eng an den Bergkegeln vorbei fuhr. Über die Stufen hoch ging‘s dann mit einem motorisierten Förderband, nicht aber ohne nassgespritzt zu werden. Bei der warmen Witterung war das aber nur willkommen.

Im selben Dorf war uns auch noch eine Wasserbüffelshow versprochen worden. Diese bestand darin, dass ein Bauer seinen Büffel vorbei brache und jeder Touri kriegte eine Handvoll Maisstroh welche dem mächtigen Tier verfüttert werden konnte. Wir mussten einfach nur lachen darüber und genossen aber die Nähe zu diesem landwirtschaftlichen Multitalent trotzdem.

Bevor es weiter ging kamen wir mit einem jungen Tahitianer, welcher ein Jahr in Asien unterwegs sein wird, ins Gespräch. Das ist wohl eine grosse Ausnahme einen Reisenden aus dem kleinen Südseeparadies zu begegnen. Ein ganz ruhiger und interessanter Typ, fand ich.

Der nächste Stopp war dann Yangshuo wo nochmals einige Teilnehmer abgesetzt wurden. Dabei zeigte sich aber auch, dass dieser Ort nicht viel zu bieten hat. Er ist zwar wunderschön in der faszinierenden Berglandschaft eingebettet, bietet aber ausser Souvenirshopping tatsächlich kaum etwas an.

Auf der Rückfahrt trafen wir überraschend wieder auf den Bus welcher die Leute die die Ergänzungstour nicht mitgemacht hatten nach Yangshuo gebracht hatte. Nun stand er mit einer Panne an Strassenrand. Mit der Hilfe und den Werkzeugen unseres Fahrers bekamen sie den Bus in kurzer Zeit wieder zum Laufen. Wir eilten nun auf direktem Weg Guilin entgegen. Bis vor die Stadt kamen wir gut voran, nicht zuletzt auch weil der Chauffeur keine Gelegenheit zum Überholen ausliess. Gegenverkehr war dafür kein Hindernis, auf jeden Fall nicht solange dieser sich irgendwie in Sicherheit bringen konnte. So wurde rechts und links überholt was das Zeug hielt. Am Stadtrand Guilins war dann Ende mit vorwärtskommen. Über eine Stunde benötigten wir um das Stadtzentrum zu erreichen.

Wir liessen uns am Nightmarket absetzen. Dieser war noch im Aufbau als wir eintrafen. Aber wir wollten eh noch etwas essen und suchten uns ein Restaurant aus welches auf der Strasse Tische anbot. Da grad keiner für uns frei war, wir aber draussen essen wollten, wurde kurzerhand noch ein zusätzlicher Tisch für uns herausgebracht. Während des Essens kamen wir, besser Myrta, mit den Tischnachbarn ins Gespräch. Es waren Leute aus Guilin selber und es entwickelte sich ein fröhliches hin und her. Natürlich mussten wir mit ihnen anstossen und am Ende bestellte man noch eine Flasche um diese gemeinsam zu leeren.

Die Beleuchtung des Sees mitten in der Stadt wird überall angepriesen und drum wollten wir das Spektakel auch mal gesehen haben. Es stellte sich heraus, dass alles sehr farbig ist, halt wie die Chinesen es mögen. Aber leider sind die Scheinwerfer generell etwas ungeschickt angebrachte, so dass man immer von irgendwoher geblendet wird.

Durchs Zentrum schlendernd wollten wir zur Hauptstrasse um dort den Bus zum Hotel zurück zu nehmen. Überall wurden Waren angeboten, meist Dinge die niemand wirklich braucht. Da waren aber auch junge Hundewelpen im Angebot. Als ich sah wie eine der Verkäuferinnen ihre viel zu jungen Welpen behandelte platzte mir der Kragen. Ich versuchte zu intervenieren, aber natürlich erfolglos. Mein Eingreifen sorgte im Gegenteil für allgemeines Unverständnis. Die Frau hatte sich über die kleinen Hunde aufgeregt weil sie die angebotenen Pouletknochen verweigerten, pure Dummheit würde ich glauben.

Im Bus herrschte einmal mehr ein dichtes Gedränge, wir waren froh dass gegen Ende unserer Fahrt mehr und mehr Leute ausstiegen und man auch wieder etwas atmen konnte.


Hong Kong

Montag 6.10                                                                 Hong Kong, Super Inn                                                                        Schön, warm, dunstig


Zum Frühstück gingen wir in ein nahes Strassenrestaurant. Dort hatten sie einen Steamer in Betrieb in welchem auf einem Blech Rührei mit Reisstärke, Gemüse und Gewürzen zu einer dünnen Omelette gedämpft wurde. Wir bestellten das auch aber ohne Maisstärke und nicht verrührte Eier. Daraus resultierte eine Art poschierte Spiegeleier, gar nicht schlecht. Wir gingen nochmal zum Markt hinüber um zu schauen was am Tag abläuft. Er war nicht viel grösser und geschäftiger als auch am Abend, stellten wir fest. Ich entdeckte einen Schuhmacher und wir fragten nach ob er meine Sandalen leimen könnte. Natürlich konnte er, aber nicht nur das, er nähte die Sohle bei beiden Schuhen fachmännisch und von Hand nach. 10 Yuan kostete die Arbeit und es schaute aus, wie wenn diese Sandalen nun für immer halten.

Den restlichen Morgen verbrachten wir mit der Planung des nächsten Schritts und packen. Um zwei Uhr checkten wir aus und liessen uns zum Flughafen fahren. Da der Verkehr nicht dicht war und der Fahrer alle Schleichwege zu kennen schien, waren wir in weniger als einer Stunde am Airport. Hong Kong wird als Ausland betrachtet, daher erfolgte die Ausreise aus China hier. Alles war entspannt und ohne langes Anstehen, denn nur gerade 6 internationale Flüge verlassen Guilin pro Tag. Der Flieger war halb leer und startete sogar vor der geplanten Zeit. Der australische Kapitän brachte und in etwas mehr als einer Stunde sicher nach Hong Kong. Mit etwas Verzögerung wegen Flugzeugverkehr auf dem Rollfeld brachte uns ein Bus zum Terminal. Die Einreise war eine Sache von Minuten. Ebenso schnell hatten wir die Octopus Karten gekauft. Diese Prepaid Karte kann man für alle Transportmittel in Hong Kong nutzen. Innert Minuten waren wir im Airport Express Zug ins Stadtzentrum unterwegs. Mit hoher Geschwindigkeit erreichten wir Kowloon wo wir in den kostenlosen Hotel Shuttlebus umstiegen. Überall waren Leute die fragten ob sie behilflich sein können und so war es kein Problem sich zurechtzufinden. Der Bus lud uns direkt hinter dem berühmten Penninsula Hotel ab, nur 150 m von unserem Hotel entfernt.

Dieses entpuppte sich, wie angekündigt, als ein paar kleine Zimmer im 7. Stock eines Hochhauses heraus. Die Rezeption ist im Gang von wo man direkt ins Zimmer gelangt. Dieses ist in der Tat winzig, aber sauber und funktionell ausgestattet.

Wir erkundeten die Umgebung und suchten uns ein Restaurant zum Nachtessen. Wir entschieden uns für das Outback Steakhouse. Nach den drei Wochen mehrheitlich vegetarischen Küche hatten wir Lust auf Fleisch. Ein kleiner, feiner Salat als Vorspeise, dann das Steak mit Beilagen und dazu eine Halbeli Rotwein, wir genossen es.

Wir waren auf dem Weg ans Ufer hinunter um die Skyline Hong Kong bei Nacht zu bewundern, als wir auf Duc Dat Li, ein Arbeitskollege aus der Schweiz, trafen. Wieder einer dieser unglaublichen Zufälle. Er ist in Hong Kong um an der Asian Marketing Conference teilzunehmen und ist im Kowloon Hotel, 100 m von uns entfernt untergebracht. Nach etwas Smalltalk verabredeten wir uns für Morgen zum Mittagessen. Er will uns die berühmte Dim Sum Küche näher bringen.

Am Wasser waren wir überwältigt von der gigantischen Skyline dieser Stadt. Nicht so farbig und protzig wie Pudong in Shanghai, aber viel grösser und daher imposanter. Auf dem Walk of Fame, einer Kopie jenes in Beverly Hills, aber halt mit uns unbekannten asiatischen Grössen schlenderten wir dem Ufer entlang und genossen die Atmosphäre.

Zurück im Hotel checkten wir die Mails und konnten auch wieder ins Facebook. Auch die Google Produkte funktionieren wieder einwandfrei...


Dienstag 7.10                                                                         Hong Kong, Super Inn                                                             Schön, dunstig, heiss


Zum Frühstück gab es etwas Süsses aus der nahen Bäckerei. Seit wir in Hong Kong sind ist es wieder viel normaler, auch westliche Lebensmittel anzutreffen. Danach gingen wir zum nahen Kowloon Park wo wir uns in der Ruhe und Kühle des Parks ans Frühstück machten. In diesem Park hat es auch einen überallen öffentlichen Swimming Pool für den Fall, dass es noch heisser wird und wir eine Abkühlung benötigen.

Wir erforschten die nähere Umgebung und trafen uns dann wie abgemacht mit Duc Dat zum Mittagessen. Nicht weit vom Hotel kennt er ein Restaurant welches gute Dim Sum anbietet. Eine Kellnerin kam mit einem Wagen voll mit Bambuskörbchen an den Tisch und man wählte von verschiedenen Variationen aus. Aber er wählte auch wieder Hühnerfüsse und zum Abschluss eine feine Ente. Nach dem Essen musste er sich Richtung Macau aufmachen und wir querten den Victoria Harbour mit der legendären Star Ferry nach Hong Kong Island. In Mitten der riesigen Hochhäuser kommt man sich manchmal etwas klein vor. An den Ferry Terminals machten wir uns schlau wie wir Morgen am besten zum Lamma Island kommen.

In diesem Quartier würde momentan auch gegen die Pläne von Festlandchina protestiert, welches verhindern will, dass die Bewohner von Hong Kong mit selber gewählten Leuten in der Regierung vertreten sind. Ganze Strassenzüge sind abgesperrt und von meist jungen Protestierenden besetzt. Das Ganze verläuft aber scheinbar recht friedlich und auch Polizei Präsenz war nicht ersichtlich. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch diesen Teil Hong Kong‘s nahmen wir die U-Bahn nach Kowloon zurück. Auf dem Rückweg zum Hotel gingen wir in einen weiteren Fotoladen um zu schauen was Kameras so kosten. Es stellte sich bald heraus, dass die Preise hier tatsächlich bis 20 Prozent günstiger sind. Nachdem eigentlich schon fast alles geklärt war und der Deal kurz vor dem Abschluss stand, empfahl mir der Verkäufer anstatt des original Nikon Objektivs ein Tamron zu nehmen. Um mich zu überzeigen machte er erst Bilder mit diesem und dann das selbe mit dem Tamron. Erstaunlicherweise waren erstere viel schlechter belichtet. Das machte mir keinen Sinn und als er dann das Tamron Objektiv für fast 1500 CHF anbot, läuteten bei mir alle Alarmglocken, denn normalerweise ist Tamron merklich günstiger als Nikon. Da ich aber keine Vergleichspreise hatte fragte ich ihn, ob ich kurz ins Internet könne. Er behauptete aber, dass der Laden kein Internet habe und das nachdem er mir zuvor Infos auf der Nikon Website gezeigt hatte. Also ging ich ins nahe Hotel, um meine Bedenken bestätigen: Das Tamron war in der Schweiz für 600 CHFzu haben, 200 CHF weniger als das Nikon. Ich hatte ihn gewarnt, dass wenn sich mein Verdacht bestätigen sollte er mich als Kunden vergessen könne. Und so liess ich ihn auch wirklich stehen und war froh nicht auf den Handel eingegangen zu sein. Nur wenig weiter ging ich in einen weiteren Laden und fragte nach den Preisen. Ohne Theater wurde mir die gewünschte Ausrüstung sogar noch günstiger angeboten. Also fragte ich den Verkäufer ob er mir eine Nikon 1 zur Ansicht bestellen könnte, welche ich bei Gefallen auch kaufen würde. Auch darauf ging er ohne weiteres ein. So werde ich bald sehen ob und was ich kaufen werde.

Vor dem Nachtessen wollten wir noch ein Bier trinken. Dieses ist aber in den Bars meist einiges teurer als in der Schweiz, nicht zuletzt auch weil meistens europäische Importbiere angeboten werden. Aber warum soll ich in Hong Kong für ein Heineken 8 CHF zahlen. Schliesslich gab es dann doch noch ein gutes lokales Tsing Tao für einen vernünftigeren Preis auch weil Happy Hour angesagt war. Zum Nachtessen gingen wir in ein Spaghetti Restaurant, wo zu unserem Erstaunen nicht wenige ein Käsefondue assen. Wir aber genossen ganz normale und erstaunlich gute Spaghetti Bolo und einen Salat dazu.


Mittwoch 8.10.                                                                        Hong Kong, Super Inn                                                                              Schön, heiss

       

Um 8:35 ging die Fähre welche uns aus das Lamma Island bringen sollte. Wir nahmen die Star Ferry frühzeitig, so dass uns noch gemütlich Zeit zum Frühstücken blieb. In einer knappen halben Stunde brachte uns die Fähre um die Westseite des Hong Kong Island herum nach Sok Kwu Wan. Direkt von der Anlagestelle aus startet ein Fussweg welcher einem in knapp 2 h um die östliche Halbinsel zurück an den Ausgangspunkt bringt. Der Nordküste entlang führt der Weg durch üppige, subtropische Vegetation und erlaubt immer wieder Ausbliche auf die darunter liegende Küste. Ein kurzer Abstecher führt hinunter nach Mot Tat, mit einem schmalen Strand und einem Restaurant. Die meisten Häuser scheinen unbewohnt zu sein, werden aber vielleicht am Wochenende genutzt. In den kleinen Dörfern werden aber überall kleine Gärten und Obstbäume gepflegt. Papayas und Bananen sieht man überall. Vor Tung O gelangt man wieder an einen Strand bevor man, anfangs noch überall im Schatten zu einem Pass aufsteigt. In der prallen Sonne hängt das ganz schön an. Ober angekommen geniesst man von einem Pavillon aus die Aussicht zurück. Der Abstieg zurück nach Sok Kwu Wan ist steil und hat viele Stufen zu bieten. Im Fischerdorf zurück schlenderten wir einmal längs durch. Das ist aber schnell passiert, denn das Dorf besteht an der Wasserfront ausschliesslich aus eine Reihe von Restaurants. Hier bekommt man alles was das Meer so her gibt. In Tanks und Aquarien werden die Fische und Meeresfrüchte zwischengelagert um dann wirklich frisch auf dem Teller zu landen.

Da es fürs Mittagessen noch zu früh war verschoben wir das bis ans Ende unserer Wanderung. Die Route führte nämlich noch weiter bis Yung Shue Wan. Um eine Bucht herum kamen wir zum Abzweiger hinunter zum Lo Sho Beach. Dort angelangt waren wir überrascht, dass es dort Live Guards, Umkleidekabinen und Duschen hatte. Alles gepflegt und sauber und den Beach teilten wir mit gerade mal 3 Leuten. Ein schöner Ort um etwas abzukühlen. Das Wasser war zwar sicher über 25 Grad, aber das war uns nur recht.

Weiter der Küste entlang gelangt man schliesslich an die Endstation, Yung Shue Wan. Wir hatten gehofft ein ähnlich gutes Angebot an Fischrestaurants zu finden, aber dem war leider nicht so. Schliesslich assen wir überteuert ein Gericht, welches offensichtlich Tiefkühlprodukte enthielt.

Die Fähre bracht uns zurück nach Hong Kong Central von wo wir mit der Star Ferry nach Kowloon übersetzten.

Auf dem Rückweg holte ich die neue Nikon noch ab und machte mich mit der Maschine vertraut. Nach einer Dusche und einer Rast fuhren wir mit der Metro zwei Stationen nach Norden und suchten den Temple Street Night Market. Da wir noch etwas früh waren gingen wir erst noch zum Nachtessen. Heute war wieder chinesisch auf dem Plan, etwas anderes gab es in der Gegend eh nicht. Der Markt bietet so ziemlich alles was man nicht braucht. Billiger Kitsch ist vor allem angesagt, also nicht wirklich ein Muss. Witzig waren allenfalls noch die vielen Stände mit Wahrsagern, die übrigens von Chinesen sehr gern besucht wurden und bei den Guten sogar Schlange standen.

Mit dem Bus ging‘s der Nathan Street entlang zurück zum Hotel


Donnerstag 9.10.                                      Hong Kong, Super Inn                                    Schön, heiss, am Mittag vorübergehend bewölkt


Am heutigen Tag wollten wir den Dragon Back Trail wandern. Dazu mussten wir erst mal mit der Metro nach Shau Kei Wan raus fahren. da wir in der Rushhour unterwegs waren, mussten wir schon in der Tsim Sha Tsui Station einen Zug abwarten, da wir nicht reinkamen vor lauter Leute. Beim Umsteigen in der Admirality Station war es dann wirklich ein riesen Gedränge und wir mussten über 10 Minuten warten bis wir es an Bord schafften und das obschon 30 Sekunden nach Abfahrt des ersten Zuges der nächste kam. Nach drei vier Stationen leerte sich der Zug aber schnell wieder und in Shau Kei Wan war er fast leer. Dort stiegen wir in den Bus nach Shek O um. Nach wenigen Kilometern waren wir bereits im Grünen. Oberhalb des Dorfes To Tei Wan beginnt der Trail. Erst ging es steil bergan durch dichten Bambus, später durch Wald. Als wir den Höhenzug Dragon Back erreichten, hatten wir eine schöne Aussicht hinunter nach Shek O von wo uns der Bus wieder zurück in die Stadt bringen würde. Der Wanderweg folgte nun aber der Krete bis hinauf zum Shek O Peak, 284 m über dem Meer. Nach dem Abstieg auf der Westflanke wurde der Wald wieder dicht und subtropisch, ober auf der Krete war es noch dichtes aber nicht sehr hohes Gebüsch gewesen. Myrta hatte noch eine Schrecksekunde als sie beinahe auf eine gut 10 cm grosse Spinne trat. Als ist sich mit einem Stock stupste seilte sie sich flink am eigenen Faden entlang hoch.

Bald trafen wir auf eine betonierte Waldstrasse welcher wir folgten um dann auf einem schmalen Pfad zur Big Wave Bay abzusteigen. Dort sprangen wir in die Fluten des Chinesischen Meers um unseren Schweiss abzuspülen. Nach einem kühlen Bier fuhren wir mit einem Taxi, des 9er Bus fährt leider nicht bis zur Big Wave Bay, nach Shek O wo wir in einem Restaurant ein feines spätes Mittagessen genossen. Von dort brachte uns der Bus zurück an die Metro Linie . Die Züge waren zum Glück noch nicht zu stark überfüllt, so dass wir bequem ins Hotel zurück kamen.

Später fuhren wir mi der Metro nach Mong Kok um den Ladiesmarket zu besuchen. Man sagt, dass Ladies dort alles finden was sie so brauchen. Nun das wollten wir prüfen auch wenn Myrta vielleicht nicht die anspruchsvollste aller Shoppingqueens ist. Sie suchte vor allem Winterschals für ihre Jungs und wurde bei den ersten paar Stände bereits fündig. Auch ein passendes Mitbringsel für Mayla war bald in der Tasche. Aber es hatte auch wieder viele Dinge die man eigentlich gar nicht braucht. Aber das ist ja vielleicht der Unterschied zwischen Einkaufen und Shoppen.

In einem vietnamesischen Restaurant gingen wir essen. Die Küche scheint viel Ähnlichkeit mit der chinesischen oder auch thailändischen zu haben. Auf jeden Fall schmeckte auch dieses Essen wieder hervorragend.

Ich suchte noch eine Tasche für die Kamera. In den Kamerageschäften hatte man interessanterweise kaum Zubehör im Angebot ein Verkäufer schickte uns aber in die Sim City einer Shoppingmall mit vielen kleinen Läden welche sich auf Zubehör spezialisiert haben. Bald hatte ich eine passende Tasche gefunden. Als die Strasse zu Ende ging, wechselten wir auf die parallel verlaufende Nathan Street und folgten dieser bis auf die Höhe unseres Hotels. Das waren sicher nochmal 3 bis 4 Km gewesen, so dass unser Tagespensum sicher wieder auf über 15 Km Länge summiert hatte


Freitag 11.10                                                                   Flug Hong Kong nach Zürich                                                                         Schön, heiss


Da wir Heute nur noch den Victoria Peak auf dem Programm hatten, aber sowieso noch packen und auschecken mussten, waren wir für einmal nicht so früh unterwegs.

Mit der Star Ferry, einmal mehr, überquerten wir den Harbour. Bevor wir uns zum Peak Tram begaben wollten wir noch die bekannten Rolltreppen, welche in mehreren Etappen, von Central weit an den Berghang hochführen, besichtigen. Als wir an kamen, war aber immer noch der Bergabwärtsgang drin. Bis 10 Uhr kommen nämlich mehr Leute runter als hoch wollen, deshalb wird erst danach umgestellt. So hätten wir die Treppe neben der Rolltreppe hochgehen sollen und wenn wir wohl oben schweissgebadet abgekommen wären, hätte die Fahrtrichtung auf Bergfahrt gewechselt. So beliessen wir es bei einem Augenschein und machten uns auf den Weg zum Peak Tram. Dank Octopus Karte mussten wir schon gar kein Ticket kaufen und waren mit der nächsten Bahn unterwegs nach oben. Die Standseilbahn wurde von Von Roll gebaut und bringt den Fahrgast in wenigen Minuten hoch über Hong Kong. Eine Aussicht hat man von der Bahn zwar noch keine, aber die rumplige und zum Teil sehr steile Fahrt ist trotzdem eindrucksvoll.

Oben angekommen werden die Besucher erst mal durch einen riesigen Souvenirmarkt geschleust und wir hatten sogar Mühe den Ausgang zu finden, denn die fehlende Kennzeichnung ist wohl nicht ganz zufällig.

Als erstes gingen wir zum tatsächlichen Gipfel des Victoria Peaks hoch. Auf einer steilen Teerstrasse erklimmt man nochmal gut hundert Höhenmeter. Die Aussicht nach Süden auf das Lamma Island und auch nach Westen sind grandios, aber die spektakuläre Sicht auf Hong Kong selber bleibt einem verwehrt.

Erst als wir auf dem Spazierweg rund um den Peak waren hatten wir die erwarteten Ausblicke. Durch schönen, schattigen Wald kann man, meist auf der gleichen Höhe bleibend, in etwa einer Stunde den Peak umrunden. Abgesehen von einer Charityveranstaltung mit mehreren Hundert Teilnehmenden, hatte es kaum Leute unterwegs. Die meisten Besucher scheinen mit der Tram hochzufahren, gehen shoppen, schiessen ihre Bilder und schon geht es wieder runter.

Nach einer Mittagspause und einem letzten Blick auf die Stadt hinunter nahmen auch wir wieder die Tram.

Unten angekommen besuchten wir den Hong Kong Park. Besonders interessant war die riesige Voliere. In diese kann der Besucher hineingehen und ist dort mit dutzenden von Vogelarten zusammen. Viele der Vögel konnten wir zum Teil aus nächster Nähe beobachten. Aber auch der Rest des Parks ist sehr überall gestaltet und eine richtige Oase in der quirligen und lauen Stadt. Wir suchten unseren Weg zurück nach Central und genossen ein kühles Bier im Schatten der Bäume bevor wir wiederum mit der Fähre nach Kowloon zurückfuhren. Myrta wollte gerne nochmal in den Laden zurück in welchem sie gestern Abend noch zwei Outdoorhemden gekauft hatte. Sie war sich nämlich unterdessen reuig, nicht auch noch Hosen gepostet zu haben. Da wir sowieso noch Zeit zum Killen hatten, fuhren wir mit dem Bus hin. Auf dem Rückweg gab auch ich nochmal eine paar HK Dollars aus, denn die Nikon 1 war unterdessen auch im Laden angekommen. Diese soll mein Fotoausrüstung noch komplettieren.

Im Hotel durften wir ein Zimmer nochmal zum Duschen brauchen. Danach packten wir endgültig unsere sieben Sachen und gingen nochmal in das feine Restaurant in welches uns Duc Dat geführt hatte. Eigentlich wollten wir nochmal Seafood essen da wir ja die beste Gelegenheit auf Lamma Island verpasst hatten, aber fast 200 CHF für Beide war uns dann doch etwas zu teuer. So genossen wir noch einmal die feinen Dim Sum, eine typische Spezialität Hong Kong‘s.

Mit dem Airport Shuttle liessen wir uns zur Kowloon Train Station fahren. Dort konnten wir nicht nur ohne anstehen einchecken, sondern wurden auch gleich unsere Octopuskarten wieder los. Auch der Airport Express war fast leer, genauso wie die Check-in Schalter und Security Checks. Wir wunderten uns wo die ganzen Passagiere dieses doch sehr grossen Flughafen alle waren.

Die letzten HK Dollars wandelten wir in Bier, drei klein chinesische Kochbücher und drei Rochers um. Nun bleiben noch 1,5 Dollar übrig, das ist doch gut geplant.

Das Boarding begann etwas spät aber schliesslich starteten wir pünktlich. Als der Käpt’n uns auf Englisch begrüsste, musste ich grinsen. Man hörte nach einem Satz bereits, dass uns ein Landsmann begrüsste. 12 ½ h dauerte der Flug nach Zürich. Beide schliefen wir kaum in der unbequemen Sitzposition und wir waren heilfroh als der Flieger bei regnerischem und kühlem Wetter frühmorgens pünktlich in der Schweiz landete.


Gedanken, Ideen, Fakten

Internet

Auch in kleineren und einfachen Hotels ist mehr oder weniger schnelles Internet via WLAN vorhanden. Zum Teil aber auch nur Kabel gebundenes LAN.

Google Produkte sind in China nicht oder nur beschränkt nutzbar. Zum Beispiel Google Maps, aber auch der Google Play Store funktioniert nicht. Auch die Suchmaschine selber ist gesperrt.

Auch nicht zugänglich ist Facebook. Ich hatte auch den Eindruck, dass je nach Webseite welche aufgerufen wird, das Netz sehr langsam reagiert. Das könnte darauf hindeuten, dass der Verkehr überwacht wird, das gilt zum Beispiel für westliche Medien wie Zeitungen.

Essen

Während der ganzen Zeit hatten wir Beide keine nennenswerten Verdauungsstörungen und das obschon wir häufig in ganz einfachen Restaurants an der Strasse gegessen haben. Die Vielfalt der Speisen ist für unsere Bergriffe unermesslich gross. Ein gutes Restaurant hat auch mal mehrere Hundert Gerichte in der Menükarte.

In den Grossstädten und in besseren Restaurants ist häufig eine englische Beschreibung angefügt. Die Übersetzungen benötigen aber zum Teil ein gutes Vorstellungsvermögen. In kleinen Restaurants und ausserhalb der gängigen Touristenzentren ist aber Schluss damit. Wenn überhaupt gibt es nur noch chinesisch geschriebene Menükarten. Verhungern muss man aber deswegen noch lange nicht. Oft werden die verfügbaren, und meist sehr frischen Zutaten, sei es Gemüse, Fleisch oder auch jegliches Getier ausgestellt. Da kann man drauf zeugen was man will und daraus wird dann meist ein feines Wokgericht gekocht. Oder man schaut den Nachbarn in den Teller und wenn was gefällt zeigt man drauf zum Bestellen. Dabei kann es halt sein, dass auch mal ein Frosch dabei ist, aber wenn man die psychologische Hürde mal genommen hat, wird man feststellen, dass es gar nicht schlecht schmeckt.

Die Preise sind für die Dinge welche Europäer meist bestellen recht günstig. Für 5 bis 10 CHF pro Person erhält man auch in Restaurants mit mittlerem Standard eine feine Mahlzeit inklusiv einem Bier. Eine grosse Schüssel Fried Noodles oder einem sonstigen einfachen Gericht kriegt man fast überall für weniger als zwei Franken, und damit sättigt man auch zwei Personen locker.

Trinken

Wasser gekühlt oder nicht erhält man überall und immer an jeder Strassenecke. Halbliter Flaschen kosten zwischen einem und drei Yuan, also 15 bis 50 Rappen. An einem sehr touristischen Ort kann’s auch mal 10 kosten.

Bier ist fast in jedem kleinen Tante Emma Laden zu haben. Grosse Flaschen ab 4 bis 8 Yuan. In Restaurants je nach Kategorie 10 bis 30 Yuan. In Bars kann auch eine kleine Flasche mal 40 Yuan kosten, noch teuer wird’s wenn man unbedingt ein ausländisches Fabrikbier will.

Wir haben Tsing Tao als Favoriten erkoren. Es gibt übrigens Biere mit unterschiedlichem Alkoholgehalt. Dieser ist in Grad Proof (°P)abgegeben, dividiert durch zwei ist das Prozent. Z.B. 10 Grad Proof entspricht 5 Prozent Alkohol.

Coke oder Pepsi gibt es auch überall. Achtung, Coke versteht niemand, immer überall Coco Cola bestellen. Auf Süssgetränke haben wir grundsätzlich verzichtet. Einerseits schmeckt Bier und Wasser uns besser und andererseits ist vieles davon seeehr süss und seeehr chemisch.

Auch Wein wird häufig angeboten, ist aber recht teuer, vor allem Importprodukte.

Hunde

Ja, wir haben in Guilin tatsächlich einmal Hundefleisch auf der Speisekarte gesehen. Es scheint aber entgegen westlicher Meinung wirklich eine Ausnahme zu sein.

In Städten mit Fussgängerzonen, also dort wo Hunde eine grössere Überlebenschance haben, sieht man sehr viele streunende Hunde. Diese sehen aber recht gesund aus und sind harmlos. Ansonsten werden Hunde verhätschelt und wie Kinder behandelt. Mit Pullover und Deckchen und allerlei Schnickschnack werden die meist kleinen Hundchen stolz ausgeführt. Hundeerziehung scheint allerdings ein Fremdwort zu sein. Ich habe keinen Hund gesehen der auch nur ansatzweise gehorcht hätte. Und da der Robidog noch nicht in China angekommen ist, muss man halt auch entsprechend auf die Strasse achten wen man durch die Städte schlendert.

Anders sieht es beim Verkauf aus. Dort herrschen aus westlicher Sicht unhaltbare Zustände. Die Tiere werden viel zu Jung von den Müttern genommen und dann in kleinen Käfigen wir irgendeine Ware zum Verkauf angeboten. Ich habe beobachten wie kleine Welpen, wohl nur ein paar Wochen alt, herumgeworfen wurden wir ein Sack Kartoffeln. Die Verkäuferin hat sich dann auch noch geärgert, dass die Kleinen abgenagte Pouletknochen als Nahrung verweigerten. Das ist nicht Tierquälerei, sondern wohl einfach Dummheit der Leute.

Geld

Zahlen mit Kreditkarten kann man eigentlich nur in teuren Markenläden und besseren Hotels/Restaurants der Grossstädte. In anderen Gegenden und Geschäften funktionieren ausländische Karten oft nicht. Daher sollte man genügend Bargeld bereithalten. Offiziell darf man pro Person 6000 Yuan einführen. Diese kann man in der Schweiz bei der Bank bestellen und so gebührenfrei wechseln. Bargeldbezug mit Maestro oder Kreditkarte funktioniert meistens, mehrheitlich aber auch nur bei grossen, internationalen Banken (Bank of China, HSBC)

Zugtickets kann man nur Bar oder mit Chinesischer Kreditkarte (grosse Bahnhöfe) kaufen.

Deshalb immer frühzeitig wechseln und wenn möglich in grösseren Städten.


Unten steht das ganze Reisetagebuch als pdf Datei zum Downloaden zur Verfügung

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